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Tripbericht lesen

Übersicht:

Titel:Bad Trip- MDMA und HIV Spritzen
Drogen:Mischkonsum von MDMA und Alkohol (Reihenfolge vom Autor festgelegt)
Autor:jayandrock
Datum:03.01.2017 17:27
Set:positiv; mit einem guten Freund
Setting:Technoevent
Nützlichkeit:7,04 von 10 möglichen   (26 Stimmen abgegeben)

Bericht:

Hallo zusammen und ein frohes neues Jahr euch allen!

ich bin neu in diesem Forum angemeldet, habe es aber in der Vergangenheit schon häufiger als Source für Erfahrungsberichte und Informationsquelle rund um das Thema psychoaktive Substanzen verwendet- nun möchte ich selbst gerne eine Erfahrung aus der vergangenen Silvesternacht mit euch teilen, die mir nun doch noch sehr in den Knochen steckt. Ich fange einfach mal an und bin sehr auf eure Meinungen bzw. ähnliche Erfahrungsberichte gespannt. lol

Das Ganze fand wie schon erwähnt an Silvester statt. Gegen 22:30 trafen ich (Jay) und mein Freund (Rock) uns in der nahe gelegenen Großstadt, wo wir zunächst die Zeit in der Altstadt auf 2-3 Bier und etwas zu Essen verbrachten. Nachdem wir das Feuerwerk am Fluss genossen hatten, machten wir uns gegen 1 Uhr mit der U-Bahn auf den Weg zu einem Rave, für den wir uns schon Tage zuvor Karten geholt hatten.

Ich möchte dabei erwähnen, dass weder ich noch mein Freund Rock besondere Hardcore Raver sind, zumal wir es mit Konsum Pausen, was MDMA angeht sehr streng nehmen und eigentlich allerhöchstens alle 2 Monate konsumieren, eher aber seltener. Allerdings: Ja, wir hatten beide schon zahlreiche Erfahrungen mit MDMA und ja wir haben auch schon Erfahrungen mit dieser Droge auf Techno Events gemacht. Es war also keine uns fremde Situation in der wir uns im weiteren Verlauf des Abends wiederfinden sollten.

Aber eins nach dem anderen... als wir die Location betraten waren wir über motiviert und euphorisiert, bevor wir überhaupt MDMA zu uns nahmen, da die Location wirklich alle Erwartungen übertroffen hat. Hier mal ein Bild damit ihr eine Vorstellung habt- [url=http://]https://scontent-frt3-1.xx.fbcdn.net/v/t31.0-8/14940095_229217974165477_7128778155529281232_o.jpg?oh=6bedffd3e939e2a8b8e53b0267191121&oe=591FD2BC[/url]
Wir akklimatisierten uns also erstmal, fingen schon etwas an zu dancen und machten uns mit der Location vertraut, sowie sich das nunmal gehört wenn man vor hat in fremder Umgebung zu trippen. Später dann, es muss wohl so 2:30 Uhr gewesen sein, beschlossen wir die Magie ins Rollen zu bringen und es wurden uns auf der Toilette etwa 100 mg pures, zuvor mit einem Test- Kit getestetes MDMA in unseren Maracuja Saft gemischt. Wir wiegen beide um die 80kg, was diese Dosis sehr moderat macht. Wir haben dieses MDMA vorher noch nicht ausprobiert, daher wollten wir es vorerst langsam angehen.

Nach etwa 30 Minuten auf dem Dancefloor begannen wir beide eine relativ subtile Wirkung zu spüren. Es war allerdings nicht dieses heftige Kribbeln gefolgt von einem Gefühl, das einem Raketenstart ähnelt, so wie ich es aus meinen vergangenen Erfahrungen kenne. Nein, es kam sehr zäh und schleppend in Wellen die nur sehr unterschwellig wahrzunehmen waren. "Klar, dachten wir uns: wir hatten ja schließlich nur etwa 100 mg intus". Mit dem Nachlegen wollten wir dennoch etwas warten, denn man weiß ja nie. saferuse wink Wir fingen relativ bald an emotionale Gespräche zu führen und auch die ein oder andere Umarmung war dabei, wie sich das für gute Freunde auf MDMA natürlich auch gehört. Diese Momente kennzeichnen für mich die kurze Zeitspanne des Abends, die ich im nachhinein wirklich als positiv empfinde.

