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Tripbericht lesen

Übersicht:

Titel:Erstes Mal Pep in der Parteizentrale
Drogen:Mischkonsum von Alkohol, Speed und Cannabis (Reihenfolge vom Autor festgelegt)
Autor:purevirginity
Datum:09.05.2017 23:34
Set:etwas wütend, mitgenommen, mein Ex da + Freunde, emotional überfordert
Setting:Keller eines Freundes, privater Abend mit vielen Leuten dort
Nützlichkeit:5,38 von 10 möglichen   (13 Stimmen abgegeben)

Bericht:

An der Decke drehen sich violette Lichter umher, immer im Kreise und so fesselnd, dass ich meine Augen nicht von ihnen losreißen kann. Mein Blick ist an die vorbeiziehenden Farbpunkte gekettet, während sie die Farbe nach und nach über hellblau und weiß bis über ein helles Lila zurück in violett verwandeln. Völlig fasziniert recke ich aus meiner liegenden Position die Hände in die Luft und übe kindliche Greifbewegungen aus, bis mich plötzlich eine Stimme aus meiner Trance reißt, die belustigt fragt, was ich da denn täte. In Zeitlupe wende ich der Person, von der die Stimme vermutlich kam, mein Gesicht zu und entgegne, noch immer mit ausgestreckten Armen: „...Siehst du die Lichter nicht, oder bin das nur ich? Also, dass ich die sehe? Aber die sind doch da, ne? Ja, sind sie, und ich seh sie, und sie sind so schön, weißt du, das ist... ist so...“, bis ich wieder abschweife, mich sanft nach hinten fallen lasse und mit diesen sinnlosen Greifbewegungen fortfahre. rnIch habe keinen blassen Schimmer, was ich hier tue, denke auch nicht besonders viel darüber nach, aber es ist schön. So schön. So unglaublich schön, es macht mir so eine Freude, ich... die Lichter hören mit einem Mal auf zu zirkulieren. Wie ein Kind schaue ich verdattert auf, für eine Sekunde enttäuscht, dann habe ich es wieder vergessen und beschließe spontan, mich wieder in die allgemeine Unterhaltung einklinken zu wollen. Ich wende mich an einen der hinzu gekommenen Gäste. „Hey, wer bist eigentlich du?“. Als er nicht reagiert deute mit einer schwungvollen Geste auf ihn und wiederhole „Und, wer bist du?“, was er nun endlich mitbekommt und sich anschickt, zu reagieren. Seine Antwort bekomme ich leider nicht mit, da ich just in diesem Moment entschlossen habe, mich aufzurichten und im Schneidersitz niederzulassen. Da ich mir nun allerdings noch immer nicht im Klaren darüber bin, wie mein Gesprächspartner eigentlich heißt, spreche ich ihn erneut an: „...Sorry, man, dass ich dir jetzt nicht zugehört hab-“ „-du bist ganz schön verklatscht, was? Ich bin Viktor, hi. Und du? Helen oder so, hab ich das richtig mitbekommen?“ „Ja, absolut, ich bin Helene“, entgegne ich voller Enthusiasmus, bis mir auffällt, dass das nicht mein Name ist, „Helen, meine ich natürlich! Das hast du absolut, ja völlig richtig mitbekommen! Woher weißt du denn das? Ich meine, das denn?“ Er muss leicht grinsen und sagt „Naja, das habe ich hier irgendwo aufgeschnappt, die anderen scheinen dich ja zu kennen.“ „Ja, faszinierend, nicht? Ich komme nicht einmal von hier und dennoch kennen mich... so einige, wobei ich die und die da“, ich deute auf verschiedene der Anwesenden, „und eventuell auch die da – doch, warte, stimmt nicht – nicht kenne. So oft bin ich dann auch wieder nicht hier, ich bin nur grade hier, aber auch nicht zu lange...“. Ich merke am Rande, wie ich mich aufs Neue in einen Laberflash hineinsteigere – und es ist mir egal. „Das Reden macht Spaß, findest du nicht, dass reden Spaß macht? Reden macht Spaß. Schnell reden ist schnell. Was eine Erkenntnis, nicht? Eigentlich nicht. Ich weiß schon. Aber jetztrnnnnn erzähl doch mal was“, bitte ich ihn. „Du kommst doch aus Hamburg, nicht?“, fragt er. „Oh ja, und ich frage mich ja ehrlich, was ich hier unten freiwillig mache... musst du wissen. Schrecklich hier. Wobei, eigentlich auch nicht. Eigentlich schon ziemlich nice. Nice, nice is'n komisches Wort, findest du nicht auch? Aber was ich eigentlich meine ist... Hamburg hat seine Vor- und Nachteile, genauso gibt’s die nun mal hier. Und Hamburg wird auch arg überschätzt, musst du-“ „-aber muss die Flora nicht extrem geil sein?“rnWir unterhalten uns geraume Zeit weiter, während ich es nicht lassen kann, meine Hände am Teppich zu reiben. Der Teppich fühlt sich wunderbar an. Eigentlich nicht einmal wirklich das, aber der Druck, mit dem ich über den Teppich reibe, ist, ist merkwürdig... ich weiß auch nicht, aber ich brauche das gerade. Zwischenzeitlich unterhalte ich mich immer wieder mit Anderen, genieße die Interaktion und die merkwürdige Leere in meinem Kopf. Worte sprudeln nur so aus mir heraus, während ich unfähig bin, die Quelle genauer auszumachen. Der Moment besteht aus Empfindung und Wahrnehmung,Verhalten und Erleben. Dennoch nehme ich aktiv am Geschehen teil, bin mitten darin und gleichzeitig in meiner eigenen Blase. rnDer Raum ist stickig und verraucht, die Luft aufgeheizt und jemand bittet