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Tripbericht lesen

Übersicht:

Titel:Seelenschlüssel
Drogen:LSD
Autor:BurningMan94
Datum:24.06.2019 20:56
Set:ausgeglichen, emotional aber gut gelaunt
Setting:In meiner Wohnung mit dem Mitbewohner
Nützlichkeit:8,67 von 10 möglichen   (18 Stimmen abgegeben)

Bericht:

Liebe Community, liebe Psychonauten,

LSD ... Für mich schon immer eine der faszinierendsten Substanzen unseres Planeten.
Eine Substanz mit ungeheurer Kraft.
Ein Werkzeug
Der Schlüssel zum Inneren.

Der Seelenschlüssel


Zur Vorgeschichte

Hier beschreibe ich in ein paar Zeilen, die Beweggründe für meine Reise. Wen das nicht interessiert, kann direkt zum eigentlichen Trip springen :)

Vor einigen Wochen, hatte sich Alice in meinen Gedanken gemeldet. Ich denke oft an sie, dieses mal war jedoch ein anderes Gefühl dabei. Ich wusste, es wurde mal wieder Zeit, sie einzuladen und etwas mit ihr zu unternehmen.

Da mich die "acid vibes" nicht mehr losließen und ich auch noch merkte, irgendetwas verändert sich in mir (Ich bin die letzen Wochen sehr entspannt und ausgeglichen, was normalerweise überhaupt nicht der Fall ist.) dachte ich, jetzt sei der richtige Zeitpunkt gekommen, um wieder einmal in mein Inneres zu kehren. Zumal es mir in den letzten Wochen seelisch sehr viel besser geht als noch zu Beginn des Jahres, als ich mich von meiner Freundin getrennt habe, was auch der Inhalt meines Trips werden sollte.

Normalerweise nehme ich mir nicht vor, in welche Richtung es gehen soll, sondern lasse mich treiben und führen.
Die Trennung liegt jetzt schon einige Monate zurück, und ich wollte herausfinden, ob ich es schaffe, es aufzuarbeiten oder vielleicht sogar damit abzuschließen.

Emotionsgeladen machte ich es mir gemütlich, erstellte mir meine Playlist und legte mir das LSD auf die Zunge.


Einnahme und erste Wirkung



Wie jedesmal, war ich auch dieses Mal wieder nervös, jedoch nicht verängstigt.
Ich hatte gute Laune und war gespannt, was passieren würde.
Mein Mitbewohner bot an, während meiner Reise ein wenig nach mir zu schauen und im Falle eines Falles einzugreifen.
Wir sprachen über Gott und die Welt, die Arbeit, tranken ein paar Bier.
Irgendwann spürte ich das mit bekannte, leichte Taubheitsgefühl in meinen Beinen und so wusste ich, es ist an der Zeit aufzubrechen. Alice ist angekommen und nimmt mich jetzt in Ihre Obhut.

Mit einem leicht tauben Körpergefühl aber zunächst ohne große Wahrnehmungsveränderungen legte ich mich zurück und schloss meine Augen.

Die anfängliche Nervosität legte sich schon bei den ersten Klängen, die aus dem Fernseher kamen, welche ein Gefühl der Euphorie durch meinen Körper fließen ließ. Ich begann, die Musik nicht nur akustisch wahrzunehmen.

Vor den verschlossenen Augen, spielte sich ein Feuerwerk aus unterschiedlich hellen Lichtern ab, welches durch die Höhen und Tiefen der Lieder gesteuert wurde.
Ich konnte fühlen, wie die Musik durch meinen Körper schoss und sich ein Gefühl der Geborgenheit über meinem Herzen und meinem Geist ausbreitete.
Ich fühlte mich unheimlich wohl, entschied mein Ziel der Verarbeitung meiner Ex erstmal nach hinten zu stellen und mich vorerst leiten zu lassen.
Alice weiß schon, was sie macht. Ich vertraue ihr!

Ready for Takeoff

Nach einigen Lieder öffnete ich meine Augen.

BOOM!

