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Tripbericht lesen

Übersicht:

Titel:Horror & Segen | Die hawaiianische Baby-Holzrose
Drogen:Hawaiianische Baby-Holzrose
Autor:thefree
Datum:25.12.2015 10:53
Set:hoffnungsvoll, vorbereitet, ausgeglichen
Setting:zu Hause, abends
Nützlichkeit:8,87 von 10 möglichen   (15 Stimmen abgegeben)

Bericht:

Hawaiian Woodrose


Set:
- Viele Bücher, Dokumentationen, Unterhaltungen
- 3 Jahre Intensive Beschäftigung mit meinem Geist und der Umwelt

Vorherige psychedelische oder entheogene Erfahrungen in der Gruppe:

MDMA, Magic Mushrooms (max. 1,5gr. cub.), LSD (max. 150µg), Trüffel, Salvia Divinorum

- Viele Berichte von Rauschzuständen durch verschiedenste Psychedelika gelesen
- 4 Monate tägliche Meditation
- 3 Monate sehr gesunde Ernährung
- Leerer Magen



Der 1. Dezember 2015:
Es war ein wunderschöner Morgen, wie es die letzten Monate durch mein Achtsamkeitstraining meistens der Fall war. Ich war zu der Zeit seit einigen Monaten arbeitslos und hatte an diesem Tag lediglich einen Termin bei einem Bildungsinstitut. Es ging um eine mögliche Umschulung zum Industriekaufmann. Nach einem gesunden Frühstück begab ich mich gelassen auf den Weg dorthin. Der Termin verlief reibungslos, wie so oft wickelte ich meine Gesprächspartnerin in ein nettes Gespräch abseits der Hauptthematik ein und ging so sicher, dass sie sich am Ende des Gesprächs auf meiner Seite befand. Ich solle mich sofort melden, falls ich wisse, wann ich mit der Umschulung beginnen möchte. Im Anschluss wünschte sie mir viel noch Glück in meinem Leben, falls wir uns nicht mehr zu Gesicht bekommen würden. Ich wünschte ihr auch viel Glück und machte mich auf den Weg nach Hause. Da ich schon vor ein paar Tagen durch eine E-Mail in Kenntnis davon gesetzt wurde, dass mich aller Wahrscheinlichkeit nach Heute meine Bestellung aus den Niederlanden erreichen würde, beeilte ich mich um zu verhindern, dass meine Eltern das Päckchen öffnen konnten. Schließlich kam ich zu Hause an. 10 Minuten später klingelte der Postbote und gab mir mein heiß erwartetes Present. Ich hatte mir 20 Samen der Hawaiianischen Holzrose bestellt.



Ich wollte schon seit Längerem alleine eine psychedelische Reise unternehmen und wartete auf das richtige Setting. Dieser Tag schien mir mehr als perfekt. Ich erledigte alles, sodass ich die nächsten Tage nichts mehr zu tun hatte, besorgte mir ein paar Snacks und den so essenziellen, obligatorischen Orangensaft, der auf keiner psychedelischen Reise als Notfallhammer fehlen durfte. Vitamin C ist eine der wenigen Substanzen, die dich auf den meisten psychedelischen Substanzen beruhigen und den Rausch mildern konnten.

Ich ging eine üppige Runde spazieren und schloss meine Vorbereitungen mit einer 30 Minütigen Sitzmeditation ab.


