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Titel:Cannabis-Weg zur Psychose
Droge:Cannabis
Autor:PsychedelicMonkey
Datum:10.03.2020 17:40
Nützlichkeit:8,50 von 10 möglichen   (20 Stimmen abgegeben)

Bericht::

Cannabis-Erst Segen, dann Fluch



Hi, mein Name ist Sebastian und das hier ist mein erster Trip-Langzeitbericht. Ich hab es schon lange geliebt auf dieser Website Berichte zu allen möglichen Substanzen zu lesen und möchte nun meinen eigenen hoffentlich hilfreichen Beitrag verfassen. Über Cannabis. Die Droge mit der alles richtig anfing. Die Welt der Drogen. Die ganze Faszination daran. Eine circa dreijährige Phase die mich von einem etwas depressiven aber noch teils ganz gut im Leben stehenden Jungen zu einem mit massiven psychotischen Problemen behafteten Mann führte. Der jetzt hier sitzt und täglich Medikamente nimmt, oft extrem nervös ist, seine Umwelt in übertriebener optischer Hyperschärfe wahrnimmt, seinen größten Gegner in menschlichem Kontakt findet und darauf wartet, dass es wieder so wie früher wird. Vor den Drogen......

....denn da schien doch im Gegensatz zu jetzt alles noch unbeschreiblich mehr lebenswert.

Naja, ich fang einfach mal an. Es ist eine einzige große Geschichte, mit der ich schon in Kindesjahren anfangen könnte aber ich will es nicht ganz so lang machen.

Ich war 17 oder 18. Ich war unzufrieden. Das Leben war nicht in die Richtung gegangen in die es hätte laufen sollen. Ich war doch mal so im Reinen mit mir gewesen. So glücklich. Und jedes Jahr sagen wir ab 13 oder 14 hatte ich mich mehr bemüht diese kindlichen Eigenschaften nicht zu verlieren. Die Eigenschaften von denen ich wusste, dass sie das Wichtigste im Leben waren. Gefühle, Wahrheit, Echtheit, Einfachheit....Dinge an die ich mich jetzt kaum noch erinnere. Jedes Jahr wurde ich mehr zu einer Person die ich nie sein wollte. Immer mehr Langeweile, Einsamkeit, Gott, ich hab schon lange nicht mehr über diese Zeit nachgedacht. Im Moment versuche ich nur noch die Tage zu überstehen.

Kurz gesagt, da fehlte etwas in meinem Leben und es sollte mein Verhängnis werden dass Drogen diese Leere ausfüllen sollten.



Der Kontakt mit Cannabis:



Bei meinen ersten Joints merkte ich nichts. Auf Partys oder von Freunden. Ich checkte das mit nem Nachziehen nicht und lief dann z.B. neben zwei bekifften Jungs zu mir nach Hause, die sich über alles wegpissten während ich nur angestrengt lächeln konnte. Ich hatte davor bis ich 17 war wirklich nur Alkohol getrunken und war durch meine Erziehung immer sehr kritisch gegenüber dem Thema Drogen. Es war eine gefährliche Welt, auf die ich mich da einließ, mit einem absolut atemberaubenden Thrill für mich. Dann irgendwann, Keanu, der Prototyp des Kiffers und exzentrischen Dealers, Kai, der faule Bär und ich....machten uns auf um mir mein erstes High-Erlebnis zu verschaffen. In einer alten verlassenen Hütte auf einem Feld. Keanu fragte:“Jo, hatt einer von euch Tabak dabei?“

