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Übersicht:

Titel:Agriphila geniculea I - Stetiger Anstieg mit anschließendem Crash
Droge:Cannabis
Autor:Haki
Datum:15.07.2010 11:12
Nützlichkeit:9,11 von 10 möglichen   (55 Stimmen abgegeben)

Bericht::

Einleitung

Lange habe ich überlegt ob ich wirklich dieses „erste Kapitel“ meines Lebens noch niederschreiben will. Nachgedacht habe ich meiner Meinung ja schon mehr als genug darüber. Ich habe mich dann doch dazu entschieden einen zu schreiben, aus Gründen wie, naja … Fotos schießen ist nicht so mein Ding aber ich erinnere mich gern immer wieder an das was ich bisher so erlebt habe. Und da das nicht zuletzt mit Drogen zu tun hatte, dachte ich, ich kann das Ganze auch gleich noch hier ins Internet stellen.



Ich bin aktuell 19 Jahre alt und werde von dem Zeitpunkt an erzählen, an dem ich begann mich für Drogen zu interessieren, bis zu dem Zeitpunkt an dem ich überzeugend darauf hingewiesen wurde meine Einstellung mal etwas zu überdenken. Seither ist bereits noch mehr passiert, jedoch finde ich dass der im Folgenden beschriebene Zeitraum wunderbar in genau einen Bericht passt.



Meine Geschichte

Abschreckend fand ich den Gedanken daran Drogen zu nehmen noch nie. Ich kann mich noch gut daran erinnern: „Ich werde sicher mal rauchen!“ – eine Aussage die ich mit elf Jahren gemacht habe. In Bezug auf Tabakkonsum hatte es nie etwas mit Gruppenzwang oder Ähnlichem zu tun, sondern ich hatte es wirklich vor anzufangen. Warum weiß ich nicht, vermutlich wusste ich es damals auch nicht, ich fand die Vorstellung anscheinend irgendwie toll seine Gesundheit sinnlos zu schädigen. Glücklicherweise hatte ich mir aber wenigstens noch zwei Jahre damit Zeit gelassen. Mit 13, als ich auf meiner ersten öffentlichen Party war (damals war das bei uns vergleichsweise zu heute kein Problem in dem Alter bis um 2:00 Uhr morgens weg zu gehen), packte mich plötzlich der Gedanke „Es ist Nacht, dunkel, niemand sieht dich, jetzt schleichst du dich zum Zigarettenautomaten und holst dir n Päckchen“. (Dass meine Eltern über irgendwelche Bekannte darüber informiert werden wollte ich nämlich keinesfalls, nicht einmal meine Freunde wollte ich einweihen.) Gedacht getan, und in den Tagen darauf fing ich dann damit an. Die ersten paar Zigaretten paffte ich, bis ich dann endlich mal gerafft hab wie man inhaliert. Nach der ersten, auf Lunge gerauchten Zigarette wurde mir extrem schwindlig und zwei Stunden lang schlecht. Völlig egal! Das würde sich schon legen. Die erste Droge hatte ich also erfolgreich in mein Leben eingeführt.



Der Alkohol würde einen Monat später folgen. Ein Kumpel, der über den Fußballverein in dem er war, mit Leuten zu tun hatte die eine Hütte (Ort an dem sich Jugendliche in Bayern niedersaufen) betrieben, lud mich dann mal dazu ein zu so einer Hüttenparty zu kommen. Naja warum nicht. Ich weiß noch wie ich mir nicht wirklich vorstellen konnte, dass man auf eine Substanz in einen Zustand kommen könnte in dem man Dinge täte die man sonst nicht täte und beobachtete mein Verhalten an dem Abend ganz genau um mich eben unter Kontrolle zu halten. Dass man das mit null Erfahrung und null Toleranz unmöglich schaffen kann, konnte ich ja nicht wissen. Ich trank ein Cola-Weizen, laberte mit meinen Freunden, trank noch eins, trank ein Bier und plötzlich war ich stockbesoffen. Ich lief völlig überdreht durch die Gegend und lallte alle Leute zu und hatte jede Menge Spaß. Am nächsten Tag war ich sogar fit, vermutlich aufgrund der ziemlich geringen Menge an Alkohol die ich getrunken hatte. Alkohol wurde auch einfach mal mit „gut“ bewertet und ich trank halt seitdem immer wieder am Wochenende einen über den Durst. Auf diesen Partys begann ich dann auch offiziell zu rauchen, da es mir im Rausch egal war und die Kumpels bekamen es dann halt mit. Zigaretten waren es grob geschätzt aber trotzdem wohl erst durchschnittlich drei am Tag oder so.



