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Tripbericht lesen

Übersicht:

Titel:Uferlose Weite am Strand (5-Meo-Dalt)
Drogen:Research Chemical
Autor:Birnbaumbluete
Datum:11.03.2021 09:48
Set:Gute Laune, da Urlaub und tolles Wetter
Setting:am Ostseestrand auf Fehmarn
Nützlichkeit:Mindestanzahl an Bewertungen noch nicht erreicht
Status:Dieser Bericht wurde aus den Tripbericht-Listen entfernt. Er ist jedoch noch für alle lesbar.

Bericht:

Der Trip ist schon eine Weile her und ich habe erst vor einigen Tagen beschlossen, einen Bericht zu verfassen. Deswegen kann es durchaus sein, dass er in anderer Reihenfolge abgelaufen ist. Ich schreibe ihn jetzt so, wie es mir am logischsten vorkommt:

Mit einem 40mg Pellet 5-Meo-Dalt veranstaltete ich meine nächste Reise Ende Juli 2013. Davor war die letzte Reise mit einer Pappe LSD, über die ich auch einen Reisebericht verfasst habe. Nach jenem Trip war ich etwas abgehoben, was Substanzen betrifft und dachte nun, es steigert sich alles weiter ins Unermessliche. 
Ich war auf der Suche nach neuen Erlebnissen und so bestellte ich bei einer RC-Bestellung ein Pellet 5-Meo-Dalt mit. Im Vorfeld habe ich ein wenig darüber gelesen, aber nicht allzu viel gefunden, die Angaben gingen teilweise weit auseinander. Dosisangaben schwankten von 10 bis 100mg und so dachte ich, ein Pellet mit 40mg wird schon in Ordnung sein.

Ich nahm das Baggy und zur Not ein paar Benzos mit an die Ostsee, wo ich mit meinem damaligen Freund und seiner Familie war. Für mich zählt die Ostsee nichts als "richtiges" Meer, da dort auf Fehmarn am Horizont schon wieder Land in Sicht war, und die kleinen Wellen können sich auch nicht mit denen eines offenen Meeres messen. Mein damaliger Freund war auch schon bei Pilzen und LSD mein Tripbegleiter (die beiden Reisen, die ich in einem Bericht festgehalten habe). Er wusste also, worauf er sich da einlässt, auch wenn ich nicht viel zur Wirkung sagen konnte. Grund für die Ostseereise war ein dortiger Mittelaltermarkt. Seine Familie gehört nämlich zu den Schaustellern und als nette Freundin bin ich mitgefahren, auch wenn mir die ganze Sache nicht sonderlich liegt und ich Campen auch nicht mag. 

