Tripbericht lesen
Übersicht:
| Titel: | Mach ich mir schon Sorgen?? (KOMPLETT) |
| Drogen: | Mischkonsum von LSD und Speed (Reihenfolge vom Autor festgelegt) |
| Autor: | mindskype |
| Datum: | 21.07.2006 23:22 |
| Set: | Wechselnd, im groben aber mit Freuden, im Auto und auf ner Feier |
| Setting: | Abends, Musik -> Elektro und Breakbeats |
| Nützlichkeit: | 8,60 von 10 möglichen (35 Stimmen abgegeben) |
Bericht:
Teil 1
LSD und das Opfer. Grüne monster nannten sich die Dinger und so sollte sich meine Erfahrung auch später beschreiben lassen. Der abend war verheißungsvoll, 2 Freundinnen von mir kamen Nachmittags zu besuch. Wir freuten uns alle auf das längst fällige Wochenende. Natürlich hatte jeder für das Warmup einen anderen Stimmungsmacher mit dabei. So würde auch ich reichlich beschenkt werden. Ich sollte zwischen einem aufbrausenden Abend mit jeder menge Gesprächsstoff wählen (Amphetas) oder mich wieder einmal in meine eigene Welt des Daseins begeben (LSD). Ich entschied mich für beides. Durch das zuerst konsumierte Ampheatmien sollte mein Trip erst sehr spät an diesem abend einfahren, also gab ich mich anfangs voll dem schnellen Leben hin und wir feierten ein entsprechendes Warmup. Meine zwei Schnecken (ab einer gewissen verstrichenen Feierzeit verwendete ich diese Worte) klinkten Sie sich was für die Emotions ein (MDA) und dementsprechend waren unsere Gespräche sehr tiefsinnig, sehr gefühlsbetont. Die ganze Zeit die wir bis dahin verlebten verstrich als ein einziger langer intensiver Augenblick. So tauchten auch Fragen auf, die sich stellen, wenn man grad voll drauf ist und die Welt um sich herum genießt: " Wollen wir überhaupt noch Wegfahren?" Die 2 schwelgten gerade mit den übelsten Emotions auf der Couch umher und verloren sich in den verschiedensten Themen um sich dann nach einem tiefen Seufzer erneut wieder aufzurichten, um wieder in der allumgebenden Gefühlswelt hinabzutauchen. Ich war dafür zu zappelig, gerade das ich nicht mit couch durch das Zimmer rutschte und machte Ihnen mit ein paar überzeugenden Argumenten wieder richtig Lust. Das ist das Gute dabei, der Zustand auf Pille definiert sich nicht durch eine Location, man zieht die Gefühle mit durch die Welt ohne das sich ein ermüdender Gefühlszustand einschleicht. Unser Fahrer stand bereit um uns zu Transportieren (er dachte sich wahrscheinlich deportieren) und los gings. Durch den ganzen Gesprächsstoff war ich dann leicht von der Tatsache abgelenkt worden das ich ja eigentlich noch meine eigene hereinstürzende Welt zu erwarten habe. Bis zu diesem gedanken waren nun 5 stunden vergangen. erst als dieser gedanke immer und immer wieder auf meine synapsen einprügelte, schien ich zu begreifen das es letzlich nun so weit war. Meine blanke Seele würde ungehindert der körperlichen Grenzen in der bizarren Welt da draußen umherschweifen und diesen ganzen unglaublichen Informationsfluss wertungslos im gedächtnis abladen. Von nun an gab es kein zurück mehr. Ich war mir dessen bewußt, dass ich für meine Mitmenschen bei dem ein oder anderen Gespräch nicht MEHR sein würde, als ein ängstlicher Mensch der mit wahnsinnig großen augen versucht, worte für seine innerliche Wunderwelt zu finden. Manche Freunde würden sicherlich für die Dauer des Trips zu berechnenden, selbstsüchtigen und egoistischen Arschlöchern mutieren. Der wahre Kern der Seele würde dabei aus Ihren Schädeln als kleines blaues Kugelgesicht ohne extremitäten herausbrechen und mich fragen: "Stellst du manchmal die Wirklichkeit in Frage, in der Du lebst??" "Ja" Würde ich sagen und sehen wie es gen den Horizont schweift.
