Tripbericht lesen

Übersicht:

Titel:Kollektive Verstörung, fortgeschrittene Phrenesie
Drogen:Mischkonsum von LSD und Speed (Reihenfolge vom Autor festgelegt)
Autor:anonym
Datum:10.02.2014 19:33
Set:Ausgelaugt, Übermüdet, Neutral
Setting:An einer Grünanlage, in der Innenstadt, auf einem Berg, in der Innenstadt, bei einer Bekannten
Nützlichkeit:8,32 von 10 möglichen   (19 Stimmen abgegeben)

Bericht:

Vorwort

Der Trip liegt nun einen Tag zurück und ich bin i.M. 19 Jahre alt.
Ich befinde mich in einer Berufsausbildung zu meinem Traumjob und lebe in relativ geregelten Verhältnissen.
Seit einigen Jahren nun sammle ich Erfahrungen im Konsum verschiedenster Drogen, darunter auch einige
Psychedelika, sowohl niedrig als auch hoch dosiert oder im Mischkonsum.
(Bsp: Lsd, Lsa, Dmt/Changa/Ayahuasca, Psilocybin/Psilocin, Ketamin, Mxe, 2-ce, 2-cb, 2-ci, 25-i, 25-c, Doc, etc)
Ich bin somit kein unbeschriebenes Blatt und habe durchaus auch einige Erfahrungswerte
vorzuweisen wenn es um intesivere Trips geht, folgendes Erlebnis sollte allerdings dennoch von
seltener Kuriosität sein.


Set und Setting

Das Set:
Es war ein kühler Sonntagmorgen nach einer durchzechten Nacht.
Mein Magen fühlte sich zerfressen an vom Mix verschiedener chemischer Drogen und meine Laune war
ebenfalls noch etwas geknickt aufgrund einer unerwünschten Abholung durch die Polizei nach der Afterhour.
Als ich es jedenfalls dennoch schaffte meinen ausgebrannten Kadaver in die Wohnung meiner Freundin zu
schleppen um dort zu duschen und ein wenig Vitamine und Kräfte zu tanken fand ich auch recht bald wieder in
eine passable Verfassung zurück.
Nun sollte es also losgehen.

Das Setting:
In meiner Gesellschaft befanden sich 2 enge Freunde (m&w) sowie ein guter Bekannter und meine Freundin/Verlobte.
Alles in allem teilten wir 5 ungefähr die selbe Drogenkarriere, auch wenn die Eine etwas kürzer, die Andere etwas
länger oder der Eine etwas mehr, der Andere hingegen etwas weniger in dauerhafte Mitleidenschaft gezogen wurde.
Unter'm Strich waren wir doch ein Haufen netter, herzensguter Menschen.
Wir trafen uns zunächst in einer öffentlichen, wenn auch etwas menschenleeren Grünanlage, der Rest folgt im Tripbericht.


Der Trip

Die Ankunft:
Meine Freundin und ich, wir machten uns auf den Weg in die Stadt um uns dort mit einem Teil unserer
Feiergemeinde der letzten Nacht wieder zu treffen, von denen einer das mittlerweile ehemalige Geburtstagskind war.
Wir pilgerten an einen Universitätspark, pflanzten uns auf ein paar Bänke, drehten den Psytrance auf und machten
es uns bei einer Zigarette und einer Nase Pep gemütlich.
Die anderen 3 (T, Y, D) hatten sich ihre Tickets schon eine Stunde zuvor eingebaut, wir zogen alsbald nach damit wir die gemeinsame Reise starten konnten.
Auf einem "Delphin" befanden sich 200µg reinstem Lsd25's, wie uns zuvor von Dealer und Tripgesellen D. versichert wurde und wir sollten auch nicht enttäuscht werden.
Demnach kam ich auf eine Dosis von rund 360-380µg, da ich ebenfalls die Reste der Leute unter uns gegessen habe,
die sich nicht direkt ein 200µg-Brett einfahren wollten.
(An diesem Punkt sollte ich anmerken, dass wir fast alle seit längerer Zeit keinen Zugang zu Acid hatten und auch keine Stoffe die für eine Kreuztoleranz hätten sorgen können genommen haben)
Als sich bei allen Anwesenden das Hochkommen deutlich bemerkbar machte, fingen wir an uns Richtung Innenstadt zu bewegen um dort ein weiteres spontanes Ziel anzusteuern.
T. war nun zu Beginn schon regelrecht aus dem Leben genommen worden.
Ihre Sätze waren nun mehr quietschige Laute gespickt mit Wortfragmenten durch die sie uns auf ihren intensiven Zustand aufmerksam machen wollte, auch wenn dies oft nicht so recht gelang.
(Sie hatte sich 100µg zu Gemüte geführt, doch es war uns durchaus bekannt, dass sie des Öfteren recht extrem
auf verschiedenste Psychedelika reagiert, auch wenn sie niedrig dosiert sind.
Sie war zwar nicht die einzige in unserer Gruppe die bereits Neigungen Richtung HPPD vermerken konnte,
jedoch aber die Substanzempfindlichste)
Als meine Freundin sich etwas um sie gekümmert hatte und wir uns im Allgemeinen für gesellschaftstauglich befunden hatten, kamen wir also in der Innenstadt an.

