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Tripbericht lesen

Übersicht:

Titel:Früher nur E – Heute mal Trip-E
Drogen:Hawaiianische Baby-Holzrose
Autor:mokiepokie
Datum:30.10.2016 07:00
Set:abzüglich des kurzen Unwohlseins ein lohnenswerter Trip
Setting:bequeme Couch, gute Lichtstimmung, gute Musik, allein
Nützlichkeit:6,90 von 10 möglichen   (10 Stimmen abgegeben)

Bericht:

surprised

Mein erstes Mal LSA.
tl;dr für die Lesefaulen am Ende :)
Dieser Bericht basiert zum großen Teil auf Aufzeichnungen während des kompletten Trips und sind weder über- noch untertrieben dargestellt. Alles was du gleich liest, beschreibt so ziemlich genau meinen ersten LSA-Trip. Das letzte Mal was "Härteres" (so nenne ich es jetzt einfach mal) ist ca. 5 Jahre her (MDMA).

"Happy Caps – Trip-E":

Zusammensetzung:
Hawaiian Baby Woodrose (275 mg, die Wirkstoffe, von denen D-Lysergsäure-Amid und verwandte Verbindungen sind).
Guarana (25 mg)
Magnesiumstearat
Kalziumdioxid
Hydroxypropylmethylzellulose (vegetarische Kapsel)


Und los ging es. Einwurf einer Kapsel, Freitag abends nach der Arbeit und einer gemütlichen Dusch-Session, 18:50 Uhr.
Es dauerte zirka eine Stunde, bis leichte Übelkeit einsetzte, begleitet von schubartigen "Fahrstuhlgefühlen", wie ich sie gern nenne. Dieses Gefühl wenn man irgendwo runterfällt oder runterspringt. Oder dieses eklige Gefühl, wenn man Gras- + Alkohol-Absturz hat. Oder kurz davor. Mit Augen zu war das Gefühl noch stärker und ekliger. Da lag ich also. Ungefähr eine halbe Stunde mieses Feeling verging und ich merkte, wie die Wirkung mehr und mehr einsetzte. Der Herzschlag ging in die Luft, die Blicke wurde schärfer als sonst, Farben wurden klarer und ich fühlte ich mich wie ein Adler auf der Jagd nach etwas Interessantem.
Ich beschloss meine Gedanken auf Papier festzuhalten zu wollen, was sich als ziemlich schwer erwies.
Ich saß also mitten in meinem vorbereiteten Setting (sanfter LED-Farbwechsel im Raum, Spotify-Playlist am laufen, ein Nest aus Sofakissen und Decken auf meiner Couch). WhatsApp-Nachrichten auf dem Handy schreiben fiel mir so schwer wie noch nie. Inzwischen hatten sich die Gefühle in einen MDMA-ähnlichen Zustand gewandelt und ich war euphorisch und
extrem mitteilungsbedürftig. Ich hatte das dringende Bedürfnis, einem Freund auf der Arbeit mitzuteilen, dass ich so richtig, aber so richtig drauf war! Ich hätte in diesem Moment so gern einen Gesprächspartner gehabt. Wir schrieben also ein paar Nachrichten und obwohl mir das Tippen auf dem Smartphone
mit jeder Minute schwerer fiel, habe ich einige Walls of Text verschickt in denen ich versucht habe zu erklären wie ich mich gerade fühlte. (Ich muss heute noch feiern wenn ich das lese.)
Dann, um ca. 20:30 Uhr ... Ist das der Peak?
Auf jeden Fall mega Flash! Konzentration = null.
Ich lief durch meine 55 qm² mit dem Gefühl, dass irgendwas nicht stimmte. Leichte Paranoia machte sich breit. Ich lauschte also für eine Weile in jeden Raum rein, immer auf der Suche nach Unregelmäßigkeiten und der Meinung dass ich was gehört hätte. Ich musste mich irgendwie bewegen und lief mehr oder weniger sinnvoll (oder sinnlos) durch die Wohnung. Kurzer Stopp am Kühlschrank. Ich wusste gar nicht wie gut kalte Milch schmecken kann wenn man so drauf ist.
Das Gefühl, der Kopf würde gleich explodieren. Ich saß mittlerweile wieder in meinem Nest und lauschte Futurism – Keeno, Time – Pachanga Boys, I choose you – Julian Calor, Xenogeneis – TheFatRat, Watching the Stars von Monkey Safari, Overwerk & Co. also die Lieder, die die schönsten Gefühle in mir auslösen und versuchte meine Gedanken zu ordnen.

