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Tripbericht lesen

Übersicht:

Titel:Eine Audienz beim Gott des Lebens
Drogen:LSD
Autor:Birnbaumbluete
Datum:11.03.2021 09:53
Set:Vorfreude auf den Trip
Setting:Kleingartenverein nach Regen, Freund dabei
Nützlichkeit:Mindestanzahl an Bewertungen noch nicht erreicht
Status:Dieser Bericht wurde aus den Tripbericht-Listen entfernt. Er ist jedoch noch für alle lesbar.

Bericht:

Vorwort:

Schon lange bevor ich mich näher mit dem Thema "Drogen" beschäftigt habe, hatte ich, wie wohl jeder andere auch, eine gewisse Vorstellung von diesem Zeug. Meine Vorstellung, wenn ich an die "bösen Drogen" gedacht habe, ging in die Richtung von Halluzinogenen und Psychedelika. Ich war mir dessen nicht bewusst, dass es auch andere Richtungen gab und so wurden Drogen intuitiv für mich nur mit bunten Welten verknüpft. Natürlich kenne ich mittlerweile weitere Facetten, wenn auch viele nur durch Berichte anderer.

Als mein Interesse nun für Drogen geweckt wurde, und ich mir die Vielzahl an Substanzen angesehen habe, war das erstmal sehr beeindruckend. Es gibt viele verschiedene Richtungen, aber Halluzinogene und Konsorten gefielen mir am meisten. In dieser Anfangszeit (Herbst 2010) entwickelte sich der Wunsch, einmal LSD zu erleben. Es erschien mir als "Königin der Drogen". (Ist diese Substanz überhaupt weiblich? Ich weiß es nicht, aber ich lasse die Formulierung so, da es mir gerade so und nicht anders in den Sinn gekommen ist. Also wird das schon seine Berechtigung haben.) Jedenfalls hatte ich keinerlei Kontakte oder ähnliches und die Anmeldung im LdT war zu dieser Zeit auch nicht möglich. Dementsprechend suchte ich mir Alternativen. Aber nicht nur deswegen, sondern auch, weil es bestimmt kein guter Einstieg gewesen wäre, sofort der Königin zu begegnen. Ich wollte diese bunte Welt erst einmal vorsichtig kennen lernen und schauen, ob sie mir gefällt. So hatte ich dann meine ersten farblichen Veränderungen durch Steppenraute hervorgerufen, und schließlich ergab sich die Möglichkeit, Holzrosensamen zu naschen. Der Wirkstoff Lysergsäureamid ist meiner auserwählten Königin wohl recht ähnlich. Und was soll ich sagen? Diese bunte Welt gefiel mir außerordentlich gut. So kam es dann auch zu diversen Begegnungen mit psilocybinhaltigen Pilzen, die alle an und für sich überwältigende Erlebnisse waren, aber im positiven Sinne. Sie haben alle mein Leben nachhaltig verändert und ich bin froh, diesen Weg gegangen zu sein, auch wenn ich durch meine Holzrosenabenteuer immer noch die ein oder andere Nachwirkung verspüre.

Mit der Zeit haben sich dann doch einige Kontakte entwickelt und einer meinte, mir Pilze besorgen zu können. Dieses Angebot nahm ich dankend an, jedoch klappte dies dann nicht. Als "Entschädigung" wurden mir jedoch 250 µg LSD angeboten. Ich nahm an und die Übergabe wurde noch für den gleichen Tag gegen 22 Uhr vereinbart. Bei diesem Tag handelte es sich um Sonntag, den 12. Mai 2013, also Muttertag. Generell lief an diesem Tag alles super. Auch, als ich die kleine Pappe, die ich mir immer größer vorgestellt hatte, in der Hand hielt, konnte ich mein Glück kaum fassen. Die Erfüllung meines größten Wunsches (in Bezug auf Drogen) war nicht nur in greifbare Nähe gerückt, nein, ich hielt sie schon in der Hand. Jetzt musste nur noch auf eine passende Gelegenheit für diesen wahrlich besonderen Konsum gewartet werden.

Durch einige Schicksalsschläge und andere Verpflichtungen wurde der Konsum lange vor mir her geschoben. Als geeigneter Tag schien mir dann trotzdem Montag, der 17. Juni 2013. Als ich am Freitag zuvor jedoch mit meinem Freund und einer Freundin im Park auf einer Wiese saß, hatte ich die Idee, das ganze auf Samstag vorzuverlegen. Mein Freund meinte, seine Eltern wären an diesem Tag nicht zuhause und somit hätten wir eine ungestörte Tripumgebung. Er sollte mich begleiten, selbst aber nüchtern bleiben. Er war bereits mein Tripsitter bei Pilzen und auch auf Kratom hat er mich schon erlebt. Desweiteren vertraue ich ihm und fühle mich in seiner Umgebung wohl. Einziges kleines Manko könnte sein, dass er selbst noch nie davongeflogen ist.

