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Tripbericht lesen

Übersicht:

Titel:LSD Microdosierung - Den Alltag im Moment erleben
Drogen:LSD
Autor:Synopt1k
Datum:15.11.2014 01:59
Set:Neugierig und ohne grosse Erwartungen
Setting:Auf der Arbeit, In den Strassen, Im Hostel
Nützlichkeit:7,83 von 10 möglichen   (29 Stimmen abgegeben)

Bericht:

Albert Hofmann vergleicht die Wirkung einer minimalen Dosis LSD von etwa 20ug mit der von Ritalin. Konzentrationsfoerdernd, motivierend, stimmungsaufhellend - was sich insgesamt anhoert, wie ein Weg, um heiter durch den Alltag zu kommen, ist tatsaechlich sogar um einiges vielfaeltiger.

Grund genug fuer mich einen Selbstversuch zu unternehmen, um herauszufinden, ob an dieser eher unbekannten Konsumform etwas dran ist. Also packe ich einen halbe Filz aus und teile ihn in Zwei. Habe ihn zuvor als einen eher durchschnittlich dosierten empfunden und da ich ihn in den letzten Wochen nicht ordungsgemaess gelagert habe, gehe ich von einem weiteren Wirkstoffverlust aus.
Einem Artikel zuvolge soll Albert Hofmann ueber einen Zeitraum von mehreren Monaten auf diese Weise seinen Tag erheitert haben. Andere fuehren selbstversuche ueber einige Tage bzw. Wochen durch. Bei mir reichts nur fuer zwei Tage - auch gut.

Die erste Dosis nehme ich um 10 Uhr morgens auf der Arbeit waehrend der ersten Pause ein. Ich arbeite zurzeit auf einer Farm und die extreme Eintoenigkeit der monotonen Aufgaben, die ich verrichte laesst keine Bedenken zu, ob ich mit dem veraenderten Bewusstseinszustand ueberhaupt zurechtkomme, zumal ich bereits Erfahrungen mit LSD gesammelt habe. Also viertel Pappe auf die Zunge und ab auf das Feld.
Schon nach etwa 45 min bemerke ich erste Effekte, die angesichts der Dosis sogar relativ vordergruendig spuerbar wurden. Ein angenehmes physisches Gefuehl durchzieht meinen Koerper und waehrend ich die subtile Veraenderung begruesse, schleichen sich auch erste Effekte auf das Bewusstseins ein. Es ist diese Wahrnehmung der Welt die auf pures Leben ausgelegt ist. Froehlich summend die kleinen Dinge der Gegenwart zelebrieren. Lauthals mit ausgestreckten Armen gaehnen, die frische Landluft so tief wie moeglich einatmen, die Finger erloesend knacken lassen. Mit zufriedenem Laecheln der Musik aus meinen Kopfhoerernd lauschend bemerke ich den antidepressiven Effekt, der auch von Herrn Hofmann thematisiert wird. In der Pause ziehe ich meine Schuhe aus und geniesse es, barfuessig das Gras zu beruehren und die Sonne auf mich scheinen zu lassen.
Da sich gegen Feierabend sogar dezente optische Effekte bemerkbar machen, schliesse ich darauf, fuer dieses Experiment womoeglich ein wenig zu hoch dosiert zu haben. Tja mit farbenfroheren Farben ist die Arbeit an der frischen Luft dann halt noch mal angenehmer.

Auf dem Rueckweg von der Arbeit taenzele ich kopfnickend mit Musik im Ohr durch die Strassen. Bei der Interaktion mit anderen Menschen merke ich, wie ich die Situation deutlich humorvoller und leichter aufnehme. Es ist dieses freundliche naive laecheln dass alles locker nimmt. Trotzdem keinerlei Probleme mit der sozialen Interaktion an sich.
Der zweite Tag war ein freier Tag. An jenem Morgen genehmigte ich mir die zweite viertel Pappe und ging Lebensmittel einkaufen. Die Toleranz hat sich ihren Anteil des LSD geholt und so faehrt es wesentlich langsamer und subtiler ein. Dies haelt mich nicht davon ab, mein ausgereiftes Fruehstueck zu geniessen wie ich es schon lange nicht mehr tat. Ich nahm mir die Zeit, weil ich sie hatte. Spiegelei, Kaffee, Kippe und die Gewissheit eines freien Tages waren ein koenigliches Mahl im Vergleich zu meiner sonst so kargen Nahrung, die ich morgens um 6 im Stehen, neben schmutzigem Geschirr und wuselnden Menschen einzunehmen versuche, da ich zurzeit in einem Hostel lebe. Der Rest des Tages verging so vor sich hin und ich genoss den stimmungsaufhellenden Effekt. Gegen Abend wurde mir jedoch deutlich dass ich kein simples Antidepressivum intus habe, sondern die psychedelische Substanz LSD. Meine Laune wurde zunehmend duesterer je naeher der Abend kam und schliesslich konnte ich mich gar nicht mehr aufmuntern. Ich bin mir nicht sicher woher dieser ploetzliche Schwenk kommt aber er ist vergleichbar mit den negativen Denkspiralen auf hoeheren Dosen LSD, nur dass es sich proportional subtiler und schwaecher zeigte.
Waehrend dieser Zeit war mein Appetit stark gezuegelt und ich hatte hoechstens Lust auf leichte Kost oder saftige Fruechte. Hunger an sich konnte ich kaum wahrnehmen und die gedrueckte Laune am zweiten Tag koennte von zu wenig Essen ruehren.

Alles in allem wuerde ich den Zustand durchaus als Alltagstauglich bezeichnen. Man stelle sich annaehrend alle Aspekte eines ausgereiften LSD Trips vor und reduziere sie auf ein subtiles aber spuerbares Minimum. Am praesentesten war wohl der verstaerkte Fokus auf die Gegenwart. Zukunft und Vergangenheit sind weniger Gegenstand der Gedanken, vielmehr konzentriert man sich auf das was gerade im Umfeld passiert, was dazu fuehrt dass der Tag einem subjektiv gefuehlt wesentlich laenger vorkommt. So kam es oft vor, dass ich morgens geduscht habe und schon gegen Nachmittag der festen Ueberzeugung war dass dies mindestens einen Tag zuruecklag. Aeusserst angenehm.

Von der oft beklagten Muedigkeit und Mattheit nach einem Microdosing Experiments habe ich nichts mitbekommen aber das lag wahrscheinlich an der kurzen Zeit.
Da ich am ersten Tag sogar optische Veraenderungen wahrnahm, wuerde ich die Dosierung beim naechsten Mal senken um noch subtilere Effekte zu erzielen.

Danke fuer das Lesen, ich wuerde mich uber Kommentare, Diskussionsanstoesse und alles moegliche freuen.






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