Nach irgendeiner öffentlichen Party gingen zwei Kumpels und ich zu einem von Ihnen nach Hause. Wir waren 13, er 4 oder 5 Jahre älter. Wir hatten aufgrund älterer Brüder immer mit älteren Leuten zu tun. Bei ihm zuhause hat er dann vorm Schlafen gehen noch einen Kopf geraucht. Ich war interessiert, aber hatte auch gewisse Bedenken. Und mit den Worten „Nicht von diesem Zeug und nicht aus dieser Bong“ hat man mir den Zugriff ohnehin verwehrt. War kein Problem, er war älter, er hatte mehr Erfahrung, er würde es schon wissen. Allerdings wusste ich jetzt von Gras.



Erfahrungen mit Bong-rauchen folgten wenig später: Es war an einem Abend an dem ich bei dem Kumpel der mich auch zu dieser Hütte gebracht hatte bei ihm zuhause rumhing. Dabei waren noch zwei andere, die offensichtlich auch schon mit anderen Dingen als Alkohol und Tabak zu tun hatten. Irgendwie kam das Thema auf dass man Safran rauchen könnte und damit eine Wirkung erzielen könnte. (Ob das stimmt, weiß ich heute noch nicht, interessiert mich auch nicht). An dem Abend hatte es auf jedenfall keine. Da uns langweilig und (ich zumindest) sehr neugierig war, bauten wir uns eine Bong. Bestehend aus einer Colaflasche, einem ausgeschlachteten Stabilo als Chillum und einem Limo-Deckel als Kopf. Abgedichtet und zusammengeklebt wurde mit Kaugummi XD. Wir chillten uns also an den nahegelegen See und rauchten am Steg ein paar Köpfe Safran. Im Bong-rauchen war ich anfangs nicht sehr geschickt, hab es dann aber nach ein paar Versuchen rausbekommen. Vom Safran merkte ich (Eigentlich klar oder?!) nichts. Der Abend hatte trotzdem einen Effekt: Meine Lust auf Rausch durch Rauch wurde größer und es musste echt mal was von diesem Gras her.



Dauerte wieder nicht besonders lange ;-). Ein oder zwei Tage um ungefähr zu sein. Ich kam nachmittags im Freibad an und argh … ich vergeb jetzt schnell ein paar Namen, dieses „mit dem Kumpel, der….“ Nervt mich langsam:



Gerhard – der 17 oder 18-jährige den ich schon Gras rauchen sehen hab

Max – einer der Safran-raucher (16)

Tobi – der andre Safran-raucher (16)

Flo – damaliger Hauptbezugskumpel der mich auch in die Hütte gebracht hatte (wie ich: immer noch 13)



Ja also, genau diese Leute traf ich da. Sie unterhielten sich lachend über den Safran-Abend und meinten ich hätte grad was verpasst. Jetzt gäbs keinen Safran mehr. Verärgert fragte ich was sie meinten und Gerhard meinte ich solle mich noch eine halbe Stunde oder so gedulden. Besagte halbe Stunde später saßen wir auf der Wiese und Gerhard baute eine Tüte, die wir dann (uh, Überraschung) auch rauchten. Ich zog zwei oder dreimal an dem Ding und reichte dann weiter. Ich dachte mir „Wenn ich bei Alkohol so wenig gebraucht hab, dann hier ja vielleicht auch“. Gespürt habe ich, soweit ich mich erinnern kann, nichts. Allerdings machte mir das gar nicht soviel aus, in erster Linie interessierte mich nur mal, dass ich jetzt auch schon Gras konsumiert hatte.



