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Tripbericht lesen

Übersicht:

Titel:Osho-Meditation: Erinnerungen aus Schubladen
Drogen:Mischkonsum von LSD, Ayahuasca und Psilocybinhaltige Pilze (Reihenfolge vom Autor festgelegt)
Autor:Miscanthus
Datum:04.07.2018 02:52
Set:Sehr tiefenentspannt und aufgehoben
Setting:Ruhige, dunkle Meditationshalle
Nützlichkeit:9,29 von 10 möglichen   (7 Stimmen abgegeben)

Bericht:

Osho Gourishankar Meditation - KEINE Droge!

Dieser Trip kam ohne eine verwendete Substanz aus, von Sauerstoff einmal abgesehen, war aber krasser als jeder bisherige LSD-Trip. Es kam im Zuge einer Osho Gourishankar Meditation und hat alles bisher erlebte völlig in den Schatten gestellt. Ich bin kein besonders spiritueller oder okkulter Mensch und habe keinerlei Art von Personenkult, beschäftigte mich nicht mit der Person Osho, sondern habe 2017 aus Neugier an einem Osho Meditationswochenende teilgenommen und für mich war alles was zählt, dass die Meditationen bei mir sehr gut funktionieren, ich mich danach sehr geerdet und zufrieden fühle. Im Mai 2018 war ich dann erneut auf einem mehrtägigen Meditationswochenende.

Die Gourishankar Meditation (http://www.osho.de/meditationen/gourishankar-meditation) dauert 60 Minuten und ist in vier Phasen eingeteilt, jede Phase dauert 15 Minuten.
Während der ersten Phase atmet man durch die Nase ein und hält dann den Atem so lange wie möglich an. Dies wiederholt man entsprechend die ersten 15 Minuten, was eine Art Höhenrausch (von Gaurishankar/Gauri Sanka=Berg im Himalaya) simulieren soll.
In der zweiten Phase blickt man in eine Kerze, während der Raum völlig dunkel ist, das Flackern und das Verharren des Blicks soll die Wahrnehmung fokussieren.
Während der dritten Phase stellt man sich einfach mit geschlossenen Augen hin und guckt, was im Körper passiert, Lathian genannt.

Spoiler:
Latihan gives no idea of what is going to happen. You need not believe in that but you should be aware of it, because as it starts happening, if you have been aware beforehand, you will not be scared. You will know: this too will pass away.
http://oshosearch.net/Convert/Articles_Osho/Sermons_in_Stones/Osho-Sermons-in-Stones-00000021.html



In Phase vier legt man sich einfach mit geschlossenen Augen auf den Rücken.

Während der ersten beiden Phasen habe ich nichts gespürt und mich dann in der dritten Phase ohne eine Erwartung, wohl aber mit viel Skepsis hingestellt und abgewartet. Ich redete mir dabei bei klarem Verstand zu, dass alles, was jetzt passiert ohnehin nur passiert, weil ich erwarte, dass es passiert. Doch es kam alles ganz anders.

Fünf Minuten lang passierte einfach gar nichts, während ich mich etwas zu langweilen begann und zunächst gar nicht bemerkte, dass sich meine Knie langsam kreisend bewegten. Als ich es bemerkte, kam wieder mein Verstand und sagte, dass alles nur Show sei. Ich versuchte also die Bewegung zu stoppen, was jedoch nur kurz gelang und viel Anstrengung erforderte. Sogleich bewegten sich meine Knie genau so weiter wie bisher. Nach und nach fing auch meine Hüfte an zu kreisen, auch dies versuchte ich Kraft meines Verstandes zu verhindern, was jedoch noch anstrengender war. Die Bewegung kam einfach aus mir heraus und als ich mich dagegen wehren wollte, verlor ich fast das Gleichgewicht. Also ließ ich einfach geschehen und beobachtete meinen Körper, wie er immer obskurere Bewegungen durchführte. Mein ganzer Körper kam nach und nach in Bewegung, meine Arme hoben und senkten sich symmetrisch zueinander, schließlich kreiste mein Kopf, ich beugte mich nach vorn und zur Seite in merkwürdigen kreisenden Bewegungen. Ich musste innerlich lachen, da ich es nach wie vor für Einbildungskraft hielt und versuchte abermals die Bewegung zu stoppen – völlig erfolglos. Es war, als zöge und drücke mich etwas, dagegenhalten war nicht möglich, da ich dann wieder das Gleichgewicht nicht hätte halten können. Also beschloss ich, mich ganz dem faszinierenden Schauspiel hinzugeben und die Bewegungen einfach fließen zu lassen. Meine Körperhaltungen wurden jedoch wirklich obskur, ohne dass ich etwas dagegen unternehmen konnte und ich genoss es, mich einfach treiben zu lassen. Dieses Gefühl von Kontrollverlust und Hingabe bei gleichzeitiger kindlicher Faszination löste ein unglaubliches Glücksgefühl in mir aus, ich musste über das ganze Gesicht grinsen, plötzlich liefen mir Freudentränen das Gesicht herunter, ich war völlig gerührt, gelöst und befreit. Ich hätte dem noch Stunden zugucken können, doch mit einem Gong wurde Phase vier eingeläutet.

