your psychedelic community
   Werbung
kratom.eu






Langzeit-Berichte lesen

Übersicht:

Titel:Kokain- eine neue Stufe von Gier
Droge:Kokain
Autor:anonym
Datum:31.01.2021 09:47
Nützlichkeit:8,68 von 10 möglichen   (19 Stimmen abgegeben)

Bericht::

Hallo Allerseits.



Ich möchte hier von meinen Erfahrungen mit Kokain aber auch mit anderen Drogen berichten.

Eine Entscheidung die ich mit 16 traf, veränderte mein Leben.



Den ersten Kontakt mit Kokain hatte ich mit 16 Jahren, zu der Zeit lebte ich in Südamerika. Meine ersten Erfahrungen mit Drogen sammelte ich schon mit 13 ich fing auch mit 14 zu rauchen an und ging auf Partys für die ich viel zu jung war, von da an war ich ganz wild darauf Kokain aus zu probieren.



Ich hatte schon gehört wie es wirkt, aber vorstellen konnte ich mir es nicht. Als es dann endlich so weit war und ich meine erste Nase zog (ich habe es ausschließlich nasal konsumiert) dachte ich das müsse Magie sein..



Ich war zu der Zeit von Selbsthass gerade zu zerfressen, (ich hab mich zu der Zeit auch geritzt und war ziemlich tief in einer Essstörung) und plötzlich fand ich mich richtig geil!

Es war einfach unglaublich, ich war selbstbewußt, glücklich, meine Gedanken schienen mir glasklar. Mit Kokain schien aufeinmal alles zu funktionieren.



Seit ich zum lernen Kokain nahm, schrieb ich nur noch Einsen, drei Sprachen perfekt zu sprechen schien Kinderleicht.

Ich hörte auf mich selbst zu verletzen, war zufrieden mit mir und Hunger hatte ich auch keinen mehr!



Von da an kokste ich jeden Tag, am Anfang noch mit Freunden, auf Partys, oder in der Schule auf dem Klo.

Irgendwann hab ich es dann immer mehr alleine gemacht. Ich wollte dieses Gefühl einfach immer haben,, ich brauchte es einfach, es war in der Zeit wirklich der Sinn meines Lebens..

Ich wollte dann nicht mehr teilen und brauchte auch immer größere Mengen.

Die Beschaffung wurde zum immer größerem Problem, ich wollte nicht mehr abhängig von Freunden sein und größere Mengen haben, ich hatte richtige Angst vor dem Craving, was immer da war.



Ich hatte viel Geld, das war kein Problem, aber für die Menge die ich wollte, musste ich irgendwann direkt an die Kartell ran treten.

Ich gehe darauf jetzt nicht näher ein, aber es waren zum Teil wirklich ganz schlimme Menschen an schlimmen Orten. Ich war nicht nur einmal in sehr großer Gefahr.



Das ganze ging ein Jahr. Nach ca 7 Monaten ging es aber nur noch bergab. Ich konnte nicht mehr schlafen, der Suchtdruck war so stark das er mich Nachts geweckt hat. Ich hatte eine unbezwingbare Gier nach Kokain. Egal wie viel ich zog ich wollte mehr. Es gab einfach kein Ende. Es gab so einige Abstürze und ich wurde immer paranoider.



Das ganze flog natürlich irgendwann auf. Es gab ein riesen Drama und nach einem Jahr, in dem ich durchgängig drauf war, musste ich nun zwangsläufig clean werden.

Eine Woche nach dem großen Knall, saß ich schon im Flieger nach Deutschland.



Ab da ging es dann so richtig los.

Kaum angekommen, lernte ich meinen ersten Freund kennen. Sonst kannte ich auch keinen. Ich wollte unbedingt Kokain haben einen anderen Gedanken hatte ich zu der Zeit nicht! Das Craving (Die Gier) war schrecklich, ich hätte alles getan.



Ich hatte zu der Zeit auch 8 Monate nichts zu tun, weil ich auf den Beginn des neuen Schuljahres warten musste. Durch diesen Freund kam ich dann auf Subutex.



