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Tripbericht lesen

Übersicht:

Titel:Von Lucy an die Hand genommen - LSD auf einem Goa Festival
Drogen:LSD
Autor:horchamol
Datum:30.11.2018 14:06
Set:Entspannt und gut gelaunt, positiv aufgeregt
Setting:Kleines Goa Festival mit Freunden
Nützlichkeit:8,79 von 10 möglichen   (14 Stimmen abgegeben)

Bericht:

Mir ist erst im Nachhinein aufgefallen, dass der erste Teil des Berichts nur die "Vorgeschichte" erzählt. Wer sich dafür nich interessiert, kann den kursiven Teil überspringen. Ich werde auch nochmal mit rot den Beginn des eigentlichen Berichts markieren.

Der folgende Tripbericht bezieht sich auf meinen insgesamt vierten LSD Trip. Die Male davor fanden immer im gleichen Setting statt, mit wenigen Freunden bei einem Kumpel auf dem Land, das Haus für uns und reichlich weitläufige Landschaft, die wir ungestört erkunden konnten.

Mit einer Hand voll Freunden trat ich die Reise zum zweiten, und leider letzten, Festival des Jahres an. Obwohl ich schon öfter auf Goa Parties war und mir Techno Festivals nicht fremd sind, sollte dies die erste mehrtägige Open Air PsyTrance Veranstaltung für mich sein. Mein guter Freund Benjamin war schon öfter auf solchen Festivals und beschrieb die Atmosphäre immer als besonders. Er schwärmte von einer Entspanntheit, die es so bei anderen Events nicht gäbe. Ich freute mich sehr auf das anstehende Wochenende. Nicht nur wegen Benjamins Schwärmerei, sondern auch, weil ich das Musikgenre sehr gerne mag (ja, auch nüchtern und ja, auch schon bevor ich mit Drogen in Kontakt kam). Die stampfenden Bässe und die sphärisch, psychedelischen Sounds - auch im Alltag höre ich oft tagelang kaum was anderes.
Als wir am Gelände ankamen, verstand ich sofort, was Benjamin mit seinen Schilderungen meinte. Mit Schuhen an den Füßen war man hier definitiv in der Minderheit, die meisten Menschen trugen weite Klamotten in schlichten, aber dennoch bunten Farben. Es erinnerte mich sehr an die Bilder, die man aus den 60ern und 70ern von Veranstaltungen wie Woodstock kennt. Und er hatte recht, über dem ganzen Gelände lag wie eine Art Schleier der Entspannung. Alle Menschen waren gut gelaunt, jeder ließ den anderen tun und lassen, was er möchte und der Umgang miteinander war sehr entspannt und respektvoll. Schon im Vorfeld hatte ich geplant hier LSD zu konsumieren und nach diesem ersten Eindruck war mir klar, diese Erfahrung muss ich definitiv machen.

Wir reisten Mittwoch, einen Tag vor dem offiziellen Start, an und selbst am Tag darauf begann das Programm erst gegen abends. Wir hatten also genug Zeit uns mit der Umgebung und unseren Zeltplatznachbarn vertraut zu machen. Im Laufe des Donnerstags trudelten immer mehr Besucher ein und unser kleines, familiäres Camp wuchs sehr schnell an, was allerdings nicht störte. Schnell sprach sich herum, dass eine unserer neuen Nachbarinnen Acid und Gras verkauft. Wir statten ihr also einen Besuch ab und kauften ein paar Gramm Weed. Das LSD hatte sie in einem Fläschchen dabei, da wir uns aber erst am Tag darauf unseren Trip genehmigen wollten, haben wir es zunächst beim Grünen belassen. Mit "wir" meine ich hierbei meinen Kumpel Stefan, mit dem ich mir ein Zelt teilte.

