Tripbericht lesen

Übersicht:

Titel:From Hell... 2. Mal Trichterwinde
Drogen:Mischkonsum von Trichterwinde und Absinth (Reihenfolge vom Autor festgelegt)
Autor:ehemaliges Mitglied
Datum:16.03.2007 23:33
Set:Entspannt, große Vorfreude;
Setting:Zu Hause, allein, Lieblingsmusik;
Nützlichkeit:7,95 von 10 möglichen   (20 Stimmen abgegeben)

Bericht:

Bereits vor gut einer Woche konsumierte ich zum 1. Mal Trichterwinde, der Bericht dafür liegt vor, mit run 180 Samen. Da sowohl positive Wirkung (meiner Ansicht nach) noch zu steigern wäre und die Nebenwirkungen nicht allzu schlimm waren, wollte ich diesmal aufs Ganze gehen.

Soviel zur kleinen Vorgeschichte, ergänzend sei vielleicht noch zu erwähnen das ich derzeit eine Phase durchmache in welcher ich extrem Wissbegierig bin und jede Erfahrung, sei sie noch so gering, sehr schätze, vor allem Erfahrungen spiritueller und geistiger Natur - welche mich auch zu psychedelika brachten.



Die Umgebung war an diesem Abend denkbar günstig, ich hatte ein gesamtes Haus praktisch für mich allein, meine Eltern kämen erst spät Nachts, wo ich hoffentlich schon nach Ausklang eines gelungenen Trips schlafen würde. Ich hatte mir eine CD mit hauptsächlich psychedelischen aber auch sehr naturellen Stücken zusammengestellt welche ich einlegte um mich schon vor der Einnahme etwas zu entspannen und auf eine nachdenkliche Ebene zu gelangen.

Es war nun 20:00 und ich entdeckte per Zufall noch eine halbe Flasche Absinth der Marke "Grüne Fee", welche ich mir vor einigen Monaten zulegte. Eigentlich wollte ich mir nur ein Gals nehmen um etwas Wasser zu trinken, mir war bewusst das ich vorsichtig sein musste, da die Trichterwindesamen welche ich noch zu mir nehmen wollte binnen kurzer Zeit meinen Magen vollkommen durcheinander rütteln würden. Dennoch viel es schwer der Versuchung zu widerstehen. So nahm ich zunächst nur ein Glas zu mir, leicht verdünnt mit Wasser, woraus innerhalb einer weiteren 3/4 Stunde aber plötzlich drei Gläser wurden.



Nachdem ich die Zeit vollkommen hinter mir gelassen hatte, bemerkte ich plötzlich das es langsam Zeit wurde die Samen zu nehmen, immerhin würde es sicherlich eine weitere 3/4 Std. dauern bis diese annähernd eine Wirkung zeigen würden. Etwas unwohl bei dem Gedanken und mit Sicherheit, beeinträchtigt durch die Wirkung des Absinth, war ich nicht mehr fähig die tatächliche Dosis der Samen einzuschätzen, ich aß nahezu alles was noch in dem kleinen Tütchen war. Später sollte sich herausstellen das dies gut an die 400 Samen waren.

Um mich abzulenken und einer mit Sicherheit bald auftretenden Übelkeit bestmöglich aus dem weg zu gehen beschloss ich noch ein wenig nach draußen zu gehen. Es war nicht besonders kalt und der Himmel realitv klar, so konnte ich eine ganze Weile die Sterne beobachten und rauchte zwei Zigaretten. Nach den ungefähr vergangenen zwanzig Minuten und einem etwas schwer wirkenden Magengefühl ging ich wieder nach drinnen und beschloss mich hinzulegen und weiter der Musik zu lauschen.



Doch schon während des hinlegens bemerkte ich wie sich nun die Samen bemerkbar machten und ihre, negative Wirkung, voll entfalteten. Mein Magen schien nun Steine zu beinhalten, ohne jeglichen Druck fuhr ein stechender Schmerz meine Bein auf und ab. Ein extremes Gefühl der Übelkeit überkam mich und ich sah keinen anderen Weg als unmittelbar den Weg zur Toilette zu gehen. Das aufstehen war mir jedoch unmöglich, meine Beine waren derart von Schmerz durchfahren das ich keine zwei Schritte schaffte. Ich kroch auf allen Vieren durch das halbe Haus um schließlich festzustellen das ich mich nicht Übergeben konnte. Ich überlegte mir den Finger in den Mund zu stecken, doch allein die Vorstellung daran war mir derart unangenehm das ich selbst den derzeitigen Zustand lieber in Kauf nahm. Ich verbrachte ungefähr eine halbe Stunde in dieser schrecklichen Lage bis ich die Kraft nahm mich wieder zurück in mein Bett zu quälen. Dort angekommen litt ich unter den Folgen weiters eine gute Stunde. Nichts war da von der psychedelischen Erfahrung wie ich sie beim ersten Konsum der Trichterwinde machte, ich fühlte mich schrecklich. Ich hatte eine stark verschwommene, trübe Sicht - die Wirkung des Alkohols gepaart mit den vergiftungserscheinungen der Trichterwinde und wusste das dies noch gut 7 Stunden so weitergehen kann. Mir wurde plötzlich bewusst wie unverantwortlich ich selbst mir gegenüber gehandelt hatte.