Keine Chance, mein Gehirn war komplett auf 180. Seit neuestem immer dabei: Mein karierter Block zum notieren. Handschrift fiel mir noch schwerer als auf dem Handy zu tippen. Die durchscheinenden Karos der Seiten darunter gaben mir wieder den Rest. Eine Optik, die mich allerheftigst schickte. Also Pause mit schreiben, zurücklehnen und wieder alles auf sich wirken lassen. Die erhofften Optics waren mehr als da. Die Wände waberten, meine Bürolampe die auf meinem Schreibtisch steht, sah im Spiegelbild des TV's aus wie das Kaminfeuer von SuperRTL. So kann das bleiben! Also lag ich also erstmal eine ganze Weile rum und genoss mein Dasein. Zwischen zwei Liedern war plötzlich dieses Geräusch da. Ein Geräusch, als ob ein Diesel-Auto im Standgas vor der Tür stehen würde. Ich malte mir was von Polizei und Razzia in meinem Kopf aus. Panik machte sich breit. Nach kurzer Recherche stellte sich heraus, dass es der USB-Ventilator in meiner Growbox war, der langsam die Biege machte. Hat mich wieder komplett geschickt.

21:00 Uhr:
Ich will wissen, aus wie vielen Teilen mein Kuli besteht und zerlege ihn komplett. 10 Teile.
Meine Kniegelenke tun weh und laufen fällt sehr sehr schwer. Ich muss aufs Klo und schleiche in meinem Hoody mit aufgesetzter Kapuze wie Gollum durch die Wohnung zum Klo. Ein Bild für die Götter.

21:15 Uhr:
Die Gelenkschmerzen sind wieder komplett verschwunden. Würde gerne mit irgendwem sprechen. Bester Freund geht nicht ran und Teamspeak kommt nicht in Frage. Zu viele Neue online und mein "Vertrauter" musste in dem Moment immer noch arbeiten.
Also Cousin angeschrieben, er war am Fifa 16 spielen. Spontan mit ein paar kurzen Worten per WhatsApp erklärt, wie man über Twitch streamt und wieder entspannt zurückgelehnt. Das Schlucken fiel mir in dem Moment ziemlich schwer und die Übelkeit kam wieder leicht zurück, ging dann aber schnell wieder.

21:30 Uhr:
Will was notieren und merke, dass mein Kuli komplett auseinander gebaut ist. Lachkick, den ich sofort meinem arbeitenden Vertrauten per WhatsApp mitteilen musste. Also flink wieder lachend den Kuli zusammengebaut und losgeschrieben.
Die Luft im Wohnzimmer war ziemlich dick, aber ich hatte nicht den Elan die Balkontür aufzumachen. Blieb also liegen.

22:00 Uhr:
Gedankenflut. Ich weiß nicht an was ich zuerst denken soll oder was ich zuerst anschauen soll, was es verdient hätte betrachtet zu werden. Ich versuche mittlerweile zum dritten Mal die gleiche Folge Ash vs. Evil zu schauen. Irgendwas lenkt mich immer wieder ab.
Eine Freundin schickt ein Video einer Dampfwolke in Slow Motion und Blitzlicht, dazu eine ihre Lache im Hintergrund in Slow Motion .. ich dachte in dem Moment, der Teufel persönlich lacht mich gerade aus oder an. Creepy. Mega creepy!
Ich bleibe komplett drauf hängen und schaue es mir bestimmt 10x an. Der Sound und die Optik gaben mir den Rest.
Ich war extremst fasziniert davon. Meine Augen schummerten irgendwie, als wie wenn man nach einer langen TV-Session ins Bett geht oder Kreislauf hat. Da mein Fernseher aus war, war also eher letzteres der Fall, aber damit kenne ich mich aus und kam auch gut klar damit. Reinsteigern und sich auf dieses Gefühl konzentrieren ist ein Fehler. Dadurch wird es nur schlimmer. Es akzeptieren und sich ablenken ist für mich persönlich die Lösung.
Aber diesmal war es nur dieses komische Augenschummern, kein Anzeichen von Kreislauf oder Panikattacken, wie ich sie damals des Öfteren von z.B. Weed bekommen habe. Mittlerweile spielt mein Cousin No Mans Sky und ich kann nicht wegschauen.
Diese Optik kam mir gerade recht!

