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Tripbericht lesen

Übersicht:

Titel:Iboga - 25 Stunden knallharter Kampf
Drogen:Iboga
Autor:ArtinikWizdom
Datum:06.03.2017 22:04
Set:Ausgeschlafen, entspannt, aufgeregt, risikofreudig
Setting:Daheim im alten Kinderzimmer, Eltern Tripsitter
Nützlichkeit:9,19 von 10 möglichen   (47 Stimmen abgegeben)

Bericht:

Peace,
Dieser Tripbericht handelt von meiner ersten Erfahrung mit der afrikanischen Wurzel Iboga, dem faszinierendsten und zeitgleich schockierendstem was ich je erlebt habe mit
oder ohne Drogen.

Wenn Ayahuasca die bemalte, reizende Dame aus dem Dschungel ist, dann ist Iboga der schwarze,kräftigte,knallharte afrikanische Vater der auch mal zuschlägt bei seinen Kindern.

Ich bestellte mir nach E-Mail Kontakt mit der Betreiberin des Shops 3,5 Gramm des Extrakts IBOGA TA, das sie nach Nachfragen nach Größe,Gewicht und Intention für meine Dosis hielt, welche mich
zuverlässig auf Reise schickt.
Es war Weihnachtszeit und ich fuhr zu meiner Familie nach Hause, wo ich vorhatte es zu nehmen (aber natürlich nicht an Heiligabend^^). Ich hielt meinen Eltern einen kurzen Vortrag darüber was es mit der Wurzel auf sich hat,
warum ich das tun will und ob sie bereit wären immer mal wieder nach mir zu gucken während des Trips.Sie stimmten ein mit der Begründung sie würden mir vertrauen bei dem was ich tue.

Warum ich das tun wollte?
harte Neugier an psychedelischen Substanzen, immer mal wiederkehrende Depressionen, das Gefühl alte destruktive Gedanken und Verhaltensmuster in mir zu haben die mich teilweise lähmen und hindern mein Potential zu leben und entfalten. Erfahrungen mit Ayahuasca machten mich glauben ich sei auch für diese afrikanische Pflanzenmedizin bereit.War ich nur teilweise um das mal vorwegzunehmen...

Ich wollte es in dem Raum machen in dem ich mich am allerwohlsten fühle, in meinem alten Kinderzimmer.

Morgens 10 Uhr

Aufgestanden, gelüftet, und danach wieder alles dunkel gemacht und die 3,5g in Wasser vermischt getrunken, nicht allzu fein aber im Gegensatz zu anderen Urwald-Gebräuen ganz ok.
Baby-Phone im Zimmer angebracht und im Wohnzimmer,in dem meine Eltern saßen.So konnten sie immer hören wenn dubiose Geräusche oder Hilferufe kamen.
Ich lag in meinem Bett und wusste nicht was ich davon halten sollte.Ich musste grinsen und auch den Kopf schütteln. Was tust du da eig. gerade?
Naja, jetzt darüber nachzudenken ist ein bisschen spät das hätte ich vorher vielleicht tun sollen.Hab ich, aber vielleicht nicht ausführlich genug.
Also let´s go.

10.45 Uhr

Mir wird etwas übel und ich nehme ganz vage Lichtblitze wahr wenn ich schnell die Sicht wechsle. Reudiges Körpergefühl stellt sich ein, brummen im Kopf und mir wurde schlechter, aber nicht so schlecht,
dass ein erlösender Kotzreiz folgt, sondern einfach eklig schlecht, wie vergiftet.Ich konnte mich dann aber letztendlich doch übergeben. Es war nicht viel und auch nicht alzu erlösend wie ich es von
Ayahuasca kenne. Die Übelkeit war halt einfach weg. Die Kotze im Eimer begann Wellen zu schlagen und verwandelte sich nach und nach in eine afrikanische,ältere Dame mit Kopftuch.
Mein erster Gedanke war, dass sei vll. die Person die die Wurzel geerntet hatte. Wahrscheinlich nicht aber in dem Moment mocht ich es diese Verbindung herzustellen.