In der darauffolgenden Zeit freute ich mich immer wenn wir irgendwas mit Gerhard unternahmen, da ich unbedingt wieder was rauchen wollte. Ab und zu kam es auch dazu, aber nicht allzu häufig. Auf die Kiffersessions war ich nicht eingeladen und wollte auch nicht danach fragen. Irgendwo wusste ich ja dann doch noch dass ich noch verdammt jung war. Verkaufen wollte Gerhard mir auch nichts. „Erst ab 16 oder so“, meinte er mal. Da er keinen Ärger haben wollte. Eigentlich gut nachvollziehbar. Nichtsdestotrotz fühlte ich mich dadurch aber ein wenig ausgegrenzt. Ich konnte jetzt allerdings schon ein paar Wirkungen verbuchen:

- Ich wurde ziemlich unsicher/schüchtern, traute mich fast nichts mehr zu sagen

- Naja … breit eben ;-)

- Fand alles ziemlich lustig

Ich kiffte gerne und es war immer was Besonderes/Aufregendes.



So, dann wurde ich jetzt mal 14. Und ich berichte jetzt mal von dem ersten negativen Erlebnis mit Drogen, genauer gesagt, Alkohol. Flo hatte sturmfrei und ich hatte es doch tatsächlich irgendwie geschafft ne halbe Flasche widerlichsten Schnaps namens „Buzuki“ oder so in mich reinzukippen. Ich weiß noch dass ich auf jedenfall betrunken werden wollte und hab halt immer n kleines bischen von dem Assizeug getrunken. Allerdings kam irgendwie, ohne dass ich es richtig realisierte schon eine ziemliche Wirkung: Ich konnte immer problemloser größere Schlucke trinken bis ich dann schon 3 oder 4fache weghaute. Nach 350ml 40%igen in einer dreiviertel Stunde hatte ich den bis heute heftigsten Rausch. Totaler Blackout ich weiß nur noch ein par Szenen der nächsten Viertel Stunde nach dem letzten Schluck und dann nichts mehr. Mir wurde allerdings erzählt dass ich im Schlafzimmer von Flo in hohem Bogen auf eine am Boden liegende Matraze und ein Bett gekotzt hätte. Desweiteren habe ich wohl mitten unterm lallen mal aufgehört zu „sprechen“ und bin einfach rückwärts umgekippt und mit dem Hinterkopf auf dem Boden aufgeschlagen. Von dem Zeitpunkt an hab ich wohl ziemlich geschielt (nur für den Abend, Gott sei Dank). Meine zwei Kumpels haben dann irgendwann meinen Dad angerufen, der mich dann abholte. Ziemlich desorientiert bin ich am nächsten Tag in meinem Bett aufgewacht und konnte mir nicht erklären was passiert war, nur dass es mir psychisch und physisch beschissen ging. Meine Eltern haben mir aber keine Vorwürfe gemacht. Mein Dad hat gar kein Wort dazu verloren und meine Mutter meinte nur (das aber schon in einem sehr ernsten Tonfall) dass ich zukünftig besser aufpassen soll. Mich selbst hat es belastet, da ich Flo Scherereien bereitet habe aber, und das weiß jeder: So ein Erlebnis hält fast niemanden dauerhaft vom Trinken ab.



Aber Alkohol hin oder her, das war was das man halt standardmäßig auf Partys konsumiert, was ich wollte war Hasch/Gras. Es traf sich gut dass Max das irgendwie mitbekommen hatte dass ich von Gerhard nix bekäme und er bot mir an mir was zu besorgen. Ich war begeistert und tatsächlich: Eine Woche später hielt ich voller Stolz meinen ersten Zehner (sagt man das so? Zehner=Gras für 10 Euro?) in der Hand. Ich hütete es wie einen Schatz. Ich rauchte selten was davon, es hielt glaube ich eineinhalb Monate, aber ich holte es jeden Tag mal aus dem Versteck um es mir anzusehen ;-). Ich involvierte einen guten Kumpel aus meiner Klasse, nennen wir ihn mal Sammy. Er wollte es auch ausprobieren und so kam es dann dass wir uns auf einer Privatparty (Wieder so ne Art Hütte) treffen wollten und dann eben mal zwischendurch einen zu Rauchen. Ich drehte zuhause das erste mal selbst eine Tüte. Meine Güte wie meine Hände gezittert haben! Die erste Konstruktion meinerseits war …. Naja wie man es eben erwartet ;-). 3-Blatt, ich konnte nicht mal richtig Zigaretten drehen aber es kam zumindest etwas Rauchbares dabei heraus. Auf der Party rauchten wir dann auch. (abseits von allen anderen, davon durfte keiner was mitbekommen) Sammy merkte wie ich beim ersten Mal nichts, war allerdings von da an auch drauf aus dass er das Erlebnis wiederholen möchte.



