Tripbericht lesen

Übersicht:

Titel:Meine erste beeindruckene Cannabiserfahrung
Drogen:Cannabis
Autor:delta9thc
Datum:02.07.2012 23:39
Set:Gespannt wie wohl die neuerworbenen Pfeifen sein würden; aufgeregt
Setting:Kleiner, gemieteter Raum; Geburtstagsparty einer Freundin, so 120 Leute da
Nützlichkeit:6,00 von 10 möglichen   (8 Stimmen abgegeben)

Bericht:

Das hier ist mein erster Tripbericht, was nicht daran liegt, das ich das LdT erst jetzt gefunden habe, sondern daran, dass ich erst am vergangenen Wochenende zusammen mit einem Freund (nennen wir ihn mal A.) ein ziemlich interessantes Erlebnis hatte.
Zu mir und meiner „Drogenkarriere“: Ich bin, was das Gebiet der Drogen angeht, noch relativ unerfahren, tatsächlich hatte ich erst mit drei Substanzen Kontakt, von Kaffee mal abgesehen. ;)
Die besagten drei Substanzen sind Alkohol, Nikotin und Cannabis, wobei ich Nikotin nur in Verbindung mit Cannabis kenne. Alkohol finde ich durchaus entspannt, konsumiere ihn allerdings nicht sehr häufig, und wenn, dann meist nur in Maßen. Nikotin ist einfach nicht meine Sache, zumal ich es nicht besonders gut vertrage. Aber Gras hat es mir durchaus angetan, ich mag die entspannende oder auch aufputschende Wirkung, die Kontaktfreudigkeit und die Tatsache, das man am laufenden band Schrott labert. :D
Also zum besagten Abend: Es war eine Geburtstagsparty von Freunden angesagt und A. und ich hatten schon lange im Vorraus geplant, den Abend durchzukiffen, weshalb ich erst mal 4g Homegrow besorgt hab, dazu 2 neue Pipes die wir unbedingt testen wollten. Um ca. 8 Uhr sind wir dann auf der Party angekommen, es waren zwar noch nicht viele Leute da, aber immerhin war die Musik sehr gut (deshalb empfehle ich auch eins der Lieder als musikalische Untermalung für den Tb: http://youtu.be/Onhfhb8ZJ8o).
Als um ca. 8:30 allmählich mehr Leute kamen, entschlossen A. und ich den ersten Kopf zu rauchen, allerdings wollten wir uns noch ein wenig zurückhalten, also nahmen wir die kleine Metallpipe. Also den Kopf so voll wie möglich gemacht (und selbst das war nicht viel) und im Raum geraucht, was niemanden störte, da sowieso der Großteil der Leute ununterbrochen am rauchen war. Jeder von uns so 4 gute Züge, danach erst mal wieder aufgestanden, zum Spiegel gerannt und uns diebisch über die ersten Anzeichen von Kifferaugen gefreut. :D
Eigentlich hatte ich von dem Köpfchen nicht viel erwartet, doch machte sich bei mir eine angenehme Grundstimmung breit, ich fühlte mich einfach gut. Bevor A. (dem es ähnlich wie mir ging) und ich mehr von der Wirkung merken konnten sprach uns ein Typ an, der mitbekommen hatte, das wir kiffen. Also sind wir zusammen vor die Tür, da es nun doch schon voller wurde. Diesmal entschieden wir uns für die Holzpipe, da wir nun immerhin schon zu dritt waren, und wir dann doch mal mehr als nur ein wenig high sein wollten.
Also einen Kopf gestopft, würde 0,3 – 0,4 Gramm schätzen. Den haben wir dann innerhalb kurzer Zeit vernichtet, und haben uns darüber gefreut, dass der Kopf von allein gebrannt hat und wir nicht dauernd das Feuerzeug drangehängen mussten. Als wir wieder drinnen waren merkte ich schon mehr als vorher, war plötzlich unglaublich fasziniert von Stroboskoblicht, starrte es minutenlang an, was durchaus zu seltsamen Seitenblicken von meinen Gesprächspartnern führte. ;)
Wir entschlossen uns dann noch einen dritten, alles entscheidenden Kopf zu rauchen, also gingen wir wieder raus. Die gleiche Prozedur wie letztes Mahl, gleiche Menge, nur hielt ich mich nicht mehr ganz so zurück wie letztes Mahl. Wir gingen wider rein, konnten glücklicherweise 2 Plätze ergattern, setzten uns hin und entspannten. Dabei bemerkten wir die ersten Anzeichen einer Wirkung, diesmal wesentlich deutlicher als zuvor. Bei mir äußert sich der Beginn immer in einer Sensibilisierung der Nerven an meinen Armen, wenn ich mit den Händen drüberreibe. Deshalb war ich mir diesmal auch sicher, das uns jetzt ein wirklicher Trip erwartete.
Ca. 10 Minuten später waren wir beide total drauf, hatten einen Kifferblick wie er im Buche steht (kleine, rote Augen, extrem breites Grinsen) und fühlten uns einfach nur prima. Und dann kam der, neben dem Gras, wohl wichtigste Komponente ins Spiel: Das Stroboskoplicht. Als A. und ich später über den Trip sprachen waren wir uns einig, das diese Komponente ausschlaggebend für die Richtung des Rausches war. Nach etwa 10 Minuten faszinierten Umhersehens sprachen A. und ich das erste Mahl über unsere Eindrücke, was ich jetzt nicht als Zitat wiedergeben möchte, da das Gespräch von unglaublich viel Schrott durchsetzt war. :D