22:30 Uhr:
Nachdem ich in meinen Körper reingehört, einen sozusagen Status-Check gemacht habe "mega geiles Feeling ey, WTF!?!", schien sich der Raum heftigst zu bewegen, am härtesten waren meine 2 Lautsprecher links und rechts dabei, die hart zur Musik pulsierten/sich scheinbar im Takt mitbewegten. Ich hatte das Bedürfnis zu tanzen und tanzte vertieft in diese übergeile Musik mit Kopfhörern auf voller Lautstärke durch mein Wohnzimmer. Konstante Gänsehaut. Ich war mittendrin. MDMA-Gefühl vom Fach!
Ich versuchte Pirouetten auf dem linken Fuß zu drehen. Schaffte fast zwei Umdrehungen (glaub ich)! Nach ner viertel Stunde war ich fertig vom Tanzen.

Ich saß also wieder vor meinem Rechner und hatte die Idee, statt auf Papier, meinen Trip in einer txt festzuhalten. Was erstaunlich gut funktionierte. Jedenfalls das Tippen. Wieder wusste ich nicht, was ich zuerst schreiben sollte.
Folgende Zeilen habe ich live während des Trips geschrieben:

22:47
drehe mich auf Bürostuhl und gucke Cousin beim No Man Sky zu .. versuche weiter zu schreiben .. kann fast blind tippen was ich nach 20 Jahren immer noch nicht zu können dachte

will essen bestellen und gucke enttäuscht auf die Uhr .. 10 vor elf (habe ich ja eben noch geschrieben aber schon wieder vergessen) da gibts hier nix mehr was liefert :/

tippe übelst gerne und könnte am liebsten nicht mehr aufhören aber Cousin will auch angeschaut werden. Muss Prioritätn setzen und dreh mich wieder um

kein Zeitgefühl .. 6312 Gedanken .. schreibe whatsapp und fusseln auf Hose nerven .. wegzupfen!

habs geschafft balkontür aufzumachen aber fühle mich beobachtet. wieder zugemacht.

so kann das gefühl bleiben .. absolut gutes Feeling gerade

Will immer zum fast vollen Bier greifen aber weiß nicht ob Alkohol jetzt so gut kommt .. auch zu faul um googeln .. tippen macht weiterhin voll spaß

23:00
peak zu ende? leichte benommenheit aber glückseelig .. fühle mich irgendwie unwohl

ne doch immer noch gut drauf war nur kurz unwohl

zu faul um zum feuerzeug zu gehen .. suche alternativen in näherer umgebung ... jaaaaa leeres feuerzeug .. letzte winzige flamme aus leerem feuerzeug

schwer zu schlucken .. glaube ich gehe mal zum kippenautomaten obwohl .. glaube ich hab kein cash mehr da .. in der tat kein cash. fuck

23:30
ash läuft immer noch oder schon wieder? die app MSQRD gibnt mir gerade den rest xDDD

0:20
kmplett sediert. gefühl wie nach ner richtig guten tüte

Hier enden die Notizen.
(die Fotos die ich mit der App gemacht habe, darf niemals eine Menschenseele zu Gesicht bekommen)

Wenn ich wirklich alles aufgeschrieben hätte woran ich gedacht habe, wären pro Zeile noch ein paar mehr Zeilen dazu gekommen. Aber mehr war echt nicht möglich in dem Moment.

Alles in allem ging der Trip wie zu erwarten gute 7-8 Stunden. Gegen zwei Uhr habe ich dann beschlossen, mir die Planet Erde Doku anzumachen und grundentspannt einzuschlafen.
Kurz vorher war nicht daran zu denken, schlafen oder überhaupt ein Auge zumachen zu können. Mein Gehirn war jetzt wieder einigermaßen runter gefahren und alles war gut.

tl;dr
Ich würde diesen LSA-trip mit auf eine Stufe mit MDMA stellen, nur dass man auf Emma nicht diese doch schon sehr anstrengende extreme Gedankeflut hat, in der man akut von sämtlichen Eindrücken eingenommen werden will und man sich entscheiden muss, welchem Gedanken man jetzt nachgeht und welchem nicht. Oder in welcher Reihenfolge man diese Eindrücke verarbeiten soll.

Diese Happy Caps Trip-E haben meine Erwartungen also mehr als erfüllt. Alles in allem würde ich diesen Abend als sehr gelungen bezeichnen. Die halbe Stunde Übelkeit mal abgezogen. Kater oder Ähnliches Am nächsten Tag war überhaupt nicht vorhanden und es ging am Samstag Abend gleich auf eine Geburtstagsparty :)






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