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Titel:Unsere geliebte Volksdroge
Droge:Alkohol
Autor:BelRiverCafe
Datum:24.08.2010 14:06
Nützlichkeit:9,32 von 10 möglichen   (108 Stimmen abgegeben)

Bericht::

Ab wann ist man ein Alkoholiker? Viele von euch werden wohl sagen: „Wenne dir morgens zum Frühstück schon deinen Doppelkorn reinpfeifst…“ Aber fängt Alkoholismus nicht schon viel früher an? Beim Begriff Alkoholiker denkt man doch sofort an den Penner vom Bahnhofsviertel der den Tag damit verbringt Pfandflaschen zu sammeln um sich bloß den exquisiten 4 Euro Tropfen vom ALDI besorgen zu können. Das aber auch ein „normaler“ Mensch zum Alki werden kann, kommt vielen nicht in den Sinn. Dieser Bericht spiegelt die letzten 3 Jahre meines Lebens dar. Ich werde euch von einigen meiner Alkoholtripps erzählen und wie der Alkohol immer mehr in mein Leben trat und dieses beeinflusste. Ich hoffe damit zu erreichen dass einige sich mal selber Gedanken machen wie sehr der Alkohol ihr Leben doch schon prägt und sich immer näher dem Abgrund zu bewegen. Ich schreibe dies aber nicht nur für euch sondern auch für mich. Ich versuche derzeit das erlebte aufzuarbeiten und hoffe dass der Bericht mir dabei selber hilft. Wie ernst mir dieses Thema ist werdet ihr daran feststellen dass ich nicht einen einzigen Smiley in diesen Bericht einfügen werde. Normalerweise schaffe ich keine drei Sätze ohne einen Smiley, *hier hätte jetzt normal auch einer gestanden* aber Alkohol ist einfach nicht zum lachen.



Leider gehört der Alk in unserer Gesellschaft schon zum guten Ton. Sei es der Sektempfang, das Feierabend Bier, oder der Absacker nach ’nem guten Essen. Überall begegnet uns Alkohol und viele vergessen dadurch: „ALKOHOL IST EINE DROGE“ Wie viele dies unterschätzen kann man selbst hier bei Land der Träume schon sehen. Über Alkohol findet man gerade einmal 6 Langzeitberichte selbst über Heroin (10) findet man mehr, aber zum Thema Verleugnung werde ich auch noch kommen.



Was genau ist nun also Alkoholismus? Laut wiki handelt sich um eine progressive Krankheit in deren Verlauf sich die Beschaffung und der Konsum von Alkohol zum lebensbestimmenden Inhalt entwickeln kann. Typische Symptome sind der Zwang zum Konsum, fortschreitender Kontrollverlust, Vernachlässigung früherer Interessen zugunsten des Trinkens, Leugnen des Suchtverhaltens, Entzugserscheinungen bei Konsumreduktion, Nachweis einer Toleranz gegenüber Alkohol „Trinkfestigkeit“ sowie der Veränderung der Persönlichkeit. Dass ich ein Alkoholproblem habe, hab ich lange auch deshalb geleugnet da ich mich vor allem an den ersten beiden Symptomen Kosumzwang und Kontrollverlust festgebissen hatte. Dies ist nie ein Problem gewesen, also kann ich kein Alkoholiker sein. Ich geh jeden Tag zur Arbeit und leiste gute Arbeit, heißt ich „funktioniere“. Aber dafür gibt es auch eine Definition, nämlich der funktionierende Alkoholiker. „Die Alkoholkrankheit kann bereits durch den regelmäßigen Konsum kleinerer Mengen beginnen. Nicht immer fallen die Betroffenen durch häufige Rauschzustände auf. Die Alkoholkrankheit eines Betroffenen ist nicht immer von außen bemerkbar. Ist der Betroffene weiterhin leistungsfähig, spricht man von einem funktionierenden Alkoholiker. Die Alkoholkrankheit verläuft relativ unauffällig und langsam (meist über mehrere Jahre hinweg). Den erkrankten Personen wird die Schwere ihrer Erkrankung oft nicht bewusst; sie leugnen sie oft ganz.“ Und genau das bin ich. Aber bis ich das endlich eingesehen hab, hat es lange gedauert. This is my story