Das buchstäbliche Hochkommen:
Nachdem sich unsere Zustände doch recht rapide intensivierten und wir immer mehr zu extremen Lachanfällen
sowie dem Verlust unseres Urteilsvermögens für angebrachtes Verhalten in der Öffentlichkeit tendierten machten wir uns auf zu einem Berg der in der Nahe der Stadt gelegen war.
Diese Idee war generell für die meisten aller Beteiligten eher weniger das, was wir uns unter einem entspannten
Lsdtrip vorgestellt hatten da es doch recht kalt draußen war, doch all das sollte bald keine Rolle mehr spielen, wenn
nicht sogar eher Segen als Fluch sein.
(Hätte folgendes nämlich in der dicht besiedelten Zivilisation statt gefunden weiß ich nicht,
wie sich die Situation entwickelt hätte)
Auf unserem Weg begegneten wir allerlei Seltsamem.
Gruselige Kinder tauchten aus dem Nichts auf, Menschen verhielten sich seltsam, es war wie ein Theaterstück zu unseren Ehren und wir amüsierten uns königlich.

Meine optischen Halluzinationen begannen mittlerweile ein wirklich beträchtliches Ausmaß anzunehmen, mein Körper fühlte sich leicht, betäubt und unbeschwert an, meine Füße und Hände waren schon gar nicht mehr spürbar.
Das Farbenspiel, die aus den Fugen geratenen Größenverhältnisse, das Morphen und die Muster waren atemberaubend.

Am Fuße des Berges angekommen begannen wir also unseren Marsch, der vorerst noch auf gefestigten Bahnen stattfinden sollte, sowohl was den Trip als auch den Boden unter unseren Füßen anging.
Angeführt wurden wir von D., der es kaum erwarten konnte in rasender Geschwindigkeit die Spitze zu erklimmen.
Dass er hierbei jedoch der einzig wirklich Motivierte war schien ihm nicht aufzufallen.
Das war aber auch nicht weiter schlimm, schließlich hatten wir ansonsten sowieso nichts zu tun und lustig war es ja alles in allem auch.
Nach einiger Zeit auf Trampelpfaden wurde mir (und wie sich im Nachhinein heraus stellte auch den Anderen) langsam bewusst, dass der allgemeine Zustand mit steigender Höhe des Berges ebenso an Dominanz gewann.
Ein recht seltsames Phänomen wie ich finde, doch psychologisch gesehen nicht ganz unbegründet, hierzu aber später mehr.
Im Wissen um diese Erscheinung verließ mich schon langsam die Motivation weiter zu gehen, ich wollte jedoch kein
Miesepeter sein.
Was mich plagte war auch weniger von panischer oder ängstlicher Natur, sondern viel mehr mein gesunder Menschenverstand.
Es waren inzwischen doch recht schmale Pfade auf denen wir wanderten und viele hatten weder ein Geländer noch
sonstige Möglichkeiten sich im Falle eines Sturzes oder einem Schritt ins Leere vor der steilen,
durchwachsenen und felsigen Böschung zu retten.
Meine Motorik war an sich ausreichend in Schuss um mich vor einem derartigen Unfall zu bewahren.
Was allerdings niemand zu begreifen schien (trotz mehrfachen Hinweisen meinerseits, teils ernst, teils auf lustiger Ebene) war, dass meine optischen Halluzinationen als einziger Teil der Gruppe der mehr als 200µg intus hatte begannen, jeglichen Rahmen zu sprengen und ich somit nur noch schwerlich bis überhaupt nicht zwischen den verschiedenen Teilen des Waldes unterscheiden konnte, da sie sich alle farblich in einem ähnlichen Spektrum befanden.
Der Weg/Boden, die Böschung, der Abgrund, Wände, Bäume, Wurzeln, Blätter, alles ist zu einem unidentifizierbaren
Brei aus bunten Facetten und verschmolzenen Farbübergängen geworden.
(Wenn es ein Klischee zu Lsd gibt, dann, dass Konsumenten dazu neigen irgendwo herunter zu fallen/springen.
Just sayin' :D)
Da dies allerdings niemanden zu bocken schien versuchte ich mich auch nicht weiter davon stören zu lassen und stolperte mehr oder weniger blind durch den Wald.