Nach weiteren 30 Minuten war klar: da geht noch was; die Magie hat uns noch nicht in ihren Bann gezogen. Also ging es wieder auf die Toilette, wo die Wände durch den drückenden Bass aus den Dancefloors bebten. Wechsel des Settings: als wir zu zweit in der Kabine standen wurde uns schlagartig bewusst, dass wir wohl doch nicht mehr ganz so klar bei Verstand waren: Wir hatten 2 Kapseln á 200mg MDMA. Die erste Kapsel haben wir uns schon beim ersten Toilettengang, bis auf einen winzig kleinen Rest zugeführt. Es blieb also noch ein kleiner Rest aus der ersten Kapsel und 200mg aus der zweiten.
Beim Schreiben dieses Textes fällt es mir schwer mich wieder in diese Situation zu versetzen, was ich aber weiß ist, dass wir uns unheimlich schwer dabei getan haben nun den Rest sinnvoll aufzuteilen. Sowohl das ganze motorisch umzusetzen als auch die rechnerischen Barrieren- wir wollten ja nicht den ganzen Rest nachlegen- zu überwinden. Dialoge wie "Also letztes Mal hatten wir soundso viel also brauchen wir dieses mal ähhh..... also die Hälfte davon war das und der Rest davon.... nein das funktioniert so nicht..." sollten an diesem Abend nicht zuletzt auf der Kabine von Statten gehen. Am Ende haben wir es dann irgendwie geschafft uns eine "sinnvolle" Menge in unseren Maracuja Saft mischen zu lassen. Unter leicht genervten Blicken der anderen "Toilettengänger" verließen wir also nach etwa 15 Minuten die Kabine.

Wir beschlossen vorerst nicht weiter zu tanzen und uns erstmal einer der zahlreichen Chill Areas anzunehmen, wo uns dann immer mehr klar wurde, dass wir beide nicht mehr so zu 100% klar gekommen sind- sinnlose, an einander vorbeiführende Gespräche ohne jeglichen roten Faden oder logischen Ablauf waren das Resultat. Ich verspürte plötzlich den Drang uns beiden zu beweisen, dass ich trotz unseres Zustandes sehr wohl noch in der Lage bin kluge Entscheidungen zu treffen und diese verantwortungsvoll in die Tat umzusetzen; ich stand also auf und wollte uns beiden ein Wasser von der Bar holen. Und siehe da: bis zur Bar kam ich ohne weitere Probleme. Dort stand ich wohl ca. 30 Minuten lang. Nicht etwa weil der Barkeeper seinen Job nicht richtig machte, oder einfach zu viel los war, nein ich stand dort in vorderster Reihe und begrüßte Leute mit: "Hahaha, ich kenn dich.. ach nee doch nicht" Das erschien mir unheimlich lustig und die Leute hatten auch kein Problem damit, weil sie wohl etwa auf dem gleichen Level wie ich waren. Zwischenzeitlich vergaß ich auch was ich an diesem Ort überhaupt wollte und starrte den Barkeeper einfach nur an, der sich mir nach wenigen Augenblicken wieder abwandte und Kundschaft bediente, die sich über ihr Anliegen bewusst waren.
Nachdem ich dann irgendwann meine Bestellung aufgegeben hatte kehrte ich stolz wie Oskar zu Rock zurück, der dort an der Eingangstür stand- die Location wurde langsam richtig voll- und den Leuten mit ziemlicher Hingabe die Tür aufhielt.

BAD TRIP
Ich gab Rock sein Wasser und dieser erzählte mir ziemlich zufrieden: "Danke Jay, ich bin grad irgendwie der Türaufhalter." Ich entgegnete:" Schön. Komm wir gehen dancen" ,"Alles klar"; wir wollten uns gerade Richtung Tanzfläche begeben, als Rock ohne erkennbaren Grund in einem ziemlichen Tempo in Richtung Bar Raum läuft, aus dem ich gerade kam, und dort durch den Eingang suchend hinter die Bar schaute. Ich ging ihm sofort hinterher und auf meine Frage hin, was denn los sei, kam erstmal keine Antwort. Nach einigen weiteren suchenden Blicken von Rock begann er sein T-Shirt am Rücken hochzuziehen und dort am unteren Rücken immer wieder die selbe Stelle abzutasten. Er forderte mich auf nachzusehen, ob ich dort etwas erkennnen könne. Nachdem ich mit der Taschenlampe meines Handys die Stelle untersucht habe konnte ich dort nichts Auffälliges feststellen und forderte Rock auf mir zu erklären was denn das Problem sei.
"Als wir eben an der Tür standen, habe ich zuerst zwei Schnipser an meinem Rücken gespürt" er schnipste mir zweimal auf die Stelle, um es mir zu demonstrieren "gefolgt von einem Stechen, einem Piks. Ich bin dann einer Person gefolgt die ziemlich schnell an mir vorbeigelaufen ist und hinter der Bar verschwunden ist. Dann habe ich sie aus den Augen verloren. Jay, ich glaube diese Person hat mich mit einer Spritze gestochen."

