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Titel:Meine schönsten Erinnerungen
Droge:Ecstasy
Autor:anonym
Datum:21.07.2020 11:57
Nützlichkeit:9,33 von 10 möglichen   (6 Stimmen abgegeben)

Bericht::

Hallo zusammen,

in dem Bericht geht es um meine Drogenerfahrungen, die ich im Laufe meines Lebens gemacht habe. Wenn mir manche Sachen später noch einfallen, werde ich den Bericht ergänzen. Viel Spaß beim Lesen.



2004 – 2020 Cannabis - Die Liebe meines Lebens

Cannabis war die erste illegale Droge die ich konsumierte. Einen Rauschzustand kannte ich vorher nur durch Alkohol.

Mit 16 Jahren (2004) kam ich das erste Mal damit in Kontakt. Ein paar Fußballkameraden hatten auf einer Fahrt etwas Hasch mit, und da habe ich mitgeraucht. Ich habe nicht mehr allzuviel Erinnerungen daran, aber es hat mir sehr gefallen, wir hatten Lachflashs und meine Wahrnehmung war irgendwie verändert. Außerdem war es als Jugendlicher sowieso spannend, etwas Verbotenes zu tun. Ich empfand den Zustand als sehr angenehm und wusste, dass es nicht das letzte Mal sein wird.

Kurze Zeit später hatte ich dann auch das erste Mal Gras. Es sollte ein magischer Abend werden. Zwei meiner besten Freunde (S und P) und ein Kumpel der das Zeug besorgt hat, waren ebenfalls dabei. Für mich, für S und für P war es das erste Mal Gras rauchen. Total aufregend, zumal mir ja schon das Hasch rauchen gefallen hat. Ich hatte für eine sehr gemütliche Atmosphäre gesorgt, wir hatten sturmfrei, haben uns mit Getränken und Snacks eingedeckt, Playsi 1 war bereit mit vielen Spielen, Videokassetten und PC standen bereit, ein gelungener erster Kifferabend konnte kommen.

So kam es dann auch. Wir saßen auf dem Balkon und haben unsere ersten eigenen Joints geraucht. Wir mussten husten beim Inhalieren, es hat gedrückt in der Lunge. Auf Anweisung des erfahrenen Kumpels haben wir den Rauch lange drinbehalten. Und die Wirkung ließ nicht lange auf sich warten. Wir haben geraucht, uns unterhalten und hatten dann minutenlang die miesesten Lachanfälle, wie noch nie zuvor in unserem Leben.

Wir haben uns den Abend köstlich amüsiert, ein Zeitgefühl hatten wir nicht mehr. Keine Ahnung wie lange die Wirkung anhielt, aber es waren bestimmt 4-5 Stunden voller Erlebnisse und Gefühle, die wir bis dato noch nicht kannten. Meine Freunde haben sich am Kühlschrank vergriffen, und sich teilweise einfach nur Röstzwiebeln reingepfiffen, weil sie Fressflash hatten, ich lag teilweise auf dem Boden und habe die Wirkung des Cannabis genossen, war geflasht, die Gedankenspiralen im Kopf, auch leichte Optics wenn ich mich richtig erinnere. Zumindest ein anderes Sichtfeld, ein Gefühl dass alles irgendwie funkelt und strahlt. Meine Freunde haben über mein ICQ mit damaligen Klassenkameraden irgendnen Schwachsinn geschrieben und sich extrem belustigt. Ich durfte dann im Nachhinein noch erklären was an dem Abend los war.

Wenn ich daran zurückdenke, war es echt ein sehr gelungener erster Trip. Ein bis dato nicht erlebter Rauschzustand.

Für alle von uns war es ein magischer, lustiger Abend und der Beginn eines neuen Lebensabschnitts. Von dem Abend an haben wir uns zu dritt regelmäßig, so oft es ging, was geholt. Anfangs war es vielleicht einmal die Woche ein 10er. Damit kamen wir aus. Damals hatte man ja noch nicht so viele Kontakte über die man holen konnte und auch kein selbstverdientes Geld.

Mann war das ne aufregende Zeit – wo man noch bei Scheißwetter draußen stundenlang gewartet hat, bis irgendwo ein 10er ging. Wo man durch die halbe Stadt zu Fuß gelaufen ist, weil da grade ein Kumpel von nem Kumpel war, der was hatte. Man hat Wege und Strapazen auf sich genommen, um ein bisschen Gras zu kriegen. Einmal bin ich von einer Dorfparty 16 km zu Fuß nach Hause gelaufen, relativ angetrunken, weil mein Kumpel mich angerufen hatte, ob wir uns zum Kiffen treffen wollten. Natürlich wollte ich.

