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Titel:Meine Jugend, eine Traumwelt die mich belehrte
Droge:Speed
Autor:anonym
Datum:01.06.2009 14:58
Nützlichkeit:6,98 von 10 möglichen   (53 Stimmen abgegeben)

Bericht::

*edit 1.06.09



hinzuzufügen zu den Drogen sind: Cannabis, Ecstasy, DXM, Benzodiazepine



Schön das du dich entschieden hast diesen Bericht zu lesen , es ist mein Erster, trotzdem werde ich versuchen ihn so interessant und verständlich zu schreiben wie möglich.



Also erst einmal zu meiner Person:

18 Jahre jung

ca 1,83 groß

wiege zu wenig für meine Größe



Meinen Charakter kann ich nicht genau definieren, da es mir leider an Selbsteinschätzung fehlt.



Ich werde dir jetzt meine „Drogenkarriere“ näher bringen und dir meine Eindrücke, Veränderungen und Erlebnisse weitestgehend schildern:



Der Anfang



Also, alles begann in einem eher zierlichen Alter von 12 Jahren. Schon lange Interesse an Drogen und deren Wirkung bot sich mir die Gelegenheit endlich mal zu kiffen. Anfang der Sommerferien. Es handelte sich um eher schwachen Hasch-Joint. Er schmeckte neu und interessant, das Erlebnis hier nach war für mich nicht tiefgehend und aufklärend , aber das lag eventuell daran das ich ja noch nicht einmal wusste wie mein Bewusstsein überhaupt funktioniert (nicht das ich bis heute alles weiß, aber man lernt ja stetig dazu). Trotz alledem sollte ich von jetzt an meinen Konsum von „Drogen“ zu beginnen ( , wobei Cannabis ja nieee eine Droge war … naiv diese Meinung ). Ich kiffte ab und an mit Freunden und fühlte mich meistens sehr wohl dabei, öfter war jedoch immer diese pessimistische Stimme meiner Gedanken im Hintergrund , was einen in so jungen Jahren schon Angst machen kann. - Ich empfand diese "Nebenwirkung" damals als relativ unerheblich, da ich einfach dachte es gehört dazu. Von jedem Konsum mehr wurden diese Nebeneffekt immer stärker und die positiven blieben immer mehr aus... Ich war schulisch nicht mehr sehr aktiv und sowieso ziemlich quer in der Birne. Bekannt unter den Leuten war ich hauptsächlich aufgrund meines Konsums und meinen Drogen- bejahenden Schwärmereien. Ich empfand es aber nicht schlimm, was heutzutage anders ist. Heute sehe ich es einfach nur als nervig an von Leuten gefragt zu werden ob ich "was dabei" hab oder ob ich was "klar" machen kann. Genauso wie diese "na hast du wieder was genommen" - Leute. Na ja, als jemand der nie konsumiert hatte oder Drogen verachtet , würde ich mich vielleicht auch so behandeln, wer weiß.



Erster empfundener Tiefschlag



Mit ca. 14 Jahren fanden meine Eltern heraus das ich kiffte, sie tolerierten dies natürlich nicht, da es bekannt war das ich womöglich anfällig auf Psychosen bin ( jeder der weiter denkt weiß damit nicht zu Spaßen ist ). Ich habe jedoch genau an diesem Abend mit entsprechend schlechtem Setting gekifft. Dies sollte mir eine Lehre sein, ich schob den totalen Horror und war kurz davor durchzudrehen.



Habe nur gekifft, war ziemlich gutes Dope. Ich wurde von Kumpels erschreckt als ich chillig irgendein Game zockte. Alle fuhren mir durch die Haare und ich sah alles in Zeitlupe in Sich wiederholenden Bildern. Ich bekam Angst und flüchtete aus dem Zimmer. Als ich wieder raus kam waren alle in der Wohnung verteilt, als wäre nie was passiert. Ich beruhigte mich und hatte noch diese "Astronauten" - Feeling. Dieses empfand ich aber als angenehm und genoss den restlichen Abend.



- Seit dem Tag an war ich lange Zeit völlig verspult im Kopf. Alles und Jeder hasste mich und wollte nichts mit mir zu tun haben.

Das interpretierte ich in jedes Wort jeden Satz ein den ich hörte, jeden Blick den ich sah. –

(dauerte bis zu einem Punkt den ich noch nennen werde an)



Aber unklug wie ich war, setzte ich den Konsum fort. Die Paranoia und Anzeichen für eine Psychische Störung habe ich immer verdrängt, gedacht es wäre normal und JA es ist ein Teil der Wirkung die Drogen auf Menschen haben. Aber man sollte psychisch stark genug sein um dies auch unter Kontrolle zu behalten! ( diesen Satz bitte zu Herzen nehmen! )



Nach vielen weiteren Exzessen von Cannabis ( chillen mit Freunden, Musik hören/machen, sich totalen Schwachsinn erzählen und darüber lachen, Über die Welt an sich philosophieren )

, sollte das Weed mir nicht mehr genug sein.