„Nö, warum?“

„Tja, dann müssen wir den jetzt wohl pur rauchen.“

„Oh, ok“, lachte ich. Kein Plan was das bedeutete. Ich war wie gesagt völlig neu in der Szene, wusste nicht was nen Pape, nen Tip, ne Mische oder sonst was in diesem Prozess des Bauens und Rauchens war. Ich nahm jedenfalls tiefe Züge und wurde wunderbar high. Gott, was war das für eine neue Welt! Ich erinner mich kaum noch, wies wirklich war in dieser Nacht. Aber doch, genau, ich bekam härteste Lachkrämpfe :D Ich war richtig geil und enthusiastisch drauf, es war ein Paradies der Gefühle. Wir liefen zurück ins Dorf und kamen am Haus meines Vaters dabei. Ich wurde gedrängt, Futter für alle zu holen und stellte mich vor die Tür. Beim Gedanken jetzt mit wem aus dem Haus reden zu müssen bekam ich einen dieser in der Anfangsphase des Kiffens vorhandenen unfassbar intensiven Lachflash wie ich ihn seit Langem nichtmehr hatte. Wie ich ihn aus meiner Kindheit kannte. Ich probierte immer wieder mich runter zu bringen aber gleichzeitig wars auch zu lustig wieder den lustigen Gedanken zu folgen und ich gabs schließlich auf und wir gingen weiter.

Oh man, ich wünschte ich könnt diese Nacht nochmal vor mir sehen, mich sehen. Wir machten uns Richtung Supermarkt auf weil wir alle Hunger hatten. Ich hing dermaßen verträumt und fasziniert Gedanken nach dass ich mit dem Kopf gegen eine Laterne lief. Das war heftig, ein extrem harter vibrierender Schlag. Aua.

Und naja, dann kamen wir im Edeka an und kauften uns nur Süßkram, Waffeln und so, jeder stellte sich sein Traumprogramm zusammen und dann gingen wir alle zu mir, jeder in seinen Sessel, Naschen und Decke auf dem Schoß und pennten da irgendwann vor dem Fernseher ein.

Und das war das Trio das für die nächsten Wochen noch bestehen sollte. Wir smokten abends oder nachts und hingen glaub ich meistens bei mir rum. Keanu breitete sein Zeug freizügig auf dem Tisch aus: Gras, Papes, alles und es roch wie Sau im ganzen unteren Geschoss danach aber meine Mutter, Gott hab sie selig, hatte noch nie in ihrem Leben Kontakt mit Gras gehabt und bekam deswegen auch in den ersten Wochen bis Monaten gar nichts davon mit.

Mir fällt auf, dass ich mich jetzt kaum noch an die Faszination erinnere, die ich in dieser Nacht hatte aber ich weiß noch, dass mir sofort bewusst war, dass Gras eine ganz große Sache war und dass ich es nicht erwarten konnte, neue Möglichkeiten zu haben, diese Welt weiter zu erforschen. Diese wundervolle, spielvolle, aufregende, neue Welt.

Es gab noch andere Freunde von mir, Luc und Jay, die ebenfalls kifften. luc war mein erster Freund gewesen und Jay sein jetziger bester Bro. Wir hatten jahrelang kaum Kontakt gehabt, aber jetzt, auch durchs Kiffen kamen wir uns wieder näher. Ich war sehr froh mit den coolen Kids abzuhängen und von ihnen über das Stonertum belehrt zu werden. Ich war insgesamt recht schüchtern und ehrfürchtig vor alldem und hatte auch die erste Zeit nie eigenes Gras. Ziemlich lang. Die beiden kamen abends immer in Jays BMW nochmal bei mir vorbei und versüßten mir meine sonst gewöhnlichen Abende unter der Woche in der Schulzeit. Wir fuhren raus aufs Feld oder sonst wohin.....bei mir im Garten hätten wir es zu der Zeit nie gewagt einfach drauf loszukiffen und zogen dort diese für mich noch extrem kriminell erscheinende Aktion durch. Und was hatten wir für Momente zusammen :D