Naja die Jahre 14-16 vergingen mit ner halben Schachtel Zigaretten am Tag, Saufen am Wochenende und Kiffen wann immer es möglich war. Leider, war es nicht oft möglich. Meine Connections waren mehr als schlecht, auf Partys konnte ich immer wieder mal irgendwo mitrauchen aber dass ich mir was holen konnte klappte aus immer verschiedenen, nervigen Gründen seltenst. Jährlich waren zwar immer ein par Monate dabei in denen häufiger was ging und in denen ich oft konsumieren konnte und ansonsten halt ab und zu. Meine erste Bong kaufte ich mir glaube ich sogar noch Ende 14. Auf jeden Fall wurde ich allerdings ziemlich süchtig. Der Wunsch danach zu Kiffen hatte in meinem Leben Priorität. Mein Aussehen: Weite Klamotten, verschiedene Styles gemischt und lange Haare. Zusammen mit meiner verträumten, sinnlosen Art entwickelte ich das Image eines ziemlich fertigen Typens. Meine Noten in der Schule waren bis Ende der achten Klasse miserabel. Ich ging auf die Realschule. Einen Zusammenhang zwischen Kiffen und schlechten Noten kann ich allerdings nicht herstellen, da sich meine Noten ab der Neunten (weil Bewerbungszeugnisse) extrem verbesserten, allerdings auch mein Konsum anstieg. Als ich in der 10ten meine letzte Abschlussprüfung geschrieben hatte ging es um 11:00 Uhr vormittags direkt zur nächsten Hütte und acht Bier weghaun. Mir gings dann so mies dass mich Sammy mit dem Roller heimbrachte, wobei ich ihm irgendwie Kotze an seine Jacke geschmiert hatte. Naja egal, ich schlief 5 Stunden und Abends wieder saufen. Aber das ist ja irgendwie normal ;-)



In dieser Zeit war ja auch noch Spice legal und als ich davon Wind bekam wollte ich es natürlich ausprobieren. Ich orderte 3g Spice-Silver für irgendwas über 20 Euro glaub ich. Kam nach drei Wochen erst an. Wirkung hatte es zwar, jedoch war es im Vergleich zu Gras uninteressant. Und nochmal das Risiko einzugehen 20 Euro, für eine potentere Sorte auszugeben wollte ich nicht eingehen.



Irgendwann hab ich dann mal was Ungewöhnliches in meinem Dope gefunden, nämlich Samen! Dass man da, besonders bei mangelhaften Connections, auf „Ideen“ kommt is‘ ja klar. Nach ausreichender Aneignung von Grow-Wissen (Big-Thx@Cannabisarchiv, R.I.P ;-( ) Besorgte ich mir die nötige Ausrüstung und begann höchst unvorsichtig zu grown. Meine Mum hat die Dinger, als sie noch ganz klein und in Töpfen waren sogar mal rumgetragen aber ich konnte mich noch rausreden. Irgendwann hab ich die kleinen dann mal ausgesetzt. Dazu bin ich auf ein benachbartes Dach geklettert und in das darunterliegende Brenesselfeld gesprungen. 5qm freigemacht und die fünf Pflänzchen mehr oder weniger sich selbst überlassen. Noch genügend Schneckenkorn ausstreuen und dann konnte ich fünf Tage lang nicht nach ihnen sehn. Nach dieser knappen Woche ging ich mit mulmigen Gefühl wieder hin und …. OMG SIND DIE GEWACHSEN! XD. Ich liebe diese Pflanzen ;-). Was allerdings nicht so gut war: Nach einer Woche kamen meine Eltern in mein Zimmer und fragten mich ob ich Drogen nehmen würde. Anscheinend ist das irgendwie aufgeflogen und es lief drauf hinaus dass ich meine Pflänzchen abreißen musste *kotz*. Später hab ich nicht mehr gegrowt aber…. Mal sehn.