Am Anfang ballerten wir Koks, speed und eigentlich auch alles andere zusammen, es eskalierte dann immer mehr.

Wir waren zum Teil 4 Tage wach, und völlig verballert. Dann haben wir Subutex zum runterkommen gezogen, oft auch in Kombination mit Benzos. Das war Lebensgefährlich!



Ich hatte nicht nur einen Horror Trip, aber nach einer drei tägigen Horror Nahtoterfahrung, auf einer Kombi von sehr viel Ketamin (dumme Verwechslung mit Kokain..) , Methamphetamine und mdma ließ ich erstmal die Finger von sämtlichen uppern.



Ich blieb auf Opiaten hängen, hauptsächlich Subutex, aber auch Tramadol und Tilidin. Der körperliche Entzug ließ auch nicht lange auf sich warten.



Ich war dann noch 2 Jahre mit diesem Freund zusammen, in der Zeit hab ich dann auch mein Abitur gemacht, ich war zwar jedes Wochenende und jeden Schulferien Tag komplett auf Subutex, aber irgendwie hab ich trotzdem alles hinbekommen, aufgefallen ist es auch nie jemandem.



Mit Ende der Beziehung, welches auf sehr schleichend Weise kam, gab ich auch meine Sucht auf.

Ich muss sagen, dass der Entzug körperlich wirklich ekelhaft war, aber psychisch nicht mal annähernd so schlimm wie der von Kokain.



Mit 20 war ich dann endlich clean und wollte ein neues Leben beginnen. Das funktioniert sogar, für ein paar Jahre. Mit 23 lernte ich meinen aktuellen Partner kennen, durch ihn fing ich an regelmäßig zu kiffen.



Das hab ich aber immer ganz gut im Griff gehabt dachte ich. Es lief wirklich gut, meine Gedanken kreisten endlich nicht mehr um Drogen. Ich war zufrieden und dachte es endgültig geschafft zu haben. Ich kam auch öfter in Situationen wo mir z. B Speed angeboten wurde, aber ich habe immer entschieden nein gesagt.



Dann nahm sich im September 2019 mein Vater das Leben und alles zerbrach. Es nahm mich alles sehr mit und auch mein Partner war mir leider keine Stütze.



Nur eine Woche nach seinem Tod war ich auf einer Firmenfeier meiner Arbeit.

Dort hab ich mich komplett mit Alkohol und Gras abgeschossen. So schlimm, dass ich um 23 Uhr (die Party fing grade erst an) zwischen zwei Kollegen saß und mich in eine Schüssel erbrach. Eine anderer Kollege hatte Mitleid und bot mir Speed an. Ich sagte nein, aber wenn er Koks habe solle er wieder kommen..



Er kam wieder. Mit Kokain und weiteren Arbeitskollegen. Ich wusste das es ein Fehler war aber ich war so am Bodem mir war alles egal. Also ballerte ich und die Wirkung haute mich nach all den Jahren (ich war 26) wieder völlig um.



Die Trauer war weg! Ich fühlte mich wieder klar und hatte einen der besten Abende meines Lebens!

Schon 10 min nach der ersten Line erwachte in mir eine Gier die ich in den letzten 10Jahren völlig verdrängt hatte.

Es war unerträgliche ,ich habe jeden genervt, jeden gefragt, ich hab an dem Abend dann noch drei weitere Lines gezogen, dann musste ich aber auch nach Hause, mein Partner durfte davon ja nichts erfahren!



Irgendwie ging es mir am nächsten Tag total gut. Ich weiß nicht warum, aber ich war viel weniger traurig als vorher. Der Tod meines Vaters war mir irgendwie egal, der Drang zu koksen war so viel stärker. Er hatte alles andere verdrängt.



2 Monate später kam dann die Weihnachtsfeier.

Ich besorgte mir mein eigenes Kokain (das war nicht einfach und hat Wochen gedauert). Ich wollte nicht wieder abhängig von meinen Kollegen sein und hatte Angst vor dem Craving. Meine Gier stieg immer weiter, je näher der Tag rückte. Als ich das ersehnte Gramm(mehr bekam ich leider nicht) endlich in den Händen hielt konnte ich nicht mehr warten.



