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Titel:Das Selbstmordkabinett in meinem Kopf - Part 2 von 2
Droge:Peyote
Autor:ehemaliges Mitglied
Datum:11.09.2011 16:00
Nützlichkeit:9,60 von 10 möglichen   (152 Stimmen abgegeben)

Bericht::

Dies ist die Fortsetzung von Part 1. Aus technischen Gründen musste ich für den zweiten Part eine andere Droge angeben. Da das Meskalinderivat 2C-P in diesem Bericht noch eine große Rolle spielen wird, habe ich "Peyote" angegeben:



Das Selbstmordkabinett in meinem Kopf - Part 2 von 2



Ich war so dermaßen am Ende, dass ich meinen besten Freund anrief, obwohl ich genau wusste, dass ich mir damit keinen Gefallen tat. Ich wusste, dass dies ein absolutes No Go war und dies mein “Vorhaben” ernsthaft gefährden würde. Aber so ist das, wenn man sogar zu dumm ist um H aufzutreiben und man seine Sorgen nicht einfach so betäuben kann. Ich hatte einfach das Riesenbedürfnis über meine Probleme zu reden. Ich smokte mich davor noch ordentlich mit 4-FMA zu, was bei mir bewirkte, dass ich ziemlich gut gelaunt alle Details des Tages erzählte, so als würde es sich um eine nette Geschichte handeln, die nicht mich betraf.

Im Laufe des Gesprächs merkte ich, wie mein Freund scheinbar ziemlich geschockt war und ich ärgerte mich darüber, dass ich ihm die ganze Scheiße überhaupt erzählt hatte. Natürlich redete er mir auch ein, dass alles gut ist und es keinen Grund gibt mich umzubringen und so weiter. Er forderte, dass ich ihm direkt morgen alle RCs zuschicken sollte, da er der Meinung war, dass meine Selbstmordgedanken auch etwas mit meinem Drogenkonsum zu tun hatten. Und da hatte er vielleicht nicht ganz unrecht.

Für ihn würde es wohl ziemlich assozial sein, wenn ich mich umbringen würde, nachdem ich ihm davon erzählt habe, weil er so ewig Schuldgedanken haben würde. Und tatsächlich schätzte ich die Situation auch als stark suboptimal ein, dass ich ihm unbedingt davon erzählen musste. Mich umzubringen, nachdem ich ihm davon erzählt hatte, war wirklich nicht die feine Art.

Ich versprach ihm alle RCs am nächsten Tag zu schicken und so schlief ich irgendwann ziemlich unruhig ein...

Am nächsten Tag war meine Entschlossenheit natürlich nicht wieder zurückgekehrt und ich wusste selber nicht so ganz, was ich wollte. Ich fühlte mich nicht mehr entschlossen genug nach Berlin zu fahren, um H zu besorgen und hing einfach nur in meinem Zimmer rum. Der in meinem Zimmer liegende Kohlesack erinnerte mich jedoch daran, dass ich vielleicht noch was vorhaben könnte. Ich fühlte jedoch keinerlei Emotionen und fühlte mich einfach nur leer.

Da kam mir die Idee, dass ich den gesamten 250mg Beutel 5-Meo-DMT doch wenigstens leer machen könnte. Ich erhoffte mir in noch höherer Dosierung mit noch mehr 5-Meo-DMT eine positivere Antwort zu finden. Falls nicht, dann wollte ich wenigstens nochmal die Ich-Auflösung spüren. Aber ich war immer noch auf der Suche und der festen Überzeugung irgendeine positive Antwort im 5-Meo-DMT finden zu müssen.

Ich zog erst einmal 25mg nasal. Diese brannten etwas in der Nase waren aber nicht weiter störend.

Die Wirkung macht sich halt nicht schlagartig innerhalb von 3 Sekunden nach dem Ausatmen bemerkbar, sondern steigerte sich innerhalb von 5 Minuten. Beim Runterlaufen im Halsbereich machte sich ein widerliches Gefühl breit und ich musste entweder alles auskotzen, ausspucken oder ausrotzen. Zu dem Zeitpunkt war ich aber körperlich und mental so weit weg von meinem Ich, dass das Kotzen sozusagen wie bei der gerauchten Konsumform praktisch stattfand, aber keinerlei Verbindung oder Relevanz zum aktuellen Bewusstseinszustand zu haben schien.

Nach außen hin sieht man auf 5-Meo-DMT übrigens absolut erschreckend aus! Ich glaube es gibt keinen besseren Stoff, um das perfekte Drogenopfer zu karikieren. Man ist vollgekotzt oder vollgespuckt, völlig von Sinnen, überhaupt nicht ansprechbar, die Augen zu oder irgendwie hängend, man stammelt irgendwelche Laute und sieht einfach nur so aus, als wäre man ein ziemlich heftiger Patient aus der Anstalt. Was aber derweil im Inneren vorgeht, kann absolut bahnbrechend und extrem bedeutungsvoll sein!

Auch beim nasalen Turn hatte ich wieder vorallem beim Atmen das Gefühl zu haben, dass dies der alles umfassende Atem Gottes ist und dass nur dieser Atem Gottes und absolut nichts anderes existiert. Es war einfach nur wieder auf diese völlig krasse 5-Meo-DMTartige Weise geil!

Ich hatte jedenfalls langsam nicht mehr viel übrig und entschied mich dazu den letzten Rest in kombinierter Konsumform zu vernichten: mit mindestens 30 mg zum Ziehen und nochmal mindestens 20 mg direkt nach dem Ziehen zum Rauchen. Dies ist für normale Verhältnisse eine äußerst massive, ja gar höchstgradig bedenkliche Dosis, aber mir war es völlig egal und ich hatte nicht das Gefühl, dass ich noch irgendetwas zu verlieren hatte. Ich wusste, dass 5-Meo-DMT mich körperlich nicht schädigen könnte und Angst davor wahnsinnig zu werden, hatte ich erst Recht nicht. Außerdem wollte ich verdammt nochmal eine positive Antwort und erhoffte mir diese durch eine starke Dosiserhöhung zu finden.

