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Tripbericht lesen

Übersicht:

Titel:Die Lichter von St. Pauli
Drogen:Mischkonsum von Ecstasy, Cannabis, Speed und Alkohol (Reihenfolge vom Autor festgelegt)
Autor:Fly2Night
Datum:17.01.2018 20:43
Set:Gestresste und eher traurige Grundstimmung, Vorfreude, Nervosität
Setting:U-Bahn, Club, Wohnung meines Bekannten
Nützlichkeit:7,33 von 10 möglichen   (12 Stimmen abgegeben)

Bericht:

Vorwort

Kurz zu meiner Person: Ich bin 29 Jahre alt und im Umgang mit Drogen abseits von Alkohol alles andere als erfahren. Meinen ersten Kontakt mit Substanzen hatte ich vor einem knappen Jahr. Auf einer Karnevalsparty hatte ich Speed ausprobiert. Da ich jedoch zum Zeitpunkt der Einnahme schon ziemlich betrunken war, hatte ich um ehrlich zu sein nicht viel davon außer einem übelsten Kater, der tagelang anhielt. Danach brach der Kontakt zu meinen Bekannten aus der Szene einige Monate ab, sodass ich erst im Herbst wieder weitere Erfahrungen sammelte, wiederum mit Speed sowie Cannabis. Der Abend, von dem dieser Tripbericht handelt, war meine allererste Erfahrung mit Ecstasy. Meine private Situation zu diesem Zeitpunkt war sehr angespannt. Ob und in wie fern dies den Trip beeinflusst hat, kann ich nicht beurteilen, da ich keinen Vergleich habe. Einen negativen Einfluss konnte ich jedoch nicht wahrnehmen.

Der Tag des Trips

Der Tag meines ersten Trips auf Ecstasy fing ein wenig stressig an. Die Party, zu der ich mit zwei Bekannten wollte, war in Hamburg, was bedeutet, dass mir eine Zugfahrt von vier Stunden bevorstand. Morgens schrieb mir dann mein Bekannter P., der auch in meiner Stadt wohnte, dass er arbeiten muss und nicht mitkommen kann. Ziemlich ärgerlich, auch weil er uns Speed besorgen wollte. Nach einigem hin und her kamen wir überein, dass er später kurz zum Bahnhof kommen würde. Danach schrieb ich noch mit meinem Bekannten V., der in Hamburg wohnte. Er hatte uns schon jeweils eine Pille Ecstasy besorgt und fragte, ob wir uns, da mein Kumpel ja nicht mehr dabei ist, früher treffen wollen, um bei ihm noch etwas zu trinken. So kam es, dass ich eine Stunde früher als geplant und etwas gehetzt zum Bahnhof fuhr. Dort wartete ich auf meinen Bekannten P. Er hatte wie abgemacht das Speed dabei. Wir suchten erstmal einen etwas unbeobachteten Platz (nicht so einfach an einem Bahnhof am 23.12.), er gab mir das Speed und wir verabschiedeten uns.

Ich fuhr los und nach dem ersten Umstieg gönnte ich mir schon mal eine kleine Nase und mein erstes Wegbier. Gut gelaunt setze ich meine Fahrt nach Hamburg fort und kam schließlich gegen 21:30 bei V. an. Er holte mich an der Bushaltestelle ab und wir gingen zu ihm. Mittlerweile war ich schon ziemlich geschlaucht von der Fahrt, sodass wir erstmal bei einem Glas Wein ausruhten. Während V. sich umzog, genehmigte ich mir noch eine Nase. Wir rauchten noch einen Joint, ich verstaute unsere Teile sicher und dann gingen wir los.

1. Hälfte – U-Bahn – Rave

Die Party, zu der wir wollten, sollte in einer U-Bahn stattfinden und dann in einem Club weitergehen. Während V. und ich auf den Bus zur U-Bahnstation warteten, meinte er, wir könnten ja schon mal ein halbes Teil nehmen, es würde ja eh ein bisschen dauern, bis die Wirkung einsetzt. Ich zögerte noch, da ich die Wirkung des Speeds grade sehr deutlich spürte und Bedenken hatte, dass es mir zu viel würde. So nahm V. allein ein halbes Teil und ich wartete noch etwa 20 Minuten, bis die starke Wirkung von Speed und Joint etwas nachließen. Dann nahm ich ebenfalls knapp die Hälfte meiner Pille, was etwas weniger als 115 mg MDMA entsprach. Das Halbieren hatte in der Dunkelheit wohl nicht so ganz funktioniert, sodass die zweite Hälfte etwas größer war. V. sagte, ich solle beim Nachlegen sicherheitshalber nochmals halbieren. Da wir natürlich viel länger brauchten als gedacht, mussten wir am Ende total rennen, um unseren Partyzug noch zu erreichen. Gerade noch rechtzeitig stiegen wir ein.

