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Tripbericht lesen

Übersicht:

Titel:Mescalito und die Burgruine - Ein San Pedro Kaktus Tripbericht
Drogen:Peyote
Autor:ungelesene Bettlektüre
Datum:03.08.2005 00:00
Set:in gespannter Erwartung
Setting:Burgruine mit guten Freunden
Nützlichkeit:8,82 von 10 möglichen   (202 Stimmen abgegeben)

Bericht:

Am Mittwoch, dem 27. Juli 2005, kam Post für mich: ein 1 m großer San Pedro (Trichocereus pachanoi) Kaktus, den ich bei eBay um 56 Euro + 14 Euro Versand ersteigert hatte - ein ziemliches Schnäppchen, wie ich finde. Nach dem Auspachen gab es zunachst mal eine Enttäuschung: die Schnittstelle war angeschimmelt. Nach Rückfrage in diversen Drogenforen und Abwiegen des Risikos kam ich jedoch zum Schluß, daß dies nicht weiter schlimm wäre, ich schnitt etwa 1,5 cm ab, danach schien das Kaktus-Fleisch wieder gesund und frisch, also schnitt ich weitere 20 cm als erste Trip-Dosis ab. Den Rest des Kaktusses legte ich erstmal zum Trocknen der Schnittfläche aufs Fensterbrett - wie weiter zu verfahren wäre, wollte ich nach dem ersten Trip entscheiden.


Die Zubereitung

Als Dosis hatte ich mich also zu einem 20 cm langen Kaktus-Stück mit etwa 6 cm Durchmesser entschlossen, das schätzungsweise frisch 350-400 Gramm wog.

Als erstes entfernte ich den Großteil der (sehr kurzen) Stacheln, teils durch Ausreißen, teils durch Wegbrennen mit einem Feuerzeug. Dann kam das Teil erstmal über Nacht als Ganzes in das Tiefkühlgerät, um die Zellwände aufzubrechen.
Am nächsten Tag wurde es einfach wieder rausgeholt und bei Zimmertemperatur aufgetaut. Danach wurde die wachsartige Außenhaut entfernt (und mit ihr die restlichen Stacheln) - diese ließ sich überraschend leicht abziehen, und enthält laut vielen Quellen kaum Alkaloide, erregt aber dafür viel Übelkeit. Dabei wurde darauf geachtet, möglichst wenig von der weichen grünen Schicht direkt darunter zu entfernen, da diese am alkaloidreichsten sein sollte.

Dann wurde das Teil mit Messer und Gabel so gut es ging klein gemacht (leider habe ich keinen Pürierstab oder ähnliches), der ebenfalls angeblich alkaloidarme innere Kern (mit verholzten Fasern) wurde dabeigelassen. Das ganze wurde dann in einem großen Top gerade mal so mit Wasser bedeckt, dieses wurde mit Ascorbinsäure auf etwa pH=4 angesäuert. Dann wurde das ganze auf kleiner Flamme eine halbe Stunde lang durchgeköchelt, danach der Sud durch ein Leintuch gefiltert und die festen Überreste mit neuem angesäuertem Wasser noch eine Stunde gekocht.

Ich habe mich bewußt entgegen der klassischen Schamanenrezepte für nur kurzes Auskochen entschieden, da ich gelesen hatte, daß zu langes Kochen dem Meskalin schadet. Dadurch soll sich nicht nur die halluzinogene Wirkung verringern, sondern auch die Wirkung als ganzes umfärben, da einige Nebenalkaloide stabiler sind als das Meskalin. Auch hoffte ich, daß durch das relativ starke Ansäuern die Löslichkeit der Wirkstoffe stark verbessert wäre und langes Kochen dadurch unnötig wäre. Ebenfalls zur Schonung des Meskalins kochte ich den erhaltenen Sud nicht weiter ein.

Insgesamt ergab das nicht ganz 1,5 Liter einer trüben, giftig-gelblichen Flüssigkeit, die ganz gut roch, aber abartig bitter-sauer schmeckte (gut so, ich denke, der geschmack kam vom Meskalin), die ich nach dem Abkühlen in eine Getränkeflasche abfüllte und dort bis zum Trip am folgenden Tag aufbewahrte. Die Kaktusreste wurden im Backrohr bei etwa 80 °C Umluft getrocknet und aufbewahrt - vielleicht koche ich sie irgendwann mal nochmal aus, um die letzten verbliebenen Alkaloide zu retten.