Shulgin beispielsweise hatte in TIHKAL beschrieben, wie bei ihm mit 25mg in gerauchter Form das Universum in seinem Gehirn implodiert ist. Das Universum war bei mir allerdings nie im Gehirn implodiert, ich zersetzte jedes Mal nur mein Ich. Vielleicht hat das 5-Meo-DMT bei Shulgin anders gewirkt oder er hat den Zustand den ich erlebt hatte, anders ausgedrückt. Wenn ich schon zu keiner positiven Erkenntnis kommen konnte, dann wollte ich wenigstens das Gefühl haben, dass das Universum in meinem Gehirn implodiert.

Ich zog also die 30 mg, wartete ca. 2 Minuten und fing langsam an zu merken, wie ich stark benommen wurde und musste mir Mühe geben die 20mg noch nachzurauchen. Die gerauchte Dosis knallte derbe rein und auch die nasale Dosis war absolut am hochfahren. Alles zog sich in mir brutal zusammen, ich wurde komplett plattgedrückt, mir war brutal übel und ich kotzte in und neben den Eimer neben meinem Bett. Als ich mich auf mein Bett legte merkte ich wie ich wieder mein Ich und mein Bewusstsein verließ.

Ganz entfernt merkte ich noch wie ich den ganzen Stoff, der meine Kehle runterrannte hochzog und ausspuckte. Die Spucke landete direkt in meinem Gesicht, ich spuckte immer mehr, es fühlte sich wie ein angenehmer Wasserfall an und ich verteilte alles in meinem Gesicht. Ich verbrachte einige Zeit in einer Art Delirium, ich weiß gar nicht was ich überhaupt bewusst wahrgenommen hatte, oder auf welche Bewusstseinsschiene ich diesmal gelandet bin, ich weiß nur wie ich bei immer noch sehr starker Wirkung plötzlich wahrnahm, wie Ich ich selbst war. Wie ich diese Identität habe und dieser Haufen Fleisch bin. Wie ich dalag und atmete. Wie mein Bewusstsein darauf hoffte, eben dieses Bewusstsein zu zerlegen. Es war so als hätte mir jemand auf voller Linie den Spiegel vorgehalten und ich merkte was ich dort eigentlich tat. Die Konfrontation mit meinem wahren ungeschminkten Ich fühlte sich jedoch durch die gleichzeitige massive Distanz zu meinem Bewusstsein irgendwie sehr gut an.

Und aus irgendeinem Grund fing ich dabei an, an meinen Bruder zu denken. Urplötzlich wurde mir so Vieles klar, was mir zuvor nicht klargewesen ist. Es war wie eine massive Lavine der Erkenntnis, welche auf einmal über mich hinwegrollte.

Ich merkte, wie mein Bruder mein eigenes Fleisch und Blut ist und wie krass seine Identität an meine eigene Identität gekoppelt ist. Wie zwischen seiner und meiner Identität eine unglaublich enge Verbindung besteht. Und vorallem wie sehr und über alles ich meinen kleinen Bruder doch liebe. Ich brach in Tränen aus und es weinte noch eine ganze Zeit lang. Es war für mich ein unglaublich emotionaler Moment und ich war glücklich, dass ich meinen Bruder hatte. Glücklich, dass ich mich nicht umgebracht hatte und glücklich, dass ich diesen Zusammenhang begriffen hatte.

Ich brauchte dieses Mal wohl über eine Stunde, um mich wieder annähernd nüchtern zu fühlen.

Mein Bruder ist jedenfalls schon immer ganz anders gewesen als ich. Nicht so krass, nicht so extrem, nicht mit diesem Selbstzerstörungstrieb, sondern einfach nur moderat und ausgeglichen. Ich war stolz auf meinen Bruder und ich wusste, dass mein Leben doch einen Sinn hatte. Ich musste und wollte für meinen Bruder da sein. Für mich war diese Erkenntnis wahrlich keine Selbstverständlichkeit und ich musste Sie mir auf Umwegen mit 5-Meo-DMT erarbeiten. Ich fühlte mich unendlich erleichtert und wusste, dass ich mich nie umbringen würde. Dass wenn schon nicht für mich, ich wenigstens meinem Bruder ein Vorbild sein müsste. Meinem Bruder, dessen Identität so unglaublich nah an der meinen lag. Diese Einsicht war für mich von unschätzbarer Bedeutung und ich fühlte wie sich in meinem Inneren etwas sehr Fundamentales zum Guten gewandelt hatte.

Ich war einfach nur überglücklich und immer noch voller Emotionen. Darauf musste ich mir erstmal einen Topf Spaghetti machen. Die gerade gewonnene Erkenntnis war für mich so imminent wichtig und positiv wegweisend, dass ich diese Erkenntnis durch einen weiteren Trip verfestigen wollte und irgendwo mein neu gewonnenes Selbstverständnis auch feiern wollte. Ich war so gut gelaunt und war der Meinung, dass ich in einem so wichtigen Moment einfach meinen Gefühlen freien Lauf lassen sollte und da ich scheinbar Lust hatte auf einen Trip, sprach auch nichts dagegen. Ich war in letzter Zeit sowieso nicht zimperlich gewesen und ich dachte mir, dass aus meinem aktuellen Psychedelika Portfolio 2C-P wohl das geeigneteste Mittel sein würde. Ich wollte einen intensiven, meinetwegen auch fordernden oder auch konfrontierenden Trip. Selbst wenn der Trip unangenehm konfrontierend sein sollte oder dergleichen, hatte ich mittlerweile ein sehr gesundes Verhältnis dazu, mich mit mir selber zu konfrontieren.

