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Tripbericht lesen

Übersicht:

Titel:Mein 1. Ticket und was es mir zeigte
Drogen:Mischkonsum von LSD, Ayahuasca, Cannabis, Kaffee und Damiana (Reihenfolge vom Autor festgelegt)
Autor:anonym
Datum:02.01.2017 12:32
Set:Glücklich, extreme Vorfreude, Respektvoll vor den 155ug
Setting:Zuerst beim Kollegen, dann in der Stadt und später an einer wunderbaren Goa Party
Nützlichkeit:5,50 von 10 möglichen   (12 Stimmen abgegeben)

Bericht:

Ich hätte nicht gedacht, dass Silvester für mich einen so grossen Wendepunkt wird. Fragen wurden geklärt, Zusammenhänge wurden gesehen und dies verdanke ich alles meinem Kollegen B und A. Hofmann. Mein erster LSD-Trip, zeichnete sich durch fast keine optische Wirkung aus. Dafür unterzog ich mich ungeplant einer Psychoanalyse, hatte Spass und interessante Gespräche.
Angefangen hat alles, als mein Freund B mir erzählte, er hätte 2 super Tickets mit 150ug. Da ich bereits mehrmals Pilze, LSA, DMT und weitere schwächere Drogen genommen hatte, sagte ich zu. Voller Vorfreude erwartete ich Silvester. Ich besuchte ihn dann ca um 18:15 und eine viertelstunde später lagen die Filze unter der Zunge. Nach ca. 10min spülten wir ihn mit Wasser runter. Wir redeten ein bisschen, schauten fern und warteten auf das Einsetzen. B bemerkte schon etwas früher die Wirkung, bei mir waren die ersten Effekte nach ca 45min da: Ein flaues, mulmiges Gefühl im Bauch und leicht gebogene Wände im Raum. Obwohl ich nicht viel rauche, genehmigten wir uns eine Zigarette nach der Anderen. Er hatte Partybeleuchtung im Zimmer, die sich leicht 3D von der Wand löste.
Auf Wunsch von B gingen wir dann ein bisschen Strassenbahn fahren. Er genoss es, doch ich fühlte mich nicht sehr wohl beim ersten mal LSD in der Öffentlichkeit. Wir stiegen wieder aus und spazierten in der Stadt umher. Bei B floss und bewegte sich schon das ganze Bild, bei mir tat sich jedoch nichts. Nur Lachflashs und eine grosse Euphorie machten den spaziergang ziemlich lustig. Ab und zu konnte ich auch beobachten, wie sich etwas bewegte, aber eben nur sehr subtil. B fand es schade, dass ich optisch keine Veränderung hatte und wir versuchten herauszufinden, an was es liegen könnte. Mir fiel es sehr schwer, über so etwas nachzudenken, ich war ein bisschen wirr im Kopf. Wir vermuteten aber, dass es daran liegt, dass ich eher eine verschlossene Person bin und nicht eine, die frei hinaus lebt. Am Bahnhof hatte es Werbung von einer Peitsche und er fragte mich ob ich diese Farben nicht auch sehe. Ich meinte nur, die Peitsche sei CHF 54.90. Dass ich den Preis und nicht die Peitsche selbst sah, führten wie auf das gleiche zurück. Es gehörte zu meiner Persönlichkeit, mehr rational zu leben und Sachen in Schubladen einzuordnen. Leider...
Zuhause rauchten wir noch je 30mg DMT Freebase, was unglaublich schön war. Wir sahen in mehreren Dimensionen und Ojekte wurden grösser und kleiner. Alles lebte und Muster zogen sich über jedes Objekt. LSD und DMT im Gemisch ist echt wunderschön! Doch die Wirkung war bald wieder weg. Wir chillten dann noch ein wenig mit B’s Freundin. Danach trennten sich unsere Wege.
