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Titel:Opium-Lover: To be or not to be a Junkie
Droge:Research Chemical
Autor:InfraRed
Datum:20.03.2017 07:31
Nützlichkeit:8,18 von 10 möglichen   (22 Stimmen abgegeben)

Bericht::

Wenn es eines gab, das mir schon im Vorfeld bewusst war, dann, dass ich in meinem Leben niemals auch nur auf den Gedanken kommen sollte Opiate zu konsumieren. Ich wusste schon zu viel über ihre Wirkung als dass ich vor mir selbst nicht behaupten konnte sie mit großer Wahrscheinlichkeit sehr zu mögen. Gerade aufgrund dieser Erkenntnis hielt ich mich von ihnen fern, was mir auch sehr lange Zeit gut gelang, denn ich hatte gar kein Interesse daran diese Meinung zu ändern.

Irgendwann jedoch beging ich unüberlegt diesen einen kleinen, fatalen Fehler, der alles verändern sollte.



Sommer 2015

Ich weiß nicht, wie sich mein Leben weiterentwickelt hätte, hätte es diesen einen Abend nicht gegeben. Zusammen mit einer Freundin, bei der ich einen Monat im Sommer meine Tage verbrachte, besuchte ich eine gemeinsame Freundin mitsamt ihrem Freund. Seit einer Weile schlief ich abends auf dem Sofa und hatte mich dadurch verlegen, was sich körperlich in starken Rückenschmerzen äußerte. Mein unterer linker Rücken war sehr verspannt und wenn man genauer tastete, konnte man eine harte Verspannung wahrnehmen, die für meine Schmerzen verantwortlich war.



Den kompletten Abend über ließen die Schmerzen nicht nach und hinderten mich an einer ausgelassenen Stimmung. Wir tranken einiges an Alkohol und zogen Speed, redeten und hörten Musik bis ich meine Freundin um ein Schmerzmittel bat. Zunächst schlug sie mir vor es mit einem Muskelrelaxanz zu probieren, was ich bejahte. Es half insoweit, dass sich mein Körper anfühlte als sei er aus Gummi. Ihr Freund bot mir zudem an mich zu massieren und zu versuchen die Verspannung aufzulösen. Da sie jedoch an einer schlecht zugänglichen Stelle lag, wurden die Schmerzen zwar um einiges erträglicher, aber sie verschwanden nicht zur Gänze.



Da T. eine gut sortierte Hausapotheke besaß, kam ihr nun die Idee mir Tilidin gegen meine Schmerzen anzubieten - Und hier beging ich diesen einen Fehler und willigte ein.

Insgesamt waren es nur 50 mg retardiert. Meine Schmerzen verschwanden und mit ihr kam Wärme, sowie eine angenehme Stimmung. Ich fühlte mich besser, genoss den Abend mehr und griff ebenso zu weiterem Alkohol. Meine erste Opiaterfahrung endete dadurch wie zu erwarten auch über dem Klo, doch stören tat es mich nicht sonderlich.



Am nächsten Tag waren wir wieder bei A., der Freundin, die ich einen Monat lang besuchte, zu Hause. Meine Schmerzen kamen mit nachlassender Wirkung der Tilidin wieder und ich bat T. darum mir erneut einige der Tabletten sowie Wärmepflaster mitzubringen.

Eigentlich meinte ich dabei nur das Muskelrelaxanz, doch als sie mich besuchen kam, brachte sie mir auch einige verschiedene Blister Tilidin mit. Ich wusste, dass es keine gute Idee war sie anzunehmen, doch ich konnte sie zu diesem Zeitpunkt schon nicht mehr ablehnen und nahm dankend an.



Der nächste Morgen begann damit, dass ich 50 mg entretardiert zu mir nahm. Ich teilte die Tablette mehrfach um den Überzug unwirksam zu machen und spülte sie mit etwas Wasser hinunter. Es dauerte eine Weile, dann durchflutete mich eine sehr starke, angenehme Wärme, nahm mir erneut die Schmerzen und ersetzte sie durch eine Euphorie, die ich zuvor noch nie erlebt hatte.