Es war gegen 16 Uhr, ich nahm ein paar wenige mg aus dem Beutel, packte sie auf Folie und verrauchte Sie. Ich fühlte mich anfangs nur ein wenig verplant mit einem leichten Schwindelgefühl. Bei nochmaligen Nachrauchen merkte ich jedoch, wie ich durchaus richtig vertript wurde. Ich hatte noch nie etwas aus der 2C-X Reihe konsumiert, ich fand aber, dass die Optik mich im Anfangsstadium ein bisschen an 5-Meo-Mipt erinnerte. Aber auch nicht allzu sehr. Überall blitzte und funkelte etwas, jede Bewegung zog Schlieren hinter sich, an der Rauhfasertapete waren lauter Muster vorzufinden und ich fand auf einmal alles nur noch irre lustig.

Die ersten Minuten nach dem Rauchen dachte ich, dass ich mich eventuell übergeben müsste, aber dies passierte zum Glück nicht. Ein hochgeworfenes Feuerzeug hinterließ im Spiegel und auch in echt so krasse Schlieren, dass ich erstmal ein Heidenspaß dabei hatte, das Feuerzeug auf und ab zu werfen.

Ich wusste jedoch, dass ich eine Mission hatte. Ich musste und wollte meinem Freund die ganze Drogensammlung, bestehend aus 8 verschiedenen RCs zuschicken, da ich langsam die Kontrolle über meinen Konsum zu verlieren schien. Zu dem Zeitpunkt war ich wohl schon bei ca. 7mg 2C-P angelangt, ich fischte mir noch ca. 4mg mit einem Messer heraus, füllte es in eine Kapsel, die ich auch sofort schmiss und packte alle RCs in einen Umschlag, den ich an meinen Freund adressierte. Beim Schreiben der Adresse merkte ich wie die Schrift bunt wurde und ständig die Farbe wechselte. Ich kam noch gerade so klar, wusste aber, dass ich meine Mission am besten noch erledigen musste, bevor die Kapsel einschlug.

Ich zog Jogginghosen und Latschen an, ein auffälliges T-Shirt mit dem Schriftzug “I love Heroin and Crystal Meth”, eine Sonnenbrille, packte mein Handy und Portemonnaie in meine Hosentasche, steckte den frankierten Brief voller Drogen in eine Tüte und machte mich auf den Weg zum nächsten Briefkasten. Schon bei Rausgehen wusste ich, dass ich mich wohl auf ein kleines Abenteuer eingelassen hatte. Ich hatte noch nie einen derart starken Trip alleine geschmissen, dachte aber positiv, dass ich daraus ja sowieso nur lernen konnte. Trotz der Sonnenbrille war draußen alles so strahlend bunt und intensiv, dass ich sofort bemerkte, dass ich heute mal als Tripmeister Eder unterwegs war.

Hinzu kam jedoch, dass ich keine Ahnung hatte, wo in meiner Nähe ein Briefkasten zu finden ist und so fing ich erstmal damit an durch die Einfamilienhaussiedlung in der Nähe zu streifen. Als ich einen an seinem Vorgartenbaum werkelnden und Zigarre rauchenden Mann nach dem Weg zum nächsten Briefkasten fragte, verstand ich zwar gar nicht, was er mir antwortete, aber er sah mit seinen kurz geschorenen Haaren und der Zigarre zwischen seinen Lippen wie die übelste Karrikatur eines Sturmgeneralführers aus und ich musste mich komplett schlapplachen. Er zeigte aber mit seiner Hand in eine bestimmte Richtung, der ich einfach mal folgte.

Ich konnte den Trip aber noch relativ gut steuern, wenn ich klar sein wollte. Überall durchkreuzten kleinere noch gut kontrollierbare Halluzinationen meinen Weg, aber ich konnte Sie noch ziemlich gut zurückdrängen. Ich war definitiv auf einer guten Tripdosis unterwegs, aber bei der Dosierung war es mir noch möglich einigermaßen klar meiner “Mission” nachzugehen.

Ich fragte noch ein paar andere Leute nach dem Weg, verstand eigentlich nie wirklich den Inhalt, aber sobald in eine bestimmte Richtung gezeigt wurde, verstand ich was mir gesagt wurde. Schließlich fand ich einen Briefkasten, schmiss den Briefumschlag herein und fühlte eine große Last von mir abfallen. Jetzt konnte ich mich viel mehr auf den Trip konzentrieren.

Ein kleiner Junge auf einem Fahrrad fuhr an mir vorbei und rief mir zu: “Sie sehen geil aus!” Dies hörte ich natürlich sehr gerne, zudem war es auch noch wirklich sehr sonnig und das Wetter war einfach nur überragend. Wenn ich kurz meine Augen schloss, tauchte ich in ganz bunte Welten ein und merkte wie ich mich immer mehr von meinem Körper und meinem Bewusstsein entfernte. Im Gegensatz zum 5-Meo-DMT hatte ich aber viel eher das Gefühl, dass es hier um eine Verschmelzung meines Ichs mit der Umwelt ging und nicht um eine Auflösung meines Ichs.

Seit der Einnahme der Kapsel waren mittlerweile fast eine Stunde vergangen und ich war immer abgespacter unterwegs. Vom Körpergefühl war ich auf dem übelsten San Francisco Hippy Trip. Durch das gute Wetter, meine gute Laune und die sehr intensive Farbwahrnehmung dachte ich mir einfach nur: "Yeah, it`s sunshine acid, baby!"

