your psychedelic community
   Werbung
kratom.eu







Langzeit-Berichte lesen

Übersicht:

Titel:Von Farben, Sehnsucht, Tieren und Psytrance
Droge:LSD
Autor:Nekomata
Datum:12.06.2012 00:26
Nützlichkeit:9,23 von 10 möglichen   (108 Stimmen abgegeben)

Bericht::

Heyho :)



Obwohl ich schon seit gut 4 Monaten nicht mehr konsumiere, beschäftigen mich die letzten drei Jahre, was das Thema Drogen angeht sehr. Deshalb hatte ich mich entschieden, einen Langzeittripbericht über diese Zeitspanne zu verfassen, einerseits um euch diese Geschichte zu erzählen, andererseits um das, was ich erlebt habe, zu verarbeiten und festzuhalten.



Ich bin momentan 19 Jahre alt, weiblich, schlank und studiere Informatik.

Hauptsächlich wird es in diesem LB um LSD gehen, ferner aber auch um MDMA, Amphetamin, Cannabis, Pilze, Tramadol, GHB, Salvia, Alkohol und Guarana.



Die Anfänge

Ich habe ein schönes Leben, oh ja, das habe ich. Ich hatte in meiner Kindheit niemals Probleme mit Mobbing, mit Lernen, mit der Schule. Ich hatte gute Freunde, die zu mir hielten. Schöne Zeiten bei den Pfadfindern. Eine liebe, verständnisvolle Familie. Ab und zu ein wenig Mist bauen, chillen, gamen, Sport, klar gehörte alles dazu. Kurzum, alles was man sich als Teenager wünschen konnte. Ich kannte die Welt nicht wirklich, ich wuchs in einer Konservendose auf. Alles war immer schön und freundlich, richtige Probleme kannte ich nur von Freunden, deren Sorgentante ich war. Über Drogen wusste ich nur, dass sie schlimm waren. Drogen sind schlimm, mkay - Mr. Mkay, Southpark

Später, mit 16, als ich das Gymnasium besuchte, lernte ich einen Typen kennen, nennen wir ihn jetzt mal den Löwen. Ein Dauerkiffer, ein Dealer, nur wenig älter als ich. Ich wurde aus meiner Welt gerissen. Drogendealer kannte ich bis jetzt nur aus Geschichten und dem Radio. Trotzdem hatte der Löwe eine gewisse Anziehungskraft. Es war was Neues, was Unentdecktes. Anfangs wollte ich ihm helfen, da zu dieser Zeit Cannabis für mich ähnlich schlimm war wie Heroin - wie zu oft, wenn jemand alle Drogen gleichstellt, weil dieser jemand zu wenig darüber weiss. Doch bald begriff ich, Cannabis ist etwas, was relativ viele junge Leute in meinem Alter konsumieren, manche mehr, manche weniger. Der Löwe gehörte zu ersteren. Noch bevor er sich am Morgen anzog, zündete er sich einen Joint an und ging in der Unterhose auf den Balkon. Drei Joints gehörten damals zu seiner Tagesordnung (heute sind es einige mehr).



Die erste Goa

Natürlich war ich neugierig. Wir waren oft in seinem Dorf, trafen uns eine Zeit lang jede Woche. Einmal, da nahm er mich zu einer Goa mit, relativ gross, outdoor. Wir beobachteten das Spektakel von einem kleinen Hügel aus, gerade neben der Party. Leuchtende Deko, farbige Menschen, wummernde Musik. Für mich eine total neue Welt. Damals verstand ich aber noch nicht, dass ein Grossteil dieser Leute auf Drogen waren, sie kamen mir nur reichlich komisch vor, ihr Verhalten, auch ihre Offenheit irritierte und belustigte mich. Später schlich sich der Löwe und ein paar seiner Kollegen durch die Rebberge an dem öffentlichen Eingang der Party vorbei, um dem Eintrittspreis zu entgehen. Der jüngere Bruder des Löwen, der Bär, und ich gingen jedoch zurück in eine WG von ein paar Kollegen, weil wir doch relativ müde waren. Doch nicht viel später kam der Löwe zurück, er kam mir seltsam vor. Er habe LSD gehabt, das würden einem die Leute dort ja nachwerfen, sagte er. Ich war fürchterlich erschrocken. Cannabis, okay. Aber LSD? Das gehörte doch zu den harten Drogen (heute bin ich mir nicht sicher, ob ich es zu den 'harten' oder 'weichen' Drogen zählen soll). Ich weiss noch, wie er auf den Computerbildschirm starrte und sagte: Bär! Komm mal her und gib das Passwort ein, ich bring es nicht mehr hin. Der Bär, 14 Jahre alt, tat es und zockte danach selbst noch eine Runde, eine Flasche Vodka neben sich, von der er ab und zu einen Schluck nahm. (Er ist danach mit dem Kopf auf der Tastatur eingeschlafen. Am Morgen, als er aufwachte, nahm er einen Schluck Vodka und loggte sich wieder ins Game ein).