Neben LSD am Freitag hatten wir außerdem geplant, am Samstag MDMA zu konsumieren. Allerdings hatten wir überraschend wenig Glück mit Dealern. Normalerweise dauert es auf solchen Veranstaltungen ja nicht lange, bis man etwas angeboten bekommt. Hier mussten wir uns jedoch aktiv auf die Suche nach Gras machen, als LSD-Quelle kannten wir bisher auch nur das eine Mädchen und sie war recht selten am Campingplatz anzutreffen. Aus diesem Grund machte sich Freitag eine kleine Unruhe breit, da wir langsam daran zweifelten, noch etwas kaufen zu können. Gegen Mittag kam allerdings jemand an unserem Camp vorbei und sagte die magischen Worte:

"Hey Leute, braucht ihr noch was oder seid ihr bedient?"

Das hörte unser Camp natürlich sehr gerne. Einige deckten sich mit Speed und Keta ein, ich kaufte mir ein Teil sowie eine Pappe mit angeblich 140µg LSD. Stefan kaufte ebenfalls ein Teil und 2 Pappen mit angeblich je 50µg. Da ich beim Konsum synthetischer Drogen sehr vorsichtig bin, habe ich auf Festivals immer mein Testkit dabei und testete beides. Das Teil sah gut aus, alles Tests schlugen positiv für MDMA an. Die Pappe verfärbte sich allerdings merkwürdig. Mit dem Ehrlich Reagenz erhält man eine rosa/lilane Färbung, wenn man echtes LSD hat, meine Pappe wurde allerdings eher bräunlich/schwarz. Ich hatte also 5-MeO-MiPT oder eine ähnliche Research Chemical und kein LSD. Stefan öffnet die Alufolie, in der sich sein Acid befinden sollte, um festzustellen, dass nichts drin ist. Wir wurden also von dem Ticker verarscht. Schade, aber gut, dass wir es getestet haben... immerhin waren die Teile sauber.

Trotzdem waren wir angenervt. Es war mittlerweile Nachmittag und wir wollten unseren Trip in den nächsten 1-2 Stunden starten, um noch etwas vom Tageslicht zu haben und nicht die komplette Nacht drauf zu sein. Doch wo sollten wir jetzt auf die Schnelle etwas auftreiben? Unsere Nachbarin mit dem Fläschchen war nicht aufzufinden. Benjamin bekam all das mit und wollte uns helfen. Er kannte noch andere Leute auf dem Festival und erkundigte sich für uns bei ihnen. Und Tatsächlich, einer seiner Bekannten, Freddy, hatte vor dem Festival Gummibärchen mit LSD beträufelt und diese mitgenommen. Wir fragten ihn, ob die Möglichkeit bestünde, jeweils eines davon abzukaufen. Er war offensichtlich nicht unbedingt begeistert, aber verstand unser Dilemma und verkaufte uns dennoch zwei seiner Süßigkeiten.

Stefan fragte ihn "Wie stark sind die denn?"
Freddy "Eigentlich 100, aber gefühlt eher so 250."
Ich "Was denn nu, 100 oder 250?"
Freddy "100. Aber die besten 100 deines Lebens."

Normalerweise nehme ich keine Drogen, ohne sie vorher getestet zu haben, aber Benjamin kennt Freddy seit Jahren und versicherte mir, dass er sich in Sachen LSD mehr als gut auskennt. Stefan fing direkt an seinen Drops zu lutschen, ich wollte noch ein klein wenig warten und nahm meine Dosis mit Richtung Tanzfläche.


BEGINN DES TRIPBERICHTS

Um ziemlich genau 16:00 Uhr tanzten wir in der spätsommerlichen Sonne zu ziemlich schnellem Psytrance. Es war nun etwa 45 Minuten her seit Stefan das Gummibärchen mit den "100 besten Mikrogramm seines Lebens" zu sich nahm, als ich entschied, es ihm gleichzutun. Ich zog den Plastikbaggie mit dem gelben, sauren Gummibärchen aus meiner Hosentasche und schaute es mir nochmal genau an. 10€ hatte ich dafür gezahlt, überdurchschnittlich viel, aber angeblich war das Zeug auch der Hammer - außerdem sind Festivals Urlaub für mich und da wird ausnahmsweise mal nicht aufs Geld geschaut. "Das ist das wohl teuerste Gummibärchen meines Lebens" dachte ich mir noch kurz, bevor es in meinem Mund verschwand. Ich lutschte es ca. 15 Minuten, bevor ich es zerbaß und herunterschluckte. Einen geschmacklichen Unterschied konnte ich nicht feststellen, was zu erwarten war - gutes Acid riecht und schmeckt nach nichts.