Eines schönen Nachmittags gingen wir beide an den Strand. Wir hatten die Mittelaltermarkt-Klamotten an. Ich einen beigen Leinenrock, eine Art Bluse in dunkelrot und weiße Schuhe, die aus einer dünnen Sohle und nur einer Lage dünnem Baumwollstoff für oben bestehen. Er trug braune Lederstiefel, eine dunkle lange Hose und ein weißes Hemd, dessen Ärmel hoch geschoben waren. 
Der Strand dort war sehr steinig. Es gab eigentlich gar keinen Sand sondern nur Kies und die Fläche zwischen Wald und Wasser war recht schmal, schätzungsweise 10 Meter. Nüchtern gingen wir meist links entlang, aber an jenem Tag entdeckten wir die andere Seite. Wir gingen ein Stückchen weg vom Aufgang zum Strand und setzten uns bei ein paar größeren Steinen auf den Boden. Blöderweise habe ich vergessen, Wasser mitzunehmen und so legte ich das sechseckige Pellet einfach auf meine Zunge und lies es sich auflösen. Der Geschmack war sehr bitter und einfach nur abscheulich. Ich hielt aber aus und ertrug das taube Gefühl im Mund, das noch eine Weile anhalten sollte. Als ich den Rest vom 5-Meo-Dalt herunter schlucken wurde, ging dies kaum, da sich mein Mund kaum steuern lies, er zuckte zwar, aber anders als er sollte. Der seltsame Nachgeschmack blieb ebenfalls. 
Wir hatten zwar ein Handy als Uhr dabei, doch guckten wir kaum darauf und so weiß ich nicht, wie lange das Anfluten gedauert hat.
Ich ging mal zum Wasser herunter und hielt meine Hand in die sanft plätschernden Wellen. Die Steine, die der Brandung trotzten, fühlten sich warm und weich an. Am Strand waren noch andere Menschen unterwegs, diese kamen mir aber wie in unendlicher Ferne vor, so als ob sie mich nie erreichen könnten. Tatsächlich trennten uns vielleicht 50 Meter. Die ganze Umgebung kam mir wie im Paradies vor. Dort das Wasser, oben der strahlend blaue Himmel mit der Sonne über den grünen Bäumen des kleinen Wäldchens am Rand des Strandes und dahinter zwischen den Bäumen Felder, die man gerade so erspähen konnte. 
Da mir dann etwas übel wurde, legte ich mich erstmal auf den Boden und fühlte den Kies unter mir. Ich fuhr mit den Händen hindurch und lies einzelne Steinchen hinunterpurzeln. Mich überkam ein Gefühl des unendlichen Glückes und ich grinste. Ich sah zwar das Meer, aber der Boden war viel interessanter. Zunächst fand ich das seltsam, da ich schon lange vorhatte, am Meer zu verreisen, und als ich dann endlich die Gelegenheit dazu hatte, fand ich den Boden interessanter als das Wasser!
Mein Begleiter saß an einen größeren Stein gelehnt ebenfalls auf dem Boden und guckte aufs Meer. Er saß nicht weit entfernt von mir, doch sah es sehr weit weg aus. Ich hatte das Gefühl, ihn nie erreichen zu können. Auch wenn ich eine Hand ausstreckte, sah die Hand viel zu weit weg aus, als sie sein dürfte. Gleichzeitig war mein räumliches Sehvermögen eingeschränkt. Es sah alles wie ein Gemälde aus, wie auf einer Leinwand. Es gab keine Dimensionen mehr und alles war flach. Auch zeitliche Entfernungen wurden für mich aufgehoben. Ich fragte gelegentlich nach der Uhrzeit und war überrascht, wie wenig Zeit vergangen sein soll. Es fühlte sich an, als ob ich schon eine Ewigkeit in der Leere schweben würde. Es gab keinen richtigen Inhalt, keinen roten Faden, um sich zu orientieren. Ich dümpelte in einem anderen Universum so vor mich hin und sah zwar noch, was um mich herum passiert, nahm es aber nicht wirklich wahr. Durch diese Grenzenlosigkeit fühlte ich mich etwas unwohl und überlegte, ob ich um die mitgebrachten Benzos bitten sollte, entschied mich dann aber doch dagegen. Dieser Gedanke kam mir mehrfach, da ich die Geschichte während der Reise vermisste, wie ich sie von Pilzen kenne. Dort gibt es einfach etwas, was sich durch den Trip hindurchzieht und nicht so wie bei solchen Chemikalien, die keine eigene Seele mitbringen und einen einfach nur in eine Art ozeanische Grenzenlosigkeit befördern.
Ich entschied mich dann dafür, meiner Umgebung mehr Aufmerksamkeit zu widmen. Es wirkte immer noch alles weit weg, aber zusätzlich veränderten sich die Farben. Teilweise wurden sie intensiver und der Himmel teilweise violett, aber in anderen Momenten nahm ich nur noch Graustufen war und fühlte mich wie in einer Schwarz-Weiß-Welt.
Dieses Mal versuchte ich, über meine Erfahrungen zu reden. Es war schwer, die richtigen Worte zu finden, aber ich versuchte dennoch, meine wiedergefundene Bodenständigkeit in verständliche Worte zu verpacken. Mein Tripbegleiter philosophierte dann etwas mit mir darüber, wie unwichtig weit entfernte Ziele sein können, verkörpert durch das Meer, das mich kaum interessierte. Der uns so nahe Boden trägt uns und wird meist kaum beachtet, da er für selbstverständlich angesehen wird. Aber ohne einen stabilen Boden können auch keine erreichbaren Ziele aufgebaut werden. Das Meer befindet sich schließlich ebenfalls auf dem Boden und ohne ihn hätte es nicht seine Gestalt. 

Ich nahm einzelne Steine auf und legte diese auf meinen Begleiter. Einen schob ich unbemerkt in seine Hosentasche, nachdem er die, die ich zuerst dort versteckte, wieder hinausholte. Den letzten bemerkte er doch erst sehr viel später.
Wie wir beide da so waren, ich liegend und er sitzend, kam er mir wie ein Pirat vor. Auf einer einsamen Insel gestrandet und dem nächsten Abenteuer entgegen blickend, unerschrocken und verwegen. Er fand den Gedanken recht amüsant, doch ich blieb dabei. Dieses Bild war nicht mehr aus meinem Kopf zu kriegen und er überlegte, seine Gewandung mit Hut und Säbel an diese Idee anzupassen. Als er aufstand und auf einige Steine kletterte, die ins Meer ragten, und sich dort hin hockte und ich ihn aus der gefühlten Ferne betrachtete, verstärkte sich dieses Bild nur noch mehr. Als er wieder bei mir war, fing ich an "billige Groschenromane" zu dichten, wie ich sie selber betitelte. Sie handelten von der "Insel der Lust", auf der ein einsamer Pirat lebt und er eines Tages eine Frau am Strand findet. Es gab dann diverse Fortgänge, aber meist lief es darauf hinaus, dass sie seine harte Schale erweicht und er merkt, dass er nicht immer griesgrämig und unnahbar sein muss. 

