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Übersicht:

Titel:Organismus Elektrofestival mit introspektivem Afterglow - Teil 1
Drogen:Mischkonsum von LSD, Alkohol, Crystal und Cannabis (Reihenfolge vom Autor festgelegt)
Autor:Sol
Datum:13.10.2018 21:21
Set:relativ entspannt, Näheres im Bericht
Setting:Eintageselektrofestival
Nützlichkeit:7,86 von 10 möglichen   (7 Stimmen abgegeben)

Bericht:

Organismus Elektrofestival mit intensiv introspektivem Afterglow - Teil 1

Hinweis: Der Bericht ist für das Formular zu lange, deswegen habe ich ihn in 2 Teilen hochgeladen.
Lesezeit geschätzt 45 Minuten für beide Teile.

Link zu Teil 2: Organismus Elektrofestival mit intensiv introspektivem Afterglow - Teil 2


Übersicht

Einleitung - 14222 Zeichen

Kapitel 1, Das Anfluten - 5898 Zeichen

Kapitel 2, Der Trip bis zur Ruhe - 15540 Zeichen

Kapitel 3, Das Leiden und die Erkenntnisse - 20382 Zeichen

Kapitel 4, Rauschen, Folgetag und Folgen - 7885 Zeichen



Einleitung

Will ich mich auch mal versuchen im Schreiben eines Tripberichts, nachdem ich hier schon etliche gelesen habe.Vielleicht wird es auch mehr eine Art „Lebensabschnittsbericht“. Bereits jetzt schießen Dinge durch meinen Kopf, die ich für eine ausgeprägte Nachvollziehbarkeit mit einfließen lassen muss, aber wahrscheinlich gar nicht einfließen lassen möchte, aber ich denke scheiß drauf, in 100 Jahren sind wir sowieso alle tot. Erst mal schreiben, auch für mich, und später über die Veröffentlichung nachdenken.

Es war ein Samstag, an einem ganz normalen, nicht verlängerten, nicht verkürzen Wochenende, das letzte Wochenende im Juni und verdammt noch mal, nach der vorherigen relativen Arschwetterperiode, megageiles Wetter, also zumindest nach meinem Verständnis. Spitzenwerte um die 22 bis 24 °C, kräftig blauer Himmel fast kein Wölkchen und erfrischender Wind in angenehmer Blasstärke, perfekte Sonnenbrandbedingungen auf einem Eintageselektrofestival, das um die Mittagszeit starten und gegen Mitternacht enden sollte.

Die vorhergehende Woche hatte ich nicht voll gearbeitet. Ja, sorry, ich möchte ein wenig (oder viel zu weit) ausholen um Zusammenhänge / Kontext / Hintergründe möglichst verständlich zu beleuchten, damit das Set klar wird. Ich hatte etwas Überstunden abzufeiern, sodass ich Montag (also 5 Tage vorher), frei nehmen konnte, womit wir beim Wochenende vorm Tripwochenende angekommen wären. An diesem Wochenende hatte ich bereits Freitag Nachmittag zwei 100 µg Pappen ALD-52 (ein LSD Derivat) in ein paar Tropfen Wasser getränkt. Ich wollte den Wirkstoff aus den Pappen in das Wasser bekommen, damit dieses Wasser unbemerkt in ein Getränk gemischt werden kann, sodass derjenige, der es trinkt, den vollen 200 µg ALD-52 Rausch erfährt.

So weit, so empörend, aber lasst mich das erklären. Ein Freund hat versucht mich ohne meine Kenntnis mit Crystal Meth anzuschalten, indem er es mir in mein Bier gemischt hatte, während ich mal für kleine Jungs war. Er hatte bereits vorher Andeutungen gemacht, dass er etwas in der Art vorhaben würde und da die Situation gerade gepasst hat und er mir das Bier, als ich wiedergekommen bin, sogar noch angeboten hat, war mir klar, dass er es frisiert hatte. Ich habe das Bier getrunken, ob ich damals schon im Hinterkopf hatte, Ihm im Gegenzug irgendwann auch mal etwas unterzujubeln, kann ich nicht sagen, ich konnte die kleine Brise Meth an dem Tag ganz gut brauchen, da unter zunehmendem Alkoholeinfluss noch ein paar Koordinationsaufgaben zu meistern waren. Mit besagtem Freund habe ich Jahre vorher ab- und an mal auf Pilzen getrippt, aber seit langer langer Zeit hatte er einfach keine Lust mehr auf irgendwelche Trips, was mir schlecht in den Kopf ging. Jedenfalls hat diese etwas wirre Vorgeschichte dazu geführt, dass wir eine in die Jahre gekommene Diskussion darüber geführt hatten, ob ich Ihn denn nun auch ohne sein Wissen mit irgendetwas drauf schicken dürfe oder nicht. Zu manchen Zeiten war er soweit, dass er meinte, naja, wenn ich Ihn schon drauf schicken würde, dann aber doch wenigstens anständig und nicht nur so halb. Die meiste Zeit, und das war meiner Ansicht nach auch seine ehrliche Haltung, hatte er aber einfach keinen Bock drauf.