Der Tag des Trips:

Am Samstag Vormittag packte ich dann also meine Sachen zusammen. In den Rucksack kamen neben normalen Übernachtungsutensilien auch mein Netbook, Musik in Form von CDs und Dateien auf USB-Stick bzw. SD-Karte, eine Filmdose mit der in ein Stück Pappe eingepackten LSD-Pappe und für alle Notfälle 2 mg Etizolam, sowie einige Zutaten für ein eventuelles Abendessen, da mein Freund bei sich zuhause kaum veganes Essen hat, mit dem man etwas kochen könnte. Zuvor rief er bei sich zuhause an, da er nicht wusste, wann seine Familie aufbrechen wollte. Da niemand ans Telefon ging, nahmen wir an, sie seien bereits losgefahren.
Als wir bei ihm ankamen, wurde meine Vorfreude arg getrübt. Seinem kleinen Bruder ging es nicht so gut und auch sein Vater hatte einige Beschwerden und so blieben sie zuhause. Mein Freund und ich überlegten, was wir nun tun sollten. Dann fiel mir ein, dass man die ganze Aktion auch in den Garten verlegen könnte. Dort befand sich zwar noch meine Mutter mit ihrem Freund, aber ich nahm an, dass diese, sobald der Gartenflohmarkt vorüber war, nach Hause fahren würden. Also zogen wir die Musik von den CDs noch auf einen USB-Stick und fuhren dann los, Richtung Kleingartenverein.

Dort angekommen, wunderte ich mich zunächst darüber, dass an dem Vereinshaus keine Flohmarktstände zu sehen waren. Ich wusste allerdings auch nicht, wie lange er gehen sollte. Im Garten selber stand zwar das Fahrrad des Freundes meiner Mutter und alle Türen waren aufgeschlossen, aber es war niemand zu sehen. Selbst der Schlüssel meiner Mutter lag auf einem Tisch im Gartenhäuschen. Sie mussten also irgendwo sein, die Frage war nur, wo.
Mein Freund und ich beschlossen, zu warten und unsere Schuhe auszuziehen. Der Freund meiner Mutter hatte das Hängemattengestell aufgebaut, was wir beide begutachteten. Zum einen war die Kette, die die Matte hält, viel zu lang eingestellt und zum anderen war das Gestell nicht fertig aufgebaut. Ich ging also ins Häuschen und suchte die fehlenden Teile. Währenddessen räumte ich das Bett einigermaßen frei. Mit den gefundenen Teilen ging ich dann zurück und wir befestigten die Gewindestangen und Haken für die Sicherungsseile, die dafür sorgen, dass die Hängematte nicht allzu sehr schwingt. So purzelten wir dann weniger oft hinaus.
Durch all diese Vorkommnisse fand ich den Tag nicht mehr ganz so geeignet für mein Vorhaben. Es lief einfach zu viel falsch und ich hatte viele Gründe, mich aufzuregen.
Schließlich kamen die beiden dann doch wieder. Der Flohmarkt fand auf dem Parkplatz statt und nicht beim Vereinshaus. Sie brachten die nicht verkauften Gegenstände zurück und ich sagte meiner Mutter, dass mein Freund und ich vorhatten, über Nacht im Garten zu bleiben. Schließlich verabschiedeten sich die beiden und wir hatten unsere Ruhe. Einige Nachbarn waren zwar anwesend, aber diese verhielten sich ruhig bzw. waren in ihren Häuschen.

Der Trip:

Es war etwa 17:30 Uhr, als ich aus meinen Rucksack die Filmdose mit der Pappe herausfischte. Ich nahm sie samt Umwickelung mit auf die Wiese unterm Apfelbaum. Ich saß im Gras und mein Freund auf der Hängematte. Wir unterhielten uns ein wenig und als er einen Moment nicht hinguckte, nahm ich die Pappe direkt mit der Zunge auf. Zunächst schmeckte sie ein wenig nach Etizolam, da die beiden Substanzen zusammengelagert worden waren. Schnell verbreitete sich doch der eigentliche Geschmack dieser Substanz in meinem Mund. Er war nicht direkt unangenehm, aber seltsam und anders als alles, was ich bisher geschmeckt hatte. Er verursachte auch ein kribbeln in meiner Nase, niesen musste ich jedoch nicht. Ich weiß nicht, wie lange ich das Stückchen im Mund behielt, aber als ich meinte, dass der Geschmack verflogen war, trank ich einen Schluck Wasser und schluckte sie mit herunter.

Die Sonne schien und es war leicht bewölkt. An sich ein schönes Wetter. Mein Freund saß mittlerweile an der Treppe zum Eingang des Trampolins und ich legte mich in die Hängematte. Da wir beide seit dem Frühstück nichts mehr gegessen hatten, wollte er etwas Nahrung zu sich nehmen. Er ging also Richtung Küche und ich blieb in der Hängematte. Er kam zurück, meinte aber, nichts gefunden zu haben. Ich ging dann mit in die Küche, um nachzuschauen, ob da nicht doch etwas brauchbares für ihn wäre. Seine Laune wurde immer schlechter, eben so, wie man das kennt, wenn man Hunger hat, aber nichts zu essen findet. Ich fand das nicht weiter schlimm, da ich sowieso nicht einfach nur da liegen wollte, um auf die Wirkung zu warten.
In der Küche fand ich dann zwar auch nichts schnelles, aber ich überzeugte ihn davon, sich Nudeln abzukochen. Er holte also Wasser und machte den Herd an, und wir warteten. Das Wasser wollte allerdings nicht warm werden. Ich fragte dann, ob denn überhaupt der Stecker drin wäre. Dies war natürlich nicht der Fall, was ich äußerst amüsant fand. Wenn ich mich recht erinnere, traten zu dieser Zeit auch schon vereinzelte Farbflecken in meinem Blickfeld auf und mein Körper begann, sich anders anzufühlen. Besonders auffällig war, dass meine Arme immer schwerer wurden. Ich ging dann zurück zur Hängematte und legte mich hinein. Wenn ich meine Augen schloss, fühlte es sich so an, als ob ich schwebe beziehungsweise fliege.