Nach 2-3 Monaten des ständigen Feierns und Rumhängens (in denen allerdings immer noch kein täglicher Gras-Konsum herschte) begann ich meine Ausbildung zum Fachinformatiker in einer Firma. Die ich allerdings nie sonderlich gut meisterte. Ich tat zwar immer mein Bestes die mir übertragenen Aufgaben zu machen, aber irgendwie fehlte mir einfach die Initiative/Selbstständigkeit/Begeisterung/Ausdauer für diesen Beruf. Im ersten Lehrjahr traf ich einen Praktikanten in meiner Firma mit dem ich dann öfters in Mittag ging. Er fragte mich irgendwann einfach ob ich kiffen würde weil ich so rüberkäme. Ich bejahte und fragte ihn ob er ab und zu mal was organisieren könne. Ging klar – ich freute mich riesig über eine zusätzliche Connection. Der Konsum stieg während des ersten Lehrjahres an und als dann auch ein befreundeter Hotelfachmann richtig miteinstieg hatte ich endlich was ich schon immer wollte: Immer was zur Verfügung. Ende ersten Lehrjahres nahm ich mir einen Monat Urlaub den ich zu 45% mit zwei Kumpels (dem Hotelfachmann - Robert und noch einem – Alexander) auf Alexanders Couch und zu 45% mit ihnen bei mir auf der Couch verbrachte. Auch nach dem Urlaub ging es ähnlich weiter. Ich war jedoch niemals in der Arbeit oder Schule bekifft. Darin sah ich einfach keinen sinnvollen Effekt, lediglich eine Leistungssenkung. Schule gings mir gut (gut=2) Arbeit nicht so gut. Aber das merkte ich nicht, ich arbeitete halt immer so vor mich hin, theoretisch lernte ich alles, praktisch fehlte mir aber (was ich erst Ende des dritten Lehrjahrs richtig merkte) einfach die Energie.



Ansonsten fehlte mir aber nie die Energie! Im Gegenteil, ich hatte immer Lust darauf irgendwas zu unternehmen Partys/Skaten und als ich 18 wurde fing ich sogar an ins Fitnessstudio zu gehen. Ich war zwar jeden Tag bekifft, konnte das aber mit allem gut vereinbaren – nur nicht mit meinem Nicht-Kiffer-Freundeskreis auf dessen Partys ich ständig kiffte. Da gabs immer wieder Streitereien und diese unglaublich behinderten Alkohol vs. Dope-Diskussionen die immer exakt den gleichen Verlauf hatten. Ich konnte es nicht mehr hören. Mir konnte zwar nie jemand einen wirklich negativen Aspekt an Gras nennen (bis auf die Illegalität) aber selbst wenn: „Mein Gott! Das ist mir doch völlig egal! Lasst mich einfach in Ruhe, ich komm schon klar!“. Freunde die sich um einen Sorgen machen sind irgendwie „Ein zweischneidiges Schwert“ wie man so schön sagt, einerseits freut/freute es mich dass ich manchen Leuten anscheinend (da war ich mir nicht mal so sicher z.T. dachte ich „Die wollen sich nur wichtig machen“, „Die brauchen was zum lästern“ etc.) bedeute andererseits, und das zum größeren Teil konnte ich es nicht ertragen wenn mir irgendwer in mein Konsumverhalten dreinreden wollte. Irgendwann ging mir das Ganze so unendlich auf die Nerven dass ich immer weniger mit ihnen zu tun haben wollte. Ich kiffte eben mit Leidenschaft und wer das nicht tolerierte konnte mich mal. Wo wir gerade bei Toleranz waren: So eine stellte sich bei mir nur sehr gering ein. Selbst nach einem Jahr jeden-tag-dicht reichten mir noch 3-4 Köpfe einer 50/50-Mische um ordentlich stoned zu werden. Die Gier trieb mich zwar meistens nach noch ein bischen mehr aber Geldprobleme hatte ich nie. Das Ausbildungsgehalt reichte locker für Benzin, Auto abzahlen, Partys und natürlich den Konsum. Ich kaufte mir mal einfach 25g (für 200 Euro) um mal ne Zeit lang meine Ruhe zu haben. Hatte ich auch für so 6-7 Wochen und das obwohl noch Leute mitrauchten. Trotz ausreichend Geld kam die Lust auf Dealen auf. Ich und Robert kauften also so 70-80 Gramm. Er hatte seinen Teil nach n par Tagen los, ich allerdings erst mickrige 5g nach einer Woche. War mir egal, ich brauchte ja kein Geld und was ich wirklich wollte war für ein par Leute etwas zu sein was ich selber nie hatte: Jemand den man anrufen konnte um sich noch am selben Tag völlig stressfrei ne Ration zu holen. Rumsprechen würde es sich sowieso mit der Zeit. Und immer nen ordentlichen Batzen zuhause rumliegen zu haben war auch kein schlechtes Gefühl.