Das Ritual
18.30 Uhr
Als Holzrosenneuling sollte man sich mit einer Menge von 3-4 Samen herantasten. Da ich mich nach einigen psychedelischen Reisen, mittlerweile für geistig gefestigt und erfahren hielt, entschied ich mich für eine Dosis von 6 Stück. Nachdem ich im Internet gelesen hatte, dass die Dosis von Same zu Same, wie in allen natürlichen Drogen, leicht bis stark schwanken konnte, war das nicht ohne Risiko. Wie so oft in meinem Leben war ich bereit das Risiko auf mich zu nehmen, was sich später als sehr naiv erweisen sollte. Neben der Kaltwasserextraktion und anderen möglichen, aufwändigen Vorbereitungsmöglichkeiten der Substanz, entschied ich mich für eine unkomplizierte, aber auch ekelerregende Variante. Ich legte die Samen in einem Glas lauwarmen Wasser 10 Minuten ein, um danach die pelzige Obermembran zu entfernen. Das sollte den Großteil der Übelkeit, die ohnehin laut Berichten auf mich zukommen sollte, vorbeugen.
Ich nahm die 6 Samen aus der mittlerweile giftgrünen Suppe und verschlang sie bevor ich es mir anders überlegen konnte, in etwa so blitzartig, wie es von einem ausgehungerten Löwen, der sich über eine Herde südafrikanischer Zebras hermacht, zu erwarten gewesen wäre. Es war grässlich. Ich begann zu kauen und redete mir noch ein, dass der Geschmack bei weitem nicht so ekelhaft war, wie ich es in diversen Tripberichten gelesen hatte. Kurze Zeit später änderte ich meine Meinung und verkniff mir das würgen. Es war ein säurehaltiger, erdiger, bitterer Geschmack. Man musste den zerkauten Brei 10 Minuten im Mund behalten, damit die Schleimhäute im Mund möglichst viel des wertvollen LSAs absorbieren konnten. Danach hieß es nicht spucken, sondern schlucken. Ich war froh, diesen Teil ohne mich zu übergeben, bewältigt zu haben. Wäre ja gelacht!
Nun hieß es abwarten. Ich schloss die Tür ab und schaltete meine Lavalampe an, dimmte das Licht, öffnete eine Playliste aus 60er und 70er Jahre Hippie-Musik, die ich mir vorher zusammengestellt hatte, übertrug von meinem Notebook ein hochauflösendes Video mit psychedelischen Visualisierungen auf meinen Fernseher und legte mich gemütlich auf meine Couch.



18.45 Uhr
Leichte Übelkeit beginnt sich zu entwickeln. Schade, scheinbar kam ich doch nicht drum herum.

19.00 Uhr
Stärker werdende Übelkeit und leichte OEVs (open eyes hallucinations), wie Morphing machten sich bemerkbar, war das nun alles? Die ganze Übelkeit und sämtliches Drumherum umsonst? Ich las vorher im Internet, dass die Wirkung nach ca. 2 Stunden Ihren Höhepunkt erreichen sollte, also wartete ich noch etwa 30 Minuten ab. Danach entschloss mich 2 weitere Samen einzuweichen und zu zerkauen. Die schon ohnehin vorhandene Übelkeit, gepaart mit dem wiederkehrenden bitteren, erdigen Geschmack brachte mich erneut zum Würgen, aber ich wollte unbedingt ein Rauscherlebnis nach dieser ekelerregenden Prozedur.

19.45 Uhr
Immer noch leichte, optische Halluzinationen und nichts was auf eine ernstzunehmende Wirkung schließen ließ.


20.30 Uhr
Immer noch keine große Verstärkung zu vernehmen. Eher ein schleichender Anstieg der optischen und auditiven Halluzinationen. Die Musik wurde lauter und leiser, zeitweise mit einem leichten Hall- und Echoeffekt kombiniert. Auch wenn es kein starker Rausch war, damit konnte ich glücklich werden für Heute.

22.00 Uhr
Plötzlich war ich sehr benommen und starke Übelkeit brach in mir aus. Ich verkniff mir mit aller Gewalt, mich zu übergeben. Schließlich durfte hiervon niemand etwas mitbekommen.
Meine Eltern hatten schon einiges im Bezug auf Drogen mit mir mitmachen müssen und erst einen Tag zuvor fand meine Mutter bei mir zufällig das Buch „LSD: Mein Sorgenkind“ von Albert Hofmann persönlich, dem Entdecker der Substanz Lyserg-Säure-Diethylamid (LSD) und stellte mich zur Rede. Ich erklärte ihr, dass ich am wissenschaftlichen Aspekt und der medizinischen Wirkung auf psychisch kranke Patienten sehr interessiert war und LSD nicht süchtig mache. Ich gab auch zu schon Erfahrungen damit vor einiger Zeit gemacht zu haben, dies aber schon lange her sei und ich das nicht mehr so bald machen würde. Keine Antwort die sie sonderlich zufrieden stellte, es nahm ihr aber etwas die Sorge.
Ich riss mich zusammen, musste mich letzten Endes aber dann doch 3-4 mal übergeben. Und mich überkam Panik, dass meine Eltern im ca. 5 Meter entfernten Wohnzimmer irgendetwas trotz der Musik mitbekommen würden. Ich wäre nicht in der Lage gewesen eine Konversation zu führen. Meine Eltern hätten sofort den Sanitäter gerufen, worauf ich nicht sonderlich scharf war. Schließlich war die Substanz im Internet als nicht ungefährlich beschrieben, ich war mir aber sicher dass sie keine physischen Schäden anrichten konnte, was ich auch öfter in Berichten las.

