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Tripbericht lesen

Übersicht:

Titel:LSD & Holotropes Atmen
Drogen:Mischkonsum von Alkohol und LSD (Reihenfolge vom Autor festgelegt)
Autor:Kraeuterhexe
Datum:20.04.2017 14:36
Set:Neugier, gute Stimmung.
Setting:Am Dachboden eines alten Bauernhauses.
Nützlichkeit:9,60 von 10 möglichen   (15 Stimmen abgegeben)

Bericht:

Vorweg: Dies ist keine Aufforderung zum Nachmachen!

Da wir allesamt einschlägig geschult sind, uns optimal vorbereitet und einen zuverlässigen Tripsitter zur Seite hatten, konnten wir diesen "Forschungstrip" unternehmen. Die Methode ist in dieser Form und Kombination potentiell für manche Menschen sehr gefährlich, und ohne Vorwissen und Erfahrung wäre es fahrlässig, so etwas zu versuchen. Ich protokolliere alle meine psychedelischen Trips. Bei Events wie dem Folgenden läuft auch immer eine Videokamera. Die vorliegende Erfahrung liegt bereits mehr als 10 Jahre zurück.



Eine kurze Vorgeschichte und ein bisschen "Theorie":

Wir waren eine Gruppe von befreundeten Studenten. Es gab ein paar Verrückte unter uns, die sich immer wieder einmal aufmachten, um unter den Röcken der Realität nach allerlei Abenteuern und Schätzen Ausschau zu halten. Ich war eine von ihnen.

Wir hörten damals an der Uni von einem alternden LSD-Forscher und Psychiater namens Stanislav Grof , der in den frühen 1970er Jahren in der damaligen Tschechoslowakei mit LSD psychotherapeutisch gearbeitet hatte. Grof, mittlerweile längst amerikanischer Staatsbürger, hatte, nachdem Ende der 1960er Jahre LSD fast überall verboten worden war, die Methode des "Holotropen Atmens" als therapeutische Alternative zum LSD entwickelt. Es ist dies eine forcierte Atemtechnik (Hyperventilation), bei der die Untersäuerung des Blutes mit vermehrt ausgeschiedenem CO2 zu einer Vielzahl physiologischer Ausgleichsmechanismen führt, die vereinfacht gesagt bewirken, dass die höheren Schichten des Gehirns mit weniger Sauerstoff versorgt werden als die tieferen. Der Effekt ähnelt dem Zustand in großer Höhe über dem Meeresspiegel bzw. einer leichten Form von "Höhenkrankheit". Es kommt dabei zu einer tiefgreifenden Veränderung des Bewusstseins, die psychotherapeutisch und/oder psychonautisch genutzt werden kann. Und übrigens: Viele bisherige Märchen über das so genannte "Hyperventilations-Syndrom" wurden und werden durch die persönliche praktische Erfahrung des forcierten Atmens schlichtweg ad absurdum geführt. Laura, Selina und ich wollten mit dieser Methode experimentieren, während wir LSD eingenommen hatten, und Jonas fungierte als Tripsitter.


Teil 1a - Vorbereiten des Settings (nachmittags)

Wir haben für unser Setting ein altes Bauernhaus am Waldrand gemietet (das ich übrigens nun seit über zwei Jahren mein Eigen nennen darf!). Überall am Gebälk des geräumigen Dachbodens finden sich dekorativ angebrachte bäuerliche Relikte: eisenbereifte Wagenräder, rostige Sensen und Sicheln, Pfannen und Melkkübel, Mistgabeln und Heurechen, Hufschmiedzangen, Eisenketten, Pferdetrensen und ein riesiges hölzernes Ochsenjoch. Und wenn du den Atem anhältst, kannst du den Fraß der Holzwürmer belauschen.

