Tripbericht lesen

Übersicht:

Titel:Mein bislang intensivster Pilztrip
Drogen:Mischkonsum von Psilocybinhaltige Pilze und Cannabis (Reihenfolge vom Autor festgelegt)
Autor:oneStone
Datum:03.04.2006 17:40
Set:Freunde, Vorfreude und Spannung
Setting:Zimmer, Natur, Frühlingswetter
Nützlichkeit:8,20 von 10 möglichen   (15 Stimmen abgegeben)

Bericht:

Hier ein Bericht über meinen bisher intensivsten Pilztrip (Stropharia Cubensis, frisch). Die Wirkung übertraf selbst meine später gemachten Erfahrungen mit Copelandia Cyanenscens.



Es war ein Montag, ein sonniger Tag im Mai - so viel vorweg - außerdem muss ich damals zum zweiten Mal in der elften Klasse gewesen sein ^^ .

Ich hatte mit Mitschülern und Freunden geplant, eine Reise zu machen...

Schauplatz war die Wohnung eines Freundes auf einem Bauernhof. Ich nenne ihn mal "Reef". Mit dabei waren "Alf" und "O"... "Mef", "Trick" und "Vic" ebenfalls... Mef und Vic blieben nüchtern, zu mindest relativ - sie rauchten nur hin und wieder ein Pfeifchen...

Reef und ich hatten die größten Portionen... wir aßen auf 3 oder 4 mal innerhalb ein bis zwei Stunden... pro Kopf hatten wir ca. 80-100 Gramm Frischpilz intus (Trockenwert also 9-12 Gramm).

Bei uns hatte der Turn bereits angefangen... die anderen warteten noch, da sie später zu uns stießen. Ich fühlte mich entspannt, zugleich aber auch gespannt auf das, was sich mir eröffnen würde. Der Take-off war sanft, aber intensiv. Währenddessen nahmen wir unsere letzte Portion zu uns.

Die ersten Wellen erreichten mich in Form von warmer Energie, die mir den Nacken heraufkletterte und meine Schläfen kitzelte... ein Schwall halluzinogenen Potentials machte sich deutlich bemerkbar.



Der Trip steigerte sich langsam und gemächlich. Reef und ich hatten uns erhoben und steigerten uns in diese Faszination hinein. In seinem Bad standen wir verwundert vor der gefliesten Wand, und betrachteten die optischen Effekte, die die Lichtspiegelung auslöste.

Mein Zeitgefühl verminderte sich, das merkte ich deutlich, als ich mich dabei erwischte, innerhalb einer einzigen Minute zum dritten Mal auf die Uhr geschielt zu haben. Die Wellen wurden größer - ich merkte, dass ein psychischer Sturm vor der Tür stand - so viel verstand mein innerer Wetterfrosch, doch die Euphorie überwiegte... noch.



Als die anderen drei langsam draufkamen, erreichten meine inneren Pilzwellen eine erste Hochwassermarke. Auch Reef merkte man es deutlich an... wobei die Pupillen noch nicht einmal so sehr erweitert waren.

Ich lehnte an der Tür, hielt Ausschau über meine Reisegenossen, immer beruhigende Worte im Hinterkopf, die ich ihnen sagen könnte... denn ich merkte, dass die Vibrationen unangenehm wurden. Alf und O's Bewegungen wurden hektischer, ihre Blicke deutlich schreckhafter... ich fühlte mit, denn ihre Vibrationen gingen auf mich über und so auch ihre Panikwellen... Ich atmete tief durch, gleichmäßig. Ich hatte den Eindruck, der gesamte Raum pulsiert sychron zu meinem Atem. Er wird größer, er zieht sich zusammen... größer und wieder zusammen... ich wurde größer, der Raum kleiner, die Decke war erstaunlich nah. Meine Füße erstaunlich weit weg.

Eine enorme Energie überkam mich... sie strömte mir durch die Beine, durch die Arme... eine unglaubliche Aufwärtsbewegung, ein physikalisches Wunder der Natur. Alles wurde leichter, die Gravition schwand Minute für Minute mehr.

Die Energie wurde Hitze, ich wischte mir den Schweiß von der Stirn, wechselte das Zimmer... ich musste die Panikwelle loswerden. Ich setzte mich vor die Tür, atmete wieder tief durch und entließ die Hitze über meine Haut an die Luft. Blätter flogen an meinem Kopf vorbei. Sie flogen von den Bäumen herab. Langsam und sacht. Ich konnte ihre Echos in der Luft sehen, sie hinterließen Spuren wie ein Flugzeug am Himmel. Transparent und dennoch sichtbar. Wie Patronen in Matrix - alles wie in Zeitlupe.



