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Tripbericht lesen

Übersicht:

Titel:Im Kopf Ein Märchenwald
Drogen:Mischkonsum von LSD und MDMA (Reihenfolge vom Autor festgelegt)
Autor:DatSchroom
Datum:24.05.2022 20:33
Set:Ein wenig aufgeregt, jedoch locker, minimal angeheitert und in vorfreudiger Erwartung
Setting:auf einer, von einem Kumpel und mir organisierten, Party oder mini-Rave in einer Grillhütte.
Nützlichkeit:Mindestanzahl an Bewertungen noch nicht erreicht

Bericht:

Datum des Trips: 15.04.2022
Hey Ho und willkommen zu einem neuen Tripbericht meinerseits. Heute geht es um eines der intensivsten Highs, die ich je erlebt habe: einem Candyflip mit 1cP-LSD.
Ich poste diesen Bericht unter der Kathegorie "LSD", da dieses länger wirkt und schon vor dem MDMA da war.

Ein paar Informationen zu mir und meiner Erfahrung: Ich bin 23 Jahre jung, nicht besonders groß oder schwer, studiere eine Ingenieurwissenschaft und bin aktiver Teil der Psytrance-Szene. Ganz wichtig: Ich bin hypersensibel; nehme also alles um ein Vielfaches stärker wahr als die meisten anderen Menschen, weshalb ich auch von den meisten Drogen nur 1/4 bis 1/3 der Dosis anderer brauche, um dieselben Effekte zu verspüren. Erfahrung habe ich mit den gängigen Legalen, Cannabis, Amphetamin, MDMA, 1cP-LSD, Ketamin, (wahrscheinlich) MXE und Kokain

So, los geht's. Ich will hiermit versuchen, Unerfahrenen den Rausch von LSD und später den eines Candyflips näher zu bringen.
Wir befinden uns an der Grillhütte, aus deren Boxen seit einer Stunde ein voraufgenommenes Minimal Techno Set von A.N.A.L hämmert. Nach der anfänglichen Hektik der Organisation war ich endlich entspannt, hatte ein Bier beim Flunkyball getrunken und ein paar Mal an einem Joint gezogen. Ich wusste noch nicht so recht, ob ich mir das 1cP geben soll, merkte jedoch schnell, dass die Situation und die Leute genau richtig waren.

Etwa eine Stunde vor meinem geplanten DJ Set legte ich mir ein achtel eines Blotters (12μg) auf die Zunge und präsentierte diesen stolz einer Freundin. Wie zu erwarten merkte ich nach 10 bis 15 Minuten die ersten Effekte und gab kurzerhand besagter Freundin ein halbes Ticket, was sie auch sofort einnahm. Nach der anfänglichen Unruhe, die ich immer verspüre, wenn es einsetzt, machte sich eine kalte Wärme in mir breit und ich bereitete mich mental auf mein DJ Set vor.
Während das LSD an Fahrt aufnahm stellte ich mich hinter Laptop und Controller und begann Complextro und Glitch Hop zu mischen. Die Party war inzwischen gut besucht und die Musik tat ihr Übriges in meinem Kopf. Dort brach das totale Chaos aus, was mich grinsen ließ, und ich beobachtete schon mit etwas verzerrter Größenwahrnehmung der Lokalität wie Leute redeten, tanzten und eine gute Zeit hatten. DJing auf LSD klappt übrigens erstaunlich gut. Man fühlt sich zwar verpeilt, bekommt die Übergänge aber ganz gut hin. Das Taktgefühl wird verstärkt, wenn man sich hinein vertieft und das Beatmatching ist im Nu erledigt. Complextro kommt auf LSD ähnlich chaotisch wie Psytrance, nur auf eine andere Art und Weise, da der hypnotische K-B-B-B- Rythmus durch komplizierte Bassrythmen ersetzt wird, die auch den Kern des Genres bilden. Irgendwann während meines Sets kam ein weiterer Gast herein, der mich begrüßte als kenne ich ihn schon ewig; und irgendwie kam er mir auch bekannt vor. Erst beim zweiten Hinsehen sah ich, dass es sich um einen meiner besten Freunde handelte, den ich eigentlich direkt hätte erkennen müssen... Ich sagte ihm, dass es mich freut, dass er da ist, und ich ihn nach meinem Set anständig begrüßen würde.

Das Set endete also und ich war gut auf Sendung. Das LSD war spürbar, aber nicht zu stark oder überfordernd. Ich begrüßte meinen Freund und plauderte nun mit den ganzen Gästen, während Progressive Trance aus den Boxen wummerte. Mir viel auf, dass ich meinen kürzlich erworbenen Flower Stick mit einer Leichtigkeit zwischen den Fingern drehen konnte, wie es mir vorher nicht möglich war. Mit zunehmender Zeit, gegen Ende des voraufgenommenen Sets, überkam mich ein emotionaler Tiefpunkt, als ich sah, wie 2 Leute zum Ficken weggingen. Mir wurde bewusst wie verkümmert ich auf romantischer Ebene bin und mir eindeutig etwas Nähe und Intimität fehlt. Diese Gedanken hatte ich auch bei den Trips zwei und vier Wochen vor diesem Erlebnis, jedoch nicht so stark. Das zog mich ganz schön runter und ich überlegte, den geplanten Candyflip ins Wasser fallen zu lassen. Ich redete mit ein paar Freunden, die dieses Erlebnis schon hinter sich hatten, und lies mich bezüglich Candyflips im aktuellen Set und Setting beraten. Ich hatte Angst so verplant zu sein, dass ich irgendeine dumme Scheiße anstelle und bei den anwesenden Mädels, die ich alle sehr gern habe (nicht in romantischer Sicht), aufs Übelste verkacken könnte. Ich weiß von mir, dass ich auf MDMA sehr emotional und kuschelbedürftig werde.