Einen Teil des Dachbodens haben wir mit Matratzen, bunten Pölstern und Decken ausgelegt, da es beim Holotropen Prozess zu unwillkürlichen ausschweifenden Körperbewegungen kommen kann. So erweckt der Raum nun den Eindruck eines Playgrounds für verwöhnte Kleinkinder. Durch die engen Dachluken zwängt sich Sonnenlicht, in dessen abgegrenztem Schein silbern schimmerndes Luftplankton schwebt.

Für den Abend und die Nacht stehen Laternen mit Kerzenlicht und Weihräucherwerk bereit. Ich schließe den riesigen Ghettoblaster an den Stromverteiler und schiebe zur Probe eine CD in den Schacht. Kurz gibt es die Diskussion, wie wir mit potentiellen Fledermäusen umgehen, die hier im Gebälk vielleicht versteckt schlafen. Die hätten sicher keine Freude mit unserer Musik. Aber dann meint Selina nur kurz, dass die Fledertiere nachts ohnehin draußen auf Insektenjagd seien, und damit ist die Sache geklärt. Wir haben uns für verschiedene Filmmusik und Gustav Holst's Planetensuite entschieden. Kurz erklingen Streicher und Englischhorn aus " The Mission " von Ennio Morricone. In der Mitte des Dachbodens haben wir einen aufnahmebereiten Camcorder auf ein Stativ gesteckt. Das Setting passt soweit!


Teil 1b - Set

Zwei meiner Grundsätze für Aktionen dieser Art lauten: Nicht zu oft (maximal 2-3 x pro Jahr) und nur, wenn es mir wirklich gut geht. So ist es auch heute.


Teil 2 - Einnahme (ca. 18:00 Uhr)

Jonas, unser entsetzlich gut aussehender Tripsitter, wird auf uns drei Mädels achten. Mit einem Tableau steigt er die knarzende Treppe zum Dachboden herauf. Auf dem Tableau stehen vier leere Sektflöten, eine eisbereifte Flasche Hochriegl Rosé und eine kleine Schale mit drei Gelatineplättchen zu je etwa 150 Mikrogramm LSD für Selina, Laura und mich. Laura entkorkt die Flasche. Schaumig goldener Sekt wartet darauf, von uns getrunken zu werden. Wir stoßen an. Laura, unsere süße Rothaarige, gibt sich keine Mühe zu verbergen, wie gut ihr Jonas gefällt.

Aber was ist meistens mit den "schönsten" Jungs? Richtig geraten...

Auf einen guten Trip!

Jonas schaltet den Camcorder ein. Die Plättchen werden mit Sekt heruntergespült. Nun kann es also wieder mal losgehen! Wie immer durchziehen mich ein kitzelndes Gefühl der Neugier und feierliche Vorfreude. Selina ist unsere Intellektuelle. Mit ihrer rechteckigen neonblauen Brille und den goldblonden Kurzhaarstoppeln wirkt sie auf mich wie eine verrückte Wissenschaftlerin aus einem abgedrehten Science Fiction Streifen. Zudem ist sie um gut einen Kopf größer als Laura und ich. Und während wir Zwerge uns an diesem schönen Spätsommertag luftige Kleider angezogen haben, steckt Selina in einem weißen Leinenanzug, den, wäre er mausgrau, schon Mao Tse Tung hätte tragen können. Ich liebe sie trotzdem. ;-)

Nun haben wir noch eine Weile Zeit, bis wir mit dem Holotropen Atmen beginnen. Die Sektflasche leert sich rasch, und Jonas muss nochmals die Treppe runter, um Nachschub zu holen. Was mir auffällt: Ich habe manchmal das Gefühl, dass ich schon kurz vor der Einnahme sensibler werde und sich mein Bewusstsein und meine Wahrnehmung etwas verändern. Ich bin offenbar sowas wie ein pawlowscher Hund...


