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Tripbericht lesen

Übersicht:

Titel:Ein Horrortrip
Drogen:Mischkonsum von Ecstasy und Crystal (Reihenfolge vom Autor festgelegt)
Autor:Maexwell
Datum:11.02.2018 18:37
Set:Nichts ahnend, voller Vorfreude, später nur Angst und Schrecken
Setting:Erst mit meinem besten Freund bei einem Kumpel, später dann bei mir
Nützlichkeit:5,17 von 10 möglichen   (12 Stimmen abgegeben)

Bericht:

Hallo.

Was ihr hier gleich lesen werdet, ist eine Beschreibung eines Horrortrips, welchen ich letztes Jahr im Mai erleben musste. Wir haben damals Pillen bekommen, welche statt MDMA eine sehr hohe Dosis Methamphetamin enthielten. Sie waren preislich höher angesetzt als normalerweise auf der Straße üblich, jedoch haben wir uns nicht gewundert und haben auch erst Anfang diesen Jahres erfahren, dass es Meth war, da ein Bekannter von uns dieselben Pillen von demselben Händler hatte und diese, im Gegensatz zu uns, getestet hat. Wir hatten vorher noch nie Methamphetamin konsumiert, daher traf es uns wie ein Schlag. Wir haben an diesem Abend beide jeweils drei Pillen konsumiert.

Dieser Trip war sehr eindringlich. Ich habe lange gebraucht, um ihn zu verarbeiten und noch heute habe ich Probleme, im Dunkeln zu schlafen. Es muss immer der Fernseher laufen, bis ich einschlafe. Ich konnte ihn auch nicht in normaler Form verfassen, meine Partnerin hat mir daher vorgeschlagen, es als eine Art Kurzgeschichte zusammen zu fassen, da ich in meiner Freizeit sehr gern und viel schreibe. Daher wundert euch nicht über die Schreibweise. Alle Eindrücke, Gedanken und Halluzinationen sowie Gefühle, die in diesem Text beschrieben sind, habe ich genau so erlebt, nachdem wir von dem oben besagten Kumpel zu mir gegangen sind. Es war ein Zeitraum von circa vier Stunden und ich hatte noch eine Woche danach Probleme mit dem Einschlafen, Essen und konnte sogar bestimmte Musik nicht mehr anhören. Mal abgesehen von ständigem Schwindel. So, und um nun endlich mit diesem Erlebnis abzuschließen, poste ich nun besagten Text.

Noch eine kleine Info: Ich habe mich davon nicht abeschrecken lassen, weiter Drogen zu probieren, bin aber sehr viel vorsichtiger geworden und informiere mich eingehender. Es kommt immer darauf an, wie man geistig und emotional beschaffen ist und ich persönlich bin sehr gut darin, schlimme Ereignisse schnell zu verarbeiten aber das ist bis heute in meinem Kopf geblieben.

Bis bald,

M.

Wir waren nur zwei Jungs, die Spaß haben wollten. Ein paar Teile, die gelben Diamanten, welche die Sonne in der Nacht hell erstrahlen ließen. Die Zeit war knapp, der Drang so riesengroß. Eine unterschwellige Sucht, die man nicht wahrhaben will. Das bittersüße Gift, das dich langsam tötet während du dich lebendiger fühlst als am Tag deiner Geburt. In dieser Nacht sollte ich lernen, dass mein Geist ein schwarzes Loch aus Hass und Angst ist. In dieser Nacht lernte ich, dass Schlaf und Nüchternheit und Stille die schönsten Geschenke des Lebens sind.