Aus mir momentan unbegreiflichen Gründen, bin ich dann irgendwann zurück zur Küche gegangen. Die Nudeln waren schon so gut wie fertig. Als wir dann beide aus der Küche weg sind (Sie hat einen extra Ausgang und man muss einmal ums Haus herum gehen, um in den Hauptraum zu gelangen.), hat es angefangen zu regnen. Erst gab es nur vereinzelte Tropfen und als wir dann im Haus waren, entwickelte sich ein richtiger Platzregen daraus. Ich nahm eine Nudel vom Teller meines Freundes und drehte sie in meinen Händen umher und guckte durch sie hindurch. Irgendwann hielt ich die Nudel meinem Freund hin und er schnappte sie mir aus den Fingern und aß sie auf.
Bei dem einzigen optischen Effekt, der zu beobachten war, handelte es sich um eine Art Blitzlichtgewitter. Die Helligkeit der Umgebung änderte sich mehrfach pro Moment. Klassische trippige Gedankengänge hatte ich zu diesem Zeitpunkt nicht, ich dachte so gut wie gar nichts. Mein Kopf verwandelte sich im Innern einfach nur in etwas Undefinierbares, Matschiges.
Mein Freund aß noch eine zweite Portion Nudeln mit Tomatenmark und ich lag weiterhin auf dem Bett herum. Wie bei meinem Pilztrip mit ihm dabei auch, dachte ich, dass keine Notwendigkeit bestehe zu reden, da er ja wissen müsste, was ich denke bzw. was in mir vorgeht.

Nach dem Regenschauer bin ich hinausgegangen. Als ich die Wiese betrat, fühlte sich das Gras kalt und frisch unter meinen Füßen an. Auch wehte von hinten eine kleine Brise um mich herum, in dem Moment, als ich meinen ersten Fuß auf die Pflanzen setzte. Ich nahm dies als Bestätigung für mein Vorhaben an. Vorsichtig bewegte ich mich über den Rasen. Dann fand ich mich zusammen mit meiner Tripbegleitung an der Hängematte wieder. Auf dem Stoff befand sich etwas Wasser. Er goss es vorsichtig herunter, aber ich spielte ein wenig mit dem Wasser. Wasser war für mich der Inbegriff des Lebens. Deswegen half ich mit, es von der Hängematte herunter zu befördern, damit es dem natürlichen Kreislauf wieder hinzugefügt wird.
Anschließend bin ich weiter auf der Wiese herumgegangen und irgendwann an einer anderen Liege gelandet. Dort befand sich eine relativ große Pfütze Wasser, auf die ich meine Hand legte. Meine Hand schwamm oben auf dem Wasser. Dies empfand ich als sehr beeindruckend und verbuchte es als meine erste Erkenntnis auf diesem Trip. Als Erklärung sollte erwähnt werden, dass ich durch Kindheitserlebnisse ein recht gespaltenes Verhältnis zu Wasser habe und mich beispielsweise nicht auf den Rücken legen kann, um auf der Wasseroberfläche zu liegen. Ich habe dann immer das Gefühl, unter zu gehen, bzw. komme ich erst gar nicht in eine waagerechte Position, da schon vorher die Panik einsetzt. Dort an dieser Liege lag meine Hand jedoch ohne Weiteres auf der Wasseroberfläche. Wasser ist also „stabil“ genug, um mich (teilweise) zu tragen. Ich empfand dies als sehr beeindruckend, wurde aber auch nicht sonderlich euphorisch. Ich habe mich nicht verpeilt oder wie in eine andere Welt gehoben gefühlt. Ich kam mir sehr klar und ruhig vor. Beobachten schien meine Aufgabe zu sein und dabei nicht zu werten.