Teil 3, Hyperventilation (ca. 19:30 Uhr)

In der Zwischenzeit hat sich einiges verändert. Wir haben es uns auf dem bunten Polsterwerk gemütlich gemacht. Draußen dämmert es bereits und am Dachboden ist es dunkel geworden. Wir haben die Kerzen in den kleinen Laternchen entzündet und diese am Dachboden verteilt. Die Stimmung indessen ist ausgesprochen witzig. Besonders Laura kichert wegen jeder Kleinigkeit und ich bin mir nicht sicher, ob das nur der Sekt ist, oder ob bereits die Tickets ihre Arbeit aufnehmen. Sogar die kühle Selina lacht aus ganzem Herzen.

Jonas meint indessen, dass wir jetzt mit dem Atmen beginnen sollten, da wir sonst vielleicht zu träge würden oder uns zu sehr von der nun allmählich anflutenden LSD-Wirkung ablenken ließen.

Wir legen uns also rücklings auf die Matratzen. Da wir wissen, dass uns beim Holotropen Atmen kalt werden könnte, liegen Wolldecken für uns bereit. Jonas spielt den ersten Musiktrack ab: " Sangandongo ", von Niagara, reine "analoge" Ur-Retro-Percussion aus den 1970ern. (Versuch mal sitzend oder liegend ein paar Minuten im Takt dieser Musik tiefer zu atmen, du wirst vielleicht staunen!)

Der Klang der Trommeln ist laut und klar. Die Bassdrums kann ich deutlich in meinem Becken spüren. Der ganze Dachboden vibriert. Ich komme rasch in einen guten Rhythmus und halte mit dem hohen Tempo der Niagara-Percussions. Bald jedoch wird mir extrem schwindelig. Während ich hechle wie ein Drogenhund, dreht sich meine Liegestatt mit mir ruckartig im Kreise, so dass ich Angst haben muss, mich jeden Moment zu übergeben. Auch spüre ich, wie meine Fingerspitzen immer kälter werden.

Nach wenigen Minuten beruhigt sich die Trommelmusik und nimmt einen neuen Anlauf. Oh Gott! Diesmal hebt es mich fast weg. Ich muss husten. Die Luft ist auf einmal trocken und schneidend kalt. Wieder Husten. Meine Hände und Finger werden starr. Zum Glück kenne ich das bereits, und so atme ich einfach beharrlich weiter, während die Percussions sich immer mehr in einen Flanger-Effekt vertiefen und die Drums ein Tempo erreichen, das ich nicht mehr mithalten kann. Ich versuche mich zu konzentrieren, denn ich werde nun zusehends verwirrter. Während die Percussions sich ein weiteres Mal beruhigen und einen neuen Anlauf nehmen, rinnen mir unvermittelt Tränen übers Gesicht. Meine Hände und Unterarme sind wie aus Eis.

Angst!

Ich weine laut, rufe nach Jonas, dessen Gesicht, wie ich erst jetzt bemerke, längst über mir schwebt. Ich kann nicht mehr, weine ich, und die Verwirrung mischt sich mit dem eisigen Gefühl der Lähmung in meinen Händen und Füßen. Aber auch hinter mir höre ich eine der beiden Mädchen nach Jonas rufen - wahrscheinlich Laura. Jonas legt seine Hand auf meine Stirn. Ich kriege keine Luft mehr, krächze ich, während die Percussions unerbittlich ihren Rhythmus in mich hinein hämmern. Das Gefühl, zu ersticken wird fast unerträglich, während ich in Wahrheit aber forciert weiteratme. Ich fühle mich komplett dissoziiert. Einerseits liegt da ein verzweifeltes Mädchen, das die ganze Sache jetzt am liebsten abbrechen würde, andererseits liegt da eine Art biologischer Roboter, der einfach weiter macht, ganz egal, was gerade geschieht. Ich betrachte mich von oben, spüre, wie ich immer mehr depersonalisiere. Jonas' Finger tasten nach meinem Puls. Er muss hoch sein, denke ich, ich bin gerührt von seiner Fürsorge, und zugleich lässt es mich kalt. Seine feinen, femininen Finger fühlen meinen Puls, mein Herzwerk, mein Sangandongo. Dann blickt er in meine Augen. Er müsste meinen Nystagmus sehen, denke ich, denn es dreht sich alles um mich herum, wie auf einem Ringelspiel.