Ich schwebte über den Boden, aber es war kein Schweben im Sinne von Methylon oder MDMA. Es war ein Schweben, in dem Sinne, dass die Verbindung zwischen meinem Bewusstsein und meinem Körper immer dünner wurde und zwar aus dem Grund, weil mein Bewusstein sich immer mehr mit der Umwelt vereinte.

Ich merkte, dass ich mir das 2C-P reichlich konzeptlos eingeworfen hatte und eigentlich keine wirklich Vorstellung für den Tripverlauf hatte. Sich mit 2C-P auf meinem eigenen Zimmer zu konfrontieren, mochte sicherlich auch gewinnbringend sein, aber das Wetter war so unglaublich gut und direkt in meiner Nähe gab es den schönsten Park der Stadt, da musste ich mich doch auf den Weg machen!

Ich fasste den Plan im Supermarkt ein paar Gummibärchen, Getränke und Kippen einzukaufen und danach in den Park zu gehen. Ich hatte eigentlich ewig nicht mehr geraucht, aber irgendwie hielt ich es für eine gute Idee mir auch noch eine Packung Kippen zu besorgen.

Jedenfalls wusste ich, dass ich noch kurze Zeit seriös sein konnte und diese Zeit nutzen sollte, um einzukaufen und zum Park zu gehen. Ich merkte den Trip immer stärker auf mir lasten und wusste, dass ich es nicht mehr lange aushalten würde den Trip zu unterdrücken.

Im Supermarkt einzukaufen war dann auf jeden Fall auch das übelste Erlebnis. Alles war irre bunt, die Auswahl war absurd und ich musste einfach über die wechselnden Farben der Waren loslachen. Ich versuchte mich noch einigermaßen zusammenzureißen, aber war wohl nicht ganz unauffällig XD

Ich packte all meine gekauften Waren in eine Tüte und machte mich auf den Weg zum Park. 200 Meter vor dem Park musste ich mich erst einmal auf eine Bank setzen, um klarzukommen. Zum ersten Mal schloß ich die Augen und ließ mich komplett gehen. Und ich merkte, dass ich doch sehr krass unterwegs war. Wenn ich mich gehen ließ, schien ich mich sehr sehr weit von meinem Alltagsbewusstsein zu befinden! Zu keinem Zeitpunkt war es so, dass ich mich auflösen würde, aber ich war so kurz davor mit der Natur zu verschmelzen. Wow! Ich wusste, dass ich mich auf einen krassen Turn freuen konnte, riss mich zusammen und machte mich auf den Weg in den Herzogenriedpark.

Beim Zahlen des Eintritts kam ich gerade so noch klar und als ich dann wirklich drin war im Park, fühlte ich mich, als hätte ich soeben wahrlich und wahrhaftig das Paradies betreten! Der Park ist auch im nüchternen Zustand sehr schön zu betrachten und absolut sehenswert. Was sich mir aber auf einer guten Ladung 2C-P eröffnete, war unglaublich! Ich nahm meine Sonnenbrille ab, weil ich alles pur genießen wollte und es mir sowieso egal war, wie drauf ich auf andere wirken mochte. Das war im wahrsten Sinne des Wortes die volle Erleuchtung! Alle Farben wirkten so grell, strahlend und intensiv. Mein komplettes Sichtfeld war erfüllt von einer himmlischen Schönheit und ich kam gar nicht darauf klar wie wunderschön die Natur sich mir präsentierte.

Als ich dann über eine Brücke schlenderte und unter mir unzählige richtig dicke und krasse Karpfen nach Futter schnappten, kam ich gar nicht mehr klar. Es kam mir so vor, als wäre ich durch eine Art Lupenblick ganz nah dran an den Karpfen. Zudem hatte ich auch einen ganz anderen Blickwinkel auf die Karpfen. Es erschien mir gar nicht weitgegriffen, dass auch ich einfach nur ein Karpfen sein könnte und mit der Karpfen Crowd im Teich viel Spaß haben könnte. Dann waren dort noch lauter Gänse und Enten, die genauso krass waren. Vom Optischen und auch vom Mentalen schien ich ganz nah an Ihnen dran zu sein. “Was sind das nur für faszinierende Lebensformen!”, dachte ich mir. Ich kann wirklich sagen, dass mir jede einzelne Szene im Park schon nahezu lächerlich paradiesisch vorkam! Es war schon beinahe kitschig!

Auch auf der großen Wiese waren lauter Enten und Gänse, es waren viele Eltern mit ihren Kindern da, überall hörte man freudige Kinderschreie, die Natur war so strahlend bunt und beim Anblick der Szene kam ich gar nicht mehr aus dem Lachen heraus. Ich dachte mir nur so: “Oh man Basti, in welches Paradies hast du dich denn nur hineingebeamt?”. Besser ging es nun aber wirklich nicht mehr!

Ich setzt mich auf der Wiese zu ein paar Enten und diese schienen sich aus irgendeinem Grund für mich zu interessieren. Wahrscheinlich wollten Sie nur etwas essen. Ich fühlte jedoch, dass Sie eine Lebensform waren genau wie ich. Mit kaum einen Unterschied. Eine Passantin ging an mir vorbei und sagte zu mir: “Der mit den Gänsen tanzt.”, und ich musste loslachen.

Ich ging weiter zu einer Liege auf der Wiese, legte mich hinein, schloss meine Augen und hatte wieder das Gefühl mit der ganzen Natur um mich herum zu verschmelzen. Dies war ein überragendes Gefühl! Später lief ich zu verschiedenen Orten auf der Wiese, legte mich direkt auf die Wiese und wurde eins mit der Natur. Zum ersten Mal erlebte ich eine richtige Vereinigung mit der Natur und sie wurde erst so richtig gut, als ich mich direkt auf die Wiese legte. Ich wälzte mich auf der Wiese, küsste die Wiese, rieb mein Gesicht an die wunderschön grüne Wiese und lag einfach nur stöhnend und mit geschlossenen Augen da. Ich musste wohl wie der übelste Hippie oder Anti-Klarkommer ausgesehen haben, aber um sowas machte ich mir keine Gedanken.