Nach dem dritten dieser wunderschönen Edelsteine betrachtete ich mich im Spiegel und spürte, dass dort etwas lauert, verborgen in der Euphorie und dem vergifteten Glück in meinem Gesicht. Erst war es die Schlaflosigkeit, während mein bester Freund zuckend neben mir einschlief. Der Schmerz in der Brust, der mich auf einen schnellen Tod hoffen ließ und gleichzeitig die tiefste Angst in mir weckte. Ich schloss die Augen und sah all den Horror, den diese Zivilisation durch mich erfahren könnte. Ich tötete auf die am wenigsten ästhetische Art und Weise die schwächsten Mitglieder dieser verrotteten Gesellschaft. Schlug Kinder zu Tode, vergewaltigte mich und andere mit unmenschlichen Gegenständen, spürte das Blut auf meinen Augen.

Als ich sie schließlich wieder öffnete, gebrochen von den Bildern welche mir allzu echt erschienen, befand ich mich in meinem Bett. Ich hörte mich selbst schreien, eingesperrt in einen Kasten aus Glas und mit jedem Schlag gegen die unzerstörbaren Scheiben dieses Gefängnisses zerbrach ich in die kleinsten Teile meines kleinen, kümmerlichen Selbst.

Die Schrift an meinen Wänden wandelte sich von optimistischen, kunstvollen Versen in Drohungen und Vorwürfe aller Menschen, die jemals das Unglück gehabt hatten, mich widerwärtiges Wesen zu betrachten und mit dem Wunsch meines tiefsten, inneren Selbst endlich befreit zu werden von diesem abgrundtief abartigen verwesenden Körper aus Fleisch, Fett und Knochen. Kein Centimeter dieses sonst so sicheren Raumes, der geschmückt war mit Teilen meiner Seele, konnte mir Sicherheit schenken.

Rastlos verbrachte ich die Stunden dieser Nacht mit der Suche nach einem Fleck, an dem ich ich endlich Stille erfahren konnte doch ich endete letztendlich vor meinem Spiegel sitzend, mein zufrieden grinsendes Spiegelbild betrachtend, welches mir darlegte, dass jeder Schritt meines Lebens ein Fehler war. Dass meine Mutter mich wie geplant hätte abtreiben sollen. Dass mein Vater mich in dieser Nacht, mich unschuldiges kleines Kind, hätte totprügeln sollen um dieser Welt mein Antlitz zu ersparen. Ich begriff, dass ich einsam war, egal, unter wie vielen Menschen ich mich aufhielt. Ein unnötig schlagendes Herz in der Brust eines Menschen, der das Leben, das ihm zugeschmissen wurde, nicht verdient hatte. Ich hörte ihm zu, es übertönte selbst das infernalische Krachen meines Kiefers, welches durch die Überdosis ausgelöst wurde, bei weitem.

Stunden vergingen, Tage, Nächte, ein Leben welches mir in aller Ausführlichkeit dargelegt wurde und eine Ansammlung von Fehltritten, Schmerz und Leid für mich und andere war. Dann ging es, laut und herzlich lachend, in dem Wissen, mich gebrochen zu haben. Der Spiegel war leer, denn auch ich war nicht mehr da. In diesem Moment wurde mir klar, weshalb ich das Wort "Notausgang" über mein Fenster geschrieben hatte. Alles schmerzte, jedes Symptom meines Körpers wies auf einen baldigen Tod hin, doch ich sollte es selbst tun.

Als die Sonne aufging und mein Freund aus seinem Nahtodschlaf erwachte, war ich noch am Leben. Und ich habe nichts daraus gelernt. Den Notausgang gibt es nicht. Alles, was es an diesem Tag gab, waren weitere dieser Edelsteine aus MDMA, Metamphetamin und anderen Zutaten, welche mich am Leben haltent daran hindern sollten, am Leben zu sein. Ich habe nichts aus dieser Nacht gelernt, außer der Tatsache, nie wieder in den Spiegel zu sehen. Ich habe nur gelernt, dass ich den Tod nur verdiene, wenn ich ihn mir selbst schenke. Und bis dahin werde ich die Stimme in meinem Kopf mit weiteren viel zu hohen Dosen viel zu starker Drogen dämpfen.






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