Doch, dann, mit einem Mal, ändert sich mein körperlicher Zustand. Starre und Eiseskälte ziehen sich zurück, ich kehre in meinen Körper zurück. Ich kenne dieses Stadium bereits von früheren holotropen Sessions ohne LSD. Ach wie schön, dieser Körper, wie weich und zart und warm. Ich befühle mich, streiche mit den Händen über meine Hüften, meinen Bauch, meine Brüste. Ich empfinde mich jetzt weich und erotisch.

Inzwischen ist Jonas zu Laura hinüber, die leise und herzerweichend schluchzt. Ich hebe den Kopf hoch. Ein paar Meter vor mir liegt Selina. Ruhig atmet sie tief und rasch, so als wäre sie eine Maschine. Neben dem Polster liegt ordentlich ihre neonblaue Brille.


Teil 4 - Lysergsäurediäthylamid & alkalisiertes Blut (ca. 20:30 Uhr)

Ich muss pinkeln!

Leider muss ich dazu die Treppe runter. Jonas begleitet mich, um einem Sturz meinerseits vorzubeugen. Ich versuche, so gut es geht, forciert weiter zu atmen, um im holotropen Zustand zu bleiben. Ich verfange mich mit dem Saum meines Kleides irgendwo und falle beinahe. Jonas hat mich jedoch fest im Griff.

Am Klo dann, alleine und auf Distanz zu den Schwingungen und der jetzt leiseren und dumpferen Musik, bricht das LSD in mich herein wie eine aufstäubende Schneelawine und füllt mich vollständig mit sich aus. Während ich den holotropen Zustand als eher körperlich empfinde, kommt das LSD von ganz oben herab, sozusagen aus den höchsten Sphären. Mein Atem wird von den Wänden am Klosett reflektiert, kehrt zu mir zurück, spricht mit mir. F...k! Das ist aber jetzt nicht so angenehm! Ich verstehe ja gar nicht, was mir diese Stimmen sagen. Das ist abstrakt, wie Computersprache:

<div class="t-tr-text">C + + keywords:<div class="t-tr-dropdown">

Einen Anflug von Panik kann ich zurückstecken. Zugleich forciere ich wieder meinen Atem, was eigentlich verrückt ist, weil ich mich davor fürchte und weil - und weil...

Und weil...?

Oh Kacke, ich bin so verwirrt!

Längst weiß ich gar nicht mehr, was ich hier wollte und was ich gerade gedacht habe. Ach ja: pinkeln! Schon erledigt. Alles erledigt. Gut so. Ich muss mich zurückholen, will kein Delirium. Aufstehen & rausgehen. Kein Delirium bitte sehr. Nein: Erst Hände waschen. Also zurück gehen. Still stehen. Nachdenken. Waschbecken. Flüssigseife. Nein. Nochmals: Kein Delirium. Aufstehen. Was ist nur mit mir! Gedankenzerhacker. Wo war die Treppe? Die Knarztreppe. Wie lange gehe ich jetzt schon diese b..... knarzende Treppe rauf? Zehn Minuten? Zwanzig Minuten? Irgendwo habe ich meine Schuhe stehenlassen.

Selina kommt mir entgegen. Was ist mit dir?

Ich. Du. Nein. Waaaas?

Während sich nur Gestammel aus meinem Mund herausquält, füllt sich mein Kopf wieder mit einer Stimme. Selinas Gedanken, wie ich meine. Emotionskühle Gedankenstimme, die mir gläsern und klar erklärt, was ich zu tun habe. Das tut gut.

Einen Schritt rauf, Fuß heben, Vorsicht. Weiter. Ja. Jetzt rechts.

