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Tripbericht lesen

Übersicht:

Titel:Der Rausschmiss - Auf magischen Trüffeln durch den Zauberwald
Drogen:Psilocybinhaltige Pilze
Autor:Whereismymind96
Datum:31.10.2018 15:04
Set:Etwas angeschlagen, dennoch voller Vorfreude
Setting:Haus eines Bekannten, Wald
Nützlichkeit:7,73 von 10 möglichen   (11 Stimmen abgegeben)

Bericht:

Hallo zusammen, heute möchte ich euch eine Geschichte erzählen, über die ich mich selber manchmal fragen müsste, ob sie nicht etwas ausgeschmückt oder erfunden worden wäre, hätte ich sie nicht selber exakt so erlebt.
Es geht um meinen Zwillingsbruder, meinen besten Kumpel C, einen weiteren guten Freund, früher nannten wir ihn nur „den Polen“, aufgrund seines sehr polnisch klingenden Nachnamens und natürlich um mich.
Das ist so der Kern meines ältesten Freundeskreises, wir haben bis auf den Polen, der so vor 8 Jahren dazukam unser ganzes Leben miteinander verbracht und ich glaube es wäre nicht übertrieben zu sagen, dass ich meinem Besten Kumpel C und meinem Bruder mein Leben anvertrauen würde (wichtig fürs Set).

Nun war es so, dass ich damals in einem Dörfchen ganz am Rande einer Grossstadt von NRW wohnte. Um das Nachbardorf zu erreichen, welches schon zu einer anderen Kleinstadt gehört, musste man ein kleines Waldstück durchqueren, so ca. 10 Minuten mit dem Auto.
In diesem Nachbarort, ohne Zweifel ein Kaff, wohnte der Pole mit seinen Eltern. Es war ein sehr solides, großes Haus mit sehr dicken Wänden, Blickdicht und man hatte dort drinnen nicht einen Balken Handyempfang. Eigentlich perfekt für einen Haufen von 18Jährigen, die gerne mal „auf Reise“ gingen. Es war also mal wieder so weit, der Pole hatte sturmfrei, seine Eltern fuhren nach Holland. Also die Matratzen zusammengepackt, alles ins Auto geworfen und ab geht‘s. Wir nutzten die neugewonnene Freiheit erstmal für etwas, was wir schon gut kannten und feierten ordentlich auf E durch. Wir hatten das Glück richtig gute Dinger zu bekommen, Pinke Löwen waren es, haben gescheppert wie nichts was ich danach je wieder hatte. Ein geiler Abend also, aber nicht der Abend von dem ich erzählen möchte, heute zumindest nicht. :) Am nächsten Tag dann also beim Polen rumgekatert, Rollos runter, viele Sublements eingenommen und verhältnismäßig relativ fit. Einziger Störfaktor an diesem Tag war der Nachbar vom Polen, sein Name war A.
A. War immer ein paar Jahre älter als wir gewesen, fuhr schon Auto lange bevor wir daran denken konnten und schaffte es so uns alle ein bisschen von sich zu beeindrucken. Er war, so wie wir alle zu dieser Zeit, leidenschaftlicher Kiffer und hatte frei an diesem Tag, also wollte er mit uns kiffen und wusste auch, dass wir beim Polen rumhingen...
wie auch immer, mir kam die Idee ihn spontan zu fragen ob er nicht Lust hätte, mal etwas Neues zu probieren. Wir hätten ein paar E‘s am Start und nach ein bisschen Überzeugungsarbeit willigte er ein.
Er kam mit seinem Klappbett rüber und wir feierten eine weitere Nacht durch. Normalerweise sind wir Freunde des safer use und hatten noch nie öfter als 2 mal im Jahr xtc genommen, geschweige denn an 2 Tagen hintereinander. Aber irgendwie hatten wir alle das Gefühl, A einen großen Gefallen zu erweisen, indem wir ihn in diese ganz besondere Welt einführten. Es wurde ein weiterer geiler Abend, zu dem ich bei Gelegenheit mehr schreiben möchte, aber heute geht es um eine magic Truffle Geschichte.

