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Tripbericht lesen

Übersicht:

Titel:Meskalin - Ein Versuch, Unbeschreibliches zu beschreiben
Drogen:Peyote
Autor:KREML
Datum:29.06.2012 00:42
Set:Neugierig und gespannt, was passiert
Setting:Stadt Bern und Natur in einer klaren warmen Sommernacht
Nützlichkeit:8,53 von 10 möglichen   (32 Stimmen abgegeben)

Bericht:

Knapp 2 Wochen ist es nun her, dass ich meine Ex-Freundin nach 3 Monaten Trennung wiedergesehen habe und ich mich definitiv in Frieden von ihr verabschiedet habe. Sie ist eine erfahrene Psychonautin und ich erlebte mit ihr im vergangenen November meinen 1. LSD-Trip. Diese Erfahrung hat mir die Augen geöffnet. Nun fühlte ich mich nach unserem definitiven Abschied schon viel besser und wieder einigermassen stabil. So beschloss ich, auf eine neue Reise ins innere meiner Seele aufzubrechen.


Vorbereitung:

- Ich kaufte mir in einen San-Pedro-Kaktus von etwa 60 Zentimetern Höhe und durchschnittlich etwa 7 Zentimetern Durchmesser.
- Zuerst entfernte ich vorsichtig die Dornen und legte den Kaktus für eine Nacht ins Gefrierfach, damit die Zellwände zerstört werden würden.
- Am nächsten Morgen noch ganz in der Früh liess ich ihn auftauen, was jedoch ein grosser Fehler war, da das Wasser aus dem Kaktus lief und eine grosse Schweinerei verursachte. Also putzte ich diese mal weg.
- Nun schnitt ich den Kaktus in Scheiben (ca. 5-10 Millimeter dick), entfernte vorsichtig die wachsartige Haut (ohne dabei das Fleisch direkt darunter zu verletzen oder zu verschwenden), entfernte bei jedem den hölzernen Kern und legte diese auf 2 mit Alufolie belegte Backbleche. Der rohe geschnittene Kaktus ist sehr schleimig und auch etwas übelriechend, doch was tut man nicht alles für einen guten Trip. :-)
- Jetzt schob ich die Bachbleche in den Backofen und liess sie für ca. 12 Stunden bei ~80°C (Umluft und Unterhitze) trocknen. Gott sei dank war Sommer und ich konnte während der ganzen Zeit die alle Türen und Fenster offen lassen, da die ganze Prozedur einen üblen Gestank verursachte. Von Zeit zu Zeit musste ich die einzelnen Scheiben wenden, damit beide Seiten gut trocknen konnten. Am Schluss blieb nicht mehr viel vom ursprünglichen Volumen übrig.
- Da das ganze Pflanzenmaterial nun vollständig getrocknet war, konnte ich es problemlos mit Mörser und Pürierstab zerkleinern, bis nur noch ein hellgrünes Granulat/Pulver übrig blieb.
- Für meinen Trip nahm ich etwa einen Drittel der Menge und kochte dieses für ca. 4 Stunden mit ca. 4 Dezilitern Wasser und reichlich Zitronensaft bei niedrigster Stufe auf. In den letzten 5 oder 10 Minuten fügte ich noch etwas Stevia hinzu, um den üblen Geschmack etwas zu mildern. Danach liess ich es ein wenig abkühlen und goss die Flüssigkeit durch ein Metallsieb in eine Kaffeetasse. Die Farbe der Flüssigkeit war dunkelgrün bis leicht bräunlich.


Konsum und Trip

~20:30
- Ich hatte seit über 24 Stunden nichts mehr gegessen und nur Wasser und Tee getrunken, was wegen der drückenden Hitze auch kein wirkliches Problem war. Der Geschmack des Getränks war wirklich furchtbar. Bei jedem grossen Schluck musste ich mind. 2 grosse Schlücke kaltes Wasser nachkippen. Ich brauchte ca. 15 Minuten, bis ich den letzten Schluck im Magen hatte. Ich hatte die Befürchtung, dass mir alles wieder vorzeitig hochkommen würde. Doch ich hatte es schliesslich doch noch ganz geschafft. Danach passierte lange gar nichts und ich fing schon an der Wirkung zu zweifeln.