Wir begannen zu vergessen.

Wir vergaßen wieso wir diesen Berg überhaupt erklimmten und es war uns auch egal.
Das Ziel, das Erreichen der Bergspitze, schien der einzig relevante wenn auch fragwürdige Input zu sein,
vor allem für die Person die uns führte.
Unsere Lachanfälle, die mittlerweile schon fast manische Ausmaße annahmen mischten sich
mit einem Anflug von allgemeiner Verwirrung und Verstörung der sich ebenso wie die Intensität
der Trips mit zunehmender Höhe des Berges zu intensivieren schien.
Wortfetzen, Selbstgespräche und verwirrte Unterhaltungen bestimmten immer mehr unsere sozialen Interaktionen.

Wir vergaßen wie man sich vor fremden Menschen verhält, unsere soziale Kompetenz wurde zunehmend gefährdeter und wir versuchten uns aufgrund dieser Unsicherheit immer mehr vor fremden Passanten oder Wanderern auf den Wegen zu drücken und zu verstecken.
Ich für meinen Teil konnte sowieso niemanden der mehr als 5 Meter von mir entfernt war als Menschen identifizieren,
folglich ließ mich das wohl auch etwas kälter als den Rest unserer Gruppe.

Der Fahrradfahrer:
Fernab aller Wege, kurz vor dem Ziel, nach einem längeren Marsch durch verwildertes Gelände begann ich endgültig an meinem Sinn für die Realität zu zweifeln.
Der Boden war voll unwegsamer Wurzeln, ohne Wege und das seit einer ganzen Weile.
Ein unüblicher Ort für einen Fahrradfahrer mit einem Stadtfahrrad sollte man meinen, richtig?
Ich verlor gänzlich die Fassung als ich knappe 2,5m vor mir einen Fahrradfahrer entdeckte,
der total energisch und mit aller Gewalt versuchte von A nach B zu fahren (Wobei Punkt B nicht klar erkennbar war :D), er hatte hierbei jedoch keinerlei Erfolg.
Er fiel alle paar Sekunden von seinem Fahrrad, ihm gelang es nie einen vollständigen Meter zurück zu legen.
Aber er war hartnäckig.
Er versuchte es mit aller Energie und all seinen Lebensgeistern unermüdlich weiter, auch vom schallenden Gelächter
der versifften Jugendlichen auf Acid lies er sich nicht beeindrucken.
Für einen Moment fing ich wirklich an an mir zu zweifeln, bis ich bemerkte, dass die Anderen ihn auch gesehen hatten
und ebenso entsetzt waren.
Es war ein Bild für die Götter.
Was reitet einen Menschen zu so einem komplett hirnamputierten Bullshit?
Meine Freundin hatte im Nachhinein die Theorie, dass er bei unserem Anblick panisch die Flucht ergriff, ich tippte
eher auf den Genuss von Engelstrompete oder einem anderen Nachtschattengewächs.
Vielleicht war es auch Albert Hoffmann der versuchte mit uns zu kommunizieren, wir werden es niemals erfahren.
(Dass einem solche Leute auch echt immer beim Trippen über den Weg laufen müssen! :D)

Gipfelnde Phrenesie:
An der Spitze des Berges bei ein paar Sitzgelegenheiten angekommen stand der Wahnsinn im Zenit.
Wir hatten ein paar Stunden Marschzeit hinter uns und nun war das einzige Ziel das wir während dieser Zeit
verfolgten erreicht.
Nun waren wir dem Zustand unserer Konstellation gänzlich ausgesetzt, die soziale Isolation von 5 zugedrufften
Jugendlichen komplett.
Verwirrung machte sich breit.
Wir verstanden einander immer weniger, zickten uns an, versuchten trotz unseres mächtigen Mindtrips den Überblick zu behalten.
Unumstößliche Tatsachen rückten zunehmden in den Vordergrund.
Unser "Führer", welcher ebenso zunehmend seltsame, verwirrende und auch zickige Seiten seiner Persönlichkeit ans Tageslicht trug, drehte ungeachtet der anderen (wenn auch nur selten anzutreffenden)
Wanderer und unserer Zustände den Psytrance auf, von der abendrötlichen Aussicht hatte ich dank meinem anhaltenden Blindflug quasi auch überhaupt nichts und wir fingen an uns Gedankenum eine weitere Planung zu machen.
Zumindest versuchten wir das.
Da kaum einer von uns in der Lage war einen klaren Gedanken zu fassen oder diesen dann auch beizubehalten zog sich dieses Unterfangen ebenfalls in scheinbar endlose Länge.