Mein Weltbild war zerstört. Dennoch war ich unglaublich fasziniert. Ob ich mir den Löwen als Vorbild genommen hatte? Wahrscheinlich schon. Leute, die man bewundert, nimmt man sich noch oft als solches. An diesem Abend versprach er mir auch, mich mal zum Kiffen mitzunehmen, da ich dies unbedingt mal ausprobieren wollte.



Das Erste Jahr

Da war kein Gruppendruck, nichts. Nur die pure Neugier. Meine Kollegen in der Stadt, wo ich wohnte, kifften nicht, rauchten nicht, ausser ne Shisha ab und zu und natürlich tranken wir Alkohol wenn wir Abends in die Stadt gingen.

Nicht viel später rauchte ich dann auch mit dem Löwen meinen ersten Joint. Ich musste husten und zog nicht richtig runter, da ich keine Erfahrung mit Rauchen hatte. Deshalb zeigte das THC keine Wirkung. Doch das änderte sich bald, immer öfter war ich in seinem Dorf, kiffte und half auch mal aus, Gras in 5g-Grips zu verpacken, um dann im Dorf herumzuziehen und dieses zu verticken. Allerdings war ich von der Droge THC nicht sonderlich begeistert. Es war zwar chillig, einen in der Runde herumzugeben und zu rauchen, und diese warme Schwere, die wirbelnden Gedanken und das Glück zu spüren. Doch zum Glück hat diese Droge mir es nicht sehr angetan. Trotzdem zog ich, wie der Löwe, meine ersten eigenen Cannabispflanzen auf. Nur eine davon war wirklich THC-haltig, der Rest hatte ich aus dem Vogelfutter, Industriehanf, und nutzte ihn zum strecken, da ich den Geruch von Tabak nicht mochte. Meine Eltern tolerierten die Pflanze im Garten, obwohl sie nie selbst gekifft hatten, machten sie sich keine grossen Sorgen. Sie wusste, das ich ab und zu kiffte, doch da es sich in Grenzen hielt, stellte es für sie kein Problem dar.

Zu dieser Zeit beschäftigte ich mich viel mit Drogen aller Art. Es faszinierte mich und ich lernte viel darüber. Ich lieh in der Schulbibliotek etliche Bücher dazu aus, kannte fast jede Droge. (natürlich kann man nicht jede Droge kennen. Designerdrogen gibt es mehr, als man lernen kann) Ich meldete mich hier auf der Seite an, las Tripberichte. Schaute mir Drogenfilme an, soviel ich nur finden konnte (Meine Inspiration: 'List of drug films' - EN-Wikipedia). Ich merkte, wie wenig meine Eltern mir erzählt hatten. Wie wenig sie selbst darüber wussten. Besonders die Halluzinogene faszinierten mich. Ich wog bei vielen Drogen Nachteile gegen Vorteile ab, und die Halluzinogene erschienen mir bei richtiger Anwendung am wenigsten gefährlich. Also beschloss ich, mit einer Kollegin, irgendwann LSD auszuprobieren. Das Abitur rückte näher. Wir mussten eine Arbeit schreiben, ich entschied mich, eine Geschichte zum Thema 'Goaparties' zu verfassen.