Sie war so stark, dass ich glaubte platzen zu müssen. Sie trieb mich, wurde immer stärker und gab mir eine enorme Freude, die ich so noch nie erlebt hatte. Auf einmal spielte nichts mehr eine Rolle. All die Probleme, die mich im Kopf beschäftigten, verschwanden und bereiteten mir für diese Zeit keinerlei Sorgen mehr. Ganz und gar konnte ich mich auf dieses Gefühl der Freude konzentrieren, es genießen und ihm hingeben.



A. war diesen Morgen arbeiten gegangen und ich verbrachte die Stunden auf ihrem Sofa, Musik hörend ausgefüllt mit einer enormen Freude und Zufriedenheit. Als jene zu verschwinden begann, machte sich extreme Unruhe in mir breit, die mich dazu veranlasste aufräumen zu wollen, doch A. war eine sehr ordentliche Person und ich fand somit nichts, was ich aufräumen konnte. In ihrem Wohnzimmer ging ich anschließend auf und ab, fand einfach keine Ruhe und glaubte, dass ich durchdrehen würde, wenn dieser Zustand nicht bald aufhörte. Ich schrieb A. eine Nachricht, dass sie nach der Arbeit möglichst direkt zurück nach Hause kommen sollte, da es mir nicht gut ging, was sie glücklicherweise auch tat. Als sie ankam, hatte sich die Unruhe bereits gelegt und ich erzählte ihr von dem, was passiert war.



Seitdem begann ich nun fast täglich auf das Tilidin zurückzugreifen. Mit meinen Schmerzen hatte dies bald lang nichts mehr zu tun, auch wenn ich zu Beginn meinen Konsum noch damit rechtfertigte. Nie wieder nahm ich die Tabletten retardiert, sondern teilte sie vor der Einnahme in viele kleine Einzelteile. Mir ging es immer mehr um die angenehme Euphorie, die ich dadurch bekam, selbst als meine Rückenschmerzen bereits verschwunden waren.

Damit verginge die Tage, Wochen und mehr. Tilidin war bereits zu meinem Begleiter geworden. Die Dosis belief sich längst nicht mehr auf nur 50 mg, sondern wurde irgendwann zu 100 mg, 150 mg. Ich hatte eine Menge an Vorrat bekommen, musste mir somit keine Gedanken machen und dachte auch nicht daran meinen Konsum einzustellen, überhaupt zu überdenken.

Alle paar Tage, jeden zweiten, manchmal täglich - Da war schon nicht wirklich viel dran, redete ich mir ein und griff immer wieder darauf zurück, ohne auch nur einen Gedanken daran zu verschwenden, dass das, was ich tat, womöglich nicht die beste Idee war. Meine Probleme existierten nicht mehr, meine Laune wurde schlagartig gut. Das war alles, was für mich zählte.



Dezember 2015

So langsam begann mein Vorrat an Tilidin sich dem Ende zuzuneigen. Ich musste ein wenig sparen, nahm immer seltener, aber immer noch viel zu oft von meinen Tabletten. Zu dieser Zeit war es mir noch nicht bewusst, aber ich konnte von einem enormen Glück reden, dass ich nicht bereits schon körperlich abhängig war. Ich reduzierte meinen Konsum, suchte zeitgleich jedoch noch Alternativen, denn eines stand für mich fest: Auf Opiate wollte ich nicht mehr verzichten. Zwar war ich nicht körperlich abhängig, doch psychisch konnte ich schon lange nicht mehr ohne.

Eine Freundin empfahl mir Kratom als Alternative und ich begann mich zu informieren. Ich stieß dabei auf das LdT, das ich einige Jahre zuvor schon interessiert immer wieder durchgeschaut hatte und entschloss mich diesmal einen eigenen Account zu erstellen.