Ein paar weitere Dinge hatten jedenfalls dazu geführt, dass ich an dem Freitag 8 Tage vor dem Trip um des es hier eigentlich gehen soll, versucht habe die 200 µg ALD-52 aus den Pappen ins Wasser zu überführen. Kurz vor meiner Herumpanscherei hatte ich einen Anruf bekommen, in dem die Info enthalten war, dass sich besagter Freund gerade dort befindet, wo ich im Anschluss sowieso hingehen wollte. Ich denke das war auch der Auslöser, auf den ich mit dem Panschen überhaupt angefangen habe. Das Ergebnis war eine leicht trübe Flüssigkeit mit ein paar Papierfetzen darin, in ein Glas Wasser nur für unaufmerksame unbemerkt einzumischen, in Cola oder Ähnliches wunderbar. Ohne die konkrete Absicht, meinen Freund an diesem Tag tatsächlich drauf zu schicken, habe ich das Fläschchen direkt mit dort hingenommen, wo er bereits sein sollte. Als ich dort ankam war er aber schon nicht mehr da. Dafür aber viele andere meiner Freunde und Bekannten, sodass ich mir dort wie fast immer am Wochenende etliches an Bier und Schnaps gegönnt hatte. An diesem Freitag hatte ich aber zusätzlich noch mit gekifft. Ich weiß nicht mehr, ob es der Abend war, an dem ich die Sorten C99 und Malawi kombiniert hatte, sodass ich am Folgetag Vormittags noch total breit war, aber das könnte auch noch ein Wochenende vorher gewesen sein. Wie üblich bei mir endet ein solcher Abend irgendwann mit einem Filmriss, welcher sich durchaus über viele Stunden hinweg ziehen kann und während dem ich manchmal auch noch relativ nüchtern wirke und nachdem ich Morgens in meinem Bett oder auf einem Sofa aufwache. Ich weiß nicht mehr wo an diesem Samstag (7 Tage vor dem Trip um den es dann gehen soll).

Jedenfalls hatte ich bereits am Vortag einen anderen Freund angeschrieben ob er denn am Samstag Lust hätte ein bisschen zu trippen, natürlich nicht direkt, sodass Ihm nicht so ganz klar war, was ich für Samstag denn so vor hätte, Interesse war aber vorhanden, denn er kam am nächsten Tag. Außerdem war WM und Fußball angesagt, ich denke Spielstart war für 18 Uhr oder so geplant, Deutschland gegen Schweden, wenn ich mich recht erinnere. Jedenfalls wollte ich für meinen Teil die Papierreste der 2 100 µm ALD-52 Pappen nehmen um einschätzen zu können, ob die Überführung ins Wasser denn überhaupt funktioniert hatte. Wegen vorheriger Recherche zum Thema war ich relativ überzeugt davon, dass zumindest dreiviertel des Wirkstoffes im Wasser angekommen sein sollten. Dies hatte sich auch bewahrheitet, ich hatte zwar leichte Wirkungen von den Papierresten, aber deutlich schwächer als von einer Pappe. Mein Fußballfreund hatte keine Lust auf Pappen, aber mein Angebot eines guten halben Haschkekses wollte er dann doch nicht ablehnen. Während des Philosophierens darüber, welche Menge an Keks denn für einen Anlass wie diesen (mit Bekannten und Freunden trinken und Fußball schauen und dann weiter trinken) die richtige wäre, rauchten wir noch etwas Malawi aus der Purpfeife, da er und ich was das Drehen angeht auch eher Pfeifen sind, außerdem waren wir beide zu faul und ich mag das Tabakrauchen ohnehin eher weniger. Pur gerauchtes Graß gibt einen viel trippigeren Rausch, finde ich.

So nach dem Rauchen habe ich mir dann irgendwann überlegt, dass die Einnahme der Papierfetzen doch auch schon eine Weile her ist und ich aber kaum Wirkung verspürte, sodass ich die verbliebene, kleinere Hälfte des Haschkekses (von Graß einer wirkungsmäßig halbwegs thaidominanten Kreuzung) gegessen habe. Um während der ganzen Show und dem ganzen Bier nicht allzu früh die Segel streichen zu müssen, habe ich mir irgendwann an diesem Nachmittag auch noch eine Miniline Meth gegönnt, bzw. wurde ich dazu eingeladen. Der übliche Filmriss begann erst nach Ende des Fußballspiels, dennoch habe ich Sonntag Morgen das Ergebnis des Spiels googlen müssen.

Da ich Montags ja frei hatte, es mir Sonntags Vormittag noch nicht mal soo schlecht ging und es sich anbot, habe ich Sonntag kurz nach Mittag noch einen winzigen Batzen Hasch geraucht und dann noch bis Abends mit etwas Bier – und Schnapstrinken zugebracht, wie immer in angenehmer Gesellschaft. Im Anschluss habe ich mich dann vor 20 Uhr, möglicherweise auch schon um 18 Uhr Schlafen gelegt, sodass ich bereits um 1 Uhr irgendwann wach wurde und einen recht starken Brand hatte. Ab dann konnte ich wie üblich bei mir nach solchen gelagelastigen Tagen nur noch sehr schlecht oder gar nicht mehr einschlafen und habe bis zum Morgen bestimmt 1,5 Liter Wasser getrunken. Montag Morgen hat es mich dann sauber zerlegt, mit Schwindel, Unwohlsein und meinem mir auch schon bekannten Trinkerdünnschiss, ich musste mich ein paar mal vom Wasser, welches ich die Nacht über getrunken hatte, übergeben. Es war nur Wasser und etwas Galle, da Samstag das letzte was ich gegessen hatte soweit ich mich erinnern kann der Haschkeks war.