In den ersten Momenten konnte ich keine wirklichen Konturen von irgendetwas ausmachen. Alles morphte, war kunterbunt und tanzte zur Musik.

Ich spürte, dass das Acid sich schnell seinen Weg bahnte.
Sehr schnell.
So schnell, dass ich für ein paar Momente Bedenken hatte, ob es dieses Mal nicht eine zu hohe Dosis war. Der Gedanke "ich hoffe, das wird mir nicht zu viel" brachte kurzzeitig ein Gefühl der Unruhe hervor. Ich ging mich jedoch Recht schnell wieder und rief mir meinen Mitbewohner ins Gedächtnis, welcher mich auffangen würde, sollte es mir zu viel werden.
Auch meine bisherige Erfahrung half mir, mich zu beruhigen. Ich redete mir ein, dass alles in Ordnung werden würde.

Ich versank wieder in meiner Playlist, gab mich der momentanen Situation hin und begab mich wieder in Alice's Hände.
Wie ein Blatt im Wind wurden meine Gedanken und Gefühle sanft durch die Gegend gewirbelt. Mein Kopf wurde Schauplatz eines Jahrmarktes.
Zu einem Ort voller Freude, Gelassenheit und Sorglosigkeit.

Die Farben, welche die Musik spielte, schienen überall. Ich fuhr auf der Achterbahn meines Seins quer durch meinen Geist.
Die Wahrnehmung der Musik war um einiges intensiver als zuvor, sie bestimmte, wie schnell oder langsam, wie hoch oder tief, ob es links oder rechts lang ging. Bei jeder Veränderung wurde alles in wunderschöne, bunte, kaleidoskopartige Farben getaucht.

Alles war perfekt! Ein bisher wunderschöner Trip. Ich fühlte mich wohl und war glücklich.

Meine Damen und Herren, wir haben unsere Reiseflughöhe erreicht

Ich genoss das gedankenlose Umhertreiben noch eine Weile.
Das Gefühl der Ausgeglichenheit und Ruhe, welches ich die letzten Wochen gehabt hatte, hatte sich verstärkt, und somit konnte ich mich entspannt zurückhaltend legen und den Flug genießen.

Es ist jetzt ungefähr 90 Minuten her, dass die erste Wirkung eingesetzt hat. Das LSD war mittlerweile voll da. Die Musik war der Pilot und ich war gespannt wo die Reise hingeht.
Ich spürte das Verlangen, mein Tapestry einen Teil meines Trips werden zu lassen. Bei vielen vorherigen Trips hatte mir dieses als "Portal" gedient, und auch dieses Mal wollte ich sehen, was sich dahinter versteckte.

Ich verkroch mich also in mein Zimmer, dimmte das Licht und richtete meinen Blick auf den Mandala-ähnlichen Wandteppich. Dieser leuchtete in den schönsten Farben. Die Kreise des Tapestries tanzen zur Musik. Und die vielen kleinen Muster verschwommen zu einem großen psychedelischen Gemälde.
Ich entschied, ab jetzt Kopfhörer aufzusetzen und die Augen zu schließen um alle äußeren Einflüsse auszugrenzen. Mich also vollkommen in den Trip fallen zu lassen

Der Trip intensivierte sich!
Die Farben und Formen des Mandalas an meiner Wand wurden dreidimensional. Die Kreise formten sich zu einer Spirale, welche sich in der gleichen Sekunde direkt in meine Seele bohrte.
Ich flog wie wild und mit einer rasenden Geschwindigkeit durch mein Inneres.
Ich schoss an Erinnerungen, Gefühlen und Emotionen vorbei ohne diesen groß Beachtung zu schenken.
Durch das wahnsinnige Tempo verlor ich die Orientierung und wusste nicht mehr, wo ich mich befand.
Auch das Körpergefühl verschwand kurzzeitig. Alice führte mich und zeigte mir ihre ungeheure Kraft.

180°-Drehung - dann Dunkelheit.