Ausweiten des Konsummusters



Ich recherchierte was es denn noch für vertretbare Substanzen gibt, die ich mir einflössen kann. Lachgas war für mich akzeptabel, einige Erfahrungen mit diesem Stoff zeigten mir dass dieser Stoff zwar spannend und interessant zu erleben war aber nicht lange genug wirkte um sich damit genug zu verscheppern. Ich war total besessen von den Dingen die mir Drogen boten, ich erzählte jedem wie toll es sei und wie beschissen die kommerzielle Meinung zu diesem Thema ist ( übrigens ist das auch heute noch meine Meinung). Viele glaubten mir, ich konnte sie so verdrehen das sie mit mir konsumierten, dies gab mir ein Machtgefühl, worauf ich im Nachhinein nicht stolz sein sollte, falsch angewandt ist eine solche Überzeugungskraft nicht gesund für die Umwelt.



Das sollte ich auch zu merken bekommen, viele Freunde verfielen den Drogen und trugen Schäden davon die bis heute anhalten (psychische Störungen, auf die Beschaffungskriminalität kommen) ….



Mich interessierte es derzeit nicht, ich hatte ja Ablenkung. Ich lernte neue Leute kennen, die Zeit der neuen Erfahrungen begann. Ich nahm DXM zu mir, 1 Packung ratiopharm Hustenstiller aufgelöst in Wasser. Die Erfahrung war nicht sehr intensiv, was wohl daran lag das ich zu viel gegessen hatte. Ich hatte nicht viel mehr als Schwindelgefühle und ein leichtes morphen in der Optik ( was wohl eher Placebo war, wie ich heute weiß ).





Ich zog einmal Butangas, lies es danach aber für immer sein, ich dachte mein Körper brennt und ich sterbe jeden Moment, meine Füße und mein Kopf fühlten sich an als würden sie platzen…echt nicht angenehm und auch sehr leichtsinnig dieses Gas zu inhalieren!!



Wie ich später erfuhr das DXM aufgrund des enthaltenen Clubotinol, welches laut neuer Studien ja Herzrhythmusstörungen hervorrufen kann, hatte ich die Angst und das subjektive Empfinden solcher. DXM konsumierte ich nie wieder.



Noch ein anderes Ufer



Ich lehnte mich tiefer in die „Chemie“ , meine erste Nase Amphetamin sollte mich auf den Geschmack bringen ( extreme Euphorie, Machtgefühl, totale Klarheit von Gedanken ). Ich empfand ab jenen Tag den Konsum von Uppern als extrem angenehm und nicht so negativ-psychedelisch wie Kiffen. Des Öfteren kaufte ich mir Speed und machte gerne mal ein Wochenende durch ( nicht nur auf Partys , sondern am PC … traurig aber wahr ). Zu diesem Zeitpunkt war ich ca. 16, meine schulischen Leistungen waren weit unter meinen Möglichkeiten, mir war es schlichtweg egal was aus mir wird, Hauptsache ich hab mich und kann so weiter machen.



Ich hab noch eine Chance – oder doch nicht?



Irgendwann mit ca. 16 ½ ergriff ich den hauchdünnen Faden, den Drogen zu „entkommen“.( Kontakt zu der „Quelle“ brach ab ) Ich war genau 3 Monate „clean“ von allem, kein Alk keine Kippen, nichts anderes, nicht einmal Koffein. Diese 3 Monate zeigten mir wie die Realität sich doch verändert hatte seit dem Erstkonsum, erschreckend. Ich fing wieder an was zu mir zu nehmen, diesmal jedoch mit mehr Bewusstsein über die Wirkungen, aber diesmal mit schlechtem Gewissen ( Die typische „ und was ist wenn ich mal an der Nadel ende ?“- Frage stellte ich mir oft … ), mit Opiaten habe ich jedoch bis heute keine aktiven Erfahrungen, worauf ich auch stolz bin. Ich möchte an dieser Stelle jedoch anmerken das ich niemanden verurteile, welcher tatsächlich abhängig ist. Ich sollte nämlich schon bald Bekanntschaft mit einer etwas älteren Person machen. Dieser jemand war ein sehr aktiver und lustiger Mensch, ich hatte gemeinsam mit ihm und ein paar Freunden eine Menge Spaß, leider war es uns allen klar das diese Lebenslust und Freude nicht von irgendwoher kam. Substitutionsprogramm, Polamidon, Punkte rauchen wenn es nicht reicht und natürlich Upper, Downer alles kreuz und quer( Er nahm die Opi’s , wir jüngeren „nur“ die Upper ). Jedoch lernten ich und meine Freunde einiges von ihm, was unser Leben verändern sollte und uns in gewisser weise reifen lies:



Er erzählte uns seine Geschichte, die mehr als grausam auf uns wirken sollte. Geprägt von ernsthaften Problem Zuhause ( näheres erwähne ich aus Respekt zu dieser Person nicht ), geriet er auf die schiefe Bahn. Mit 13 von „guten“ Freunden zum Punkte rauchen angestiftet, dann nach ca. 2 Jahren an der Nadel. Viele Psychologen, Sozialstunden und Haftstrafen prägten seinen weg. Mit 16 von Zuhause abgehauen, immer tiefer in die Szene gerutscht. Borderline- Syndrom, mehrere Selbstmordversuche. Bis heute noch andere psychische Probleme. Aber dennoch zeigte er uns, dass man nie aufgeben darf. Was er trotz allem noch erreicht hat. Wie wichtig doch die Menschen um uns rum sind. Was für Möglichkeiten uns unser Bewusstsein bietet im Umgang mit anderen. Ich habe großen Respekt vor seiner Kraft die er noch hat, auch wenn wir einige Zusammenbrüche miterleben mussten.