Sag mal alter, in welche Büchse hast du den hineingeschaut?" fragte mich unser Fahrer und schaute dann wieder auf die Strasse. Aus den Gedanken gerissen schaute ich zu ihm. Da wusste ich dass es längst soweit war und ich fühlte den ersten Angstschweiß auf meiner Haut. Ich war schon mitten drin. Die Musik dröhnte aus den kleinen Boxen der Seitentür. Ich versuchte sie zu orten, aber die Musik kam von allen Seiten, sie war gerade zu plastisch und ich glaubte das sie nun endgültig in meinen kopf gewandert sei um dort zu wohnen. Aber ich vernahm auch andere geräusche. Ich versuchte sie zu bestimmen, mich darauf zu konzentrieren. Es waren worte. Es waren sogar ganze Sätze. Dann erkannte ich die Stimme von meinen Freundinnen die hinten auf der Rücksitzbank saßen und irgendwas von wegen "Nee der kleine Kreis war am unteren Ende" fasselten. Das ganze erschien mir zu abstrakt, dennoch war ich verwundert, das ich diese Gesprächsbrocken aus diesem Wirrwarr an Musik und Gerede überhaupt auseinander halten konnte. Hätten das Andere ohne die Sinneserweiterung von LSD auch vermocht?? Die Antwort darauf würde mir aber für immer verwehrt bleiben. Ich wollte meinen Fahrer einfach nicht damit nerven: " Hey sag mal , kannst du eigentlich bei dieser Lautstärke verstehen von was die da hinten reden? Ich kann nämlich alles hören wegen dem LSD...!" Dieser Satz, in Verbindung mit meinen dunklen schwarzen Popillen und meiner verschobenen Fresse hätten vielleicht wirklich zu meiner deportation seitens des Fahrers geführt.
Ich hatte keine Ahnung wie lang wir schon Unterwegs waren. Der Weg zu unseren Kumpels dauert ca. 45 min. Mein Blick aus dem Fenster gab mir auch keinen Aufschluss darüber wo wir uns gerade befanden. Ich war nicht im Stande den Weg, den ich in meinem Leben schon tausendmal nüchtern gefahren war, zu erkennen. Es war wie eine völlig fremde Gegend, irgendwo in einem anderen Land, vielleicht Italien.. dachte ich noch. Ich konnte mich aber daran erinnern, die Uhrzeit der kleinen grünen tachouhr beim einsteigen gelesen zu haben. Plötzlich sah ich das Bild dieser Uhr vor mir, sie zeigte 21:02 uhr an. Ich schaute nach links um sie wieder abzulesen, 21:05 Uhr! Ich war geschockt. Das Ganze in weniger als 3 Minuten. Ich war mir nicht sicher was das für mich bedeuten würde. Langer Trip, das wars ja eigentlich was ich wollte als ich die pappe einschmiss. Und wieder mal der berühmte Satz: Positiv denken. Dabei war ich so darauf versessen mir positive Stimmung zu verpassen, dass ich es fast schon laut im Auto schrie. Unser Fahrer machte auf der Stelle das Radio leiser. Alle schauten mich an, da begann ich einfach zu lachen und fasselte irgendwas von wegen " Jetzt gehts LOS". Spätestens jetzt hatte selbst der Fahrer Kenntnis über meinen Drogenkonsum dachte ich.
Von den leuchtenden Farben merkte ich aber noch nichts. Meiner Meinung nach macht man so einen Tripp wegen den verworrenen Gedanken die einen selbst am nächsten Tag noch irgendwie beschäftigen. Gleich danach kommen aber diese unglaublich satten Farben, das veränderte Gehör und danach die Muster und Fantasieformen, bei einem heftigeren Trip. Das mit den Farben darf aber bald passieren, dachte ich
Ende Teil 1
Teil 2
Ein kribbeliges Gefühl schoss mir nun immer mehr durch meinen Magen, heute könnte ich nicht sagen ob dieses vom Pepp oder LSD herrührte. Jedenfalls war es so allgegenwärtig wie die veränderte Wahrnehmung der Geräusche und Laute. Es durchflutete die untere hälfte meines Torsos, teils animierte es mich dazu meinen Körper nach vorne zu krümmen und die Luft für ein paar Sekunden innezuhalten, vielleicht um dieses Gefühl zu vertreiben. Es war keinesfalls unangenehm, nur etwas ungewohnt. Währendessen versuchte ich dieses Gefühl zu klassifizieren, es mit meinen Gedanken zu beschreiben. Dafür zog ich meinen veränderten Gehörsinn heran und verglich die beiden Gefühle miteinander. Ich konnte den beiden Emotions, wie mit einem Schalter den ich betätigte, abwechselnd lauschen, konnte sie als einzelne Gefühlswellen für den Moment festhalten, all meine anderen Gedanken waren für diesen kurzen Zeitpunkt vollkommen ausgeschaltet. Mein Körper fühlte sich an wie ein zweites großes Gehirn, in dem eigenständige Gedanken und Gefühlswelten entstanden. So hatte ich meinen Körper noch nie wahrgenommen. Irgendwie konnte ich sogar meine Nervenstränge fühlen, wie sie meinen Körper bei jeder Bewegung durchzogen. Fantastisch - das ist eines dieser Wörter die man eher selten benutzt, aber für meine Gefühlswelt bei diesem Trip hat es wohl einen festen Platz in meinem, wenn zu diesem Zeitpunkt auch etwas kargen, Wortschatz.