Ursprünglich hatte ich Montag vor ein paar Termine zu erledigen, mir ging es aber dermaßen nicht gut, dass ich wahrscheinlich nicht mal in die Arbeit gegangen wäre. Wegen Gelagen dieser Art nicht in die Arbeit zu gehen ist aufgrund meiner Einstellung und Erziehung ein Unding, aber an diesem Tag hätte ich gegen meinen Willen nachgeben müssen, nach einer Weile hätten mich meine Kollegen wegen der hohen Anzahl an WC Besuchen definitiv angesprochen / nach Hause geschickt. Aber ich hatte ja ohnehin frei, aus den Terminen, die ich mir ausgedacht hatte, wurde aber nichts. Im Laufe der Woche, wollte ich dann, wie in den vorherigen Wochen auch schon angedacht, mal zu einer Nutte gehen um nach inzwischen Monaten mal wieder Sex zu haben, aber ich hatte mich nicht einmal getraut / wollte einfach irgendwie nicht nach der Arbeit noch bei irgendeiner von den online sehr attraktiv wirkenden Ladys anrufen, nicht mal das Anrufen hatte ich gebracht, obwohl ich jeden Tag außer Montag ernsthaft überlegt habe.

Bereits am grausamen Montag und auch schon vor diesem ganzen Gelagewochenende(n) wusste ich von dem Elektrofestival, ich hatte bereits ein Ticket fürs Festival und auch welche für mich und hielt trotz allem Geschehenen weiterhin daran fest bei diesem Festival 2 100 µg 1-P-LSD Pappen zu nehmen, was ein anderes LSD Derivat ist.
Den Freitag darauf, also einen Tag vor dem Trip, war das große Montagsleiden nicht komplett vergessen, aber nur noch der Kopf, nicht mehr der Körper, erinnerte sich bewusst daran. Der Kopf heckte also den Plan aus, Freitags nur ein wenig Bier zu trinken, damit ich am Samstag zwar fit sein würde, jedoch schon mehr Alkohol vertragen würde, als hätte ich Freitag gar nichts getrunken. Also habe ich Freitags nach dem Abendessen ein bisschen Gras geraucht (so kann ich im Anschluss ans Biertrinken für gewöhnlich besser schlafen und bin dadurch am Folgetag fitter), bin dann zu meiner freudigen Gesellschaft gegangen und habe dort in 2 – 3 Stunden 4 – 6 Bier und vielleicht 3 – 5 Schnäpse getrunken. Dann habe ich mich etwas nach 22 Uhr nieder gelegt und konnte immerhin bis 6 oder 7 Uhr morgens schlafen. Nach klassischem deutschen Frühstück (Marmelade, Käse, Wurst, Brötchen und Ei) bin ich dann zum Frühschoppen gegangen.

Um gut gestimmt am Festival anzukommen, zu dem ich mit 3 Freunden fahren sollte, hatte ich für den späteren Samstag Vormittag mit meiner freudigen Gesellschaft zum Frühschoppen ausgemacht. Alle waren bereits vor Ort, ich war einer der letzten. Dort habe ich 3 oder 4 Bier getrunken und kurz bevor unser Abholservice kommen sollte, noch etwas Meth gezogen. Ich mag das Zeug eigentlich relativ wenig, schätze aber seine Qualitäten auf das Durchhaltevermögen was den Alkoholkonsum und das nicht davon Einschlafen angeht. An diesem Tag hat mir außerdem der anfängliche leichte Laberflash gefallen, der aber auch mit von der Vorfreunde des Festivals gekommen sein dürfte. Ein Grund aus dem ich Meth nur in eher geringen Dosierungen und auch eher selten nehme sind die Kieferfaxen, die ich zwar halbwegs im unauffälligen Bereich halten kann, die mich aber einfach nur nerven und bei denen ich mir vor mir selbst dämlich vorkomme.

Durch den Laberflash konnte ich mich durchaus gut mit Leuten unterhalten, mit denen ich sonst kein soo gutes Gespräch aufbauen kann und auch über Themen, die mich sonst recht wenig interessieren und zu denen ich entsprechend auch eher weniger die Worte finde. Das war nach der Line, die etwas größer war als die sonstige „hält-halt-wach-sonst-merk-ich-net-viel-Line“ recht einfach. Ich schätze so eine halbe Stunde nach der Line ging es dann aufs Festival, die Fahrt dauerte auch etwa eine halbe Stunde, während der ich im Auto noch immer eher viel geredet habe. Der Fahrer liest meine 3 Freunde und mich vielleicht so gegen halb 2 direkt vor dem Eingang raus. Einer der Freunde hatte ein bisschen Gras dabei und machte sich etwas Stress wegen der Security am Eingang, ich versuchte Ihn zu beruhigen mit der Aussage, dass hier sowieso fast jeder Kiffen würde, was letztlich auch der Fall war. Ich hatte mit den Pappen in meiner Tasche wenig Stress, da man diese beim Abtasten sowieso nicht spüren würde. Er hat das Zeug letztlich einfach in die Hosentasche gesteckt und wir sind ohne Abtasten oder irgendwas reingekommen, da dachte ich mir, zumindest gibts ab und an noch Veranstaltungen mit Verstand und Anstand. Mir ist diese Sicherheitskontrollsache seit jeher übertrieben vorgekommen.