Wir drei (Ich, S und P) trafen uns immer häufiger, einfach um Spaß zu haben und berauscht zu sein. Wir haben die Schule geschwänzt , damit wir uns morgens um 7 auf nem Spielplatz treffen können, um zu kiffen und den Tag breit zu genießen. Wenn meine Mutter morgens zur Arbeit gefahren ist, stand mein Kumpel S schon irgendwo in der Nähe bereit, damit wir kiffen und Playsi zocken konnten. In der Schule brachte ich andere Leute dazu mal mitzurauchen in der Pause. In der Unterrichtsstunde haben wir dann die miesesten Lachflashs geschoben und konnten uns nicht einkriegen, mussten mehrmals aus dem Klassenraum rausgehen, um den Unterricht nicht zu stören.

So vergingen die Jahre. Man lernte neue Leute, neue Connections kennen, und jeden Tag ging irgendwo was. Man hing bei verschiedensten Leuten ab, die die gleiche Leidenschaft teilten, Kiffen, Drogen nehmen, Playsi zocken. Manche Freundschaften gingen wegen Gras in die Brüche, Freunde haben angefangen zu dealen, Freunde haben andere Freunde abgezogen und sich als Gangsta gefühlt. Halt so Geschichten die in der Jugend passieren.

Ich habe mit der Zeit gemerkt, dass ich lieber für mich alleine, oder höchstens mit einem guten Freund zusammen konsumiere. Wenn ich high war, wurde ich nämlich zunehmend passiv, in mich gekehrt, nicht so gesellig. Sone ganz leichte Form von Sozialphobie. Aber das war kein Problem, High sein war dennoch ein tolles Gefühl – es war zwar nicht mehr so trippig wie die ersten Male, aber es hatte eine dämpfende und entspannende Wirkung.

Ich kiffte in meiner Ausbildungszeit nach dem Feierabend, um an den stressigen Alltag einen Haken zu machen. 2011 hatte ich dann die erste eigene Wohnung, da musste ich dann die roten Augen vor keinem verstecken.

Kiffen war die schönste Nebensache der Welt. Der Feierabendjoint nach der Arbeit um endlich abzuschalten, zu chillen. Musik hören oder Musik machen, rappen, freestylen und dazu kiffen. Wenn ich frei hatte und nix machen musste, dann gabs immer schon morgens nen Joint zum Kaffee. Auch richtig nice, man ist schon von morgens an den ganzen Tag breit... Gras hatte einen sehr hohen Stellenwert bei mir und auf die sozialen Kontakte kann man auch mal verzichten, um einen zu rauchen. Weiterhin gibt es nix schöneres als bei Sonnenschein mit dem Fahrrad zu fahren, irgendwo auf ner abgelegenen Bank halt zu machen, sich einen zu bauen und zu buffen. Diese Romantische Vorstellung begleitet mich bis heute. Sobald draußen gutes Wetter ist, habe ich Kopfkino, wie toll es wäre jetzt mit dem Fahrrad in die Natur zu fahren und einen zu rauchen.

Jedenfalls ging das bis 2016 gut, ich habe mich fast jeden Tag nach Feierabend berauscht. Es gab zwar Phasen im Leben, wo ich abstinent war, aber das hatte gute Gründe. Und wenn es keine guten Gründe gab, dann war ich auch nicht abstinent. Mittlerweile ein Joint nach dem anderen geraucht, wenn ich von der Arbeit kam. Das bauen des Joints und das Rauchen, das Inhalieren des Rauchs hatte schon mittlerweile was sakrales. Ich liebte es. Ich war traurig, wenn der Joint tot war, und habe direkt den nächsten gebaut.

2016 bekam ich dann ne Psychose. Hatte Wahnvorstellungen, war nicht mehr Herr meiner Gedanken, Stimmen gehört, alles was dazu gehört. Ab da wurde es zumindest zeitweise alles anders. Das Kiffen hat mich sehr psychotisch gemacht und meine Gedankengänge spulten sich im Kopf wie ein Tonband ab. Sie hatten etwas Fremdes, als ob sie nicht von mir waren, sondern von einer höheren Instanz eingegeben. Wenn ich gekifft habe, dann hat sich meine Wahrnehmung drastisch verändert. Ich hatte das Gefühl, dass die ganze Welt sich gegen einen verschworen hat, ich habe im Fernsehen unterschwellige Botschaften für mich gesehen, ich dachte Freunde und auch andere Leute auf der Straße flüstern mir unterschwellige Botschaften zu, alles läuft nach einem großen Plan.

Ich habe ungefähr ein halbes Jahr nicht gekifft, bis es mir besser ging. Danach wieder angefangen, und wurde wieder psychotisch. War mir aber diesmal egal. Ich hatte keine Angst mehr vor den Stimmen und Gedankengängen. Ich wusste, wenn ich jetzt kiffe, bin ich wieder in einer anderen Welt und komme nicht mehr klar. Aber egal, ich bin ja eh alleine Zuhause, dann ist das eben so. Der Rausch ist es wert. Außerdem gings mir zu dieser Zeit 24 Stunden am Tag scheiße, warum soll ich dann auf Gras verzichten. Es war abends auch ein gutes Mittel zum Einschlafen und um Zeit rumzukriegen.

