Tripbericht lesen

Übersicht:

Titel:Ein Besuch bei der Convolvulaceae-Familie - Argyreia nervosa
Drogen:Hawaiianische Baby-Holzrose
Autor:laborant
Datum:26.02.2006 13:39
Set:entspannt, gespannt
Setting:In meinem Tripzimmer
Nützlichkeit:7,18 von 10 möglichen   (11 Stimmen abgegeben)

Bericht:

Ich hatte Ferien und schon die ganze Woche habe ich mich mental auf einen Trip, hervorgerufen durch LSA, vorbereitet.



Als LSA-Quelle sollten mir die Samen der Hawaiianischen Baby-Holzrose dienen, welche gem�ss dem Onlineshop, bei dem ich sie ergatterte w�rtlich 1a seien.

Also wollte ich erstmal nichts �berst�rzen und ging mit gebotener Vorsicht an die Sache. W�hrenddem ich als kleinen Vorgeschmack einen Samen kaute, machte ich mich auf den Weg zur K�che, wo ich 5 weitere zubereitete.

Ich liess die Samen in gerade gekochtem Wasser etwa 45min abk�hlen, anstatt der "Koch-Methode", die bei meinem letzten Versuch fehlschlug.



18.37

Einnahme des Suds, dessen Geschmack etwas erdig und gew�hnungsbed�rftig, aber keineswegs wiederlich ist.

Da ich (in der Hoffnung auf effizientere Wirkung) ausser der weissen Haut nichts aus dem Sud entfernte und nun den Rest intus hattee, rechnete ich mit einer leichten Uebelkeit, welche sich auch bereits etwa 40min nach der Einnahme, allerdings im kleinen Rahmen bemerkbar machte.

Ein bisschen Brot und Tee besiegten die Uebelkeit nach ein paar Minuten in einem allerding, sp�hrbar durch Kr�mpfe, erbitterten Kampf im Magen.

Somit konnte ich mich beruhigt und entspannt dem Wirkungseintritt entgegen treiben lassen.

Ich mache mir noch ein T�tchen zurecht und geniesse es anschliessend.



19.54

Ein warmes Gef�hl breitet sich in der Magengegend aus und veramstaltet einen vibrationsartigen Tummult, den ich allerdings als sehr angenehm und sp�ter als adrenalin�hnlich empfinde.

Ich freue mich �ber diese ersten Symptome und die Schwierigkeiten einfache Dinge zu tun, die durch die ansteigende Einschr�nkung meiner motorischen F�higkeiten verursacht werden.

Dies dient nur meiner Belustigung und ich lache alleine vor mich hin. Ein paar Augenblick legt sich das Lachen wieder, doch das L�cheln in meinem Gesicht bleibt sich Treu. Und das sollte noch eine ganze weile so bleiben...



20.20

Ich liege in meinem Bett, bis zum Hals eingedeckt. Ich geniesse keine grossen Optics, doch meine Euphorie ist immer noch in der gleichen Intensit�t vorhanden. Ich l�chle immer noch.

....... Dann kommt auf einmal, wie ich es nenne und von andern Drogen kenne, ein "verz�gerter Klahrheitsschub". Ich nahm ihn oft als Plateauwechsel auf geistiger Ebene wahr. Doch hier kommt er so unscheinbar und pl�tzlich, ander als beispielsweise auf Dissotiativas.

Ich sah mich selbst im Bett liegen und lachen. Ich war auf einmal als "Ich-Beobachter" an Ort und Stelle.

Irgendwie gab dies einen Impuls an meinen K�rper, der ihn etwas bet�ubte (rein physisch gemeint).

Diese Gedankeng�nge gefielen mir, waren aber zu meinem Erstaunen ziemlich schnell wieder weg.



20.43

* Ich kann hier weder verl�ssliche noch genaue Angaben machen.



Ich stehe auf und lege Massive Attack als Trip-Begleit-Musik auf.

Ich teste ein bisschen an meinem neuen Stroboskop rum und finde am durchaus flashigen Effekt gefallen.

Da sitze ich und spiele rum... und da bin "ICH" wieder, der Beobachter. Doch nun sehe ich mich nicht mehr in Echtzeit, sondern in der Vegangenheit, als kleinen Jungen, spielend und l�chelnd, was mir aber erst einige Mintuten* sp�ter, als ich mich wieder hinlege klae wird. Als mir noch ein bisschen sp�ter* all dies und die ganze Situation bewusst wird, merke ich, dass ich mich nun endg�ltig mitten im Programm des Trips befinde.