Als ich mich für Phase vier auf den Boden legte, musste ich mich sehr bemühen, ruhig zu liegen, da mein Körper immer noch von Bewegungen durchflossen war. Ich gab dem kurz nach, meine Beine hoben sich an, meine Arme schwebten durch die Luft, bis die Spannung entwich und ich einfach da lag. Ich meinem Kopf begleitete mich mein Verstand aber nach wie vor aktiv dabei und versuchte das Geschehen zu reflektieren. Ich ärgerte mich darüber, da ich feststellte, dass ich permanent dabei war, im Kopf einen Dialog mit einem imaginären Gesprächspartner zu führen und ihm das Geschehen reflektiert zu schildern. Diesen inneren Dialog kenne ich aus dem Alltag und auch bei LSD-Konsum hinderte mich der innere Dialog jedes Mal, wirklich loszulassen. Das wurmte mich schon Jahre. Doch plötzlich begriff ich, dass dieser Dialog einfach meine Art und Weise ist, Dinge abzuspeichern und zu verarbeiten. Vorher dachte ich immer, ich könne nicht genießen, weil ich gleich allen von meiner Erfahrung berichten will, aber dann überkam mich eine Art von Verständnis für mich selbst. Indem ich meine eigene Art zu reflektieren und zu speichern anerkannte, passierte dann das für mich bis heute Unglaubliche.
Plötzlich taten sich diverse Kindheits- und Jugenderinnerungen auf, die ich authentisch nachfühlen konnte, so als wäre ich gerade jetzt dabei. Ich hatte die optische Wahrnehmung von Schubladen, die sich in meinem Kopf befanden und die ich öffnen konnte, um an Erinnerungen zu gelangen. So griff/tauchte ich kurz in ein paar Schubladen, die sich in einer Reihe nebeneinander befanden. Dabei merkte ich, dass die Schubladen plötzlich immer mehr wurden und nicht nur nebeneinander, sondern hintereinander wuchsen. Da ich auf dem Rücken lag, fühlte es sich an, als sei die erste Reihe etwa in Höhe meiner Stirn und jede Reihe ging tiefer in meinen Hinterkopf Richtung Boden hinein. Plötzlich befand ich mich in einer Höhle, hatte steinzeitlichen Klamotten an und vor der Höhle stand ein Bär. Sekunden später befand ich mich schätzungsweise in der frühen Neuzeit, war eine Frau, die Treppen zu einem reichen Bürgerhaus mit Säulen hinauf ging, ich klopfte an der Tür und erklärte einer streng blickenden Frau, dass ich um Stundung meiner Schulden bitten muss, ich hätte jedoch Bürgschaften und Leumundserklärungen meiner Nachbarn dabei.
Im nächsten Moment öffnete sich eine weitere Schublade, ich fuhr auf einem Fahrrad, wohl Anfang des 20. Jahrhunderts in einem spanisch sprechenden Land, und hörte Dinge auf Spanisch (ich kann kein spanisch). Als sich die nächste Schublade öffnete, war ich ein Soldat, vielleicht unter Napoleon, ich stürmte mit Muskete über ein Schlachtfeld, rings um mich Gefechtslärm, plötzlich ein lauter Knall, ich erwachte in einem Feldlazarett, völlig verdreckt auf einer Liege, vor mir ein Arzt, mein Bein war wohl getroffen, ich schrie und eine Stimme sagte immer „ne parlez, ne parlez!“ (nicht sprechen, nicht sprechen!). Währenddessen zuckte mein Körper, insbesondere mein Bein, völlig unkontrolliert, gleichzeitig konnte ich mich dabei mit meinem Verstand selbst beobachten und wusste, dass dies in meinem Bewusstsein abläuft, ich aber im Raum meditiere.

Dann gongte es, die Meditation war zu Ende. Ich lag noch einige Minuten da, völlig schockiert/überwältigt/irritiert. Es war, als wären es tatsächlich meine eigenen Erinnerungen, in die ich hinein tauchen konnte. Ich habe dann noch einen Tee getrunken, kurz über das Erlebte gesprochen und bin dann direkt ins Bett und habe geschlafen wie ein Stein.

Bis heute habe ich dafür keine logische Erklärung, mit spirituellen Dingen wie „das dritte Auge“ habe ich mich nie befasst, ein Seminarteilnehmer sagte mir jedoch, dass dies eine Erklärung sein könne. Es habe sich möglicherweise geöffnet, sodass ich in mich hinein gucken konnte. Tatsächlich kamen die Schubladen aus dem Stirnbereich. Aber mit solchen Dingen bin ich nicht betraut, da ich eigentlich ein eher rationaler Mensch bin.

Wie dem auch sei, das ging über alles hinaus, was ich mit LSD jemals erlebt habe. Was bleibt ist gar nicht mal so sehr die Frage nach dem Inhalt des Erlebten und was es genau ist, sondern einfach eine Faszination für das Erlebte, das Glücksgefühl während der Latihan-Phase und eine kindliche Neugier.

Im Zuge des Schreibens dieses Berichts bin ich auf eine Rede Oshos gestoßen, die sich mit Latihan beschäftigt und spannender Weise auch auf das Thema vergangene Leben eingeht:

Spoiler:
Mohammedans cannot explain it for the simple reason that Mohammedans, Christians, and Jews don't believe in a series of lives; they believe only in one life. That cuts their wings, that cuts their time, and there are many things they cannot go into because of their religious conditioning. The past life does not exist; hence, to go into it for an explanation will be absurd - where are you going, there is no past life! And the wonder is, they don't have another answer. Why should it happen to Bapak Subud who has no qualifications at all?

The only explanation is in his past lives. Past lives and the theory of rebirth is not just a philosophical hypothesis in the East - it is based on the experience of thousands of years, because there were happenings which were impossible to explain without the hypothesis of a past life.
http://oshosearch.net/Convert/Articles_Osho/Sermons_in_Stones/Osho-Sermons-in-Stones-00000021.html




Danke für's Lesen!






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