11.00 Uhr

Ich merke wie etwas Gewaltiges passiert in mir. Etwas vor dem ich Angst hatte es nicht überstehen zu können bevor es überhaupt angefangen hat.Mein gesamter Körper hat gepocht und pulsiert, Nerven haben gezuckt, das Kopf brummen steigerte sich mehr und mehr. Herzrasen, der Gedanke einen Fehler begangen zu haben.Ich spürte eine Energie die Besitz von mir ergriff. Etwas sehr maskulines,mächtiges. Diese beunruhigenden Eindrücke liessen langsam nach und ich merkte dass ich nun zusehen soll.Ich wurde entspannt und starrte auf den Vorhang im Zimmer.Er verwandelte sich in eine riesen Safari Landschaft, in der Löwen und Zebras vorbeirannten. In gestochen scharfer HD Qualität, ich konnte es nicht fassen, der Rest des Raumes sah aus wie normal nur der Vorhang wurde zur Kinoleinwand. Das steigerte sich soweit, dass sich auf einmal der ganze Raum damit ausfüllte und ich aufeinmal wie real in der Safari stand. Abgefahren, einfach richtig abgefahren, ich bekam Vorfreude auf alles weitere. Aber das war auch erstmal genug des Guten.

11.35

Nein Spaß, ich hab absolut kein Zeitgefühl mehr von da an.Mir fielen immer wieder die Augen zu und ich verfiel in Visionen, meist beliebige die mich teilweise einfach wunderten weil sie so absurd waren und nichts mit mir zu tun hatten. Kam mir vor wie wenn man erst mal eine andere CD ins Laufwerk legt um zu gucken ob der CD Player funktioniert und danach die richtige reintut. Wenn ich die Augen offen hatte war wieder alles klar, bis auf die Lichtblitze mit bläulichem Stich.
Augen zu und prompt fingen die Visionen wieder an.Es waren oft Erinnerungen aus der Kindheit und einschlägige Erlebnisse, die ich aber teilweise wieder vergessen oder verdrängt habe. Aufjedenfall konnte ich sie mir ansehen und aus Beobachter-Perspektive
neutral betrachten.In die Vergangenheit reisen ist unmöglich? Try Iboga.

~ Zeit für den Horror ~
Ich hatte schreckliche Erfahrungen auf Ayahuasca und Nahtoderlebnisse, aber ein Iboga-Horror ist nochmal 10 Stufen drüber.
Ich fand mich inmitten einer zerstörten Landschaft wieder.Also ich habe mir dabei nicht zugeguckt sondern in dem Moment war es für mich als erlebe ich es in Echtzeit.Es war Krieg, das spürte ich irgendwie.Ich hatte fast nichts an und es war eiseskalt und keine Menschenseele in Sicht.Ich war komplett auf mich alleine gestellt und als ob das nicht reichen würde, wurde ich von einem Hund angegriffen, was dann geschah weiss ich nichtmehr, es war grauenhaft.In einem anderen Abschnitt des Trips sah ich wie das Haus meiner Familie abbrennen würde, mein Vater sein Hab und Gut verlor, ich spürte die pure Verzweiflung. Alles wurde ihm nach und nach entzogen, bis er verloren auf dem Boden kauerte. So etwas mit anzusehen ist einem nicht zuzumuten. Ich durchlebte und beobachtete
die schrecklichsten Szenarien die ich mir vorstellen kann.