Eine Szene die ich nie vergessen werde: Wir, frisch stoned, sitzen in Jays Wagen, labern über irgendwas. Da kommt eine Motte rein. Eigtl kein Ding, ich sitz hinten wie immer, ganz ruhig. Aber Jay schlägt wild um sich, auch Luc gerät in Panik, da trifft er die Handbremse. Der Wagen beginnt den Berg runterzurollen. Jay, voll im Tunnel zieht und dreht an allem Möglichen, hängt zur Hälfte aus dem Auto raus, begreift erst jetzt dass er die Handbremse sucht und zieht sie. ..........puh! Wir stehen. Alles gut soweit? Wir steigen aus und merken, dass wir ca 10 cm vor nem anderen ziemlich teuren Auto gestoppt sind. Das unverdiente Glück der Stoner. Jay ist eh so nen Typ der mehrmals Centi-oder Millimeter am Abgrund vorbeigeschreddert ist. Ein lustiger Junge. Der netteste Typ den man sich vorstellen kann.

Und man, ich merke, dass ich wirklich 100 Seiten schreiben könnte, weil damit einfach soviel zusammen hängt. Warum es so kam, wie es kam. Warum ich den Bach runter ging. Ein einziges Bündel aus wahnsinnig vielen Pfäden die ich nie alle in ein Bild fügen konnte um zu verstehen und die richtigen Schlüsse daraus zu ziehen. Wirklich, man kann den ganzen Scheiß kaum verstehen und schon gar nicht alles einem Psychologen erzählen. Ich hab in den paar Jahren wirklich versucht, Psychologen alles in jeder noch so schmerzlichen Ehrlichkeit zu offenbaren aber nur Gott könnte mein Psychologe sein. Der mir genauso helfen kann wie ich es mir wünsche. Die ungeheure Komplexität einer solchen psychischen Erkrankung zu verstehen und mir meine Fragen beantworten kann. Ich hoffe, wenn man stirbt, gibts nochmal den von Gott geschnittenen Film über dein Leben zu sehen. Der beste Film aller Zeiten, Welten entfernt von den Filmen hier.



Ok, keep your narrative line.



Vom Gruppenkiffen zum Solokiffen:



Und ich fragte immer so nach: „Ey, kannst du mir vielleicht einfach mal paar Joints drehen und hierlassen?“ Denn ich war noch weit davon entfernt, die Kunst des Rollens zu beherrschen. Aber es dauerte, bis ich eines Tages endlich meinen eigenen 10er, also ca. 1g Gras in der Tasche hatte. Ich weiß noch, ich befummelte ständig meine Tasche ob er noch da war und konnte kaum glauben jetzt endlich diese Macht in meiner Hand zu haben! Allein high werden zu können. Zuerst nicht ganz allein, sondern mit Kai, mit dem ich in gewisser Hinsicht unangespannter als mit den coolen Kids war. Wir zogen uns nen Youtube-Tutorial rein und bekamen, naja, nach ein zwei Nächten was gerade so rauchbares raus. Ich lernte langsam aber sicher und begann dann irgendwann mal allein bei mir zu rauchen. Und das ist so ziemlich der längste Teil der Geschichte. Ich hab geschätzt ca. 600 Joints alleine geraucht, nicht die Hälfte in der Gruppe...die meisten davon zu Hause bei mir auf der Terrasse. Und dort sollte sich die potenteste Mischung der letzten Jahre hervortun: Musik plus Gras.

Ich merkte, das es so gut wie nichts Tolleres gab als einen zu smoken, draußen kurz innezuhalten und dann reinzukommen und Gitarre zu spielen oder Musik zu hören.

So hab ich zwei Jahre verbracht.

Größtenteils.

Ich entwickelte nach einiger Zeit eine geradezu magische Beziehung zu dem Gitarristen und Sänger John Mayer, dessen Musik für mich zur einzig wahren wurden. Ich zog mir seine Musik und live Videos stoned rein und ging darauf so unglaublich ab wie man es sich nüchtern einfach nicht vorstellen kann. Epische Soli, fühlbare Atmosphären, Gott, Stunde auf Stunde, Session nach Session erlebte ich größtenteils seine Musik so gut, dass es wirklich zu den besten Momenten meines Lebens gehört. Perfekte Momente. Ich mein, hört euch nüchtern mal das Konzert „Where the light is“ von ihm und vor allem „Gravity“ davon an. Aber stoned......