Im Grunde hat sich das seitdem bis heute gehalten, dass mich das Rauchen sehr psychotisch macht. Man muss damit umzugehen wissen und den Bezug zur Realität nicht verlieren. Ich habe das Kiffen jetzt seit einiger Zeit sein lassen, nicht wegen den psychotischen Symptomen, sondern weil ich es aufgrund von Alltagsverpflichtungen nicht mehr so gut in mein Leben integrieren kann.

Was ich nicht erwähnt habe, Kiffen hat mir im Laufe des Lebens auch viele Steine in den Weg gelegt. So durfte ich damals wegen THC im Urin nicht zum Bund (ausgemustert) – obwohl ich wollte. Ich habe meinen Führerschein verloren und hatte ne satte Strafe + MPU um ihn wiederzuerlangen. Eine Ex-Freundin hat deswegen mit mir Schluss gemacht. Ich wurde zunehmend passiv und apathisch beim Rauchen, vielleicht war das schon die Vorstufe zur Psychose und ich habe die Frühwarnzeichen ignoriert. Trotzdem war ich nach einiger Zeit Abstinenz immer wieder am Kiffen.

Kiffen ist halt ein heiliges Ritual. Romantik pur. Vielleicht auch die Liebe meines Lebens. Es ist das Eintauchen in seine eigene Welt. Abschalten. Es ist, als ob man der Welt sagt, „Tschüss ich bin dann mal weg, bitte nicht stören“.



2007 – 2020 Kokain - kann man mal machen

Wenn man kifft, und ständig Kontakt mit Dealern und kleinkriminellen Menschen hat, sieht man irgendwann auch mal andere Sachen, zum Beispiel Kokain. Ich war nicht abgeneigt es mal zu probieren, schließlich bin ich ja ein weltoffener, neugieriger Mensch.

An Silvester 2007 war es dann das erste Mal soweit. Wir waren in einer Gruppe von 5 Mann und haben zusammen gefeiert. Wir hatten Alkohol, Gras und Koks. Wir haben zu 5. ne Wodka getrunken, jeder hat ne große Nase gezogen und dann sind wir in die Stadt gefahren. Und was soll ich sagen? Es war ein megageiles Silvester. Wir waren an diesem Abend alle die dicksten Brüder überhaupt, wir waren kooler als alle anderen, wir haben in der Stadt bisschen rumgepöbelt, ohne zu assi zu sein. Wir haben Frauen auf der Straße angesprochen und Sprüche gemacht, haben uns köstlich amüsiert. Das Silvester war perfekt, so wie es sein sollte. Die anderen haben noch Koks nachgelegt, für mich hat aber die eine Line für den ganzen Abend gereicht und ich wusste von da an was Koks ist. Ich fands gut, hatte aber auch Respekt vor der Droge.

Koks wurde an Silvester zur Tradition, ein Jahr später auch wieder lustige Erlebnisse gehabt. Mit meinem besten Kumpel S haben wir Silvester gefeiert, mit Alk, Gras und Koka. Er hatte nen Schlüssel von der Wohnung von einem Kumpel, der grade im Gefängnis oder in der Klapse war. Das einzige was in der Wohnung war, war eine Matratze. Kein Licht, keine Möbel. Wir sind in die Wohnung, haben dort Nasen gezogen und bisschen vorgetrunken. Danach waren wir drauf, haben uns megageil verstanden, sind in die Stadt, haben dort irgendeinen Bekannten aufgegabelt, der auch Bock hatte Nasen zu ziehen und zu paffen. Also sind wir wieder zu dritt in die dunkle Wohnung, haben dort getrunken, Koks gezogen, gekifft. Wir waren Brüder im Geiste, das Koks hat uns alle auf eine Wellenlänge gebracht. Wir haben über Freunde, über Gott und die Welt geredet und hatten Spaß.

Für einen außenstehenden mag es richtig schäbig ausgesehen haben, 3 Leute in einer dreckigen Wohnung, ohne Licht, mit nur einer Matratze, am Drogen konsumieren. Aber wir hatten Spaß, war ein kooles Silvester. Kokain war natürlich das Highlight des Abends.

Von 2008 bis 2020 habe ich insgesamt vielleicht 30 Mal Kokain konsumiert, wobei ich mit der Zeit eine Kokainallergie entwickelt habe. Bei keinem anderen in meinem Umfeld ist das passiert. Das zeigt sich dadurch, dass ich kein Koks mehr durch die Nase konsumieren kann. Sobald ich auch nur einen Krümel Kokain in die Nase kriege, fängt es zwei Tage später an, dass meine Nase komplett zuschwillt, wässriger Ausfluss eimerweise, und das geht dann 2 Wochen lang, da helfen auch keine Medikamente.

Deshalb habe ich die letzten 15 Mal Kokain nicht geschnupft, sondern eine deutlich größere Menge als notwendig oral konsumiert. Sprich gelutscht, über die Mundschleimhäute aufgenommen und anschließend runtergespült. Ich kann euch sagen, der Kerosingeschmack ist echt eklig, aber man gewöhnt sich dran. Ist echt so als würde man Benzin oder Kerosin lutschen.