~ Evolution, Geschichte, Mensch ~
Ich hatte das Gefühl über einem Zeitstrahl zu fliegen und immer mal wieder irgendwo zu landen. In andere Zeitalter einzublicken, Szenen von einem Markt im Mittelalter, Entstehung von Religion, ich hatte das Gefühl Dinge und Zusammenhänge zu verstehen die logischerweise zu unsrer heutigen Gegenwart führten. Ich spürte das absolute Versagen der Menschheit. Es war wie eine Parodie über den Menschen als Spezies anzusehen. Nackte, komisch geformte Körper, komplett ohne Bedeutung auf diesem Planeten. Aufgrund der Evolution einen Denkapparat im Kopf, auf den man sich so dermassen was einbildet und zugleich über andere Lebensformen stellt und die Überlegenheit komplett ausnutzt zum Schaden aller anderen. Die pure Ignoranz, der Hass und die Dummheit.Irgendetwas denken oder machen,immer mit der Hoffnung es schüttet Glückshormone aus. Der Mensch als Junkie, immer auf der Suche nach dem Nächsten Kick, sei es durch Essen,Sex,Rätsel-Lösen,Sport,Drogen,Macht oder etwas anderes. Die Rastlosigkeit und Planlosigkeit. Der Mensch hat einfach keine Bedeutung auf diesem Planeten, ständig im Versuch ihm eine Bedeutung zu geben.Ich frag mich ob es Dinge gibt die wirklich von Grund auf bedeutend sind oder ob es immer nur daran liegt ihnen eine Bedeutung zu geben.Viele widmen ihr komplettes Leben dem Dasein als Fussballfan, was vielen als komplett sinnlos und unbedeutend vorkommt.Für die Fans hat es aber sehr viel Bedeutung.
Andere sagen die Liebe ist bedeutend und es ist wichtig sich fortzupflanzen. Wiederum andere sagen es ist komplett egal ob wir uns lieben (eh nur chemische Reaktionen im Hirn) und fortpflanzen, da es auch absolut nicht nötig für den Planeten ist uns Menschen als Bewohner zu haben.
Ich weiss nicht ob es so ist oder ob der Trip mir nur klargemacht hat, dass es meine Angst sei, dass das menschliche Leben und somit auch ich unbedeutend bin. Auf einmal fand ich mich in einer Wiedergeburtsspirale wieder. In einer Gerätschaft, in die Menschen geworfen wurden, verarbeitet wurden und am Ende wieder als etwas anderes rauskamen. Ich sah mich in Form eines Klumpens in dieser Maschine und die Maschine stand einfach still. Für gefühlte Monate. Es passierte einfach nichts. Ich war im absoluten Nichts gefangen.Was sollte ich hier und wieso bin ich hier. Die Erinnerungen hören dann ebenfalls auf ich weiss nicht was dann geschah, ich habe auch das Gefühl absolute Blackouts über Stunden zu haben.
Was ich noch miterlebt habe war, wie ein Mann in einem armen Land sich das Leben nahm aus Verzweiflung und in seinem nächsten Leben wiedergeboren wurde in einer sehr ähnlichen Situation, aus der er mit Selbstmord flüchten wollte. Man kann nicht davonrennen! Man muss sich seinem Leben stellen, es hat irgendeinen Sinn dass wir da sind wo wir sind.Traurig gemacht hat mich, dass ich glückliche Eltern gesehen habe mit ihren Babys und ich dachte dass das alles keinen Sinn macht. Sie sehen die absolute Erfüllung darin, aber im Endeffekt werden Kinder gezeugt , dann sterben irgendwann die Eltern und danach die Kinder, und dazwischen ist viel Leid, und wenig Glück, was im Endeffekt auch nur chemische Reaktionen im Gehirn sind.Für was das ganze?
Alles auf dieser Welt ist vergänglich und komplett ohne Bedeutung. Was juckt es das Universum ob es uns gibt. Das ist nicht meine Einstellung ich glaube an etwas nach dem Tod und dass dieses physische Leben ein Abschnitt auf unsrer Reise ist, von der wir uns keine Vorstellung machen können wie sie aussehen kann. Aber eben dass unser menschliches Leben einen Sinn hat, dass alles was passiert einen Sinn hat und das Universum, von dem wir ein kleiner Teil sind, auf eine immer größere Komplexität zusteuert, die nie endet und auch nie begann.


~ Zukunft ~
Die Zukunftsvisionen waren die intensivsten. Ich hab alles noch ein bisschen schärfer als die Realität gesehn. So wie ich es manchmal von MDMA oder low dose Acid kenne.Ich befand mich in einem Raum in dem andere Gesetze galten, es gab keine Decke, keinen Boden und keine Wand, alles war durch ein technologisches Energiefeld verbunden.Die Menschen hatten keine Betten, sondern AKku-Ladestationen in denen sie lagen und alles war voll mit Bildschirmen, die aber in der Luft flogen.Man konnte alles per Knopfdruck erleben,bereisenoder erreichen. Es war ein ekliges Szenario. Hemmungsloser, verachtender Sex, keine reale Kommunikation, alles digital.Alle wollten immer mehr und zudem war alles ein riesen Wettbewerb, eine Bühne auf der jeder die Nummer eins sein sollte.Aber da es jeder so will, gibt es auch niemanden der einen wirklich beachtet oder respektiert. Trotzdem ging das Verlangen nach mehr immer weiter.
Ich wurde davon überspult und selbst mitgerissen.Ich stehe auf Battlerap, auf guten Battlerap, in dem man sein Gegenüber lyrisch nieder macht auf ironische und kreative Weise. In diesem Raum war es mir möglich, in der Mitte einer riesen Menschenmenge zu stehen und eine Show abzuliefern die besser nicht ging. Das Verrückte ist ich hatte in diesem Moment wirklich Zugriff auf die abgedrehtesten Wortspiele und das Feiern der Menschenmenge besorgte mir einen Dopamin-Schub vom feinsten.

