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Tripbericht lesen

Übersicht:

Titel:Im Mahlstrom die Ewigkeit gefunden
Drogen:Mischkonsum von Psilocybinhaltige Pilze und Cannabis (Reihenfolge vom Autor festgelegt)
Autor:Sabius
Datum:26.02.2018 19:10
Set:Gespannt und extrem neugierig
Setting:Tagsüber zu viert in der WG
Nützlichkeit:7,31 von 10 möglichen   (13 Stimmen abgegeben)

Bericht:

Hallo Community!

Zum Set/Zur Person:
Ich (25,m,Student) habe ADHS und bin charakterlich jemand der alles zerdenkt - ich habe manchmal Schwierigkeiten den Moment zu leben und bin, obwohl ich wirklich gern unter Leuten und aktiv bin, unsicher und habe phasenweise mit Depression zu kämpfen.
Ich denke auch viel über meine eigene Psyche und meinen Platz in der Welt nach und grade deshalb wollte ich, schon seitdem ich weiss was das überhaupt ist, eine psychedelische Erfahrung machen. Das sind inzwischen über 10 Jahre. Etwa genau so lange habe ich immer wieder hier im LdT mitgelesen.
Ich würde sagen, dass ich inzwischen alles weiss, das man über Psychedelika wissen kann, ohne sie selbst zu erfahren.
Am letzten Samstag war es dann endlich so weit. Ich war seit Tagen voller Vorfreude, sehr aufgeregt und es schwang auch eine leichte Angst vor dem Horrortrip mit. Allerdings war ich zuversichtlich damit umgehen zu können - Ich wollte nicht nur bunte Farben und Muster, sondern wirklich sehen was mein Bewusstsein unter der Oberfläche verbirgt.
Ich habe Erfahrung mit Cannabis, Alkohol, Lachgas, Ecstasy und nehme regelmäßig Ritalin. Das habe ich allerdings einige Tage vor dem Trip zeitweise abgesetzt.
Ich habe einmal auf einem Festival LSD genommen, allerdings hatte das keinen großen Effekt, wohl wegen der vorsichtigen Dosis. Zu Hause habe ich es ein zweites mal mit LSD probiert, aber leider waren die Trips schlecht - bitter, also weg damit.

Zum Setting:
Ich lebe in einer WG. Wir sind alle sehr offen, können im Prinzip über alles reden und haben auch alle eine entspannte, informierte Einstellung zu Drogen. Wir haben alle zusammen zuhause getrippt.
Vorher haben wir dekoriert - eine Lampe die Sternenmuster in den Flur projiziert, Malfarben besorgt, und jeder hat ein kleines Spielzeug mitgebracht, ohne den anderen vor dem Trip zu verraten was es ist. Das ganze Wochenende stand im Zeichen der Pilze.

Wir haben um etwa halb 3 nachmittags zusammen jeweils eine drittel Packung (ca. 5g) Atlantis Trüffel gegessen und sind dann, zum rauf kommen, zu einem Park direkt um die Ecke gegangen. Auf dem Weg dahin wurde leider dem ersten schon schlecht, sodass wir zurück zur Wohnung gegangen und da auch den restlichen Tag geblieben sind.
Nach etwa einer halben Stunde bemerkte ich leichte Effekte, die mich stark an das raufkommen bei Teilen erinnert haben - Eine größere Schärfe in der Wahrnehmung, Bewegungsdrang und deutlich verbesserte Konzentrationsfähigkeit. Ich konnte eine Sache einfach wahrnehmen, ohne das wie sonst (siehe ADHS) alles andere im Weg war. Ich habe versucht zu rechnen und war tatsächlich schneller als vorher.
Wenn ich drauf geachtet habe erschienen Farben etwas heller, aber der Effekt war so schwach, dass es Einbildung hätte sein können.
Nach einer weiteren Stunde, in der der Trip kaum intensiver wurde, habe ich noch einmal die gleiche Menge nachgeworfen. Die anderen waren zu diesem Zeitpunkt schon deutlich verpilzt. Noch eine dreiviertel Stunde später haben wir einen geraucht. Das schien dann für meinen eigenen Trip der Startschuss zu sein!