....veränderte es mein ganzes Leben! Ich begann eben viel zu spielen und diese kostbaren Momente jede Nacht nur für mich allein zu haben. Diese Wärme an Gefühlen, diese traumhaften Aussichten auf mein weiteres Leben. Ich brauchte in diesen Stunden wirklich niemand sonst, allein konnte ich am besten genießen. Musste nichts erklären, einfach ich. Ich schrieb Songs, recordete, und es gab keine geilere Vorstellung für mich als einmal dieses superheldenhafte teils unerklärliche Können von John Mayer drauf zu haben und damit die Leute zu flashen, die mit mir nichts zu tun haben wollten, die mich nicht kannten und mich für unbesonders hielten. Ich stellte mir immer wieder vor, wie ich diese Musik die ich da gerade hörte den Mädchen aus unserer Jahrgangsstufe vortrug und damit komplett verzauberte wie ich verzaubert war. Und dafür war ich auch bereit zu arbeiten. Musik und der Wunsch groß zu werden begann mehr und mehr zum Mittelpunkt meines Lebens zu werden. Gestärkt durch das Wissen, dass ich schon in meinen Ohren unglaubliche Sachen gespielt hatte folgte ich also meinem Plan und arbeitete wirklich daran, lernte all die Techniken und so......und konnte auch schon bald meine Freunde flashen. Ich war stoned, Luc kam vorbei und ich spielte über einen Loop ein Solo mit so viel Intensität und Emotion dass er eine Träne im Auge hatte und von dahin auch immer musikalisch von mir überzeugt war.

Und so hielt es sich noch eine Zeit die Waage. Freunde treffen, meistens mit ihnen high werden, fast ausschließlich über Drogen reden, das wurde so langsam standard, und alleine kiffen und Musik machen. Aber das Soziale befriedigte mich nicht so wie die Musik....gab mir nicht so viel Hoffnung wie die Musik. Wesewegen ich irgendwann begann diese Solo-Abende meistens vorzuziehen. Ich musste ja, es war meine Mission und für die benötigte es Disziplin und Fokus. Ich weiß noch, dass einmal ein Kumpel mit einigen Freunden abends bei mir klopfte, aber ich gerade stoned war und diesen Zustand nicht für sie verschwenden wollte. Mit halben Sachen, rumblödeln, zu nichts kommen.....ich lies sie wieder gehen.

Und naja, diese noch gute Phase hielt schon ziemlich lang. Ich wurde langsam zum erfahrenen Stoner, bekam etwas mehr Selbstbewusstsein, lernte oft neue Leute kennen, vor allem durchs Kiffen wenn ich aus war und egal wie scheiße und leer der Tag war....abends wartete immer das Gras und die Musik.