Es näherten sich uns dann eine Familie mit kleinen Kindern. Ich hörte dann auf zu reden und verhielt mich "normal", soll heißen, ich saß einfach nur auf dem Boden und tat nichts weiter, außer etwas mit den Steinen zu spielen. Als sie weit genug weg waren, legte ich mich wieder hin und bedeckte nun mich selber mit Steinen. Bald darauf schlug mein Begleiter jedoch vor, mal etwas weiter zu gehen. Er fragte auch, ob er den schwarzen und weißen Stein, mit denen ich oft spielte, mitnehmen soll. Ich stimmte beidem zu und stand auf. Die Steine liegen immer noch bei mir zuhause herum.
Wir liefen weiter in die unbekannte Richtung des Strandes. An einem toten, umgestürzten Baum hielten wir an. Ich hatte plötzlich eine Idee und äußerte diese auch. Ich wollte, dass mein Begleiter mir einen Stein sucht, der in meinen Bauchnabel passt. Als er einen fand, freute ich mich darüber und ging mit dem Stein im Bauchnabel weiter, Richtung Wasser. Dort war ein großer Stein im Wasser. Mein Begleiter kletterte hinauf, doch ich traute mir dies nicht zu. Ich kletterte auf kleineren herum, doch war ich noch etwas wackelig auf den Beinen und so kam mein Begleiter mir als Stütze zur Hilfe. 
Ein paar Meter weiter war ein Aufgang vom Strand weg. Den nahmen wir dann und gingen erst ein Stückchen durch den Wald. Die Wirkung war so gut wie abgeklungen, es sah nur noch alles immer noch ein wenig flacher aus als sonst. Die Sonne schien noch immer und glitzerte durch das Blätterdach. Aus dem Wäldchen hinaus gekommen, entschieden wir uns dafür, den Feldweg orthogonal zum Waldrand weiter zu gehen und nicht parallel dazu zu dem Weg zurück, den wir sonst immer nahmen. Zu unserer Rechten wuchs diverses Gebüsch und links war ein Feld mit uns unbekannten Pflanzen. Sie waren schon vertrocknet und hatten Samenkapseln an sich. Mein Begleiter brach eine ab und wir musterten den Inhalt. Es waren kleine schwarze Körnchen. Ich probierte eins, konnte den Geschmack jedoch nicht einordnen. Ich schmeckte auch so gut wie gar nichts.
Wir gingen also weiter und kamen an den dazugehörigen Bauernhof. An diesem Ende des Weges war ein Schild angebracht mit den Infos "Privatweg" und "Nicht Betreten". Dies konnten wir nun nicht ändern, da aus der Richtung, aus der wir kamen, keinerlei Infos vorhanden waren. Es war aber auch niemand da, den das hätte stören können. Lediglich der Hofhund lag in der Sonne. Er stand auf und kam auf uns zu. Wir fragten ihn scherzhaft, wie wir denn nach Hause kämen, da wir auf die andere Seite des Bauernhofes gelangen mussten. Der Hund trottete dann wirklich los und wir folgten ihm. Er führte uns tatsächlich bis in Sichtweite der Straße auf der anderen Seite! Ich war total beeindruckt davon und bedankte mich bei dem Hund. Er ging dann wieder seiner Wege und suchte sich bestimmt ein gemütliches Plätzchen zum Weiterdösen.
Mein Begleiter und ich gingen dann den uns bekannten Weg weiter und waren wieder auf dem kleinen Mittelaltermarkt bei seiner Familie. Die haben mir nichts mehr angemerkt.

Die ganze Reise dauerte ca. 2 Stunden. Dennoch bin ich von meinem "hohen LSD-Ross" herunter gekommen und habe verstanden, dass substanzinduzierte Erkenntnisse nicht linear verlaufen wie auf eine Perlenkette aufgefädelt und sich jedes Mal steigern, sondern auch parallel sind. Die Pappe im Garten zeigte mir die Wichtigkeit von Wasser fürs Leben und das 5-Meo-Dalt am Strand hat meinen Blick auf den festen Boden gelenkt. 
Im Vorfeld hatte ich einige Zweifel, wie ein Trip nach dem LSD werden könnte, da dies ja für mich die Königssubstanz ist. Ich wurde aber keineswegs enttäuscht. Es war alles genau richtig, um meinen Weg zu anderen Substanzen wieder zu bahnen und diesen Substanzfetischismus abzuschwächen.






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