Tripbericht lesen

Übersicht:

Titel:Erkenntnis, verschenktes Glück, selbst ausgebremst!!!
Drogen:MDMA
Autor:SarahB
Datum:26.08.2013 01:41
Set:Trauerbewältigung, Hoffnung auf psoitives Denken im Hinblick meiner dezeitigen Deprssionen, Hedonie
Setting:Zuhause, im Bett, in der Wohnung wandelnd
Nützlichkeit:8,03 von 10 möglichen   (38 Stimmen abgegeben)

Bericht:

Ich betrachte auch diesen TB als eine Folge, Zusammenfassung meiner bislang aufgezeichneten Tripberichte. Weitere werden folgen, so dass alle TB am Ende ein Ganzes ergeben werden und sollen.



Da ich anstrebe- ein Buch über Drogen zu schreiben, aber der Faktor Zeit mir erheblich Druck macht, da ich mich derzeit gesundheitlich in einem sehr grenzwertigen Zustand befinde, muss ich meine sogenannten Selbstversuche ein wenig beschleunigen, also etwas schneller leben, da ich unbedingt dieses Vorhaben noch realisieren möchte.



Dies mag der Grund gewesen sein, warum ich trotz des Wissens um meine derzeitig als labil einzuschätzende psychische Verfassung und wirklich massiver Depressionen und dem Gefühl der Einsamkeit, dem Hadern mit meinem Schicksal und quälender an mir nagender Gedanken, Schlafmangel (weil ich jeden Rhythmus derzeit opferte)- dennoch beschloss, MDMA auszuprobieren.



Mein daraus gezogenes Fazit heißt:



Und an dieser Stelle muss ich mich wirklich schämen, weil ich es war und bin, die ständig und bei sich jeder bietenden Gelegenheit hier predigt, niemals Drogen zu konsumieren, um bestehenden Problemen aus dem Weg zu gehen (das wäre dann Flucht aus der Realität), auch nicht, um Problemen oder anderen Missständen die Spitze nehmen zu wollen.



Das kann ein gewaltiger Schuss nach HINTEN werden.



Ich hatte letztlich noch Glück, weil nichts passierte, was mich bei Licht betrachtet nachhaltig belasten würde, was mich vielleicht Schädliches hat erfahren lassen.

Dennoch, heute weiß ich, es war falsch unter meinen oben angegebenen Lebensumständen heraus mich auf den Weg zu begeben, neue Sphären entdecken zu wollen.



Noch einmal würde ich es so nicht konsumieren!!! Nur noch dann, wenn ich wieder in mir ruhe und nicht so angstbesetzt und emotional angegriffen bin.



Somit ist dies der Dritte von noch zu schreibenden Erlebnissen TB und ich hoffe, dass ich Euch damit nicht nur erreiche, sondern auch aufzeigen kann, was sinnvoll, was weniger geeignet ist, entschließt man sich eine Droge zu konsumieren, ganz gleich welcher Substanzgruppe diese entstammen mögen.



Vorgesehen ist via Selbstversuch in absehbarer Zeitfolge die Einnahme von:



MDMA allein einzunehmen (nun geschehen, TB entsteht hier)



2C-B + MDMA (zeitlich verzögert einzunehmen, denke an 1,5 Std. Abstand zw.

der Einnahme beider Substanzen.



MDMA + 2C-B (gleichfalls im Abstand von einander einzunehmen)



Hier zwei Links, für die, die gern die zuvor geschriebenen Erfahrungen, die ich mittels verkonsumierter Drogen in Form von einem, bzw. zwei TB, verfasst habe.



2. Unendlickeit ist nur der Mangel an Grenzen

1. Gras als Medizin, Heilmittel und das Bewusstsein erweiternd



Da ich in relativ kurzer Folge bislang für mich unbekannte Drogen, in diesem Falle war es: MDMA 120 mg (3,4- Methylendioxy-N-methylamphetamin-hydrochlorid) ausprobierte (Gras hatte ich allerdings in früheren Jahren bereits konsumiert), will ich auch dieses Erlebnis schriftlich festhalten und meine gemachten Erfahrungen für Euch, liebe LdT’ler zur Verfügung stellen.