Wenn ich die Augen öffnete, merkte ich in welchem Paradies ich mich gerade befand, aber das Gefühl bei geschlossenen Augen war einfach viel schöner. Ich lag stundenlang mit geschlossenen Augen auf der Wiese herum, nahm aber meine Umwelt trotzdem total intensiv und bewusst wahr. In manchen Momenten versank ich einer orgasmischen Vereinigung mit der Natur. Die Distanz zu mir selbst war absolut faszinierend. Diese Distanz, die nötig war, um die Natur dermaßen in mein Bewusstsein hineinlassen zu können.

Und die Einswerdung mit der Natur war tatsächlich orgasmisch. Es fühlte sich mental und körperlich so verdammt gut an, ich fand es sogar besser als H. Und dieses Urteil von mir selber erstaunte mich, weil ich doch eigentlich immer gesagt hatte, es könne nichts Besseres als H geben. Aber diese Vereinigung mit der Natur fühlte sich so pur, so richtig, so ehrlich und einfach nur so allumfassend gut an. Zudem war mein gesamtes Bewusstsein extrem geweitet und es fühlte sich so ehrlich und richtig an. H ist eine geile Dröhnung, aber es ist nur eine Dröhnung, die das Bewusstsein verschließt und kaum noch Reize von außen zulässt. Auf 2C-P waren alle meine Sinne erweitert und ins Unermessliche geöffnet, so sehr geöffnet, dass ich mental mit meiner Umgebung verschmalz. Diese Art von Interaktion mit der Umwelt ist viel befriedigender und lebensbejahender als die beste Dröhnung H nur sein kann. Ich war jedenfalls hart natur-orgasmisch unterwegs und alles war einfach nur perfekt!

Mit der Zeit wurde es dunkel und es waren immer weniger Leute im Park anzutreffen. Das Gefühl mit der Natur zu verschmelzen war kontinuierlich da und ich konnte es einfach nicht lassen mich mit der Natur “vollzudröhnen”. Die beste, ehrlichste und gesündeste Dröhnung, die man sich nur geben kann.

So verbrachte ich viele Stunden in bedingungsloser Verschmelzung mit der Natur und plötzlich bemerkte ich, dass der ganze Park komplett verlassen war und weit und breit niemand mehr anzutreffen war. Es war mittlerweile gegen 22 Uhr. Dies störte mich jedoch keinesweg und ich genoß meine Zeit im Park einfach nur.

Ich ging an das Ufer vom dem malerisch wirkenden See und fühlte mich überglücklich leben zu können. Der Trip war so facettenreich bunt und hart lebensbejahend. Ich fühlte, dass Mutter Erde für uns alle gesorgt hatte, dass unser Heimatplanet der schönste Planet im gesamten Universum sein musste und dass es nichts Schöneres als das pure, volle Leben geben kann.

Ich fühlte, dass ich durch diesen Trip wieder zu mir gefunden hatte, ich war dieses menschliche Bewusstsein, voller Fehler und voller Makel, aber ich spürte die volle Vielfalt und die unendliche Schönheit des Lebens. Ich wollte Teil des vollen Lebens sein, mein Leben so gut wie möglich leben und dann eines Tages mit einem gesunden und positiven Verhältnis zu meinem Bewusstsein und zu meiner Identität gerne auch in die volle Ewigkeit übergehen. Aber ich hatte nur dieses eine Leben und ich begriff nochmals, dass ich es für mich und für meinen Bruder so gut wie nur möglich leben musste. Und ich war wirklich froh darüber, ich selber zu sein.

"Ich bin ich". Es fühlte sich so gut an dies zu sagen. Hinter diesem Satz war für mich so viel wahrer Sinn enthalten.

Es war mittlerweile wirklich keine einzige Menschenseele mehr im Park zu finden und es fühlte sich so an, als würde der ganze Park nur mir persönlich gehören. Ich machte mich auf den Weg zur großen Wiese, legte all meine Sachen ab, zog meine Latschen aus und lief barfuß über den Rasen. Ich war voll auf dem Hippie Turn und wollte so viel Connection zur Natur wie nur möglich. Der Rasen war so weich und umstreichelte meine Seele. Es fühlte sich so verdammt gut an, so direkt mit der Natur zu interagieren. Die volle Interaktion zwischen Leben und Leben. Auf einer anderen Ebene war es eben so wie Sex.

Es war mittlerweile fast 24 Uhr und hatte ich bis auf ein paar nachziehende Schlieren eigentlich gar keine Halluzinationen mehr. Natürlich wirkte aber alles um mich herum immer noch unfassbar ästhetisch und wunderschön zu betrachten. Auch der Mindtrip war immer noch voll da.

Und der Mindtrip auf 2C-P ist meiner Meinung nach einer, den man als absolut vollwertig oder ultimativ bezeichnen kann. Wenn ich wollte legte ich mich auf die Wiese, wälzte mich im Gras und vereinigte mich mit der Natur. Und ansonsten erkundete ich den ganzen Park und genoß es den ganzen Park nur für mich alleine zu haben. Als ich auf dem Rücken liegend in den wunderschönen Sternenhimmel hochschaute und genau in dem Augenblick für einen kurzen Augenblick eine Sternschnuppe aufleuchtete, wünschte ich mir, dass ich für meinen Bruder ein Vorbild sein konnte. Die ganze Szene war schon fast so unglaubwürdig kitschig und ich war zu Tränen gerührt.