Ich hing an irgendeinem ganz normalen Samstagvormittag bei Alex rum und plötzlich meinte er: „Ich will dir irgendwas tätowieren!“. Die Idee fand ich gar nicht schlecht und nach ner Minute überlegen wusste ich auch schon was ich haben wollte: Die chemische Strukturformel von THC, C21H30O2 auf der Innenseite meines rechten Fußes. Bekam ich auch und mithilfe einer normalen, mit Faden umwickelten Nähnadel und Tusche setzten sich langsam die einzelnen Buchstaben und Zahlen dieser wunderbaren Formel unter meiner Haut fest. Geil! Das passte einfach wahnsinnig gut, auch Alex und seine Freundin waren ganz begeistert.



Naja gut …. Also das nächste erwähnenswerte wäre dann mal Speed. Ich hatte schon immer Lust auf was Neues, aber nicht genug dass ich mich richtig darum kümmern würde. Trotzdem war die Vorfreude riesig als ich bei Alex zuhause auf Robert, der später mit ner Ladung Speed antanzen wollte, wartete. Als er dann da war zogen wir alle ne Line und ich dachte mir nur: „Naja…. Gibt besseres.“ Wer weiß, vielleicht wirken Upper bei mir so schlecht wie es Downer gut tun, vielleicht war die Qualität schlecht, vielleicht auch einfach die Menge zuwenig. Ich wollte auf jedenfall noch eine ziehen, brachte den Vorschlag aber nicht, da es ja nicht meins war und die anderen auch keine Anstalten machten noch ne Line zu ziehen. Was Dinge von Andern angeht bin ich immer recht zurückhaltend und warte darauf bis mir was angeboten wird, keine schlechte Eigenschaft wie ich finde. Allerdings integrierte es sich eben doch ein wenig. Vor Parties, auf Sessions vielleicht mal eine jedoch belief es sich bis zum Ende dieses LZ’s auf maximal 10 Lines …



Das Ende dieses LZ’s… zu dem sollte ich wohl auch mal kommen, aber n bischen was muss ich noch erzählen und wenn ich bloß daran denke … oh je … naja was muss das muss:



Ich war jemand der alles im Griff zu haben schien. Selbstbewusst, Freude am Leben, Arbeit, Auto, mehr als genug Freunde, Freizeitbeschäftigungen, Respektiert, problemloser Umgang mit Drogen und sogar sportlich bin ich mittlerweile geworden: Was sollte denn mir bitteschön passieren?! Dass ich ein Hirn habe das nicht mit allem was ich mache sofort einverstanden sein muss war mir nicht bewusst …



Robert war aufgefallen dass es mit dem Dealen bei mir nicht gerade von selbst läuft und meinte: Fang doch einfach mit Koks an! Ich war nicht gerade überzeugt, da ich niemanden kannte der kokst und es noch nicht mal selbst ausprobiert hatte. Jedoch kam darauf nur die Antwort dass er genug Leute kenne und das schon werden würde. Nach Zusammenrechnen der Finanzen kam raus dass ich mit 8g beginnen könnte und dabei so ein Gewinn von 200 Euro rauskommen würde. Klang nicht schlecht und er leitete alles in die Wege….