Die Sonne war dabei unter zu gehen, also stand zumindest schon mal fest, dass wir uns bald auf den Marsch nach unten
vorbereiten sollten, da ein Rückzug durch einen dunklen, unbeleuchteten Wald ein Ding der Unmöglichkeit sein müsste.
Wann sollten wir den Rückweg antreten?
(Wie zur Hölle soll ich einen Berg herunter laufen ohne zu sehen wo ich lang laufe?!)
Und nun die Preisfrage: Wohin mit uns wenn wir erst mal unten sind?
Wir waren allesamt dermaßen verstört, sozial inkompetent und neben der Spur, dass man uns keinem unserer Elternhäuser hätte zumuten können und wie wir vermuteten ebenso wenig der Öffentlichkeit.

Ruheloses Runterkommen:
Die anderen Konflikte mit der allgemeinen Situation und unserer Gesellschaft ausblendend und verdrängend
machten wir uns erst einmal daran, von diesem verfluchten Berg runterzukommen.
Runterkommen, das war das Stichwort.
Ich fand mich mit meinem Los ab, wenn auch der Mindtrip in seiner verkorksten Kuriosität und seinem
einschüchternden, bedrohlichen Omen einen dunklen Schatten auf meinen Trip warf.
Es herrschte keine Panik, keine Angst. Für mich zumindest nicht.
Wir lachten immernoch gelegentlich, wenn auch seltener und aus weniger verständlichen Gründen (sofern überhaupt
welche vorhanden waren).
Ich kann dieses Fazit allerdings nicht für alle Beteiligten bestätigen.
T.'s Sätze waren geprägt von ängstlichen Wortfetzen, Floskeln die auf ihr inneres Chaos und ihre Angst blicken ließen, aus verschiedenen Richtungen waren dissoziative Selbstgespräche zu vernehmen und auch das was an Kontext in unseren Unterhaltungen ankam hatte keinerlei nachvollziehbaren Inhalt mehr, ich kam mir vor wie geistig behindert.

In der Stadt angekommen (was mir aufgrund des optischen Knockouts auch erst einige Minuten später auffiel) versuchten wir uns möglichst unauffällig zu verhalten und einen Plan für die kommenden Stunden zu schmieden.

Die bekannte Stadt (auch wenn sie schwer zu erkennen war) und die Anwesenheit fremder Passanten gaben uns
einen kleinen Funken Realität wieder, was etwas Druck aus unserer Konstellation nahm, ebenso war
D. bereit uns bei sich Zuhause aufzunehmen.
D. und meine Freundin hatten ihren Orientierungssinn wieder erlangt (Ich kenne mich in der Stadt in der wir uns befanden sowieso nicht gut aus, ich und Y wohnen 3,5h entfernt, ich führe eine Fernbeziehung mit meiner Freundin)
und führten uns durch das Geschehen.
Wir wurden wortkarg und gefasster.

Da es allerdings recht spät war und wir fast alle am Morgen danach etwas zu tun hatten, entschieden wir uns aber
dagegen zu D. zu fahren und suchten Unterschlupf bei einer Bekannten die etwas näher wohnte, während D. nach Hause fuhr.

Ankommen:
Nach einem 20-minütigen Marsch den wir unbeholfen durch die Stadt torkelten, rote Ampeln und Autos übersehend und generell noch ziemlich verpeilt und degeneriert kamen wir endlich an.
In einem geschlossenen Raum.
Kein Wald mehr.
Keine Kälte.
Keine Stadt.
Kein Rumgelaufe.

Dass die Bekannte K. bei der wir uns befanden ein Faible für Goadekoration in ihrem Zimmer hatte, was das Klarkommen nochmal etwas erschwerte nahmen wir in Anbetracht der erheblich gestiegenen Lebensqualität gerne in Kauf.
Während ein paar von uns dennoch sichtlich mit ihrem Zustand zu kämpfen hatten war der Gesamteindruck trotz allem eher hoffnungserweckend.
Wir verbrachten einige Stunden dort bis wir wieder ein wenig zu geistiger Klarheit kamen, ließen den Trip und das
Geschehene Revue passieren und gingen danach getrennt unserer Wege durch die verschobene, bunte Nacht.