Mein Tripsitter befand sich im Gartenhäuschen, während ich mit der Liege beschäftigt war. Als ich wieder aufstand, sah ich, dass er durch die offene Tür zu mir hinüber blickte. Ich beschloss, zu ihm ins Haus zu gehen. Er saß auf dem Bett und ich legte mich dazu. Ich überlegte, ob ich ihm von meiner Erkenntnis berichten sollte, aber ich dachte mir, er wüsste sowieso, was passiert ist und so schwieg ich. Generell sprach ich kaum. Ich empfand es nicht als notwendig mich mitzuteilen, da ich nur das Offensichtliche wahrnahm bzw. dachte und somit erschien es mir als unnötiger Energieaufwand. Vielleicht war ich auch nicht in der Lage zu sprechen. Mein Mund fühlte sich jedenfalls anders an als sonst.
Ich bin dann relativ schnell wieder alleine herausgegangen und sah überall die kleinen Wassertropfen. Auch wenn sie sich an Rosenbögen festhielten, waren sie frei. Wasser ist der Ursprung allen Lebens. Es ermöglicht es, Pflanzen zu wachsen und zu gedeihen, damit andere Lebewesen weiterhin leben können. Entschiede sich plötzlich alles Wasser, diesen Planeten zu verlassen, so ginge dadurch das gesamte Leben zu Grunde.
Nachdem mir dies bewusst wurde, die Welt immer noch so aussah, wie man sie aus dem Alltag gewöhnt ist und sich meine Gedankenwelt nicht vertrippt anfühlte, bin ich zurück Richtung Haus gegangen. Auf der Terrasse bemerkte ich meine feuchten Fußabdrücke und trat oft auf, um so viel Wasser wie möglich draußen zu lassen, damit es frei bleibt und nicht im Haus eingesperrt ist. Als ich wieder auf dem Bett saß, fiel mir ein gefülltes Wasserglas ins Auge. Zunächst wechselte mein Blick zwischen dem Glas und der Begleitung, doch er schien nicht zu verstehen, was ich von ihm wollte. Dabei war das doch offensichtlich. Dort wurde Wasser auf grausamste Art und Weise eingesperrt, damit es verdunstet und erst einmal nicht dem Leben helfen kann. Ich streckte dann meinen Arm Richtung Glas aus, erreichte es jedoch nicht. Er verstand aber endlich, was ich wollte und reichte es mir. Ich hielt es eine Weile in der Hand und konnte nicht glauben, wie jemand so etwas wunderbares wie Wasser einfach auf so engem Raum einsperren konnte. Mein Begleiter guckte mich auf eine Art und Weise an, sodass ich dachte, er wäre dafür verantwortlich. Später meinte er zu mir, ich hätte ihn arg böse angeguckt. Schließlich tat ich das, was mir als einziges Richtig vorkam: Ich stand auf, ging mit dem Glas in der Hand zu einem Busch und legte das Glas vorsichtig auf den Boden, damit das Wasser heraus fließen konnte. Einige wenige Tropfen verblieben jedoch im Glas und auch mit Schütteln ließen sie sich nicht befreien. Schließlich gab ich auf, stellte das leere Glas auf den Terassentisch und tröstete mich damit, dass die Wassertropfen nicht tot wären, sondern in die Luft übergehen, um dann an anderen Stellen das Leben gedeihen zu lassen.

Als ich meine Tripbegleitung noch auf dem Bett sitzend sah, wurde mir etwas klar und ich bedeutete ihm, zu mir heraus zu kommen. Durch die Befreiung des Wassers habe ich die Prüfung erfolgreich bestanden, und er, den ich für einen Bösewicht gehalten habe, zeigte mir nun sein wahres Gesicht. Er war der Gott des Wassers und somit der Gott des Lebens. Der Garten war sein Zuhause und nun ging er neben mir durch diese göttliche Residenz hindurch. Ich konnte mein Glück kaum fassen, fühlte aber immer noch keinen Euphorieschub, wie man das von anderen Substanzen kennt.
Den genauen Ablauf der Zeit, die ich mit dem Gott verbracht habe, weiß ich nicht mehr, aber einige Elemente sind hängen geblieben. So standen wir an bereits erwähntem Rosenbogen, ich nahm mit meinem rechten Zeigefinger einige Tropfen von ihm auf und strich sie auf seinen Arm. Dies bekam rituellen Charakter und ich wiederholte die Prozedur an verschiedenen Stellen, an denen geeignete Wassertropfen vorhanden waren. Wenn wir auf der Wiese standen und ich ihn ansah, erblickte ich die reinste Vollkommenheit und Güte, die ich je gesehen habe. Dieses göttliche Gesicht war das vollkommenste und zufriedenste, das ich wohl je sehen werde. Wie er mich anschaute fühlte auch ich in mir Gelassenheit und eine Freude, die aus dem tiefsten Inneren kommt, und somit komplett anders ist als alltägliche Freude, deren Ursprung außerhalb des Geistes liegt. Ursprung dieser Freude war das Leben an sich. Ich fragte mich immer wieder, wie ich ihn ansprechen könnte, aber mir viel keine geeignete Anrede ein. So ließ ich das Reden bleiben und genoss meine Zeit im Paradies. Ich wurde selbstsicherer und „tanzte“ um ihm herum. Dann erblickte ich unter dem kleineren Apfelbaum die Vogeltränke und steuerte mit ihm zusammen darauf zu. Das Wasser dort kam mir als besonders schön vor, und so nahm ich seine Hand und tauchte sie hinein. Er lächelte mich an, was ich als Bestätigung interpretierte. Anschließend gingen wir wohl weiter im Garten umher, doch irgendwann waren wir wieder im Haus.
Ich verspürte kein sonderlich dringendes Bedürfnis, dennoch wollte ich auf Toilette gehen, einfach um klarer im Kopf zu werden. Bei allen meinen vorherigen Trips war das Badezimmer der Ort, an dem ich gemerkt habe, dass alles substanzinduziert war. Dies wollte ich auch mit dem LSD merken, da die Welt überhaupt nicht aussah und sich anfühlte, wie ich das von anderen Halluzinogenen kenne. Ich ging dann also wieder aus dem Haus heraus, um die Terrasse herum, Richtung Küche. Dort am Zaun steht normalerweise ein Eimerchen, das zweckentfremdet wird. Ich fand es jedoch nicht. Ich suchte an anderen Orten, entdeckte es aber nirgends. So blieb mir nichts anderes übrig, als den Gott des Wassers nach dem Pinkeleimer zu fragen. Ich bedeutete ihm ein weiteres Mal, aus dem Haus herauszukommen und er gesellte sich zu mir. Ich verbeugte mich ein weiteres Mal vor ihm und druckste erst einmal eine Weile vor mich hin, bevor ich mich schließlich überwand, und ihm mit Worten verständlich machen konnte, was ich wollte. Er ging dann zunächst an die Stelle am Zaun, fand den Eimer dort jedoch auch nicht, erinnerte sich dann aber daran, ihn auf die Terrasse geräumt zu haben. Mit dem Eimer in der Hand ging ich dann also Richtung Schuppen, in dem auch die Küche aufgebaut ist. Mein erster Gedanke auf dem stillen Örtchen war: „Was für ein kranker Scheiß.“ Ich atmete mehrmals tief durch und wollte einfach nur noch aus dieser göttlichen Welt heraus, da es mir einfach zu viel wurde. Ich wollte ihn wieder als Tripbegleiter haben, um davon erzählen zu können, was ich erlebe. Die Übelkeit, die mich schon den ganzen Trip über begleitete war immer noch vorhanden. Für einen kurzen Moment tauchte ein gelber Fleck in meinem Sichtfeld auf, verschwand jedoch recht schnell wieder. Diese Erscheinung motivierte mich dazu, aus der Götterwelt „auszubrechen“. Ich kümmerte mich also fachgerecht um den Eimer und traf wieder auf den Gott des Wassers.
Wir standen nah beieinander und er gab mir ein Küsschen auf die Stirn. Ich empfand es als Ehre, mit dem „göttlichen Wasser benetzt“ zu sein und wir küssten uns, diesmal allerdings richtig. Anschließend bemerkte ich Feuchtigkeit in meinem Mund. Scheinbar war er die Zeit über ziemlich trocken, aber dort wurde er wieder normaler. Ich hatte also auch Wasser in mir und wurde so in den Rang der Götter aufgenommen. Beflügelt dadurch wagte ich es nun, offen zu fragen, wie man einen Gott den anzusprechen hat. Er wusste allerdings auch keine Antwort darauf. Da er mich aber verwundert oder auch zweifelnd ansah, und ich dachte, er könne sich durch mich als Mit-Gott bedrängt fühlen, leitete ich Beschwichtigungsversuche ein, indem ich ihm versicherte, die Vorherrschaft nicht zu wollen, da er das ohnehin viel besser könne als ich. Dann fing es wieder an, zu regnen. Wir gingen gemeinsam ins Haus.

