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Langzeit-Berichte lesen

Übersicht:

Titel:Kokain - Ein Portrait
Droge:Kokain
Autor:anonym
Datum:23.01.2018 12:42
Nützlichkeit:6,80 von 10 möglichen   (20 Stimmen abgegeben)

Bericht::

Kurz vorweg: Da dieser Text sich nicht klar in die zur Verfügung stehenden Kategorien im LdT einordnen lässt, poste ich ihn unter der Kategorie Langzeitbericht, da er dort meiner Meinung nach am ehesten reinpasst. Es sei allerdings vorweg gesagt, dass es sich bei diesem Text nicht wirklich um einen Langzeitbericht handelt, sondern eher um eine Art Aufklärungstext.







Kokain ist die vielleicht interessanteste Substanz dieser Welt, allerdings scheint fast niemand genau zu wissen woher dieses gigantische Interesse eigentlich rührt. Über Jahrzehnte hinweg wurde um Kokain herum ein medialer Mythos kreiert der seinesgleichen sucht. Kokain wurde zur Droge der Wahl für jede gesellschaftliche Schicht stilisiert. Es ist die Droge der Abhängigen, die Droge der Banker, die Droge der Reichen und der Stars, nur die Droge der normalen Bevölkerung scheint es nach der medialen Darstellung nicht zu sein und so ist Kokain für die meisten zu etwas weit entfernten, gar surrealen geworden und entsprechend schlecht ist auch der allgemeine Kenntnisstand über Kokain.

Das Wissen über Kokain beschränkt sich bei den meisten Menschen nur auf die extremen Auswüchse des Konsums und allgemeiner Tenor ist das Kokain hochgefährlich sei, da das Abhängigkeitspotenzial dieser Substanz so gewaltig sei, dass selbst gefestigte Menschen nach einmaligem Konsum in eine Abhängigkeit verfallen können. Dass dies jedweder Logik entbehrt und reine Angstmacherei ist, ist mir mittlerweile klar, allerdings war dies nicht immer so, da auch ich dachte, dass doch irgendwas daran stimmen müsse, da diese Darstellung der Substanz so omnipräsent ist. Mittlerweile habe ich selbst einige male Kokain konsumiert und habe nun das Bedürfnis ein realitätsgetreues Portrait über diese Substanz zu verfassen, um anderen Menschen, welche mit dem Gedanken spielen Kokain zu probieren, eine wertneutrale und nur auf Fakten und realen Erlebnissen beruhende Grundlage zu bieten, um zu entscheiden ob sie tatsächlich Kokain probieren wollen.



Beginnen wir mit der Wirkung von Kokain, da ich bereits, da ein großes Unwissen feststelle. Viele Menschen glauben (hauptsächlich aufgrund von filmischer Darstellung), dass man eine Line Kokain zieht und in Sekundenschnelle entweder zu Superman wird oder völlig durchdreht. Dieser Darstellung hat im Grunde fast nichts mit der Realität zu tun. Zunächst dauert es einige Minuten bis die Wirkung der Substanz überhaupt eintritt (teilweise bis zu 10 Minuten) und tritt, entgegen der Vorstellung der meisten, nicht schlagartig ein. Zumeist stellt man relativ schnell nach dem Konsum ein Taubheitsgefühl in der Nase und teilweise auch an den Vorderzähnen fest, was ein Indikator dafür sein kann, dass man tatsächlich Kokain hat, aber nicht sein muss, da Kokain häufig mit anderen Anästhetika wie bspw. Lidocain gestreckt wird. Danach setzt ein Gefühl der Selbstzufriedenheit und ein immer stärker steigendes Selbstbewusstsein, gepaart mit mit extremer Euphorie machen sich breit. Dieses Gefühl erschien mir bei meinem ersten Konsum wie ein Sturm der in meinem Kopf tobte und führte bei mir zu einem starken Bewegungsdrang und einer sehr starken Kontaktfreudigkeit, sprich einem ca. 30 Minuten anhaltenden Laberflash. Des Weiteren verschwindet während des Rausches im Grunde alles Negative. Man hat keine negativen oder selbstkritischen Gedanken mehr und auch das Körpergefühl bleibt durchweg positiv. Im Grunde ist das alles was sich zu der Wirkung von Kokain sagen lässt und wer sich jetzt denkt, dass das alles zwar ganz nett klingt aber in keinem Verhältnis zu dem Hype rund um Kokain steht, liegt goldrichtig. Müsste ich die Kokainwirkung in einem Satz beschreiben würde dieser „Ganz nett, aber eigentlich nicht der Rede wert“ lauten.



