Langzeit-Berichte lesen

Übersicht:

Titel:erst CANNABIS......dann Knast........
Droge:Cannabis
Autor:anjali
Datum:04.11.2008 21:35
Nützlichkeit:3,54 von 10 möglichen   (80 Stimmen abgegeben)

Bericht::

...gestern leichte Grippeanzeichen.......wollte mich bei google über die Inhaltsstoffe von "Wick Medinait" informieren, und landetet zufällig hier. Nur, "Zufälle" gibt es nicht, also scheint dies eine Chance zu sein, mich auszuheulen.

Mein letzter Partner, 68er, Student, Hippie ".....mit Hashish schaffen wir Frieden auf Erden.....".

Also wurde fleißig Marihuana, bester Qualität, aus Marokko "importiert". Da er kein Abzocker war, lebte er bescheiden-vergnügt...u.a. drei Jahre im HHer Strafvollzug: Drogenhandel.....Untersuchungshaft, Einzelhaft...alles, was dazugehört.

Als ich ihn Mitte der 90er kennenlernte, hatte er seit ca. 5 Jahren nicht mehr geturnt, dealte aber noch. 2000: ein letzter "Marokko Urlaub" zur Absicherung der "Rente". Von all dem erfuhr ich (wir lebten nicht zusammen) erst, als er von der Reise nicht heimkehrte, und ich über Dritte hörte:".....vom Zoll in Tanger durchsucht. Marihuana gefunden. Tanger Knast."

12 Monate im Tanger Gefängnis, oder auch: 12 Monate in der Hölle.



Zurück kam mein Freund natürlich ohne shit, ohne eine müde Mark - die waren beim Marihuana-Bauer/Zoll geblieben. Statt dessen Schulden, Komplizen und Freunde, die sich schnell zurückzogen, gesundheitlich angeschlagen, seelisch fix und fertig.



Nun ist mir natürlich völlig klar, dass jeder Volljährige absolut selbstverantwortlich ist. Frage an Käufer und Verkäufer: wo hört diese Verantwortung auf? Am eigenen Tellerrand?? Kann ich etwas annehmen, was dem Geber schadet? Egal was und von wem....



Weiter: einige Monate später erwischte ihn eine Blaseninfektion. ok, hier weiß ja mit Sicherheit jeder, weil informiert und ausgetauscht wird, dass sich sämtliche Abbauprodukte gerne in der Blase ablagern!!

Kurz: die Blasenentzündung entpuppte sich als Blasenkrebs.

Zwei jahrelang hat er sich damit herumgequält um dann unter heftigen Schmerzen - die kaum mit Morphium, schon gar nicht mit Tramadol gelindert werden konnten - am Krebs und dessen Folgen zu sterben; richtiger: elendig verrecken.



Nie wieder möchte ich derartiges mitansehen, begleiten müssen - es zerreißt mich schier.