Nach etwa einer halben Stunde konnte ich die ersten Veränderungen feststellen. Meine Beine fühlten sich an, als wären sie aus einem weicheren Material gemacht als sonst - Marshmallows, oder vielleicht sogar Wolken. Ich bezeichne dieses Symptom immer liebevoll als "Acid-Legs" und es ist in der Regel einer der ersten Effekte, der sich beim LSD Konsum bei mir manifestiert. Die Hauptbühne des Festivals befand sich an einem kleinen Sandstrand, was das Tanzen etwas anstrengend gestaltete, da man sich permanent ungewollt eingrub. Wir entschieden, uns ein paar Meter vom Dancefloor zu entfernen und ein wenig am Strand abzuhängen. Benjamin unterhielt sich mit seiner Freundin Katja, Stefan und ich hörten ihnen zu und blickten auf den See. Nach einigen Minuten kam ein Glasbläser auf uns zu, der einige seiner Waren dabei hatte und uns fragte, ob wir Interesse daran hätten diese anzusehen. Er war sehr entspannt und hatte eine angenehme Art, steckte sich einen Joint an und setzte sich mit seinem kleinen Bauchladen neben uns. Seine Kunstwerke waren wirklich der Hammer und er hatte von modischen Accessoires über Bongzubehör bis hin zu Ziehröhrchen alles dabei - und alles selbst gemacht! Der Mann hatte ganz offensichtlich Talent und viel Übung, in dem, was er tut. Manche seiner Artikel waren fluoriszierend oder veränderten sich, je nachdem aus welchem Winkel man sie betrachtete. In diesem Moment spürte ich deutlich, dass die Wirkung jetzt richtig stark einsetzt. Er erklärte Benjamin und Katja, wie er beim Fertigen vorgeht. Katja fand Gefallen an einigen Accessoires und überlegte ziemlich lange, ob sie einen Anhänger kaufen soll. Währenddessen merkte ich, dass mein Trip rapide Fahrt aufnimmt, was ich in diesem Ausmaß bisher nur von meiner bisher stärksten LSD-Erfahrung kannte.

Ich konnte nicht aufhören, mir Sand durch die Hände rinnen zu lassen. Überhaupt... Sand! Habt ihr schon mal über Sand nachgedacht? Krasses Zeug eigentlich. Und Hände erst! Was wir alles mit Händen tun und wie aufgeschmissen wir ohne wären. Und dabei gibt es Leute, denen fehlen beide Hände oder sogar beide Arme. Was machen die nur? Verlassen sich auf Technologien, die ihnen diese Körperteile ersetzen. Habt ihr euch darüber schon mal Gedanken gemacht? Voll cool, dass wir unser wissenschaftliches und technisches Verständnis nutzen, um solchen Menschen zu helfen.
Meine Gedankengänge wurden von Sekunde zu Sekunde tiefer. Ich starre auf meine Hände und frage mich, ob die schon immer so aussahen. Dann fällt mir auf, dass ich gerade jegliches Klischee eines LSD Konsumenten erfülle und versuche mich selbst zu maßregeln. Ich muss minutenlang auf meine Hände gestarrt haben... Was die anderen wohl denken? Ich blicke Richtung Benjamin und versuche, mir nichts anmerken zu lassen. Der Glasbläser erzählt nachwievor über den Anhänger und mir fällt auf, dass offenbar nur wenige Sekunden seit meinem Tagtraum vergangen sind. Krass! Kam mir vor, als hätte ich mindestens 10 Minuten in meinem Kopf verbracht.
Katja entschied sich letztendlich dagegen, den Anhänger zu kaufen, aber bat den Kerl später mal am Camp vorbeizukommen, falls sie es sich noch anders überlegt - sie war sichtlich zwiegespalten. Wir bedankten uns bei ihm für die Vorstellung, er bedankte sich fürs Zuhören, wünschte uns ein schönes restliches Festival und zog weiter. Katja und Benjamin blickten in meine Richtung und ich brach in schallendes Gelächter aus.
"Alter, ich bin so dermaßen high!" sagte ich zu den beiden.
Lächelnd erwiderten sie "Das ging aber schnell, oder?"
Tat es das? Stefan war auch schon recht verspult, aber er hatte ja auch fast eine Stunde vor mir angefangen. In der Tat braucht LSD bei mir nicht sehr lange um zu wirken - bei manchen Leuten dauert es ja über eine Stunde, bis sie mal was merken. Bei mir hat es noch nie länger als 35 Minuten gedauert, bis ich die ersten Effekte spürte.