darum, doch endlich wieder zu lüften. Mir ist angenehm warm, vor einigen Stunden habe ich gefroren,also bin ich dagegen, aber irgendjemand ist bereits aufgestanden und Richtung Kellertür gegangen, um sie zu öffnen. Ein Schwall eisig kalter Luft weht herein und ich fröstele augenblicklich, weshalb ich mir eine möglichst kuschelige Decke hole und mich in sie einhülle. Leicht zittern muss ich dennoch, doch wirklich spüren, wie ich friere, tue ich nicht. Ich weiß darum, ich sehe mich frieren, ich glaube sogar zu wissen, dass es kalt ist, aber ich meine nicht zu fühlen, wie ich friere. Aber auch da bin ich mir nicht allzu sicher. Ziemlich schräge Sache. rnEine Weile mache ich nichts, als es zu genießen, einfach so dazuliegen. Irgendwann setze ich mich zurück auf den Boden und wiege meinen Oberkörper kreisend umher, während ich sachte und manchmal stärker mit meinen Fingern Unendlichkeitszeichen auf meine Oberschenkel, den Teppich, alles um mich herum male. Im Zuge meiner kreisenden Bewegungen stelle ich fest, dass mein Ex neben mir sitzt, und ich mag ihn so gerne wieder berühren. Es wird wohl kaum allzu angenehm für ihn sein, missbrauche ich seine Gliedmaßen als Knautschball, aber er wird mich schon lassen. Ich brauche das gerade. Will das gerade. Will ihn küssen und wende schlicht sein Gesicht zu meinem herum, dass er mich ansehen muss. Den Teppich weiterhin liebkosend stelle ich fest, dass das Ganze in diesem Moment zwar angenehm ist, aber nicht spannend genug. Ich will Bewegung, will Lichter, Musik. Im Versuch, meine Wünsche miteinander auszubalancieren, lasse ich ihn sich an mich lehnen und male weiter schaukelnd Muster in den Raum. Es ist ein seltsames Gefühl, den schweren Männerkörper auf mir lasten zu haben, aber dennoch unfassbar angenehm, ich... male Muster, durchstreife Haare, rauche, rede. Die Stimmung bleibt, die Leute gehen. Manche.rnMit der nächsten Lüftung geht ein unangenehmes Gefühl der Kälte und Nüchternheit in mir einher. Die Decken kühlen schnell ab und verlieren damit ihren Nutzen. Ich laufe herum, recht langsam, vermeide, in auf dem Boden platzierte Aschenbecher oder anderes hineinzutreten und versuche zu ergründen, wie ernüchtert ich tatsächlich sein mag. Ich wippe nicht mehr umher, fühle mich eher schwer, schläfrig schwer, was mich veranlasst, um einen der Buchstaben zu bitten. rnWährend die stickige Luft entweicht und durch kühle, frische getauscht wird schaue ich mich nach dem alten Heft um, auf dem die Buchstaben „ACAB“ in hübsch weiß prangen. Einen Künstler darf sich nennen, wer die mit solcher Ästhetik zu rekreieren versteht. Nach einiger Bewunderung der weißen Ziffern und einer andauernden Suche nach Geld entscheide ich mich für das „A“, das Zweite. rnSpüren tue ich jedoch weniger, als noch vor einigen Stunden, nur wach hält es. Endlich lasse ich mich gemütlich auf dem Boden nieder und gehe wieder zu meiner vorigen Beschäftigung über. Wir rauchen, reden, rauchen. An verschiedenen Stellen des Kellerraumes machen Leute wild miteinander herum. Manchen Paaren würde ich mit Vorliebe eine Decke überwerfen, aber das kann ausgerechnet ich mir nicht erlauben. Ab davon bin ich mir ohnehin darüber im Klaren, wie egal ihnen das wohl wäre.rnMit der Zeit werde ich zunehmend klarer im Kopf und kriege wieder mehr Lust auf aktive Berührungen. Gleichzeitig kommen meine emotionalen Empfindungen wieder zum Vorschein und ich bin zwischen leichter Trauer und Enttäuschung, Wut und Liebe hin- und hergerissen. Letzteres überwiegt knapp, doch der innere Kampf ist von außen deutlich spürbar. Mittlerweile ist niemand mehr da, der nicht auch bleibt. Trotz Kokain möchte der andere verbliebene Junge, im Grunde mein Gastgeber, im Raum schlafen, und die seit geraumer Zeit wieder laufenden, kreisenden Lichter sind ihm zu hektisch. Nach und nach verlischt jede Lichtquelle im Kellerraum. Nun liege ich da, mit meinem ehemaligen Freund auf der Couch in der Ecke und verliere mich in der beruhigend angenehmen Wärme des Raumes, des Körpers, der Situation. Um tatsächlich zu schlafen bin ich viel zu zu, aber was ich fühle ist auch minder Schläfrigkeit als durchdringend tiefe Entspannung. rnDiese wird lediglich durch die, mit dem Akku der Box gemeinsam endenden, Klänge der Beatles durchbrochen. Damit versiegt auch die bisweilen so angenehme Stimmung und wir raffen die Decken zusammen, um uns im Nebenzimmer zur Ruhe zu begeben. Ich fröstele etwas, als meine Füße die kalten Fliesen berühren und fühle trotz allem gleich darauf wunderbare Wohligkeit, als wir uns auf die 1,40er Matratze kuscheln. Allein die Tatsache, in diesem Moment hier sein zu dürfen, diese Nähe verspüren zu dürfen verschafft mir einen Zustand von Glückseligkeit, der mich durch die Nacht hinweg geleitet, während ich sanft zurück in Nüchternheit und Schlaf wandere. iloveu






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