Ich ging dann alleine an eine Goa Party, an der ich noch eine Kollegin traf (sie kam dann viel später mit ihrem Freund...). Ich trank einen Kaffe, um wieder etwas wacher und aktiver zu werden. Auf dem Weg ( ca T+4:30), hatte ich schon das Gefühl, dass das LSD nicht mehr wirkt. Doch je länger ich allein unterwegs war, desto mehr begann mein Gehirn nachzudenken. Über mein Leben, wieso ich keine Optics habe und wer ich eigentlich bin. Als ich an der Party ankam, tanzte ich gleich los. Die Party war wunderschön dekoriert und voller netter Menschen. Auch beim Tanzen dachte ich viel nach. Wieso war ich so verschlossen? Auf einmal hatte ich die Antwort. Ich wurde von Frauen oft enttäuscht und hatte mit bald 19 noch nie eine Freundin. Noch mehr: Seit über 1.5 Jahren hatte ich nichts mehr mit einer Frau. Während dem tanzen schickte mich das LSD in Gedanken in die Vergangenheit: Vor wenigen Jahren wollte ich mal etwas von 2 Frauen (nicht gleichzeitig^^) und mit beiden hatte ich dann auch einen schönen Abend. Doch nach dem Küssen sagten beide, sie wollen bloss Erfahrungen machen und noch keinen festen Freund. Kurz: Ich kenne es nicht, von einer Frau geliebt und gewollt zu werden. Ich wurde von ihnen beiden verletzt und so komme ich wieder in die Gegenwart. Seit da baute mein Unterbewusstsein ein Schutzschild gegen Gefühle auf. Seit da denke ich mehr als ich fühle. Alles wird mit dem Gehirn geregelt als dass ich auf mein Herz höre. Ich zeige keine Liebe mehr, aus Angst schon wieder verletzt zu werden. Und ohne meine Liebe zu zeigen bekomme ich auch keine Freundin, was in einem Teufelskreis endet. Dies alles sah ich zum ersten mal auf dem Comedown von LSD. Mein Leben schien gerettet zu sein, doch wie baue ich diesen Schutzschild wieder ab?! Es heisst ja, auf LSD werden verdrängte Gefühle wieder aktiv und verstärken sich noch. Bei vielen sind das Ängste, die in einem Horrortrip enden. Bei mir war es das Gegenteil. Plätzlich war da eine Liebe in mir, die raus wollte. Ich hatte das Gefühl zu platzen und konnte die Augen nicht von all den schönen Waldelfen lassen. Doch ich war zu verklemmt um eine anzusprechen...
Ich legte mich ein bisschen auf eine Decke im Chillout Bereich und schaute die Wandtücher an. Ein einzelner Goaner rauchte einen Joint und bot ihn mir an. Dankbar nahm ich ein paar Züge und spührte, wie das LSD in Synergie trat. Die Gedanken zogen weiter, bis mich eine hübsche Frau ansprach. Ich hatte Mühe, mich aus der Gedankenwelt zu reissen und normale Sätze zu bilden. Wir sprachen miteinander, stellten uns vor und alles hätte gepasst. Ich wollte ihr sagen, was gerade durch mein Kopf ging und was für eine grosse Menge Liebe sich in mir staut und raus will. Ich wollte mich ihr öffnen, doch es ging nicht. Im nachhinein begriff ich, dass ich es ihr nicht sagen konnte, weil ich mich dadurch wieder verletzlich gemacht hätte. Sie ging aufs WC und wir sahen uns nur noch Stunden später aus den Augenwinkeln. Dies war ein typisches Beispiel für mein Verhalten gegenüber Frauen und es bestätigte genau meine Erkenntnis von vorhin.
Das LSD war langsam ausgespült und es wurde Morgen. Nicht wissend, ob ich glücklich oder deprimiert bin ging ich nach Hause und schlief ein paar Stunden.

Ehrlich gesagt, ich hätte mir LSD ganz anders vorgestellt. Doch ich konnte viel wertvolles aus meiner Reise mitnehmen. Das Wissen über mein “Schutzschild” gibt mir hoffnung auf Veränderung. Denn mit diesem Schild zu leben, ohne von ihm zu wissen kann sehr unangenehm werden. Wie ich versuchen werde, wieder mehr mit dem Herzen zu leben weiss ich nicht. Doch ich bin überzeugt, eines Tages werde ich eine Frau lieben und sie mich. Nur die Zeit bis dahin steht mir noch im Weg. Und wie lange es dauert kann ich vermutlich selbst mitentscheiden. Aber wie?
Mehr als ich dachte hat sich bestätigt, dass Acid einem nicht das zeigt, was man will, sondern das was man braucht. Ich verstehe nun seine Anwendung in der Therapie und glaube fest an die positive Auswirkung der Erfahrung auf mein Leben.