Ich versuche das ganze mal in Worte zu fassen: Es war, als wären alle anderen Partygäste (mittlerweile ca. 70) keine reellen Personen oder denkende Wesen sonder ferngesteuerte Computerprogramme. Eine Gruppe Männer neben mir stand auf; „was solls, das ist ihre Bestimmung, sie haben keinen anderen Nutzen.“ Die tanzenden Partygäste; „sie bewegen sich viel zu schnell, als das es Menschen sein können.“ So in etwa dachte ich über meine Umgebung. So in etwa habe ich mich auch verhalten: Plötzlich hellwach um die Bewegungen der Programme mit zu bekommen, dann wieder erstaunt, wie schnell sie handeln konnten. Dabei war mir durchaus bewusst, wie ich für die anderen Partygäste ausgesehen haben muss, doch es machte mir nichts aus, denn mir war klar, die Programme würden sich nicht um uns kümmern, egal wie verstrahlt wir aussehen würden. So war es dann auch, mit zwei Ausnahmen: Zwei Personen stachen aus der Riege der gewöhnlichen, verachtenswerten Programme hinaus. Einerseits war das mein Freund A. mit dem ich hin und wieder redete. Das einzig seltsame an ihm war, dass seine Gesichtsausdrücke in einem unheimlich Tempo abliefen, was durchaus zu meiner Belustigung beitrug. Andererseits stach ein Mädchen hervor, dass mein Freund A. geringfügig kannte. Sie setzte sich immer mal wieder zu uns, fragte wie es uns so gehe, unterhielt sich mit uns. Irgendwie kamen wir dann auf das Thema Mädchen/Jungs anquatschen, woraufhin sie mich fragte, wie ich denn als Mädchen vorgehen würde. Erstmal brauchte die Frage 10 Sekunden um in mein Bewusstsein vorzudringen, danach einige Zeit, um sich mir zu erschließen und dann dauerte es nochmal einige Zeit bis ich eine ziemlich dämliche Antwort zusammen bekam, da ich mich nicht auf das Thema der Frage konzentrieren konnte, sondern immer wieder abschweifte, vor allem in die Richtung des Stroboskoplichts, was mich weiterhin unheimlich faszinierte, weil es alle Bewegungen so unwirklich und schnell aussehen lies.
Nach ca. einer ¾ Stunde nach beginn des Trips musste ich auf Toilette und bemerkte, dass meine Stimmung völlig anders war, sobald ich das Stroboskoplicht verließ. Ich fühlte mich wieder einigermaßen normal. Sobald ich aber wieder zurück war war alles genau wie zuvor, nur geringfügig schwächer.
Während ich noch darüber nachdachte machte mein Kumpel in kurzen Abständen verschieden Posen/Ausdrücke, erst einen Denker, dann jemand Traurigen usw. Ungefragt klärte er mich auf, das er eine faszinierende Entdeckung gemacht hatte, nämlich das versetzten der eigenen Gemütslage in eine andere, nur durch verändern der Pose/Körperhaltung. Am besten kann ich das wohl am Denker erklären: ich also total interessiert Hand unters Kinn und Blick ins Leere - Und wirklich, sofort wurde ich nachdenklich, durchdachte die Verhältnisse des Kosmos zu unserem winzigen, unbedeutendem Leben. Etwas völlig unpassendes also für eine Party. :D
Plötzlich ploppte eine Bierflasche in mein Blickfeld. Klingt wahrscheinlich übertrieben, doch es war so. Eine Flasche Bier wurde vor meinen Augen an meinen Freund A. gereicht, kurz danach befand sich unerklärlicher weise auch eine in meiner Hand. War ich nicht schon völlig überfordert von der Situation mit den auf mysteriösen Weise auftauchenden Bierflaschen hatte ich nun auch noch so ein neues, flaschenförmiges Objekt in der Hand. Ich brauchte ca. 3 Minuten um die Komplexität dieses Körpers und seines durchsichtigen Inhalts (Becks Ice) zu begreifen.
Während ich so darüber nachdachte hatte ich die grandiose Idee, mal die Augen zuzumachen, um zu sehen ob es auch CEVs gibt. Ich wurde erwartungsgemäß nicht enttäuscht, ich sah seltsame Formen, mandalaähnlich, morphende Muster. Ein Bild ist mir Besonders in Erinnerung geblieben und ich werde versuchen es bei Gelegenheit zu zeichnen.
Nach diesen Episoden kamen wir dann auch wieder runter, was teilweise daran lag, dass die Musik ausging und jemand das Stroboskoplicht aus machte.
Ich habe dann noch bei A. übernachtet und konnte zum Glück relativ lange ausschlafen und blieb deshalb nur mit einer leichten Verplantheit zurück, was aber nicht wirklich unangenehm war.
Als Fazit kann ich sagen, das es für mich der bisher intensivste Trip war und ich nicht erwartet hatte, das Cannabis so ein großes Potential hat. Da A. genau die gleichen Gefühle in Richtung der unwirklich scheinenden Personen hatte, und wir damit schon 2 sind, würde es mich interessieren ob es anderen auch so geht. Wenn ja, schreibt es in die Comments. :)
Ich hoffe, der Tripbericht hat euch gefallen, vielleicht bis auf ein nächstes Mahl.
C ya