In der Hetze hatte ich möglicherweise den Eintritt der ersten Effekte gar nicht mitbekommen. Erst während der Fahrt merkte ich, dass ich mich irgendwie sehr anders fühlte. Ich war plötzlich doch etwas ängstlich und wusste nicht so recht, ob ich das gut oder schlecht finden sollte und erzählte V. davon. Er meinte, ich soll mir keine Gedanken machen, es wäre alles in Ordnung. Wir organisierten uns erstmal ein Getränk, setzten uns hin und redeten über dies und das. Worüber, weiß ich nicht mehr. Ich weiß nur, dass ich irgendwann den totalen Lachflash bekam, weil einfach jede Berührung total kribbelte. Beim Blick in den Spiegel sah ich dann, dass ich schon riesige Teller hatte, was zu einem erneuten Lachanfall führte. Ich war total gut gelaunt, locker und voll auf Kuschelkurs, was sonst bei Leuten, die mir nicht sehr nahe stehen, gar nicht meine Art ist.

Als wir an der Endhaltestelle des Partyzugs ankamen, meinte V., er würde gerne einen kleinen Umweg zum Club gehen, um noch ein bisschen frische Luft zu schnappen. Da auch ich die Luft im Zug sehr unangenehm fand, gefiel mir die Idee. So machten wir noch einen Spaziergang durchs nächtliche St. Pauli. Ich merkte die Wirkung des MDMA zu diesem Zeitpunkt zwar deutlich, kam aber gut damit zurecht. Ich war einfach nur glücklich und zufrieden mit dem Hier und Jetzt, genoss die Nachtluft und das Zusammensein mit V. Wir trafen uns an diesem Abend erst zum zweiten Mal, trotzdem fühlte es sich unheimlich vertraut an.

2. Hälfte – Im Club

Unterwegs besorgten wir uns noch etwas zu trinken und V. nahm seine zweite Hälfte. Ich wollte noch etwas abwarten, wie stark die Wirkung der ersten Hälfte noch wird. So gingen wir zum Club. Dort angekommen lud mich V. noch auf einen Schnaps ein und wir gingen sofort auf die Tanzfläche. Es war nicht sehr voll, aber es interessierte uns zu diesem Zeitpunkt absolut nicht, dass wir ziemlich die einzigen waren, die tanzten. Irgendwann ging ich nach draußen, um etwas frische Luft zu bekommen. Außerdem wollte ich den Rest meines Teils lieber abseits des Gewühls nehmen, mittlerweile war es im Club doch ziemlich voll geworden. Ich ging also erst nach draußen, danach suchte ich mir eine ruhige Ecke außer Sichtweite der Türsteher. Den Rat, nur ein Viertel nachzulegen, hatte ich zu diesem Zeitpunkt schlichtweg vergessen, sodass die zweite Hälfte komplett ihren Weg in meinen Magen nahm. Ich ging daraufhin zurück zu V. und sagte ihm, dass ich den Rest genommen hatte. Er fragte etwas besorgt „Den ganzen Rest?“ und da fiel mir ein, was er mir geraten hatte. Nicht zu ändern, ich stellte mich darauf ein, dass es heftig werden kann und beschloss, mich komplett darauf einzulassen.

V. ließ mich ab da nicht mehr aus den Augen, was auch mein Glück sein sollte. Ich bekam nach kurzer Zeit starke Optics, die mir zwar keinerlei Angst machten, aber meine Fähigkeit, sicher zu laufen, stark beeinflussten. Der Boden wirkte leicht wellig, alles war verschwommen und schief. Da der Club viele Stufen hatte, hatte ich ziemliche Schwierigkeiten, mich fortzubewegen. Dazu wurde mir plötzlich ziemlich übel und ich war froh, dass eine Frau im Club merkte, was mit mir los ist und mich zu den Toiletten brachte. Ich musste mich ziemlich heftig übergeben, danach ging es mir jedoch sofort besser und ich wäre am liebsten sofort wieder auf die Tanzfläche gestürmt. V. und die U., die mich zu den Toiletten gebracht hatte, hielten mich jedoch zurück und sorgten dafür, dass ich erstmal eine Pause an der Luft machte. Auf dem Weg nach draußen wurde mir wieder schlecht, sodass ich schon befürchtete, der Abend wäre gelaufen. Draußen erholte ich mich jedoch schnell und wir beschlossen, den Club zu wechseln, da uns das ständige Stroboskoplicht vor Ort zu viel wurde und die Musik V. auch nicht gefiel. U. wollte noch bleiben, aber vielleicht später nachkommen. Wir tauschten Nummern aus, während V. unsere Jacken holte. Zu diesem Zeitpunkt merkte ich, dass ich Töne als Bilder wahrnahm. Ich war davon total begeistert. V. freute sich total für mich, dass ich meinen ersten Trip so sehr genoss.