Schon während ich mich auf der Wiese von ihm wegbewegte, merkte ich, dass ich aus der Götterwelt herausgekommen bin. Ich war mir nicht mal mehr sicher, ob ich es wirklich alles getan habe, oder ob es nur in meinem Kopf passiert ist. Darüber dachte ich immer noch nach, als ich mich wiedereinmal aufs Bett setzte. Der Regenschauer nahm an Intensität zu und ich raffte mich auf, stand auf und machte das Netbook an, um etwas Musik zu hören. Zunächst musste ich noch die Musik vom USB-Stick in Wiedergabelisten verpacken. Dies nahm ich als willkommene Ablenkung vom zuvor Erlebten an. Nachdem ich einige Listen erstellt hatte, entschied ich mich dafür, das Album Meddle von Pink Floyd anzuschalten. Ich ging wieder zum Bett und ließ mich darauf fallen. Einige Male musste ich jedoch noch aufstehen, um die Lautstärke herunter zu regeln, da es mir zu laut war. Irgendwann gab ich es auf und ließ die Musik gefühlt zu laut an. (Später fragte ich meinen Tripbegleiter und meinte, die Musik war nicht all zu laut, sie kam mir also nur so vor.) Ich schaffte es dann sogar, zu reden. Ich berichtete davon, dass ich ihn als Gott des Wassers wahrgenommen habe.
Nach einiger Zeit wechselte ich die Musik und schaltete das gleichnamige Album der Band „The Advancement“ ein. Auf meinem ersten Pilztrip erschien mir dieses Album als die einzige Möglichkeit für Musik. Als es dann aufhörte, zu regnen, ging ich ein weiteres Mal hinaus und als ich vom Steinweg auf die Wiese überwechselte, bemerkte ich ein weiteres Mal einen bestätigenden Windhauch von hinten. Meine Begleitung ist mit hinausgekommen und wir streiften gemeinsam durch den Garten. An dem Rosenbogen erklärte ich die rituellen Opfergaben mit den Wassertropfen auf Nachfrage.
Als wir wieder auf der Terrasse standen, hörte ich, dass die Musik noch spielte und freute mich darüber, dass er sie beim Herausgehen nicht ausgemacht hat. Kurz darauf sah ich mehrfach vor meinem inneren Auge, wie ich Richtung Küche gehe, um etwas zu essen zu machen. Deswegen schlug ich dann eben dies vor und wir zwei gingen gemeinsam Richtung Küche. Auf dem Weg dorthin bin ich allerdings mit meinem linken großen Zeh gegen etwas Spitzes gestoßen. In der Küche angekommen, bemerkte ich, wie sich Blut auf meinem Zeh sammelte. Ich wies meinen Tripsitter daraufhin, doch außer gespieltem Mitleid bekam ich nichts. Ich verstand nicht, warum er sich nicht darum kümmerte, die Wunde säuberte, verband, oder so etwas in der Art. So nahm ich dann selbst ein Blatt Toilettenpapier von der Rolle und legte es auf den Zeh.
Ich beobachtete meinen Freund dann, wie er Töpfe heraussuchte, und andere Zutaten beisammen holte und während er zum Wasserhahn ging, um Wasser zum Nudeln kochen zu holen, blieb ich in der Küche stehen und wartete. Ich nahm dann auch recht zügig das Blatt Papier wieder von meinem Zeh herunter, da es nicht all zu sehr blutete. Es sollte zu den Nudeln eine Tomatensauce mit Mais geben. Er schaffte es jedoch nicht, die Dosen zu öffnen, beziehungsweise war er zu vorsichtig, da er die Laschen nicht abreißen wollte, und so probierte ich mein Glück und öffnete sie problemlos. Wie er dort so stand, kam er mir wie ein Meisterkoch vor und so suchte ich eine Kochmütze, doch fand nichts geeignetes. Also schnappte ich mir einen Federball und setzte ihm diesen auf den Kopf. Auf meine Erklärung meinte er, dass er gar nicht gut kochen könne. Ich hielt jedoch weiterhin den Federball auf seinem Kopf fest, damit dieser nicht in der Sauce landete.
Dann bekam ich den Auftrag, in die Dose der gehackten Tomaten etwas Wasser zu füllen. Zunächst stand ich mit der Dose in der Hand nur in der Küche und erst als er schon selber gehen wollte und dabei war, mir die Dose aus der Hand zu nehmen, ging ich los. Recht zielstrebig bin ich am Wasserhahn angekommen und füllte die geforderte Menge Wasser ein. Da es ein wenig nieselte, hielt ich meine Hand über die Öffnung, damit nicht mehr Wasser hinein kam. Wieder in der Küche angekommen berichtete ich stolz von der Idee, die Dose abzudecken, doch dies wurde kaum gewürdigt.
Während wir darauf warteten, dass das Essen fertig wird, meinte mein Begleiter etwas in die Richtung, dass er ja so ein guter Gott wäre, da er schon wieder den Boden segnete (bezogen auf den Regen). Diesen Kommentar empfand ich als anmaßend und eingebildet. Mir wurde bewusst, dass sich das menschliche Wesen nicht als Gott eignet, da ein „typischer Mensch“ nicht die zuvor erlebte Gemütsruhe und Güte verkörpern kann. Menschen sind einfach unvollkommen.
Jedenfalls fing ich dann an, den Tisch zu decken und mein Freund brachte Topf und Pfanne mit. Er stellte mir den Teller mit den Nudeln und der Sauce vor die Nase. Ich beobachtete, wie er vorgeht und versuchte dies dann so gut es geht nachzuahmen. Doch kaute ich die Nudeln nicht, ich schluckte sie einfach so herunter. Mein Geschmackssinn war sehr verändert. Der Geschmack war gleichzeitig intensiver als sonst und kaum vorhanden. Auch fühlte sich das Essen im Mund anders an als sonst. Es hatte etwas pappiges an sich. Das seltsame Gefühl in der Magengegend blieb. Ich dachte, es hätte daran gelegen haben, dass die letzte Mahlzeit vor diesem Abendessen ein Frühstück bestehend aus einem einzelnen Brötchen war, aber es kam wohl einfach nur vom LSD.
Ich stocherte mit der Gabel in den Nudeln herum, spielte Flieger mit ihr (wie man das bei kleinen Kindern macht) und kleckerte einmal zwei Maiskörner und etwas Sauce auf den Tisch. Das Essen war zwar schon kalt (Meine Begleitung testete dies fachmännisch.), aber ich aß weiter. Das Trinkglas mit Orangenbrause blieb nahezu unberührt, da es sich seltsam anfühlte, etwas flüssiges herunter zu schlucken. Ab und an nahm ich jedoch einen winzigen Schluck.