Mit einem kleinen Lächeln im Gesicht, zumindest hoffte ich, das mein Gesicht das tat, schaute ich wieder hoch und einmal in die Runde unserer Autobesatzung. Von da an sollten alle meine Freunde nur noch Mitfahrer sein, Mitfahrer auf meinem eigenen Trip. Denn meine eigene Gefühlswelt rückte nun, mehr und mehr, in den Vordergrund, ich war verdammt dazu, jedes Gefühl, jeden Gedanken zu betrachten, ihn zu verstehen, zu hinterfragen, zu stauen und den nächsten Gedanken zu erwarten. Mein Gehirn lieferte meinem Bewusstsein nun auf dem laufenden Band Informationen die verbraucht werden mussten, keine freie Minute um zu entspannen. Ich griff nach meinen Zigaretten, öffnete die neue Schachtel und zog das Silberpapier vorsichtig heraus, als hätte ich das noch nie vorher getan. Ich hatte plötzlich kein Gespür mehr für die Größe einer Sache. Die Zigarette die ich mir mit Mühe und Not in den Mund gesteckt hatte, fühlte sich an wie eine übergroße Zigarre. Ich musste Sie immer wieder ansehen, um mir selber zu bestätigen dass es sich wirklich nur um eine Zigarette handelte. Meinen Gedanken von vorhin im Bezug auf "wo bleiben die Farben", konnte ich gar nicht mehr rechtzeitig genug verfluchen. Schön langsam begannen sich, in meinem LSD durchtränkten Gehirn, neu Töne zu entwickeln. Man stelle sich einen Piepser eines heimischen Vogels vor, nur nicht so grell und laut, dafür viel lang gezogener und in der Tönhöhe variierend. Am Ende des Tons wurde dieser fast von sich selbst verschluckt. Diese Töne legten sich nun über die bereits intensivierte Tonkulisse unseres Autos mit der Musik und den Gesprächen. -> Nun war es soweit! "Unterscheide!", dachte ich mir "zwischen der Realität und dem was nur in deinem Kopf vorgeht!" Um jetzt noch an normalen Gesprächen teilzunehmen zu können, musste ich selektieren was ich hören wollte, obwohl man sagen kann, dass dies nur in einem beschränkten (eigentlich sehr beschränkten) Maße möglich war. In meinem Kopf befanden sich nun, die fühlbare Musik, die komischen Luuuuiiip, Fluuuuuuip Vogeltöne, Gesprächsfetzen von der Rücksitzbank, die Gefühlswelt von meinem Körper, die Orientierungslosigkeit und die Gedankenflut, die ich versuchte zu erfassen sowie dieses unwirkliche Zeitgefühl... Und diese komische Zigarre in meinem Mund! Das alles brach zur selben Zeit über einen herein. Nur ein Gedanke löste dieses ganze Wabbernde etwas: "Oh gott das ist erst der Anfang!"
An dieser Stelle möchte ich auf ein Zitat im Film "Fearing and Loathing in LasVegas" verweisen. " Als Drogenfreund kann man viel wegstecken, wie tote Großmütter einem mit einem Messer zwischen den Zähnen das Bein hoch krabbeln. Aber man darf von keinem verlangen mit diesem Trip fertig zu werden"
Ich finde diesen Satz sehr passend.