Ich lass jetzt unglaublich viel aus aber ich begann mich von meinen Freunden mit der Zeit mehr und mehr zu distanzieren weil ich den Kontakt mit ihnen für zu unergiebig hielt. Sie einfach für falsche Freunde hielt, sie nicht mehr in meine Ideal-Welt passte . Wenn ich erstmal groß war, brauchte ich auch große Persönlichkeiten, die wussten was sie wollten, die Talent hatten....und ich begann immer mehr allein zu sein. Ich schaffte das Abi nicht und hing zu Hause rum. Ich hatte mal ein paar Auftritte gespielt die echt gut waren aber schließlich die Bands verlassen wegen mangelnden Fokuses meiner Mitspieler. Das mag auch aus meiner heutigen Sicht noch stimmen, aber ich kam halt sonst nicht weiter. Ich hing zu Hause rum. Gras täglich war längst normal, machmal schaffte ich es den Rythmus auf alle drei Tage zu verlängern aber das hielt ich nur manchmal durch. Es waren immer wieder gute Trips dabei, selbst in den schlechten Zeiten in denen ich mich erst voll betrank, dann zu den Schienen runterging, einen smokte und vollkommen weggeblasen wurde. Dann hörte ich Jimi Hendrix „Third stone from the stone“ und hockte wie ein Verrückter in der Nacht dort und gab mich völlig der Musik hin. Oder „Where did you sleep last night“ von Nirvana. Darauf bekam ich auch heftigste Orgasmen, auf diese extrem wütend schreiende Stimme, so viel Power die ich am ganzen Körper spürte. Dann in der selben Nacht wollte ich von einer Mauer springen, blieb hängen und fiel mit dem Gesicht auf den Boden. Eine recht große Wunde. Jemand sammelte mich vom Straßenrand auf, fuhr mich nach Hause...wo mich meine Mutter zu ihrem Schock nächsten Morgen sah. Sie hatte mittlerweile von allem Wind bekommen, auch von anderen Drogen und war dem Ganzen denkbar negativ gegenüber eingestellt. Für sie ging ich deswegen den Bach runter, was ich aber nie so empfand. Es war nicht ganz so einfach. Mir ging es vor den Drogen echt oft scheiße und die Drogen fingen mich auf, hatten mir Hoffnung gegeben. Nicht nur Gras, sondern auch Pilze und später LSD. Ich bekam die Momente, die lange nicht mehr nüchtern möglich gewesen waren...ich wurde mir meiner selbst super bewusst......ich bekam alternative Einsichten, weise Gedanken, verstand Zusammenhänge, verstand langsam aber sicher das Gesicht der Gesellschaft. Ich glaube, dass ich nur dank psychedelischen Drogen zu der Zeit schon begann tiefer über die meisten Dinge nachzudenken. Ich stolperte über Terrence McKenna und weitere psychedelische Forscher, begann über den wahren Sinn des Lebens nachzudenken, nämlich im Jetzt zu leben und es zu genießen und verurteilte damit immer mehr den von der Gesellschaft geebneten Weg, in dem es viel zu wenig Spaß und Freiheit gab. Schule, Studium, Job, zack, du bist 35. Das war auch so ziemlich der Grund warum ich die Schule nicht geschafft hatte. Der ganze Scheiß hatte für mich einfach keinen Sinn mehr gemacht. Ich machte so wenig wie möglich, prahlte sogar ein wenig damit immer noch trotz minimalem Aufwand in Fächern wie Englisch oder Deutsch gute Noten zu bekommen. Ich wollte das faule Genie sein. Und rebellierte auch immer mehr gegen Fächer wie Informatik und den Unterricht generell. Ich verstand, dass das System scheiße für so manchen Einzelnen war aber unternahm auch keine ernsthaften oder engagierten Versuche, einen anderen Weg zu gehen. Weshalb ich das Fachabi zweimal nicht packte. Der Konsum geriet außer Kontrolle zu dieser Zeit. Ich rauchte aus Langeweile, weil ich wollte dass der Trip weiter ging. Teils vor der Schule was immer ziemlich schwierig wurde. Die ganzen Leute, die nicht sehen sollten, dass ich stoned war. Ich vergaß Termine und zog z.B. einmal direkt einen durch als meine Mutter das Haus verließ....da hupte es vor dem Haus. Und es war die Fahrschule.

Zudem begann ich mit Gras einfach bei allem zu versuchen, irgendwie nen Thrill rauszuholen oder langweilige Dinge erträglich zu machen. Zum Beispiel begann ich immer wenn ich von der Zeitung aus irgendwo hinfuhr um einen Bericht drüber zu schreiben, davor einen zu smoken. Und brachte mich damit, auch wenn es Spaß machte ständig in unangenehme Situationen. Heutzutage bin ich ständig so angespannt, wie wenn ich stoned unter Leute ging. Dieses eigentlich doch sinnlose Gefühl, dass sie etwas nicht wissen dürfen, etwas an dir nicht sehen dürfen, dass man ertappt werden könnte. Ich kann es mir heutzutage was ich auch versuche nicht mehr wegreden.