Ich danke meinen beiden Freunden hier, die wieder wegweisend für mich den Boden ebneten. Ihnen gilt meine ganze Liebe und Aufrichtigkeit, ihnen habe ich längst einen Platz in meinem Herzen für immer reserviert! Danke, Ihr seid wunderbare, so große Seelen, Menschen, ich bin dankbar, dass es Euch gibt!



Aber natürlich möchte ich mich wie zuvor auch, bei Euch liebe LdT’ler bedanken, nicht nur, weil ich stetig durch Euch lernen darf, sondern auch dafür, dass Ihr mir Eure Zeit schenkt und meine Inhalte lest und ich somit an jedem Feedback wachsen kann, was ich wo, besser künftig beschreiben oder definieren muss.



Was sprachlich geändert werden müsste, wo es Mängel gilt auszugleichen. Denn nur Eure Kommentare lassen mich ja reifen, sind sie es doch, anhand derer ich lernen kann.

-------------------------------------------------------------------------------------------------------



Tripbeginn: Samstag, den 25.08. - 14:45 h



Eingenommen wurde: MDMA - 120 mg



Wie einleitend beschrieben, habe ich unter eher ungünstigen Voraussetzungen beschlossen, meinen ersten MDMA- Trip anzugehen.



Ich fühlte mich sehr allein, war traurig und doch auch wütend, dass mein Schicksal mir derart viel abverlangt.

Ich will jetzt nicht jammern, klagen, nein, aber zuweilen denke ich, dass ich, was Verlust, Trauer und Schmerz betrifft, so viel davon durchleben musste, dass ich mich ernsthaft frage, was tat ich wann, wem, dass ich so sehr bestraft, derart hart auf die Probe gestellt werde.



Dennoch beschloss ich MDMA zu konsumieren, da ich hoffte (hatte ich doch so viel darüber gelesen, wie geeignet diese Substanz auch zur Trauerbewältigung und zur Selbstfindung sein kann), aus dem Tal der Resignation, der Angst vor dem Kommenden, der derzeit nagenden Einsamkeit und dem Gefühl, hilflos zu sein, herauszufinden. Ich wollte mittels MDMA versuchen, meiner derzeitigen Verfassung eine Wendung zu verschaffen.



Im Sinne von Selbsttherapie. Ich wollte mein Denken und Fühlen wieder in positive Bahnen versuchen zu lenken. Selbsttherapie = Hilfe zur Selbsthilfe!





Ich wohne in einem sehr alten, restaurierten Fachwerkhaus (typisch für meine Stadt). Dort lebe ich seit nunmehr 12. Jahren in einer kleinen, aber wirklich entzückenden 2- Zimmerwohnung mit Küche und Bad, als auch einer nach hinten ins Grüne reichenden Terrasse, die ich über alles wertschätze und liebe.

Idylle und für mich ein Segen, komme ich nicht wirklich mal raus, mein letzter Urlaub war 1998, so dass eben diese Terrasse für mich ein wertvolles Kleinod darstellt.



Ich habe es wirklich sehr gemütlich und behaglich (das empfinde nicht nur ich so, denn auch jeder, der hier schon einmal hat Einblick nehmen dürfen!)- lag jedoch im Bett, in meinem Schlaf- Arbeitszimmer, da ich am Vortag ohne Vorwarnung beim Einkaufen einknickte, wie ein Baum, den man fällt, fiel ich einfach um, war für kurze Zeit ohnmächtig.



Ich hatte zwar zuvor gespürt, dass ich wie ein Irrer kalten Schweiß bildete, mir wurde kalt, ich hatte wahnsinniges Herzrasen, fühlte mich nervös und zittrig, schwach, hatte weiche Knie, Doppelbilder. Fühlte sogar, wie ich die Gesichtsfarbe wechselte, weiß noch, das ich dachte: Das war es jetzt, jetzt hast du einen Infarkt oder Schlaganfall, fand aber keine Zeit, um mich noch selbst abzufangen, also hinzusetzen, da dann doch alles sehr schnell ging.



Ich bin froh, dass ich mich während des Ohnmächtig-werden nicht verletzte, denn das hätte ja durchaus geschehen können.