Um genügend Stoff für meine Arbeit zu finden, reiste ich ans Summer Never Ends Festival und hatte dort meine ersten Erfahrungen mit LSD. Der Trip war stark, überwältigend, und ich war alleine. Dennoch war es die tollste Erfahrung, die ich je gemacht hatte (Tripbericht davon ist auch auf LdT, deshalb hier nicht so ausführlich)



Seit dieser Party fand man mich oft an Goas. Eine solche Party war für mich etwas ganz besonderes, dafür zog ich mich anders an, malte mir ein schwarzes oder farbiges Muster ums Auge. Ich fand auch viele Kollegen an diesen Parties. Meistens war ich mit Grinsekatze unterwegs, einer Kollegin, die mit mir ans selbe Gymi ging und die ich irgendwann an einer Indoorparty bei einem Bahnhof aufgegabelt hatte. Es war ihre erste Goa und seit dem waren wir oft zusammen an Parties anzutreffen. Ich war es auch, die ihr ihr erster LSD-Trip gab, Sylvester an einer Outdoorparty war das. Der glitzernde Schnee, die Wunderkerzen, der stille, verschneite Wald und das Feuerwerk sind mir in guter Erinnerung geblieben. Ich liebte die Goas, die Offenheit, die Freundlichkeit der Partygänger. Ich liebte die Musik, FullOn und Psy waren und sind bis heute meine Favoriten. Wer in die Szene kommt, der probiert mit hoher Wahrscheinlichkeit die gängigen Drogen aus, so ist es mit vielen meiner Kollegen geschehen, so auch mit mir.



Das Zweite Jahr

Wir tanzten, tanzten uns in unsere Welt. Ein DJ, den ich bei einer Indoorparty kennenlernte, wurde zu einem guten Freund von mir. Ich chillte es oft in seiner Stadt in einem kleinen Raum neben einer Sarg-Schreinerei und einem Metal-Bandraum. Seine DJ-Clique hatte dort ihr Equipment, und dort störte es niemand wenn sie so richtig laut auflegten. Ich genoss den Einblick in ein anderes Leben, als das, das ich mir gewohnt war. Ich lernte auch selbst etwas, mit dem DJ-Pult umzugehen (ausserdem auch beim Bären), allerdings hatte ich nie genügend Zeit, um es je richtig zu lernen. Der Raum der DJ-Clique war herrlich dekoriert, an den Wänden hingen Neon-Tücher mit Gnomen, Elfen und Waldgöttern, schönen Mustern oder Planeten. Wenn sie auflegten, stellten sie das Schwarzlicht an und liessen die Tücher leuchten. In diesem Raum wurde viel konsumiert, nicht nur Cannabis, hauptsächlich Amphetamine und MDMA. Ich selbst habe in diesem Raum ausser Cannabis nie was konsumiert, aber habe vom DJ Pilze und MDMA geschenkt bekommen (er hatte sich in mich verguckt, doch da wurde nix draus) Mir ist besonders in Erinnerung geblieben, dass es dort eine Frau gab, die immer mürrisch und deprimiert hereinkam und erst auf MDMA freundlich und offen wurde. Ich bemitleidete sie und mir kam der Gedanke, dass viele Goagänger gar nicht so offen sind, wie sie immer meinen. Dies gilt für viele leider nur an Parties und auf Drogen, unter ihresgleichen. Sie würden selten im Zug unter der Woche jemanden ansprechen, weil dieser jemand eine tolle Mütze trägt.



Mit dieser DJ-Clique war ich auch einige Male an Parties, Private Parties, so wie die, an der ich das erste Mal MDMA konsumierte. (Dieser Tripbericht ist auch auf LdT). Von MDMA war ich nicht so hin und weg wie von LSD, aber eine schöne Droge ist es.

Mit der Grinsekatze probierte ich auch einiges aus danach, einmal suchten wir uns ein ruhiges Plätzchen im Wald, setzten uns auf ein Tuch, konsumierten Salvia und meditierten. Oder wir tranken Absinth (Thujonhaltig, aber leider nicht genug, um etwas auszulösen). Ich selbst hatte ein wenig mehr Erfahrung in Sachen Drogen wie Grinsekatze, doch sie ging genau so vorsichtig wie ich damit um. Wir konsumierten vielleicht all Monat was, ich probierte Pilze aus (gefiel mir, aber kam an LSD nicht ran. Ähnlich aber doch anders. Wenn LSD Psytrance ist, dann sind Pilze Goatrance). Einmal probierte ich unfreiwillig GHB aus, was meine schlechteste Drogenerfahrung war. Natürlich interessierten mich auch die Opioide. Um diese Erfahrung zu machen, wählte ich Tramadol, da es mir am ungefährlichsten erschien. (TB auf LdT). Warm und schön, aber aus Respekt davor erhöhte ich die Dosis nie und machte es auch nie wieder. Nachtschattendrogen rührte ich nicht an. Diese Hallus, die einem echt vorkommen, Gedankenlücken und Vergiftungen machten mich nicht besonders an.