Edit:
2 Tage später habe ich eine neue Methode probiert, DMT zu rauchen: Die Sandwich technik in einer Glasbong auf Stahlwatte. Als Brötchen Damiana und Pfefferminze und als Käse DMT:) Was ich gesehen habe gehört zu der LSD-Geschichte also musste ich hier weiterschreiben. Die Geschichte geht an der gleichen Stelle weiter. Mich trug es nach dem 2. Zug in eine andere Welt. Ich war im Mittelalter und alles war sehr blass. Sprich: halb sah ich die alten Häuser und befand mich in einer Gasse, welche zur anderen Hälfte eigentlich mein Balkon war (dort rauchte ich). Gleich vor mir bog die Gasse im 90° Winkel links von mir weg. Dahinter spürte ich ein Wesen, es war ziemlich sicher eine Frau. Ich hörte sie lachen, konnte sie aber nicht sehen. Ich kam viel zu schnell wieder weg. Im Nachhinein merkte ich, dass ich die Frau gar nicht gross beachtet habe. Ich versuchte mehr, herauszufinden wo ich war und mich zog es aber zu schnell ins Comedown mit Lichtern und Mustern. Ich verstand es nicht und wollte zurück, um anders zu Handeln, um diesmal zum Wesen zu gehen.
Als ich drinnen überlegte, noch mehr zu rauchen, kam mein Mittripper, der meine Asche rauchte hinein und war komplet ausser Fassung. Er erzählte von Teufeln an der Wand bewegenden Mustern. Er brauchte seine Zeit um wieder klar zu kommen, er hatte noch nie etwas so starkes genommen. Als er einigermassen zurück war lud ich mir 50mg nach. Schon nach dem ersten Zug fing mein Herzschlag an zu hämmern. Ich atmete tief aus. Und wieder ein. Gaaaanz ruhig sagte ich mir. Doch ich fing immer schneller an zu atmen und fing an zu hyperventilieren. Mein Herz begann zu schmerzen und ich spürte, wie eingeengt es war. Wieder versuchte die Liebe zu entfliehen doch mein Herz fühlte sich wie ein Gefängnis an. Ich stand auf und legte mich aufs Bett. Plötzlich meine ich, ich habe in die Hose gepinkelt und ging auf die Toilette. Doch alles war sauber:) Trotzdem meinte ich, Urin an den Beinen zu haben. Doch das war nicht die einzige Täuschung vom DMT. Als ich meinen Kollegen fragte ob er Angst hatte, meinte er, vor was. Als ich fragte, ob ich nicht ausgesehen hätte als sterbe ich beim hyperventilieren, lachte er. Er meinte es sei ein Witz. Ich hätte die ganze Zeit einen riesigen Smile im Gesicht gehabt und immer glücklich umher geschaut. Nach dem ich wieder zurück wollte und noch den Resten aus der Bong rauchte, war ich halb taub am Körper. Ich wusste nicht was passierte, war irgendwie in einer Trance gefangen. Ich setzte mich auf mein Bett und begann zu weinen. Es war ein ganz neues Gefühl, nichts dergleichen habe ich schon gefühlt. In meinem Herzen war immer noch ein Stechen, doch das Weinen war nicht aus Schmerz. Auch nicht aus Freude. Es war einfach neutral, eher ein bisschen Tot. Doch als ich mir die Tränen von der Wange wischen wollte, waren meine Augen gar nicht nass. Selbst dieses Gefühl hat sich nur vorgetäuscht und konnte nicht nach aussen dringen.

Ich bin total überwältigt von diesem Abend und werde wohl etwas Abstand von Psychadelikas nehmen. Ich beginne zu zerfallen...






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