Bisher schlug mir Acid immer ein bisschen auf den Magen und dieser Trip bildete keine Ausnahme. Mir wird nicht übel, aber ein etwas flaues Gefühl macht sich doch immer breit. Aus diesem Grund achte ich in der Regel darauf, genug Wasser zu trinken und hin und wieder leicht verträgliche Kost (Bananen!) zu mir zu nehmen. Ich merkte, dass ich den Tag über noch nicht viel gegessen hatte und trank daher recht häufig Wasser um nicht mit komplett leeren Magen dazusitzen. Die Idee war eher suboptimal, da ich deswegen ziemlich oft aufs Klo musste. Als ich das zweite mal Wasser lassen ging, beschloss ich, mich kurz zum Zeltplatz zurückzuziehen. Benjamin, Katja und Stefan schlossen sich an. Während die anderen mit unseren Nachbarn am Campingplatz saßen und sich unterhielten, legte ich mich ins Zelt. Ich wollte kurz allein sein, jedoch nicht auf eine "Das ist mir alles zu viel, ich brauche jetzt ganz schnell Zeit für mich"-Art, sondern auf eine "Ich glaube es wäre jetzt cool, mal ein paar Minuten allein zu sein"-Art. Ich lag also im Zelt, betrachtete meine Hände, die Zeltdecke und alle dort befindlichen Gegenstände. Der "Vibe" veränderte sich ziemlich schnell ziemlich drastisch. Obwohl die laute Musik auch auf dem Zeltplatz deutlich zu hören war und nur wenige Meter vor mir mehrere Menschen feierten und sich unterhielten, fühlte ich mich wie abgeschottet. Ich war in meiner eigenen kleinen Enklave, nur ich und meine Gedanken. Ich überlegte ziemlich lange, ob ich mal auf mein Handy schauen sollte und entschied mich letztendlich dafür. Am Display konnte ich erkennen, dass sich mittlerweile schon deutliche optische Halluzinationen manifestierten. Die Icons waberten als wären sie unter Wasser und je länger ich auf einen Punkt schaute, desto mehr veränderten sich die Farben. Als ich sah, dass sich in einem großen Gruppenchat über 100 ungelesene Nachrichten befanden, sperrte ich das Handy allerdings schnell wieder und legte es zurück - damit wollte ich mich nun wirklich nicht auseinandersetzen.

Benjamin öffnete mein Zelt und informierte mich darüber, dass sie wieder richtung Strand gehen und fragte, ob ich mit will. Ich bejahte diese Frage und bat um einen kurzen Moment. "Nur kein Stress, wir gehen auch nicht jetzt sofort" antwortete er. Ich verweilte noch kurz auf meinem Schlafsack und stand schlussendlich auf. Wie lange war ich jetzt hier drin? 5 Minuten? 30 Minuten? Ich hatte keine Ahnung. Benjamin, Katja und Stefan waren auch genau in diesem Moment bereit zu gehen, perfektes Timing. Wir nahmen eine Decke mit und legten uns wieder an den Strand. Hier erreichte der Trip seinen Peak. Die Wolken im Himmel verschwammen mit der Sonne und dem Himmelsblau, die Pflanzen am anderen Ufer des Sees waberten von links nach rechts und überall erkannte ich Augen. Die Natur lebt und schaut mich an! Das machte mich allerdings in keinster Weise paranoid, ich fand es sehr belebend und bestätigend. Die Natur passt auf mich auf, wenn nur ich auch auf sie achte. Bei Stefan war die Wirkung mittlerweile auch sehr stark ausgeprägt. Ich legte mich hin und sah Benjamin von unten mit einem Freund reden. Mit seinen blonden Haaren und dem Bart sah er ein bisschen aus wie ein Löwe, majestätisch aber freundlich. Sein Freund Kai, den ich ebenfalls kenne, kam grinsend auf mich und Stefan zu und sagte nur "Jaja, da ballern sie sich LSD und dann liegen sie nur am Strand rum! Wie wärs mit tanzen, Freunde?"
Stefan und ich hielten das für eine großartige Idee und folgten ihm zur Hauptbühne. Die psychedelische Deko des Floors änderte die Farben, bewegte sich im Takt zur Musik und alles ergab ein äußerst stimmiges Gesamtbild. In diesem Zustand konnte ich die Energie des Dancefloors spüren. Ja, das klingt total bescheuert, aber je näher ich der Bühne kam, umso mehr kam es mir vor als würde ich gleich Teil eines Stammes oder Kults werden. Die tanzenden Menschen, das Zusammenspiel aus Farben, Formen und Musik, all das interagierte miteinander und war wie ein großer Organismus.

