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Tripbericht lesen

Übersicht:

Titel:Ein gelungener Einstieg
Drogen:Hawaiianische Baby-Holzrose
Autor:Zoltan Chivay
Datum:13.05.2018 15:32
Set:Gespannt, ungeduldig aber auch etwas angespannt
Setting:Natur, Zimmer
Nützlichkeit:8,64 von 10 möglichen   (11 Stimmen abgegeben)

Bericht:

Guten Tag erstmal alle zusammen und willkommen zu meinem ersten Beitrag hier im LdT

Vorwort: Ich werde versuchen diesen Tripbericht möglichst lesbar und nachvollziehbar zu schreiben, damit ihr euch das bestmöglichste Bild von der Wirkung machen könnt. Gleichzeitig soll er nicht zu philosophisch werden, ich denke das sind Erfahrungen die auf jeden Menschen einzeln zugeschnitten sind und diese lassen sich schwer oder gar nicht in Worte fassen welche für andere zu verstehen sind. (Seht ihr, das fängt es schon an mit dem Philosophieren :D)
Falls ihr Fragen oder Anmerkungen habt: Immer gerne her damit! Aber gut, starten wir durch mit dem Bericht...

Bisherige Erfahrungen: Alkohol, Cannabis (selten), Koffein, Nikotin (Nichtraucher) und 2x Kratom. Ein unbeschriebenes Blatt also.

Vorbereitung: Ich interessiere mich seit Jahren für Psychedelika und habe dementsprechend schon einiges dazu gelesen.
Im Groben wusste ich also was mich erwarten könnte. Vor dem eigentlichen Trip habe ich erstmal 3 Samen angetestet, um schon mal etwas über Wirkung und Nebenwirkungen herauszufinden. Bei diesem Versuch trat eine mittelstarke Übelkeit ein, leichte Wahrnehmungsveränderungen und eine bleierne Müdigkeit obwohl ich ausreichend geschlafen hatte. Gut, nun wusste ich also wie die Nebenwirkungen aussahen und konnte mich entsprechend darauf vorbereiten.


Der Trip:

0:00 Ich hatte nach meinem ersten Versuch 6 Samen als die perfekte Dosis für den ersten richtigen Trip für mich festgelegt.
Die leicht abpellbare Schale der Samen hatte ich entfernt. Danach hatte ich die Samen kurz in Wasser eingelegt und mit dem Fingernagel die restliche weiße Schicht abgekratzt, laut dem Internet soll diese ja die Übelkeit verursachen (was ich bezweifle, aber schaden kann es ja nicht.)
Ich hatte seit 6 Stunden nichts mehr gegessen, nicht so sehr um Übelkeit zu vermeiden sondern eher um einen schnellen Wirkungseintritt zu ermöglichen. (Was ich übrigens jedem empfehlen würde, man will schließlich nicht mehrere Stunden auf die Wirkung warten und dann auf einmal überrascht werden.)
Nun lagen die Samen also servierfertig vor mir, bereit zum Verspeisen. Na dann mal schnell rein damit, und gründlich durchgekaut.
Den ganzen Brei habe ich etwa 2 Minuten gekaut um auch wirklich alles zu erwischen und dann heruntergeschluckt. Den Geschmack empfand ich nicht als besonders unangenehm, eher als interessant. Die Samen schmeckten leicht nussartig und irgendwie nach einem trockenen Wald.
Nun, vielleicht würde ich ja von Übelkeit verschont bleiben?

0:10 Ich entschloss mich meinen bereitgestellten Kaffee zu trinken um die erwartete Müdigkeit abzumildern. Kurz danach fing es an. Eine Übelkeit von wirklich epischem Ausmaß. Ich musste schnell etwas kleines essen, dadurch verbesserte sich die Situation ein bisschen, kehrte jedoch kurz darauf zurück. Durch meinen vorherigen Versuch wusste ich was helfen würde: Ein Spaziergang durch den nahegelegenen Park.