Als ich mit meiner Portion und mein Tripsitter mit seiner zweiten Portion etwa zeitgleich fertig war, räumte er zunächst die Teller ab. Als ich ihn zwischen Terrassenzaun und Büschen sehen konnte, winkte ich ihm grinsend zu, was er erwiderte. Beim zweiten Gang mit Pfanne und Topf winkte er mir jedoch nicht zurück, zunächst fand ich das nicht so nett, aber ich war nicht lange böse auf ihn.
Er setzte sich dann wieder neben mich und meinte, sich einen Ohrwurm der Tetris-Melodie anschaffen zu wollen. Ich freute mich über den Gedanken an diese Musik und wollte anfangen sie zu summen. Stattdessen fing ich an, den Brautchor von Richard Wagner zu summen. Schon seit einiger Zeit kommt mir dieses Musikstück in den Kopf, wenn ich gute Laune habe. Mein Tripbegleiter war natürlich verwundert darüber, doch ich schaffte es, ihm es zu erklären. Ich summte die Melodie mehrfach vor mich hin und am Ende eines Durchganges fuhr ich mit einem feierlichen „Wir haben uns heute hier versammelt“ fort. Mein Begleiter lachte, und so wiederholte ich den Satz und fuhr dann fort mit einer klassischen Hochzeitszeremonie. Als Brautpaar entschied ich mich spontan für Herrn Maiskorn und Frau Trinkglas, da diese beiden in meiner Nähe waren. Auf die Frage, ob es Einwände geben, meldete sich mein Begleiter zu Wort und meinte, dass es dort noch ein zweites Maiskorn gäbe, welches besser zu Herrn Maiskorn passe. Ich widerlegte diesen Einwand mit der Erklärung, dass er sich nun einmal in Frau Trinkglas verliebt habe und man nicht ändern könne, wo die Liebe hinfällt. Woraufhin mein Tripbegleiter meinte, man müsse sich das mal vorstellen, mit einem Amboss, auf dem „Liebe“ steht, der dann vom Himmel fällt.
Ich fuhr dann in der Zeremonie weiter fort und kam zu dem Punkt, an dem die Braut geküsst werden darf. Als sich weder Braut noch Bräutigam rührten, meinte ich: „Ich übernehme das dann mal“ und steckte mir das Maiskorn in den Mund und nahm einen Schluck Orangenbrause. Da mich mein Freund sehr verwundert anguckte und loslachte, musste ich ebenfalls lachen und spuckte beides am Terrassenrand wieder aus.