Ich fing wieder an, die Musik bewusst wahrzunehmen.
Ein kleiner Lichtstrahl deutete mir den Weg, welchem ich automatisch folgte. Ich schwebte den Klängen entgegen.
Ich bin irgendwo, tief in mir.
Das Lied ist zu Ende und für ein paar Sekunden herrscht Stille und völlige Dunkelheit.
Die Musik lief langsam und leise an.

"Just a memory" von Odesza.

Ich falle. Ich falle durch die Dunkelheit und meine komplette Aufmerksamkeit schenkte ich zunächst der wunderbar sanften Stimme.

"I washed all the windows
Threw away the sheets that we used
All the towels are getting laundered
All our pictures in the desk drawer "

Ich fiel nicht mehr. Der einzige Weg führte über eine Brücke, wessen Geländer übersät war mit unzähligen kleinen Glaswürfeln. In dem Glas befand sich etwas.bIch erkannte jedoch nicht was.
Ich laufe ein paar Schritte..

"But I want you back
In the middle of the night
I want you back"

Ich drehte mich um und schaute zurück. Jetzt erkannte ich, dass sich ein Mensch im Inneren befindet. In jedem der Steine, das gleiche Bild - die gleiche Person.

"In the middle of this fight
I never sleep
In the middle of the night
I want you back
In the middle of this fight"

Ich erkannte Plötzlich den mir so vertrauten Mensch. Meine Ex. Ich erkannte sie eindeutig. Ihr Gesicht jedoch war abgewandt.

"Baby, come back and fight
Baby, come back and fight
With me"

Sie drehte ihren Kopf langsam in meine Richtung. Ich rührte mich für einen Moment nicht und hörte in mein Herz hinein.
Mein Blick ging wieder zu ihr. Noch bevor ich ihr Gesicht ganz erkannte, zerfielen die unzähligen Gläser zu Staub und wurden vom Winde verweht.

Ich wachte wieder auf und befand mich wieder in meinem Zimmer. Wurde mir gerade bewusst, dass ich mich von ihr frei sprechen könnte? Kann es sein, dass ich mir gerade bewusst wurde, dass ich sie nicht mehr in meinem Leben möchte? Hab ich ich gerade den ersten Schritt in die Richtung gemacht, sie komplett loszulassen?

Ich musste durchatmen und durch die Wohnung laufen um ein wenig klar zu kommen.

Peak(s)

Ich entschied mich dafür den Rest meines Trips im Wohnzimmer zu verbringen. Unter anderem auch, um bei meinem Peak nicht alleine zu sein.

Noch immer komplett geflasht setzte ich mich und rauchte erstmal eine, was sich jedoch schwieriger war als erwiese. Das LSD legte nochmal ordentlich an Kraft zu.
Ich fing an kurze Aussetzter zu bekommen - ich glitchte.
Es war schwer zwischen Realität und Halluzination zu unterscheiden. Ich wusste ab und zu für eine Sekunde oder zwei nicht mehr wo ich war.

Ich musste mich hinlegen. Ich verlor die Kontrolle. Ich wusste es kommt noch etwas großes. Ich hatte keine Angst davor. Dafür war die bisherige Reise zu schön und angenehm.
Also verrtraute ich Alice und ließ mich wieder mitreisen.

Nun lag ich da.
Der ganze Raum bewegte sich. Alle Schränke verzogen die Konturen. Die Wände tanzten und der Fernseher schoss die buntesten und schönsten Farben aus den Lautsprechern. Das Wohnzimmer verwandelte sich in einen psychadelischen Spielplatz, auf dem es sich jetzt auszutoben galt.
Ich konnte keinen festen Punkt mit meinen Augen fixieren, wodurch diese sehr schnell abdrifteten und mich wieder komplett in die Traumwelt beförderten.
In meinem Kopf war alles hell erleuchtet. Jeder Gedanke formte ein anderes Muster. Jeder Ton erzeugte ein anderes Gefühl. Jede Sekunde krachte eine andere Farbe durch mein Gehirn. Ich sprudelte über und die Intensität lies meinen Physischen Körper beben. Ich rieb meine Füße unkontrolliert aneinander und konnte nicht mehr aufhören mit offenem Mund weit zu grinsen.

