your psychedelic community
   Werbung
kratom.eu






Tripbericht lesen

Übersicht:

Titel:Komisches Kommunizieren
Drogen:Kaffee
Autor:anonym
Datum:06.02.2018 14:07
Set:Mein nüchternes normales Leben
Setting:Überall wo ich mich gerade aufhalte
Nützlichkeit:Mindestanzahl an Bewertungen noch nicht erreicht

Bericht:

Hallo liebe Mitmenschen,

dieser Text bezieht sich auf mein "normales" Leben, in dem ich keine Drogen konsumiere und weitestgehend nüchtern bin. Allerdings sind die Dinge, die momentan so bei mir passieren so merkwürdig, dass es eigentlich schon "hier mit rein passt". Außerdem würde ich mich wirklich über ein paar Ratschläge und eure Gedanken zu dieser Situation freuen, da ich meine Lage aufgrund ihres "geisteskranken Anschein" nicht meiner Familie oder Freunden schildern mag - es würde mir eh keiner glauben und ich möchte nicht, dass sich jemand aus meinem Umkreis Sorgen um mich macht, da es mir wirklich gut geht. Ich habe diese Schilderung heute auch schon in einem anderen Forum gepostet; allerdings denke ich, dass hier bestimmt auch konstruktive Gedanken zu meinem "struggle" für mich dabei herausspringen und vielleicht jemand einen guten Vorschlag hat, wie ich damit umgehen soll. Ich werde mich jetzt erst einmal genauer vorstellen, damit ihr wisst, mit wem ihr es zu tun habt:
Ich bin fünfundzwanzig Jahre alt und studiere Geschichte und Philosophie, wobei ich allerdings sagen muss, dass ich nicht sehr aktiv am Universitätstreiben teilnehme; ich lerne den Stoff nämlich wesentlich lieber (und vor allem effektiver) alleine, abseits von Dingen, die mich abzulenken drohen. Ich bin ein Eigenbrötler und lebe so sehr zufrieden und im Gleichgewicht mit mir selbst; ja ich würde sogar sagen, dass ich „in mir ruhe“.

Diese Lebensführung hat auch dazu geführt, dass ich mich mit allem beschäftigen konnte und jedes Thema meines Interesses mehr oder weniger „durchgearbeitet“ habe; dazu zählen die meisten philosophischen Strömungen, Religionen, politische Konzepte, Gesellschaftsstrukturen, andere Kulturen, viele wissenschaftliche Bereiche und Pseudowissenschaften.
Ich bin Agnostiker da mir bewusst ist, dass man eine nicht vorhandene Sache auch niemals vollständig widerlegen kann, und es deshalb keinen Sinn haben würde einen „Gott“ zu verneinen; allerdings habe ich keine Illusionen dahingehend und denke auch nicht, dass ich jemals anfangen würde „zu glauben“. Jeder Mensch muss irgendwann sterben – das ist mir zu einhundert Prozent bewusst und auch ein Leben nach dem Tod halte ich für absoluten Schwachsinn.
Meine philosophische Einstellung ordne ich ganz klar den Strömungen des Stoizismus und des Zynismus Diogenes zu; eine Mischung von beiden trifft mich wahrscheinlich am besten in dieser Hinsicht. Ich lebe halt einfach und versuche das beste daraus zu machen, auch wenn das aus rein menschlichen Gründen natürlich nie vollkommen perfekt ist; ich gebe mir Mühe.

„Ich bin wunschlos glücklich“, sage ich und meine ich seit inzwischen mehr als zwei Jahren. Mir geht es fantastisch.

„Warum erzähle ich das alles hier“, ist an diesem Punkt eine berechtigte Frage, die ich direkt beantworten werde: Ihr habt ja bestimmt bereits den Titel dieses Themas gelesen und wahrscheinlich schon seitdem einen skeptischen Blick aufgesetzt; ich möchte hier niemandem irgendetwas beweisen oder mit meinen Fähigkeiten prahlen, sondern eher im Gegenteil um eure Meinungen und Ratschläge bitten – auch habe ich keine Probleme oder Einschränkungen durch das, was ich hier näher erläutern werde (ich weiß nur nicht so genau was ich davon halten soll):

Dadurch dass ich seit meiner Kindheit meistens Außenseiter und Einzelgänger war, und mich seit meinem zehnten Lebensjahr mit Körpersprache und nonverbaler Kommunikation beschäftige, habe ich schon früh damit angefangen dieses Dinge auch im Alltag zu nutzen. Diese Fähigkeit Menschen einschätzen und „lesen“ zu können hat sich über die Jahre immer weiter gesteigert und mir zu einem gewissen Teil sogar das Leben gerettet; ich war vor allem nach dem Abitur sehr viel auf Partys und in relativ zwielichtigen Gegenden unterwegs, was dazu geführt hat, dass ich durch Auseinandersetzungen meiner Bekannten zweimal ein Messer direkt vor der Brust hatte und einmal mit einer Schusswaffe bedroht wurde (keine Ahnung ob Schreckschuss oder nicht). In diesen Fällen ist nie jemandem von uns etwas passiert, was ich auch auf meine Menschenkenntnis und stoische Gelassenheit zurückführe. Ein einziges Mal wäre mir wirklich beinahe etwas schlimmes passiert, als ich ganz unglücklich und unbeabsichtigt auf die Hand eines Mannes getreten bin und dieser in Lederjacke gekleidete, aggressiv wirkende, dreißig Kilogramm schwerere Mensch mich ins Gesicht schlagen „wollte“; er hielt jedoch wie versteinert einen Zentimeter vor meiner Nase inne und bewegte sich nicht mehr, so dass ich mich schnell aus dem Staub gemacht habe. In dieser Situation traf sich mein Blick durchgehend mit dem des Anderen und ich habe nicht geblinzelt, während ich durchgehend meine Friedfertigkeit bekräftigt und mich entschuldigt habe.