Die erste Sorte Kratom, die ich zu mir nahm, war Red Malay. Zwar hatte ich mir im Headshop eine Waage gekauft, mit der ich das Kratom abwiegen konnte, doch empfand ich sie für nicht notwendig und machte mir einige Esslöffel bereit. Ich rührte sie das erste und einzige Mal in Joghurt und würgte ihn hinunter. Dass ich viel zu viel genommen hatte, wurde mir klar als ich mit einer extremen Übelkeit auf dem Sofa lag und die Augen schloss.

Erneut durchfuhr mich intensive Wärme und eine angenehme Freude. Ich noddete das erste Mal in meinem Leben und wusste, dass ich hier meine Alternative gefunden hätte. Das Tilidin war bereits leer, spielte jedoch keine Rolle mehr, denn anfangs gab mir das Kratom alles, was ich wollte. Ich begann verschiedenste Sorten aufzuprobieren, mit den Mengen zu experimentieren und fand die für mich beste Art das grüne Pulver zu konsumieren. Toss and Wash ging am schnellsten und sobald ich es erst einmal verstanden hatte, schmeckte ich auch nicht mehr viel von dem Eigengeschmack des Kratom.

Zu meinen liebsten Sorten wurden zu dieser Zeit das Borneo Red und Mindanao Green. Ich hatte immer etwas zu Hause und empfand es nicht als großes Problem.



April/Mai 2016

Kratom löste immer noch eine angenehme Wirkung in mir aus, doch langsam begann ich erneut mit chemischen Opiaten zu liebäugeln. Ich fand eine neue, für mich interessant klingende Substanz, die mich zunächst stark daran zweifeln ließ, ob es so eine gute Idee war sie mir zu bestellen. Wie schon ganz zu Beginn hatte ich im Gefühl, dass ich einen potentiell schweren Fehler machen würde, wenn ich Ja zu ihr sagte. Somit überlegte ich sehr lange, ob ich wirklich mein Geld hier investierte, auch, weil die Konsumform mir einfach nicht geheuer war.

Doch egal wie lange ich überlegte und mich dagegen entschied - Es war bereits klar, dass ich sie früher oder später doch bestellen und konsumieren sollte. Dafür reizte sie und das, was ich von ihr hörte, einfach viel zu sehr. Dazu beging ich den Fehler zu glauben, dass sie schon nicht so stark sein würde und unterschätzte sie.



Wer mich heute kennt, weiß genau, um welche Substanz es sich dabei handelte: Es war keine andere als mein wahrscheinlich größter Untergang, meine Fahrkarte direkt in das Leben als Opiatabhängige. Noch heute gibt es neben Speed keine andere Substanz, die mich so sehr im Griff hat und mein Denken so stark bestimmt. Sie ist Fluch und Segen zugleich, mein persönliches Heroin, dem ich einfach nicht wiederstehen kann. Ich liebe und hasse sie gleichermaßen, kann nicht Nein zu ihr sagen. Ihre Wirkung hat sich so sehr in meine Synapsen gebrannt, dass ich ihr immer wieder erliege und schon fast ausgeliefert bin.

Es bestimmt mich und mein Leben, es besitzt mich und macht mich willenlos - Das O-Desmethyltramadol.



Gerade hatte ich aufgehört täglich Speed zu konsumieren als ich das erste Mal ein Gramm des weiß-grauen Pulvers bestellte. Als es eintraf, konnte ich mich noch zurückhalten, was mir nie wieder gelingen sollte. Mein erster Konsum war kurz vor einer längeren Zugfahrt und ich hatte gerade Besuch von einem Bekannten bekommen, mit dem ich die Nacht durchgemacht hatte. Dieser war bereits gegangen und ich verbrachte die letzten Stunden zu Hause, bevor ich los zu meinem Zug musste.

Da ich mich noch immer nicht mit dem Gedanken an den Rektalkonsum anfreunden konnte, wog ich mir mit dem Wissen, dass ich eine viel höhere Dosis benötigen würde als sonst, ungefähr 40 mg ab. Aufgeteilt in zwei Bahnen zog ich die erste und bemerkte einen unangenehmen, sehr eigenen Geschmack, der etwas muffig war. Es passierte nicht viel, weswegen ich mich dazu entschloss weitere 30 mg fertig zu machen und zu ziehen.