Drinnen angekommen erst mal ein paar Bekannte getroffen, Wertmarken geholt und einen Caipirinha als Festivaleröffnungsgetränk. Dann sind wir etwas umhergelaufen. Das Wetter war wirklich perfekt und hat durchwegs gute Laune verbreitet, die Leute waren ganz gut drauf, ich auch. Wir haben uns teilweise verloren und dann wieder gefunden und nach noch ein paar Bier fragt dann ein Freund ob ich noch etwas Meth möchte. Ich habe abgelehnt, aber gemeint, dass jetzt eigentlich so langsam Zeit für die Pappen wäre. Zwei Freunde hatte ich gefragt, ob Sie auch welche möchten, aber keiner wollte. Ich war etwas zögerlich, da ich vom Alkohol doch schon etwas geschwächt und leicht müde war und zwar keine Übelkeit verspürte, aber schon ein gewisses Völlegefühl, nachdem man dann im halbwegs angenehmen Rahmen nur noch so langsam trinken kann, dass man davon kaum mehr betrunkener wird. Dann dachte ich mir aber, das so ein bisschen Energie vom 1-P-LSD durchaus mitgegeben werden könnte, außerdem hatte ich mich schon so lange auf den Trip gefreut, zudem bieten mir sich auch nicht so oft solche Gelegenheiten und das restliche Festival nur mit Saufen und Kiffen zu verbringen oder noch etwas Meth zu ziehen schien mir eher abwegig. Ich habe mir die Sache sozusagen schön geredet, aber immerhin mit Argumenten. Trotz nicht ganz optimaler Voraussetzungen entschied ich mich also dafür die 2 Pappen zu nehmen. Ich denke bei der Einnahme am noch relativ sauberen Dixiklo war es in etwa halb 4 nachmittags, ich hab die Pappen direkt geschluckt und mit etwas Bier hinuntergespült. Die Restlichen, die ich bei mir hatte habe ich wieder schön ins Tütchen gesteckt und zurück in die Tasche.

Soweit zum Setting. Es heißt ja immer, das wäre so wichtig :-).

Kapitel 1, Das Anfluten

Nach der Einnahme fragte der Freund mit dem Meth dann noch, ob ich denn nun etwas genommen hätte, ihn hatte ich vorher auch gefragt ob er möchte, aber er meinte sowas wäre nichts für ihn. Ich habe ihm gesagt, dass ich 2 Pappen genommen habe, so wusste zumindest jemand bescheid. Im Anschluss habe ich denke ich noch etwas Bier getrunken und mich dann recht gut mit sämtlichen Leuten auf dem Festival unterhalten, ein bisschen mit fetten Mädels geflirtet, was ich betrunken ab und an ganz gerne mal mache, ohne wirklich auf sie zu stehen, wobei ich aber lieb und respektvoll bleibe. Mit der Zeit konnte ich aber, wahrscheinlich durch das weitere Bier bedingt, eine leichte Übelkeit und noch mehr Völlegefühl verspüren, sodass ich auf Wasser umgestiegen bin.

Irgendwann währenddessen, vielleicht kurz vorher oder auch kurz nachher hatten die Pappen ganz langsam angefangen zu wirken. Am Anfang denke ich war die Wirkung durch die Nachwirkungen der Methline von Mittag noch etwas abgeschwächt. Das Meth ließ sehr langsam nach und die Pappen machten sich immer mehr bemerkbar. Irgendwann in dieser Zeit oder auch nachher bin ich zu meinem Freund mit dem Gras gegangen und fragte ob wir ein bisschen was rauchen. Ich glaube zu dieser Zeit hatte ich schon mein erste Flasche Wasser in der Hand, bin mir da aber sehr unsicher. Jedenfalls sind wir wegen dem Wind in eins der Shisha Zelte gegangen, um dort zu baun. Irgendwie war uns das relativ egal, dass es eigentlich ziemlich in der Öffentlichkeit ist und man das etwas diskreter machen könnte, aber es roch sowieso überall nach Gras, also machten wir uns nichts draus. Bereits als wir draußen erste Bauversuche unternommen hatten, hängten zwei 15 oder 16 Jährige an uns dran. Im Zelt waren sie dann wieder da und auf die Frage was sie hier wollten, sagten Sie mitrauchen. Ich habe Ihnen dann erklärt, dass sie meiner Ansicht nach viel zu jung sind zum Rauchen und das in dem Alter noch nicht tun sollten und dass man sowas ab 21 oder 22 schon mal machen kann, aber darunter man einfach noch zu jung sei und das der Persönlichkeits- und Hirnentwicklung einfach nicht sonderlich gut tun würde. Kurz nach meiner Predigt meinte ich dann, dass ich mir das aber genauso hätte sparen können, weil sie ja sowieso schon gekifft hätten. Die Predigt verstanden die zwei Bubis aber irgendwie nicht als nein, sodass ich nochmal klar machte, dass wir sie nicht rauchen lassen werden, weil sie einfach zu jung dafür wären, auch dann nicht wenn sie uns weiter verfolgen würden. Dann sind sie gegangen.