22.30 Uhr
Es begannen urplötzlich extrem starke Halluzinationen, sowie ich sie noch nie erlebt hatte. Ich bekam Angst und dachte daran, dass mein Körper wohl bald das LSA der zwei Samen die ich noch nachgelegt hatte, absorbiert habe. Blanke Panik brach in mir aus und ich verfluchte meine Leichtsinnigkeit. Dennoch versuchte ich mit aller Kraft ruhig zu bleiben und mit meinen guten Gedanken über die Schlechten zu triumphieren.
Plötzlich kam mir der Gedanke, dass ich die Tür abgeschlossen habe und mir niemand so einfach helfen konnte, selbst wenn ich in der Lage gewesen wäre um Hilfe zu rufen, was nicht mal ansatzweiße möglich war.

Horror
23.15 Uhr
Gedankenversunken in einer Parallelwelt, bemerkte ich, dass die Zeit unglaublich langsam zu vergehen schien. Anschließend gelang es mir mich mit meinen letzten Kraftreserven zur Tür zu schleppen, das Licht stärker zu dimmen und die Tür aufzusperren. Ich begab mich umgehend wieder zurück ins Bett und lies mein Handy vor Erschöpfung fallen. Ich verfiel in eine Art Dämmerschlaf.



Erneut konnte ich aus den Tiefen meiner Psyche an die physische Oberfläche zurückkehren und griff desorientiert in der Halbdunkelheit nach meinem Handy … 23.25 Uhr
Konnte das möglich sein? Es waren gerade mal 10 Minuten vergangen! Ich hätte schwören können, dass mindestens 30 Minuten vergangen gewesen sein mussten. Mit letzter Kraft drehte ich meinen Kopf in eine für mich stabile Lage um stabil atmen zu können und nicht an meinem Speichel zu ersticken, falls ich wieder wegtreten würde. Ich ließ das Handy wieder fallen und verfiel in eine Art Wachkoma. Ich nahm alles um mich herum war, verlor jedoch jeglichen Bezug zur physischen Ebene.



Das Spiel begann von vorne, ich ertastete das Handy und schaltete es an:

23.56 Uhr
Meinem Gefühl nach mussten nun mindestens 2-3 Stunden seit dem letzten Erwachen vergangen sein! Was ging hier nur vor sich?!?! Fassungslos starrte ich in die halbdunkle, funkelnde Leere, voller böser Fratzen, kaleidoskopartiger Muster und anderen Halluzinationen. Ich lag das Handy wieder weg, schloss die Augen und betrat diese furchterregende, abartige Dimension erneut. Zusätzlich hatte ich mittlerweile starke Angst zu ersticken, da ich Hausstauballergiker bin und meine Nase offensichtlich nicht mehr richtig funktionierte, Sie war verstopft. Meine Atmung schien aber noch gut zu funktionieren und ich redete mir ein, dass der menschliche Körper seine Atmung in so einem Fall auf ganz natürliche Weise von alleine regelt. Ich war nicht mehr in der Lage mich zu bewegen, oder irgendwie wieder in meinem physischen Körper zu gelangen. Eine vollständige Paralyse meines Körpers trat ein. Keine Chance auf Hilfe, meine Eltern mussten nun schon tief und friedlich schlafen, nichts ahnend, was in meinem Zimmer vor sich ging. Ich war dieser übermächtigen Substanz bedingungslos ausgeliefert. Das sollte nun eine der größten Lektionen meines Lebens werden. Ich wusste das LSA eine übliche Wirkungsdauer von 8 – 12 Stunden haben konnte. Ich wusste nicht, was wohl bei einer Überdosierung eintreten würde. Offensichtlich hatte ich äußerst potente Samen erwischt.
Ich lief durch die Hölle, nur auf mich alleine gestellt. Niemand der mich retten konnte. Es lag an mir, sämtliche Kräfte zu bündeln und aus dieser Hölle wieder herauszufinden. Dieses Mal war ich mir nun ganz sicher, es mussten nun mindestens weitere 5-6 Stunden vergangen sein. Es war so grauenhaft, ich durchlitt die schlimmsten Qualen. Eine Minute kam mir vor wie ein ganzer Tag. Immer wieder tauchten einzelne Phrasen von Tripberichten in meinem Kopf auf und Stimmen die mir Dinge sagten wie:

„Ich habe es dir immer gesagt, Drogen sind das Böse und sie werden dich zerstören.“,
„Du wolltest ja nicht hören!“,
„Wieso bist du nur so ein Grenzgänger und musst jede Erfahrung selbst machen?!“

Phrasen von Horrortrips, Menschen die verrückt wurden, sich verletzen, aus dem Fenster sprangen. All das Leid auf dieser Welt, verhungernde Menschen, alles Negative was ich jemals in mir aufgenommen hatte schien nun zum Vorschein zu kommen und ich befand mich im totalen Krieg mit meinen verzweifelten positiven Gedanken gegen die übermächtigen negativen Gedanken und diese rätselhafte Substanz. „Ergib dich!“, „Ergib dich!“ Forderte diese übermächtige Substanz von mir, doch ich wollte nicht kampflos aufgeben. Die schlimmsten Gedanken kursierten in mir, die man sich nur ausmalen konnte. Ich konnte nicht mehr zwischen den Welten unterscheiden, alles war was hier geschah, war nun Realität für mich. Vielleicht lag ich mittlerweile schon im Krankenhaus und merkte von alldem nichts. Was passiert hier nur? Es fühlte sich wie Monate des Leidens an.

Mein Leben zog an mir vorbei und Ich sah alle Menschen die mir wichtig waren und die ich liebte.

Tod, Stillstand, Leere, Schwerelosigkeit




Plötzlich kam ich wieder zu mir und war unendlich glücklich darüber wieder wach geworden zu sein. Ich sah auf mein Handy und wunderte mich darüber, dass meine Augen so ausgetrocknet und gereizt waren, als ob sie über einen längeren Zeitraum offen gestanden wären. Die Musik der Beatles erreichte wieder meinen Gehörgang und beruhigte mich etwas.
Ich sah auf mein Handy:

00.00 Uhr
Ein undefinierbares Gefühlsgemisch aus blanker Panik und Entsetzen machte sich urplötzlich in mir breit. Es waren 4 Minuten in der letzten Phase vergangen. Ich war nicht ansatzweise fähig, diese Situation zu begreifen. Wurde gerade eben die Zeit angehalten?! Ich war mir nicht hundertprozentig sicher, aber ich glaubte den Nullpunkt fast erreicht zu haben. Der Punkt an dem die Zeit keine Rolle mehr in unserer Welt spielt. Wer den Film „Fight Club“ (1999) von Regisseur David Finscher kennt, weiß, welchen Nullpunkt ich meine. So muss sich das Universum in seiner ursprünglichen Schönheit anfühlen. Ich hatte mich schon oft mit Symbolik und ihrer Bedeutung (oder auch Bedeutungslosigkeit) auseinandergesetzt. Ich hatte schon oft davon gelesen oder gehört, dass Zeit keine relevante Variable darstellen würde. Sie schien tatsächlich komplett unwichtig zu sein. Alles was ich gehört hatte, musste wahr sein.
Ich bekam dieses Geschenk des Universums um meine Sorgen zu verlieren und bedingungsloses Vertrauen zu entwickeln.
Schlagartig war ich von unendlicher Liebe erfüllt. Die Welt bestand offensichtlich nur aus Liebe, aus nichts anderem. Todkranke Menschen, Menschen die beinahe ihr Leben ließen, mussten sich ähnlich fühlen, wie ich zu diesem Moment. Reine Liebe ist das was übrig bleibt, wenn man die Bedeutungslosigkeit aller Negativität sieht. Es gibt kein Positiv oder Negativ, es existiert nur die Neutralität und das bedingungslose Vertrauen an das Universum. Die Lehre des Buddhismus spricht auch davon, man solle nichts bewerten, sondern sich dem Leben hingeben. Gut und Böse sind identisch. Die eigentlich unmenschlichen, unbewussten Gedanken machen eine Empfindung erst negativ oder positiv. Löse all deine Ängste und Blockaden, sei einfach nur Mensch. Lös dich von deinem Ego und du wirst dich und dein Umfeld heilen. Kein Mensch ist fehlerfrei, die Egoidentität ist die einzige Krankheit unseres Zeitalters. Der Sinn des Lebens besteht darin, dich stets geistig weiterzuentwickeln und dich, samt deiner Umwelt zu heilen.
Ich war so glücklich, wie nie zuvor, philosophierte in meinem Kopf über das Leben und seine Geheimnisse, sah von Zeit zu Zeit auf mein Handy um die Uhrzeit zu checken, aß Gummibärchen und Chips, schien aber noch lange nicht einschlafen zu können. Etwa gegen 05.00 Uhr kam ich nun endlich zur Ruhe und konnte einschlafen…