Die Wirkung beim allein konsumieren fand ich nicht so besonders berauschend, eher subtil. Sachen fielen einem leichter. Ich hab zum Beispiel mal einen megageilen Bericht über meine Arbeit auf Kokain geschrieben, der dann auch Jahre später noch auf Geschäftsführungsebene präsentiert wurde. Das der Bericht so gut war, lag natürlich nicht am Kokain sondern an mir, aber ich weiß nicht, ob ich ohne Kokain soviel Zeit und Enthusiasmus da reingesteckt hätte.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass mir Kokain nie das gegeben hat, was ich gesucht habe. Deshalb gab es zwar hin und wieder ein Rendez Vous mit dieser Substanz, aber eine langfristige Beziehung wurde es nie. In der Zeit nach 2016, wo ich zum ersten Mal psychotische Symptome hatte, habe ich mir durch Kokain ein bisschen Besserung versprochen, wenns mir total scheiße ging. Teilweise hat es auch geholfen. Die Symptome waren nicht weg, aber ich habe mich besser gefühlt.

Diese mächtige Substanz die so teuer ist, die einen medialen Hype hat. Die ganzen Drogenbosse und Kokainkartelle, die zu dem Ruf der Substanz beigetragen haben. Finde ich wirklich spannend, der Rauschzustand ist aber nix besonderes für mich.



2007 – 2016 Pilze - Eintauchen in eine andere Welt

Übers Internet habe ich damals von halluzinogenen Pilzen erfahren. Verschiedene Seiten boten getrocknete und frische Pilze an, die man ganz einfach zu sich nach Hause bestellen konnte. Sehr praktisch. Und da ich offen für neues war, und mein Kumpel S ebenfalls, hats nicht lange gedauert, bis das erste Päckchen mit Mexikanern bei mir angekommen ist.

An dem Abend als wir uns mit S zum Verzehr der Pilze verabredet hatten, hatte ich mir eine gewisse Menge der Pilze schon gegönnt und habe mich dann langsam auf den Weg zu ihm gemacht. Und auf dem Weg habe ich auch schon langsam die ersten Effekte gemerkt – schrille Gedankengänge, die Musikwahrnehmung war anders, die Optik war anders, alles war irgendwie andersartig und bis dato unbekannt.

Ich kann mich daran erinnern, als ich bei S ankam und in sein Zimmer rein bin, dieses Zimmer war eine lebende Jukebox. Ich war völlig baff. Das ganze Zimmer hat vibriert zur lauten Musik. Ich konnte die Schallwellen quasi sehen, die Möbel hat zum Takt der Musik mitvibriert, alles war in einem grellen Orange eingefärbt, die Stimmung war orange (orange Tapeten). Es lief ein Lied von Azad. Ich sagte zu meinem Kumpel, dass ich die Musik spüre, und dass dieses eins der besten Lieder ist, die überhaupt je gemacht wurden. Ich war in einer anderen Welt, die mir gefallen hat. Viel mehr weiß ich leider nicht mehr vom ersten Trip, ich habe keine Erinnerung daran.

Wir haben mit S zwei oder drei Trips zusammen erlebt. Natürlich auch in Kombination Pilze und Kiffen. Ich kann mich an die heftigsten Lachflashs erinnern, die wir draußen hatten, ähnlich wie beim ersten Mal kiffen. Wir konnten gar nicht mehr aufhören zu lachen. Wir haben bekannte Orte aufgesucht, die plötzlich eine ganz besondere Magie und Faszination bekamen. Da gabs zum Beispiel einen Spielplatz, mit einem gepflasterten Weg und einem riesigen Kirschblütenbaum. Dieser Ort war für uns in dem Moment das Paradies, es hätte keinen schöneren Ort geben können. Diese rosafarbenen Kirschblüten überall haben den Ort zum Himmel auf Erden gemacht, etwas Heiliges was von diesem Baum ausging, schwer in Worte zu fassen.

Das Herbstlaub auf dem Boden hat plötzlich Gestalt angenommen. Die Blätter waren so angeordnet, dass man ein Gesicht erkennen konnte oder geometrische Muster.

Ich kann mich auch daran erinnern, dass ich bei einem Pilztrip, nachdem wir noch einen geraucht hatten, plötzlich umgekippt bin. Ich weiß nicht was da los war, wahrscheinlich zu viele Synapsen gleichzeitig erregt. Jedenfalls war ich da für 10 Sekunden bewusstlos, und lag auf dem Boden und S und P haben versucht mich wieder wach zu machen.

Nach ein paar Trips, die ich mit S zusammen erlebt habe, habe ich die Spiritualität und Heiligkeit dieser Substanz erkannt, und wollte von da an nur noch alleine trippen. Ich wollte was über mich selbst erfahren, über die Tiefen meiner Psyche. Ich wollte fremde Welten sehen und dadurch zu einem besseren Menschen in dieser Welt werden. Ich war fasziniert von dieser Wahrnehmung, dieser Geistesschärfe und Transzendenz, die man während einer Pilzreise erlebt.