~ Das Ende ~
Nach ca. 18 Stunden schaute ich mal wieder bewusst auf die Uhr, die Visionen haben aufgehört und mir ging es grauenvoll. Mein Herz raste und ich war ausgelaugt, einfach ausgelaugt. Ich konnte und wollte nichtmehr.Hätte mir jemand gesagt dass das schlimmste noch kommen wird hätte ich für nichts garantieren können.Ich bekam überall Zucken, in den Nerven und im Herzen. Es wirkte sehr befremdlich, vor allem kam es mir gegen so späte Zeit einfach fehl am Platz vor und ich bekam Angst. Mein Herz hat eh die gesamte Dauer auf doppelte Geschwindigkeit geschlagen und vielleicht hat es jetzt einfach genug, wieviel hält ein Herz aus fragte ich mich. Es ging so weit, bis es aufhörte zu schlagen. Mehrere Sekunden lang hatte ich keinen Herzschlag und habe aufgehört zu atmen weil ich sterben wollte.
Ich konnte und wollte nichtmehr.Es fing wieder an zu schlagen und hörte später nochmal auf.Ich habe schon aufgegeben mir war egal was grade mit mir passiert, der Tod kommt , ob nun jetzt oder in 1 stunde. Scheiss auf den Schmerz, der ist danach eh vergessen. Es war schlimm, aber es wurde allmählich besser. Absolut nicht zufriedenstellend aber besser, ich saß mittlerweile in meinem Bett, fühlte mich relativ nüchtern und dachte der Trip ist vorbei und alles wies mir jetzt geht bleibt mir. Die Rythmusstörungen im Herz und die absolute Unfähigkeit klare Gedanken zu fassen. Ich sah mich in einem Rollstuhl sitzen,
künstlich beatmet und ernährt werden und meine Familie daneben wie sie weint. Alles wegen dieser verschissenen Neugier auf Iboga dachte ich mir. Ich kann mich nichtmal mehr umbringen in diesem Zustand...Ich hatte die schlimmsten Depressionen die man sich vorstellen kann. Man kann sich glaub nicht schlechter fühlen als ich in diesem Moment. Ich war gefühlt ein geistig und körperlich Behinderter,
der seine Familie enttäuscht hat und ihr nun eine riesen Last ist. Es sind nun 24 Stunden vergangen. Mein Vater kam nach langer Zeit mal wieder in das Zimmer, er dachte ich hätte geschlafen und wär nun einigermassen fit, und ich sitz da und überleg wie ich ihm erklären soll dass mein Leben wie es mal war vorbei ist. Er öffnete das Fenster ( 24 h keine Sauerstoffversorgung war keine kluge Idee ) und plötzlich
spürte ich dass ich noch reden kann und vielleicht doch nicht ganz verloren bin, nur leicht geschädigt. Ich erklärte ihm dass es mir nicht gut gehe und ich versuche mich weiterhin auszuruhen. Er ging wieder und ich lag im Bett als plötzlich ein Lichtstrahl ins Zimmer kam, mein Herz warm wurde, meine Stimmung schlagartig besser und ich bekam Tränen in die Augen. Es war aus!!! Ich habs nichtmehr für möglich gehalten, dass das Leiden am Ende Teil des Trips war. Mir geht es GUT. Fuck fühlt sich das gut an einfach nur gesund und wach zu sein.
Ich hab aus dem Fenster geschrien und merkte dass ich nichtmehr laufen konnte, es fühlte sich an als müsst ich es neu lernen. Nach einer Dusche und einem saftigen Essen ging ich in den Wald spazieren und genoss jeden Eindruck den ich aufschnappen konnte. Ich dachte mir das ist der Beginn eines neuen Lebens. Mir gehts so unglaublich gut. aber nicht so überschwänglich gut sondern so geerdet gut. So greifbar und natürlich.Alles hat ein Ende, auch Iboga hat eins. Zum Glück, wenn auch nach 25 Stunden.

~ Nach dem Trip ~
Mir ging es am Folgetag hervorragend, wie neugeboren, die Tage darauf wurden allerdings beschwerlich und ich konnte viel nicht richtig verarbeiten bzw verstehen was mir gezeigt wurde.
Mir blieben noch ca. 8 Tage blaue Lichtblitze im Blickfeld, gerade Nachts, was es unmöglich machte Auto zu fahren.Jetzt 2 Monate später kann ich sagen hatte es irgendwie keine nachhaltige Veränderung bewirkt,
ich weiss nicht ob es an meiner Nacharbeit liegt oder an meinem Set und Setting oder an was anderem.

Falls ihr mit dem Gedanken spielt Iboga zu konsumieren, würde ich euch raten denkt 7 mal drüber nach, redet 6 mal mit jemandem darüber, lest 5 Bücher, meditiert 4 mal und dann nehmt euch 3,2,1 Erfahrene Guides zur Hand + medizinische Betreuung, da ich
wirklich teilweise das Gefühl hatte, dass vieles nicht nur psychisch war sondern ernsthafte körperliche Probleme ausgelöst hat (Herzstillstand, Epilepsie-ähnliches Zucken, Blutdruck).

Ich wünsch euch was.






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