Der wohl negativste Aspekt von Kokain ist die kurze Dauer der Wirkung und das darauffolgende Craving. Die Wirkung erreicht ihren Peak nach ca. 20 Minuten und ist nach allerspätestens einer Stunde völlig verflogen. Das tückische daran ist, dass auf die Wirkung kein richtiges körperliches runterkommen wie man es von Amphetaminen kennt folgt, sondern im Grunde nur ein psychisches runterkommen einsetzt, welches ich liebevoll den „Koksabfuck“ getauft habe. Dieser „Koksabfuck“ ist in erster Linie eine immer stärker werdende Häufung negativer Gedanken, welche im Grunde das genaue Kontrastprogramm zu den Gedanken, welche man während des Rausches hat, sind. Dazu kommt dann in der Regel noch eine Lustlosigkeit, welche insbesondere im Partysetting unerträglich ist. Dieser Koksabfuck ist meistens nach weniger als einer Stunde verschwunden, aber diese eine Stunde durchzuhalten ist im Grunde ein Ding der Unmöglichkeit (insbesondere im Partysetting). Und so neigen viele Konsumenten (auch ich) dazu so lange nachzulegen bis von dem Kokain nichts mehr übrig ist. Auch dabei ist das tückische, dass die Gier nach der Substanz mit jedem mal nachlegen noch ein wenig stärker wird und man zusätzlich innnerhalb eines Abends eine deutlich sichtbare Toleranz aufbaut, was dazu führt, dass man noch häufiger und noch höhere Dosierungen nachlegt, was wiederum wie bereits gesagt die Gier nach der Substanz befeuert.

Es fällt mir schwer das Craving wirklich treffend zu beschreiben und obwohl ich mich sehr bemüht habe es einigermaßen rüber zu bringen habe ich immer noch nicht das Gefühl es treffend beschrieben zu haben, deshalb noch einmal an der Stelle eine explizite Warnung: Das Craving ist derartig schlimm, dass ich es fast als Totschlagargument anführen würde, um Leuten von dem Konsum von Kokain abzuraten!



Hat man den Koksabfuck und das dazugehörige Craving aber einmal überstanden tritt einer der positiven Seiten von Kokain hervor, nämlich das völlige Ausbleiben größerer Nachwirkungen. Wer einmal eine ganze Nacht auf Amphetamin verbracht hat weiß was „Runterkommen“ wirklich bedeutet. Man fühlt sich körperlich völlig erschöpft, empfindet zumeist eine Art Selbstekel, hat viele negative Gedanken und kann zumeist nicht schlafen. Dieses sehr unangenehme runterkommen bleibt bei Kokain völlig aus. Bis auf leichte Kopfschmerzen konnte ich nach dem Kokainkonsum bisher keine derartigen Symptome feststellen und wenn doch ließen sich diese Symptome meiner Einschätzung nach auf den großen Anteil an Streckmitteln zurückführen.