Ich erkundete alle Ecken des Parks, betrat später ein offenes Klo und betrachtete mich im Spiegel. Dabei merkte ich, dass ich wirklich zufrieden mit mir selbst war und mich selber liebte. Ich hatte alles richtig gemacht, war etwas weit gegangen, aber hatte vielleicht auch erst nur dadurch so gut wieder zu mir finden können. Dieser Trip war einfach nur die völlige und totale Selbstfindung für mich selbst und irgendwo auch eine Art Therapie, die ich bitter nötig gehabt hatte. Ich hatte es mir hart erarbeitet und war stolz auf mich.

Dann fiel mir ein, dass direkt neben dem Park doch ein Freibad ist! Und dass es dort einen 10 Meter Sprungturm gab und ich mich doch schon sowieso immer gefragt hatte, was wohl passieren würde, wenn man das Schwimmbad nachts betreten würde! Eine unglaubliche Abenteuerlust überkam mich, ich kletterte über den Zaun zum Freibad und war nun also auf dem Gelände des Freibads. Ich hatte dabei zwar das Gefühl etwas Verbotenes zu tun, aber etwas gutes Verbotenes, etwas, das ich schon immer mal tun wollte.

Meine Sinne waren unglaublich geschärft und ich nahm meine ganze Umgebung enorm intensiv wahr. Im schlimmsten Fall würde ich eine Anzeige wegen Hausfriedensbruch bekommen, aber ich war völlig im Reinen mit mir selber und wusste, dass ich dies nicht schlimm finden würde. Außerdem war ich durch meine erweiterten Sinne extrem aufmerksam und körperlich sehr leistungsfähig. Halluzinationen waren mittlerweile überhaupt nicht mehr vorhanden, bloß meine Wahrnehmung war immer noch unglaublich intensiv. Ich hatte das Gefühl jedes kleinste Detail wahrnehmen zu können. Auch fühlte ich mich durch mein neu entstandenes Setting völlig energiegeladen und körperliche Anstrengungen schienen nicht vorhanden zu sein. Bei einer Verfolgungsjagd mit der Polizei oder wem auch immer, würde ich jedenfalls sehr gute Chancen haben. In dem Moment fiel mir ein, dass ich mal gelesen hatte, dass die Attentäter der Terroranschläge in Mumbai im Jahre 2008 auf Kokain und LSD unterwegs gewesen wären.

Das Koks machte Sinn, auch wenn es etwas kurz und nicht radikal genug wirkt und die Terroristen meiner Meinung nach mit Crystal deutlich besser beraten gewesen wären. Oder war Ihnen das kleine bisschen mehr Ego Push die restlichen gravierenden Defizite des Koks wert? Undenkbar! Aber was war mit dem LSD? In dem Artikel stand geschrieben, dass dadurch Veränderungen in der Umwelt besonders gut zu bemerken wären. Ich war damals beim Lesen des Artikels sehr skeptisch gewesen und dachte mir, dass es sich dabei aber nur um eine äußerste Low Dose handeln könnte. Auf jeden Fall um eine Dosierung, bei der noch keine Halluzinationen vorhanden sein durften, denn diese wären natürlich äußerst störend.

Und jetzt auf meinem 2C-P Trip erschien mir die ganze Geschichte doch tatsächlich sehr plausibel. Auch ich hatte längst keine Halluzinationen mehr, aber die Wahrnehmung war so unglaublich intensiv und voller Details, dass es für mich auf der Hand lag, dass meine Leistungsfähigkeit stark gesteigert sein musste. Keineswegs meine mentale Leistungsfähigkeit, aber durchaus meine körperliche Leistungsfähigkeit. Im Moment des Gefechts lässt sich psychisch wohl auch alles prima ausblenden. Falls man aber ein Massaker veranstaltet haben sollte und die Nummer überlebt, könnte man durch die intensive Wahrnehmung wahrscheinlich noch lange durch Alpträume geplagt werden. Falls man aber gar nicht erst plant zu überleben, schien es umso mehr Sinn zu machen! Nicht schlecht! Woher kannten sich die Terroristen nur so gut mit Drogen aus? Wobei LSD ja sehr schwer genau dosierbar ist. Dann definitiv lieber etwas genauer Dosierbares wie 2C-P. Ich kam zum Ergebnis, dass ich wohl einen Amoklauf auf massig Crystal und 3-4mg 2C-P veranstalten würde. Dies erschien mir eine ideale Kombination ohne Kompromisse zu sein. Ich würde für die perfekte Dosis im Vorfeld aber sicherlich noch einige Testläufe durchführen müssen. Das waren jedenfalls nebenbei so die Gedanken, die ich mir beim Durchstöbern des Freibads machte…

Alles sah aber immer noch unglaublich ästhetisch aus und durch die neu entstandene Abenteuerkomponente fühlte ich mich wie ein Kind auf einer großen Entdeckungsreise. Ich lief an 2 Pools vorbei und war etwas enttäuscht, dass das Wasser in der großen Rutsche ausgeschaltet war. Ich hatte aber sowieso ein anderes Primärziel. Und nach ein paar Minuten fand ich schließlich, wonach ich gesucht hatte: Das Sprungbecken mit dem 10-Meter Sprungturm.

Weit und breit war keine Menschenseele zu sehen, es ging nirgendwo ein Alarm los und ich wusste, dass ich es mir selber beweisen müsste und es auch wirklich wollte. Mit einem großen Lächeln im Gesicht marschierte ich zum Beckenrand, tauchte mein ganzen Kopf in das Wasser und fühlte mich dabei ungemein belebt und erfrischt.

Wasser, das Element des Lebens! Ich war lange Zeit Schwimmer gewesen und lange nicht mehr in einem Schwimmbad gewesen. Umso größer war nun meine Freude endlich wieder in mein Lieblingselement eintauchen zu können. Ich zog all meine Kleidung aus und kletterte das 3-Meter Sprungbett hoch. Ich war fasziniert davon, dass mir nicht nur der Park, sondern auch das angrenzende Freibad ganz mir gehörte.