Erst passierte erneut nicht viel, dann überkam mich einige Augenblicke später eine enorme Übelkeit, die mich zum Klo hetzen ließ. Ich hatte seit einer Weile nichts gegessen und würgte den letzten Mageninhalt hinaus. Danach kam die Wärme. Nicht so stark wie vermutet und ein wenig enttäuschend. Ich zweifelte, ob es das wert war, denn viel passierte nicht mehr. Meinen letzten Kram mitsamt dem Baggy O-DSMT zusammenpackend machte ich mich auf zu meiner Reise.



Es dauerte einige Stunden bis ich mein Ziel erreicht hatte. Das O-DSMT ließ mich dabei gedanklich nicht mehr los und ich wollte die Erfahrung damit nicht einfach so stehen lassen. Der Konsum war bereits gute 10 Stunden her und ich aufgrund der Tatsache, dass ich den Abend nicht geschlafen hatte sehr müde und geschafft. Diesmal wog ich 35 mg ab und löste sie in einem kleinen Schluck Wasser, das ich anschließend mit einer gängigen Einwegspritze aufzog. Mir war mulmig und ich fühlte mich unwohl bei dem Gedanken, dass ich mir gleich einen Schuss rektal verabreichen würde - Doch ich tat es. Drückte ab. Und schwebte anschließend den kurzen Weg zurück ins Bett.



Nie wieder sollte ich eine so intensive Opiaterfahrung haben wie nur wenige Augenblicke, nachdem ich konsumiert hatte. In mir begann eine enorme Hitze in meine Glieder zu schießen und mich wie auf Wolken zu tragen. Die Schwerkraft schien sich zu verabschieden und mit ihr all meine Probleme, die mich zu dieser Zeit belasteten. Ich hatte eine ähnliche Euphorie wie einst bei meinem ersten Tilidinkonsum erwartet, doch das, was ich empfand, war pure Geborgenheit.

Die Wärme, die das O-DSMT mir schenkte, hüllte mich förmlich ein und vernebelte meine kompletten Sinne. Ich sackte immer weiter in mir zusammen und lag alle Glieder von mir gestreckt auf dem Bett, konnte nicht aufhören zu grinsen. Was ich dort fühlte, war reines Vertrauen und Schutz. Eine unglaublich reine Umarmung, die mich ganz in sich aufnahm wie eine warme, kuschelige Decke.

Ich hüllte mich in ihr ein und vergaß alles um mich herum. Niemand konnte mir mehr etwas, nichts konnte mich mehr angreifen und verletzen. Alles war egal. Ich schwebte auf Wolken und noddete in einen tiefen Schlaf.



Es folgten insgesamt drei Wochen, in denen ich täglich O-DSMT konsumierte. Dabei blieb es nicht mehr bei 35 mg, sondern die Dosis begann sich langsam zu erhöhen. Jeden Tag konsumierte ich in dieser Zeit mindestens einen Schuss bis das Baggy leer war. Drei Wochen lang existierten keinerlei Probleme um mich herum. Ich vergaß mein Leben und ersetzte es durch die Substanz. Es war vollkommen egal, was geschah - Ich musste nur abdrücken und schon spielte es keine Rolle mehr.

Zusätzlich dazu bekam ich erneut Buprenorphin in die Finger, das ich zwar im Sommer zuvor schon mitsamt einer Freundin extrahiert und konsumiert, seitdem jedoch nie wieder in die Finger bekommen hatte. Zwischen den Tagen, die ich auf O-DSMT verbrachte, dichtete ich mich ein komplettes Wochenende mit Subutex ab.



Sommer 2016

Als ich nach Hause gefahren war, dauerte es nicht lange bis ich mir erneut 2 Gramm bestellte. In dem Glauben, dass ich drei Wochen am Stück täglich hatte konsumieren können ohne anschließend ein körperliches Runterkommen zu bemerken, begann ich sehr schnell wieder erneut täglich zur Spritze zu greifen. Das O-DSMT wurde zu meinem Mittel der Wahl, wenn es darum ging Probleme aus der Welt zu schaffen und zu ignorieren. Abwiegen, lösen, drücken, fertig. Schon existierte um mich herum nichts weiter als pure Wärme und Geborgenheit.