Die Pilze kamen jetzt mit voller Wucht. Ich sass mit den anderen auf dem Küchenboden, habe mit den anderen gequatscht und beim Malen zugesehen, als sich ein Gefühl wie Schwindel im ganzen Körper ausbreitete. Mein ganzes Körpergefühl wurde seltsam. Warm, kalt, kribbelig und interessant - ich wusste, jetzt geht es los. Ohne das ich es wirklich wahrgenommen habe, fingen Muster an zu leben und zu fliessen. Die Bilder auf dem Stirnband meines Mitbewohners flossen langsam über sein ganzes Gesicht. Der Boden fing an sich in sich selbst um sich selbst zu drehen und ich liess es auf mich wirken.

Der Trip wurde schnell intensiver. Ich sah den sich windenden Boden und "fiel" in ihn hinein. Ich habe noch zu den anderen gesagt "Ich bin in meinem Raumschiff! Es fängt an!" und habe kurz darauf aufgehört im eigentlichen Sinn zu "sehen". Ich weiss nicht ob ich die Augen geschlossen hatte und kann mich kaum an den Übergang aus dem echten Leben erinnern, aber auf einmal war alles aufgelöst. Alles was ich gesehen habe, die Musik, der Raum, meine Mitbewohner und meine eigenen Gedanken sind in einem überwältigendem Wirbel aus reinem, intensiven Gefühl verschwunden.
Sehen, fühlen und hören waren nicht nur vermischt, sie waren ein und dasselbe, nur noch Gedanken - unmittelbare Wahrnehmung, selbstverständliches Wissen. Ich habe den Tisch nicht gesehen, ich WAR der Tisch, war meine Mitbewohner, war die Musik und der Raum selbst.
Die Zeit hörte völlig auf. Das Konzept von Zeit war nur ein kleiner Teil im großen Strom. Jeder Moment wurde ewig. Nicht wie "3 Stunden Trip fühlen sich an wie ein ganzer Tag", sondern eher die Ewigkeit in der Universen entstehen und zerfallen. Unendlich viele in jedem Moment.
Der Wirbel war chaotisch, war überall und hatte auch schiefe Töne - falsche Noten, zu grelle Farben, ein brennen auf der Haut. Ich hatte Angst. Die Angst selbst wurde zu einem Teil des Wirbels. Ein anderer Teil wusste: "Das ist was du wolltest! Lass los!" Ich habe mich mitreissen lassen und verbrachte Äönen in einem Mahlstrom aus reinem Erleben. Die Angst wurde unwichtig, ich kannte den Wirbel schon immer, ich war schon immer hier. Dabei war "Ich" nur der Teil des Wirbels, der sich selbst beobachtet.

Wer Lachgas konsumiert hat kennt nach einem tiefen Rausch vielleicht das Gefühl, einen Einblick in etwas unbegreifliches bekommen zu haben, dass sich nicht festhalten lässt. Etwas, an das man sich nicht erinnert. Dieses unbegreifliche Etwas habe ich im Wirbel gefunden.

Irgendwann schälte sich die Realität langsam aus dem Wirbel heraus. Es war kein scharfer Übergang, aber aus Gefühlen wurden wieder Dinge und Orte. Ich habe alles auf einmal wargenommen, den Moment in jeder Facette erfühlt und erzählt wie ich mir Bilder wünsche,die jeden Moment in seiner Gesamtheit, so wie ich ihn auf Pilzen begreifen konnte, festhält, damit ich ihn wieder besuchen kann.

Wir haben an dem Nachmittag noch viel geredet und viel bewundert. Ich ging in der Gruppe und in jedem Moment auf. Ich hatte ein nie dagewesenes Gefühl von Einheit und Gegenwart.

Am Ende haben wir noch geraucht und zum runterkommen Bob Ross geschaut. Es gab nichts als friedlicheres diese Stimme und die Wölkchen, die sich noch ein bisschen sanft weiterdrehen, nachdem er sie gemalt hat.

Die Erinnerung an das Gefühl von Ewigkeit und Gegenwart scheint meine Perspektive verändert zu haben, ich erlebe mehr statt mich nur in Gedanken zu überschlagen. Mal sehen, ob es hält und ob ich auf Dauer etwas daraus lerne.

Insgesamt war es ein wunderschöner, sehr intensiver Trip und wahrscheinlich nicht der letzte.












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