Tripbericht lesen

Übersicht:

Titel:Psycho for one day
Drogen:Mischkonsum von DXM, Alkohol und Cannabis (Reihenfolge vom Autor festgelegt)
Autor:Ti_An
Datum:20.06.2007 20:52
Set:locker gelassen, gespannt was es mir diesmal bringt
Setting:eigentlich allein daheim
Nützlichkeit:8,32 von 10 möglichen   (22 Stimmen abgegeben)

Bericht:

Psycho for one day:



ein kleiner Einblick in den bisher härtesten trip den ich bisher hatte. Das ganze Geschehen ist schon ca 2 Jahre her, deswegen ist vieles schon in den Tiefen meines Hirns vesschwunden und ich kann nur von den Sachen erzählen an die ich mich noch erinnere.





Es war an einem wunderschönen Freitagnachmittag, als ich mich wiedereinmal auf die Reise machte. Transportmittel waren DXM 600mg, DPH 350 (sollten sich im nachhinein aber als 500 rausstellen), ein wenig THC und 50mg Diazepam um das Runterkommen zu erleichtern sowie die bei mir fast unausweichlichen Einschlafprobleme zu umgehen.



Nachdem ich am Abend zuvor einen 500mg DPH solo Versuch unternommen habe, begann ich gegen 15 Uhr mit der Einnahme der Medikamente. Um mir die Zeit bis zum Einsetzten der Wirkung zu vertreiben, sah ich mir „Invader Zim“ an. Ich machte mir ne Flasche Rotwein auf um mir die Wartezeit ein wenig zu versüßen und eine allgemein entspannte Gemütslage zu erreichen. Gegen 15:30 rief mich mein bester Freund (N) an und meinte ich solle in den Skatepark kommen und Longpapers mitnehmen. Allein um diese Anspielung zu verstehen brauchte ich einen Moment^^ Gut dacht ich mir, ich hab noch ungefähr ne stunde Zeit bis die volle Wirkung da is. Also Wasser und Papers gepackt und ab in den Park. Ich kam da mit dem Rad an und merkte schon leicht wie sich meine Motorik verabschiedete. Das kann ja heiter werden. Egal, ne Tüte geht immer. Das Drehen hab ich müt Müh und Not noch zusammenbekommen. Ne Bekannte, die auch da war, fragte mich was los sei. „Bin nur ein wenig angetüdelt vom Wein.“ Damn, die Wirkung begann nun, wahrscheinlich auch durch das THC, spürbar zu werden. Ich musste hier schnell verschwinden. Ich wollte allein sein und nicht als bleicher Zombie vor meinen Freunden abspacken. Ich setzte mich also wieder auf meinen Drahtesel, verabschiedete mich kurz und fuhr los. Mein Haus is ca 700m vom Park entfernt, mir kam es endlos vor. Erst schob ich noch, schon ziemlich schwankend. Ich wollte nur noch nach Hause, stieg umständlich auf und fuhr das letzte Stück über den Sportplatz.



Endlich hatte ich es geschafft, schaltete meine vorbereitete Playlist ein und lies mich auf meine Couch fallen. Ab hier kann ich leider nur noch Bruchstückhaft erzählen, da mir vieles auf Grund des Konsums und auch der mittlerweile vergangenen Zeit entfallen ist.

Ich genoß den Trip, ließ das Kopfkino zur Musik laufen und entspannte mich.



Irgendwann stand ich auf und dachte das ich wieder runterkäme, lief durch mein Zimmer und stellte erstaunt fest, dass ich immer noch einen Rest Weed in meiner Tasche hatte, den mir wohl, so dachte ich in diesem Moment mein Kumpel überlassen hatte. Überglücklich drehte ich mir erstmal einen.



Filmriss



Besagter Kumpel war auf einmal da und fragte ob ich Lust hätte mit im in die örtliche Bauerndisse zu gehen. Klar war ich dabei. Noch schnell umgezogen und los. Dort angekommen machte mich aber der Türsteher dermaßen dumm an, dass ich es vorzog doch wieder nach Hause zu gehen.



Ich öffnete die Augen und saß wieder auf meinem Sofa. War das doch nur ein Wachtraum? Umgezogen hatte ich mich aber anscheinend doch, denn ich hatte komplett andere Sachen als vorher an. Und warum waren saßen jetzt noch 2 andere Bekannte (M und W) bei mir im Zimmer. Als guter Gastgeber bot ich ihnen etwas zu trinken an, ging in die Küche und holte meinen feinen 70%igen Vodka heraus. „Bah das Zeuch kann man ja ma gar nich trinken“ meinte dann der eine zu mir. Ok, dann muss ich eben nochma runter und was zum Mischen holen. Und wenn ich schon mal dabei bin, dann kann ich auch noch gleich die Flasche Korn mitnehmen. Ich kam also mit Korn und Ramazotti wieder in mein Zimmer wo die beiden immer noch herumsaßen. Schwupps den Ramazotti in die halbleere Vodkaflasche geschüttet um ein trinkbares Gemisch zu bekommen. Leider schmeckte uns das auch nich wirklich, weswegen der Korn herhalten musste.