Man kann sich also vorstellen, wie es uns ging. Völlig durchgefeiert ging erstmal jeder zu sich Nachhause, ich ging erstmal zu meiner Freundin, die ich durch meine unfreiwillige Handyabstinenz ein wenig vernachlässigt hatte.
Irgendwann hatte mein bester Kumpel C dann aber eine Idee. Die Eltern vom Polen waren nämlich noch 10 Tage oder so weg und eine neue Gelegenheit würde sich so schnell nicht auftun (was eigentlich Quatsch war, denn dadurch, dass mein Vater ausgezogen war und meine Mutter fast immer bei ihrem Neuen rumhing, hatten mein Bruder und ich später so ungefähr immer sturmfrei). Wie auch immer, mein Kumpel C hatte also die Idee, A noch eine weitere Welt zu zeigen, die wir schon kannten, er aber nicht: Das Psilocybin. Ich war nicht sehr begeistert von der Idee, da ich noch immer etwas angeschlagen war. Der Pole war von Anfang an auch eher dagegen, das ist wichtig für den Rest der Geschichte. Mein Bruder stand dem ganzen recht neutral gegenüber und irgendwann hatte C auch mich überredet, das kann er nämlich ziemlich gut. A, der Nachbar vom Polen, war sofort begeistert, denn die Erfahrung mit dem xtc hatte ihn total umgehauen (verständlich, das erste mal und so, sein Motto wird also ungefähr die Richtung „was hab ich noch verpasst?!“ angenommen haben).
Der Pole holte uns ab - also Zack wieder Matratzen und Schlafsachen ins Auto geworfen und durch den Wald, 10 Minuten ins Nachbardorf bis zum Haus. Mein kumpel C und ich sind dann zusammen nach Roermond gefahren, kennen bestimmt einige hier, liegt direkt hinter der Holländischen Grenze und war praktischerweise nur eine Dreiviertelstunde entfernt von uns. Es lief alles glatt, im headshop deckten wir uns ordentlich mit magischen Trüffeln ein, die Sorte war Earth connector, wenn ich mich richtig erinnere. „Guten Trip Jungs!“ verabschiedete der Verkäufer sich immer mit holländischem Akzent. Wir hatten übrigens schon eine Reihe guter Erfahrungen mit den Trüffeln gesammelt, sodass wir uns relativ sicher waren, dass es ein guter Abend werden würde. So kann man sich täuschen!

Also versammelten wir uns wieder alle in dem altmodischen Haus von dem Eltern des Polen, zunächst alle relativ positiv eingestimmt. Wir zerhackten die Trüffel so fein wie möglich und nahmen jeder die von uns errechnete Menge, die ausreichen würde um gut high zu werden. Wir zerkauten sie, was nicht ultimativ ekelig ist, aber auch nicht sehr angenehm. Irgendwie schmecken die nach Wald, nach etwas was man im Wald aufhebt und isst... schwer zu beschreiben. Für mich waren es 10 Gramm, C und der Pole vertrugen meist ein wenig mehr, deswegen nahmen sie jeweils 15. Der Nachbar A tat es mir gleich und nahm 10 Gramm. Er war sehr gehypet auf den Trip.
Zunächst tat sich aber mal lange garnichts, was uns etwas verwirrte. Wir redeten schon davon mehr zu nehmen, als es dann schließlich doch einen Teil seiner Wirkung entfaltete. Ich sage bewusst einen Teil, denn was irgendwie fehlte war die Euphorie, der Spaß an der Sache. Die Wände morphten zwar, und die optische Ebene war gut, jedoch fehlte uns allen etwas der Spass an der Sache. Das lässt sich für mich rückwirkend damit erklären, dass unsere Serotonin Speicher durch das xtc einfach mal leer waren. Der Nachbar A, welcher so leicht nicht aufgeben wollte, kam dann auf die Idee „nachzulegen“, was bei den e’s natürlich sehr gut funktioniert hatte, bei Trüffeln aber eher so semi gut klappt. Irgendwie überredete er mich und wir hauten uns beide nochmal 5 Gramm rein. Nach einer Zeit, so 30 Min später, war meinem Bruder dann schlecht und er musste kotzen gehen. Dann wurde dem Nachbarn A schlecht und auch er verbrachte ca. 20 min auf der Toilette. Als er wiederkam sah er total fertig aus, als wären all seine Erwartungen an den Abend vorbei. Der nächste, der im Bad verschwand war der Pole und wir sahen ihn lange nicht wieder. Also lagen wir zu viert in dem urigen Wohnzimmer herum. Der Nachbar A. meinte irgendwann: „Mir ist gerade voll danach einfach zu weinen!“ Das kam für alle etwas überemotional und komisch. Bei mir war es währenddessen so, dass ich von ungewollten Lachflashs heimgesucht wurde, nicht wie die vom Kiffen, viel unangenehmer und willkürlicher, ich konnte dieses dreckige Lachen einfach nicht mehr abstellen. Ich also irgendwie drüber, der Nachbar ein Häuflein Elend, meinem Bruder war schlecht und der Pole war sehr lange auf Toilette. C war glaube ich der fitteste, deswegen schaute er auch regelmäßig beim Polen vorbei, um zu fragen wie es so geht. Der Pole entgegnete dann Sachen wie: „Ich kann im Dunkeln Farben schmecken!“ Bei ihm war es immer schwer einzuschätzen ob er zwei Level unter allen Anderen war und nur so tat, oder ob er schon eine komplett neue Ebene erreicht hatte. Anscheinend hatte er das aber, denn als er endlich wieder kam war er nicht mehr so ganz der selbe. „Eey Pole, da bist du ja endlich!“ Er schaute nur mit strenger, autoritärer Miene durch den Raum. Er war absolut abgefuckt.