Anschließend saß ich wieder am Tisch, zeigte mit dem Zeigefinger auf jenen und suchte das passende Wort dafür. Ich fand es jedoch nicht, genau wie in anderen Momenten zuvor, wenn ich mit meinem Freund reden wollte und erst nach den passenden Begriffen suchen musste. So taufte ich den Tisch dann also auf den Begriff „Baumblatt“ um. Er wollte mir erklären, dass man das Gebilde „Tisch“ nennt, doch ich blieb beim Baumblatt. Er nahm dann meine Nase zwischen zwei seiner Finger, bewegte sie nach rechts und links, sodass ich den Kopf schüttelte, und sagte dazu „Nein, nein, nein! Tisch! Kein Baumblatt.“ Ich nannte den Gegenstand jedoch wieder Baumblatt und die Prozedur wiederholte sich einige Male. Irgendwann standen wir auf und er zeigte mir ein echtes Baumblatt, was ich dann spaßeshalber „Tisch“ nannte.
Wieder auf der Terrasse angekommen, entdeckte ich mein halbvolles Orangenbrausen-Trinkglas, das mittlerweile Frau Maiskorn hieß, und fragte, ob ich es ihm ins Gesicht kippen dürfte. Er war dagegen und wollte mich, wenn ich das täte, auf den feuchten Rasen schmeißen. Ich stellte das Glas auf den Tisch, ging zur Wiese und legte mich darauf. Er guckte mich ungläubig an, aber als ich, nachdem ich wieder aufgestanden bin, meinte, ob ich es ihm jetzt überkippen dürfte, wollte er immer noch nicht. Er nahm mich in den Arm, aber am Rücken störte mich der nasse Stoff und so ging ich ins Haus mich umziehen. Zuvor hatte ich ein langärmliges Oberteil an, hinterher ein T-Shirt, über das ich eine Jacke zog, damit mir nicht zu kalt wird. Mein Begleiter zog sich seine Schuhe an, ich blieb barfuß.
Es schien mir, als ob er sauer auf mich wäre und ich fühlte mich mit der Gesamtsituation überfordert. Schließlich fing ich an, zu weinen. Er nahm mich dann doch in den Arm und geleitete mich nach draußen, wo er mit mir nochmal über die Hochzeit sprach. Ich kam dadurch wieder auf „bessere Gedanken“ und philosophierte darüber, dass die Nachnamen weniger werden müssten, wenn man heiratet und den Namen des Ehegatten annimmt. Später holte mein Tripsitter einen kleinen Fußball heraus, mit dem wir etwas spielten. Da es für meine Füße etwas gefährlich wurde mit seinen Schuhen, führte ich die Regel ein, dass ich den Ball jedes Mal kriege, wenn ich sage, dass ich ihn haben möchte.
Nach einer Weile schlug mein Begleiter vor, dass ich mir auch Schuhe anziehen sollte. Wir gingen also ins Haus und ich wollte, dass er sie mir anzieht. Er steckte also meine Füße in die Schuhe, doch es klappe nicht so recht. Von meinem Gefühl her hätte mein linker Fuß anders weitergehen müssen, als es der Schuh zuließ und ich schaffte es nicht, ihn im Schuh so zu biegen, dass es passt. Nach einem Lachflash nahm ich den Schuh also nochmal ab und versuchte es alleine, was sofort funktionierte. Auch den anderen Schuh zog ich mir alleine an.
Bevor ich es schaffte, die Schuhe anzuziehen, dachte ich daran, wie es wäre, auf dem LSD hängen zu bleiben. Dieser Gedanken kam auch schon beim Essen in mir auf. Ich wäre nicht alltagstauglich, könnte nicht mit dem geplanten Studium anfangen und wäre immer auf Hilfe angewiesen. Zum Glück kam es nicht soweit, aber das wusste ich in dem Moment noch nicht und machte mir so meine panischen Gedanken. Sobald es aber Ablenkung gab, verflogen sie auch wieder.
Wir sind dann wieder herausgegangen und sahen einen der Nachbarn in seinem Garten. Er blickte uns ebenfalls an, sagte aber nichts, sondern verschwand wieder in seinem Gartenhäuschen. Mein Begleiter und ich spielten weiter Fußball und benutzen den Rosenbogen als Tor. Wir wechselten uns ab beim Torwart-Spielen, doch meistens war ich der Stürmer. Wir spielten recht lange, doch hatte ich weder ein Zeitgefühl, noch hat jemand auf die Uhr gesehen.