Mein Freund mit dem Gras hatte die Predigt, die darauf folgende Klarstellung und noch wesentlich länger gebraucht um das Teil endlich in eine rauchbare Form zu kriegen, da er schon relativ angetrunken war. Er hatte sich zum Bauen im Zelt neben eine Lady gesetzt die dort Shisha rauchte. Die Lady war für so ein Festival eher klassisch mit einem schwarzen Kleid, welches etwa bis zu den Knien reichte, gekleidet. Nach dem Motto Pech beim Baun aber Glück beim Flirten hat er Sie ein wenig angeflirtet. Und nachdem er mindestens 5 mal den Filter hatte fallen lassen, stand die Lady neben mir um sich besser mit Ihm und mir unterhalten zu können. Irgendwann kam die fucking Frage nach dem wie alt auf und die Lady hat herumgebettelt, ich solle doch schätzen wie alt Sie sei. Ich wehrte lange ab, sagte dann 48 und meinte es ernst ohne es so zu sagen hoffe ich, sie war 34. Ich dachte kurz jetzt bist du gefickt. Zum Glück lenkte Sie dann schnell von dem Thema ab und machte mir keine Szene, vielleicht war schon zu erkennen, dass ich mich nicht mehr 100 % auskenne. Ich hatte immer eine Sonnenbrille auf, hinter der ich meine Pupillen für relativ gut aufgehoben befand, aber auf 20 cm Entfernung hat man die bestimmt schon Tellerartigen gewiss sehen können.

Jedenfalls hatten Sie und mein Freund mit dem Gras, der es plötzlich geschafft hatte, den Filter in das Bauwerk zu bekommen, gefühlte 30 Sekunden nach meiner grandiosen Altersschätzung abgemacht, dass Sie jetzt auf die Bühne geht und wenn er sie später finden würde, dann würden sie hier irgendwo am Festival eine Nummer schieben. Dann rauchte das Bauwerk, es ging nicht gut, da der Joint total vermurkst war, aber es ging irgendwie, ich habe auch nur ein zweimal gezogen, den Rest hat der Baumeister himself und irgendein Ihm bekannter Schnorrer geraucht. Als das erledigt war, klärte mich mein Freund mit dem Gras noch mal über die Abmachung mit der Lady auf. Das Gras wirkte zu dieser Zeit schon bei Ihm, bei mir war es auch ziemlich gut, trotz der geringen Dosis, ich finde Gras leitet LSD und seine Derivate sehr gekonnt ein. Er hatte schon etwas Probleme mit dem Laufen und machte sich ziemlichen Stress, da er nicht mehr genau wusste, wie die Lady aussah. Seit der Abmachung waren vielleicht 10 – 15 min vergangen, Sie hätte überall sein können. Durch die Altersschätzung habe ich mir die Lady aber genau angesehen und war mir sicher, dass ich Sie wieder erkennen und auch finden würde, kein Zweifel. Das sagte ich Ihm. Das hat Ihm gefallen und er sagte er braucht mich jetzt bis wir Sie gefunden hätten, ich sagte Ihm meine volle Unterstützung zu.

Ich war ziemlich entschlossen, hatte richtig Freude an der Schnitzeljagd und wir sind dann fast auf einer geraden Linie Richtung Bühne gelaufen, direkt ins Menschengetümmel hinein und die Lady tanzte dort knapp neben der imaginären Linie. Ich zeigte meinem Freund mit dem Gras die tanzende Lady, ich freute mich total über die erfolgreiche Suche und auch mein Freund war superhappy. Ich hab Ihn dann noch auf 3 Meter oder so an Sie herangeführt. Die Lady ist erst etwas erschrocken als Sie uns gesehen hat, hatte sich dann aber auch gefreut. Ich habe die zwei dann alleine gelassen. So wie mein Freund mit dem Gras zwar von den Pappen wusste, aber nicht wusste ob ich welche genommen hatte, so wusste ich von der Lady, aber auch nicht ob er sie genommen hatte.

Kapitel 2, Der Trip bis zur Ruhe

Meinen Freund mit dem Gras habe ich dann lange nicht mehr gesehen. Ich habe mich dann etwas mehr mit meinen anderen Freunden und Bekannten, die ich auf dem Festival getroffen hatte, beschäftigt. Ich trank nur noch Wasser und davon relativ viel, ich hatte auch ständig einen relativ trockenen Hals, ein bisschen wie man es von Haschkeksen kennt, wahrscheinlich trank ich deswegen so viel. Ich habe während dessen etwas das Zeitgefühl verloren und mich hier und dort ein wenig unterhalten, ansonsten gehörte ich ziemlich der Musik und dem Festival mit seinen optischen Eindrücken, ich war stark fasziniert wie krass hier alles harmonierte und zusammen spielte. Ich erinnere mich an eine Bekannte, die durchwegs hübsch war, vielleicht hätte Sie ein wenig mit dem Makeup sparen können, aber der Glitzer an Hals und Dekolté kam definitiv gut. Nennen wir Sie Glitzermädchen.

