Tripbericht lesen
Übersicht:
| Titel: | Aus dem Tagebuch eines Psychonauten |
| Drogen: | Ketamin |
| Autor: | ehemaliges Mitglied |
| Datum: | 23.12.2011 20:53 |
| Set: | allein zu Hause |
| Setting: | Vorfreude, gute psychische und physische Verfassung |
| Nützlichkeit: | 6,96 von 10 möglichen (26 Stimmen abgegeben) |
Bericht:
Aus dem Tagebuch eines Psychonauten
Tripbericht über eine dissoziative Reise auf Methoxetamin (mxe)
Endlich war es soweit, Samstag abend, alle Verpflichtungen waren erledigt, ich hatte
nunmehr genug Zeit, um endlich Methoxetamin zu probieren.
Ich hatte in der Vergangenheit schon einige, zum Teil hochdosierte Trips auf dxm,
später sollte sich herausstellen, das diese Erfahrungen sehr hilfreich waren, um den
mxe-Trip ohne psychische Schäden zu überstehen.
Es war mein erstes Mal mxe und ich hatte nicht ansatzweise eine Ahnung, was auf mich
zukommen sollte, ich erwartete eine dxm-ähnliche Wirkung. Rückblickend kann ich jedoch
sagen, dass es der wohl stärkste Trip meines Lebens gewesen ist.
18.45 Uhr.. Ich breitete eine Messerspitze mxe (geschätzte 40 bis 60mg) auf einem Spiegel
aus und zog die Line mit einem Geldschein auf zweimal in meine Nasenlöcher ein. Es machte
sich ein eigenartiger Geschmack in der Nase bemerkbar, jedoch kein Brennen.
Nun war warten angesagt, neugieriges Warten, was da passieren mag, ich räumte noch ein
wenig das Zimmer auf, als ich nach ca. 15min noch keine Wirkung verspürte, wollte ich
bis zum Anfluten noch etwas chatten.
Als ich den chat betrat, sollte es nur noch Sekunden bis zum Wirkungseintritt dauern,
plötzlich schwanden mir die Sinne, leichtes Schwindelgefühl machte sich breit.
Ich starrte auf den Bildschirm und merkte, das mir das lesen schwerfällt, ich sah nur noch
einzelne Buchstaben und war nicht mehr in der Lage, die zusammenhängenden Buchstaben als
Wort zu erkennen, ich wollte noch etwas schreiben, jedoch verschwand jegliches Verständnis
dafür. Dafür merkte ich, dass der Trip rasant an Intensität zunahm, mein Blick war starr,
der Raum begann sich merkwürdig zu verändern. Ich blickte auf die Digitalanzeige meines
Weckers und sah nur noch einzelne rote Stiche, Zahlen als solche erkannte ich nicht mehr,
dafür schien es, als würde sich das rote Licht seltsam auf mich zubewegen.
Der Trip wurde sehr schnell immer stärker, ich verlor jegliches Zeitgefühl, wusste weder,
welchen Tag wir hatten, geschweige denn, wieviel Zeit seit Tripbeginn schon verstrichen war.
Mein Zustand konnte inzwischen salopp als total verschallert bezeichnet werden, ich nahm
meine Umgebung nur noch schemenhaft war, es war als würde sich der Raum eigenartig "umfalten".
Bereits jetzt war klar, das dieser Trip anders und um einiges stärker verlaufen sollte, als
mein stärkster dxm-Trip, das Ende der Fahnenstange war aber noch nicht erreicht.
Der Trip wurde noch stärker, es keimte langsam ein Anflug von Panik auf, jetzt zählte meine
dxm-Erfahrung, um mich wieder einzufangen. Ich machte mir klar, dass ich nur unter
Drogeneinfluss stand und alles wieder normal werden würde, nur durfte ich mich nicht
dagegen anwehren, sondern musste mich einfach fallen lassen und mich dem Trip schonungslos
hingeben. Beängstigend war, das ich noch immer eine Zunahme der Intensität spürte und keine
Ahnung hatte, wann ich endlich das Plateau erreichen würde.
Inzwischen hatte ich fast jeden Bezug zur Realität verloren, bei geöffneten Augen nahm ich
nur noch schwache Signale aus der weit entfernten Heimat wahr. Ich spürte den Drang, mich
zu bewegen, jedoch fiel mir das Laufen schwer, nur mit Mühe konnte ich einen Fuss vor den
anderen setzen und musste mich ständig abstützen. Wie ein Zombie irrte ich im Haus umher,
ohne zu wissen wohin überhaupt. Plötzlich überkam mich ein total eigenartiges Gefühl, wohl
etwa so, als würde mir regelrecht der Stecker gezogen. Ich spürte meinen Körper nicht mehr,
und verschwand plötzlich im Nichts. Es war wirklich nichts mehr da vom eigenen Ich, dieses
Gefühl war eine Grenzerfahrung der besonderen Art. Sollte dies der sogenannte Egotod sein?
Ich hockte zusammengekauert in einer Ecke, unfähig mich zu bewegen, unfähig auch nur einen
klaren Gedanken zu fassen, dem Trip nun völlig ausgeliefert, ich wusste auch nicht, wie lange
dieser Zustand andauerte. Offenbar hatte ich auch kurze Black-Outs während dieser Phase.
Irgendwann lies die Intensität etwas nach, ich spürte, dass das Plateau wohl schon
überschritten war, jedoch sollte der Trip dieses Level noch einige Zeit halten.
Ich musste die Augen geschlossen halten, da die Eindrücke bei geöffneten Augen unerträglich
wurden. Ich war noch immer unfähig, mich irgendwie zu bewegen.
Einige Zeit später lies der Trip erneut etwas nach und es wurde auf einmal richtig angenehm.
Ich kroch auf allen Vieren die Treppe hoch und legte mich ins Bett.
Der Flug war offenbar vorbei und ich war angekommen in der eigenartigen, surrealen Welt.
Ich schloss die Augen und hatte plötzlich gewaltige Visionen, ich sah wabernde Landschaften
und eigenartige Wesen. Alles war in grauen Schleier gehüllt, Stille machte sich breit.
So etwas wie Gravitation scheint es dort nicht zu geben, alles war in einem eigenartigen
Schwebezustand. Es war der reinste Seelenbalsam. Ich sah strenge geometrische Muster,
zweidimensionale Ebenen, die sich in die Unendlichkeit erstreckten, alles war in einer
langsamen, harmonischen Bewegung. Dieser Zustand dauerte über vier Stunden und entschädigte
den doch eher unangenehmen Anflug allemal.
Danach erfolgte die Rückreise recht schnell, es dauerte vielleicht eine halbe Stunde, ich
spürte wie mein Körper und meine Sinne zurückkamen. Bis auf ein leichtes Schwindelgefühl war
ich wieder ich. Und ich war einfach nur fertig, müde und mental aufgezehrt. Danach schlief
ich gut sechs Stunden tief und fest.
Euer Necromanteion