Wiedergeburt

„Beeep, beeeeeep.“

Immer noch etwas benommen öffnete ich meine Augen und schaltete meinen Wecker aus. Mein Gehirn begann zu arbeiten und ich realisierte was geschehen war. Ein großzügiges Lächeln machte sich in meinem Gesicht breit. Ich fühlte mich neben meinem etwas mitgenommenen Körper, schlichtweg großartig. Um keine große Aufmerksamkeit zu erregen, öffnete ich meine Zimmertür, stammelte ein „Guten Morgen! Ich lege mich nochmal aufs Ohr, habe nicht gut geschlafen“ und schloss wieder die Zimmertür um mich hinzulegen. Keine Chance, die zweieinhalb Stunden mussten wohl genügen. Es gelang mir nicht mehr einzuschlafen. Ich setzte mich an meinen Schreibtisch, schmiss das Notebook an und startete den Tag mit Hippie-Hymnen. Ich fühlte mich so verbunden mit diesen Menschen und fragte mich wie viele von Ihnen wohl ähnliche Schlüsselerfahrungen hatten. Nach einigen Achtsamkeitsübungen wurde mir bewusst, dass noch immer etwas vom LSA in mir übrig geblieben sein musste. Einige Konturen verschwammen nach wie vor und ich hatte starke positive Emotionen. Ich entschloss mich zu meinen Eltern zu gehen und mit ihnen zu frühstücken. Meine Eltern sind eher konservative Menschen, die Musterbayern, würde ich fast behaupten. Da ich mich immer schon als Sonderling fühlen musste, konnte ich mich mit dieser Art Mensch sehr schwer identifizieren. Ich betrat das Wohnzimmer, in dem meine Eltern an einem Bauernecktisch ein gemütliches Frühstück zu sich nahmen. Aus dem Radio kam bayrische Blasmusik, ein fast heroisch, triumphierendes Musikstück lief. Ich saß mich zu ihnen und begann auch etwas zu essen. So geborgen, wie an diesem Morgen, fühlte ich mich bei meinen Eltern nie zuvor. Nach einem üppigen Frühstück, was mein Magen mir zu danken schien, verließ ich das Wohnzimmer wieder und saß mich erneut an meinen Schreibtisch. Neben meinem Bildschirm hatte ich ein kleines beheiztes Gewächshaus, in dem ich vor ein paar Tagen ein paar Chili-Samen angesät hatte. Ob Zufall oder nicht, die ersten Pflänzchen erblickten noch am selben Morgen das Tageslicht. Plötzlich kam mir eine Idee. Diese erkenntnisreiche Nacht, musste ich irgendwie festhalten. Eins war sicher. Ich würde meinen Weg als Psychonaut definitiv fortsetzen, wenn auch wesentlich vorsichtiger.

Meine persönliche Bewertung nach der
Skala von A. Shulgin = +4


ENDE







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