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Übersicht:
| Titel: | DMT mit Harmin-Alkaloiden - übersinnliche Drogenerfahrung? |
| Drogen: | Ayahuasca |
| Autor: | Irreal |
| Datum: | 05.11.2005 19:50 |
| Set: | Viel interesse würde ich sagen |
| Setting: | Natur,Wohnung |
| Nützlichkeit: | 8,20 von 10 möglichen (10 Stimmen abgegeben) |
| Status: | Dieser Bericht wurde aus den Tripbericht-Listen entfernt. Er ist jedoch noch für alle lesbar. |
Bericht:
bericht aus dem buch Psychoaktive Pflanzen(S.88-91)
Australian Ayahuasca - erster Bericht Im Frühjahr 1993 fuhren wir zum
Mount Buffalo in Victoria, Australien, um die Blätter einer seltenen Pflanze zu
sammeln, die 0,3 Prozent DMT enthält. Wir hatten zusätzlich Samen von Peganum
harmala dabei, um das DMT für die orale Aufnahme zu aktivieren. Unglücklicherweise
brachten wir es einfach nicht fertig, genug von den frischen
Blättern zu essen, um eine Wirkung zu erzielen. Wir beschlossen daher, nach
Melbourne zurückzufahren. Dort kochten wir die Blätter, ähnlich wie es bei der
Zubereitung des traditionellen Ayahuasca Südamerikas geschieht, erst als Tee
auf und dann konzentrierten wir den Sud. Am Schluss der Prozedur hatten wir für
jeden von uns dreien ein Glas voller Extrakt.
Kurz vor Mitternacht schluckten wir drei Gramm gemahlenen Peganum harmala
Samen (der ekelhaft schmeckte), dann warteten wir etwa zehn Minuten, bevor
wir den scheußlichen grünen Matsch runterwürgten. Ich verspürte keinen
nennenswerten Brechreiz, aber die beiden anderen hatten weniger Glück. Nach
fünf Minuten hatte N. alles von sich gegeben und J. und ich nahmen zwei
magensäurebindende Tabletten.
J. war daraufhin in der Lage, das Ganze noch weitere zehn Minuten bei sich zu
behalten, bevor er sich erbrach. Ich konnte alles am längsten, ca. 15 Minuten, im
Magen behalten, vielleicht, weil ich die Antazida am schnellsten eingenommen
hatte, vielleicht, weil ich nach der Einnahme der Harmalasamen am längsten mit
dem Trinken des grünen Breis gewartet hatte.
Kurz bevor ich mich übergab, begann die Welt um mich herum seltsam zu
werden. Das Gehen fühlte sich anders an, die Dinge in der Umgebung fingen
an, ein bißchen anders auszusehen. Als ich mit dem Erbrechen fertig war, hatte
sich die Welt vollständig verändert. Glücklicherweise hatte N. nicht genug abbekommen, um irgend eine Wirkung zu spüren und so brachte er mich ins
Wohnzimmer, wo ich mich mit offenen Augen hinlegte.
Ich begann den absoluten Schrecken zu durchleben, ich befand mich in einem
völlig anderen Universum, das in keiner Weise unserer gewohnten Realität ähnelte.
Seltsamerweise empfand ich den Schrecken nicht als unangenehm. In dem
Universum, in dem ich mich plötzlich aufhielt, hatten Begriffe wie „angenehm",
„unangenehm", „glücklich", „traurig" keine Gültigkeit mehr. Es gab nur noch drei
Arten von Gefühlen: Schrecken, Euphorie und ein neutrales Grundgefühl, daß
das volle Bewußtsein des einzig wichtigen Universums umfasste, desjenigen, in
das ich eingetreten war. Es war dies die Sphäre der Seelen, des Bewußtseins, des
Geistes.