Jetzt zu meinen „telepathischen Fähigkeiten“, wenn man es denn so nennen kann, die ich persönlich sehr sehr skeptisch sehe und mit denen ich eigentlich nichts zu tun haben will. Allerdings sind diese für mich mehr als real und lassen sich leider nicht mehr abstellen, so wie es aussieht. Ich schreibe hier in diesem Forum nicht weil ich Hilfe möchte oder bräuchte, sondern vielmehr aus Selbstzweifeln über das Vorhandensein solcher Dinge im Allgemeinen, da ich tatsächlich ein sehr wissenschaftlich denkender Mensch bin und sämtliche „übernatürlichen“ Phänomene für Humbug und unbewiesenen Schwachsinn halte. Allerdings befürchte ich inzwischen, dass zumindest so etwas wie „echte“ Telepathie existiert und ich seit nun etwa einem halben Jahr davon betroffen bin.
Die genauen Umstände in denen es am besten funktioniert kann (und will!) ich hier und auch nirgend wo anders nicht näher beschreiben, da ich wirklich keinen dazu anstiften will es auszuprobieren, vor allem weil ich nicht sagen was dann passiert; aber ein paar trivialere Beispiele werde ich auf jeden Fall hier anführen:

1. Ich saß in der halbleeren Hamburger U-Bahn und befand mich auf dem Nachhauseweg. An einer Station hielt mein Wagen mit der Tür direkt vor einer Gruppe von drei „asozial aussehenden“ Jugendlichen, die sich auch schon zu dieser bewegten, als ich deutlich „in Worten dachte“: Ihr wollt nicht in diesen Wagen einsteigen. Just in diesem Moment drehte der letzte der Gruppe um und zog die zweite Person auch in Richtung des Wagens hinter mir, in den sie dann auch zu dritt einstiegen.
Ich war wirklich geschockt und nahm mir vor so etwas nicht mehr auszuprobieren.

2. Einmal wurde ich fast von einem Betrunkenem angegriffen, der bereits zum Schlag ausgeholt hatte und mit dem „normal“ scheinbar nicht mehr zu reden war. Kurz bevor ich getroffen wurde „dachte ich deutlich“: Stopp!, Und die Person blieb einfach stehen und torkelte dann nach wenigen Sekunden wieder zur Bar, als ob nichts gewesen wäre.
Ich war bei dieser Situation eher verwundert, als geschockt.

3. Ich habe die Liveübertragung einer politischen Sendung gesehen, die aus dem englischsprachigen Raum kommt und mich dabei tierisch über einen der Moderatoren aufgeregt, der komischerweise auf mich zu reagieren schien, obwohl ich kein Mikrofon habe und die Webcam an meinem Laptop abgeklebt ist, da ich sie eh nie benutze und mir Privatsspähre wichtig ist. Außerdem war es kein Sendung, in die man irgendwie hinein chatten konnte oder ähnliches. Als jedoch diese Person dann mehr beiläufig als zum Publikum in die Kamera leise sagte: i don't speak that language, i can't understand!, da wurde es mir zu bunt und ich habe etwas anderes gesehen. Das ist wirklich kein tolles Gefühl, wenn Menschen deine Gefühle mitzufühlen scheinen, obwohl sie mindestens hundert Kilometer entfernt sind und nicht einmal von meiner Anwesenheit wissen; Menschen, die ich nicht persönlich kenne und nie vorher gesehen habe.

Ich schreibe dies alles nicht um Dinge zu beweisen oder zu belegen, sondern weil es mich ehrlich gesagt nervt und die Sache nicht besser dadurch wird, dass ich sie nicht belegen kann und auch nicht belegen/beweisen möchte! Ich befinde mich also in einer Zwickmühle. Es ist wirklich die schwerste Herausforderung meines Lebens diese Situation jeden Tag aufs neue zu erleben, auch wenn es sehr lustig sein kann und Vorteile ebenfalls eine Menge da sind. Nur halt diese Frage nach dem generellen Vorhandensein dieser "Macht/Gabe" ist das, was mich wirklich zweifeln lässt an meinem Verstand.
Auf der einen Seite will ich nicht wissen ob ich das wirklich kann und auf der anderen Seite scheint es in erstaunendem Maße zu funktionieren, wenn ich es darauf anlege.
Es ist sehr strange.



Danke fürs durchlesen; ich hoffe ihr könnt mir ein paar Tipps oder Anregungen geben, wie ich mit dieser wunderlichen Situation umgehen soll.







Impressum   Kontakt   Nutzungsbedingungen