Ich hatte sie vorher schon ab und an mal irgendwo gesehen, aber ich denke nicht weiter mit Ihr geredet. Als wir uns so ein wenig unterhalten haben, in dem Stil, ja, ich kenn dich doch, du warst doch da und dort und bist mir da aufgefallen usw. usf. hatte ich den Eindruck, dass wir uns ganz gut verstanden haben und ich war irgendwie drauf und dran Sie zu fragen, ob wir nicht einfach ein wenig rumknutschen wollen. Mit dem Gedanken hatte ich an dem Tag bei mindestens 4 Frauen konkret gespielt und bei noch mehreren hatte ich schon etwas in diese Richtung gedacht, an sowas denke ich sonst eher nicht. Ich hatte das Gefühl, dass Sie ahnte, dass mir das oder etwas ähnliches auf den Lippen lag, was an ihrem durchwegs sympathischen Lächeln lag. Andererseits hatte ich auch das Gefühl, dass sie zwar nicht genau wusste, was mit mir nicht ganz stimmte, aber dass Sie durchaus eine gewisse Ahnung hatte, dass ich zum Rumknutschen eventuell nicht so ganz in der Lage wäre. Unterm Strich glaube ich, dass es Ihr egal gewesen wäre, aber ich tatsächlich nicht allzu gut in der Lage dazu gewesen wäre, da ich dafür Sonnenbrille und Hut hätte wegwerfen müssen und meine Teller dann einfach zu heftig gewesen wären, als dass ich mich so wohl gefühlt hätte. Es hätte Sie bestimmt auch erschrocken. Angetroffen hatte ich Sie glaube ich als ich für kleine Jungs gehen wollte. Nachdem ich mich gefühlte 10 – 15 min mit Ihr unterhalten hatte, musste ich dann aber wirklich mal gehen. Wir standen nicht weit vom Eingang zu den Toiletten, ich ging rein und kam Wieder raus, weil ich nirgendwo mein Bier abstellen konnte. Ja, ich glaube jetzt doch dass ich zu dieser Zeit ein Bier hatte, Wasser gab es in Flaschen und die hätte ich einfach in die Hosentasche gesteckt. Wie auch immer, ich hatte es erwähnt, dass man das Bier nicht hatte abstellen können und dann hat Sie mir angeboten es solange zu nehmen. Wieder zurück stand Sie ein wenig so da als wollte Sie einen Kuss als Dankeschön, ich hatte mich zwar bedankt, aber nur mit Worten. Dann wurde Sie von irgendwelchen Ihrer Freunde weggeschleppt und rief mir noch für mich etwas enttäuscht klingend „Bitte fürs Bier halten“ zu. Dann war Sie weg und ich hatte mich kurz in den Arsch gebissen, die Situation nicht besser ausgenutzt zu haben, durch die Ausrede, die ich durch meinen Zustand definitiv hatte, machte ich mir keine langen Vorwürfe.

Mein Freund ohne Meth und ohne Gras, der ebenfalls mit uns gekommen war, war beim ersten Joint nicht dabei und wollte nun aber auch rauchen. Er hatte mich gebeten Ihm dabei zu helfen unseren Freund mit dem Gras zu finden. Nach einer Weile hatten wir Ihn gefunden und er hat uns die Drehdose gegeben. An einer geeigneten Baustelle angekommen stelle mein Freund ohne Meth und Gras fest, dass in der Drehdose alles drin war außer dem Gras. Also sind wir zurück zum Freund mit dem Gras, aber der hatte es auch nicht mehr. Der Freund ohne Gras und Meth hatte mich dann darum gebeten, doch bitte Gras aufzutreiben oder es zumindest zu versuchen, da er doch gerne einen Rauchen würde. Ich habe dann hier und da ein paar Leute gefragt, auch so einen Typ von den Festivalleuten mit Funkgerät, aber keiner konnte mir Gras geben. Fast alle sagten aber, dass sie auch welches haben wollten, wenn ich welches gefunden hätte. Das war erstaunlich, da es überall auf dem Festival nach Gras roch. Normal würde ich selbst nie über ein Festivalgelände laufen und einfach irgendwelche Leute nach Gras fragen, das habe ich mir im Nachhinein dann auch gedacht und auch daran festgestellt, dass ich doch eigentlich schon ganz schön drauf sein muss. Mein Freund ohne Gras und ohne Meth konnte also nicht Kiffen, soweit ich das mitbekommen habe. Erst am späteren Abend, als es schon eine Zeit lang dunkel war, hatte sich herausgestellt, dass das Gras die ganze Zeit der Schnorrer, der beim ersten Joint dabei war, mit sich herumgetragen hatte. Nur außer Ihm wusste das keiner mehr, nachdem das Gras dann wieder da war, rauchte aber glaube ich auch keiner mehr davon. Die ganze Story mit dem Gras war ein wenig wie eine Fortsetzung der Schnitzeljagd auf die Lady, aber mit viel schlechterer Qualität, niedrigeren Motiven und ohne Erfolg, spaßig war aber auch das immer noch.

Mein Gedankengang ging dann eher in die Richtung, dass ich mich hier und jetzt mit den Dingen beschäftigen sollte, die in so einem Rausch erfahrungsgemäß schön funktionieren. Allen voran beschäftigte ich mich dann vor allem mit Tanzen und dem Spüren und Genießen der Musik und des Festivals als organisches Gebilde, als eine Art Organismus. Ich begaffte andere tanzende Menschen, vor allem die heißen weiblichen unter Ihnen, die zum Teil auch auf mich ganz positiv reagierten. Aber die Erinnerung an das Glitzermädchen hat mich jedes mal wieder von dem bei fast jeder von Ihnen wiederkehrenden Gedanken, nach etwas Smalltalk einfach nach etwas Rumgeschmuse zu fragen, abgebracht. Manche der weiblichen Wesen umgab eine Art Aura, die sie aufgrund ihrer Bewegungen oder Optik einfach aus der Menge haben heraus stechen lassen, diese Aura war meist knisternd und erotisch aufgeladen. Diese Erscheinung ist zusammen mit der körperbewegenden Musik einer der am stärksten verbleibenden Eindrücke des Festivals. Ich akzeptierte aber, dass ich Heute nun mal nicht alles haben konnte, also nicht Frau(en) und Trip, außerdem wurde der Trip während des Tanzens immer noch etwas stärker und seine Intensität wurde wellenartig. Teilweise hat es mir recht krass die Optik verschoben, sodass ich abhängig vom Beat und der Musik kaum mehr richtig sehen konnte und sich zum Beat das ganze Blickfeld zusammengeschoben hatte. Insbesondere fette Breaks, für die diese Art der elektronischen Musik von mir besonders geschätzt wird, hatten ordentliches Optikvereissungspotential. Alte Röhrenbildschirme neigten bei extremem Bass dazu, dass sich das Bild verzerrt und zu zittern beginnt, ähnlich verhielt es sich mit meinem Blickfeld.

