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Tripbericht lesen

Übersicht:

Titel:Sonnenblumen im Winter - oder: 1ter Trip und Auto weg?
Drogen:Mischkonsum von LSD, Crystal, Speed und Ecstasy (Reihenfolge vom Autor festgelegt)
Autor:ehemaliges Mitglied
Datum:22.08.2017 18:45
Set:Unsicherheit / Angst / und Erlösung
Setting:Fremde Wohnung / 2-3 Tage wach
Nützlichkeit:8,19 von 10 möglichen   (21 Stimmen abgegeben)

Bericht:

Sonnenblumen im Winter - oder erster Trip und Auto weg?

Sie waren bereits 2 Tage am Feiern. Eine ganze Nacht hatten sie im Club getanzt oder im Auto den Spiegel bedient. Die übliche Musik, der sog. "Schranz" war seit Tagen ihr Begleiter. Ob nun im Club, in privaten Wohnungen oder in seinem Auto, einem schneeweissen 2er Golf TDI.

Nachdem er sich mittags bereits 0,25g Kristall und 1,5 verdächtig gelbe Pillen "007" einverleibt, und sich und K. plus eine weitere Person durch die Kante gegondelt hatte, kam seiner jungen weibliche Begleitung die Idee jemanden zu besuchen um dort den Samstag ausklingen zu lassen und in den Sonntag überzugehen.

Kurz bevor man sich entschied, wurden noch Tickets organisiert um dem Ganzen etwas Farbe zu verleihen.
Es war Dezember. Sonnenblumen also!

Seine Begleitung hatte diese im Handumdrehen am Mann bzw. an der Frau (sie war in ihren jungen Jahren recht versiert was das anging) - und somit ging es durch das mannshohe Weiß (ja, auch auf der Strasse) zur Wohnung des besagten Kollegen.

Die Hochlagen des Thüringer Waldes halten in Sachen Schnee immer was sie versprechen - ein Traum.

Nach einer guten halben Stunde kam man mit einem ordentlichen Fasching in den Gesichtern und viel Vorfreude bei der Wohnung an.

Sie begaben sich in das Hochhaus.

Bereits jetzt war die Situation mehr als seltsam und bedrohlich.

Grau in Grau / Dreckiger Schnee / Alte Hochhäuser in abgefuckten Stadtteilen ehemaliger SovjetBesatzungszonen / ein chemischer Zustand nicht von dieser Welt und ein bevorstehendes Premierenerlebnis mit LSD.

Das alles in einer Wohngegend, welche über die Landesgrenzen hinaus zur damaligen Zeit als "Russischer Küchenblock" bekannt war. Und das nicht weil man dort so feinen Borschtsch zauberte....

Im Zimmer des Bekannten angekommen - er wohnte noch bei seinen Eltern - platzierte man sich auf Couch und Bett.
Ein kleiner Raum. Mit einem Fester der einen Blick nach draussen auf die weissgraue Tarkovsky-artige Landschaft preisgab.
Ein Röhrenfernseher (es waren die 90er) auf dem eine ganze Litanei an Ü-Ei-Figuren platziert worden war. Er dachte sich noch wie absurd es doch wäre bei jemanden in der Wohnung zu sitzen der wegen Handels und Herstellung zum Vertrieb von Metamphetamin verurteilt worden war und auf dessen Ü-Ei Sammlung zu blicken.

Bevor er sich an diesem Gedanken festbiss - er wohnte selbst als 20-jähriger noch zuhause, Glashäuser waren noch nie sein`s - entschied er sich lieber über die Wirkung der bevorstehenden LSD_Pappe zu informieren.

Eine nette Plauderstimmung entstand. Ihm wurde von seiner um einige Jahre jüngeren Freundin über Wärme und Wohlgefühl, Farben und Formen erzählt & wie toll das Ganze doch sei.

Er solle sich keine Sorgen machen, das wird "schon alles schön."

Er vertraute diesen Worten, fühlte sich auch gut und entschied sich selbst, eigenverantwortlich, dafür (!) eine dieser Sonnenblumen zu sich zu nehmen.

Alle anderen taten es ihm gleich und so bebag man sich mit der musikalischen Untermalung von Pascal F.e.oS. und Monika Kruse auf die Reise.

Diese währte nicht lange.
Nach ca. 10 Minuten klingelte es an der Tür und ein weiterer Bekannter betrat das Feld.