Ich smokte also bei der Arbeit, auch beim Sport...in jeder sich bietenden Gelegenheit. In der Schule in der Freistunde.

Und das z.B. fühlte sich eigentlich gar nicht mehr gut an. Ich versuchte dann möglichst schnell allein zu sein damit ich Musik hören und mich dem Moment hingeben konnte.



Ich hatte also kaum noch Kontakte was irgendwann so heftig wurde, dass ich teils sechs Woche oder so keinen Freund sah. Erst hatte ich es so gewollt, dann wollte ich wieder zurück aber die hatten alle ihre Leben. Arbeiteten, studierten......und ich hatte jetzt ne eigene Wohnung, übrigens von meinem Vater gesponsert im Haus wo meine Oma kürzlich gestorben war und wurde langsam psychotisch. Immer sensibler was menschlichen Kontakt anging, schon recht paranoid jede Person anschauuend, die auf der Straße an mir vorbeilief. Aber das war immer noch nicht so schlimm wie heute, da gabs wenigstems noch ein bissl mehr Hoffnung. Trotz allem hörte ich nicht auf zu kiffen, es war für mich der Weg in die richtige Richtung, der Weg zu einem höheren Selbst, Paranoia hin oder her.

Ich hatte jahrelang versucht, wenn ich high war, den Zustand zu ergründen und was dann anders war und wie ich diese Ansichten immer haben könnte....und es gelang mir auch ein bisschen. Ich sah alles immer schärfer und hatte eben mitunter diese Paranoia bei Leuten. Natürlich auch gute Aspekte aber die bin ich anbetracht der Gesamtsituation ungewillt zu nennen. Ich spielte besser Gitarre....



Meine Freunde Luc und Jay waren Work und traveln in Australien und sprachen von der geilsten Zeit ihres Lebens. Ständig Memos, Bilder und Nachichten über turbulente Aktionen wie als ihnen der Wagen im Aborigine-Land verreckte und sie den Wagen dort lassen mussten oder von Gelagen in den Hostels, Ecstasy mit Mädchen aus aller Welt, der ganze Teil der Clique hier war recht neidisch.

Also flog ich, als sie zurückkamen selbst hin, allerdings allein.

Mein eigenes Abenteuer.

Aber ich lernte nur flüchtig Leute kennen. Ich traf einen Straßenmusiker in meinen Alter, mit dem ich erst nen Burrito aß und wie damals mit jedem über Drogen wie LSD sprach. Dann rauchten wir einen im Park. „So what would you say if i asked you to play some of my own songs now for the people?“ , fragte er mich. „Ah, i dont know. I couldnt face the people right now...“ Aber dann rannte ich ihm hinterher, ließ ihn ne halbe Stunde echt gutes inspiriertes Zeug spielen und klinkte mich dann nochmal ein für einen der besten Monente Australiens.

Man könnte meinen Australienaufenthalt wie die Drogensucht in dem Film Candy mit Heath Ledger in Himmel und Hölle einteilen.

Himmel war noch, als ich in den Nationalpark fuhr wo in diesem Dschungel im Tal ein Fluss war, der schönste den ich je sah, wo man perfekt baden konnte. In sauberem Wasser, umringt vom Dschungel. Ich blieb dort bis fast keiner mehr da war, smokte einen und hatte dann diesen spirituellen Trip, wo ich mich im Fluss des Lebens treiben ließ und nur der Natur lauschte. Was wirklich gut war, auch wenn ich unterbewusst bereits merkte, dass sich ein dunkler Schatten übers Land gelegt hatte. Auch wenn ich stoned war war nicht mehr alles heiter, war ich nicht mehr voll im Tunnel und rein enthusiastisch sondern merkte ich, dass etwas nicht stimmte. Es fühlte sich einfach teils nicht mehr gut an. Aber ich dachte mir, ich müsse einfach meine Gedanken auf das Positive lenken, einfach weiter machen...