Meine Geschichte beginnt Anfang 2007. Ich hatte meine Ausbildung zum Industriekaufmann in einem großen deutschen DAX-Unternehmen beendet und fand auch im Unternehmen eine Stelle in meinem Traumberuf, zwar an einem anderen Standort in Norddeutschland rund 300km von meiner Heimat entfernt, aber man ist ja jung und flexibel… doch eigentlich beginnt alles schon viel früher, nämlich im Alter von 10 Jahren. Da rauchte ich die erste Zigarette. Seit ich 13 bin rauche ich nun ’ne Schachtel am Tag, im selben Jahr der erste Kaffee, seit dem brauch ich morgens erstmal einen Kaffee um den Motor anzuschmeißen. Im Alter von 16 das erste Mal kiffen, nun Dauerkiffer. Mit 19 das erste Tattoo nun kommt jedes Jahr ein weiteres dazu. Wie ihr seht bin ich ein verdammt suchtanfälliger Mensch. Ich liebe alles was irgendeine Reaktion im Gehirn hervorruft. Aber mit Alkohol konnte mir so etwas natürlich niemals passieren. Als Alkoholiker wird man schon geboren und die Penner auf der Straße haben ihr ganzes Leben nie was anderes gemacht als sich von morgens bis abends volllaufen zu lassen…



Nun zog ich also hier oben hin, kannte natürlich niemanden, also meldete ich mich hier als erstes im Fitness-Studio an und verbrachte da viel Zeit nach Feierabend und an den Wochenenden. Sport war für mich während der Ausbildung ein wichtiger Bestandteil meines Lebens geworden. Ich war früher sehr übergewichtet, schaffte es so aber innerhalb von 18 Monaten 35kg abzunehmen. Leider gehöre ich zu den Menschen die an einer Chips-Tüte nur riechen müssen und schon 2 kg mehr auf den Rippen haben. Da ich nun mal auch gerne esse und koche kann ich mein Gewicht nur kontrollieren wenn ich konsequent Sport treibe. Und dann fängt es an… Ich war gerade 6 Wochen am neuen Standort und es Stand das Betriebsfest bevor. Mein direkter Vorgesetzter war nicht da (also kann man ruhig ’nen Schluck mehr trinken) aber auch leider der einzige Kollege mit dem ich bisher ganz gut Kontakt hatte. Zu meinen anderen beiden Kollegen hatte ich noch nicht so den Draht gefunden, also war ich praktisch allein unter Fremden. Ich bin von meiner Persönlichkeit nun jemand der auf Menschen nicht einfach zu gehen kann, also Griff ich zum Alkohol, damit klappt das einfach. Nachdem ich dann auch schon einige Ballentines on the Rocks getrunken hatte landete ich bei den Mädels aus der Küche. Eine super lustige Truppe mit der ich viel Spaß hatte und natürlich auch getrunken habe, leider aber auch sehr Trinkfest. Während die sich einen Baileys nach dem anderen reingekippt haben habe ich in gleicher Weise weiter meinen Whiskey gesoffen… Fataler Fehler! Das Ende vom Lied war, dass ich von unserem Betriebsratsvorsitzenden und dem Standortleiter ins Taxi getragen werden musste. Es war mir natürlich mega unangenehm am Montag zur Arbeit zu erscheinen und ich hab eigentlich mit nehm riesen Anpfiff gerechnet, aber weit gefehlt. Alle waren super nett zu mir und niemand nahm es mir übel, es hat echt nur noch gefehlt das mir einer auf die Schulter klopft und mir zu meinem Absturz gratuliert. Ein Kollege erklärte mir, dass dies mich symphatisch und menschlich gemacht hat. Was hab ich draus gelernt: Alkohol ist einfach klasse…



