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Titel:Cannabis für immer?
Droge:Cannabis
Autor:jensemann
Datum:12.11.2010 14:56
Nützlichkeit:8,64 von 10 möglichen   (50 Stimmen abgegeben)

Bericht::

Ich versuche meine Kifferlaufbahn mal chronologisch darzustellen. Ich hoffe es gelingt mir und es wird nicht zu lang, sind ja mittlerweile 16 Jahre.

Es fing mit 16 an, ein Schulkollege machte mit seinen Eltern häufig Urlaub in Holland. Durch Erzählungen hatte ich schon etwas vom kiffen gehört. Mein Schulkollege hatte angeblich Kontakt zu nem Coffeeshopbesitzer und würde gute Preise bekommen. Also kurzum 100DM mitgegeben und nach dem Urlaub hatte ich eine 20 gr. Ecke. Da ich es ja nur aus Erzählungen kannte schnell mit meinem Nachbarn ne Bong am HBF gekauft und losgings.

Da ich es mit mit meinem damaligen Nachbarn teilte (ging zu der Zeit auf eine ziemlich abgefuckte Hauptschule, ich selber ging in eine Waldorfschule)lernte ich viele Leute kennen die damit zu tun hatten.

Naja wie der Weg nun mal ist habe ich erst am Wochenende gekifft, nach einiger Zeit auch in der Woche und dann irgendwann immer wenn es ging. Meine Mutter (alleinerziehend) bekam es zwar mit und sprach mich auch darauf an, aber ich habe immer abgeblockt.

Das ging natürlich ins Geld, es war kein Problem 50 -100 DM in der Woche zu verrauchen, um mir meinen kiff zu finanzieren fing ich an zu verkaufen, ca mit 18 Jahren. Meine Oma finanzierte mir den Führerschein und mein Vater einen Golf 1.

Also wo fuhr ich hin mit dem Auto natürlich ins gelobte Land, bessere Preise = höhere Gewinnspanne. Innerhalb kürzester Zeit fuhr ich einmal die Woche mit ca. 5kg über die Grenze. Geldtechnisch gesehen ne super Zeit aber auch immens stressig. Ich war 24/7 erreichbar und konnte die Kohle noch nicht mal ausgeben. Ich hungerte auf 50 kg (bei 176 cm sonst immer 75 kg gewogen) ab, da ich keine Zeit hatte und kiffen wichtige war. Wir hatten immer ne Bong dabei,, die selbst auf der Autobahn geraucht wurde. Ostern haben sie mich mit nem Kollegen an der Grenze gefickt.

Schön ein Wochenende U-Haft, Eltern total entsetzt ihr lieber Sohn ein Drogendealer. Wir wohnen in einer Einfamilienhaus Siedlung mit zwei Bullen als Nachbarn und weiteren spießigen Typen. Kommt ne Hausdurchsuchung richtig gut an, aber die Bullen haben zum Glück nicht ins Gewächshaus geschaut. Es war kein Bargeld zu Hause und nur kleine Knickel.

Zu der Zeit stand unsere Abschlussfahrt nach Griechenland statt zum Glück konnte ich per Ausnahmegenehmigung des Richters dran teilnehmen, da ich das land nicht verlassen durfte.

Und was musste ich natürlich mitschmuggeln HASCH: Griechenland ist ziemlich hart im Umgang mit kiffern aber es war mir egal mir passiert ja nichts. Ist es zum Glück auch nicht. Für 5 kg habe ich 180 Sozialstunden bekommen, mehr nicht, keine Kontoprüfung, auf dem ne ziemliche Summe gespart waren und meinen Führerschein konnte ich behalten. Naja das Abi habe ich verkackt ( habe nie Hausaufgabe gemacht), habe dann ne schulische Ausbildung zum medizintechnischen Assistenten gemacht. Die ich auch recht gut beendet habe bis auf Mathe.

Ich hatte jetzt Zeit das Geld auszugeben.. Ich habe mir nen schönes Auto gekauft und bin mit meiner Freundin zwei Wochen über den Jahreswechsel nach Jamaika geflogen. War das erste Mal das ich nichts geschmuggelt habe Jamaika für mich eine Offenbarung, wir waren in den Hills direkt auf den Feldern. In den Lagerhäusern mit Säcken voll Gras die von bösen schauenden Rastas mit Maschinengewehren bewacht wurden. Wir hatten jemanden kennengelernt der uns das richtige Jamaika zeigen wollteund gezeigt hat. An jeder Ecke Gras, bei mir im Hotel war ein Rasta von ner dicken Weißen „gemietet“, mit dem habe ich den ersten Öl Joint geraucht. Dieser Urlaub hat mich in meiner Meinung das kiffen nichts schlimmes ist nur bestärkt hat.