~21:30
- Ich hatte eine Weile im Internet gesurft und mir belanglose Videos auf YouTube angeschaut. Plötzlich begann ich für einen kurzen Moment an meine Ex-Freundin zu denken und ich fühlte mich sehr traurig und ich bedauerte unsere Trennung sehr. Ich fühlte wie mir die Tränen die runter liefen und für ich hatte Angst, dass das Ganze zu einem Horrortrip werden würde.
- Innerhalb von nur ca. 2 bis 3 Minuten überkam mich eine starke Übelkeit, was aber anscheinend völlig normal ist bei einem Meskalin-Trip. Schnell rannte ich ins Badezimmer und konnte gerade noch ins WC erbrechen. Es war kein schlimmes Erbrechen mit anschliessender Erschöpfung, sondern ein sehr erlösendes und reinigendes Erbrechen. Ich fühlte mich danach plötzlich sehr fit, energiegeladen und fröhlich. Obwohl sich mein Magen eigentlich gut anfühlte, entschloss ich mich, mir vorerst einen Kamillentee zuzubereiten.

~21:45
- Ich verschwendete keine negativen Gedanken mehr an meine Ex-Freundin und beschloss zuerst einmal etwas Musik zu hören. Ich dunkelte mein Zimmer ab, liess auf meinem Laptop Endlosschnitte einer Mandelbrotmenge laufen und spielte die Musik von Pink Floyd aus ihrer psychedelischen Phase (frühe 70er) ab. Ich hatte weder optische Halluzinationen noch CEV’s, doch die Musik (besonders Stücke wie „Echoes“ oder „Fat Old Sun“) hörte und fühlte sich plötzlich ganz anders an. Sie war zwar nicht so eindrücklich wie auf LSD, doch trotzdem konnte ich einmal mehr verstehen, auf welchen Substanzen die Bandmitglieder ihre Lieder komponierten. Ich kann diese Gefühle nicht mit Worten beschreiben, die diese Stücke in mir auslösten. Am ehesten kann ich sagen, dass ich irgendwie völlig in den einzelnen Tönen und Klängen dieser wunderbaren Kompositionen aufging und mit ihnen verschmelzte.

~22:45
- Ich musste raus! Mich packte ein grosses Bedürfnis raus in die Natur zu gehen. Schnell packte ich in meinen Rucksack eine Decke, eine Flasche Wasser, ein paar Kifferutensilien und eine Stirnlampe und verliess meine Wohnung. Mein Körper fühlte sich ausgesprochen leicht an und ich fühlte mich auch sonst irgendwie gut. Die Grenze zwischen mir und meiner Umgebung war auf einmal wieder sehr dünn und löchrig und ich mich eins mit der Welt. Ich beschloss, auf den Gurten (Berner Hausberg) zu laufen. Wie auch sonst lief ich immer etwas zügig, hielt auch jetzt oft inne um die Wunder der Welt (sowohl der Natur als auch von Menschen Erschaffenes) zu bewundern. So musste ich mich als Kind gefühlt haben, als ich noch die Verborgenen Geheimnisse des Lebens sehen konnte. Ein Jammer, dass ich wie auch ein Grossteil der Menschheit diese Fähigkeit verlor. Ich genoss es sehr. Der Spaziergang durch den Wald empfand ich als sehr angenehm, jedes einzelne Geräusch konnte ich klar und genau wahrnehmen, besonders das Rauschen der Blätter der Bäume. Von Zeit zu Zeit lösten sie kleine paranoide Schübe aus, welche aber genau so schnell verschwanden wie sie kamen.

~Mitternacht
- Endlich stand ich auf dem Plateau des Gurtens. Leider war der Aussichtsturm um diese Zeit schon abgesperrt. Trotzdem hatte ich auch von unten einen schönen Ausblick auf Bern und das ganze Mittelland bis zum Jurasüdfuss. Ich breitete meine Decke aus legte mich hin.
- Die Nacht war klar und das Firmament des Himmels über mir sah so wunderschön aus. Es war Neumond und die Sterne glitzerten besonders hell. Wieder flossen mir urplötzlich die Tränen über die Wangen, doch ich fühlte mich keineswegs traurig. Vielmehr war ich einfach überwältigt ab der Schönheit der Welt und irgendwie glücklich. Nein, glücklich ist das falsche Wort! Ich kenne keinen passendenden Ausdruck für die Emotionen dieses Momentes.