Die visuellen Effekte waren höchst erstaunlich. Ich nahm Dinge nicht mehr
durch meine Augen wahr, da ich keinen Körper mehr hatte. Ich wußte ganz einfach,
wie meine Umgebung beschaffen war und daher auch, wie sie aussah. Das
Schließen der Augen änderte den Anblick in keiner Weise. Da gab es Statuen
und Bilder stilisierter Adler - alles Erinnerungen an die Inka oder vielleicht altägyptische
kultische Kunst, obwohl ich nichts über die Inka oder altägyptische
Kunst weiß. Diese Bilder bewegten sich unentwegt und entwickelten sich dabei
weiter. Sie wirkten wie eine Zierde für den Ort, an dem ich mich befand. Es gab
wurm- oder schlangenähnliche Gebilde in meinen durchsichtig gewordenen
Beinen. Allerdings war ich mir zu diesem Zeitpunkt nicht bewußt, daß ich
überhaupt Beine hatte.
Die Halluzinationen ähnelten in keiner Weise denen, die ich früher unter
LSD erlebt hatte. Die Dinge, die ich sah, waren real, existierten schon immer
und ich erblickte sie in vollkommener Klarheit. Die Eigenschaft des Lichts hatte
sich in einer schwer beschreiblichen Weise verändert; die Farben waren nicht intensiver,
sondern klarer, wirklicher, am wirklichsten. Was ich sah, war die reine
und unverfälschte Realität, nicht die gewöhnliche, die eine ungenaue Annäherung
durch fehlerhafte Wahrnehmungsmechanismen darstellt.
Ich wußte, daß ich, bzw. mein Geist meinen Körper verlassen hatte und ich
mich in der Sphäre des grundlegenden Wesens des Universums befand, dort, wo
Bewußtsein sich befindet, wenn es nicht an einen Körper in unserer irdischen
Realität gefesselt ist. Ich war mir bewußt, daß dies der Ort war, wo die Seelen
sich befinden, wenn der Körper gestorben ist, und möglicherweise auch, wo sie
sind, bevor man geboren wird. Nach der Geburt ist die Seele immer noch an
diesem Ort, aber sie ist auf den Körper und die Wahrnehmung durch ihn fixiert,
solange sie nicht durch DMT zeitweilig davon befreit wird. Ich wußte plötzlich,
daß es möglich ist, diese „Sphäre der Götter" auch ohne DMT zu erreichen und
daß man dazu jeden Glauben und jede Erklärung verlieren muß.Zu dem Zeitpunkt nannte ich den Ort die „Sphäre der Götter", weil mir die
Worte fehlten, um ihn besser zu beschreiben. Aber der Begriff ist irreführend; die
Götter sind nur menschliche Seelen, menschliche Bewußtseine und sie hatten kein
Interesse an der normalen Realität. Sie hatten sie nicht gemacht und sie in keiner
Weise beeinflusst. Die Sphäre der Götter bedeutet, dem absoluten Chaos, der Macht
und der Ungebundenheit des Universums vollständig ausgesetzt zu sein und sich
dessen absolut bewußt zu sein. Dies betraf nicht das Universum, das wir kennen,
sondern das Universum, in dem das Bewußsein existiert.
Die erste Stunde war unglaublich intensiv, eine unbegrenzte Anzahl von
Dingen passierte auf einmal und mein Geist war Informationen ausgesetzt, denen
er nicht gewachsen war. Ich wußte, daß ich verrückt war und ich zweifelte daran,
ob ich mich jemals wieder erholen würde. Ich konnte mich nicht erinnern, was
es bedeutet, geistig normal zu sein. Die meiste Zeit hatte ich keine Angst, war
aber von Schrecken erfüllt. Der Schrecken war nicht unangenehm; die Freude
konnte ihn nicht erreichen und er beeinträchtigte mein Denken nicht. Ich war nicht
gut und nicht böse; ich war.
Während der zweiten Stunde bewegte ich mich zwischen dem Grundgefühl
und einer Euphorie. Der Grund der Euphorie schien zu sein, daß ich „alles gesehen"
und dies relativ unversehrt überstanden hatte. Mein Geist war durch diese
Erfahrung nicht vollständig zerrüttet worden. Ich begann mich zu fühlen, als ob
mein Geist nun dem Ansturm dieser „Sphäre der Geister" gewachsen sei, als ob
ich nun dorthin gehöre. Ich wußte, daß Wahnsinn durch das Vertrautsein mit der
„Sphäre der Seelen" entstehen kann.