Mir war nachwievor ein wenig flau im Magen und allgemein etwas unwohl. In keinster Weise so schlimm, als dass ich den Trip nicht mehr genießen konnte, aber dennoch unangenehm. Mittlerweile waren etwa 4 oder 5 Stunden seit der Einnahme vergangen, es wurde dunkel und kühler. Ich beschloss, mich zum Chillout-Floor zu begeben. Stefan, Benjamin und Katja schlossen sich an. Halluzinationen hatte ich immer noch, allerdings waren diese schon wieder leicht am Abklingen. Als wir den anderen Floor erreichten, änderte sich sofort die ganze Stimmung. Die Musik war wesentlich entspannter und freundlicher, aber dennoch psychedelisch und treibend. Der Boden war wesentlich wärmer, als der feuchte Sand und Laufen ging deutlich koordinierter von Statten. Das flaue Gefühl im Magen war wie weggeblasen und ich fühlte mich großartig. Hierbei merkte ich mal wieder, wie sehr man auf Acid ein Produkt seiner Umwelt ist. Das Unwohlsein stand in direktem Zusammenhang mit der harten und schnellen Musik auf dem anderen Floor, womit ich in diesem Zustand aber gar nicht gerechnet hatte. Ich meine, was hat mein Magen mit der Musik zu tun? Das sollte mir allerdings eine Lehre für künftige Trips sein: Einfach mal die Musik wechseln, wenn Unbehagen aufkommt - das kann echt Wunder wirken!
Wir setzten uns an einen der "Tische" (es waren eher Baumstämme, die man vom Boden aus sitzend gut erreichen konnte) und ich entschied mich dazu, einen Joint zu drehen. Bei meinem ersten LSD Trip hatte ich schlechte Erfahrungen damit gemacht, zu früh Gras zu konsumieren. Allerdings war der Peak des Trips offenbar vorbei und ich fühlte mich dazu bereit. Die Entscheidung war definitiv gut, der Joint befeuerte den Trip nochmal ohne mich zu überwältigen. Ich sagte zu meinen Freunden, ich würde "mal kurz nach vorne schauen" und verließ die Tanzfläche für die nächsten 4 Stunden nicht mehr. Wirklich abgefahren, dass ein einfacher Wechsel der Location und der Musik so einen großen Einfluss haben kann - am Strand verging mir die Lust zu tanzen recht schnell und ich wollte etwas tun um meinen Magen zu beruhigen. All das war plötzlich absolut kein Problem mehr.

Ich schloss die Augen und versuchte, die Musik durch mich fließen zu lassen. Meine Bewegungen wollte ich nicht mehr selbst steuern, sondern das mein Unterbewusstsein tun zu lassen. Und es hat funktioniert! Zwischendrin dachte ich mir "Okay, das muss total lächerlich aussehen. Es starren dich bestimmt schon alle an". Ich öffnete die Augen und was ich sah, begeisterte mich nachhaltig. Niemand hat sich auch nur ansatzweise dafür interessiert, wie mein Getanze aussieht. NIEMAND! Im Gegenteil, ich schaute mich um und sah all die Menschen, die mit einem breiten Grinsen im Gesicht genau das selbe taten. Und diejenigen, die sich tatsächlich das Treiben auf der Tanzfläche von außen anschauten, lächelten ebenfalls und freuten sich sichtlich. Was für eine positive Umgebung, in der jeder einfach sein kann, wie er will! Ich war völlig begeistert - Offenheit und Toleranz sind essenzieller Bestandteil jeder Goa, aber das war ein anderes Level. Mit einer tiefen Zufriedenheit tanzte ich weiter.