Dann zogen wir weiter über den Spielbudenplatz und die Reeperbahn. Ich betrachtete die Lichter und fühlte mich wie ein Kind an seinem ersten Weihnachten. Alles war bunt und leuchtend und einfach wunderschön. Ich war glücklich wie noch nie in meinem Leben. Alles fühlte sich einfach richtig an, so wie es ist. Auch meine eigentlich sehr schwierige Lebenssituation konnte ich in diesem Moment annehmen und als Chance sehen. Etwas, was ich rückblickend betrachtet wohl sonst nicht so schnell geschafft hätte. Diese Erfahrung half mir auch in der Zeit danach, mit meinen Problemen umzugehen. Ich erzählte V. von meinen Gedanken, selbst wenn ich gewollt hätte, ich hätte nicht schweigen können. Ich sprudelte regelrecht über vor Glücksgefühlen. V. war froh, dass es mir wieder gut ging und er sich keine Sorgen mehr machen musste. Arm in Arm liefen wir lachend durch den Regen, teilten uns den letzten Rest unseres Wassers und kamen schließlich in dem von ihm ausgewählten Club an. Eigentlich ein Goaclub, an diesem Abend lief aber leider Techno oder etwas Ähnliches. Keine sehr trippige Musik, trotzdem war es recht schön. Wir tanzten nicht sehr viel, die meiste Zeit saßen wir auf dem Sofa, kuschelten und betrachteten die Deko. Die Bilder schienen sich im Takt der Musik zu bewegen, auch der Boden war nach wie vor leicht in Bewegung. Wenn ich die Augen schloss, erzeugte jeder Ton ein neues kaleidoskopartiges Bild, das mit dem nächsten Ton zerplatzte. Ich genoss die CEVs und erzählte V., was ich sah. Auch er war ziemlich vertrippt, hatte jedoch weniger Optics. Nach etwa zwei Stunden entschlossen wir uns, zu V. zu fahren und die Nacht mit Goa ausklingen zu lassen.

Die Rückfahrt gestaltete sich etwas kompliziert, da Bahnstationen so viele Treppen haben und ich immer noch sehr verschwommen sah. Es ging jedoch alles gut und so machten wir es uns kurze Zeit später bei V. gemütlich. Er schlug vor, noch einen Joint zum Runterkommen zu rauchen und dann langsam schlafen zu gehen. Ich stimmte zu, da ich auch langsam müde wurde und mich meine Zappeligkeit anfing zu nerven. Der Joint brachte zwar die gewünschte Ruhe, verstärkte jedoch die Optics und den Drang nach Nähe zusätzlich. Ich kuschelte mich also an V., der diese Annäherung blöderweise sexuell verstand. Das war von mir absolut nicht beabsichtigt. Ich war einfach nur auf der Suche nach Geborgenheit und Nähe. V. verstand zum Glück schnell, was mit mir los war und bedrängte mich in keiner Weise. Wir kuschelten uns in sein Bett und ich genoss noch einige Zeit die CEVs, die sich mittlerweile zu zusammenhängenden Comics verändert hatten. Darüber schlief ich am frühen Morgen ein.

Der Tag danach

Etwa zwei oder drei Stunden später wachte ich mit einem leichten Afterglow auf. Ich war immer noch extrem glücklich. Unter der Dusche merkte ich, dass sich alles noch immer sehr anders anfühlte. Das Wasser kribbelte auf der Haut und das Handtuch war flauschiger als alles, was ich je zuvor berührt hatte. Nach dem Duschen redeten wir noch ein wenig über den vergangenen Abend. Ich frühstückte etwas Obst und machte mich auf den Heimweg. Auch im Zug hatte ich noch gelegentlich leichte Optics, die mich bis auf einmal aber nicht störten. Lediglich am Hamburger Hauptbahnhof wurde es mir kurzzeitig zu viel, weil ich es eilig hatte und beinahe die Orientierung verloren hätte. Kurz vor meiner Ankunft in der Heimat fühlte ich mich plötzlich sehr traurig. Ich schrieb meiner besten Freundin, die bereits Triperfahrung hatte, ob ich zu ihr kommen könnte. Sie stimmte zu. Es tat gut, mit ihr zu reden und nach ein paar Stunden ging es mir besser. Zu Hause angekommen ging ich sofort schlafen und schlief 14 Stunden durch. Danach fühlte ich mich wieder völlig normal. An diesem und am Tag danach hatte ich noch kurze Flashbacks, die mich jedoch nicht beeinträchtigten. Die einzige wirklich unangenehme Nachwirkung waren die Kieferschmerzen, die mir noch eine ganze Woche erhalten blieben. Insgesamt habe ich diesen ersten Trip jedoch in guter Erinnerung behalten.






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