Einer derer, mit denen ich darüber redete, gab mir grünes Licht und so mischte ich ein Viertel einer grünen Handgranate in eine Wasserflasche, um mich langsam hoch zu dosieren. Mein bester Freund war da leider schon weg und ein anderer, der Straight Edge lebt aber sich durchaus für die vertrippten Zustände anderer interessiert, auch. Nachdem auch zwei andere ein paar Schlucke getrunken hatten, war die Flasche allmählich leer und ich zweifelte, ob ich überhaupt etwas vom MDMA merken würde. Kurz danach jedoch war irgendetwas anders. Ich fühlte die kühle Wärme des LSD, das Verspulte aber doch irgendwo Klare und die leichten perspektivischen Veränderungen, während sich eine elektrische Unruhe dazugesellte. Ich wusste kurz nicht wohin mit mir, schob es aber dann auf das MDMA, was wohl einsetzte. Zehn Minuten später bekam ich die Bestätigung, dass ich goldrichtig lag. Ich wurde plötzlich, während ich mit einigen anderen am Tisch saß und plauderte, von hinten von einer Wärme überkommen, die mich in Watte packte und all die vorigen Probleme wegblies. Gleichzeitig wurde ich so high wie nie zuvor und in meinem Kopf herrschte die reinste Märchenwelt. Alles fühlte sich magisch und außergewöhnlich an. Dazu kam das Gefühl, dass alle hier mich mögen, ich alle mag und ich in Sicherheit bin. Mir konnte nichts passieren, obwohl ich auf einem großen Abenteuer war. Während ich also versuchte, dieses Gefühl einzuordnen, schrieb mir eine Internetbekannte, dass sie Hilfe in einer Situation bräuchte. Ich wollte in diesem Moment unbedingt für sie da sein, da auch sie mir mal durch eine schwere Zeit geholfen hatte. Ich wusste allerdings nicht, ob ich das hinbekommen würde; wollte es aber versuchen. Ich sagte ihr auch, dass ich auf einem Candyflip sei und dass ich somit nicht ganz rational denke. Das Ganze war sehr verwirrend, da Smartphone und Party zwei verschiedene Dimensionen waren und ich versuchte in beiden gleichzeitig zu leben. Irgendwann nahmen mir zu Recht einige Kumpels das Handy weg. Ich war zu vertrippt, um einen Einwand zu erheben. Zeit war ein Konzept, welches in meiner Wirklichkeit da schon längst nicht mehr existierte. Der Moment war einfach da und ich war so froh all diese tollen Leute um mich herum zu haben. Mit zweien ging ich in die Küche der Grillhütte, da sie von meinem selbstgemachten Met kosten wollten. Wir fingen an über meine sozialen Probleme zu reden und die zwei gaben mir Tipps, die sich auch ganz gut im Gehirn einbrannten. So langsam gewöhnte ich mich an den Zustand, was es nicht weniger utopisch machte. Später in der Nacht unterhielt ich mich mit jener Freundin, der ich am Anfang der Party das halbe Ticket gegeben hatte. Wir redeten über vergangene Zeiten, über jetzige Lebenssituationen, meine Ex und vieles mehr. Wir merkten erneut, dass wir uns sehr, sehr gut verstehen.

Viel mehr gibt es nicht zu sagen. Ich kam gegen fünf Uhr langsam von beiden Substanzen runter und bis auf ein oder zwei typisch verbackene Sachen ist nicht mehr passiert. Ich verließ allmählich die Welt des perfekten Abenteuers, die Welt in der ich sicher bin, während 1000 positive Emotionen auf mich herabregnen; den Märchenwald, in dem ich warm umarmt werde. Die Leute gingen nach und nach schlafen, während ich um acht Uhr morgens mit dem Mitveranstalter der Party am Grill stand und etwas Fleisch naschte. Wir waren beide gezeichnet von der Nacht und legten uns auch in den kommenden Stunden schlafen, um fit für die zweite Nacht zu sein.

Ich hoffe, ich konnte euch das Gefühl eines Candyflips etwas näher bringen. Im Nachhinein betrachtet eines der stärksten, aber auch schönsten, Highs, die ich bis jetzt erlebt habe. Das Ganze ist definitiv nicht für gänzlich unerfahrene Psychonauten zu empfehlen. Auch ist das Ganze sicherlich nichts, was man mal easy am Wochenende macht, da es lange nach im Kopf nachhallt und obendrein mental ganz schön anstrengend ist.

In dem Sinne wünsche ich euch noch einen schönen Tag und bis zu meinem nächsten Bericht.






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