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Tripbericht lesen

Übersicht:

Titel:Warnschuss
Drogen:Cannabis
Autor:anonym
Datum:25.10.2018 23:18
Set:Gelangweilt, an sich gut drauf und sonst recht gechillt
Setting:Gemütlich im Zimmer, Nachmittags, alle notwendigen Vorkehrungen getroffen
Nützlichkeit:5,50 von 10 möglichen   (6 Stimmen abgegeben)

Bericht:

Bevor ich mit dem eigentlichen Bericht anfange, möchte ich einiges zu meiner Person und Historie erwähnen: Ich bin ein junger Student, frisch im ersten Semester und in eine neue Stadt gezogen, ideale Bedingungen also für meinen "speziellen" Charakter (bin sehr ruhig und kann mich nur wenigen Personen öffnen), welchen ich nun voll ausleben durfte, eine Art "Neuanfang", wenn man so möchte. Psychisch war ich wie mein Vater immer sagen würde "sensibel", doch ich fand nie, dass dem so war/ist. Als Kind war ich einige wenige Male Schlafwandler und habe manchmal seltsame, unbeschreibliche Sachen erlebt. Ich bin Synästhet (für diejenigen, denen das ein Fremdwort ist: Synästhesie beschreibt ein Phänomen, bei dem die aufgenommenen Reize im Gehirn gewissermaßen "gekoppelt" werden). Das erste Mal Kiffen war in der Woche vor dem Abitur wenn ich mich recht entsinne; ich war mit einem guten Freund im Wald, wir rauchten eine Tüte und circa 30-40 Minuten später die zweite, da ich zunächst nichts merkte, beide Dübel waren mit Tobak & Weed befüllt. Eigentlich war es nicht viel Kraut, doch scheinbar genug, um mich für die darauffolgenden 2 Stunden (oder so?) in einen super merkwürdigen Zustand zwischen Übelkeit, Benommenheit und Kopfschmerz zu katapultieren.Typisch Anfänger halt :D Ich war enttäuscht, dass High sein scheinbar nichts für mich war. Und nun, fast auf den Tag genau 7 Monate her, sitze ich hier, mit einer Geschichte im Kopf und einer Bong auf dem Tisch. Ich denke ihr Stoner wisst, wovon ich rede... ;) Nun denn, so will ich dich nicht weiter mit diesen öden Rückblicken langweilen, ich hoffe die nun von mir herniedergeschriebene Geschichte kann dich was lehren oder zumindest amüsieren.