Zwischen 2007 und 2016 habe ich vielleicht 20 mal eine solche psychedelische Reise gemacht.

Ich habe dabei Musik gehört, Goa, Naturklänge, fernöstliche Melodien, unterschiedlich. Ich hatte mir teilweise Stift und Zettel bereitgelegt und habe Notizen gemacht, eine Selbstanalyse. Wie bin ich als Mensch, was sind meine Schwächen, usw.

Ich habe schon 2008 im LdT in einem Tripbericht folgendes geschrieben: „Ich fragte mich, ob es überhaupt möglich sei, seine gesamte Psyche zu verstehen, und kam zu dem Schluss, dass dem nicht so ist. Ein Mensch der die tiefsten Ecken seiner Psyche kennt, ist ein sogenannter "Psychopath".

Das war meine Erkenntnis auf dem damaligen Trip. Sehr interessant den Satz 12 Jahre später zu lesen, mit einer Psychose/Schizophrenie – wie auch immer. Ich bin der Meinung, ich kenne jetzt die tiefsten Ecken meiner Psyche – habe ich deshalb die Psychose bekommen?

Optiken waren mir nicht so wichtig wie Erkenntnisse, aber ich hatte natürlich auch optische Halluzinationen. So haben die Strukturen meiner Zimmerwände Gestalt angenommen und sich zu einem Drachenkopf verwandelt. Ich habe bei jedem Augenaufschlag Fäden von Spinnweben über meinem Kopf gesehen – ich tippe darauf, dass es die Blutarterien im Augapfel sind, die man bewusst wahrgenommen hat. Ich habe verschobene Blickwinkel gehabt. Zum Beispiel empfand ich auf einmal, dass mein Monitor schiefsteht – und ich musste meinen Kopf ebenfalls zur Seite neigen, damit der Monitor wieder grade ist – was mich dann auch wieder sehr belustigt hat. Achja und beim Blick auf den Monitor haben die Desktopsymbole zum Rhythmus der Musik getanzt, jedes Symbol hatte ein Eigenleben und eine Seele und einen unterschiedlichen Tanzstil. Ich habe mich dann gefragt, wie die Desktopsymbole an sich so drauf sind und was ihren Charakter ausmacht, ob der eine seiner Frau fremdgeht und warum er das macht. Wie ist sein Ansehen in der Gruppe bei den anderen Desktopsymbolen. Verspulte Gedankengänge.

Es gab auch bedrohliche Momente während der Trips – wo plötzlich negative Gefühle aufkommen. Es kann einen auffressen. Aber mit Respekt und Gelassenheit und Ehrfurcht meistert man diese Momente und danach überkommt einen wieder die Euphorie und Glückseligkeit.

Eine Pilzreise war immer anstrengend und hatte doch was Faszinierendes und Erleuchtendes. Ich wollte was aus der Pilzwelt in die reale Welt mitnehmen. Ich wollte, dass die Pilze mich verändern, mich zu einem besseren, erfolgreicheren Menschen machen.

Deshalb habe ich zeitweise Pilze Microdosing ausprobiert. Ich habe Psilocybin in meinen Alltag integriert. Morgens mit dem Kaffee und der Zigarette habe ich auch einen Pilz gegessen. Ich habe damit gearbeitet, Menschen kennengelernt, meinen Alltag gemeistert. Ich habe damit die Passivität und In-sich-Gekehrtheit, die der Cannabis Konsum mit sich brachte, überwunden. Das ging auch echt sehr gut muss ich sagen. Ich habs nicht übertrieben. In 10 Jahren gabs vielleicht 200 Tage, an denen ich diese Lowdose drin hatte. Nix wildes. Ein Pilz am Morgen. Man war klarer als sonst, hatte für alles eine Lösung, konnte seine Gedanken super formulieren, war offen den Menschen gegenüber. Ein bisschen wie Koks. Diesen Gedanken hatte ich eigentlich immer bei meinen Lowdose Tagen. „Es ist als wäre ich auf Koks“.

Nach 2016 habe ich keine Pilze mehr genommen, weiß nicht warum. Nicht wirklich wegen der Psychose. Ich habe einfach kein Verlangen mehr danach gehabt, die andere Welt zu betreten, obwohl es das faszinierendste und fremdartigste ist, was ich kenne. Vielleicht habe ich alles an Erkenntnissen mitgenommen, die man mitnehmen kann und ein bisschen darüber hinaus.



2008 – 2020 Amphetamin - „wie starker Kaffee“

Irgendwann kam ich auch das erste Mal mit Speed in Kontakt, ein bekannter aus dem näheren Umfeld hat damit gedealt. Lange Zeit hat mich das nicht beschäftigt, aber dann dachte ich „probierste auch mal“. Und ich war wirklich positiv überrascht von der Wirkung. Plötzlich war man viel aktiver, gesprächsfreudiger, offener, dominanter. Und das alles zu einem sehr niedrigen Preis.