Dass ich die nächsten zwei Tage im Bett bleiben würde, hatte ich meinem Arzt versprechen müssen, denn wäre es nach ihm gegangen, hätte er mich stehenden Fußes in die Klinik eingewiesen. Da ich aber am Montag eh in die Klinik muss, da zwei Eingriffe anstehen, und ich weiß, dass am WE nichts Gravierendes geschieht, konnte ich meinen Arzt überreden, mich nach Hause gehen zu lassen.



Blutdruck beim Eintreffen in der Praxis (eine sehr nette, junge Verkäuferin hatte mich auf diesem Wege begleitet, die Praxis ist keine Minute von REWE entfernt und ich bin dankbar für ihre Hilfe) 138/80 mmHg, Ruhepuls 108 ( Aerobe Zone), EKG unauffällig, bis auf ein paar Extrasystolen. Blutzuckerspiegel (BZ) 42 (also Hypoglykämie).



Hypoglykämie



Nach ca. 15 Minuten Nachmessen des Blutdruckes lagen die Werte bei 80/60 mmHg (somit eindeutig Hypoton) - Normal liege ich immer bei 120/80 mmHg. Der Puls aber immer noch bei 92



Hypotonie



Maßnahme war: Eine Infusion mit Ringerlösung, Zusatz von Vitamin- B- Komplexen, zwei große Gläser Mineralwasser und drei Stück Traubenzucker. So dass es mir bald wieder viel besser ging.



Also lag ich gemütlich im Bett, neben mir ein Stöfchen mit heißem grünen Tee, Mauli, mein Katzenfreund und Wegbegleiter, neben mir liegend, eng an mich gekuschelt, und nahm mein MDMA.



Ich hatte einen alten Film laufen „In 80 Tagen um die Welt“, den ich immer noch witzig finde, derweil hatte ich den Laptop zur Seite gestellt. Zuvor jedoch noch an meinen jungen, lieben LdT- Freund geschrieben und wartete, was passieren würde.



Nach ungefähr einer guten halbe Stunde merkte ich, wie die Droge langsam anflutete.



Nach dem Erfahrenen mit 2C-B war ich natürlich auf großes Erleben gefasst, stellte jedoch fest, dass das MDMA langsam, dann aber mächtig zuschlug.



Jedoch ganz anders, als ich das bei 2C-B erlebt hatte.



Akustisch nahm ich alles sehr, sehr überspitzt wahr. Alles hinterließ ein Echo, visuell geschah zunächst nichts Wesentliches. Außer, dass alles schärfer umrandet wirkte, klarer, so wie sich auch mein Geist anfühlte. Der war hellwach, ich begann Sinnfragen zu stellen.



Ich schaltete den Film ab, da er mir zu viel wurde, machte dafür psychedelische Musik an, Neelix und Vollenweider, was das Anfluten günstig beeinflusste.



Ich hatte erwartet, dass ich Farben, also „Synästhetisches“, sehen, erleben würde, wartete auf optische Veränderungen, auf Halluzinationen oder Pseudohalluzinationen, wenigstens auf luzides Träumen. Wartete auf die so oft geschriebene Euphorie, die ich doch wollte, derer ich so dringend bedurfte, gemessen an dem, was mich quälte.



Nichts in der Richtung passierte, auch kein Bewegungsdrang! Ich blieb gleichbleibend gefasst, ruhig. Allerdings hatte ich schweißige Hände und mal wieder einen erhöhten Herzschlag und Puls.



Um mich nicht unnötig wieder zu ängstigen holte ich mein Blutdruckgerät und maß meine Werte.

Blutdruck: 80/60 mmHg (wie gehabt also), Ruhepuls: 92, für mich also kein Anlass zur Sorge!



Dann betrachtete ich ein Foto meines Sohnes, er hatte es mir letztes Weihnachten geschenkt und hängt an meinem Bett. Und während ich die Konturen seinen Gesichtes studierte, spürte ich nicht nur seine Aura, sondern sagte zu mir selbst: „Meine Güte, der hat ja zwei Gesichter“. Ein Auge ist weise, gütig, liebevoll, wissend und freundlich, das andere Auge wirkte auf mich diabolisch, machte ihn viel älter als er mit seinen 29 Jahren tatsächlich ist. Das andere Auge schien die Erfahrungen und Leiden eines Greises widerzuspiegeln.