Ich begann die Tage vermehrt im Bett zu verbringen und mich in meine Decke zu hüllen, um das Gefühl des Vertrautem noch zu erhöhen. Die Substanz beflügelte meine Kreativität, ich malte viel und bekam eine Idee nach der anderen. Mittlerweile war ich bei mindestens 100 mg pro Tag angekommen.



Nach knapp zwei Wochen war auch dieser Baggy so gut wie leer. Erneut wollte ich eine längere Autofahrt antreten und schleppte mich schwer aus dem Bett. Meine Nase lief und triefte schwer, meine Beine schmerzten wie bei einem starken Muskelkater und machten es mir nicht leicht mich zu bewegen. Ich verpasste meine Fahrt, nachdem ich mir den letzten Rest O-DSMT verabreichte, fuhr am nächsten Tag und durchlebte Stunden in einem Zustand, den ich mir nicht beschreiben konnte.



Ich glaubte zunächst noch mir irgendetwas eingefangen zu haben. Meine Nase wollte nicht aufhören zu laufen und mein Bauch schmerzte und krampfte. Immer wieder musste ich auf die Toilette, während es in mir rumorte. In mir drin machte sich eine eisige Kälte breit, die mich die ersten wirklich heißen Tage noch frieren ließ. Mir war kalt, eiskalt und ich schaffte es mich einfach nicht aufzuwärmen, egal wie viele Schichten an T-Shirts und Pullover ich mir überzog, wie viele Decken ich mir überwarf und wie viel heißen Tee ich trank.

Ich schwitzte, zitterte und hatte keine Ahnung, was mit mir los war. Mir ging es hundeelend und alles, was ich wollte, war, dass dieser Zustand endlich aufhörte. Kaum hatte ich die Autofahrt überstanden, jammerte und beklagte ich stundenlang meinen körperlichen Zustand. Die Schmerzen und Kälte, die einfach nicht aufhören wollten.



Es war offensichtlich, was mit mir los war. Doch ich kam nicht einmal im Ansatz auf den Gedanken, der es erklärte. Weiterhin glaubte ich, dass ich mir irgendetwas eingefangen hätte, bis ich auf Anraten meines Freundes 5 Gramm Kratom konsumierte.

Dauern tat es keine Viertelstunde, dann verschwand alles, was mich noch Stunden zuvor gequält hatte. Die Wärme kam wieder, die Schmerzen gingen. Und schlagartig zerbrach in mir eine Welt als ich realisierte, was mit mir losgewesen war - Ich war körperlich abhängig. Und ich hatte meinen ersten Affen gehabt.

Ich schämte mich der Offensichtlichkeit der Symptome halber, verstand gleichzeitig jedoch die Welt nicht mehr. Anstatt die Reißleine zu ziehen und aufzuhören, bestellte ich jedoch weiteres O-DSMT und konsumierte immer mehr.



Neben das Kratom und das O-DSMT gesellte sich Opium, von dem ich mehr als begeistert war. Die psychedelische Komponente, die es besaß, machte es zu einer bezauberten Substanz, in der ich mich gerne verlor und auf der ich zu kreative Höchstleistung erblühte.

Nachdem meine Chemie sich zum Ende neigte und ich teilweise an meinen schlimmsten Tagen bis zu 300 mg O-DSMT konsumiert hatte, stieg ich vollkommen auf Natur um. Ich konsumierte täglich fast 5 Gramm Opium und zusätzlich 25 Gramm Kratom. Doch die Sucht blieb, bis ich wieder Nachschub holte. Ich konnte nicht aufhören und kämpfte mit meinem Konsum schon lange nicht mehr nur gegen meine Alltagsprobleme an.

Jedes Mal, wenn die Wirkung abflachte, machte sich eine enorme Reizbarkeit in mir breit. Meine schlechte Laune wurde irgendwann immer wieder mit einem neuen Schuss behandelt. Noch immer dachte ich nicht im Geringsten daran aufzuhören.