„Sag mal...habt ihr eigentlich alle kein eigenes Zuhause?!“ fragte er so richtig entnervt. Auf einmal war es still, wir wussten nicht so recht wie wir darauf reagieren sollten, so kannten wir ihn
auch nicht. Blöderweise hatte ich immer noch meine nervigen Lachkicks, die nicht aufhören wollten rauszukommen. Also lachte ich ihm daraufhin so richtig dreckig ins Gesicht. Natürlich komplett ungewollt, aber dennoch völlig Fehl am Platz. „Was lachst du eigentlich die ganze Zeit so?!“ keifte er mich an. „Das sind die Drogen man, beruhig dich, wir sind nur alle etwas drüber!“
Mein Kumpel C, der ein sehr rationaler Mensch ist und dem es bis dahin ja noch am besten ging versuchte ein bisschen logisch zu argumentieren: „Hey man, es ist mitten in der Nacht und wir sind alle drauf! Es war doch abgesprochen dass wir hier pennen, morgen sind wir weg.“
„Habt ihr kein eigenes Zuhause?! Ich will jetzt schlafen!“
Natürlich war uns allen klar, dass er in dem Zustand sowieso niemals hätte einschlafen können, also sagten wir ihm er solle doch nach oben gehen, sich ein wenig Zeit nehmen.
„Ich will aber... dass ihr jetzt alle NACHHAUSE geht!“ zischte er und ging auf den Nachbarn A. Zu, der völlig traurig und zerstört auf dem teppich rumlag. Er griff ihn am Arm und zerrte ihn hoch, wie ein Kleinkind, was nicht weiterlaufen wollte. (Normalerweise hätte er sich das bei dem älteren A niemals getraut)
Letztendlich war ich es, der bemerkte wie sehr die Situation zu eskalieren drohte.
„Hey man, ist okay, wir gehen jetzt raus. Du hast dann Zeit für dich, aber denk dran, wir sind alle Freunde, alles ist okay!“
Er reagierte nicht großartig, er wollte uns einfach nur raushaben.

Da standen wir also, vor der Haustür, 4 völlig verdruffte Typen, so ca. Um 2 Uhr nachts. Zum Glück war es warm.
Wir setzten uns auf einen nahegelegenen Spielplatz und berieten, wie es jetzt weitergehen sollte. Wir brauchten zu Fuß ca. Eine Stunde bei gutem Tempo durch den Wald bis nachhause. Also entschlossen wir uns nicht weiter auf das Erbarmen des Polen zu hoffen, wir waren auch eigentlich ziemlich angepisst auf ihn. Wenn auch ein bisschen besorgt. Der Nachbar hatte natürlich Glück, er wohnte ja direkt gegenüber, also verabschiedete er sich auf dem Spielplatz und zog mit trauriger Mine davon. Und so zogen wir los, mein Kumpel C, mein Bruder und ich. Wir kamen alle ganz gut zurecht, das Morphen war zwar noch sehr stark, aber wir konnten uns gut darauf einlassen. Der Wald war dann eigentlich ungewollt das kurze Highlight des ganzen Trips. Dort hängt nicht eine Laterne, es gibt zwar eine Straße, aber Nachts fährt dort so gut wie niemand lang. Es war wie ein Zauberwald. Wir waren begeistert von den Eindrücken und der Geräuschkulisse und beschlossen ein ganz wenig zu kiffen um den Weg noch etwas interessanter werden zu lassen.
Währenddessen fuhr ein Auto auf uns zu, ziemlich schnell. Ich dachte mir nichts dabei, bis wir das Auto mit quietschenden Reifen in der Kurve wenden hörten. Es kam direkt auf uns zu. Mein Bruder und ich wollten cool bleiben, C legte dann aber einen Sprint ein und rannte einfach los, wir waren ja immer noch ziemlch drauf. Habt ihr mal auf Pilzen oder Trüffeln versucht zu rennen? No way! Wir schafften es so ca. 20 Meter weiter in einen Feldweg, aber unser Tempo verlangsamte sich, es ging einfach nicht mehr. Das Auto bog ebenfalls in den Weg. Fernlicht von hinten. Autotüren. „Polizei sofort stehenbleiben!“