Parallel dazu hing ich schon seit ein par Wochen ständig zusammen mit Flo und Max bei Gerhard rum. Beim Kiffen kamen mittlerweile höchst philosophische Gespräche zustande. Und ich begann über Dinge nachzudenken über die man in psychisch gesunden Zustand vermutlich gar nicht in der Form nachdenken kann. Überall konnte es mich treffen: Bei der Autofahrt, beim Training, beim Kiffen  Ich bekam „Gedankenflashs“ wie ich sie nenne. Meine Gedanken kreisten nur noch um irgendwelche Fragen die ich heute nicht mehr verstehen kann. Aber ich weiß dass ich irgendeine Art „Formel“ oder Wissenschaft, mit der sich noch niemand befasst hatte, bei deren Verständnis man jedoch als eine Art Gott durch die Welt gehen würde, ausarbeiten wollte. Wenn mich so ein Flash packte bekam ich fast nichts anderes mehr mit, ich hörte nur noch meine Gedanken und sah diese Bilder die ich mir im Wahn zusammenspinnte. Ich halluzinierte nicht, aber man kann sich ja Bilder vorstellen und das tat ich, da man diese Formel mit Worten alleine nicht begreifen können würde. Mein Verhalten wurde richtig abnormal, ich antwortete auf manche Fragen auf eine Art und Weise bei der sich doch jeder denken musste: „Was ist denn mit dem los?“. Nach ein paar Tagen bekam ich allerdings langsam das Gefühl dass ich es jetzt langsam rausgefunden hätte. Irgendeine Theorie über Gefühle und Gedanken die man innerhalb eines unendlich kleinen Zeitpunkts erfassen konnte würden die gesamte Realität die man wahrnahm bis man den nächsten Zeitpunkt erreichte bestimmen und … ach keine Ahnung was für n‘ Mist das war. Es erschreckt mich gerade dass ich das überhaupt noch weiß. Ungefähr so verhielt ich mich: Ich „konzentrierte mich auf einen Zeitpunkt“ und „begann zu leben“. Oh my fucking god jetzt weiß ich es ja: Ich hatte ne üble Psychose. Dieses Leben „konnte“ ich dann so gestalten wie ich wollte, alles war irgendwie resettet, Beziehungen zu anderen Menschen und überhaupt alle Gegebenheiten. Alles war so wie bis zu dem letzten Zeitpunkt an dem ich mich erinnern konnte, eben wie bei meiner geistigen „Geburt“ und weiter konnte ich mich auch nicht mehr zurückerinnern. Einmal meinte eine Freundin zu mir „Hey vorgestern hast du doch … blablabla … weißt du das nicht mehr?“. Wütend dachte ich „Wie soll ich bitteschön etwas wissen das vor meiner Geburt passiert ist?!“. Richtig geil ;-(. Nach einem Abend mit wirklich vollständigem Realitätsverlust, Blackouts und Wahnvorstellungen an dem ich nackt, vollkommen irre und agressiv die Wände hochklettern, jeden zusammenschlagen und auf diese Art und Weise die Galaxie neu erschaffen wollte, konnten sich meine zwei Kumpels die das mitbekamen sowie mein Dad der mich abholte anscheinend noch vorstellen dass ich mir einfach ne Überdosis Teile eingeworfen hätte und ich am nächsten Tag schon wieder normal sein würde. Tja, WAR ICH NICHT!