Der Trip

Am nächsten Tag traf ich mich mit meinen lieben Freunden Thomas (in einschlägigen Drogen-Foren bekannt als endless_enigma, die_unkrot, sturmisturmi) und dessen Freundin Aurora (beide schon sehr triperfahren, ersterer aktiv, letztere hauptsächlich passiv), und gemeinsam fuhren wir auf einer wildromantischen Burgruine. Da das drückend heiße Wetter andere Besucher fernhielt, hatten wir diese (mit kurzen Störungen) weitgehend für uns alleine. Man kan das Setting also durchaus als ideal bezeichnen.

Ich startete gleich nach der Ankunf um 14:05 mit der Einnahme meines Kaktus-Suds (es war schon später als geplant, und ich wollte keine weitere Zeit mehr verlieren). Dieser schmeckte zwar unangenehm bitter-sauer, aber nicht so schlimm, daß man ihn nicht ohne Probleme trinken hätte können. Ich trank diese Menge langsam auf 40 Minuten verteilt - ich hatte gelesen, daß man so die obligatorische Übelkeit verringern kann. Diese blieb in der Tat fast vollständig aus, in der Wartezeit auf den Trip hatte ich einen etwas flauen Magen, was aber nicht weiter schlimm war und gut ignoriert werden konnte, von Kotzen war ich meilenweit entfernt. Bereits am Ende der Einnahme (um 14:44, um genau zu sein) vermeinte ich, ganz leichte Optics wahrzunehmen - der Boden schlug ganz leicht Wellen, wenn man sich darauf konzentrierte, das könnte aber noch gut ein Placebo-Effekt gewesen sein. Ich fühlte mich etwas wie die Minderjährigen, die auf der Suche nach einem legalem Cannabis-Ersatzstoff von unwirksamen Murks wie Passionsblume oder Katzenminze Hallus bekommen haben wollen.

Im Laufe der nächsten zwei Stunden tat sich noch nicht viel weiter. Ganz leichte Optics bei offenen Augen, die sich nur langsam steigerten, leichte Closed-Eye-Visuals und die schon erwähnte Magen-Flauness. Ich dachte schon an einen weiteren Griff ins unwirksame-Psychedelika-Klo (auf diesen war ich insgeheim nach meinen erfolglosen Versuchen in jüngster Vergangenheit, rauchbares DMT zu extrahieren, schon vorbereitet) und sehnte mich nach etwas Lachgas, um aus diesem "Trip", der anscheinend auf Treshold-Niveau herumdümpelte, wenigstens noch irgendwas rauszuholen. Ich hätte bei "Fear and Loathing in Las Vegas" besser aufpassen sollen, wo Raoul Duke sagt: "Gutes Meskalin setzt langsam ein. Die erste Stunde wartet man nur. Und dann, ungefähr nach der Hälfte der zweiten Stunde fängt man an den Mistkerl zu verfluchen, der einem die Grütze angedreht hat weil nichts passiert. und dann... ZACK!".

Und so war es auch: Um 16:37 wurde die Wirkung sehr plötzlich sehr stark. Wir hatten uns wegen der Hitze in die Krypta der ehemaligen Burgkirche zurückgezogen, die ich in Anlehnung an Robert Anton Wilson scherzhaft als die "Kapelle der Gefahren" bezeichnete. Ich lag am Boden und betrachtete die Decke, die aus rohen Steinen bestand. Nun wurde das durch sie gebildete Muster lebendig. Ich vermeinte einen bärtigen alten Mann (Der weise Philosoph Sokrates? Ein Prophet? Oder gar der Herrgott persönlich?) zu erkennen, er schien mir klar an der Decke wie auf einem Gemälde. Daneben waren drei Typen vom Ku-Klux-Klan, aber das könnten auch drei Bischöfe sein. Und dies alles eingebettet in ein Muster von Braun- und Grautönen, die trotz der nicht so ähm, berauschenden Farben sehr klar und wunderschön war. Und dies alles wobert und atmet. Für mich gab es nichts mehr außer dieses unglaubliche Muster, ich fühlte mich wie in ein Stereogramm hineinversetzt. Unglaublich, kein anderes Halluzinogen (Cannabis, Lachgas, Salvia Divinorum, 5-MeO-DMT, Psilocybinische Pilze jeweils in vollen Trip-Dosen konsumiert) hat mir jemals zuvor auch nur annähernd derartig unglaubliche Open-Eye-Visuals beschert. Dabei fühlte ich mich gedanklich aber relativ nüchtern, ganz anders als auf Pilzen, wo Optics ja (zumindest bei mir) immer mit einer massiven trippigen Veränderung des Denkens einhergeht.