Zu diesem Zeitpunkt hatten die Dinge aufgehört, so schnell zu passieren
und es wurde wieder einfacher, zu sprechen. Anscheinend war meine Sprache
während der ganzen Zeit zusammenhängend gewesen; aber ich hatte die sichere
Empfindung gehabt, als ob mein Körper dauernd in vielen Sprachen geschwätzt
hatte.
Zu verschiedenen Zeiten während der drei Stunden mußte ich N. über mich
befragen; es war, als ob ich an meine Werte und meine Persönlichkeit erinnert
werden müßte. Natürlich konnte ich ihm das nicht wirklich verständlich machen,
und er konnte mir nur Dinge erzählen, die unwichtig schienen, etwa meine
Vorlieben und Abneigungen und meine Geschichte. Zu einem bestimmten
Zeitpunkt wollte ich etwas über meine Familie hören, ihre Anschauungen, ihre An
und über ihre Werte. Ich glaube, das war deshalb, weil ich mich fühlte, als ob sie
mir weniger wichtig geworden wäre, ich das aber nicht wollte.
Die dritte und vierte Stunde nach der Einnahme wurden verbracht, indem
ich im Detail die Erfahrungen mit J. diskutierte, von dem ich fühlte, das er sich an
dem gleichen Ort wie ich aufgehalten hatte. Am Ende der vierten Stunde war ich
wieder auf der Erde und litt an keinen Nachwirkungen, obwohl ich durch die gemachte Erfahrung extrem aufgewühlt war. Ich glaubte immer noch, daß alles,
was ich erlebt hatte, absolut real war, viel realer als der Rest meines Lebens.
Sogar am nächsten Tag hielt dieses Gefühl noch an und ich verbrachte die
meiste Zeit damit, das Erfahrene nach einmal durchzugehen und zu versuchen, es
zu verarbeiten. Für andere, die mich kannten, war es offensichtlich, daß ich unter
etwas litt. Ich wußte nun, wo ich sein würde, wenn ich starb, aber ich wußte nicht,
was ich mit dem Rest meines Lebens anfangen würde. Die alltägliche Realität
schien so unwichtig und trivial, verglichen mit der größeren Realität, die ich
erlebt hatte.
Heute ist Montag, und ich fange an, die Realität der „Sphäre der Seelen"
zugunsten unserer allgemein anerkannten Realität zu leugnen. Gestern habe ich an
meinen Verstand gezweifelt und konnte mir nicht vorstellen, daß ich eine
weitere Erfahrung mit Ayahuasca wagen würde. Aber heute habe ich, zumindest
glaube ich das, die Erfahrung zu einem großen Teil verarbeitet und ich hoffe das
Experiment zu wiederholen, um zu sehen, ob ich auf die gleiche oder eine andere
Realität treffen werde.
Ich würde diese Erfahrung niemandem mit irgendwelchen psychischen
Schwierigkeiten empfehlen und auch niemandem, der nicht darauf vorbereitet ist,
in den tiefsten Schrecken versetzt zu werden. Wenn LSD bei dazu veranlagten
Menschen Schizophrenie auslösen kann, dann wird Ayahuasca es mit einiger
Sicherheit tun. Ebenso würde ich es nicht als erste psychedelische Erfahrung
vorschlagen. Wenn ich jetzt diese Erfahrung mit einem LSD-Trip vergleiche,
dann kann ich nur sagen, daß LSD, verglichen mit DMT wie ein Spielzeug ist.
LSD scheint nur mit der Wahrnehmung und den Gedanken zu spielen.
Die Ayahuasca-Erfahrung scheint den Geist klar zu lassen, aber dafür ein
unglaublich reales Universum von den Geist sprengenden Dimensionen zu erschaffen.
Es ist unmöglich zu beschreiben, wie real, aber es war sehr viel realer als
unser gewohntes Universum. Vielleicht sucht sich DMT das Gehirnareal, das für
das Glauben zuständig ist, und legt dort alle Schalter um, oder vielleicht existiert
diese andere Realität tatsächlich. Was auch immer zutreffen mag, das Resultat
kann extrem aufwühlend wirken und allzu leicht das Leben eines Menschen
verändern.
Ein sehr langer aber wirklich SEHR interesanter tripbericht zu DMT da sieht man mal das es noch weit aus heftigere filme als zb auf LSD gibt...Mfg Tom