War das die Wirklichkeit? War die Realität so wirklich, wie sie mir schien? Konnte ich sie richtig interpretieren? Warum interpretierte ich sie anders als Reef? Musste einer von uns zwangsläufig falsch liegen?! Er philosophierte über Geometrie, Formen, Farben, Muster, ich hörte ihm zu, ließ mich auf andere Gedanken bringen.

Trick versuchte Reef's Euphorie zu bremsen, denn ihm war der krasse Trip schon sehr deutlich anzumerken. Reef's Worte waren "Der Trip ist so krass, ich fühl mich so gut, ich will heut gar nicht mehr runterkommen..." Ich konnte nicht wirklich die selbe Faszination aufbringen, da die Energiewellen mich allmählich fertig machten... Sie waren zu stark, so viel Energie kannte ich bisher weder von Ecstasy noch von Speed. Wie sich ein halbes Jahr später herausstellte, nicht einmal von Kokain.



Ich musste mich bremsen... meine innere Uhr wieder stellen... alles normalisieren... Boden unter den Füßen haben... meine Idee eine Pfeife zu rauchen, fand Anschluss bei einigen... ich rauchte... so schnell der Rauch in meiner Lunge verschwand, so verflüchtigte er sich wieder an der frischen Luft. Die Pfeife wirkte nicht, die Bong war groß genug, das Hasch recht gut.

Ich lud mir direkt den nächsten Kopf (was ein Fehler war...). Ich rauchte, zog den Kopf sehr heftig... Kickte... wieder nichts... ich stellte mich darauf ein, das Kiffen nichts brächte in diesem krass verpilzten Zustand... ich ging wieder rein, plötzlich wurde mir schwindelig, die Energiewellen wurden so hoch, so schnell, so extrem, dass es mich schlichtweg überrollte... Der Raum färbte sich rot, schrumpfte zusammen, ich sah alles verschwommen, fast konnte ich mich von der Seite betrachten, so schien mir... plötzlich kippte die Energierichtung um und zog mich mit einem enormen Sog nach unten... ich war in einem psychischen Strudel... er saugte mich in sich... genau genommen, ich selbst zog mich dort hinein. Ich kämpfte eine Weile, merkte, dass mir die Kraft fehlt... Ich musste wieder an die frische Luft:



Draußen wurde alles zu krass... Bäume, die mir nickenderweise "Guten Tag" sagten, eine rein- und rauszoomende Optik... Ziegen, die mich anschauten als wären sie steinere Denkmale. Ameisen auf dem Boden, die Blätter transportierten.. wie ein Comic... Viel zu groß... Neben mir tauchten O und Alf auf... Beide sichtlich unfähig, mit ihrem eigenen Kopf klarzukommen... Der eine fragte mich, wie er es denn nur aushalten solle - er wolle wieder normal sein, hätte Angst, nie wieder normal werden zu können... Der andere verkrampfte mit den Armen und Fingern und sprach in Rätseln... er wollte aber denk ich das selbe aussagen.

Ich musste weg von ihnen, sie halfen mir nicht und ich konnte ihnen nicht helfen. Ich musste laufen... Ich lief einen alten Weg an einem Freilauf vorbei... War ich eine Weile in Bewegung, normalisierte sich alles ein wenig. Meine Beine wurden wieder leichter, die Halluzinationen nicht mehr gar so krass... Doch noch immer war mein Kopf dermaßen aktiv. Immer wieder sah eine Tür vor meinem geistigen Auge, eine hölzerne märchenhafte Tür, durch die ich durchgestiegen bin. Ich musste sie suchen, um den Rücktritt meiner Reise anzutreten.

Dieser Gedanke verflüchtigte sich hin und wieder, z.B. als Reef meinte, meine Augen hätten sich blau gefärbt. Ich denke bis heute, er hat es sich eingebildet und ich hatte nicht, wie er annahm eine Blausäurevergiftung durch die Pilze. Im Spiegel sah ich nichts als große weiße Kulleraugen mit riesigen runden Löchern in der Mitte - schwarz wie die Nacht. Ringsherum eine stark zusammengezogene Regenbogenhaut.



Das Herunterkommen dauerte an diesem Tag ewig. Der nächste Tag war geprägt von kleinen Flashbacks, wiederkehrenden Brückstücken des Rausches. Symbolen, die mir im Kopf herumgeisterten, Erwartungen, Interpretationen, Erkenntnissen und letztenendes doch wie immer nur: Unwissen...

Als ich nach ca. 7 Stunden Trip abends "Die Simpsons" schaute war mir nicht klar, was davon real im Fernsehen lief und was ich mir vorstellte, dass es dazugehöre. Ich habe diese Folge bis heute nicht noch einmal gesehen - sie kann nicht real gewesen sein... vor allem glaube ich, dass ich selbst darin vorkam.