Ich konnte das ganze nicht mal im Ansatz glauben und erklärte meinem Freund, dass er sich das eingebildet hat und warum jemand so etwas tun sollte etc etc... Wäre er tatsächlich gestochen worden, um betäubt zu werden oder ähnliches, läge er doch schon längst am Boden, da Substanzen injiziert doch sofort in die Blutbahn gelangen und ihre Wirkung entfalten, waren meine Argumente. Dann wurde es richtig bizarr. Rock war felsenfest der Überzeugung, dass die Person ihn mit einer HIV- Spritze infizieren wollte. Ich fand diesen ganzen Wahnsinn eigentlich viel zu schwachsinnig, um überhaupt eine Diskussion mit Rock darüber zu starten. Dieser war jedoch vollkommen fertig, wirkte auch gar nicht mehr verstrahlt und war wie mit einem Schlag wieder vollkommen klar, allerdings nur dem Anschein nach. Das MDMA hatte ihn natürlich noch vollständig im Griff und schien ihm diese Hirngespinste in den Kopf zu setzen:
Er habe schon des Öfteren darüber gelesen, dass Leute in Clubs gehen und dort Menschen mit HIV- Spritzen angreifen, einfach, weil es Ihnen gefällt anderen Leuten auf diese Art zu schaden. Tatsächlich gibt es diesen Mythos, wie ich später erfahren habe, vom "Pozzing" also dem absichtlichen Infizieren von Leuten mit HIV. Allerdings ist das alles nicht so wirklich mit Fakten belegt und Fachmänner halten das auch eher für einen Mythos mit wenig Wahrheitsgehalt.
Für Rock jedenfalls hat das ganze in seinem Zustand durchaus Sinn ergeben: Er meinte die Person die ihn vermeintlich infizieren möchte, habe ausgesehen wie ein Raver der Stunde null, jemand, der es nicht mit ansehen kann wie die Technoszene immer kommerzieller wird und Leute wie Rock, die eigentlich nicht viel mit der Technowelt gemeinsam haben, für den Untergang der Rave Kultur verantwortlich sind. Darum wolle diese Person mit derartigen Attacken ein Zeichen setzen, das als Warnung an alle der Szene Fremden gelte.

Die nächsten Stunden waren also ein andauerndes Hin und Her zwischen mir, der immer wieder auf die Sinnlosigkeit von Rocks Argumenten hinwies und ihm versicherte das alles in Ordnung sei und er sich das ganze eingebildet hat und sich nun grundlos in etwas hineinsteigert, dass nie stattgefunden hat und Rock der absolut nicht von seiner Theorie abweichen wollte und für den der ganze Horror vollkommen schlüssig und real schien.

Der Abend war damit natürlich gelaufen.

Rock ging am nächsten Tag ins Krankenhaus, obwohl ihm schon als er immer nüchterner wurde klar wurde, dass er sich da etwas zusammen fantasiert hat, das nicht so wirklich Sinn ergibt. Im Krankenhaus wurde er auch eher belächelt. Natürlich fand eine Untersuchung statt, doch die Ärzte konnten keine Einstichstelle feststellen. Darüberhinaus hätte alleine der Einstich an dieser Stelle nicht für eine Infizierung gereicht, entwarnten die Ärzte. Auch sei ihnen eine solche Geschichte noch nicht untergekommen.

Ich jedenfalls habe in dieser Nacht/ an diesem Tag nicht wirklich schlafen können, da mich die Gespräche mit Rock über seine Paranoia sehr mitgenommen haben sodass ich am Ende so fertig war, dass ich die ganze Sache selbst geglaubt habe und mich deswegen total verrückt gemacht habe.

Mein Fazit aus der ganzen Sache:
Mir war nicht klar, dass man von MDMA einen "Bad Trip" bekommen kann. Ich hatte bis dato ausschließlich positive Erfahrungen mit dieser Substanz gemacht. Rückblickend schien das Setting und die anderen Leute den Trip von Rock und im Zuge dessen auch meinen Trip negativ beeinflusst zu haben. Ich für meinen Teil habe auch erstmal genug von MDMA.

Bitte schreibt mir was ihr von dem ganzen Erlebnis aus der Silvesternacht haltet. Habt ihr schon mal Bad Trips auf MDMA erlebt? Wie schätzt ihr die Storys rund um das "Pozzing" ein?

Ihr könnt auch gerne den Bericht bewerten und Verbesserungsvorschläge abgeben.

Danke für eure Zeit
Beste Grüße und einen guten Start ins neue Jahr
euer Jay






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