Abend zuvor: Ich hatte mal wieder nichts rauchbares organisieren können und so entschloss ich mich dazu, beim abendlichen Einkauf eine Flasche billigen Weißwein mitzunehmen. Zuhause angekommen, baute ich mir nach der Erfüllung meiner haushaltlichen Pflichten eine Tüte, deren Inhalt aus Tobak und ein paar Krümeln qualitativ nicht sonderlich hochwertigen Haschischs bestand. Außerdem kochte ich mir einen Kräutertee, aber das nur am Rande. Und kurze Zeit später rauchte ich den Dübel mit zu viel Tobak und trank etwa eine Stunde später die Flasche 11%-igen innerhalb von rund 45 Minuten aus. Mir wurde zeitig darauf schlecht und ich erbrach mich in den Papiermülleimer (hab den immer noch nicht sauber gemacht fällt mir grad ein). Ich schlief mit eingeschaltetem Licht ein und erwachte heute morgen (ohne Wecker!) um kurz nach 06:00. Absurd, nicht wahr?rnrnIch fühlte mich etwas angeschlagen und in der ersten Vorlesung (um 08:00) wurde der Höhepukt erreicht, ich fühlte mich nicht optimal und wollte eigentlich nach Hause. Um kurz nach 12 war ich wieder daheim, ich aß ein wenig und um etwa 17:00 standen/lagen berits folgende Dinge auf meinem Schreibtisch: Diverse Früchte (darunter eine Zitrone!), meine vor wenigen Tagen bei einem Pakistani erworbene kleine Glasbong, ein Teeset, und ein just erworbenes Tütchen wohlriechenden Krautes. Und wenige Minuten später war es soweit, im Zimmer lag der zu gut bekannte, süßliche Duft :) Ich aß ein wenig von dem Obst und und legte micht aufs Bett. Ich schaute Rick and Morty, irgendwelche Dinge bei YouTube und sonstiges Zeug, was man High halt eben so alles macht.
Ich bin recht paranoid, während ich high bin und das war biser der Auslöser für die meisten unangenehmen Erfahrungen mit Cannabis. Meine Mitbewohner kamen heim, ich hörte sie im Treppenhaus und war direkt alarmiert. Das geht sehr schnell bei mir und ich hasse es. Ich denke immer, es käme unerwünschter Besuch in Form der Eltern oder gar der Polizei. Ich interessiere mich während meiner Highs aus welchen unersichtlichen Gründen auch immer für Verschwörungstheorien. Ich bin jetzt kein Aluhut-Träger oder sonstig von irgendetwas großartig überzeugt, ich betrachte die Dinge immer möglichst kritisch. Als ich in diesem leicht paranoiden Zustand jedoch auf die Idee kam "Illuminati" rückwärts bei Google einzugeben, war ich geschockt von dem von Google angeführten Suchvorschlag, der zur "Seite" der NSA führen sollte. Panisch und von der Idee ergriffen, die Regierung würde mich nun, da ich ihr "Geheimnis" kenne, ausspionieren, verhaften oder gar "von der Bildfläche verschwinden lassen" sprang ich vom Bett auf, schaltete alle elektrischen Geräte aus und versuchte mich zu sammeln. Ich kann mich nicht mehr an Einzelheiten erinnern, da mein Verstand pausenlos raste und ich mich nicht konzentrieren konnte, auf fast gar nichts.
Ich spürte einen heftigen Adrenalin-Rausch und merkte den verschnellerten Herzschlag, die oberflächlichere Atmung und das flaue Gefühl in der Magengegend. Es wurde sehr schnell sehr heftig und bekanntermaßen verliert man sich high sehr schnell in einer negativen Gedankenspirale.
Genau das passierte dann auch. Ich bekam eine Panikattacke und dachte, für immer den Verstand zu verlieren. Ich machte mir Sorgen, womöglich ein psychisches Problem getriggert zu haben. Ich hatte schon immer Sorge, psychisch tatsächlich "sensibel" zu sein. Es kam mir vor, als würde ich die Welt distanzierter wahrnehmen. Als wären meine Arme nicht meine. Als wäre ich nicht mehr ich.
Ich merkte, wie sich ein Tinnitus wortwörtlich Gehör verschaffte und die gedanklich zertreute Kulisse überdeckte. Der Tinnitus wurde meiner Aufmerksamkeit Herr und ich hörte zu. Der Tinnitus schien in der Frequenz zu wechseln, ein Klingeln und ein monotones, sinusartiges Pfeifen, welche beide einfach nicht verschwinden wollten. Ich vergewisstere mich, dass auch wirklich alles ausgeschaltet sei, da ich von einer Art Elektrohypersensibilität ausging. Und dann tat ich etwas, was nur "Verrückte" tun.

Ich hielt mir die Ohren zu.