In diesem Jahr war ich auch oft mit den Kollegen vom Bären an Parties unterwegs. Jungs und Mädchen, 1-2 Jahre jünger als ich. Zu jung für solche Parties. Wenn ich dabei war, schaute ich, dass sie nichts konsumierten. Ich erzählte ihnen aber davon, weil früher oder später würden sie eh darankommen, wenn sie in der Szene blieben. Aufklärung ist die beste Prävention. Dafür lehrte ich sie, mit dem Lunastick umzugehen. Ich wusste, dass ich mich in einer Vorbildrolle befand, und versuchte, das Beste daraus zu machen. Bei einer, dem Pferd, war es aber schon zu spät. Einmal, als ich nicht mit ihr an einer Party war, kam sie durch einen Kollegen an LSD. Sie hatte keine Ahnung, was es bewirkt! Trotzdem nahm sie Tröpfchen. Und hatte einen dementsprechend schlechten Trip. Seit dem nimmt sie nur noch MDMA. Gefällt mir nicht. Die Dame war 16 dort, jetzt 17.



Zu dieser Zeit beschäftigte mich auch ein Mädchen, das Pony, das früher eine meiner guten Kolleginnen war. Ich ging mit ihr zu den Pfadfindern und ich hatte sie als heikel in Erinnerung (Meine Haare sind mein Schatz (sie hatte schöne, lange Haare) oder Iiiiih, tritt doch nicht mit nackten Füssen auf meinen Schlafsack, nackte Füsse sind eklig). Jetzt hat sie Dreads und ist nur noch barfuss anzutreffen. Alles an ihr glöckelt und bimmelt, sie hat von andern Leuten Haare in ihre Dreads eingefilzt. Sie sieht schön aus, wie eine Elfe, umgeben von Cannabis und Räucherstäbchenduft. Krass, wie sich Leute verändern. Ich sah sie oft an Parties, wir begrüssten uns mit Freude, doch viel unternommen haben wir nie. Sie lebt nur noch in dieser Szene und ist ein krasses Beispiel. Zum Thema Drogen hat sie auch schon mit 16,17 alles durchgehabt. Sie trägt nur noch diesen Stil, fällt extrem auf. Es scheint mir, als schrieen ihre Kleider: heee, seht mich an. Ich nehme am Wochenende Drogen. Der Grossteil ihrer Freunde ist auch in der Szene. Falls sie mal je rauswollte - sie könnte nicht.



Das Dritte Jahr

Das Abitur hatte ich mit Bravour abgeschlossen. Meine Eltern wussten zwar von meinem Drogenkonsum, da ich offen mit ihnen über alles sprach, machten sich zwar ein wenig Sorgen, aber sie liessen mich machen. Ich hatte ihr volles Vertrauen, was ich ihnen hoch anrechne. Nicht, dass sie sich nicht um mich kümmerten, nein. Ich klärte sie über die Wirkung der Drogen auf, was sie beruhigte. Ich war so ehrlich wie nur möglich.

An einer Party, wo auch Infected Mushroom auflegte, lernte ich einen Typen kennen, sagen wir ihm mal Marder. Marder extrahierte selbst Meskalin aus Peyote-Kakteen, hatte Tattoos all-over und Halsketten mit Talismanen. Er war nicht aus meinem Land, wohnte aber zufälligerweise in meiner Stadt. Deshalb trafen wir uns dann auch ab und zu, er versprach mir jedes mal Meskalin, ich gab ihm dafür Cannabis, selbstangebautes, doch er hatte seinen Teil des Versprechens immer irgendwie vergessen. Nunja, dies war, neben Opium, eine Droge, die ich mal noch ausprobieren wollte, doch daraus wird nun nichts mehr.