Dass ich es in meinem Zustand schaffe, ihren Anweisungen Folge zu leisten, erfüllt mich mit Stolz.
Dann verharre ich mit einem Mal wieder im Langsitz auf meinem Platz. Selina ist verschwunden. Ich wende intuitiv meinen Kopf nach hinten und sehe Laura und Jonas, umschlungen wie zwei Äskulapnattern. Aber Jonas ist doch... Ich wende mich betroffen zurück.

Laura, du kleines Luder, was machst du da! denke ich.

Nochmals wende ich mich um, doch Jonas sitzt wieder beim Ghettoblaster und werkt an den Reglern herum.


Teil 5 - Hingabe zur Musik (ca. 22:00 Uhr)


Mars, the bringer of War: (zum Mitklopfen: Achtel-Triole, zwei Viertel, zwei Achtel, ein Viertel) Ich beginne wieder heftiger (im 5/4-Takt) zu atmen, falle abermals in den holotropen Zustand. Der treibende ungerade Takt, die marzialen Blechbläser... Ich genieße es! Für mich ist Mars nicht "The bringer of War", sondern "The bringer of Energy". Und mein Kopf ist wieder vollkommen klar.

Gott sei Dank!!!

Jonas fliegt herbei und gibt mir kühlen Kräutertee zu trinken. Dankbar leere ich die ganze Schale, schon völlig ausgetrocknet.

Habt ihr beide vorhin? Ich meine...

Aber Jonas geht nicht auf meine Anspielungen ein und bewegt sich zu Selina, um auch ihr Tee anzubieten.

Die haben doch vorhin..., ich hab's genau gesehen.

Venus, the Bringer of Peace: Ich entschleunige meinen Atem. Und zum ersten Mal heute wage ich es, meine Augen für eine Weile geschlossen zu halten. Typische Kaleidoskopmuster tun sich vor mir auf. Ich empfinde sie als zu mir gehörend, auch wenn ich die Muster willentlich nicht verändern könnte. Allerdings kommen die Muster in einem bestimmten Rhythmus auf mich zu und entfernen sich wieder, wie wenn jemand an einem Camcorder die Zoom-Funktion rauf und runter schaltet. Das kommt mir fremd und ich-dyston vor. Ich frage mich, ob es in der Nähe irgend ein elektronisches Gerät gibt, das meine Bilder durch Interferenzen stören könnte. Und tatsächlich entdecke ich Jonas, den hübschen Lauraverführer, wie er gerade am Camcorder hantiert. Das kann aber jetzt nicht wirklich sein. Oder? Stört der Camcorder meine inneren Bilder? Ich lausche weiter der Planetenmusik und erfreue mich schöner CEV's und angenehmer Entspanntheit.


Teil 6 - Wie ein Tropfen im Ozean & willkommene Früchte (ca. 23:00 Uhr)

Ich spüre, wie mich jemand von hinten sanft umfängt. Lauras blumiger Duft steigt mir in die Nase. Ich freue mich jetzt über diese Begegnung. Wir sitzen wie zwei kleine Äffchen nebeneinander. Laura hat ihren Kopf an meine Schulter gelehnt. Meine Muster sind noch immer da. Ich schließe wieder die Augen. Der Zoom-Effekt indessen ist längst verschwunden. Zugleich weiß ich mit geschlossenen Augenlidern, dass Laura lächelt, und dass sie zufrieden ist. Nicht wegen Jonas. Laura hat heute offenbar etwas für sich entdeckt, das spüre ich.

Auch Selina gesellt sich nun zu uns. Wir umarmen uns, wiegen uns mit verschränkten Beinen einander gegenübersitzend zu den verwirrenden Taktfiguren von Mercury, the Winged Messenger und halten einander an den Händen.

Alles wird nun ruhiger. Wir haben aufgehört zu hyperventilieren, geben uns jetzt nur mehr der sehr langsam abflauenden Wirkung des LSD's hin. In diesem Moment der Harmonie und des Zusammenseins spüre ich, was wahre Freundschaft ist.

Ozenanische Gefühle.

Jonas gesellt sich zu uns, stellt einen großen Teller mit Kiwischeiben und Ananasstückchen in die Mitte. Mein Gott, schmeckt das jetzt gut!