Ich rauchte in Australien in etwa genauso viel wie zu Hause für die meiste Zeit. Abends chillte ich mich in Parks, möglichst abseits mit meiner Gitarre und versank in meinen wunderschönen Stoner Wach-Träumen. Da kam mir auch die Idee zu diesem recht experimentellen Stück, das ich später zu Hause aufnahm: https://soundcloud.com/sebastian-jost-459444836/the-cave

Ich denke, ich begann mich mehr und mehr auf die Droge zu verlassen.......dass selbst wenn nichts lief ich immernoch die Sache hatte, wenn ich stoned war.....die intensive Verbindung zum Moment, die ich trotz der offentsichtlichen Ursache, der Droge, auch ein bisschen als meinen eigenen Verdienst sah.....

Ich versuchte auch nüchtern mich voll auf Dinge zu konzentrieren indem ich zum Beispiel versuchte möglichst genau und angespannt der Bewegung des Wassers zu folgen. Und das war völlig krank. Es ging immer mehr und mehr darum dauerhaft irgendwie stoned zu sein. Und mit eben jenen krampfhaften Übungen begann auch glaub ich mein Geist recht starr und unbeweglich zu werden. Aber ich wollte um jeden Preis besonders werden...



Ich fand auch niemanden mit dem ich entspannt abhängen konnte oder wollte in den Hostels in denen ich wohnte. Da waren auch echt Schwänze dabei, das könnt ihr mir glauben aber auch den eigentlich netten gab ich keine Chance. Niemand schien mir richtig oder angenehm, ich wollte mich einfach auf niemanden wirklich einlassen. Also verfolgte ich weiter meiner Drogen-Ziele. Auf eine einsame Insel fahren und dort den ultimativen, spirituellen, mit der Natur verbundenen mich erweiternden und erleuchtenden Acid-Trip haben. Finden wonach ich suchte, in Frieden leben.

Ich wollte der Großstadt in der ich zu der Zeit wohnte und all den schrecklich vielen Leuten entkommen. Zu der Zeit nämlich las ich zum x-ten mal das Parfüm von Patrik Süßkind und begann mich mehr und mehr mit Grenouille zu identifizieren. Den Leuten entfliehen und ganz in der Kunst, in der Sache leben. Nichts auf der Welt mehr brauchen bis auf die Sache selbst, was in meinem Fall die Musik war. Ich hörte im Moment viel Jimi Hendrix der nach John Mayer zu meinem neuen Gott geworden war.

Also kam ich tatsächlich an das Acid ran und ging auf diese Insel für ein Wochenende. Ich campte schwarz in einem von einem Laubdach überdeckten Camp in einfachsten Verhältnissen in meinem wie ich jetzt feststellte viel zu kleinen Zelt....ohne Kissen, mit Gitarre und sonst allem drin. Den ersten Tag regnete es komplett, eine der schlimmsten Nächte meines Lebens mit reichlich Wasser und Sand im Zelt. Und am nächsten Abend dann trippte ich. Doch ich verließ die Insel ohne irgendetwas Sinnvolles gefunden zu haben. Auch ein zweiter Anlauf auf einem zweiwöchigen Aufenthalt auf einer anderen Insel scheiterte. Stattdessen war ich auf diesen Trips in teils höchst verkrampfte und planlose Zustände geraten, wo ich hoffnungslos verirrt war. Und genau das war ich auch. Stark verirrt. Und nach drei Monaten verließ ich auch Australien wieder ohne irgendwas von dem gefunden zu haben was ich mir erhofft hatte. Ich war rastlos geworden, ohne Ruhe. Erhoffte mir jetzt zu Hause das zu finden was ich brauchte, meine Freunde die mich sicherlich vermissen würden.....doch sie meinten, es käme ihnen wie gestern vor, dass ich gegangen war. Noch ein paar Monate zu Hause, dann sollte ich endgültig in dem Zustand sein, in dem ich mich jetzt befinde. Übertriebene Sensibilität und starkes Unwohlsein was den Kontakt mit Leuten angeht. Eine Psychose. Seltsame Überbleibsel dieser Trips mit denen ich wie ich heute glaube, meine Psyche durch irgendwelche seltsamen krampfhaften Ambitionen und Experimente stark geschädigt und deformiert hab. Ich kiffte noch einige Zeit zu Hause als es sich schon nicht mehr gut anfühlte sondern mich zu 60-70 Prozent nur noch in unangenehme Zustände brachte wo es mich gefühlt zerriss. Ich saß teils einfach nur noch auf dem Bett mit dem Kopf in den Händen und probierte irgendwie klarzukommen....mich da mit schlauem Denken rauszubugsieren aber es war bereits eine verfahrene Situation.