Danach begann das Studium. Lernen war angesagt und die wenigen Wochenenden, die ich anfangs des Studiums im LSD-Rausch verbrachte, waren für mich wie Ferien. Tanzen und frei sein, frei von den Algorithmen, von den Wegintegralen und den Threads.

Dann kam der Abend, der mein Leben etwas veränderte. Marder lud mich zu sich ein und erzählte mir von einem Deal, den er durchführen wollte. Nun hatte er, da er arbeitslos war, zu wenig Geld und fragte mich, ob ich an dem Deal teilhaben wolle. Dabei ging es um LSD. Ich überlegte kurz und stimmte dann zu. Ich liebte LSD. Also, warum nicht? Ich konnte es mir verantworten, es ging dabei nicht um riesige Mengen. Und die Erfahrung war es mir wert. Ausserdem machte ich es nie wegen dem Geld, sondern wegen der Erfahrung. Nicht viel später fuhr Marder in eine andere Stadt, um die Droge zu holen. Er gab mir die Hälfte und nun stand ich also da, mit dem Bogen LSD. Es war nicht schwierig, es loszuwerden. Trotzdem hatte ich nun für gut 2 Monate immer vollen Zugriff. Dies wurde mir zum Verhängnis. Ich konsumierte jede Woche, genau so viel, dass ich wieder die volle Wirkung verspürte und die Toleranz verklungen war. Ich liebte diese Welt. Die Farben, die Freiheit, die Natur, die sich kringelnden Blätter und die fraktalen Muster. Meinen Eltern erzählte ich nicht mehr, wann ich genau konsumierte, es wäre zu viel gewesen. An Sylvester konsumierte ich an der Party eines Studienkollegen, dem Salamander. Salamander war selbst fasziniert von Drogen, er konsumierte auch gelegentlich MDMA und hatte auch schon 2-CE probiert. Er bekam auch LSD von mir und dann, eines Abends, in den Semesterferien, schrieb er mir so um Mitternacht, er hätte sich ein 4-tel Filz eingeworfen. (Meine Filze hatten 350microgram drauf, dabei bin ich mir sehr sicher). Er war alleine in seiner WG und hatte noch nie LSD konsumiert! Also entschied ich mich kurzerhand, zu ihm zu fahren und ihn zu sitten. Ich wollte nicht, dass jemand mit meinem Stoff eine schlechte Erfahrung machte. Ich hatte auch meine Regeln. Zum Beispiel gab ich niemandem was, der nicht 18 war. Ich gab niemandem was, der nicht schon Erfahrung mit Halluzinogenen hatte oder nicht genügend darüber wusste.

Ich warf mir auch selbst was ein um ihn zu sitten, wir hatten eine tolle Nacht. Der Trickfilm Beatles Yellow Submarine war auf LSD sehr interessant. Beatles verbinde ich sowieso mit LSD. Er fragte mich so mitten in der Nacht, ob ich eigentlich ein Hippie sei und ob ich freie Liebe praktiziere. Ich verneinte natürlich. Was dachte der sich eigentlich.