10 Minuten später erschien mir Aurora als Lichtgestalt im hellen Aufgang zur Oberwelt. Dabei machte ich auch erste Bekanntschaft mit einem Phänomen, das mir im weiteren Verlauf des Trips bis weit hin über das eigentliche Ende noch öfters begegenete: die extrem verlängerten Nachbilder auf der Netzhaut, eine Erscheinung, die mir eigentlich eher aus Extasy-Erfahrungsberichten bekannt vorkam als aus Meskalin-Tripberichten (na ja, sind ja auch beides Phenethylamide). Das Licht um Aurora nahm fast eine flüssige Konsistenz an und schillerte in den schönsten Neon-Farben.

Danach gingen wir ein wenig nach oben. Der weitgehend wolkenlose Himmel bot mir eine weitere herrliche Kulisse für meine Optics: Wo für normale Menschen nur Blau wahrzunehmen war, sah ich kaleidoskopartige Spiele in allen Farben des Regenbogens.

Um 17:55, wieder in der Krypta, erneut ein faszinierendes Netzhaut-Nachbild: einmal kurz in den hellen Aufgang gesehen, sah ich minutenlang einen morphenden Farbfleck auf dem wieder unglaublichen, allerdings in braungrau gehaltenem Muster der Decke.

Wenig später wollte Aurora - wie schon den ganzen Nachmittag - etwas die Umgebung durchwandern. Ich fand mich mittlerweile gut genug auf meinem Trip zurecht, daß ich mitkommen wollte, und auch der ansonsten so wanderfaule Thomas kam mit. So erkundeten wir etwas die Umgebung, wobei meine Sinne auf hochster Intensität arbeiteten - Optics hatte ich auf der Wanderung aber kaum, ich glaube, daß es für ordentliche Open-Eye-Visuals auf dieser Dosis Meskalin nötig ist, ruhig auf etwas zu schauen.

Thomas und mir wurde die Wanderei in der Hitze aber bald zu anstrengend, so beschlossen wir, ohne Aurora, die noch etwas weiterwanderte, zu unserem Lager in der Krypta zuruckzukehren.

Aber auch Aurora hielt es nicht viel länger aus, und kehrte nur etwa 10 Minuten nach uns in die Krypta zurück.

Um 19:04 hielt Thomas die Zeit für reif, sich mir anzuschließen, indem er etwa 1,7 g Pilze (der von ihm bevorzugte Psychokatalysator, aufgrund mir nicht verständlicher Vorbehalte von wegen Ekelhaftigkeits- und Übelkeitsfaktor konnte ich ihn nicht zum Mitreisen auf Kaktus bewegen) verzehrte. Danach laß er uns - wie schon etwas früher - aus Vladimir Nabokovs "Lolita" vor. Ich war zwar zu sehr mit mir selbst beschäftigt, um der Handlung zu folgen, allerdings war auch ich von der Sprachgewalt mitgerissen.

Nachdem die drückende Hitze langsam nachließ, beschloß ich, nach oben zu gehen. Die anderen beiden blieben noch etwas in der Krypta, während ich mich schon im dachlosen Obergeschoß der Burgkapelle aufhielt und mich auf den angenehm warmen Fußboden legte. Nun erlebte ich den einzig unangenehmen Moment des Trips: Thomas las unten weiter vor, und seine Stimme klang nur undeutlich nach oben durch. Nun war meine akustische Wahrnehmung so verändert, daß ich mir in Verbindung mit der typischen Tripper-Angst einbildete, unten liefen gerade Polizei-Ermittlungen gegen uns, und Thomas erläutere gerade den "Tathergang". Ich war zwar gedanklich klar genug, um zu wissen, daß dies Unsinn ist, doch um meine unangenehmen Gefühle zu zerstreuen, fragte ich dennoch nach, und meine Freunde schlossen sich mir an.

So um 20 Uhr verlagerten wir unser Lager also von der Krypta in die Reste der Kapelle. Thomas war mittlerweile auch schon profund transformiert, während bei mir der Trip langsam aber sicher abklang.

Aurora war so freundlich, mir ihren MP3-Spieler zu borgen, wo ich nun der Musik von Bach lauschte, während ich auf dem Rücken liegend einige Federwolken betrachtete, die zwar langsam schwächer werdend, jedoch immer noch beeindruckend, morphten. Außerdem gab es einen wunderschönen Ausblick auf den Sonnenuntergang hinter dem Bergfried. Ich fühlte mich friedlich und glücklich.