Ich konnte auf Speed kiffen, ohne diese negativen Symptome der In-Sich-Gekehrtheit zu bekommen. Ich war total wach, fit, hatte mehr Spaß, wenn ich mit meinen Freunden unterwegs war. Ich verstand die Leute nicht, die Speed zum Feiern genommen haben – es war für mich von Anfang an wie ein starker Kaffee – eine Sache, die man super in den Alltag integrieren kann.

Ich war zu dem Zeitpunkt in Ausbildung, war 20 Jahre alt, Abitur hatte ich nicht gemacht, weil zu faul und lieber gekifft als gelernt – aber eine gute Ausbildung hatte ich. Ich wollte mal gucken, wie weit man sich mit Speed pushen kann, wie weit man gehen kann, ohne das es auffällt. Lustigerweise habe ich direkt nach 3 Wochen täglichen Konsums von Kollegen zu hören bekommen, dass ich nicht gut aussehe, kaputt aussehe. Und das obwohl ich ganz normal gegessen und geschlafen habe, keine großen Nasen gezogen habe. Anscheinend macht es was mit dem Körper, obwohl man sich gut fühlt. Von da an wusste ich, bei Speed muss man vorsichtiger sein, man will ja schließlich nicht wie ein Junkie rüberkommen.

Das hielt mich aber nicht davon ab, trotzdem regelmäßig zu konsumieren, mich zu dopen. Bis zuletzt war Speed ein treuer Freund, der immer gute Dienste erwiesen hat. Ein mächtiges und wirkungsvolles Medikament, wenn man es bewusst einsetzt. Man kann damit im Leben weit kommen. Nicht umsonst war wohl seit der Nazizeit bis 1988 Pervitin (Methamphetamin) als Medikament frei verkäuflich. Und soweit ich weiß gibt’s Amphetamin heute noch als verschreibungspflichtiges Medikament.

Auch in meiner Zeit nach 2016, nach der ausgebrochenen Psychose, hat mich das „Medikament“ mit unsteter Regelmäßigkeit begleitet. Ich habs zum Arbeiten genommen, um mehr Spaß am Leben zu haben, um mein Leben aktiver zu gestalten. Um wieder reden zu können, wenn ich komplett psychotisch und abwesend war. Manchmal hab ichs gezogen, manchmal hab ich einfach Pulver ins Getränk gekippt. Je nach Anforderung.

Um die Substanz nicht in ein zu positives Licht zu rücken, muss ich sagen, ich weiß nicht inwiefern diese an meiner ausgebrochenen Psychose beteiligt war. Und eine Psychose/Schizophrenie ist die Hölle. Deshalb wählen da ein paar Prozent auch den Suizid, um nicht so weiterleben zu müssen.



2015 – 2020 Ecstasy - von Partys und Psychosen

Wäre ich Albert Hofmann, dann wäre das Ecstasy wohl mein „Sorgenkind“. Mit keiner Substanz hatte ich eine so kurze, innige und intensive Beziehung wie mit Ecstasy. 2015 kam ich zum ersten Mal in Kontakt damit, ich kannte schon Gras, Koks, Pilze, Pep – ich hatte schon zu lange nix neues mehr in meinem Drogen Repertoir, ich war aber auch niemals auf der Suche. Die Drogen haben immer mich gefunden und nicht umgekehrt.

Es war eine rote 9mm Gewehrkugel, die mein erstes Teil werden sollte. Setting war beim ersten Mal, wie auch bei den meisten Pilztrips, alleine zu Hause, voller Vorfreude und Spannung, was mich erwarten würde. Ich wusste nur das, was jeder weiß, dass Ecstasy ne Partydroge ist, dass man dazu tanzt. Also habe ich Musik angemacht, und schon mal ein bisschen vorgetänzelt. Ich war bereit für die Party, die kommen sollte.

Und was soll ich sagen – ich wurde überwältigt von der Wirkung. Erst fragst du dich die ganze Zeit, bin ich schon drauf, ist das nur Placebo? Dann bildet man sich ein, man spürt schon leichte Veränderungen. Und irgendwann blinzelst du und denkst dir „Boom, jetzt bin ich drauf“ Der Zug hat dich mitgerissen. Die ganze Wahrnehmung ist verändert, alles was ab da passiert, passiert genauso, wie es passieren soll. Jeder Akkord in der Musik ist genau richtig in diesem Moment und könnte gar nicht besser sein. Die Musik erfüllt dich mit einer solchen Glückseligkeit, das ist nicht zu beschreiben. Die Bewegungen die du beim Tanzen machst, sind absolut perfekt, alles was passiert ist irgendwie perfekt. Die Gespräche mit anderen Menschen sind so perfekt und sinnvoll und tiefsinnig. Man empfindet Liebe und Begeisterung für alles. Love, Peace and Harmony.

Das zweite Mal Ecstasy ließ nicht lange auf sich warten. Diesmal mit einem Kumpel zusammen. Auch da wieder, das Warten auf die Wirkung, man fragt sich „ballerts schon?“. Und irgendwann merkt man, es ballert, aber richtig. Auch dieser Abend, total glücklich und verstrahlt, total im Einklang mit sich und dem Kumpel.