0:20 Die Bewegung an der frischen Luft und der Kontakt zur Natur halfen wirklich immens. Trotzdem hatte ich zeitweise noch mit Übelkeit zu kämpfen. Diese ist echt extrem, auch wenn man sich das wenn man es so liest nicht vorstellen kann: Ich hatte das Bedürfnis meine kompletten Innereien durch meinen Hals nach draußen zu katapultieren und in einer Fontaine 3 Meter weit über die ganze Umgebung zu verteilen. (Sorry für die bildliche Sprache, aber das waren genau meine Gedanken in dem Moment.) Habe es aber dann doch gelassen ;)
Auf meinem Weg in den Park traten dann auch schon die ersten Effekte ein: Als ich durch einen kleinen Wald ging hatte ich das Gefühl der Weg würde viel länger werden als er eigentlich war und ich würde in einen total tiefen Wald hineingehen.

0:35 Eine Wirkung war jetzt definitiv vorhanden. Ein allgemein anderes Körpergefühl machte sich breit, irgendwie als würde ich den Weg entlang schweben. Die Gedanken verließen auch schon ihre gewohnten Bahnen, wurden viel tiefer und in alles was ich sah interpretierte ich irgendeine Symbolik hinein und übertrug diese auf das restliche Leben.

1:00 Die Wirkung hatte sich noch verstärkt, vor allem das Körpergefühl war sehr seltsam. Bei einer Pinkelpause im nahegelegenen Supermarkt merkte ich im Spiegel dass meine Pupillen stark erweitert waren. Ich dachte immer man würde mir den Konsum von Psychedelika von außen nicht ansehen, da ich recht dunkle Augen habe. Aber wie ich da mit riesigen Tellern durch die Welt lief war ich mir da nicht mehr so sicher. Es sah aus als hätte ich statt Augen zwei schwarze Löcher.
Na gut, jemand der mich nicht kennt hätte vielleicht gedacht so sehen meine Augen normalerweise aus.

1:15 Auf dem Weg zurück nach Hause setzte ich mich kurz auf eine Bank und beobachtete eine Schar Gänse mit ihren Küken.
Als ich wieder aufstand und weiterging fing es an: Ich sah auf einmal überall Gänse. In jeder Pflanze und jedem Ast: Ein Gänsehals mit Kopf der mich anguckte :D Auf einer Wiese mit abgemähten Grasbüscheln sah ich statt Grasbüscheln Gänsekücken, wie sie dort zu dutzenden saßen. Über diese witzigen Täuschungen freute ich mich wie ein kleines Kind.
Eine leichte Euphorie war in dieser Phase auf jeden Fall zu spüren.
Mein Zeitgefühl hatte sich stark verlangsamt, jedoch nicht unangenehm und quälend wie ich es manchmal bei Cannabis empfunden hatte.
So ging ich weiter meines Weges, genoss die Wirkung (obwohl meine Beine etwas schwer wurden und mich die vielen Leute denen ich nicht in die Augen sehen wollte verunsicherten) und hing weiter meinen symbolischen Gedankengängen nach.

2:00 Zuhause angekommen schmiss ich mich schnell aufs Bett und hörte etwas vorbereitete Musik, in der Hoffnung auf CEV's. Die Hoffnung war jedoch (zu diesem Zeitpunkt ;) ) vergebens, daran konnten auch die Mandelbrot Zoom Videos welche ich mir anschaute nichts ändern.

2:45 Na gut, dann wieder ab in die Natur. Mit dem Rad fuhr ich in einen Wald um dort den Sonnenuntergang anzusehen.
Aber schon bald wusste ich dass das nicht die beste Idee war. Besondere Sinneseindrücke blieben aus, der Sonnenuntergang war unspektakulär und jedes Mal wenn ich mich hinsetzte saugten mich die Mücken bei lebendigem Leib aus. Außerdem war ich ziemlich erschöpft, und mein Magen schmerzte (was nicht unbedingt den Holzrosen zuzuschreiben ist).
Auf dem Rückweg merkte ich dass alle Lichter in der Dunkelheit wie Sterne funkelten, was wohl an den erweiterten Pupillen gelegen hat.

3:45 So weit so enttäuschend, ich legte mich zurück aufs Bett und wollte eigentlich schlafen oder etwas ruhen.
Aber jetzt fing gerade der absolut beste Teil des Trips an! Ich merkte dass sich im halbdunkeln ein Muster über alles gelegt hatte.
Ein bisschen wie auf so einer indischen Decke.
Ich schloss die Augen und wow! Wunderbare CEV's spannten sich vor meinem inneren Auge aus. Zur Intensität kann ich nichts sagen da ich keine anderen Erfahrungen habe, aber sie waren auf jeden Fall recht gut zu erkennen.
Hauptsächlich Muster welche wie eine dicke wabernde Suppe hin und her wogten. Ich hatte gehört dass Goa gut ist um in die CEV's abzutauchen und suchte einige Zeit nach einem Mix welcher mir gefiel.