Mittlerweile sehe ich aus dieser unglaublich großen Windschutzscheibe und führe mir diese Fremde Welt zu Gemüte. Manche beschreiben das Thema Geschwindigkeit auf LSD als unmenschlich schnell. Mir hingegen kommt es so vor als "rasen" die Leitpfosten, die vom Licht des Scheinwerfers erfasst werden, in Zeitlupe an mir vorbei. Zudem kann ich Sie wenn nötig, sogar in eine Art Stillstand versetzen um sie näher zu betrachten.
Langsam beginnen nun auch die kleinen Halos am Rande meines Sichtfeldes. Ich blicke nun immer öfter wie wild in der Gegend umher, im Glauben etwas komisches gesehen zu haben, bis sich dann mein blick auf die wirklichen Halos zentrieren kann. Das Ablagefach direkt unter der Windschutzscheibe erscheint nun mind. 2 Meter weit weg zu sein. Um ein neues Verständnis für den Raum zu erhalten strecke ich meine Hand nach vorne um das Fach zu ertasten. Ich sah meinen Arm in Zeitlupe nach vorne gleiten und empfand Ihn als absolut unproportional lang. Ich tastete nach der Ablage. Als ich Sie berührte sah plötzlich nur noch genau diesen Ausschnitt, meine Hand wie sie auf der Ablage zum Ruhen kam. Ich glaubte die Poren der Haut meiner Hand zu erkennen sowie die Maserung des Materials der Ablage.
Just in Time verschwamm mein Sichtfeld und kein Punkt auf den ich mich fixierte stand wirklich still. Alles verschob sich in verschiedene Richtungen. Noch war ich in der Lage die Gegenstände auch als solche zu identifizieren. Da höre ich ein lautes Knarzen in meinem Kopf, was meine Mimik ängstlich verzerrt aussehen lässt (Wie man mir im Nachhinein berichtet hatte). Ich hatte gerade die 1000 und 1 Barrieren meines Denkens durchbrochen. Als ob sich eine Sperre in meinem Kopf gelöst hätte mit den sarkastischen Worten " Na dann lass Ihn doch, soll er schauen wo er damit hingelangt". Nun war ich keine Geisel meines rationalen Denkens mehr...
Ende Teil 2
Teil 3
Ein kleines leidiges Rinnsaal saß nun auf dem Beifahrersitz, unfähig jegliche kommunikative Annäherung anderer zu verstehen. Einfachste Sätze ergaben keinen Sinn mehr. Einzelne Wörter entwickelten plötzlich ganze Bücher an Bedeutungen, die ich nicht mehr miteinander Verknüpfen konnte.
Irgendwas hatte sich verändert, es war nicht das gleiche Gefühl wie noch fünf Minuten zuvor, aber ich konnte nicht sehen was sich verändert hatte. Die ganze Welt war in Bewegung. Als wäre ich zur Erdkugel geworden. Alles schwebte und drehte sich um mich. Selbst wenn ich nun die Augen zu machte um davor kurz zu fliehen, sollte ich enttäuscht werden. Aus dem schwarzen Blickfeld, wenn man die Augen geschlossen hatte, entwickelten sich, bis ins kleinste Detail symmetrisch, schwarz weiße Figuren, die zu rotieren begannen. Darüber legte sich ein rotes Punkte-Raster, bis ans Ende des schwarzen Raumes und darüber hinaus. Es schien relativ ruhig dazustehen und spiegelte eine universelle Maßeinheit wieder. Ich merkte wie mir von den rotierenden Formen, die mittlerweile alle Farben hatten, schwindlig wurde und machte deshalb meine Augen wieder auf. Das rote Raster blieb aber! Nun konnte ich es wirklich sehen. Ich dachte noch: "Ob man wohl Entfernungen daran messen könnte?"
Es hatte sich etwas verändert. Wie waren endlich angekommen. Meine zwei Freundinnen saßen neben der geöffneten Beifahrertüre und redeten auf mich ein. Ich konnte kein einziges Wort verstehen. Ich merkte wie sich mein Körper an mich wandte um mir mitzuteilen das sich mein arm bewegte. Ich gab mir mühe, zu verstehen, was wohl gerade mit mir passierte. Man versuchte mir zu helfen, aus dem Auto kommen.. Obwohl ich kein Wort wahrnehmen konnte, dachte ich mir schon, dass man von mir verlangte endlich auszusteigen. Ich hatte keinen blassen Schimmer was wir hier eigentlich zu suchen hatten. Ich war hilflos wie ein Kind. Als ich langsamer als eine alte Oma mit Gehhilfe aus dem Auto "gesprungen" war, durchflutete es abermals meinen Körper. Ich konnte Stellen an meinem Körper fühlen, von denen ich nicht einmal dachte dass sie existieren. Ich hätte vielleicht auch gehen können wie ein Roboter (wie aus den Breakdancefilmen), denn alle Bewegungen die ich machte, liefen wie Zahnräder ineinander über. Aber durch diese unglaubliche Intensität, kam es mir dann so vor als müsste ich das Gehen neu erlernen. Noch nie zuvor war ich mit meinem Körper so bewusst vorangeschritten.