So verging rund ein Jahr, im Job lief alles super Klasse, verstand mich toll mit meinen Kollegen, hatte Spass an meiner Arbeit und erhielt auch viel Anerkennung von Vorgesetzten dafür. Doch das war mein Arbeitsleben, mein Leben nach der Arbeit war nicht so toll. Ich schaffte es einfach nicht einen Draht zu den Norddeutschen zu kriegen und so verbrachte ich die Abenden und Wochenenden wenn ich mal nicht in meiner Heimat war alleine vor der Glotze. Mit Kiffen war das natürlich auch ganz nett aber es verlierte immer mehr an Reiz, je mehr man raucht desto weniger knallt es einfach nach der Zeit und da ich eh wegen Drogentests aufpassen musste, kiffte ich nur noch wenn ich Urlaub hatte. Aber so wurde mir natürlich immer langweiliger und da man in der Stadt in der ich lebe nicht wirklich viel alleine unternehmen kann, begann ich an den Wochenenden auch alleine zu trinken, gar nicht mal so viel, aber angesäuselt war ich immer, so wurde wenigstens das Fernsehprogramm interessant. Ende 2008 flog ich dann mit 2 Freunden in die Türkei, da der Sommer so für den Arsch war wollten wir natürlich so viel Sonne wie möglich mitnehmen weshalb wir immer recht früh (manchmal um 6) aufgestanden sind, also auch spätestens um 12 im Bett lagen. Besoffen fällt einem dies natürlich nicht wirklich leicht also tranken meine Freunde nicht viel Alkohol und ich ebenfalls. Allerdings gingen die beiden eines Abends schon um halb 11 ins Bett was mir dann doch zu früh war und ich blieb alleine an der Bar zurück. Also bestellte ich mir erstmal Tequilla und da ich keine Lust hatte so oft zu bestellen, orderte ich gleich immer 3 Stück. Das Ende vom Lied war ein klassischer Blackout bis dahin hatte ich 24 Tequilla mitgezählt... Ich hab das komplette Badezimmer vollgekotzt. Aber gut, war nicht mein erster Absturz, hab ich mit 17 auch schon hingekriegt. Was ist also das besondere an der Geschichte? Es war mein erster Absturz alleine, sonst immer mit Freunden zu viel gesoffen gehabt, diesmal wollte ich einfach nur drauf sein und hab’s bös’ übertrieben. Bewusst ist mir dies aber auch erst jetzt geworden.



Dann Begann 2009. Rückblickend das schlimmste Jahr meines Lebens. Ich musste ein paar persönliche Rückschläge verkraften und so griff ich immer öfter zur Frustbewältigung zur Flasche. Ich fing nun auch an in der Woche zur trinken vor allem dienstags wurde es immer schlimmer. Dies war mein Comedy-Abend, erst Simpsons, dann Dr. House. So eigentlich schon sehr lustig, aber unter Alkoholeinfluss noch um etliches besser. Und langsam fing es an das Alkohol zu einem Problem wurde, welches ich mir aber natürlich nicht eingestehen wollte. Schuld war natürlich nur Gott und die Welt. So entwickelte ich eine Zweite Persönlichkeit. Mein nüchternes und mein besoffenes Ich. Nüchtern bin ich ein vernünftiger Kerl, klar mit Ecken und Kanten, aber wer ist schon perfekt? Besoffen war ich nur noch asozial und aggressiv. Genau wie Dr. Jekyll und Mr. Hyde. (persönliche Randnotiz: Ich glaube das der Schriftsteller mit dieser Geschichte auf die Gefahren des Alkohols hinweist. Der Trank den Dr. Jekyll in dieses Monster verwandelt ist kein Zauberelixier sondern einfach nur Alkohol, aber ist nur eine These von mir.) Ein paar Storys von meinem zweiten Ich: Auf einer Feier mit meinen Freunden hab ich der Freundin meines Kumpels erzählt dass ich sie gerne in den Arsch ficken möchte und es ihr richtig besorgen will. (Entschuldigt die Ausdrucksweise aber ich möchte es gerne 1 zu 1 wiedergeben) Sie hat mir das zwar verziehen aber es schwebt natürlich immer ein wenig im Raum und sind nun auch nicht mehr so Dicke wie früher. Ein andern mal hab ich meine Mam besoffen angerufen und Sie eigentlich wegen Kleinigkeiten ziemlich zur Sau gemacht. Das war eh das schlimmste überhaupt, ich habe immer öfters im Suff Leute angerufen. Um dies zu vermeiden habe ich sogar vor dem saufen mein Handy ausgeschaltet, die Karte, den Akku und das Gerät an unterschiedlichen Orten gelagert, doch im Vollrausch alles wieder zusammengebaut und fröhlich in der Weltgeschichte rumtelefoniert. Deshalb merkten meine Freunde auch langsam, dass ich ziemlich oft saufe, aber auf der Arbeit lief ja alles super gut, also gibt es kein Problem. Besonders krass fand ich aber schon da wie sehr Alkohol meine Gefühle verstärkte. In Erinnerung ist mir da vorallem mein Vollrausch geblieben als Robert Enke Suizid begann. Ich mochte ihn sehr als Sportler und als Menschen, aber er war eigentlich ein Fremder. Trotzdem hab ich an dem Abend geheult wie ein Schloßhund... War ich traurig , war ich richtig traurig. War ich glücklich, war ich super mega dupa happy, doch leider wurde diese glückliche Augenblicke immer weniger und die Agressivität stieg. Anfang des Jahres fing ich auch ein Fernstudium an, welches am Anfang auch noch recht gut lief aber schon nach ein paar Monaten hatte ich einfach kein Bock mehr dazu. Andere wichtige Dinge litten auch immer mehr darunter. Geschirr spülen wurde nur noch gemacht wenn alle Teller dreckig waren, das Klo wurde auch lange Zeit nicht geputzt. Vorallem der Sport litt gewaltig darunter. Anstatt nach der Arbeit gleich ins Fitnessstudio zu fahren ging es immer öfter direkt nach der Arbeit nach Hause und begann sofort mit dem Trinken. Da Alkohol ja im Prinzip flüssiges Fett ist, ging ich auch wieder ganz schön in die Breite. Aber dies waren alles noch keine Warnhinweise damals für mich, auch nicht das ich Stammgast beim Glascontainer wurde um die vielen leeren Flaschen zu entsorgen, ich trank immer noch fröhlich weiter. Mindestens 3 mal in der Woche wurde harter Alkohol getrunken. Natürlich baute ich auch eine immer größere Trinkfestigkeit auf, so hab ich einen Samstag mir zu hause erst ’ne ganze Flasche Tequilla reingehauen und bin dann noch inne Kneipe wo ich locker nochmal 40 Ocken ausgegeben habe. Normalerweise denkt man nun: „Der kommt doch morgens nicht mehr aus dem Bett.“ Leider eben doch, zu meinen schlimmsten Zeiten trank ich an ’nem Dienstagabend ’ne Flasche Whiskey und stand am nächsten Tag ganz normal um 7 auf der Matte, die Arbeit litt nicht drunter also war alles ok. Mein persönlicher Rekord liegt bei 3 Flaschen in 4 Tagen. Wohl gemerkt gestartet an ’nem Dienstag in einer ganz normalen Arbeitswoche…