Wie gesagt, mein Verstand war messerscharf und so dachte ich, ja, auch er, wir alle haben zwei Seiten.



Dann wanderte mein Blick zu einem Foto meiner Tochter und das wirkte ganz anders auf mich. Sie blieb auch bei langer Betrachtung ein liebenswerter Mensch, mit einem offenen Blick, so sensibel, dass es in ihren Augen zu sehen ist. Sie lächelt auf dieser Ablichtung und ich erkannte in ihr außer Güte und viel Liebe, einer übergroßen Intelligenz, ein ausgeglichenes Wesen, das in seiner Mitte ruht, auch Leiden, still in sich versteckt und fühlte mich schuldig.



Nicht alles ist immer zwischen uns beiden gut gelaufen. Ich kann leider nichts nachfüttern und muss mich abfinden, dass auch ich, auch ich mich großer Fehler und Versäumnisse an beiden Kindern schuldig gemacht habe.



Nun jedoch spürte ich fast gnadenlos diese Last und Schuld die ich auf mich geladen habe und beschloss, bei der nächsten sich bietenden Gelegenheit, das Gespräch zu meiner Großen zu suchen.



Ich werde sie um Nachsicht und Vergeben, Verzeihung bitten. Werde ihr sagen, wie sehr es mir LEID tut, dass ich oft nicht genug für sie da sein konnte, so auch für ihren 10 Jahre jüngeren Bruder. Weil Arbeit und alles, was in der Zeit nach dem Tod meines Mannes an mir hängen blieb, auch mich an Grenzen brachte, so dass ich zuweilen nicht wirklich die Zeit für meine Kinder aufbrachte, die sie so dringen benötigt hätten. Anteil nehmen an Ihrem Alltag, ein Wichtiges in der Kinderaufzucht!



Auch meinen Sohn werde ich ansprechen, denn er wird nicht minder unter meiner häufigen Abwesenheit gelitten haben. Auch ihn möchte ich um Vergebung bitten und ich weiß, das werde ich ganz sicher tun!!!



Unweit des Portraits meiner Tochter hängt ein Bild von Picasso, was dann auch noch tatsächliche „die zwei Gesichter“ heißt. Ich habe das Bild nie wirklich gemocht und eigentlich hängt es nur, weil mein verstorbener Mann es möchte.



Ich selbst mag den Klassizismus, die Kunst der "Alten Meister".



»Schon der Zweifel ist den Wundern der alten Meister gegenüber ein Tadel.«

Jean-August-Dominique Ingres



Doch jetzt entdeckte ich endlich das Geheimnis, was in diesem Bild versteckt ist. Eine klare Botschaft wird hier an den aufmerksamen Betrachter gesandt.



Ich stand auf bzw. rutsche in meinem Bett ans Fußende, da ich dem Bild näher kommen wollte und stellte erstaunt fest, dass hier zwei Seelen ineinander ruhen.



Das eine dem Leben entrückt, verletzt, weise, traurig, alternd, das andere schien die Gegenwart widerzuspiegeln. Wach, in sich ruhend, wissend, teilhabend, lebendig. Der Mund gleichfalls zwei Menschen beschreibend.



Überhaupt schien, je länger ich das Bild betrachtete es so zu sein, dass hier mehr, als nur eine optische Täuschung eingebettet ist, denn tatsächlich die Seele eines Menschen in unterschiedlichen Entwicklungsstadien gezeigt und transparent wird.



Dies schien mir eine wertvolle Erkenntnis zu sein. (Und auch einen Tag nach der Einnahme von MDMA sehe ich nun in diesem, wie in allen anderen erwähnten Bildern eben das Neue, es erschließt sich mir, ich habe dieses neue Wissen in den nüchternen Alltag mitgenommen!)



Ich stand auf und ging rüber in den „Blauen Salon“, „meine Bibliothek“, wie ich scherzhaft auch mein Wohnzimmer nenne. Da hier etwa 2/3 aller meiner wirklich vielen Bücher stehen, der Rest verteilt sich mangels Platz in meinem Schlaf- Arbeitszimmer. Und "Blauer Salon", weil viele verschiedene Blautöne, gepaart mit Weinrot das Farbspektrum dieses Raumes bestimmt.