Da mir ja nichts passier ist nach einer kurzen Zeit eine neue Connection gesucht und wieder angefangen zu dealen. Über die Grenze kann ich auch heute nur noch mit nem schlechten Gefühl fahren egal ob mit oder ohne Drogen.

Da ich keinen Bock auf den kleinscheiß mehr hatte habe ich mir Leute dafür gesucht, meist Kiffer mit wenig Geld. Dies lief einige Zeit gut bis ich mir einen falschen ausgesucht hatte. Naja er hat ein typische Drogenkarriere bis H hingelegt mit anschließender Lebensbeichte inder ich natürlich auch vorkam.

Erneute Hausdurchsuchung, erneut Sozialstunden und mehr auch nicht. ABER ich habe daraus gelernt und versorge mich nur noch selbst.

Trotz meiner kifferei habe ich meine schulische Ausbildung mit Fachabi absolviert, eigentlich hatte ich mich an der Fachhochschule eingetragen, und habe eine Bewerbung geschrieben. Hier wurde ich zum Vorstellungsgespräch eingeladen und sofort eingestellt. Da ich zu der Zeit an viel Geld gewohnt war und ich ein bisschen Sorge hatte im Uni Leben zuviel Zeit und zu wenig Geld zu haben, habe ich angefangen zu arbeiten. Angefangen habe ich in der Produktion und habe mich nun im laufe der Jahre in die Entwicklung hochgearbeitet. Dazwischen lag eine vierjährige Technikerschule in Abendform an, d,h. nach der Arbeit direkt zur Schule und um ca. 21:30 zu zu sein. Auch während der Zeit habe ich gekifft, vor der Arbeit, vor der Schule. Ich habe die Ausbildung als drittbester meines Jahrgangs abgeschlossen.

Meine damalige Freundin habe ich geheiratet, früher hat sie auch noch gekifft hat aber aufgehört. Sie toleriert es bisher ohne Einschränkung, allerdings wird es bei Nachwuchs Diskussionsbedarf geben.

Ich habe mir als Hobby den Radsport ausgesucht. Ich fahre mit dem Fahrrad zur Arbeit und trainiere regelmäßig. Mein erstes Ziel habe ich schon erreicht einen Alpenpass zu fahren. Ohne eine Ziel vor Augen fällt es mir schwer mich auf etwas zu konzentrieren. Früher war Sport Mord für mich. Heute liebe ich es nach einem harten Training den Körper zu spüren und die körpereigenen Drogen wirken zu lassen In meiner Anfangszeit als kiffer habe ich in den Tag hineingelebt und viel gechillt warum ich zur Schule gehe wusste ich zu der Zeit einfach nicht. Eigentlich habe ich das erst erkannt als ich angefangen habe zu arbeiten. Ich denke das ist der Grund für viele Kiffer die nichts auf die Reihe bekommen. Wenn einem etwas Spaß macht lässt man sich nicht vom kiffen davon abhalten. Dies ist zumindest meine Erfahrung/Meinung, bitte nicht überbewerten.

Mittlerweise kiffe ich nicht mehr vor der Arbeit nur noch abends, ich baue mein eigenes Gras an und brauche mir um die Kosten und die Beschaffung keine Sorgen zu machen.



Rückblickend war es für mich eine schöne Zeit, ich habe viel mit meiner Mutter über diese Zeit gesprochen. Ich bin Ihr auch sehr dankbar das sie immer für mich da war und mich unterstützt hat. Ich habe ihr zu der Zeit sehr viele Sorgen gemacht und sie hat mich schon mit der Nadel am HBF gesehen. Ich weiß ist ein absolutes bescheuertes Klischee kann sie aber verstehen. Wie oben geschrieben waren welche dabei die soweit gegangen sind und es mir auch angeboten haben. Unter falschen Umständen hätte es schief gehen können. Neugierig war und bin ich aber der Respekt ist zu groß. Ich bin mit vielen anderen Drogen in Berührung gekommen aber keine hat mich so fasziniert wie Cannabis.

Dies soll keine Glorifizierung von THC sein, deswegen hier die Sachen die ich nicht mag. Ich fahre nirgendwo ohne etwas hin, selbst Bali ( bei Einreise steht: Drugtraffiker becomes deathpenaltie). Ich bin nicht frei und das stört mich. Ich bin mir noch nicht im klaren ob dies ausreichend ist um aufzuhören, da ich es immer noch liebe total breit Reaggae zu hören oder andere Sachen zu tun.