Dass ich doch ein Problem hatte merkte ich erst Ende 2009. Mein zweites Ich gewann nun auch immer öfters im nüchternen Zustand die Oberhand. Ich war eigentlich nur noch schlecht gelaunt und faul ohne Ende, ich wurde regelrecht depressiv. Auch sagten mir nun immer mehr Freunde und meine Familie dass ich zuviel trinke. So ging ich erstmal in mich (natürlich mit viel Alkohol) aber erkannte nun doch, dass ich ein Problem hatte. Einsicht ist bekanntlich ja der erst Weg der Besserung, aber bei weiten nicht der letzte. Nun stellte sich natürlich die Frage: Ganz aufhören? Aber wie die Toten Hosen schon so treffend sagen: „Kein Alkohol ist auch keine Lösung.“ Zumal ich auch das Gefühl habe, dass man in unserer Gesellschaft als Anti-Alkoholiker mehr geächtet wird als eine Schnapsnase, aber dazu später noch ein - zwei Geschichten. Silvester 2009 entschloss ich mich dann den Konsum runter zu schrauben. Klappte auch zu Anfang ganz gut, ich trank zwar immer noch 3-4 mal in der Woche, aber anstatt auf Schnaps, griff ich nun immer nur auf Wein zurück. Doch irgendwann betrog ich mich eigentlich nur selbst damit. Damit es wenigstens knallt hab ich morgens fett gefrühstückt und dann den ganzen Tag nichts mehr gegessen, damit man selbst von ’ner Flasche Wein betrunken wurde. Als ich dahinter kam habe ich auch wieder zum Schnaps gegriffen. Habe zwar nur noch 2-3 mal die Woche getrunken und auch nicht mehr ’ne ganze Flasche (max. ’ne halbe), aber konnte ja nicht gut gehen. Ich dachte so das Problem schon unter Kontrolle bekommen zu haben, aber weit gefehlt ich bekam noch die volle Breitseite ab.