Nach Bach hörte ich noch "A Passion Play" von Jethro Tull, für mich eins der größten Stücke Musik überhaupt. Das Meskalin (aber auch der hochqualitative MP3-Spieler) ermöglichten mir, dieses Stück intensiver denn je zuvor wahrzunehmen. Leider fühlte sich Thomas massiv dadurch gestört, daß ich - wie üblich - laut und falsch mitsang.

Nach diesem Musikgenuß um ca. 21 Uhr wollte ich noch schnell das verbleibende Tageslicht nutzen, um den Bergfried zu besteigen. Meine Freunde lud ich zwar zum Mitkommen ein, doch Thomas erlebte gerade den Peak seines Pilztrips und wollte derartigen Streß vermeiden, sowie seine Freundin als Bodenstation dabehalten. Also ging ich alleine und genoß die Aussicht auf das Umland. Außerdem machte es mir - wie schon auf meinem letzten Pilztrip - einen Rießenspaß, von der Spitze des Turms einen kleinen bunten Ball runterzuwerfen, den Thomas als Trip-Toy mitgenommen hatte. Für mich als sich mit der allgemeinen Relativitätstheorie beschäftigenden Physiker heißt freier Fall nichts anderes, als den Körper auf eine Geodäte in der gekrümmten Raum-Zeit zu schicken.

Danach schloß ich mich wieder meinen Freunden an, und alberte weiter mit den Trip-Bällen herum. Dabei kam einer in einer Wandnische der Kapelle zu liegen. Für mich auf meinem Weg zurück in die Realität bedeutete es nun eine Queste, ihn wieder herunterzubekommen, was gar nicht so einfach war. Aurora unterstützte mich dabei, und gemeinsam improvisierten wir alle möglichen Werkzeuge - wie beim Intelligenztest für Schimpansen. Wenigstens waren wir schließlich erfolgreich. ;)

Das Runterkommen verlief, ganz anders als bei Pilzen (bei denen ich in der Regel relativ rasch wieder vollkommen nüchtern bin und nur eine starke Euphorie als Nacheffekt verspüre), sehr langsam und stufenlos. Um 21:34 war ich nicht mehr wirklich auf Trip, allerdings noch alles andere als nüchtern. Nachdem es langsam dunkel wurde, hatte Aurora die Idee, die vorhandene Feuerstelle zu aktivieren, was wir dann auch taten. Langsam kehrte auch Thomas in die Realität zurück, und wir verbrachten noch einen gemütlichen Abend am Feuer, verzehrten unsere Jause und hatten Spaß.

Später zog dann ein Gewitter auf. Thomas und ich fanden großen Gefallen an dem Himmelsschauspiel, doch Aurora hat seit einem Kindheitstrauma Angst vor Gewittern und drängte zum Aufbruch. Als Kompromiß einigten wir uns darauf, daß Thomas und Aurora einmal das Auto näher zu unserem Aufenthaltsort holen würden, sodaß wir bei Einsetzen des Regens schnell fliehen könnten, während ich in der Zwischenzeit das Feuer hüten sollte. Derart alleingelassen, merkte ich wieder etwas deutlicher, daß ich immer noch unter dem Einfluß von Halluzinogenen war: der Bergfried morphte noch immer etwas vor dem dunklen Gewitterhimmel, und ich hatte ziemlich beeindruckende Closed-Eye-Visuals mit atztekischen Mustern.

Schließlich machten wir uns an die Heimfahrt, wobei wir noch mehrfach stoppten, um das Gewitter zu betrachten. Auf der Heimfahrt merkte ich wieder die Sache mit den Nachbildern: wenn ich erst aufs Amaturenbrett und dann auf eine dunkle Fläche sah, sah ich das Amaturenbrett noch ca. eine Sekunde lang deutlich vor mir.

Außerdem hörten wir das Gedicht "frei und schlecht" von Ernst Jandl im Auto-Radio. Weil ich habe herzlich darüber gelacht habe, aber auch weil Freiheit und Übelkeit gut zu Meskalin passen, möchte ich es hier kurz wiedergeben:

ich bin frei und mir ist schlecht.
warum sollte mir nicht schlecht sein?
freilich sollte mir schlecht sein,
und es ist mir auch schlecht.
es könnte mir allerdings auch
nicht schlecht sein.
dann würde ich sagen: ich bin frei
und mir ist nicht schlecht.