Als ich in der Nacht bei meiner Freundin zuhause ankam fiel diese nach kürzester Zeit in den Tiefschlaf, während ich
noch einige Stunden von Halluzinationen, undefinierbaren Synästhesien und einem seltsamen Mindtrip geplagt wach lag.
Ich konnte auch nicht wirklich lange schlafen und hatte noch einen merklichen Afterglow als ich wieder aufwachte, dieser ist aber heute über den Tag größtenteils verflogen.

Fazit:
Ich habe versucht unser Erlebnis aus umfassender Sicht mit Bezug auf Rückmeldungen der Anderen wiederzugeben,
allerdings wird der Text trotzdem noch sehr von meinen subjektiven Eindrücken geprägt sein.
Ich wirkte zwar vielleicht stellenweise etwas verzweifelt ("Wir sterben hier bestimmt, schau mal wie steil das ist.." etc), aber das hatte eigentlich weniger mit tatsächlicher Angst zutun als mit einer Art Running Gag der seit einer Weile besteht und einfach totalem Hirnmus, wenn auch tatsächlich gesunder Menschenverstand ein Indikator dafür war.
(D. schien übrigens etwas klarer zu sein oder sich das zumindest einzureden, da er als einziger alle 1-2 Wochen
Lsd konsumiert, eine dementsprechende Toleranz hat und auch mit dem Zustand an sich besser vertraut ist.
Stellenweise war aber auch er sichtlich verstört und seltsam, zudem bin ich mir auch wirklich nicht sicher, wie viel von seiner Art auch im Normalzustand vom Lsd geprägt ist und inwiefern sich das auf einem aktiven Trip verhält.
Eigentlich ist es mir auch echt egal, ein goldiger Kerl ist er trotzdem :D)
Einen beträchtlichen Teil der Zeit war es schon sehr lustig, auch wenn ich jetzt mehr auf die negativen psychischen Aspekte eingegangen bin.
Ich denke Lachflashs interessieren hier auch eher die Wenigsten.

Ich vermute, dass die Fixierung auf unseren Marsch der erste Schritt in die Richtung war in die sich unsere Trips entwickelt haben.
Hinzu kamen das verwirrende Umfeld im Wald, der verlorene Bezug zur Realität, die soziale Isolation und das Fehlen eines Ankers in all diesem Chaos.
Wir waren durchweg rastlos auf Achse und in einem derartigen Zustand komplett auf einander gepfercht.
Eine nüchterne Person wäre wohl hilfreich gewesen, wo sind denn diese verdammten Tripsitter wenn man sie
ausnahmsweise mal braucht :D

Ich persönlich habe aus diesem Trip keinerlei Lehren oder Informationen mitnehmen können, dafür war er einfach
zu konfus.
Allerdings wurde ich in einer Feststellung bestätigt, die ich schon sehr oft getroffen habe.
Auf besonders intensiven Trips gehen mir einfach alle Leute auf die Nerven, vor allem wenn sie sich im selben oder
schlimmeren Zuständen befinden.
Alle Leute bis auf meine Freundin.
Und auch sie hat mir wiedergegeben, dass unsere Beziehung als reale Konstante in einem Chaos, das beim Trippen nun einmal oft entsteht, eine sehr leitende und beruhigende Wirkung hat.
Was andere Leute angeht hat das übrigens nichts mit tatsächlichen Antipathien oder Abneigungen zu tun,
schließlich sind das auch (wie in diesem Fall) oftmals enge Freunde von mir, doch wenn ich genug mit mir selbst und meinem Zustand beschäftigt bin kann ich hilfloses Gestammel, hyperaktives Rumgenerve und die anstrengende Art von Leuten die nicht klar kommen genauso wenig gebrauchen wie nüchterne Leute die sich nach mir erkundigen oder sich unterhalten wollen.
Vielleicht ist das Phänomen ja auch Anderen bekannt.


Ich hoffe ihr konntet euch ein angemessenes Bild von der oftmals unerwarteten und nicht zu unterschätzenden Wirkung dieser Droge machen und vielleicht auch Parallelen zu eigenen Erlebnissen erkennen.
Ebenso hoffe ich alle grammatikalischen und inhaltlichen Fehler beim Korrekturlesen gefunden zu haben.
Falls nicht, dürft ihr gefundene Fehler gerne behalten, ich bin noch etwas neben der Spur.

Möge Shiva mit euch sein :D