Es war dunkel und die Wasseroberfläche so gut wie gar nicht zu erkennen, aber ich wusste ja, dass Wasser im Pool vorhanden war und sprang. Der Sprung selbst war bestimmt der intensivste 3 Meter Sprung in meinem Leben und der Aufprall in diesem Element des Lebens war das Allerschönste überhaupt!

Ich schwamm sofort zum Beckenrand, kletterte hinaus und stieg den Sprungturm wieder empor. Diesmal bestieg ich den Fünfer und nach einem leichten Zögern sprang ich auch hier mit einer geraden Kerze herunter. Ich nahm die ganze Beschleunigung wieder total intensiv war und beim Eintauchen ins Wasser fühlte ich mich nur noch pudelwohl.

Sofort kletterte ich hoch auf das 7,5 Meter Sprungbrett und erst hier wurde mir etwas mulmig.

Es wirkte langsam ziemlich hoch und dass man das Wasser überhaupt nicht erkennen konnte, machte mir ab dieser Höhe schon etwas Angst. Als ich meine Augen schloss, merkte ich auch wie ich immer noch total auf dem Trip war und mein Bewusstsein sich mit den umliegenden Energien der Umwelt verband.

Ich hatte mir vorgenommen, von jedem Turm nacheinander runterzuspringen und fand es eigentlich sehr schade, dass ich meinem Triumph nicht voll auskosten könnte. Es war auch irgendwo eine Sache meines Egos. Ich war so weit gekommen, hatte wieder den vollen Lebenssinn gefunden und musste es mir doch auch beweisen.

Ich hätte sogar aussteigen können und hätte mich wahrscheinlich für meine moderate und umsichtige Seite gelobt, aber ich entschloss mich doch dazu, die primitiven Gelüste meines intensiv wahrgenommenen Egos zu befriedigen. Ich entschloss mich dazu, einfach den 7,5 Meter Turm auszulassen und einfach nur vom 10 Meter Turm zu springen. Dies war ein vollwertiger Kompromiss, mit dem ich gut leben konnte.

Ich stand wohl mindestens 10 Minuten ganz oben und haderte mit mir selber. Ich war mittlerweile ganz getrocknet und realisierte, was für eine große Schmach es für mich sein würde den Sprungturm auf dem Treppenweg zu verlassen. Ich wusste, dass es keinen Weg zurück gab und dass ich meine Pflicht zu erledigen hatte.

Ich stellte mich mit den Zehenspitzen an den Rand des Sprungbretts, visualisierte meinen Flug vor meinem inneren Auge, stellte mir meine innere Genugtuung nach der Landung vor, nahm all meinen Mut zusammen und sprang extra noch mal hoch und einfach nur ab vom 10 Meter Sprungbrett. Der Sprung selbst war der volle Rush mit der ultimativen Beschleunigung, ging aber erstaunlich schnell vorbei. Die Landung im Wasser fühlte sich jedenfalls so an als wäre ich mit einem Schlag unter den Niagarafällen gelandet, so viel Wucht und Detonation steckte dadrin! Ich hatte beim Sprung extra darauf geachtet meine Beine zusammenzuhalten, aber da ich komplett nackt war, schien es trotzdem im Genitalbereich gut gezeckt zu haben.

Dies machte mir jedoch nichts mehr aus und ich war vollends zufrieden mit mir selber. Ich genoss danach ein Bad in einem anderen flacheren Becken und fühlte mich so dankbar dafür leben zu dürfen. Dankbar für das Leben, dankbar für diese Welt, dankbar für mich und auch dankbar gegenüber meinen Eltern. Das Beste war mein Kopf einfach nur unter Wasser zu halten, die völlig andere Akustik zu genießen und beim Auftauchen durch das tiefe Einatmen zu realisieren, dass ich einfach nur am Leben bin. Nach dem Auftauchen war alles, was ich wahrnehmen konnte mein eigener Atem. Er fühlte sich fast wie auf 5-Meo-DMT so allumfassend an, bloß, dass ich mit meinem Bewusstsein voll da war und wusste, dass es mein Atem war, der zu meinem Bewusstsein und zu meiner Identität gehörte.

Wow!

Ich war überglücklich und träumte noch einige Zeit im Becken vor mich hin. Bei geschlossenen Augen war die Verbindung zu meiner Umwelt immer noch intensiv wahrnehmbar.

Plötzlich hörte ich in einiger Entfernung beim Sprungturm ein paar Alarmsirenen losgehen und rannte einfach nur los. Ich klemmte mir meine ganzen Anziehsachen unter den Arm, kletterte geschwind über die Zäune in den Park und kehrte zurück zu dem Ort, wo ich meine Sachen aufbewahrt hatte. Ich konnte mir selber nicht erklären, warum die Alarmsirenen erst so spät losgingen und das auch noch am anderen Ende des Freibads, aber ich war für mein kleines Abenteuer einfach nur dankbar und fühlte mich von Glück durchflutet. Die ganze Zeit blieb ich nackt und fühlte mich in dieser Form besonders verbunden mit der Natur. Es war so pur, unverstellt und ehrlich. Und genau diese Art von Verbindung wollte ich zur Natur haben. Es war schon gegen 1 Uhr morgens und auch etwas kühl geworden, aber ich bemerkte die Kälte nicht im Geringsten. Ich wälzte mich nackt auf der Wiese und ich hatte immer noch dieses orgasmische Gefühl, dass ich mit der Natur verschmelzen würde.