Ich verspürte eine so tiefe Glückseligkeit. Alles war perfekt. Ich war angekommen. Ich habe das Zentrum, meine Innere Mitte erreicht. Ich war mit mir, der Welt und meinen Gefühlen im reinen.

Das war der Peak....
Dachte ich zumindest. Was dann jedoch folgte, übertraf an Intensität alles, was ich in meiner Zeit als Psychonaut bisher erlebt habe.

Ich öffnete langsam die Augen und schaltete das Licht ein. Da ich nach dem Peak immer noch ein paar Minuten komplett verschoben bin, blieb noch für ein paar Augenblicke liegen. Völlig frei von jeglichen Gedanken setzte ich mich schließlich auf und zündete mir eine Zigarette an.
Die Optics und die Vielzahl der Farben, verschwanden langsam und ich merkte, wie ich langsam wieder einen klaren Gedanken fassen konnte. Ich atmete durch.

Dann.. BOOM Tunnel

Mein Blick fokussierte sich auf die rauchende Zigarette in meiner Hand. Alles andere um mich herum verschwand und wurde nicht mehr wahrgenommen. Mein Blick wurde immer tunnelartiger.
Die Kippe wurde immer leichter und sehr bald schonpürte ich sie nicht mehr in meinen Fingern. Ich verlor jegliches Körpergefühl und jeglichen Bezug zur Realität.
Der aufsteigende Rauch der Zigarette war jetzt alles, was für mich existierte. Der Rauch sog meinen Blick, und somit mein letztes kleines bisschen Bewusstsein, ein.

Blackout

Ich weiß nicht wie lange ich geistig weg war geschweige denn wo.
Ich kam für einen kurzen Augenblick wieder zurück. Ich saß noch immer mit der glimmenden Zigarette über den Aschenbecher gebeugt.
"Alter was ist denn hier los".. Das war alles was ich noch denken konnte, bevor ich wieder in den Bann gezogen wurde.

Die graue Asche verschwand und anstelle dessen, tat sich ein tiefes, schwarzes, dunkles Loch auf in welches ich meinen Blick senkte.
Anfänglich konnte ich nichts erkennen. Doch dann traf es mich wie aus heiterem Himmel.
Da war sie wieder. Ich war bereit, für eine erneute Konfrontation mit meiner Ex. Ich war bereit für alles was kommt.

Ich sah sie. Ich sah unsere Beziehung, unsere Emotionen, unsere Streits, unsere Freuden, unser Leid, Erinnerungen an sie, an uns, alles gute und schlechte. Es war alles da. Ich schaute alles an.
Sie streckt ihre Hand nach mir aus und blickte mir direkt in mein Herz.

Ich bin an meinem mir anfänglichen Wunschziel angekommen. Nun stand ich da, blickte in den Abgrund und schaute mir alles genau an. Ich schloss die Augen und hörte in mich.

Ich öffnete meine Auge wieder und schaute sie direkt an. Sie streckte immer noch ihren Arm nach mir und ich hielt für einen Moment inne. Ich erfuhr ein Gefühl der Ruhe, welches ich in dieser Intensität noch nie erlebt habe.

Dann berührte sie mit der mittlerweile abgebrannten Zigarette und stieß sie leicht von mir weg.
Wieder zerfiel alles zu Staub und das Loch schloss sich.

Es war getan. Ich habe das konfrontiert, wovor ich lange Zeit weggelaufen bin. Ich fühlte mich unheimlich erleichtert und zufrieden.

Wie durch einen Sog wurde ich wieder in die Realität zurück gerissen.

"Alter was war denn das bitte?" waren meine ersten Worte. Noch komplett neben der Spur, stand ich auf und streckte mich. Ich war wieder da.
Ich wurde sehr Emotional, aber keineswegs traurig. Ich war erleichtert über die gewonnene Erkenntniss. Ich bin froh, dass ich dieses Kapitel hinter mir lassen kann.



Dusty hugs, euer Burningman94






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