Meine Freundin kam mit ausgestrecktem Arm hinter mir her gestapft. Sie lächelte nur.. Sie hielt sich Ihren Arm vor den Bauch und stieß kleine Seufzer aus. Sie hatte auch gerade Ihren Flash durch die frische Luft nach dem Aussteigen erlitten. Sie legte Ihren Arm vorsichtig auf meine Schulter, schaute mir dabei aber nicht in die Augen und sagte: „ Ich weiß wie es dir geht“. Zur Erklärung: Blicke anderer Menschen können bei so einem Trip, als absoluter Angriff gewertet werden. Sie brauchen nur kurz den eigenen Blick zu streifen, dann spricht dieser ganze Wort ohne etwas zu sagen. (Blicke und Mimik können dann als anstarrend, anstößig, ausspionierend, anzüglich oder verachtend empfunden werden, manchmal sind das bei mir erste Anzeichen eines „Horrortrips“). Somit konnte ich erahnen wie sie gedacht hatte, dass es mir geht. Die Berührung durch Ihre Hand holte mich wieder auf den Boden der Tatsachen zurück. Es tat gut. Allgemein gilt beim „Trippsitten“ eines „Horrortripps“, dass Berührungen durch dritte als Letzter Anker der Realität empfunden werden können, weil dieses Gefühl unmittelbar auf den Körper wirkt und sich von den restlichen Empfindungen bspw. Einer Halluzination noch deutlich unterscheidet. Es sei den natürlich die „trippende“ Person lehnt dies entschieden ab.
Das Laub der Bäume an der Strasse entwickelte sein Eigenleben. Ein derartiges Grün hatte ich noch nie zuvor wahrgenommen. Es leuchtete geradezu. Die Konturen der Blätter erschienen mir wie durch einen Weichzeichner, der ganze Baum hatte plötzlich etwas Mächtiges, Massives und ich glaubte, durch ihn würde wortlos die Weisheit der Natur auf mich herabsehen. Beileibe war ich nicht im Stande diesem Wissen mit meinem Verstand gerecht zu werden. Der Baum war um Welten Erhabener als die ganze Menschheit zusammen. Der Wind ließ die Äste des Baumes in kleinen Wellen vor und zurück fallen. Es war ein magischer Moment, als die Äste länger wurden, den Boden berührten und als eigene traumhafte Wesen die Strasse entlang schlängelten. Alles war in diesem einen Moment stimmig, das Licht, der Wind, die Blätter, die Wesen am Boden und ich, genau an diesem Punkt des Universums. In diesem Moment war ich mir meiner Existenz bewusst. Es war eines der tiefsten und reinsten Gefühle die ich je vernommen habe. Nicht mal die Liebe reicht an diesen Ort, jedenfalls ist das meine subjektive Meinung bisher ;-). Die Welt funkelte und strahlte so wunderschön.
Die Objekte, die ich sah, griffen ineinander über, alles war miteinander verbunden. Die Laterne fiel plötzlich wie Wasser in sich zusammen und floss in den „Strassenfluß“, das Auto schlängelte davon unberührt als Floß dahin, als wäre es angebunden. Ich dachte knietief im Wasser zu stehen.
Dann wurde ich aus dem „Amazonas“ von meiner Freudin zu den Treppen begleitet. Durch das ganze Stehen, konnte ich wieder ein bisschen reden, nun war ich nicht mehr so übermannt wie nach dem Aussteigen. Ich sah- und hörte dem Film einfach zu.