Es war vor all meinen Chefs, die gesamte Firma, in der ich arbeitete war auf dieser Feier versammelt. Erhobenen Hauptes Schritt ich zur sehr zentral gelegenen Toilette an Ihnen vorbei, gefühlt alle Blicke auf mich gerichtet.



Meine Hände zitterten so sehr, dass ich das Päckchen kaum aufbekam. Mir war in dem Moment klar, dass ich ein Junkie bin und bleibe, auch wenn die Hochphase viele Jahre her ist und das es ein ganz großer Fehler ist was ich dort tat. Und das ein Gramm viel zu wenig war.



Egal, die Gier war viel stärker, ich zog die erste Linie alleine auf der Toilette, ich bin mir sicher, dass sehr viele Leute genau wussten was ich da tat.

Auch diesmal fühlte ich mich super selbstbewußt und glücklich, nicht in einer euphorisch aufgeputschen Art und Weise, sondern vollkommen zufrieden. (Wenn auch nicht so gut wie zwei Monate zuvor). Der Abend war toll, ich führte interessante Gespräche mit Leuten, mit welchen ich mangels Selbstbewusstsein nie gesprochen hätte und hinterließ einen guten Eindruck (da war ich auf jeden Fall überzeugt von.)

Nach der Feier wurde ich sogar zu einer privaten Aftershow Party eingeladen. Da gings dann richtig ab, eh ichs mir versag teilte ich mir ein Röhrchen mit meinem Chef.



Es war wirklich als wäre ein Schalter in meinem Hirn umgelegt worden. Ich war wieder voll drauf. Ich legte alle zehn Minuten nach, die Lines wurden immer größer. Mein gesamter Kopf war taub, das Gramm natürlich schon lange weg, (Ich war von meinen Kollegen weiter "versorgt" worden), es war auch wirklich schlechtes Kokain,am Ende hat es eigentlich gar nicht mehr gewirkt.

Um 8 Uhr morgens zogen wir weiter in einen Club. Ich ging mit, obwohl ich weder Koks noch Geld hatte. Meine Kollegen hatten alle Speed und Ketamin geballert und waren wesentlich besser drauf als ich. Ich hatte einen zu großen Horror vor Ketamin und ließ mich nicht überzeugen.



Das ganze endete damit, dass ich um 12 Uhr mittags heulend in diesem Club stand. Ich kam an kein Koks mehr ran, keiner hatte mehr was. Ich war pleite.

Die Gier war unerträgliche, ich hätte alles getan um noch eine Line zu bekommen. Eine Kollegin bot mir Speed an (welches sie im Club gefunden hatte!) ich zog es weg, absoluter Tiefpunkt.

Ich spürte nichts außer das die Gier blieb und ich starkes Nasenbluten bekam.



Die nächsten Tage, oder eher Woche waren die Hölle.

Diese verfluchte Gier ging einfach nicht weg. Ich hatte ein schlechtes Gewissen,mein Partner durfte ja auch nichts erfahren, aber ich wollte unbedingt wieder koksen.

Ich hab dann in meinem Wahn versucht Freunde indirekt zu überzeugen mit mir "mal Kokain auszuprobieren". Das hat glücklicherweise nicht funktioniert.



Ich hab auch mit dem Gedanken gespielt mir welches alleine zu besorgen.

Aber ich wusste, echt nicht wie, die alte Quelle gab es nicht mehr und mein Gewissen ließ es auch nicht zu. Das Verlangen nach Kokain war wirklich qualvoll, ich konnte an gar nichts anderes denken. Und das über Monate. Irgendwie ging es weiter, ich hab dann wirklich extrem viel gekifft (bis heute). Dann kam ich auf eine fatale Idee.



