Langzeit-Berichte lesen
Übersicht:
| Titel: | Reflexion des Beginnes |
| Droge: | Cannabis |
| Autor: | MopsdeBops |
| Datum: | 20.04.2010 11:52 |
| Nützlichkeit: | 8,23 von 10 möglichen (26 Stimmen abgegeben) |
Bericht::
So auch ich möchte mal meine bisherige Kiffer Zeit darlegen. Das erste Mal war im Juni oder Juli 2007. Ist also fast 3 Jahre her.
Beginnen wir also vor dieser Zeit. Ich bin in einer mehr oder weniger normalen Familie aufgewachsen, Mutter Hausfrau, Vater Mech. und eine 2 Jahre ältere Schwester. Seit meiner Geburt wohne ich in der gleichen Stadt im gleichen Haus, ein wenig abseits vom Stadtzentrum, allerdings immer noch in der Stadt. Meine Eltern sind eher konservativ und, vor allem mein Vater, ausländerfeindlich. Bis zum Ende der 9. Klasse war ich ein kleiner patriotischer Mode-Punk. Wie das halt so ist mit ein wenig Nieten hier und da, Greenday Bandshirt und all dem Kram halt. Faul war ich schon immer, bevor ich angefangen habe zu kiffen. Immer nur gerade so viel wie sein muss um durchzukommen war mein Motto, und so habe ich mich auch gut durchgeschlichen. Ich war eigentlich auch schon seit ich ein kleines Kind war ein wenig molliger gewesen, von daher wurde ich oft gemobbt und den Kram halt, was ich, so finde ich jedenfalls, ziemlich gut weg gesteckt habe. Hatte nie wirklich viele Freunde und kam auch nie gut bei den Mädels an, aus dem vorhergenannten Grund. Nach der 9. Klasse begann für mich meine Informatiker-Ausbildung und ich nahm mir vor mich endlich so zu geben wie ich auch wirklich bin. Entweder werde ich in der Berufsschule und auch im Beruf akzeptiert, oder halt nicht und ich schlage mich alleine durch dachte ich mir. Wurde zum Glück akzeptiert wie ich war ;)
Nun aber zurück zum ersten mal Weed. Das war am Abschlussfest der 9. Klasse. Ich war also 15 Jahre alt und hatte vorher vielleicht 1-2-mal einen Schluck vom Bier des Vaters und sonst noch nie etwas. Doch das änderte sich an diesem Tag. Ich hab zuerst einfach ein wenig Bier und andere Drinks getrunken, doch dann bin ich mit einem Kollegen neben das Haus in den Wald. Dort waren ein paar andere mit einer Bong (was ich damals noch nicht kannte). Sie fragten mich ob ich auch kiffen wollte und ich bejahte. Dachte mir also, warum nicht mal versuchen. Sie erklärten mir wie es funktioniert und was ich beachten muss. Ich rauchte also die Bong (war nicht gerade klein, würde mal sagen 80 cm Rohr in etwa) und musste natürlich mal 15 Minuten Husten, hatte ja noch nie Rauch in der Lunge. Was von der Wirkung gespürt habe ich allerdings nicht wirklich, jedenfalls kann ich mich nicht daran erinnern etwas gespürt zu haben, war ganz normal.
Danach ging es in die Ausbildung. Die ersten 10 Monate waren nur Schule (Ist bei Informatikern im Kt. Solothurn (Schweiz) üblich). Und ich schloss erstaunlich schnell neue Freunde. Schnell fand ich heraus dass sie kifften und ich sagte einfach ich kiffe auch, einfach noch nicht so viel ;) Dann hat es sich halt ergeben mal ab und zu nach der Schule einen rauchen zu gehen. Schnell lerne ich diese Droge gut kennen und wusste wie sie wirkt. Ab und zu gingen wir auch über den Mittag einen rauchen, allerdings nicht all zu oft. Dann traf ich einen alten Freund aus der Primarschule wieder. Er war jetzt ein Punk. Wir verstanden uns gut, was wir auch schon in der Schulzeit taten. Wir haben also ab und zu was zusammen unternommen, und so lernte ich die Punk-Szene kennen. Mit der Zeit bin ich auch immer mehr zum Punk geworden. Ich begann über die Welt nachzudenken und meine Ansichten veränderten sich. Vom Patriot zum Linken. Natürlich wurde auch dort ab und zu gekifft. Das ging etwa so 8 Monate so weiter, ich hab einfach ab und zu mit gekifft, konnte nicht selber drehen und habe auch nie was gekauft.
Dann etwa im April 08 drehte ich meine erste Tüte unter Anleitung meiner besten Freundin und einem sehr guten Freund. Von da an war’s geschehen. Ich war unabhängig, ich konnte kiffen wann und wo ich will. Hm ne Moment... das Gras fehlt ja noch. Naja auch das war kein Problem, in der Stadt gibt es einen bekannten Ort wo man Gras herbekommt. Gut ich war also von nun an versorgt. War zwar wenig und ziemlich sicher auch gestrecktes Gras, aber ich wusste keine bessere Quelle. Von da an habe ich mir allerdings fest versprochen es grösstenteils beim Wochenende zu belassen, nicht unter der Woche, denn dann würde ich ja ziemlich schnell abhängig werden, dachte ich mir. Natürlich hab ich auch zwischen durch unter der Woche geraucht, allerdings äusserst selten.