Schließlich standen wir wieder auf der Terrasse und ich schloss eher zufällig meine Augen. Was ich dort sah, war wirklich beeindruckend, doch war ich zu erschöpft, um es in angemessenem Rahmen zu bewundern. Meine erste richtige optische Erscheinung auf diesem LSD-Trip bestand aus Würfeln in 3D-Ansicht, die aus kleineren Würfeln bestanden. Die Kanten waren absolut klar und scharf umrissen und die Farben waren deutlich und leuchtend. Es handelte sich um alle nur erdenklichen Farben. Aus weiterer Entfernung betrachtet ergab das Muster der Würfel eine Schneeflocke. Der Hintergrund war auch gemustert, doch kam ich nicht dazu, ihn zu erkunden, da mich mein Tripbegleiter ansprach. Ich erzählte ihm, von meiner Schneeflocken-CEV.
Er schlug vor, ins Bett zu gehen, da es schon spät geworden ist. Ich setzte mich aufs Bett und er machte das Netbook aus. Die Tür des Hauses war noch auf und ich schaute auf den Terrasseneingang. Dort sah ich ein Gesicht um die Ecke blicken und mich beobachten. Es hatte einen Lorbeerkranz auf dem Kopf, wie man das bei Statuen wichtiger Persönlichkeiten aus dem alten Rom gewöhnt ist. Die Gesichtszüge erinnerten mich an eine dieser Personen, doch weiß ich nicht welche. Die Nase war recht markant und ich empfand den Blick als unheimlich und beängstigend. Je länger ich es anschaute, desto mehr manifestierte es sich. Bevor ich mich in panischen Gedanken verlieren konnte, erzählte ich meinem Begleiter davon und er meinte, mir könne nichts passieren. Wir standen im Haus und er nahm mich in den Arm. Währenddessen schaute ich hinaus und sah in anderen Büschen sich weiteren Gesichter formen. Ich guckte ihnen eine Weile zu und mein Tripbegleiter machte das Bett schlaffertig. Wir zogen uns um und legten uns hinein.
Ich schloss erneut bewusst die Augen und sah wieder die buntesten Bilder, doch ich wurde recht schnell wieder abgelenkt, doch sagte ich ihm diesmal, ich wolle lieber die bunte Welt meiner CEVs erkunden. So war er dann leise und ich schloss erneut meine Augen, sah diesmal jedoch etwas anderes. Dort war etwas, das ich „Geburtstagszug“ getauft habe. Eine meiner Freundinnen aus der Grundschule hatte jedes Jahr bei ihrer Geburtstagsfeier einen Zug auf dem Tisch stehen, der aus Holzwaggons bestand, auf dem jeweils ein Buchstabe ihres Namens drauf stand. Dieser Zug wand sich jedenfalls in bunt hin und her. Er fuhr spiralförmig bergauf, doch verschwand irgendwann einfach im Meer der Farben. Ich war nicht direkt müde, aber dennoch sehr erschöpft und konnte die Farben nicht richtig genießen. Ich wünschte mir einfach nur, dass es endlich aufhört.
Ich kam dann weg von der bunten Welt, doch die neuen Gedanken waren seltsamer als die zuvor. Meist handelte es sich um Streitereien, deren Inhalt ich jedoch nicht mehr weiß. Ich war eine gefühlte Ewigkeit wach, muss aber irgendwann eingeschlafen sein, da sich im Nachhinein ein Traum anders angefühlt hat als die Gedankengänge zuvor. Kurz nach dem Aufwachen vergaß ich den Traum aber schon wieder.

Am Morgen war die Übelkeit zwar verschwunden, aber ich fühlte mich seltsam, innerlich matschig und leer. Dieses Gefühl blieb für einige Tage, auch fiel mir die nächsten Nächte das Einschlafen sehr schwer. Ich fühlte keinerlei Müdigkeit, aber auch keine anderen Gefühle. Im Laufe der nächsten Woche kamen meine Gefühle zum Glück zurück und schlafen konnte ich auch wieder normal.

Im Nachhinein betrachtet war es ein überwältigendes, aber schönes Erlebnis. Die Erlebnisse waren um einiges tiefer als beispielsweise bei meinen Pilztrips zuvor. Vorher nahm ich Pflanzen als wichtigste Wesen an, da sie uns Leben ermöglichen. Nun wurde ein weiteres Kettenglied hinzugefügt. Wasser. Es ist abstrakter als Pflanzen und die meisten sprechen ihm noch weniger Leben zu als den Pflanzen. Ohne beide geht es jedoch nicht. Eigentlich ist es nur logisch, dass dieser tiefere Einblick erst mithilfe von Lysergsäurediethylamid stattgefunden hat, da es mir schon immer um einiges mächtiger vorkam als beispielsweise Psilocybin.

Ich bin schon freudig gespannt darauf, was das nächste Glied in der Kette des Lebens sein wird, doch werde ich mit mit der Erkundung Zeit lassen. So etwas sollte nicht überstürzt werden.






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