Ich hatte vor langer Zeit Tilidin gegen Migräne verschrieben bekommen. (welch Ironie) Mir wurde immer sehr schlecht (hab mir eingeredet das liegt am Naloxon) und es hat nie geturnt, deswegen hab ich es nie missbraucht.

Bis eines Tages dieses schreckliche Verlangen, gepaart mit Langeweile einfach zu stark wurden. Ab da fing ich dann an Tilidin zu ballern.



Alleine reichte mir das nicht, ich hatte nicht viel zur Verfügung und es war zwar möglich aber ziemlich kompliziert für mich ran zu kommen, so entdeckte ich die Kombi mit Gras und Alkohol. (Am besten natürlich auf leeren Magen, die Esstörung ist ja auch eine ständige Sucht.).Das ist eine Kombi von der ich auch unbedingt abrate! Etwas zu viel und man kotzt drei Tage oder stirbt wenn es blöd läuft!



Es ging ziemlich schnell da wachte ich wieder mit einem Affen auf. Ich ließ es bleiben (Das Tilidin und den Alkohol). Und das halte ich jetzt so seit einem Jahr durch. Das Verlangen ist immernoch da, das letzte Mal koksen ist aber über ein Jahr her! Ich denke jeden Tag daran.



Ich möchte nochmal kurz auf die Wirkung von Kokain eingehen, die wird oft falsch dargestellt und völlig überhypt.Der Rausch ist schwer zu beschreiben aber, echt nicht stark im Vergleich zu anderen Drogen und er hält maximal 60 Minuten!

Ich habe wirklich reines Kokain direkt von einem gepressten Block genommen, je reiner desto besser ist die Wirkung und desto schlimmer das Craving.



Die stärkste Wirkung des Kokain, ist einfach die Gier die es in dir auslöst. In erster Linie erstmal auf mehr Kokain, aber auch auf andere Dinge wie Alkohol, Geschwindigkeit, Party, Aufmerksamkeit. Ich hab sehr lange gebraucht das zu verstehen, aber es ist im Prinzip nicht der Rausch, der den "Rausch" ausmacht, sondern eher dieses Verlangen.

Ich hab damals den ganzen Konsumvorgang zelebriert, es war das größte eine Line an Orten zu ziehen an denen man es nicht durfte! Ich hab mich so verdammt cool gefühlt..

Du willst Alles und das hast du verdient, denn du bist eh besser als der Rest! Emotionen, andere Menschen? Egal! Alles ist egal, Hauptsache du kannst koksen und dich selbst feiern!



Die erste Line knallt noch und es dauert so 40 Minuten bis die Gier immer schlimmer wird, du legst nach.

Das knallt dann schon nicht mehr ganz mehr ganz so schön. Jetzt ist die Gier nach 30 Minuten schon ziemlich schlimm. Und so geht es dann immer weiter, bis du kein Koks mehr hast, oder kein Geld mehr.



Ich hatte zu einer Zeit mal 100g zuhause, da gab es keine Grenze. Nach 6 Gramm konnte ich nicht mehr ziehen, weil meine beiden Nasenlöcher mit Blut so verstopft und geschwollen waren das nicht mal mehr Atmen ging.

Ich hab mir dann knapp ein halbes Gram aufs Zahnfleisch geschmiert, ich wollte nicht mehr. Aber ich konnte nicht aufhören, wie ferngesteuert.

Ich hab mir meine dann meine tauben Lippen komplett zerbissen. Mein Herz hat so schnell geschlagen, dass ich mir sicher war zu sterben. Nach 40 Stunden bin ich einfach ins Bett gekippt.

Der nächste Morgen war ganz schlimm, aber am selben Abend hab ich wieder geballert.

Das ist Kokain.



Es lohnt sich nicht! Keine andere Droge hat bei mir je annähernd dieses Verlangen erzeugt. Das ist natürlich nur meine subjektive Erfahrung. Aber vor allem Menschen mit kleinem Selbstbewußtsein rate ich wirklich ab, der Traum wird ganz schnell zum Albtraum!


















Impressum   Kontakt   Nutzungsbedingungen