Auch hier suchte ich Bilder ab. Eine Lithographie von Franz Liszt offenbarte allerdings keine neuen Erkenntnisse.

Hingegen blieb ich fasziniert vor einem aus Biskuitporzellan hergestellten, antiken Engel (ein Erbstück meiner Großmutter und außerdem liebe ich diese kitschigen Engel, so dass meine Wohnung überfüllt mit ihnen ist) – stehen. Auch hier erkannte ich die Unterschiedlichkeit der Aussage in dieser Skulptur und sagte zu mir selbst: „Um verstehen zu können, liebe Sarah, musst du dich mehr anstrengen, wie du siehst. Nun verstehst du die Botschaft“.



Ich erblickte in einem meiner vielen Bücherregale eine bestimmte

Schneekugel (ich liebe diese Teile und habe sie in vielen verschiedenen Ausführungen. Auch eine sehr alte, noch aus meiner Kinderzeit stammend), die mir ein Internet-Freund gleichfalls zu Weihnachten einmal geschenkt hatte.



In dieser Kugel kann man Bilder einlegen, so dass man ein ganz persönliches Geschenk sein EIGEN nennen darf.



Mein Freund hat da ein Foto eingelegt, was mich als junges Mädchen zeigt. Tanzend, aufgenommen am Kassler Staatstheater. Spitze tanzend (ich hatte ein kleines Soli, damals mein Erstes überhaupt, war also zur "Ersten Elve" aufgestigen!!!)- ich wirke darauf sehr zerbrechlich, dachte ich.



Ein paar Tränen bahnten sich ihren Weg, ehrliche Freude und aufrichtige Trauer darüber, dass diese Zeit für immer vorbei ist.



Durch die Tränen verursacht, sah ich nun durch einen Schleier und spürte erstmals wieder etwas Hoffnung und sagte laut zu mir selbst: „Siehst du, alles wird gut, habe doch noch ein wenig Geduld. "Sarah, du bist undankbar und ungeduldig“.



Dann stellte ich diese Schneekugel wieder an ihren Platz, wehmütig, ein wenig gefangen in dem Gefühl alten Glücks.



Mein Wiener -Regulator (auch ein Erbstück), schlug vier Mal. Es war tatsächlich schon 16 Uhr und ich war ein wenig irritiert, da die Zeit nur so zu rasen schien.



Ich ging zu dem prächtigen Uhrengehäuse und schaute wie magnetisiert auf das Pendel, was gleichmäßig seinen Takt schlug und unbarmherzig wurde mir bewusst, wie jede dahin verstreichende Sekunde (dachte an das Buch von Michael Ende, "Momo", in dem die Grauen Herren auch versuchten, den Menschen die Lebenszeit zu stehlen...) meine Lebenszeit verkürzt und ich dachte an das, was man mir vor einigen Wochen mitgeteilt hatte.



An jenen Augenblick, als mein lieber, so einfühlsamer und guter Arzt versuchte, mir umständlich das Ergebnis der Untersuchungsergebnisse mitzuteilen. Stets bemüht, mich so gut er konnte, zu schonen.
Eine Mitteilung, die mich zunächst zu zerreißen schien.



Seither habe ich viele verschiedene Phasen durchlaufen. Wut, Irritation, Resignation, Aggression, Selbstmitleid, Hilflosigkeit, das Gefühl der Ohnmacht, Machtlosigkeit, bis hin zur Akzeptanz, mich fügen, Trauer, dem Fragen nach dem Warum, warum ich und nun stehe ich zwischen Angst und Hoffen und beides wechselt sich ständig ab, so dass ich aufgewühlt bin und denke, eine handfeste Depression hat sich meiner bemächtigt.



Eine Lebenskrise, in der ich psychisch sehr schnell verletzbar bin, labil, angreifbar, zu schwach, um zu kämpfen und doch mache ich nichts anderes. Ich kämpfe täglich neu wie eine Löwenmutter um eines ihrer Jungen, um mein kleines Leben.



Das kostet zuweilen enorme Kraft, fordert Mut und vor allem innere Stärke. Ich, die ich immer positiv denke, muss mir diese Eigenschaft wieder zurückholen, muss mir diese lebensbejahende Einstellung- buchstäblich neu erarbeiten.