Das Ende

Salamander hatte noch mehr von dem LSD. Der erste Trip war ihm zu schwach. Deshalb beging er den grössten Fehler seines Lebens. In den Semesterferien kam er eines Morgens um 4 in seine WG, total betrunken und bekifft. Er kam auf die nicht so tolle Idee, sich eine Hälfte des Filzes (eigentlich nur 175 mikrogramm, für meine Verhältnisse wenig) einzuwerfen. Doch mit Alkohol und THC war das keine gute Idee, sich unvorbereitet und spontan auf die Reise zu begeben. Salamander lag nach kurzer Zeit auf seinem Bett, hielt seine Mitbewohner für Teufel und Dämonen, einen auch für Gott. Er hatte einen schrecklichen Trip. Seine Mitbewohner versuchten, ihn zu beruhigen. Er hatte das Gefühl, er wäre in einer Endlosschleife (Informatiker-Style) gefangen und käme mit den Gedanken nicht mehr raus. Plötzlich hatte er unglaublich heiss und begann sich auszuziehen. Seine Mitbewohner brachten ihm einen Krug Wasser. Diesen zerbrach er über seinem Kopf, um sich zu läutern. Tropfnass und nackig stand er nun da. Jetzt, plötzlich, wollte er nach draussen. Seine Mitbewohner mussten ihn mit aller Kraft zurückhalten, er kämpfte anscheinend sehr hartnäckig. Doch er war nackt, so konnte man ihn ja nicht morgens um 6 rauslassen! Also drehte er sich um, rannte in das Zimmer und versuchte, durch das Fenster abzuhauen. Sprang.......... und zerbrach die Scheibe. Zum Glück flog er nicht hindurch. Doch ein fetter Splitter und mehrere kleine Glassplitter steckten in seinem Kopf und Gesicht, er blutete sehr stark. Er lag in den Armen eines Mitbewohners, der ihn beruhigte. Die andern holten die Ambulanz. Natürlich kam auch die Polizei. Er kam ins Krankenhaus, zum Glück ist er mit ein paar Narben davongekommen. Die Polizei erfuhr natürlich, was passiert war. Ein weiterer Fall für die Statistik. Ein Fall, der zeigt, wie gefährlich LSD doch sei. Mit dem typischen-Klischeehaften Horrortrip und aus dem Fenster springen. Wie regte ich mich über Salamander auf, als ich von dieser Geschichte durch seinen Mitbewohner an einer Party erfuhr. Wie konnte er meine vergötterte Droge so missbrauchen und in den Dreck ziehen. Doch welch schlechtes Gewissen ich hatte. Hatte ich doch gedacht, es könne so nichts passieren. Salamander war 21 und hatte schon Erfahrung. Wie naiv ich doch war. Salamander hat aufgehört, zu studieren und die WG verlassen. Nach diesem Vorfall entschied ich mich, mit dem Dealen aufzuhören.



Der letzte Trip

Das Ende der Semesterferien nahte. Unterdessen trippte ich auch unter der Woche, wenn meine Eltern schliefen. Eine solche Nacht ging schnell vorüber, ich zeichnete und freute mich über die Zeichnungen, die aus dem Blatt herauszukommen schienen. Ich konnte meine eigene Welt malen, spielte mit meinen selbst gezeichneten Figuren in meinem Zimmer. Das tönt jetzt vielleicht übertrieben und seltsam, aber ich hatte mich während des Trips immer unter Kontrolle und wusste, was echt war und was nicht.

Kurz nach den Semesterferien stand noch eine Party an. Es war Carneval in der Stadt, in der die Party stattfand, so konnte ich mich ungeniert verkleiden. Ich ging mit den Mitbewohnern von Salamander, die auch Studenten waren und relativ wenig konsumierten. Nur so in den Semesterferien. Es war ein Montag, an dem die Party war, der erste Tag des Semesters. Ich packte meinen Stick ein, die letzten LSD-Filze und malte mir einen roten Strich über das linke Auge. Dazu eine knallrote Kurzhaar-Perücke und meine Goa-Kleidung. Ich wusste nicht, das es mein letzter Trip für lange Zeit werden sollte.

Die Party war grossartig. Viele waren verkleidet, da gab es einen Roboter, ganz in Alufolie, Bären, Elfen, Clowns... was man halt so an einem Carneval anzutreffen hofft. Die Mitbewohner von Salamander waren auf der Suche nach Pillen, wurden auch schon bald fündig - 2-CE Pillen mit MDMA - ein vorbereiteter Candyflip. Cannabis und Ritalin hatten sie auch dabei, da einer ADHS hatte oder zumindest einfach die Pillen verschrieben bekam. So gegen Mitternacht begannen wir mit unsern Trips, meine Kollegen die 2-CE Pillen und Rita und ich wie gewohnt mein LSD. Als ich gerade am draufkommen war, erzählte mir ein Mitbewohner von Salamander mir dessen Horrortrip sehr ausführlich. Ich fühlte mich betroffen. Doch er meinte, es sei seine Schuld.