Wieder bekam ich Tilidin in die Hände. Doch auch nach dem Konsum von 600 mg verspürte ich keinerlei Wirkung.



Herbst/Winter 2016

Mittlerweile bestimmten Opiate meinen kompletten Alltag. Mein Tag begann und endete mit ihnen. Neben den dauerhaften Konsum von O-DSMT nahm ich nun Morphium, Butyrfentanyl und erneut Buprenophin. Ich war den gesamten Tag drauf. Alles, worum sich meine Gedanken drehten, waren meine Opiatreserven und wann und wieviel ich mir verabreichte.

Mein Körper wurde immer schwächer und mein Leben schwerer. Ich war bereits so abgemagert, dass ich es kaum mehr schaffte das Haus zu verlassen und einzukaufen. Essen war zu einer Nebensache geworden und alles, was für mich zählte, war der Konsum.



Seit langem wartete ich auf einen Platz in einer Klinik, um eine Therapie zu machen. Zwei Wochen bevor ich ihn bekommen sollte, entschloss ich mich zum Entzug, da ich bereits keinerlei Wirkung mehr verspürte, sondern nur noch konsumierte, um nicht runterzukommen. Der Konsum war mittlerweile nicht einmal mehr angenehm, sondern nur noch Mittel zum Zweck. Da war kein Rausch mehr, keine Euphorie, keine Geborgenheit. Nur der Kampf gegen die Kälte und Schmerzen.



Nachdem das letzte Fläschchen O-DSMT leer war, nahm ich nur noch so viel Kratom wie ich brauchte um körperlich keinen Entzug zu bemerken. Nach einer Woche ließ ich auch dieses Weg und stellte mich dem, was noch aus meinem Körper heraus wollte.

Ich durchlitt meine persönliche Hölle. Ich hatte Schmerzen, Krämpfe und war erfüllt von der nicht aufhören wollenden Kälte in mir. Eine Woche brauchte ich bis es sich langsam zu bessern begann und ich den ersten Tag erlebte, an dem es mir ein wenig besser ging.



2017

Ich schaffte es genau 1 1/2 Monate ohne wieder zurück auf Opiate zu greifen, dann bestellte ich mir erneut Kratom und nur kurze Zeit später O-DSMT. Zwei Tage am Stück konnte ich konsumieren, dann bemerkte ich die ersten Anzeichen dafür, dass ich begann wieder körperlich drauf zu kommen. Mir viel es schwer nicht wieder täglich zu Opiaten zu greifen, doch ich schaffte die Abstände zu verlängern.



Da ich mittlerweile täglich und viel zu viele Benzos Konsumierte, beging ich erneut einen großen Fehler und gab mir in meiner Enthemmtheit und Gleichgültigkeit meinen ersten Schuss I.V. Jedes Mal, wenn ich von nun an O-DSMT konsumieren wollte, war es ein Hin und Her zwischen den Spritzen, ob ich nun rektal oder i.v. abdrückte.

Mit dem Wissen, das es das Beste wäre, entschloss ich mich auf anraten eines Freundes dazu alle Kanülen aus meinem Haushalt zu verbannen und eine Suchtberatung aufzusuchen.



Noch immer kämpfe ich jedes Mal, wenn ich mit mir überfordert, wütend oder gestresst bin, mit dem Gedanken an den Konsum. Seit knapp 3 Wochen habe ich keine chemischen Opiate mehr im Haus, konsumiere täglich Kratom gegen das Craving und versuche andere Wege zu finden.

Zwar bin ich nicht mehr körperlich abhängig, doch bestimmen Opiate das, was in meinem Kopf vor sich geht. Entschlossen habe ich jedoch für mich, dass ich nie wieder zur Nadel greifen, sie nicht über mein Leben bestimmen lassen will.



Ich will die Kontrolle wieder haben, auch wenn ich weiß, dass ich sie womöglich nie wieder ganz bekommen werde.


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