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Titel:Vielseitig nützliches Medikament
Droge:Tramadol
Autor:Eus
Datum:27.04.2015 13:21
Nützlichkeit:3,96 von 10 möglichen   (26 Stimmen abgegeben)

Bericht::

Tramadol hatte ich vor Jahren als Schmerzmittel verschrieben bekommen, es aber aus einer gewissen Sorge nicht eingenommen. Schließlich habe ich entdeckt, dass dieses Mittel auch gegen vorzeitigen Samenerguss eingesetzt wird und mich zu diesem Zweck zur Einnahme entschlossen.



Dabei habe ich an den Wochenenden von Freitag bis Sonntag jeweils 1-3 Tabletten zu á 50mg eingenommen. Die Wirkung dabei ließ sich in 2 Phasen einteilen. Phase 1 dauerte ca. 4-6 Stunden, setzte ein nach 30-90 Minuten und bestand in einem mehr oder weniger starken oder auch ganz ausbleibenden Wohlempfinden, manchmal auch ein wenig wie berauscht oder benommen. Nach dem Abklingen dieser Phase setzte Phase 2 ein, in der ich mich einfach nur gut fühlte, gute Laune inklusive. In dieser Zeit entfaltete das Mittel auch seine hilfreiche Wirkung gegen den vorzeitigen Samenerguss, die allerdings viel geringer als erhofft ausfiel, so dass ich das Mittel nach ca. 3-6 Wochen wieder absetzte.



Direkt nach den Wochenenden traten dann für ein paar Nächte leider recht unangenehme Albträume auf, die ganz eindeutig mit der Einnahme von Tramadol zusammen hingen.



Monate später kam ich auf die Idee, die restlichen Tabletten in geringer Dosis als kurzfristig wirkende Anti-Depressiva einzusetzen. Dazu habe ich jeden Morgen nach dem Aufstehen jeweils eine Tablette mit 50mg eingenommen, über ca. 4-6 Wochen, mit gelegentlichen Pausen von ein paar Tagen. Tatsächlich beseitigte in der Zeit Tramadol das morgendliche Gefühl, aus einer Mülltonne gekrochen zu sein und führte dann in Phase 2 exakt zu der erwünschten und damals höchst hilfreichen Stimmungsaufhellung, die es mir ermöglichte, viele wichtige Aufgaben zu erledigen, die notwendig waren, um mein Leben in eine neue Bahn zu lenken. Albträume traten in der Zeit selten und wenn dann nicht übermäßig unangenehm auf. Allerdings schien die Wirkung mit der Zeit abzuschwächen, bis ich schließlich vor allem müde davon wurde. Nachdem die Aufgaben erledigt waren, habe ich das Mittel einfach abgesetzt und mir nichts dabei gedacht. Alles schien erst mal wunderbar.



1-2 Wochen später litt ich eines Abends plötzlich an einer merkwürdigen Übelkeit, die sich massiv steigerte und in einer Art Krampf-Anfall gipfelte, bei dem ich mich zur gleichen Zeit übergab und Durchfall ausschied. Das war eine ziemlich überraschende und äußerst unangenehme, völlig neue Erfahrung für mich. Für ein paar Minuten lag ich mitten auf dem Boden im Bad und hatte jede Kontrolle über meinen Körper verloren. Da ich an jenem Abend allerdings etwas zu viel durcheinander gegessen hatte, hielt ich es für eine Lebensmittelvergiftung.



Nach diesem Anfall ging es mir erst mal wieder viel besser. Doch schon nach einer Stunde oder weniger stieg wieder die Übelkeit in mir hoch, ich musste würgen und würgen und es kam doch nichts. Das war so schlimm, dass ich den Notarzt rief. Der verpasste mir dann eine Spritze gegen die Brechkrämpfe und ab da ging es rasch wieder bergauf. Schon am darauf folgenden Abend ging es mir wieder passabel, mit Schonkost, eine weitere Nacht und es war durchgestanden.



Erst Monate später kam mir plötzlich in den Sinn, dass ich in jener Nacht einen kalten Entzug durchlitten hatte, ohne es zu wissen ! Diese Erkenntnis war ein echter Schock. Ich meine, was sonst hätte das sein können ? Und es war ärgerlich, denn ich hätte diese Situation leicht durch eine winzige Dosis Tramadol verhindern können.



Also Obacht bei Tramadol ! So wie es aussieht können selbst kleine Dosen zu körperlicher Abhängigkeit führen. Sollte ich dieses Mittel jemals wieder anwenden, werde ich höllisch aufpassen.