Ich nahm das Festival weniger als viele getrennte Einzelereignisse wahr denn als zusammenhängendes Gebilde, bei dem alles einen Einfluss aufeinander hat. Die Menschen tanzten auf dem Boden, der wiederum wurde durch die Bässe angeregt. Die Bässe konnten ohne die Ereignisse in den höheren Frequenzen der Musik nicht existieren, die Luft hatte die Musik übertragen und wurde durch den Staub den die Leute aufwirbelten weil sie die Musik hörten und Sie auf der Erde tanzten, über die die Musik hinwegrollte, in ihrer Durchsichtigkeit und Ihrem akustischen Übertragungsverhalten beeinflusst. Die Musik passte sich über das Tanzen der Menge über den DJ, der die Menge durch die staubige Luft Tanzen sah wiederum an die Leute an und die Erde wurde nicht nur durch die Musik, sondern auch durch das Tanzen der Leute zum zittern gebracht. Nichts war außen vor, alles war beteiligt, regelte sich gegenseitig. Fakt war, dass das Herz des Festivals aus der musikbetriebenen Menge an sich vor der Bühne bewegenden Menschen bestand und es etwas über dem Ruhepuls schlug.

Von diesem stark miteinander verflochtenen Gebilde war ich lange fasziniert, wellenförmig, teilweise so stark, dass ich an die Grenzen der Verfolgbarkeit meiner Gedankengänge bzw. meiner zerebralen Kapazität gestoßen bin, doch diese paar male, wo das der Fall war, konnte ich mich immer gleich wieder beruhigen, mit einer Art Selbstberuhigungsimpuls, der die Angeschlossenheit an den Organismus Festival etwas gedämpft hatte und die Öffnung des Kopfes gegenüber der Musik und den optischen Eindrücken etwas verkleinert hatte, worauf diese wieder langsam expandieren konnten, das geschah, wartete man eine Weile ab, jedoch von selbst.

Als sich der Sonnenstand ganz langsam senkte, war das für mich ganz normale ambivalente Gefühl zu verspüren, mit dem dieser Vorgang einher geht. Zum einen fand ich es schade, dass die Sonne sich ganz langsam verabschieden würde, zum anderen war ich schon heiß auf das Schauspiel der tiefer und tiefer stehenden Sonne. Das waren alles eher Eindrücke die nur innerhalb von mir abliefen und wie ich finde die ziemlich introspektive Komponente dieses Trips unterstreichen. Während dieser ganzen Gedanken und Eindrücke war ich die meiste Zeit gut am Abspacken, zusammengenommen bestimmt 5 Stunden oder mehr in meinem rauschinduzierten freizügigen Stil, der auf Festivals wie diesem meist zum Vorschein kommt und der dort aber auch in guter Gesellschaft und akzeptiert ist.

Wenn ich gerade nicht mit Abspacken beschäftigt war, dann habe ich ein wenig nach meinen Freunden gesehen, was sie so treiben, ob es Ihnen gut geht, ob sie Spaß haben. Wenn ich das Gefühl hatte, einer würde sich langweilen, habe ich meist über irgend ein das Festival betreffendes Thema kurz mit Ihm geredet, bin aber letztlich immer wieder in meiner stark gefühls- und eindrucksdominierten Abspackwelt gelandet, in der teilweise nicht ich mich, sondern die Musik mich bewegt hat. Die Musik nutzte meinen Körper und machte sich durch Umwandlung in dessen Bewegungen sichtbar. Zumindest fühlte es sich für mich so an, ich glaube nicht, dass mein Tanzstil, und auch nicht mein Acidtanzstil, im Ansatz so gut anzusehen sind, wie diese Musik anzuhören ist.

Es fing langsam an etwas dunkel zu werden und nach einer etwas längeren Durchtanzperiode habe ich mal wieder meinen Freund mit dem Meth getroffen, ich oder zumindest mein Körper brauchten eine kleine Pause, ich hatte inzwischen bestimmt 4 oder 5 Flaschen Wasser getrunken und habe mir dann mal wieder ein Bier gegönnt. Ich konnte es zwar langsam trinken, aber genießen konnte ich es nicht so recht. Egal, ansonsten ging es mir dafür ganz gut, zwar ganz schön drauf von dem Trip, der mich nun einige Stunden ganz schön gefordert hatte, aber absolut gut drauf. Zum Abschluss der ganzen Show gab es noch ein Feuerwerk, welches mich auch nicht mehr beeindruckt hat, als wäre ich nüchtern gewesen und eine gewisse Art von Huldigung des Festivals, die mir schon fast etwas zu kultartig bis hin zu religiös erschien, als dass ich darin irgendwie aufgegangen wäre. Das lag aber wahrscheinlich auch daran, dass mich so langsam meine Kräfte verließen, der Trip war körperlich durch die wilde langanhaltende Tanzerei und aber auch geistig durch die stark hochgeschraubte Gedankenaktivität gepaart mit zeitweise gezielter Drosselung derselben nicht ganz anstrengungsfrei verlaufen.