Dabei war mein Verstand wie schon erwähnt, glasklar und messerscharf, ich hatte Gedanken, wie, was ich an mir ändern muss, was ich für Prioritäten setzten sollte oder muss und es erschlossen sich mir große Tiefen des Verstehens, Sehens und des Annehmens.



Ich fühlte mich okay. Bis ich furchtbar begann zu frieren. Und so suchte ich eine selbst gestrickte Jacke, die ich über alles schätze, da sie aus Angorawolle gestrickt wurde und die weiche Wolle der Haut auch nüchtern immer neu schmeichelt. Jetzt war diese Strickjacke mein Tröster, ich fühlte mich warm und verstanden, angenommen, vielleicht sogar ein wenig geliebt.



Ich musste zur Toilette und betrachtete mich eingehend im Spiegel. Auch ich verfüge anscheinend über zwei Gesichter, ging es mir durch den Sinn. Die eine Seite ist mild und wissend, liebend, die andere weise, voll Trauer und Leid, Schmerz, Verlust und durchlebter Höhen und Tiefen.



Ich hatte noch immer keinerlei Optics, noch morphe Zustände. Einzig, dass ich alles klarer sah, fast ein wenig gnadenlos, alles schien in unbeschreiblicher Schärfe mein Gehirn zu durchdringen.



Der Versuch Pippi zu machen, oh je, ich hatte Mühe. Irgendwie wollte es nicht funktionieren, gelingen. Jedoch war die Blase gefüllt, ich spürte ja den Blasendruck, konnte aber nicht loslassen und so verbrachte ich eine gute halbe Stunde auf dem WC und versuchte meiner Blase Erleichterung zu verschaffen.



Bis ich dachte: „Sarah, das ist doch ganz klar, das ist wie beim Orgasmus, du musst loslassen, sonst sitzt du morgen noch hier“! Und siehe da, es funktionierte, wenn auch in Etappen, fühlte sich aber angenehm warm und irgendwie lustvoll an.



Dabei wurde mir schmerzlich bewusst, wie lange ich schon emotional am Hungertuch nage. Wie sehr ich mich nach Nähe sehne, nach einem "Miteinander- sich- Austauschen können", wie sehr ich Berührung vermisse, das Bedürfnis, selbst berühren zu dürfen, Sehnsucht nach erfüllender Sexualität. Die Erkenntnis, wie einsam ich bin, lebe und dennoch täglich neu versuche das Gute und in allem die Liebe und Schönheit zu sehen.



Dies lies mich für eine kurze Weile tief traurig sein, ich weinte endlich einmal um mich selbst! Versuchte nicht, diese Defizite schön zu reden, noch sie zu bagatellisieren. Denn das ist Teil meiner Realität, ob mir das nun gefällt oder nicht, es ist, wie es ist.



Danach allerdings fühlte ich mich, als hätte ich gerade einen Sprint hinter mich gebracht und ging zurück in mein Bett, wo Mauli längst gewartet hatte.



Ich dachte, wann kommt bloß die Euphorie, die mächtige Empathie, die man MDMA nachsagt, wann das Bedürfnis nach Bewegung? Nichts geschah. Ich sehnte diese tollen Erfahrungen auf 2C-B zurück, hatte so Sehnsucht nach Erlösung. Stattdessen war ich hellwach und voller Gedanken.



Ich legte jedoch zuvor andere Musik auf. Bach, dann Schubert, Schumann, Hannes Wader, Georg Danzer (mein Freund über 20 Jahre im Geheimen gelebt, nun leider auch schon tot.) Die Musik erreichte mich und ich fühlte mich geborgen, sicher, gut aufgehoben.



Allerdings überlegte ich die ganze Zeit, dass die Dosis sicher zu gering gewesen sein muss, ansonsten müsse eigentlich mehr passieren. Ich vermisste Tiefe und Loslösen, das mich Fallenlassen - können.



Alles wirkte so kalt, klar, so stumpf. Alles schien "BLAU", somit metallen, kaltes Metall, was mich umgab.