Es ging am nächsten Tag genauso weiter und … ich schätze mal Mittags des nächsten Tages fand ich mich dann auf einem Bett fixiert in der Psychiatrie wieder. Irgendwie realisierte ich zwar dass ich mich in eine etwas missliche Lage manövriert hätte aber … nun ja wie soll ich sagen: Ich dachte eben dass diese Unwissenden einfach nicht verstünden dass ich das größte Genie aller Zeiten wäre und ich mich jetzt einfach ein wenig normal verhalten müsse bis ich wieder freikäme. Naja nachdem ich mich zwei Tage oder so entsprechend verhalten hatte wurde ich auch wieder losgemacht. Das war ein Fehler ihrerseits: Wie von Sinnen schlug ich auf den 125kg schweren Pfleger ein der es dann aber glücklicherweise zusammen mit zwei Pflegerinnen (die aufgrund meiner Gewalttaten am nächsten Tag nicht zur Arbeit gehen konnten) mich niederzuringen und am Boden zu halten bis das restliche Personal kam, mich wieder fixierte und mit Medikamenten vollpumpte. Hallelujaperidol! Mit verzerrtem Gesicht krümmte und wandten sich mein Kopf und alle Gliedmaßen die nächsten Tage in alle nur erdenklichen Richtungen. Fuck war das asslig. Aber jetzt wurde ich wenigstens wirklich langsam wieder klar und nach zwei weiteren Tagen wurde ich wieder losgemacht. Ziemlich verwirrt und unsicher saß ich stundenlang einfach auf meinem Bett und ging ab und zu ein par Schritte … Abends erklärte mir die Pflegerin dass ich über Nacht nochmal festgemacht werden würde, da die niedrig besetzte weibliche Nachtschicht einen weiteren Ausbruchsversuch wohl nicht verhindern könne. Missmutig stimmte ich zu. Ab dem nächsten Morgen ging es dann aber wieder bergauf. Ich bekam die ganze Station zu Gesicht, redete mit anderen Leuten (Alkis und eine Politoxe) und wurde langsam wieder normal. Stressig waren jedoch die Nebenwirkungen des Haloperidols das ich ja noch immer bekam und mich am SMS-Schreiben etc. hinderte. Ich sagte aber nichts. Nach ein par Tagen wurde ich dann auf eine offene Station versetzt. Beim „Begrüßungsgespräch“ mit der dortigen Oberärztin wurden auch die Nebenwirkungen des Haldols bemerkt und sie meinte sie würde mir etwas dagegen geben. Sie injizierte mir Akineton. „Es kann sein dass meine Stimme etwas schweeereeer uuund laaangggsaaameeer wiiiiiiiiiiiii“ – WUMM. *Blinzel* - auf dem Boden liegend blickte ich planlos in die höchst besorgten Gesichter eines Pflegers und der Oberärztin die mich aufgeregt fragten ob alles in Ordnung. „Ja … äh mhhh … ja“ – antwortete ich etwas verplant und „Fuck ist das geil!“ – dachte ich, und versuchte im Liegen das Gleichgewicht zu halten ;-) Ich wurde auf mein Zimmer begleitet und darauf hingewiesen dass ich unbedingt was essen müsse. „Jaja mach ich“ – und als sie weg waren, legte ich mich voll begeistert auf den Boden, rollte herum und genoss den Flash XD. Ich hoffte wirklich ich würde das noch öfter bekommen. Bekam ich aber nicht, da auch das Haldol abgesetzt wurde und ich jetzt 3mg Risperidon täglich bekam. Ich bekam ab und zu Besuch von meinen Eltern, schrieb Briefe, telefonierte und erhielt einmal einen Anruf von Robert in dem es um die 800 Euro ging die er fürs Koks bräuchte und wo ich verdammt nochmal stecken würde. Das tat mir ziemlich Leid da ich echt nicht wusste wie ich ihm das Geld geben sollte. Bei einem Besuch von ihm, Alex und dessen damaliger Freundin erklärte er mir aber dass er es mithilfe seiner Schwester geregelt hätte. Was mich ziemlich erleichterte. Nach insgesamt 13 Tagen Klinikaufenthalt (verdammt wenig eigentlich) wurde ich entlassen.



Das Ganze ist jetzt acht Monate und ich könnte eigentlich noch munter weiterschreiben aber wie bereits am Anfang erwähnt: Ich halte das einfach für einen passenden Abschluss meiner Jugendstory. Jetzt gibt’s sogar noch ein kleines Fazit ;-)



Mein damaliges Fazit

„Alles was eine Psychose auslösen kann wird jetzt weggelassen! Das muss ich echt nicht nochmal haben. Dass mir auf Wheed sowas passieren könnte hätte ich nie gedacht … „



Dass mir, aufgrund des Risperidons und des damit in Verbindung stehenden Alkoholverbots das ich anfangs noch respektierte ;-), eine äußerst rauschfreie Zeit bevorstand störte mich nicht einmal so. Ich wollte das Ganze irgendwie … naja „wieder gut machen“. Ich fühlte mich schuldig weil ich nie auf jemanden gehört habe bzw. beim Selber-Informieren immer die Links zu „Gefahren“ übersprungen haben …



Ausblick

Ja allerdings, ich habe vor nochmal sowas abzuliefern, aber erst so in ca. 7 Monaten. Hier ein paar Dinge auf die ihr euch „freuen“ könnt XD:



- Mein Leben ohne THC

- Nachwirkungen dieses einschneidenden Erlebnisses

- Die Entdeckung von land-der-träume

- Das Come-Back



Schlusswort

Ich hoffe es haben ein paar Leute den Bericht gelesen die was damit anfangen können. Ich selbst bin eigentlich ganz zufrieden damit. Während des Schreibens habe ich den Kopf geschüttelt, gelächelt, sehnsüchtig in die Luft gestarrt und bin schließlich noch abgeschreckt zurückgewichen und bin jetzt doch froh darüber das Ganze noch zu Papier gebracht zu haben. Seine Gedanken aufzuschreiben ist irgendwie einfach intensiver und aufschlussreicher als sie nur zu denken.



Ach ja und THC wird oft verharmlost und sollte nicht unter- blablabla den Scheiß kann ich nicht mehr hören und schon gar nicht schreiben Meine Meinung: Gras ist der Hammer.



Danke fürs Lesen



Cya

Haki






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