Ich erkannte vor meinem inneren geistigen Auge die brutale Korrelation zwischen dem Konsum von psychedelischen Drogen und dem Hang zum Hippietum. Und ich wusste ganz genau, dass ich als Jugendlicher in den 60er Jahren in San Francisco der übelste Hippie gewesen wäre…

So lag ich noch ein paar Stunden auf der sehr bequemen Wiese und ich fühlte, dass eine schöne Wiese die doch beste und ehrlichste Decke der Welt ist. Ich hatte wirklich das Gefühl, dass es doch das Allerschönste sein muss nackt auf einer Wiese einzuschlafen! Leider wurde es etwas kühl, ich hatte keinen Pullover bei mir und ich wusste, dass es langsam Zeit sein würde zu gehen. Am liebsten hätte ich wohl noch 20 mg nachgeschmissen und hätte den kompletten anbrechenden Tag auf meiner Wiese verbracht. Aber ich hatte durch diesen Trip bereits so viele Einblicke erhalten, so viele Zusammenhänge verstanden und hatte wieder so sehr zu mir selbst gefunden, dass ich absolut zufrieden und unendlich dankbar für dieses Erlebnis sein konnte. Zudem hatte ich ja auch den ganzen Stoff schon längst verschickt XD

Schwersten Herzens verließ ich den Park durch das Drehkreuz und machte mich wieder auf den Weg in meine WG. Es fiel mir wirklich sehr schwer meinen liebgewonnen Park und die darin enthaltene Natur zu verlassen, aber es war langsam an der Zeit.

In meinem Zimmer angekommen, öffnete ich das Fenster, legte mich aufs Bett, schloss meine Augen und versuchte noch das restliche Gefühl zu genießen mit allem eins zu sein. Da ich mich aber nicht mehr in der Natur befand, konnte ich es längst nicht mehr so intensiv genießen und schon alleine durch die fehlende Verbindung zum blanken Rasen war es nicht mehr so befriedigend. So ärgerte ich mich darüber, dass ich mich schon so früh auf den Rückweg gemacht hatte und versuchte die Restwirkung zu genießen.

Ich träumte viel vor mich hin und es wurde trotzdem noch sehr schön. Gegen ca. 6 Uhr morgens bemerkte ich aber, dass sich etwas Wesentliches verändert hatte: Ich konnte nicht mehr mit meiner Umwelt verschmelzen. Das war der Punkt an dem ich realisierte, dass der Trip wohl zum größten Teil zu Ende gegangen sein muss. Ich lag noch einige Stunden etwas unruhig, aber trotzdem zufrieden in meinem Bett und schlief dann letztendlich gegen ca. 10 Uhr morgens ein. Ich stand um 17 Uhr auf, war aber den ganzen Tag über extrem müde, las noch ein paar Nachrichten im Internet und ging ziemlich früh wieder schlafen. Erst an dem darauffolgenden Tag fühlte ich mich wieder einigermaßen normal. Obwohl ich durch den leichten Amphetaminentzug doch schon ziemlich müde war in den folgenden Tagen, spürte ich aber, dass ich durch meine Erlebnisse sehr viel Bedeutendes für mich selbst gelernt habe und ich diese Ereignisse auch nicht vermissen möchte.

Heute habe ich mich dazu entschlossen alles niederzuschreiben und dieser Bericht ist dabei entstanden. Egal, was alles noch in meinem Leben passieren wird, ich habe ein wirklich gutes Verhältnis zu mir selber und bin davon überzeugt, dass Selbstmord für mich persönlich nie wieder eine ernsthafte Option darstellen wird. Und erst jetzt weiß ich wieso das so ist und dafür bin ich auch extrem dankbar. Es ist doch wirklich wunderschön, irgendwo einen Sinn in seinem Leben erkennen zu können. Ich musste wohl erst aggressiv danach suchen, aber es läuft eben bei jedem anders.

Drogentechnisch kann ich jedenfalls nur folgendes Fazit abgeben:

5-Meo-DMT ist nicht ganz ohne! Praktisch wie Salvia Divinorum in besonders extra intensiv! Es ist ratsam 5-Meo-DMT in höherer Dosierung nur bei gefestigtem Weltbild und einer guten Beziehung zum eigenen Bewusstsein zu konsumieren. Und ich will, weiß Gott keinen Drogen die Schuld an meinem eigenen Versagen geben, denn ich hatte es scheinbar nötig und habe auch nach etwas gesucht. Aber 5-Meo-DMT kann sehr radikal sein und bei mir war die 5-Meo-DMT Erkenntnis der Auslöser für meine Selbstmordgedanken, welche ich unter anderen Voraussetzungen wohl auch durchgezogen hätte. Andererseits hat mich das 5-Meo-DMT wieder zurückgerettet. Ein Klassischer Prozess bei psychedelischen Drogen: Erst die Verdammnis, dann die Erlösung! Ich will hier auch nichts überdramatisieren und muss auch noch ganz offen sagen, dass ich verglichen mit dem Durchschnitt einfach nur besonders irre bin. Von daher mögen meine Interpretationsmuster und meine Erlebnisse mit 5-Meo-DMT sicherlich nicht stellvertretend für die Allgemeinheit stehen. 5-Meo-DMT hat eben sehr viel Potenzial und man sollte besser wissen was man tut, wenn man mit diesem Potenzial arbeiten will!

Und 2C-P bitte, soweit es geht, nur in der Natur einschmeißen. Das Eins-Werdungspotential von 2C-P kommt meiner Meinung nach erst in der Natur so richtig zum Tragen. Der Mindtrip ist auch ziemlich krass! Also, macht euch auf jeden Fall auf was gefasst!

Ansonsten wünsche ich jedem eine gute Beziehung zu seinem eigenen Ich, denn das ist doch das Allerwichtigste!

Liebe Grüße



Basti






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