Als klar war, dass die Musik bald aufhören würde zu spielen, fand ich es zwar etwas schade, da die Musik einfach so gut war und ich Sie jetzt die ganze Zeit über hatte und ich gar nicht so recht wusste wie ich dann einfach so ohne Musik weiter überleben sollte, aber auf der anderen Seite war ich auch ganz froh, da mein Energiespeicher sich dem Ende zu neigte, wodurch dann für gewöhnlich der Sparflammenbetrieb eingeschaltet wird. Dies war bei mir dann der Fall, ich trank an dem Abend noch zwei Spezis, der Zucker hatte zumindest die Sparflamme nicht erlöschen lassen. Meinen Freund mit dem Gras hatte ich seit der Grassuche erst dann wieder gesehen, als die Musik aus war, das müsste so gegen kurz nach 22 Uhr gewesen sein, es dauerte dann gewiss noch 1,5 Stunden, bis wir uns endlich dazu entschlossen und zusammengefunden hatten um nun zusammen Richtung Ausgang zu gehen. So ganz stimmt dies nicht, Festivalmitarbeiter hatten uns zunächst gebeten die Tanzfläche zu verlassen und anschließend, nachdem jeder noch ein fettes Schnitzel gefressen hatte, hatten Sie uns auch gebeten das Gelände zu verlassen. Ich hatte kein Schnitzel gegessen, obwohl mir der Freund ohne Meth und Gras es mehrfach angeboten hatte, ich hatte einfach keinen Hunger, obwohl ich das letzte mal zum Frühstück etwas gegessen hatte.

Es dauerte dann noch eine Weile bis unser Heimfahrservice da war, in der Zwischenzeit haben wir eine Bekannte getroffen, die sich ab und an ein wenig an mich angelehnt, wenn auch nicht richtig an mich herangekuschelt hat, das war angenehm. Irgendeine Bekannte von meinem Freund mit dem Gras nahm uns im Auto mit, ich war recht froh, als die Heimfahrt los ging bemerkte ich im Auto aber, als die Wildnis und frische Luft des Festivals weg waren, dass der Trip noch ganz schön da war. Irgendwie war mein Eindruck, dass mit dem Festival auch der Trip enden würde, aber dies stellte sich als Irrtum heraus, was zunächst zwar eher anstrengend erschien, sich im Nachhinein aber als ziemlich aufschlussreich darstellen sollte. Die Autofahrt ging eine gute halbe Stunde und kam mir recht rasant vor, ich nehme an etwas rasanter als sie tatsächlich war und ich musste bereits auf der Hälfte des Weges für kleine Jungs, habe es aber bis zum Anhalten ausgehalten. Als wir dann da waren, war ich erst mal ziemlich erleichtert. Wir hielten nicht direkt bei mir sondern bei einer kleinen Feier in meiner Nachbarschaft. Ich stieg aus dem Wagen, pisste in die Hecke nebenan und ging ohne lange zu überlegen direkt Richtung nach Hause los.

Mir war irgendwie bewusst, dass ich jetzt Ruhe bräuchte, der Trip hatte sich im Auto nicht wirklich abgeschwächt, ich war schon gut erschöpft, geistig wie körperlich und das ganze Erlebnis mit diesem starken Trip auf dem ohnehin schon aufregenden Festival hatte tatsächlich etwas an den Synapsenverbindungen in meinem Gehirn herumgezupft. Sprich ich glaubte, dass die heutige Erfahrung schon recht grenzwertig war, da ich kurzzeitig auf den Kämmen der Wellen etwas in Richtung geistiger Überlast erfahren hatte, was über einen noch längeren Zeitraum durchaus etwas gaga hätte machen können. Auch war ich mir nicht ganz sicher, ob der vergangene Zeitraum nicht schon ein paar Spuren in meinem Kopf hinterlassen wird. Es war in etwa so wie nach längeren geistigen Leistungsaufgaben, wie Mathematikklausuren, Strategiespielen oder Egoshootern, wo man es einfach mal genießt, draußen in der Natur fernab aller Dinge, die einen an die vorherige Leistungsaufgabe erinnern, zu entspannen. Und diese Art von Entspannung, so dachte ich, bräuchte ich jetzt einfach primär aus Gründen der geistigen Gesundheit und des geistigen Wohlbefindens, aber ich bin auch deswegen einfach nach Hause gegangen, weil ich körperlich erschöpft war. Zuhause angekommen, musste ich gleich wieder pissen, außerdem habe ich mir die Zähne geputzt, was eher selten der Fall ist, wenn ich nach Trips / Räuschen heim komme, aber ich wollte ein sauberes Mundmilieu haben, das durch das lange nichts Essen schon etwas in Mitleidenschaft gezogen war. Ich ließ das Licht aus, sodass ich nicht dazu kam meine wilde Erscheinung im Spiegel zu beobachten. Nach dem Zähneputzen hatte ich noch einiges an Wasser getrunken, da ich einen relativ trockenen Rachen hatte, mir ein frisches T-Shirt angezogen, Fenster im Schlafzimmer gekippt und mich dann in mein Bett gelegt.

Weiter gehts in Teil 2 ..., dort zu lesen: Kapitel 3, Das Leiden und die Erkenntnisse und Kapitel 4, Rauschen, Folgetag und Folgen






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