Und genau in diesem Moment überkam es mich, mir wurde plötzlich kalt, eiskalt. Ich zog die Decke fast über meinen ganzen Kopf und kauerte mich so klein es ging zusammen, es schien kaum zu helfen, selbst meine Lieblingsmusik welche mir sonst ein angenehmes und vertrautes Gefühl gab half nicht. Ich hörte mir am Mp3 Player verschiedene Doors Alben an. Schloss die Augen, weniger um die Hoffnung auf ein paar Visionen mehr jedoch war es ein Akt der Verzweiflung, ein symbolischen verschließen der Augen vor diesen grauenhaften Zuständen welche mich nach und nach überkamen. Mein Zeitgefühl war jetzt vollkommen verloren gegangen, noch während ich beim 3. Track des ersten Albums befand, schien ich urplötzlich nur wenige Minuten später bei der Mitte des vierten Albums angelangt zu sein, ich wagte einen Blick auf die Uhr und erkannte das ich mich nun tatsächlich mittlerweile schon in der fünften Stunde meines Trips befinden musste. Wieder schloss ich die Augen, der unheimlichen Tatsache des verlorenen Zeitgefühls folte nun etwas hoch "stranges". Ich hörte gerade "Not to touch the earth", ein von der Melodie her etwas unheimlicher Song, als ich dies bemerkte wollte ich eigentlich zum nächsten Song springen aber genau dieser Song löste etwas in mir aus.

Bei geschlossenen Augen fand ich mich plötzlich in einer Art riesigen Halle wieder. Es war bitterkalt dort, sie wirkte antik, aus Stein gebaut... war so groß das ich weder Seitenwände noch Wände vor oder hinter mir sehen konnte. Lediglich der Boden war aus weiß-rot gesprenkelten Marmor. An den Seiten, ungefähr zwei Meter links bzw. rechts neben mir erhoben sich riesige, glänzende Säulen die wie aus Eis zu sein schienen. Auch die Decke konnte ich nicht sehen.

Den Song nahm ich nur sehr Unterbewusst war, nurmehr Wortfetzen konnte ich entziffern obwohl ich dne Text eigentlich auswendig konnte. Immer wieder hörte ich aus den Ohrstöpseln ein "run run run" und in meiner Vision/Haluzination tat ich dies auch.



Ich lief also, immer weiter der Dunkelheit entgegen. Ohne das sich in diesem Gebilde etwas veränderte. Irgendwann muss dann ein (endlich) anderer Song gekommen sein als sich plötzlich mächtige, große Bilder auf den Säulen ausmachen ließen. Ohne zu erkennen wer darauf war sah ich dort in die Gesichter von Menschen welche mittelalterlich wirkten. Ich konnte nicht glauben was ich sah da ich mich nie sonderlich für mittelalterliche Geschichte oder dergleichen interessierte. Ich bekam ein ungehagliches Gefühl unter diesen mich anstarrenden Fratzen, fast wirkten sie lebendig, zumindest die Augen, obwohl sich nichts daran bewegte. Panik machte sich in mir breit, ein ständiges Gefühl verfolgt zu werden, ich lief immer weiter ohne die Gesichter zu vergessen welche sich nun tief in mein Gehirn geprägt hatten, es war ein Gefühl von Todesangst. So als ob sich hinter mir eine Feuerwand erheben würde, mich in rasender Geschwindigkeit verfolgt und ich keine Möglichkeit hätte irgendwohin auszuweichen.



FILMRISS ! ! !



Genau von hier weg hab ich dann einen Filmriss, ich kann mich nicht erinnern was ab diesem Punkt weg geschah. Wahrscheinlich auch gut so. Ich muss etwas später eingeschlafen sein, jedenfalls war es kein Traum, ich hörte ja Musik und als ich morgens aufwachte war mein MP3 Player zur Seite auf den Nachttisch gelegt und das Kopfhörer Kabel aufgewickelt wie ich es immer machte. Also hatte ich nicht geschlafen sonder das tatsächlich gesehen und so empfunden.

Gerne würde ich jetzt wissen was das alles zu bedeuten hat und ich forsche immer noch was mich auf solch wirre Gedanken und derartige Bilder brachte. Immerhin müssen sie ja von irgendwo her kommen. Das LSA kann nicht irgendetwas erfinden, gewiss kann es auf Dinge zu greifen welche im Gehirn gespeichert sind, aber dies würde kaum ohne bedeutung geschehen denke ich. Wie dem auch sei, für mich ein Abend der mich tatsächlich veränderte, ich kann es kaum in Worte fassen welche Angst ich in gewissen Momenten hatte, wie schlecht es mir körperlich ging und vor allem erkannte ich das der Preis eines LSA Rausches einfach in anbetracht der körperlichen Nebenwirkungen zu hoch ist. War ich noch vor kurzem der Ansicht das LSA ein gutes, legales Mittel ist um eine psychedelische Erfahrung zu machen, bin ich nun an einem Punkt an welchen ich für mich sage - ES IST VORBEI. Etwas derartiges möchte ich unter keinen Umständen noch mal erleben, ich hatte schon vor dieser Nacht zweimal Horrortrips, aber nie hatte ich dabei auch die körperlichen Nebeneffekte, diese sind es die mir Grund zur Bedenkniss geben, ich habe noch heute Schmerzen in den Beinen und ein stechen in der Brustgegend (!) welches ich in kürze von einem Facharzt untersuchen lassen werde.



Lange Rede kurzer Sinn... ein Trip der mich für einige Stunden in die Hölle beförderte.