Ich wollte das anders haben, aber wie? Also rauchte ich ein kleines Köpfchen Gras. In der Hoffnung, so doch noch in einen anderen Zustand zu gelangen. Leider war das nicht der Fall, maximal ereilte mich noch einmal große Entspannung (Nichts war mit Bewegungsdrang!)



Was mir aber noch wichtig ist zu sagen, ich hatte wie unter 2C-B, nun auf MDMA die ganze Zeit keinerlei Schmerzen, so dass ich an diesem Tag mal wieder völlig auf meine normale Tagesdosis an unterschiedlichen Medikamenten verzichten konnte!!!



So sehr nach dem Anfluten ,die Wirkung des MDMA auf mich förmlich ein geknallt war, so leise, somit durchaus angenehm, schleicht sich die Substanz, „MDMA" auch wieder aus.



Gegen 19 Uhr war irgendwie alles vorbei und ich dachte noch lange nach. Beschloss viele Dinge zu ändern und auch, unbedingt mit den Kindern zu sprechen. Auch beschloss ich, künftig anders mit meiner derzeitigen Angst umzugehen, neue, andere Wege zu suchen, mit meiner momentanen Lebenskrise konstruktiv nach Lösungen zu suchen.



Geblieben war die Sehnsucht nach Erlösung, das unglaubliche Erleben, wie ich es unter 2C-B durchlebt hatte. Die Wärme, die Bilder, das so intensive Fühlen und schlussendlich all das, was mir auf meiner damaligen Reise zuteil geworden war.



Ich schlief gegen 20 Uhr ein und habe definitiv nach Tagen, wo ich um Schlaf kämpfte, geschlagene 14 Stunden am Stück erholsamen Schlafes genossen.



Ich erwachte erst um 15 Uhr am Nachmittag des Folgetages, es war bereits Sonntag!



Somit war ich ausgeruht und fühlte mich bestens, gestärkt und hatte viel Kraft, die ich nutzte, um hier meinen hausfraulichen Pflichten nachzukommen, die in letzter Zeit ein wenig vernachlässigt worden waren, da ich sehr antriebsarm und auch irgendwie (subjektiv wahrgenommen) schwach war.



Das hat mich enorm befriedigt und mir ein sehr gutes Gefühl bechert.



Ich denke, entweder war die Dosis des MDMA zu gering oder es muss in Kombination z.B. mit 2C-B oder 2C-T-2 angewendet werden, um ein befriedigendes Ergebnis zu erzielen.



Denn, wenn ich andere TB zu MDMA lese, dann war meine Reise nicht nur völlig anders, sondern irgendwie auch halbwertig oder wie immer ich es nennen soll.



Mir tut es um die Substanz Leid, da sie verschwendet scheint. Eine Kapsel verschwendet und das, wo das Beziehen reiner Dosen für mich nicht leicht zu realisieren ist.



Es ist so schade, weil ich es hätte besser wissen müssen. In meiner Verfassung muss ich dankbar sein, dass ich wenigstens das, was nun hier geschrieben wurde, erfahren durfte.



So möchte ich nochmals deutlich machen: Wer Probleme hat, sich in einer labilen Lebensphase befindet, sollte auf Drogen in der Gänze verzichten!



Ich denke, ich hatte noch Glück, das hätte auch anders ausgehen können. Zum Beispiel hätte ich einen Horrortrip erleben können und das allein, denn das war ich ja, dann wäre das gewiss eine schlimme Sache für mich geworden.



Andererseits will ich nicht undankbar sein, da ich ja schlussendlich viele gute Gedanken fand und mein erworbenes Wissen künftig leben will und werde.



Erkenntnisse, die existenziell sind und somit gleichfalls von unschätzbarem Wert für mich und mein Leben.



Abschließen möchte ich diesen Tb mit folgendem Gedicht von: „ Erich Fromm“



Liebe ist eine aktive Kraft im Menschen



Liebe ist eine aktive Kraft im Menschen.

Sie ist eine Kraft, welche Wände niederreißt,

die den Menschen von seinem Mitmenschen trennen,

eine Kraft, die ihn mit anderen vereinigt.



Ich bedanke mich schon jetzt bei Euch für jede geschenkte Zeit, die es Euch rauben wird, meine Inhalte zu lesen, danke dafür!



[img]http://dscf2446felcarw0xq.jpg]