Bisschen später haben wir noch einen geraucht, und ab da fing die Psychose an. Ich war plötzlich der Meinung mein Kumpel arbeitet bei der Polizei und will mich ficken. Die ganze Welt will mich ficken. Er wohnte in einer Nachbarstadt von mir. Ich war der Meinung ich darf nicht mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zurückfahren, weil ich sonst gefickt werde. Also bin ich nachts 13 km zu Fuß gelaufen. Jedes vorbeifahrende Auto, jeder Passant war Teil eines Plans, um mich zu ficken. Ich war der Meinung, ich durfte nicht mehr reden. Bei meiner Mutter angekommen habe ich mit Handzeichen und Aufschreiben meiner Mutter erklärt, dass ich ein Skalpell brauche, um mir eine Wanze aus dem Körper zu schneiden… lange Geschichte.

Naja ein halbes Jahr und einen Psychiatrie-Aufenthalt (3 Tage) später gings mir dann ein bisschen besser. Ich war ein halbes Jahr abstinent von allem, hatte aber mit Symptomen der Schizophrenie zu kämpfen. Ein fröhliches Leben wie davor zu führen war nicht möglich.

Dann irgendwann wieder gekifft und wieder psychotisch geworden, wieder Wahnvorstellungen und alles drum und dran, ich möchte nicht zu genau darauf eingehen. Ich war ein zweites Mal in der Psychiatrie (diesmal 3 Wochen), freiwillig, wie beim ersten Mal.

Irgendwann war mir dann mein Leben egal, ich war unglücklich, 24/7 schizophren und paranoid. Ich wollte wieder glücklich sein. Ich holte mir 50 Ecstasy und wollte mich damit therapieren und wieder zum Leben zurückfinden. Und es tat mir tatsächlich sehr gut. Besser als Neuroleptika, von denen ich das Gefühl hatte, sie machen mich zum Zombie und nehmen einen Teil von mir weg. Ich wusste, dass ich wieder versuchen musste, das Leben zu genießen.

In dieser Zeit entdeckte ich Goa Partys und einen Club, der zu meinem Stammclub wurde. Ich ging fast jede Woche hin, schmiss mir Teile, habe die ganze Nacht getanzt und gefeiert.

Ich hatte auf Goa Partys manchmal die Assoziation „Wir sind tanzende Zombies“. Vorne steht das DJ Pult, fast schon wie ein heiliger Altar, zu dem man aufblickt. Von dem der DJ uns mit wummernden Klängen versorgt. Die Masse vor dem Altar ist komplett am Abspacen, Jubelschreie wenn der rhytmische Bass einsetzt. Jeder einzelne ist eins mit der Musik und der Dancefloor ist ein eigenes Universum in diesem Moment. Die Glücksgefühle und die Verbundenheit zu den anderen tanzenden, die ich dabei erlebt habe, waren überwältigend. Jeder tanzt auf seine Art, ist in seiner eigenen Welt, aber trotzdem ist das Individuum in dem Moment nicht so wichtig, der Dancefloor wird zu einem einzelnen pulsierenden Organ.

Ich hab verschiedenste Leute kennengelernt, mit alten Freunden wieder Kontakt aufgenommen. Man kann ein bisschen sagen, Ecstasy hat mich aus meinem Loch geholt, in dem ich nach der Klapse war. Ich schmiss mir auch zu Hause Tag für Tag Ecstasy, tanzte Zuhause, oder ging meinen täglichen Aufgaben und Verpflichtungen nach. Alles auf MDMA.

Was mich in dieser Zeit fasziniert hat war, was passiert, wenn der Körper kein Serotonin mehr hat. Habe ich mehrmals festgestellt und das verdient auch besondere Erwähnung.

Wenn man 10 Tage hintereinander exzessiv Ecstasy ballert, haut es einen natürlich nicht mehr so um. Man merkt zwar noch ein Glücksgefühl, aber die körperliche Komponente ist kaum noch da. Man muss nicht tanzen oder sich bewegen. Man liegt aufm Sofa, faul, guckt Fernsehen, mit zwei Teilen intus.

Das Schlafverhalten und meine Träume haben sich in dieser Zeit massiv verändert. Ich hatte bei leerem Serotoninspeicher, nüchtern, unfassbar lebhafte Träume, die als wahr erlebt wurden. Aber alle diese Träume waren durchweg negativ/depressiv/angsteinflößend. Und was sehr krass war, ich hatte ständig Traum-im Traum-im Traum-Szenen, ihr könnt es euch so vorstellen:

Ich erlebe eine Szene, die an sich schonmal schrecklich ist - z.B. hatte ich einen Unfall und habe nun ein amputiertes Körperteil. Es wirkt unfassbar realistisch und echt und ich habe ein sehr bedrückendes Gefühl. Plötzlich wache ich schweißgebadet auf und denke mir: „Puh, was ein Glück, dass es nur ein Traum war.“ Ich gucke in die Mitte meines Wohnzimmers und sehe da auf einmal ein Kind auf dem Fußboden sitzen, welches mich mit Handzeichen zu sich ruft, und auf einmal kommen von überall irgendwelche Stimmen und eine bedrohliche Musik. Ich bekomme panische Angst und wache wieder auf und denke mir „Boah wie krass, ein Traum im Traum“. Und ich hatte das tagtäglich beim Einschlafen. Ungefähr eine Woche lang, nach exzessivem Konsum.