Dann ging es wieder etwa ein Jahr lang so weiter, ohne grosse Komplikationen, die Eltern schöpften keinen Verdacht (habe auch nie zu Hause geraucht), in der Schule läuft’s noch normal und auch auf der Arbeit ist alles im Lot. Faul war ich wie gesagt schon immer, und das wurde auch nicht schlimmer. Doch dann passierte das unvermeidliche: Ich wurde erwischt. Das war im Februar 09 in den Sportferien als ich mit einem guten Freund und einer Freundin in der Stadt an der Aare (Fluss der durch die Stadt fliesst) einen geraucht habe. Wir haben also gemütlich einen geraucht und uns nichts dabei gedacht, bis plötzlich kurz vor dem fertigrauchen drei normalgekleidete Leute auf uns zusteuerten. Ich sofort den Stümmel ins Wasser geschnippt doch es war zu spät. Der eine meinte: "Den hätten sie gar nicht wegschmeissen müssen!". Da wusste ich, scheisse ich bin am Arsch. Da ich das erste Mal von der Polizei wegen so was durchsucht worden bin (wurde schon öfter durchsucht, aber nur solche "reine Routine Kontrollen" ohne etwas dabei gehabt zu haben) war ich recht nervös und hatte keine Ahnung, dass ich keine Angabe dazu machen muss. Hab also gestanden, dass ich einen Joint geraucht habe, allerdings nicht das ich noch etwa 5 Gramm dabei habe. Diese wurden auch nicht gefunden, da ich sie gut versteckt hatte. Zum Glück hatte ich schon immer Paranoia und habe das Grip etwa 1 Minute bevor die Blauen kamen versteckt. So und nun, was soll ich machen. Soll ich es meinen Eltern gestehen? Denn die bekommen das ja so oder so mit, da ich noch 16 Jahre alt war. Doch ein Freund meinte er wurde vor 2 Monaten auch erwischt, bekam aber nie einen Brief. So dachte ich, vielleicht habe ich auch Glück und es kommt nichts. Nach 2 Monaten war ich schon ziemlich überzeugt, dass da nichts mehr kommt, ein schwerer Irrtum. Als ich Einestages nach Haus kam warteten meine Eltern am Tisch auf mich und ich wusste sofort was los war. Ich sass mich hin und wurde etwa 2 Stunden lang aufs schlimmste zusammengebrüllt und all das halt, denn wie gesagt, meine Eltern sind konservativ und haben ein Problem mit jeglichen Drogen. Ausser Alkohol und Tabak natürlich, die sind nicht so schlimm. Gut, ich durfte eine Zeit lang nicht mehr aus dem Haus, ausser für zur Arbeit und in die Schule, doch nach 1-2 Monaten legte es sich einigermassen, doch die Stimmung war und ist auch heute noch angespannt. Hatte noch nie ein wirklich gutes Verhältnis mit meinem Vater.
Doch mit dem Kiffen aufhören wollte ich nicht. Hab einfach einen Monat lang nix geraucht, um mir selber zu beweisen, dass ich es noch kann. Und dann musste ich in die Suchtprävention, was hier so üblich ist wenn man das erste Mal beim Kiffen erwischt wird. Dort traf ich eine alte Bekannte und lernte neue Leute kennen. Natürlich gingen wir zusammen nach dem Kurs erst mal einen rauchen.
Von da an ging es wieder ganz normal weiter. Im Sommer 09 habe ich wieder Kontakt mit dem Freund aufgenommen, der mir das drehen beigebracht hatte (Er hatte inzwischen die Lehre abgebrochen, und darum hatten wir nicht mehr so viel Kontakt). Seit dem treffen wir uns praktisch jedes Wochenende bei ihm in seinem "Rümli". Natürlich nicht nur wir zwei, sondern wir sind eigentlich 5 Leute die fast jedes Wochenende was zusammen unternehmen, meistens im besagten "Rümli". An’s aufhören denke ich im Moment nicht. So wie es momentan aussieht habe ich vor mein Leben lang weiter zu kiffen, einfach in Maßen. Doch werde wohl in der nächsten Zeit wieder eine Pause einplanen, um zu schauen ob ich’s noch ohne kann.
Zu sagen ist auch noch das ich vor etwa 2 Monaten meiner Mutter gestanden habe, dass ich immer noch kiffe. Wollte es ihr einfach endlich sagen. Allerdings mein Vater weiss es nicht. Der meint ich hätte aufgehört.
Änderungen?
Eine Frage die ich mir oft stelle, und da bin ich wohl nicht der einzige, ist: Hat mich das Gras verändert? Dazu kann ich ziemlich sicher Ja sagen. Ob es nun auch ohne Weed so gekommen wäre weiss ich nicht, aber ich denke seit ich kiffe habe ich mich in meinem Charakter ziemlich geändert. Schon alleine meine Politischen Ansichten sind von rechts nach links gewandert und heute pass ich gar nicht mehr in dieses Links-Rechts-Denken hinein. Früher war ich ein grosser Egoist, doch auch das hat sicher verändert. Ich sehe viele Sachen anders als früher, mein ganzes Weltbild hat sich geändert. Doch möglicherweise wäre dies auch ohne Drogen passiert, das kann man nie sagen. Ich mag mich allerdings so wie ich bin, ausser dass ich endlich mal ein paar Pfunde verlieren könnte, aber das ist nebensächlich ;)
Das war mal so meine kleine Geschichte, wollte sie mal aufschreiben um zu schauen wie es überhaupt zu mir wie ich heute bin gekommen ist. Danke fürs lesen.
Edit: Den Konsum anderer Drogen habe ich weggelassen, denn das wären nur eine Erfahrung mit MDMA, eine mit DXM und eine mit LSD. Mehr war noch nicht ;)