Ich hatte das Gefühl, mein ganzes Skelett würde vibrieren, aber auf eine unangenehme Art. Wenn man dicht ist und (am besten mit Kopfhörern) basslastige Musik hört, verspüren manche eine wohlige Vibration im Rückgrat. Davon rede ich nicht. Ich rede von einem unfassbar hochfrequenten, nahezu stechenden Summen in den Knochen.
Es fällt einem schwer, in solchen Augenblicken rational zu denken und nicht zu vergessen, dass man unter dem Einfluss einer Substanz steht. Ich ging rastlos und getrieben auf und ab im Zimmer, lauschend und fühlend, ob ich eine lokal definierte unterschiedliche Intensität feststellen könnte. Und in der Tat, es schien gefühlte Unterschiede zu geben. Womöglich war das aber auch nur Einbildung. Ich hatte zudem eine sehr subtile "Störung" in meinem Sichtfeld: als würde sich horizontal in meinem Sichfeld eine unsichtbare Grenze befinden, die das Gesehene zwar in keiner Weise trübt, aber dennoch irgendwie stört. Meine akkustische Wahrnehmung schien sehr geschärft, an sich nichts ungewohntes, doch schien selbst das diesmal anders zu sein. Es war alles so "aufdringlich laut". Ich las sofort alles mögliche über Elektromagnetismus, Elektrohypersensibilität, Schizophrenie und Tinnitus, steigerte mich richtig schön in meine Ängste und Sorgen hinein. Ich war überzeugt, der elektromagnetischen Strahlung förmlich von allen Seiten zu unterliegen. Ich zog mich an und ging zur Tür, betrachtete mich dabei kurz im Spiegel und wurde von einem bleichen Gesicht angesehen, die Pupillen etwas vergrößert und auch sonst kein wirklich hübscher Anblick.

Draußen war es kalt, ungemütlich und in das gelblich-orangene Licht der alten Natriumdampflampen getaucht. Ich ging die Straße auf und wieder ab, blickte einige Male über die Schulter, weil ich fürchtete, verfolgt werden zu können. Auf dem "Rückweg" kam mir ein Mann entgegen und ich vernahm einen seltsamen Gesang, der von dem Mann auszugehen schien. Als wir etwa 10 Meter voneinander entfernt waren, hörte der Gesang auf und begann wieder, als er an mir vorbei gagangen war. Ich bezog alles auf mich, war sehr paranoid. Es war sehr unangenehm.

Ich tigerte weiterhin durch mein Zimmer, versuchte Freunde azurufen um von vertrauten Stimmen Linderung zu erhalten, doch ich erreichte niemanden. Ich fühlte mich auf mich allein gestellt, das war ich ja auch, aber "es war doch nur Weed, nicht wahr? was sollte schon schief gehen, leg dich hin und ruh dich aus". Das war meine Devise. Die paranoiden Gedanken hielten noch einige Stunden an, ich lag im Bett und hörte Musik.

Der Tinnitus verschwand nicht, die paranoiden Gedanken hingegen schon und ich bin wieder normal. Fast zumindest. Ich fühle mich erschöpft, ein wenig neben der Spur und freue mich aufs Bett. Doch viel mehr freue ich mich darüber, keine Stimmen im Kopf zu hören. Denn diesen Eindruck hatte ich heute 2 Mal, aber es waren entweder akkustische Halluzinationen oder nur ein Umgebungsgeräusch, welches ich mal wieder auf mich bezog und mich soagr als irrationalen Kreator dieser betrachtete. Verrückt, nicht?

Ich hatte eigentlich vor, die Finger von Weed zu lassen, eine Pause einzulegen, da ich feststellte, dass meine Konsummuster zu regelmäßig wurden und ich mir durchs Kiffen meine Kraft, Intelligenz und Kurzzeitgedächtnis gewissermaßen raubte. Meine Psyche ist mir nun auch wichtiger. Ich weiß aus familiären Gründen nicht, ob ich eine genetische Prädisposition zu psychotischen Problemen habe, doch ich will es auch nicht herausfinden. Ich will Dinge nicht erzwingen und es ist mit Sicherheit zumindest keine falsche Entscheidung, ein Päuschen einzulegen.
Ich betrachte die ganze Geschichte als einen "Warnschuss". Ob es tatsächlich einer ist oder nicht, ist mir egal.
Es gibt viel spannendere Geschichten auf dieser Seite als meine. Ich wollte die geschilderte Erfahrung jedoch für mich festhalten und gleichzeitig mit anderen teilen, in der Hoffnung, dass sie weise handeln und aus den Fehlern anderer lernen, mögen sie auch noch so trivial erscheinen. Es fühlte sich für mich einfach richtig an, zu gutem Jazz ein wenig Literatur zu fabrizieren :)

Bleibt gesund und glücklich :)






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