Ich dachte mein Leben wäre komplett gefickt. Eigentlich Schwachsinn, Rausch ist kein Verbrechen und wir hatten nichts auf Tasche was irgendwie relevant gewesen wäre, den Joint warf mein Bruder bei der Flucht ins Gebüsch.
Aber klares Denken war nach dem Abend nicht mehr. Ich blickte ins grelle Scheinwerferlicht, die Hand schützend vor meinen Augen und sah in 2 dunkle Silhouetten. Dann wurde es richtig abgefuckt. „HAHA!“ lachte ein Mann von dem Auto aus uns entgegen. „Verarscht!“ Quietschende Reifen, Rückwärtsgang, weg. Stille. Wir konnten es einfach nicht fassen. Wer? Und warum? Und warum gerade heute? „Schwarzer einser bmw.“ knurrte C, und einen Teil des Kennzeichens. Ich schwöre es bis heute, irgendwann kriegen wir euch dran für den blödsinn! :D
Naja, irgendwann gingen wir dann weiter Richtung Heimat, die einzige Frage die uns beschäftigte war „warum?“. Bis heute. Warum mitten in der Nacht im dunklen Wald vor 3 großen, männlichen Gestalten halten und so eine Show abziehen? Wir hätten doch auch irgendwelche Psychos sein können, wir waren ja sogar weggerannt...haben sie das Gras gerochen, im vorbeifahren? Wir werden es wohl nie erfahren.
Irgendwann auf halber Strecke nachhause meldete sich dann auch der Pole wieder per sms. „Es geht mir jz besser. Soll ich euch abholen?“ anhand unseres eigenen Zustandes kamen wir zu dem Schluss, dass es noch überhaupt kein Faktor sein dürfte überhaupt ans Autofahren zu denken. Außerdem waren wir ja fast zuhause. „Ruh dich aus, wir quatschten morgen.“

In unserer Gegend angekommen setzten wir uns noch eine Weile auf den Spielplatz vor unseren Häusern, keiner hatte mehr Lust drauf zu sein und es hörte und hörte nicht auf. Wir holten von zuhause eine Bong und kifften endlos viel auf dem spielplatz um irgendwie zur Ruhe zu kommen. Es muss so Ca. 5 Uhr morgens gewesen sein als wir entschieden, dass es wieder einigermaßen klarging und wir verabschiedeten uns. 10 Stunden später stand ich auf der Arbeit und ihr könnt euch ja sicherlich vorstellen wie es mir ging. Der Pole hatte sich in aller Form entschuldigt, er hatte wohl einen ganz schönen Horrortrip in der Nacht gehabt. Bis heute habe ich keine Ahnung wer uns da so Angst machen wollte oder warum, aber inzwischen können wir darüber lachen, und der Spruch „ihr geht jz alle besser mal nachhause“ hat sich bei uns fest als Verabschiedung etabliert.

So, diese Geschichte wollte ich mir schon ewig mal von der Seele schreiben, auch einfach um nochmal selbst reflektieren zu können was damals schief gelaufen ist. Unterschätzt niemals die Wechselwirkung von verschiedenen Substanzen, auch wenn es schon etwas her ist. Haltet Pausen ein um euch zu regenerieren, das ist wichtig. Ansonsten rate ich von dem Konsum von Trüffeln grundsätzlich überhaupt nicht ab oder so, seid einfach nur vorsichtig und wartet ein bisschen. :)
Ansonsten bleibt sauber, ich hoffe ich konnte den ein oder anderen ein wenig amüsieren und wünsche euch allen das beste. Wer möchte hört bald noch mehr von mir!






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