Als wir schließlich bei mir daheim ankahmen, sahen Thomas und ich noch je eine Sternschnuppe - ein wunderschöner Ausklang für einen sehr gelungenen Tag.

Nunmehr allein zu Hause machte ich mich gleich ans Tippen eines Tripberichts. Meine Wahrnehmung war immer noch leicht verändert (teilweise bewegten sich die Buchstaben am Bildschirm sogar noch ein wenig), und ich war als Nachwirkung immer noch sehr aufgekratzt und hibbelig. Erst um 5 Uhr morgens ging ich ins Bett, konnte aber erst um ca. 7 Uhr einschlafen.


Nochmal in aller Kürze ein Zeitplan - ich bin vom seltsamen Wirkungsverlauf von Meskalin fasziniert
0:00-0:45 Einnahme
0:45-2:30 leichte Optics
2:30-6:30 heftiger Trip auf konstant hohem Level
6:30-7:30 langsames kontinuierliches Nachlassen
7:30-ca. 17 Afterglow-Effekte.


Fazit

Insgesamt war der Trip eins meiner schönsten Halluzinogen-Erlebnisse überhaupt. Nichtsdestotrotz war das ganze dann doch ganz anders, als ich es mir nach der Lektüre von Meskal-Info eigentlich vorgestellt hätte. Daher hier eine kleine Liste von STIMMT NICHT! Aussagen - diese sind selbstverständlich sehr subjektiv, und vielleicht reagiere ich ja auf Meskalin tatsächlich ganz anders als der Durchschnittspsychonaut, vielleicht sieht es in höheren Dosierungen auch ganz anders aus.

1. "Die bei uns gezüchteten Kakteen enthalten ja doch kaum Alkaloide."
Ähm... Falsch!

2. "Meskalin gibts nicht ohne Übelkeit oder gar Kotzen."
Also das bisschen flauer Magen ist wirklich kein Problem. Nicht schlimmer als ich es auch schon einmal auf Pilzen hatte.

3. "Die klassischen Halluzinogene Psilocybin, LSD und Meskalin sind wirkungsmäßig fast identisch."
Mal ganz vom, ähm, etwas gewöhnungsbedürftigen Trip-Verlauf bei Meskalin abgesehen,bin ich mir völlig sicher, daß ich die Wirkungen von Psilocybin und Meskalin (vielleicht sollte man doch besser von den Gewächsen Psilocybe cubensis und Trichocereus pachanoi sprechen, zumindest letzterer enthält ja noch deutlich Nebenalkaloide) auch im Doppelblindversuch sicher unterscheiden könnte. Meskalin ist optisch wesentlich stärker und gedanklich wesentlich schwächer als Psilocybin. Ich finde beides für sich sehr reizvoll. Erfahrungen mit LSD habe ich leider noch keine (bitte Spenden von hochwertigem Acid an..., danke!).

4. "Meskalin ist nur was für erfahrene Psychonauten."
Mir erschien Meskalin relativ leicht zu handhaben, weil ich gedanklich doch relativ klar geblieben bin. Ich hätte mir sogar fast zugetraut, auf Trip Gespräche mit Leuten zu führen, die nichts von meinem Zustand mitbekommen dürfen (blieb mir aber glücklicherweise erspart) - auf Pilzen wäre sowas undenkbar. Auch war der gesamte Trip durchwegs emotional positiv gefärbt und hat Spaß gemacht - anders als auf Pilzen, deren trippige Gedankenwelt zwar hochfaszinierend, aber auch überaus anstrengend ist - die größte Euphorie auf einem hochdosierten Pilztrip ist für mich die, wenn man alles gut überstanden hat und nach einem bizarren, faszinierenden Trip zurück in der Realität ist. Auch schienen mir meine zahlreichen Alltagsprobleme als sehr weit weg, um die Euphorie nicht zu stören. Ich würde fast soweit gehen zu sagen, daß mir Meskalin wesentlich mißbrauchsgefährdeter erscheint als Psilocybin.

5. "Meskalin hat eine speedige Komponente."
Ich fühlte mich während des ganzen Trips angenehm entspannt und wäre mehrfach fast eingeschlafen - dieses Abgleiten in Traumwelten bei geschlossenen Augen wahren aber auch sehr intensive Momente. Erst im Afterglow war ich aufgekratz und hibbelig.

6. "Ein Meskalin-Trip dauert 12 Stunden oder länger".
Abgesehen von den zweieinhalb Stunden Onset und dem langen Afterglow dauerte der eigentliche Trip etwa 5 Stunden.






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