Mittlerweile hatte sich die Mehrheit dazu entschieden doch nicht mehr einen auf Party zu machen. Wir waren nun mitten im Hauseingang und zogen die Schuhe aus. Mein Kumpel wohnte noch bei seinen Eltern zu Hause, als Student durfte er das.. Es war wieder mal eine große Aufgabe an der Tür zum Wohnzimmer vorbei zu gehen um in sein Zimmer zu gelangen. Seine Eltern waren noch auf. Ich vermied es auch nur einen Blick dort rein zu werfen, sagte also nur im Vorbeigehen „hallo“ oder so etwas ähnliches. Die große Erleichterung die ich empfand, als ich kurz vor seiner Türe stand war atemberaubend. Ja, komischer Weise machte ich öfter mal einen tiefen Lungenzug von der mit Farbe durchtränkten Luft, ohne dies abstellen zu können. Man öffnete mir die Türe.
Der nächste Schock wartete schon auf mich. Zunächst konnte ich die „Fremden“ in seinem Zimmer nicht wirklich zu ordnen. Aber Sie waren recht freundlich zu mir, also musste ich Sie kennen. Die ganze Kommunikation beschränkte sich auf ein „Hallo“. Im nachhinein attestierten mir diese Personen, etwas ruhig gewesen zu sein. Nach einer Stunde sollte auch diese Gefahr endlich aus dem Weg geräumt sein, Sie fuhren. Erleichterung zum X-ten mal, Glücksgefühle am laufenden Band. Nun saß eine eingefleischte Runde beisammen. Geile Mucke, ich blühte auf.
Ich sah die Gegenstände fließen, ich konnte damit umgehen. Ich erkannte Gesprächsfetzen, ich dachte und hörte Musik. Bis zu diesem Zeitpunkt staunte ich, wenn auch manchmal etwas überrumpelt. Dann veränderte sich noch mal alles um eine Stufe. Es legte sich ein blauer Schimmer über meine Freunde. Ihr Körper veränderte sich. Alles wurde unklar. Die Haut verschwand, so sehr ich auch versuchte das zu verhindern. Ich fing an wie wild zu schwitzen, in meinem Gehirn flutete es alles, eine kurze Gedankenlosigkeit, alles erschien mir verschwommen. Ich konnte nur noch winzig kleine blaue leuchtende Punkte ausmachen, die wie eine neue Haut die Körper überzogen. Ich kam aus den Gedanken, jetzt endgültig abgeschmiert zu sein, nicht mehr heraus. Dem Sog nach unten.
Ende Teil 3
Anmerkung: Diese Erfahrung widerfuhr mir, als ich eigentlich dachte, schon alles gesehen zu haben. Der Abend endete damit, das ich voll mit meinen Gedanken entgleiste, letztendlich aber doch nicht seelisch verrekte. Das Resultat war eine Ich-Auflösung, die mich sehr markant für mein weiteres Leben beeinflussen sollte.
Ein Ticket hatte einen Gehalt von 140 Mucrogramm. Die eingenommene Menge belief sich auf 1,5 Tickets. Von dem Gehalt wusste ich jedoch am Anfang gar nichts. Erst zwei Tage danach konnte ich nachfragen. Die Trippdauer belief sich auf insgesamt 20 Stunden.
Vor diesem Tag hatte ich ca. 1,5 Jahre an Erfahrung im Umgang mit LSD vorzuweisen. Doch so krass erlebte ich es, auch seither, nie wieder. Meine Psychische Konstitution war optimal, ich war fröhlich und guter Dinge, was den Abend betraf.
Eine Wechselwirkung mit Speed war mir noch nie aufgefallen, bis auf die Verzögerung bis der Trip einfährt. Auch andere Sachen, wie XTC beeinflussten bei mir nur das Körpergefühl in Verbindung mir LSD.
Außer Rauchen hald.
Mein eigentliches Problem war wohl meine Leichtfertigkeit im Umgang mit LSD. Ich sah mich schon im sicheren Hafen als ich´s einwarf. Das war eindeutig ein Fehler.
Von dem Erfahrungswert, den ich angesammelt hatte, konnte ich sehr lange zehren - nach dem ich diesen verarbeitet hatte - auch von den Halos, Gedanken und Wunderwelt, die ich davor erlebte.
Ich überlege mir, auch den Absturz zu beschreiben, obwohl dies fast unmöglich scheint.
„Wahrlich ich sage euch, wunder werdet Ihr sehen, Welten erkunden und mit dem Wissen des „Seins“ in die normale Welt zurückkehren“
Ich hoffe euch einen kleinen Einblick in meine subjektive Gedankenwelt gegeben zu haben und freue mich auf jegliche Resonanz.
MFG
Mindskype