Es stand mal wieder ein Betriebsfest vor der Tür. Hafenrundfahrt durch Hamburg (man gönnt sich ja sonst nichts…) Ein super schöner Abend. 8 von 10 Leuten waren quitsch besoffen, selbst mein Chef und der Betriebsratsvorsitzende, also gab ich alles und… wurde nicht besoffen. Ich trank soviel wie noch nie in meinem Leben doch außer ein bisschen angesäuselt zu sein, passierte nichts. Ich hatte einfach zu viel gegessen. Die Quittung kassierte ich am nächsten Morgen. Das erste mal Kopfschmerzen vom saufen… Man war das zum kotzen. Langsam hatte dann auch mein Körper die Schnauze voll. Ich bekam immer öfters Schweißausbrüche. Wenn ich mal 2 Abende nicht trank bekam ich Zitter-Anfälle wenn ich schlafen wollte. Aber der pure Horror war ein entzündetes Brustbein. Man hat eine Art drücken auf der Brust und hört sein Herz nachts extrem laut schlagen, man denkt man stirbt gleich. Nach gut einer Woche ging es dank Schmerzgel wieder weg, aber jedes Mal wenn ich wieder zuviel trank (mehr als eine Flasche Wein) kam dieses widerliche Gefühl zum Vorschein. Dies und mal wieder ein mega assoziales Suff-Telefonat führten zur Einsicht, dass ich immer noch weit entfernt war von einem vernünftigen Konsum.



Dies ist nun gut 4 Monate her und ich muss sagen, dass ich nun auf ’nem guten Weg bin. Trinke nicht mehr in der Woche und harten Alkohol nur noch in Gesellschaft, habe aber vor 2 Wochen ’nen kleinen Rückfall erlitten, welcher mir gezeigt hat das es noch ein langer und steiniger Weg ist. Deshalb schieb ich derzeit auch ’nen Ramadan. Einen Monat lang kein Alkohol. Einfach nur um mir selbst zu beweisen, dass ich stärker bin als die Droge. Nun hab ich 2 Wochen rum und muss sagen dass es mir verdammt gut tut. Fühl mich so gut wie seit Jahren nicht mehr. Im Kopf fühlt sich alles viel klarer, bin gelassener geworden und bin vor allem motivierter auch bei den lästigen Dingen des Lebens. Und wie reagiert die Gesellschaft drauf? Ein Freund fragte mich letzte Woche ob ich am Wochenende nicht Bock auf Party hätte. Ich sagte zu, erzählte ihm aber das ich derzeit keinen Alkohol trinke, seine Reaktion: „Dann brauchst du auch nicht kommen…“ Er meinte dies zwar aus Spaß, aber naja… Ein andern mal war ich auf einer Silberhochzeit mit Sektempfang. Ich trank nur einen O-Saft. Die Reaktion eines Bekannten: „Wie langweilig…“ Ist so was denn wirklich „normal“? Ich stelle mir dann oft die Frage was würde wohl passieren wenn es keinen Alkohol mehr auf der Welt gebe? Ich glaub ich will es nicht wissen.



Ich für meinen Teil habe die Schattenseiten des Alkohols kennen gelernt und weiß um seine Gefährlichkeit. Ganz aufhören werde ich auf keinenfall dafür mag ich es einfach viel zu sehr, das Stichwort wie bei allen Drogen lautet aber in Maßen. Ich stelle mir nun oft die Frage, wie es überhaupt soweit kommen konnte. War es aus langweile? Wollte ich das fehlende Kiffen kompensieren oder einfach nur um meinen Frust und die Sorgen zu bewältigen? Vielleicht spielen alle diese Faktoren eine Rolle, aber ob ich die Frage überhaupt jemals beantworten kann weiß ich nicht. Eins weiß ich nun aber hundertprozentig. Seine Sorgen kann man damit nicht lösen. Ein sehr treffendes Zitat dazu von Heinz Rühmann: „Sorgen ertrinken nicht im Alkohol. Sie können schwimmen." Zum Schluss möchte ich noch einen Gedanken einwerfen, der mir geholfen hat vielleicht auch andere mal zum nachdenken bringt.



Jeder Blackout den man durch Alkohol hat, ist eine Überdosis. Nun stellt euch mal vor anstatt Alkohol wäre es Heroin. Wie oft werd ihr wohl schon Tod gewesen???






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