Der hohe Anteil an Streckmitteln ist für mich ebenfalls eins der Totschlagargumente gegen Kokainkonsum. Natürlich sind alle Drogen (insbesondere solche die in Pulverform gehandelt werden) in der Regel stark verschnitten, allerdings ist der Grad der Unreinheit bei Kokain in der Regel so hoch, dass man im Grunde gar nicht davon sprechen kann Kokain konsumiert zu haben, da man viel eher Streckmittel, welches mit einer Prise Kokain veredelt wurde konsumiert. Es mag zwar sein, dass einige Menschen Quellen haben aus denen sie hochwertiges Kokain bekommen, allerdings sollte man davon ausgehen, dass man in der Regel nur sehr unreines „Kokain“ bekommt.



Abschließend möchte ich noch auf den Aspekt des Abhängigkeitspotenzials von Kokain eingehen, da hierzu ja die größte Hysterie und Verwirrung herrscht. Hierbei gilt zu beachten, dass ich nur von meiner Erfahrung berichten kann und daraus keine allgemeinen Schlüsse gezogen werden sollten. Ich konnte an mir bisher nicht mal den Ansatz einer Abhängigkeit erkennen. Dazu ist wichtig zu wissen, dass ich ein sehr gut informierter Drogenkonsument bin mit einem hohen Maß an Erfahrung mit diversen Substanzen. Ich achte auf Konsumpausen, einigermaßen korrekte Dosierungen und Safer-Use. Mir würde im Traum nicht der Gedanke kommen eine Substanz wie Kokain an zwei aufeinanderfolgenden Tagen zu konsumieren oder sie zur Alltagsbewältigung zu verwenden. Für mich ist Kokain eine von vielen Partydrogen (eher eine der schlechteren) und so behandle ich sie auch. Es gibt für mich kein denkbares Szenario in dem ich außerhalb eines Partysettings Kokain konsumiere und so bin ich persönlich aufgrund meiner Disziplin und allgemeinen Einstellung zu Drogen vor einer Abhängigkeit geschützt. Allerdings beruht diese Disziplin auf meinem Erfahrungsschatz mit anderen, deutlich milderen, Substanzen als Kokain und ich glaube das eine gewisse Erfahrung in dem Bereich, sowie eine guter Informationsstand zu der Substanz gegeben sein muss, um sich vor einer Abhängigkeit zu schützen. Ich rate unerfahrenen Drogenkonsumenten oder gar Menschen, welche noch überhaupt keine Erfahrungen mit Drogen haben explizit vom Kokainkonsum ab, denn die Verlockung ist bei Kokain extrem hoch. Der bekannte Drogen-Youtuber „Open Mind“ verglich in einem Video zu Kokain, das Abhängigkeitspotenzial von Kokain mit dem von Zigaretten und ich halte diesen Vergleich für sehr treffend. Denn genauso wie bei Zigaretten, spielt Kokain im Alltag in meinem Kopf keine Rolle, in bestimmten Settings (zb. Party) ist es dagegen schwer der Verlockung zu widerstehen, wenn dazu noch eine mangelnde Disziplin kommt kann ich mir gut Vorstellen, dass die Abhängigkeitsspirale bei Kokain ähnlich verläuft wie bei Zigaretten. Letztlich wird bei meiner Schilderung hoffentlich eins klar: Das Abhängigkeitspotenzial einer Substanz wird primär von der konsumierenden Person vorgegeben und weniger von der Substanz selbst. Richtiger Umgang mit einer Substanz und eine einigermaßen disziplinierte und gefestigte Persönlichkeit sind das A und O beim Drogenkonsum und insbesondere beim Kokainkonsum. Menschen die bei sich selbst feststellen, dass ihnen disziplinierter Umgang mit Drogen schwerfällt, würde ich nicht nur vom Kokainkonsum abraten sondern generell von jeder Form des Drogenkonsums.



Nach diesem doch sehr langen Text habe ich hoffentlich den Mythos Kokain ein wenig entzaubert und konnte einigen Lesern etwas weiterhelfen. Mein abschließendes Urteil zu Kokain lautet wie bereits im Text erwähnt: Ganz nett, aber eigentlich nicht der Rede wert !






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