Von hier an gibt es keine Zeitangaben mehr. Ich weiss nicht wieso.



Mein Zimmer ist verdunkelt und die Musik von Massive Sttack passt absolut perfekt zu meinen nun doch vorhandenen CEV's. Ich frage mich im Nachhinein, ob diese alleine durch die Musik verursacht/ gesteuert wurden. Denn in dieser Phase der Ekstase erlebte ich unglaubliche Visions zur Musik.

Dumpfe Bassl�ufe outen sich auf einmal als tausende Stahlarbeiter, die in einem intakten Gebilde auf mein Trommelfell einh�mmern. Die einzelnen Laute der synchronisierten Stimme des S�ngers treten als verschwommene Luftblasen vor meinen Ohren auf und unendliche blitzartig schnelle Laserpfeile, die vom einen Ohr durchs andere zischen verk�rpern die genialen Effekte vom Synteciser.

Und dann als ich glaube, es seie komplett und perfekt, kommt etwas, das so unglaublich erklingt, dass man keinen Gegenstand nichts die ganze Welt, nein, rein gar nichts hier hinschreiben k�nnte. Es gibt f�r mich nur EIN Adjektiv, das dieses Einsetzen des Schlagzeuges bzw. des in meinen CEV's vorkommenden in diesem Momenten nur ann�hernd in einem von Tausenden von Punkten bexchreiben k�nnte: ...M�CHTIG, soooo M�CHTIG. Hier war die Herrlichkeit sooo sch�n, dass ich neben Keuchen schnaufende Laute von mir gab, da diese Herrlichkeit mich fast ein bisschen �berforderte.



Ein neues empfinden der Musik nistet sich in meinem Verstand ein und der Trip l�sst mir Zeit um dies zu verarbeiten. Optimal.

Heute kann ich gar nicht glauben, dass dieses St�ck gerade mal 5min dauert...



Beim n�chsten Lied merke ich, dass mein Geist und mein K�rper nun vollst�ndig kongruent zu einander

agieren. Ich verstehe jetzt den oft zitierten Ausdruck - Herrlichkeit wird zu Fleisch.

Ich verstehe ihn nicht nur, ich empfinde ihn komplett selbst. Aber von beiden Seiten dieses Empfindens.

Nimmt mein K�rper oder eben mein Geist etwas war, so reagiert das andere auf seine Art gleichermassen darauf.

Ich habe kalt. Dies hat jetzt eine neue Bedeutung, denn die k�lte wird auf meinen Geist �bertragen. Sie zeigts sich in Visionen und Emotionen auf eine Art, wie ich es nicht beschreiben kann. Es ist als ob man neue erlebte Farben einer anderen Person, welche diese nie sah umschreiben m�sste. (Nicht einem Blinden! das ist etwas anderes)

Ich ziehe die Decke �ber mich und f�hle mich gut. Alles passt jetzt einfach. Mein Geist ist gl�cklich. auch dies hat nun eine andere Bedeutung. Je gl�cklicher ich bin, umso sch�ner ist mein K�rpergef�hl. H�tte ich die absolute Gl�cklichkeit erlangt, so m�sste ich wohl in dieser Ekstase Opium zu mir genommen haben... (ich ziele hier vorallem auf die physische Wirkung ab)



Das letzte, an was ich mich erinnere, war die Klarheit �ber dies. Danach muss ich auf Grund meiner Extremen Schlaffheit eingeschlafen sein.



02.15

Ich wache etwas benommen wegen, mir bis heute unbekannten Ger�uschen und dem Licht, auf.

Ich �rgere mich noch dar�ber, bevor ich noch ein T�tchen rauche und mich schlafen lege.



-

Meine Erwartungen von diesem Trip wurden zumindest auf gedanklicher Ebene sicherlich �bertroffen.

Es war eine sehr interessante Erfahrung f�r mich, obwohl ich wohl ohne mein Eind�sen noch einiges mehr erlebt h�tte. Ich werde LSA sicherlich wieder einmal, dann mit mehr Koffein, ausprobieren.



Sicherlich ist noch zu sagen, dass ein LSA- Trip auch ziemlich anstrengend sein kann. Man sollte also wirklich auf das Set achten und die Droge nicht untersch�tzen.