Da war ich also - barfuß und vollkommen auf LSD im Herzen des Festivals, um mich herum Hippies der Neuzeit, die sich gerade in der psychedelischen Musik verloren und dies durch ihre Bewegungen zum Ausdruck brachten. Ich verspürte eine gewisse Erhabenheit. Alle Anwesenden waren mit mir verbunden, der Dancefloor hatte eine eigene Energie und jede dort befindliche Person trug zu dieser bei. Ohne das Mädchen, welches vor mir tanzte, wäre die Energie nicht die selbe gewesen. Ohne mich wäre die Energie nicht die selbe gewesen. Und doch ist es das Zusammenspiel, was letztlich diese Energie überhaupt erzeugt - alleine hätte das niemals funktioniert. Wir alle waren Teil eines zusammengehörenden Organismus, einzeln bedeutungslos aber doch maßgeblich verantwortlich für das große Ganze. Mehr und mehr verstand ich, warum Hippies so sind, wie sie sind und das ganze esoterische Gelaber von wegen "wir sind alle eins" ergab plötzlich Sinn.
Hin und wieder ließ ich meinen Blick über die Tanzfläche wandern, bewunderte die mühevoll gestaltete Deko und freute mich mit- und für die anderen Menschen, die es schafften einfach loszulassen. An einem Punkt bildeten sich vom Zentrum meines Sichtfelds bis zu den äußeren Rändern Fraktale, die genau zeitgleich mit dem Bass der Musik einsetzten. Dabei war es nicht so, dass ich nichts anderes mehr sah, viel mehr überlagerten diese mein eigentliches Sichtfeld und haben sich in dieses integriert. Seit dieser Erfahrung suche ich nach den Worten, um dieses Phänomen adäquat zu beschreiben, aber habe sie bis heute nicht gefunden - sowas muss man erlebt haben, um es nachzuvollziehen.

Irgendwann waren meine Beine müde, der Trip war nur noch sehr subtil und ich hatte Hunger. Also besorgte ich mir eine Kleinigkeit zu Essen und ging Richtung Campingplatz, wo ich Stefan traf. Wir tauschten uns kurz über unseren Trip aus und gingen - ca. 10 Stunden nach Einnahme des LSDs - kaputt, aber zufrieden ins Zelt. So früh konnte ich nach dem Acidkonsum noch nie schlafen. Lag aber vermutlich auch daran, dass ich die beiden Nächte zuvor auch schon nicht allzu viel Schlaf abbekam und mich an diesem Tag sehr viel bewegte.


Rückblickend betrachtet war dies meine bisher stärkste und beste LSD Erfahrung. Interessant finde ich auch, dass hierfür keine hohe Dosis notwendig war - wenn man gutes Acid hat, reichen 100µg für einen anständigen Trip vollkommen aus. Bestätigt mich auf jeden Fall in der Annahme, dass viele Leute einfach davon ausgehen, ihre Pappen wären 100µg, obwohl sie vermutlich deutlich schwächer dosiert sind.
Ich würde niemandem dazu raten, psychedelische Drogen das erste Mal auf einer Party oder einem Festival zu konsumieren. Wenn man nicht weiß, was einen erwartet, kann das schnell überwältigend werden und ein böses Ende nehmen. Wer allerdings schon Erfahrungen sammeln konnte, dem kann ich den Besuch eines kleinen Goa Festivals unter dem Einfluss von LSD nur nahelegen - näher kann man der modernen Hippiekultur meines Erachtens nach nur schwer kommen.


An alle, die sich das wirklich alles durchgelesen habe: Vielen Dank! Ich hoffe es war angenehm zu lesen und freue mich über Feedback jeglicher Art :)






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