Ich besitze keinen Alltag mehr und bin auch nicht mehr fähig zu arbeiten......im Moment taste ich mich da wieder nach langer Unmöglichkeit ran. Meine Leben ist nicht mehr das Selbe wie vor vier Jahren als ich noch nichts genommen hatte. Es ist kein „normales“Leben mehr. Es verwirrt mich, denn vieles ist so entfremdet. Ich fühle fast nichts mehr, nicht mehr viel wenn ich aus dem Haus gehe. Die Einfachheit ist komplett weg. Die Selbstverständlichkeit ist komplett weg. Ich kann nicht mal mehr an den Tennisspielen teilnehmen weil es einfach zu viel Stress für mich ist.

Ich war deshalb in mehreren Kliniken, hatte dort in der Geschlossenen in die ich wegen ausgesprochenen Suizidgedanken kam, die schlimmste Zeit meines Lebens, ich glaube 10 Tage oder so. Habe mittlerweile im zweistelligen Bereich Medikamente ausprobiert und gelernt dass die nichts lösen werden, mir maximal ein wenig wie Seroquel helfen werden.

Und jetzt habe ich seit 17 Monaten nichts mehr geraucht. Und das fällt mir auch kein bisschen schwer. Weil es das Leid nur intensivieren würde wie es schon in der Spätphase als ich noch gekifft hab der Fall war.

Bereue ichs also getan zu haben? Das Kiffen drei Jahre lang?

Naja, was hätte ich denn sonst gehabt? Vielleicht hätte ich irgendwas gefunden, vielleicht wäre ich bis heute depressiv geblieben.

Vielleicht hätte ich auch einfach rechtzeitig vom Zug abspringen müssen aber wenn du aufhören kannst, willst du nicht und wenn du willst kannst du nicht sagt man.

Ich hab es fast nie so wahrgenommen dass ich süchtig war aber das Kiffen macht süchtig. Und macht dich mit der Zeit unemotional. Dein Kurzzeitgedächtnis geht flöten (ich verleg unglaublich oft Sachen unterbewusst) und du wirst einfach anders gepolt..........wie es vielleicht nicht grundsätzlich falsch aber in dieser Gesellschaft doch sehr schwer ist. Die großen Gedanken von Freiheit von der Gesellschaft, von etwas wie der in dem Roman „Der Strand“ beschriebenen Kommune die komplett außerhalb lebt...ich konnte sie nicht behalten. Fürs Erste. Jetzt muss ich vielleicht erstmal ein gegroundetes Leben finden.

Denn solange man lebt und mit der Natur verbunden ist, besteht Hoffnung.



Update: Mir gehts wieder ziemlich gut (zumindest grad) und ich bin auf dem Weg nach oben. Da sieht man mal! Checkt out mein Insta für die Musik, die aus diesem einstigen Komplett-Trouble entstand!

Sebastianjost5 (idc about the privacy).



Update 2: Schreibt nen paar Comments :). Ich hab den Bericht in wirklich keinem guten Zustand geschrieben, deswegen denk ich ist viel sehr Wesentliches nich drin, aber ich lass es trotzdem mal online. Weils einfach Ausdruck des Troubles noch is.

Aber es is echt irgendwie krank der Bericht.

Grüße






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