4:00 (Zeitangaben ab hier ungefähr) Ich hatte inzwischen diesen Mix https://www.youtube.com/watch?v=VwXxwcRtdjA gefunden.
Er war in dieser Situation einfach perfekt. Ich sah am Anfang schemenhafte Schatten in Brauntönen herumtanzen, von einem Lagerfeuer beschienen. (Assoziation Afrika) Dann als sich die Musik veränderte veränderte sich auch das Bild und nahm eher einen Blauton an.
Geometrische Figuren, meist sehr unförmig wie von einer dicken Soße überzogen und wabernde Muster bildeten sich vor mir.
Mir kam mein vorheriger Versuch mithilfe von Videos diesen Effekt zu erzeugen geradezu lächerlich vor. Nach etwa 30 Minuten empfand ich die Musik als störend und ablenkend und schaltete sie ab. Im Kopf lief sie aber trotzdem weiter, begleitet von einigen metallischen Geräuschen.

4:30 Im dunklen begann sich mein Geist langsam vom Körper zu lösen. Zuerst nur von meinem Körper, dann von meinen Gedanken.
Ich hatte kurz Angst vielleicht nie wieder zurückzufinden, meinen Körper als seelenlose tote Hülle zurückzulassen. Aber dann wusste ich: Ich brauche keine Angst zu haben, es zeigt mir was ich wissen muss. Also ließ ich los, und ließ alles was mich ausmacht langsam verschwinden.
Meine Gedanken, Wünsche, Hoffnungen, Ambitionen, alles verabschiedete sich nach und nach ins Universum. Wie sollte ich das alles je wieder einsammeln? Egal, wenn ich jetzt aufhöre finde ich es vielleicht wirklich nie wiede….. Auch dieser letzte Gedanke war weg, alles was von mir übrig geblieben war war ein winzig kleiner Punkt. Die Seele? Das was nach dem Tod übrig bleibt? Es fühlte sich auf jeden Fall vollkommen rein an, so befreit und gereinigt von allen äußeren Einflüssen.

5:00 Ich machte die Augen auf (weil ich ganz schön auf Klo musste) und bam! war ich wieder da. Ich wusste dass dies gerade der Höhepunkt des Trips war, eine nahezu spirituelle Erfahrung. Eigentlich wollte ich nicht dass es schon vorbei ist, aber war gleichzeitig sicher dieses Erlebnis nach dem Toilettengang nicht reproduzieren zu können. Und so war es auch, der Trip klang sanft aus und irgendwann schlief ich ein.
Was vielleicht noch interessant ist ist dass ich die ganze Zeit keine OEV's hatte, jedes Mal wenn ich die Augen öffnete fand ich mich sofort wieder in meinem normalen und ganz vertrauten Zimmer wieder. Auch bei den Toilettengängen hatte ich keinerlei Probleme.


Fazit: Einfach umwerfend. Ich habe versprochen nicht philosophisch zu werden, deswegen habe ich nicht alles aufgeschrieben was ich währenddessen gedacht habe, und die Einsichten die ich gewonnen habe (oder eher Denkanstöße, man kann wohl kaum alles was so ein verwirrtes Gehirn produziert für bare Münze nehmen ;)). Meine Gedanken waren teilweise komplett gegensätzlich, und das direkt hintereinander.
Zeitweise dachte ich: Baah, was ein ekelhafter Rausch, kein Wunder dass die Samen nur von armen Hawaiianern als billiges Rauschmittel verwendet werden und keine rituellen Verwendungen bekannt sind. (Rätsch) Diese These löste sich aber spätestens mit dem Erlebnis am Ende in Luft auf.

Es gibt sicherlich angenehmere Drogen als die Hawaiianische Holzrose, das steht fest.
Und sicher einsteigerfreundlichere, mit bunteren OEV's. Trotzdem war sie für mich ein wunderbarer Einstieg in die Welt der Psychedelika, und ich bereue es absolut nicht mein erstes Erlebnis dieser Art mit der Holzrose gemacht zu haben.

Ich hoffe das Lesen hat euch Spaß gemacht, bis bald :)






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