Schon nach dem Eintritt dieses Herren legte sich ein dunkler Schleier über die Gesamtsituation. Es war nichts Festes, Greifbares, Ausgesagtes... - doch ER wusste - bereits nach seinem ersten Konsum dieser "mindopening" Substanz instinktiv: "Du gehörst nicht zu uns und wirst uns / mir heute Ärger bereiten!"

Er ignorierte seine innere Stimme. Er war noch jung. Später sollte ihm so etwas nicht mehr passieren.

Der Angekommene legte allen Anwesenden (K. verzichtete hier, wollte er die Wirkung des ersten LSDs nicht noch mehr verfälschen) eine ordentliche Line Kokain, was die Aufmerksamkeit der Dame beträchtlich erregte. Natürlich sehr zum Leidwesen unseres Protagonisten.

Als ob das Einnehmen der Gesamtsituation nicht genug gewesen wäre, schickte sich K. (die Dame) nun an, mit dem neu Hinzugekommenen auszumachen dass man mehr von dem guten Weiss holen müsse. Dazu allerdings ein Auto benötigen würde.

Ihm war klar wo das enden sollte. War er ja der Einzige mit Kfz im Raum.....leider allerdings auch eben das erste Mal an der Schwelle zu einen LSD Rausch....er wusste, Fahren wäre keine gute Idee. Aber er wollte auch Kokain für den nächsten Tag....und K. nicht alleine lassen...eine verdammte Zwickmühle.

Nach langem Hin und Her, vielen grossen Augen von der Lady und einigen Überzeugungstriggern Ihrerseits händigte er schliesslich (so dumm war der Kerl manchmal...) den Schlüssel seines Fahrzeugs an seine Bekannte aus. Welche zu diesem Zeitpunkt noch keinen Führerschein besass - dies sei noch hinzugefügt. (Zumindest ist er sich bis heute sicher dass er dies getan hat, was später noch von Belang ist.).

Bis auf ihn und den Inhaber der Wohnung verliessen nun alle das Geschehen, mit dem Hinweis "in einer Stunde wieder da zu sein".

Die Stunde verging.
Er war sich nun folgender Situation bewusst:

Ich sitze in einer fremden Wohnung, total unter Strom und bald auch recht verklitscht.
Habe das erste Mal in meinem Leben `ne ganze Pappe gefressen.
Habe keinen Cent Geld mehr einstecken.
Mein Auto ist bei einer führerscheinlosen, genauso druffen Freundin - die mit einem Kerl den ich nicht kenne unterwegs ist (der hoffentlich mein Auto fährt, HOFFENTLICH), der noch dazu mittlerweile die Taschen voller Kokain hat.

Gespräche mit dem verbliebenen Wohnungsinhaber kamen keine zutande. Der Kollege legte sich um ca. 11 Uhr - was vier Stunden nach Aufbruch der Anderen war - zum Schlafen. Er wäre jetzt eine Woche wach und nun ist`s gut.

Unser Protagonist sass nun in diesem Raum, neben ihm auf dem Bett der Unbekannte - total im Arsch, schlafend.

Die Farben, die Formen, alles war fantatstisch....wäre da nur nicht dieser kleine, unbedeutende Faktor mit seinem Auto und der Gesamtsituation gewesen.

Alle zehn Minuten ging er zum Fenster um seinen weissen Golf innerhalb der Schneemengen unter einer der fahl leuchtenden Laternen auszumachen. Gar nicht so einfach auf LSD, im Winter, nach ein paar Tagen wach und im zweitobersten Stock eines Hochhauses *räusper*.

Sein Auto war nicht da!

Er wurde evtl. sogar von einer Freundin abgezogen?

Oder gar ein Unfall....mit seinem Auto....wer weiss wer nun dafür zahlt dass er so immens BESCHEUERT war den Schlüssel zu übergeben?

Ich denke werter Leser, Du verstehst den Ansatz.....

Angst, Panik, sämtlichste Horroszenarien liefen vor seinem geistigen Auge ab...während seine Augen im Kopf einfach fasziniert waren von der Umgebung in diesem abgefuckten Jugendzimmer.

Irgendwann realisierte er dass es an der Türe zu klingeln schien. Tief im Hinterkopf. Es muss so auf kurz nach 12 gewesen sein..gerade der Höhepunkt seines Trips - so schätzte er es im Nachhinein ein.