Irgendwann muss ich dann eingeschlafen sein und als ich wieder zu mir kam, war ich wieder allein. Ich bekam langsam Hunger, ging in die Küche und kam auf die grandiose Idee, das Geschnetzelte vom Mittag auf einer Scheibe Brot auf dem Herd zu rösten. Aber ich hatte doch irgenwie keinen Hunger. Was ein Glück das „N“ plötzlich dastand und sich anbot, mein Meisterwerk zu probiern. Anscheins hat es ihm auch nicht sonderlich geschmeckt und so verschwand er wieder. Langsam hatte ich auch die Schnauze voll, war müde und wollte ins Bett. Ich setzte mich auf mein Sofa, öffnete die Valiumkapsel, zog mir eine Line davon, rauchte noch eine und ging ins Bett.



Am nächsten Morgen wachte ich auf und war erstaunt meine Freundin nicht neben mir zu finden, da ich felsenfest der Meinung war, dass sie bei mir gewesen wäre am vorigen Abend.

Whatever, erstma duschen und Frühstücken. In der Küche stand meine Ma und ich fragte sie was es den leckeres zu essen geben würde. Da sie mir keine Antwort gab, schaute ich selbst in den Kühlschrank, als ich mich umdrehte war sie verschwunden. Ich ging sie also suchen um sie zu fragen ob ich am Abend das Auto haben könnte. Durchsuchte das ganze Haus und den Garten, keine Spur von ihr. Mh, was war gestern nur los? Ich beschloß meine Freundin anzurufen.



„Warum bist du so früh abgehauen heut morgen?“

„Was? Ich war gar nich bei dir“



Alles klar. Langsam machte ich mir wirklich Sorgen. Also „N“ angerufen.



„Hey, danke das du mir dein Graß dagelassen hast“

„Du blöder Arsch, du hast es einfach eingesteckt nachm bauen“



Ich machte mir noch mehr Sorgen um das was ich am Vorabend angestellt haben könnte.



„Wir warn aber nich im „NamederDisko“ ?“

„Nope, du bist nachm Park mit meim Graß einfach heimgefahrn, weil du gemeint hast dir geht’s nich gut“

„Ok, alles klar, danke, tschüss“



Ich musste jetzt dringenst mit jemandem reden. Also hab ich meinen Nachbarn angerufen, der in Drogensachen doch ziemlich kompetent ist. Er lud mich zum Mittagessen ein, da seine Frau eh arbeiten war.

Er war ziemlich erschrocken als er mich sah, da ich anscheinend immer noch ziemlich verwirrt und bleich aussah. Ich erzählte im also alles und er riet mir, dass ich mich am doch am besten einfach noch mal hinlegen sollte.

Gesagt getan, um mich auch wirklich auszuschalten, legte ich noch 2 Valium und 2ml GBL nach. Wie ich ins Bett gekommen bin weiß ich nicht mehr. Jedenfalls wachte ich um 18:00 fit wie ein Turnschuh wieder auf. Da fing dann das große Grauen an, als ich zum ersten Mal wirklich wahrnahm wie es in meinem Zimmer aussah. Auf dem Tisch, die leere Flasche Korn, der komplette Blister DPH leer, Poster von der Wand gerissen etc. In der Küche stank es erbärmlich. Ich hatte wohl bei meinem nächtlichen Kochversuch die Brotdose aus Plastik auf dem Herd liegen lassen. Sie war nur noch ein Klumpen Plastik. Das Geschnetzelte lag überall auf dem Boden verteilt.

Als ich alle Spuren beseitigt hatte, lies ich den Abend entspannt vor dem TV ausklingen.



Der Tag danach:

Meine Mutter kam am späten Nachmittag wieder nach Hause und fragte mich erstmal was denn das Salz im Kühlschrank verloren hätte und warum der Feuermelder weggeschraubt wäre. Ich erzählte ihr eine krude Story über 2 Betrunkene, die Spätabends noch was Essen wollten, es angebrannt sei und deswegen der Melder angegangen wäre. Sie glaubte es zum Glück.



Epilog, Fazit, nennt es wie ihr wollt:

Ein faszinierendes, gleichzeitig aber auch erschreckendes Erlebnis und mit Abstand das bisher heftigste was ich auf Drogen erlebt habe.

Man bedenke, ich war den ganzen Abend allein, meine Mutter 350km weit weg bei einer Bekannten zu Besuch und ich halluziniere so vor mich hin. Es war alles so real und das war das schlimme daran. Dadurch wurde der Trip auch zum totalen Selbstläufer, ich verlor absolut die Kontrolle und kann nur von Glück reden, dass nichts Schlimmeres passiert ist. Ich hätte genauso gut auch das ganze Haus abfackeln können.

Was habe ich daraus gelernt: Mischkonsum von 600mg DXM, 500mg DPH, ner Flasche Rotwein (bei der ich mir noch bewusst war sie allein getrunken zu haben), THC und schließlich die Flasche Korn (die ich anscheinend für alle stellvertretend getrunken habe)

= absolut doppelt plus ungut

Seitdem hab ich so etwas auch nie wieder praktiziert und bin im allgemeinen vorsichtiger geworden im Umgang mit psychoaktiven Substanzen. Auch wenn es nur so vermeintlich harmlose, rezeptfreie Medikamente sind.