~0:45
- Ich trat meinen Rückweg an. Es ging sehr steil hinunter, doch das machte mir nichts aus Ich war sogar sehr schnell unten. Als ich bei der Gurtenbahn ankam entschied ich mich, einen kleinen Umweg beim Gaskessel (Autonomes Jugendzentrum) zu machen.
- Unterwegs dachte ich sehr intensiv an meine Ex-Freundin und hatte irgendwie das Gefühl, das sie bei mir wäre. Ich begegnete ihr in meinen Gedanken, doch ich wollte sie nicht berühren oder umarmen oder sie gar wieder zurückgewinnen. Ich fühlte mich einfach auf einer spirituellen Art und Weise mit ihr verbunden. Es war schön ihr auf dieser Ebene zu begegnen. Ich hatte das Gefühl, als ich ihr ohne böse Absichten oder negativen ins Gesicht zu lächeln, ihr für alles zu danken und fast endgültig und ohne Leid loslassen zu könne. Ich verspürte einen grossen Drang ihr von diesem Trip berichten zu müssen. Mein zufriedenes Grinsen war sicher auch noch auf 100 Meter Entfernung nicht zu übersehen.rnIm Gaskessel waren noch einige Leute, doch ich verspürte keinen Drang mit ihnen zu reden. Ich genoss es einfach ihnen zuzuschauen bei ihren Handlungen. Ich fühlte mich auf eine seltsame Weise mit all den Menschen hier verbunden, obwohl ich keinen kannte. Ich musste mal auf die Toilette. Nachdem ich nach meinem Geschäft meine Hände waschte, merkte ich, wie stark sich meine Pupillen geweitet haben, als ich in den Spiegel schaute. Zuerst erschrak ich, doch dann musste ich kurz und heftig lachen. Wie auf meinem LSD-Trip, dachte ich.
- Nach einiger Zeit verliess ich den Gaskessel wieder und setzte meinen Weg fort zum Lift der Monbijou-Brücke. An der Sandrainstrasse wurde ich (wie immer, wenn ich zum Gaskessel laufe) von ein paar Prostituierten zum Sex aufgefordert, doch ich winkte wie immer ab. Ich nahm den Lift und fuhr bis zum obersten Stock, wo ich ausstieg. Ich schaute direkt auf das Bundeshaus und erinnerte mich daran, wie ich hier im November heulend dagestanden habe und mein Weltbild zusammenstürzte, als ich auf meinem LSD-Trip war. Doch dieses Mal geschah nichts dergleichen.

~2:15
- Ich kam wieder zuhause und schaltete gleich meinen Laptop ein. Ich loggte mich auf Skype ein. Ausser einer guten Kollegin war niemand sonst online. Ich hatte ein grosses Bedürfniss mit jemandem zu reden. Also schrieb ich sie an. Sie war sehr erfreut, vor allem, da sie zur Zeit Probleme mit ihrem Freund hatte. Wir schrieben eine knappe Stunde zusammen. Sie war einerseits sehr froh darüber, etwas seelischen Ballast abwerfen zu können und ich war froh, ihr helfen zu können, da ich gerade sehr offen für Emotionen war und es einfach gut tat, ihr beistehen zu können. Schade, dass ich das bei meiner damaligen Freundin nicht konnte.

~3:45
- Ich lag seit knapp einer halben Stunde im Bett, verspürte aber überhaupt keinen Drang zu schlafen. Also machte ich erneut auf zum Gurten. Dieses Mal war ich noch schneller oben. Auf dem Rückweg lief ich durchs das leere Eichholz (eine grosse Wiese diekt beim beim Aare-Fluss) und genoss das Plätschern des Wassers. Ich lief weiter der Aare entlang bis zur Altstadt. Es fing schon an zu dämmern, als ich den Bärengraben erreichte. Von dort aus lief ich zum Rosengarten und genoss den wunderschönen Blick auf die Altstadt und den Sonnenaufgang. Ich fühlte mich sehr frei.

~6:00
- Langsam kam das Bedürfniss auf nach Hause zu gehen. Ich nahm den Bus, der mich direkt zurück nach Hause fuhr. Als ich zu Hause ankam, fing ich an diesen Bericht zu schreiben. Danach rauchte ich noch zum Abklingen einen Joint und ging duschen.

~9:00
- Ich legte mich hin und schlief kurze Zeit später ein.


Fazit

- Die Erfahrung mit Meskalin war sehr tiefgründig, wenn auch nicht so tiefgründig wie mit LSD. Dafür war der Trip weicher und besser fassbar.
- Ich empfehle jedem einmal das Buch „The Doors Of Perception“ von Aldous Huxley zu lesen, der darin seine Erfahrungen mit Meskalin schildert.






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