Eine andere Sache, die bei leerem Serotoninspeicher passiert ist, dass man das Gefühl hat, als würde ein Blitz im Körper einschlagen. Ein komplett anderes Körpergefühl. Es ist, als wäre man für eine Millisekunde „drauf“ - mit voller Wucht - um dann im nächsten Augenblick wieder normal zu sein. Es geht durch Mark und Bein und erschüttert deinen ganzen Körper. Diese Blitzeinschläge hatte ich mehrere Tage lang, alle paar Minuten. Bis der Serotoninspeicher sich nach ein paar Tagen wieder gefüllt hat.

So kam es, dass ich im Jahr 2018 bestimmt an die 200 Ecstasy Teile genommen habe, teils um Spaß zu haben, teils um mich von der Psychose abzulenken. Ich verbinde mit Ecstasy die schönsten und die schwierigsten Erinnerungen in meinem Leben. Ich habe meine Freundin auf Ecstasy kennengelernt mit der ich bis heute zusammen bin (nicht im Club).

Ich war sogar auf Ecstasy arbeiten, weil ich dank Psychose keine Perspektive mehr für ein glückliches Leben hatte. Morgens um 6 Uhr noch Zuhause getanzt, und das dritte Teil geschmissen – um 8 Uhr auf Arbeit Ansprechpartner und Vorbildfunktion für 20 Personen. Ich rate jedem davon ab, das ist nicht schön.

Ich möchte diese Zeit meines exzessiven Konsums nicht missen, aber kann aus Erfahrung sagen, dass Ecstasy nicht für den Dauerkonsum geeignet ist. Die Folgen sind schlimm, wenn der Serotoninspeicher leer ist. Diese Alpträume und Blitzeinschläge im Körper sind nicht schön. Auch ist es eine große Belastung für das Herz-Kreislauf-System. Es gibt eine Studie, dass Ecstasy dauerhaft das Serotonin-System im Gehirn schädigen kann, dadurch kommt es teilweise zu Gedächtnisproblemen und Einbußen im kognitiven Bereich. Das stelle ich an mir selber fest, dazu bisschen mehr im nächsten Absatz.



2020 drogenfrei Sport, leichte Demenz und so wenig Neuroleptika wie möglich

Seit 2016 ist das Leben nicht mehr so schön und sorgenfrei wie davor. Ich weiß nicht, ob die Psychose durch die Drogen kam, aber vermutlich spielen die Drogen auch eine große Rolle. Wenn ich nicht gerade Positiv Symptome habe, wie Wahnvorstellungen, Stimmenhören, veränderte Wahrnehmung – dann kämpfe ich mit Negativsymptomen, wie, dass ich nicht mehr richtig und strukturiert denken kann, dass ich meinen Tagesablauf nicht mehr richtig im Voraus planen kann.

Ich habe in Gesprächen keine Argumente mehr und wirke auf Leute etwas dumm – das ist das, was ich empfinde. Noch kann ichs überdecken und noch hat mir das keiner gezeigt. Meine Fantasie und Begeisterungsfähigkeit ist gleich null. Ich sehe große Parallelen zu dementiellen Erkrankungen, wo der Charakter des Menschen sich einfach verändert und man nix dagegen tun kann. Der Mensch spricht immer weniger, das Kurzzeitgedächtnis ist im Arsch. Man verliert den eigenen Plan vom Leben und den inneren Antrieb, lässt sich von links und rechts manipulieren.

Das ist jetzt natürlich extrem formuliert - ich bin kein Pflegefall. Ich meistere trotzdem irgendwie mein Leben, gehe arbeiten, und habe eine funktionierende Beziehung. Aber ich merke halt kognitive Einbußen im Vergleich zu früher. Früher war ich schlauer.

Vielleicht ist das Gehirn den Rausch so sehr gewohnt, und möchte ihn nicht vermissen – dass es seinen eigenen Rausch erzeugt. Ohne von außen zugeführte Substanzen.

Seit diesem Jahr bin ich drogenfrei, mache mehr Sport, lese viel. Ich denke wenn Teile des Gehirns abgestorben sind oder Teile der Erinnerung und Emotionen weg sind, dann muss ich einfach neue Erinnerungen und Emotionen schaffen. Vielleicht erholt sich der Körper und das Gehirn irgendwann vollständig von dem aufregenden Leben, was ich über 10 Jahre gelebt habe.

In diesem Sinne, bleibt schön sauber, danke fürs Lesen und ich hoffe der Bericht hat euch gefallen.






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