A., der Zimmerinhaber, stand auf und schlurfte nach drüben.
Er war sich sicher: DAS müssen sie jetzt sein, endlich...ich hab meinen Schlüssel undoder mein Auto wieder...ja, und Koks gibt´s auch noch wenn ich schon nix zu rauchen hier habe. Alles ist gut. Überstanden!

A. kam zurück und brummelte irgendetwas in einem russischen Dialekt. Legte sich wieder hin, um sofort wieder einzupennen. Instant.

Er sass wie vom Donner gerührt auf der Couch. Nichts? Niemand? Kein Auto? Kein Schlüssel? Was zur Hölle...... - Downfall. Emotionaler Crash. Alles aus.

Dann traf er die Entscheidung NICHT durchzudrehen und nicht dem Wahnsinn zu verfallen.

Er konzentrierte sich auf die verfluchten Ü-Eier auf dem TV-Gerät und beobachtete, Nein, gab ihnen fast schon Anweisungen wie sie zu tanzen hatten um ihn abzulenken..... - was funktionierte.

Dieses Schauspiel dauerte bis ungefähr 8 Uhr morgens.
Also gute 8 Stunden. Ohne Dope oder sonstige Ablenkunsmöglichkeiten.

Als A. dann aufstand und endlich fähig war normal mit ihm zu reden war die erste Tat Speed in einer Zigarette gedreht zu rauchen. Er fragte nicht nach dem Sinn oder Unsinn des Ganzen, sondern rauchte einfach mit.

Nach dieser morgendlichen "Erfrischung" machte sich der Wohnungsinhaber daran sein Bett zu richten. Dabei fiel ihm auch ein Schlüssel für einen VW in die Hände, auf welchem er gelegen hatte.....

K. traute seinen Augen nicht. Alles seit 10 Stunden Fantasierte sollte nicht stimmen? Hatte er sich umsonst die ganze Nacht mit Ü-Ei-Figuren unterhalten und ihnen neue Tanzschritte beigebracht?

Zuviel auf einmal. Er wollte nur noch eines...NACH HAUSE ZU SEINER BONG.

Aber ganz so einfach sollte es nicht werden.

Zwar fand er seinen Wagen nach ein paar Miunten Suchen - er kann bis heute nicht sagen ob er diesen übersehen hatte von oben, oder ob er wirklich iwann die Nacht zurückgebracht wurde - allerdings ein Blick auf seinen Tank liess ihn erschaudern.

Reserve! Und diese schon am Ende.

Sein vom Durchmachen gilbliches Gesicht verfinsterte sich zusehends.

Da war es ja wieder das Problem...und er dachte schon es wäre JETZT "alles schön".

Er startete den Motor und betete zu den Göttern dass dieser jetzt nicht aufgeben würde.

20km von zuhause entfernt.
Sonntag.
Kein Geld.
Kein Handy.
Kein Benzin.
Am Runterkommen vom ersten Acid, plus E, und C
- und craving nach Rauch.

Alles auf einen Schlag.

Die Sonntagsklösse die gerne kalt werden durften waren momentan seine kleinste Schwierigkeit.

Glücklicherweise war die Lage so, dass sich sein mom. Aufenthaltsort in einer Höhe befand, welche es ihm in Kombination mit den freien Sonntagsstrassen möglich machte, unter Schweiss und ständiger Kuppelei BIS NACH HAUSE ZU GELANGEN.
Wieviele Verkehrsregeln und Ampeln er hierbei missachtete lassen wir mal unerwähnt.

Am nächsten Tag übrigens, als er das Auto zum Tanken nur aus der Garage fahren wollte gab der Motor auf & musste entlüftet werden. Es war ein TurboDiesel.

Bis heute kann er nicht sagen wie sich diese ganze Situation wirklich abspielte. Es bieten sich verschiedene Optionen.

a) Absicht ihn zurückzulassen aufgrund von Koksgeilheit
b) Absicht ihm nichts zu sagen dass man nachts kam, weil er nicht fahren SOLLTE auf LSD
c) Man sich nicht traute den leeren Wagen zurückzugeben und so diese Option nutzte
d) irgendetwas vollkommen anderes, was nur die Ü-Ei-Figuren wissen

Auf jeden Fall stand für ihn nach diesem Erlebnis fest dass er NIE wieder seinen Schlüssel übergeben würde UND sich nie mehr ein weisses Auto kaufen wolle.

Diesen Grundsätzen und einigen anderen welche er sich im Laufe der Jahre aneignete zum Überleben in dieser Szene, blieb er auch in den folgenden 19 Jahren bis heute treu.






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