Alles in allem hat uns dies alles geprägt und von diesem Punkt an lebte ich anders. Fröhlicher , ausgeglichener, aber trotzdem druff. Dies war auch der oben genannte Punkt, an dem diese „alle hassen mich“ – Gedanken zurück gingen ( ich schreibe bewusst zurückgehen, denn ab und an hab ich sie selbst heute noch ).







Die Vertrautheit in unserer Runde geht noch weiter





Ich probierte das erste mal XTC, es war echt unglaublich wie glücklich und unbeschwert der erste Rausch war. Beim zweiten mal überschätze ich mich und nahm etwas zu viel , ca. 4 Teile in 1 ½ Stunden, die gesamte Nacht war ich ziemlich verstrahlt, hatte sehr deutliche OEV und CEV’s, ich tanzte von 12 Uhr bis 5 Uhr morgens sehr extrem. Der Weg nach Hause morgens um halb 6 zu Fuß war wie auf Wolle, obwohl meine Fußsohlen durchgetanzt waren, … als ich Zuhause ankam legt ich mich direkt ins Bett und konnte wunderbar einschlafen, obwohl mich die lustigen Spiralen an der Wand noch etwas wach hielten… Nach dieser Erfahrung nahm ich öfter XTC u. Speed zu mir… es gehörte einfach zum feiern dazu, wie die Musik (natürlich ausschließlich elektronischer Art …), schon bald machten sich die Nebenwirkungen bemerkbar, Depressionen, Aggressivität, man wusste nichts mit sich anzufangen ohne Zeug. Ich probierte Benzo’s (Diazepam 10mg)einmalig aus, für mich einfach nicht das Wahre, ich war verspult wie auch Teilen und müde als wäre ich verdammt stoned. Ich ließ die Finger hier von. Nun kam nach noch einige viele Partys und viele spannende und fiese Erfahrungen ( Spannend: Das Körpergefühl und die Empathie mit der Gemeinschaft. Fies: Die Filme die man schob, wurden immer stranger und verspulter. Bis öfter mal niemand mehr auf jemanden klar kam)



Der Wendepunkt – Fast 18 , Zeit Einsicht zu zeigen



Ich lernte ein Mädchen in meinem Alter kennen, traf mich mit ihr und ging mit ihr feiern und kam mit ihr zusammen, das erste mal das ich mir dachte aus der Beziehung wird was , ich erzählte ihr von meinen Erfahrungen, sie tolerierte es. Ich habe nun seit Anfang der Beziehung ( nun mehr als 8 Monate ) kein einziges Mal mehr Drogen zu mir genommen, bis auf die gesellschaftlich intregierten, wie Alkohol und Nikotin, aber auch in geringen Mengen. Bis auf einmaligen gemeinsamen Konsum von Cannabis ist bisher nicht mehr vorgekommen.





Mein Leben hat sich sehr zum positiven gewendet, zum realen positiven, den die Traumwelt in der ich lebte, war schön aber nicht die Wahrheit, es fing einfach alles zu früh an!...( Mit zu früh ist nicht zwingend das Alter gemeint, sondern eher die geistige Reife die man haben sollte um sich den Konsum quasi zu erlauben)



- Man sollte immer gut überlegen was man sich zumuten kann. Leider erfährt man seine Grenzen meist nur mit einer Überschreitung dieser. -



Ich habe bis heute einiges durch meine Erfahrungen gelernt und bin zugegeben sogar etwas stolz drauf, dass ich schon so viel erleben durfte. Der Preis hierfür war vergleichsweise zu hoch, denn psychisch strapazierte mich alles sehr ( Eltern, Schule, Freunde etc.). Heute weiß ich aber mit meinen Problemen umzugehen, habe ein geregeltes Leben, eine Ausbildung, bin nicht mehr so sehr verdreht im Kopf ( obwohl hier sicherlich Spuren zu erkennen sind).



So das Ende des Berichts ist erreicht, meine Worte reichten hoffentlich aus um dir meine Jugend bzw. mein Leben zu erklären und dir zu vermitteln das Drogen zwar ein großes Potential haben, aber nicht unterschätzt werden dürfen.



Ich bitte darum, mir eventuell ein Statement zu hinterlassen und Verbesserungsvorschläge nicht für dich zu behalten.



In dem Sinne



Ciao ...



... bei eventuellen Fragen stell sie ruhig in der Diskussion, ich werde mich dann privat bei dir melden, wenn ich die Zeit finde.