Mein Trip an diesem Abend war gut, ihre Trips auch. Ein Kollege sagte ganz aufgelöst vor Freude: Wisst ihr, es kommt mir vor, als hätte ich ganz ganz lange nach etwas gesucht... und jetzt habe ich es endlich gefunden. Mein Ziel erreicht. Ich war etwas geschockt von dessen extremer Freude, doch so sind gewisse Drogen nun mal. Wir tanzten die ganze Nacht. Ich war eigentlich immer bei einer Philolsophiestudentin, sie hatte nichts konsumiert. Wir verstanden uns bestens, es war toll. Die Deko, die Musik, die Leute. Alles ein riesiger Strudel, ein Sog der mich schon fast hineingezogen hatte. Ich dachte während des Trips oft über Salamander und seine traurige Erfahrung nach. Stimmt, ich musste noch die letzten Filze verkaufen. Doch ich war selbst drauf. Eigentlich war ich nie richtig drauf, wenn ich was verkaufte, um einschätzen zu können, wem ich was gebe und wem nicht. Salamanders Mitbewohner übernahmen jedoch die Arbeit für mich und halfen mir, die letzten Filze loszubringen. Den allerletzten verschenkte ich. Jetzt war ich frei.

In dieser Nacht bekam ich noch eine SMS von Panther, meinem dort zukünftigen Freund. Er war der einzige, der sich wirklich Sorgen um mich machte, und schickte mir einen grossen Panthergeist, der mich beschützen sollte. Es war schön, dass sich jemand kümmerte. Wir tanzten bis um 8 Uhr, dann musste ich auf den Zug - es war ja Dienstag und um 9 begann die Vorlesung. Völlig vertrippt machte ich mich also auf den Weg zum Vorlesungssaal. Panther war auch schon da und hatte einen Platz reserviert. Ich war völlig kabutt und alles bewegte sich noch, die Folien, die Studenten, der Professor, ein Gnom. Doch die Vorlesung war erstaunlich interessant. Gegen Nachmittag kam ich runter und hatte Panther gegenüber ein völlig schlechtes Gewissen. Er mochte es nicht, wenn ich was konsumierte. Es war schön, jemandem wichtig zu sein. Als ich am Abend im Zug zurückfuhr, entschloss ich mich, aufzuhören. Ich wusste, ich hatte es in letzer Zeit übertrieben. LSD ist eine Droge, die man gelegentlich und zu speziellen Anlässen (wenn überhaupt) konsumiert. Als ich Zuhause war, geduscht hatte, packte ich all meine Goa-Sachen in den Dachstock, schnitt meine zwei SNEF-Bändelchen ab, löschte meine Kontakte zu meinen Goa-Freunden, mit denen ich nur an Parties etwas zu tun hatte, von Facebook und vom Handy. Es waren viele. Zu viele. Viele nette Leute, mit denen ich tolle Stunden verbracht hatte. Doch ich wollte einen Schlussstrich. Für mich und ein wenig für Panther und Salamander.



Und jetzt?

Mir fiel es schwer, aufzuhören. Man sagt, LSD mache nicht abhängig. Es tut es auch nicht. Physisch. Nur psychisch. Falls jemand von Euch mal ein MMORPG oder ein sonstiges Game mit hohem Abhängigkeitspotential gezockt hat, und damit aufgehört hat, weiss, wie es sich anfühlt. Es ist eine Welt, die ein Teil vom Leben war und in die man nicht mehr zurückkehren darf/will. LSD macht nicht gross abhängig, wenn man es selten konsumiert. Wenn es jedoch zu oft wird, gewöhnt man sich dran. Wenn die Trips zu schön, zu farbig, zu funkelnd sind, vermisst man was. Ich denke noch oft an diese Zeit zurück. Es ist ja jetzt erst gut 4 Monate her. Seit dem habe ich keinen Joint, keinen Filz oder Pilz mehr berührt, gar nichts ausser Alkohol. Und diesen finde ich schlapp, eine schlaffe, traurige Droge. Manchmal, wenn ich im Zug sitze und Psytrance höre, möchte ich am liebsten zurück. Oder wenigstens ein Flashback (hatte ich nie). Doch jetzt ist das Studium der Mittelpunkt meines Lebens. In knapp 2 Monaten sind die ersten grossen Prüfungen. Ich habe kein Problem mit lernen, kein Problem mit dem Leben. Ich bin ein sehr sehr glücklicher Mensch. Ich habe eine tolle Familie, einen lieben Freund und viele gute Freunde. Und trotzdem ab und zu eine Sehnsucht nach einem Freund, den ich verlassen habe.



You may turn your back on a person - but never turn your back on a drug -FaLiLV



Greez, Neko

& herzlichen Dank an Nudelholz :)






Impressum   Kontakt   Nutzungsbedingungen