Teil 7 - Tibetische Mantras - ein sanfter Ausklang (ab ca. 00:00 Uhr)

Selina hat sich inzwischen zu Bett begeben. Ob sie jetzt schon schlafen kann, würde ich aber bezweifeln. Laura und ich sitzen schweigend nebeneinander und lauschen sanfter tibetischer Mantra-Musik von Dechen Shag Sagsay . Wärme und Harmonie umhüllt uns wie eine wollene Decke. Ein Stück weiter sehe ich Jonas, wie er sich einen Joint baut. Da wir bereits den Peak überschritten haben, kann er sich nun auch etwas vergönnen. Er setzt sich zu uns, teilt seinen Joint mit uns. Mit sanften Mantras klingt der Trip nun langsam aus. Um etwa 2 Uhr früh gehen wir dann zu Bett. Entgegen meiner sonstigen Erfahrung mit Acid schlafe ich heute sofort ein.


Teil 8 - Der nächste Tag

Erst am Nachmittag des nächsten Tages kriechen wir aus den Betten. Jonas ist naturgemäß etwas früher fit als wir Mädels. Ich fühle mich beim "Frühstück" (etwa 17.00 Uhr) weich und leicht und sehr harmonisch. Selina hat sich gestern nicht so hineinfallen lassen, auch sie meint, dass sie sich gut fühle. Laura wirkt indessen etwas aufgelöst und hat ganz rote Wangen. Sie hat offenbar den Trip noch nicht ganz verarbeiten können und sagt, dass sie sich noch nicht ganz "nüchtern" fühle. Aber es geht ihr gut, sie hat keine "Flashbacks" und dergleichen. Interessanter Weise spricht auch Jonas, der ja nüchtern blieb, von einem positiven Prozess, den er miterleben durfte. Er fühlte ein "dichtes emotionales Feld", viel Empathie, Liebe und Mitgefühl.


Resümee:


Wir haben ein paar Monate später in einem ähnlichen Setting und mit den selben Teilnehmenden nochmals mit der Kombi "Holotropes Atmen & LSD" experimentiert. Für uns allesamt hat sich herausgestellt, dass das Eine das Andere nicht braucht. Zuweilen waren die Erfahrungen zwar sehr heftig, aber andererseits deswegen nicht besser oder interessanter als die Erfahrung mit nur einer der zwei Möglichkeiten. Ich persönlich finde, dass nur LSD (oder nur Pilze) für einen transformatorischen Prozess geeigneter sind.

Dem Holotropen Atmen liegt auch ein "esoterisches Konzept" (Transpersonalität, Wiedergeburt, Perinatale Matrix etc.) zugrunde, das ich hier im Bericht bewusst ausgeklammert habe und das auch in unseren Trips keine Rolle gespielt hat. Der Nachteil dieses Konzepts ist seine Suggestionskraft. Viele Adepten erleben während des Atmens ihre Geburt noch einmal oder haben transpersonale Erlebnisse. Ich sage zwar nicht, dass es so etwas prinzipiell nicht geben kann, aber es fällt schon auf, dass sich die Erlebnisse in Holotropen Übungsgruppen deutlich an die theoretischen "Vorgaben" anpassen, und das wollten wir nicht.

Holotropes Atmen (ohne LSD) ist unserer Meinung trotzdem eine äußerst interessante und wertvolle Erfahrung und kann auch, mit einigen Einschränkungen, die Droge LSD ersetzen. Allerdings gibt es auch eine ganze Reihe von Kontraindikationen (z.B. Bluthochdruck, Epilepsie, Psychosen). Wer sich dafür interessiert und es probieren möchte, sollte sich zuvor gründlich informieren oder, am besten, so wie meine Freudinnen und ich, zuvor einige Holotrope Workshops besucht haben.


Danke, dass du dir die Zeit genommen hast, meine Erfahrungen mit mir zu teilen.






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