Tripbericht lesen
Übersicht:
| Titel: | Jobless Man’s Special (Yopo) |
| Drogen: | Ayahuasca |
| Autor: | Santos |
| Datum: | 16.08.2007 13:53 |
| Set: | neutral bis gute Laune, schwierige Lebenshintergründe die aber außen vor blieben |
| Setting: | gemütliche, ländliche, zugemüllte und wunderbar dekorierte Wohnung mit Dachgeschoss |
| Nützlichkeit: | 8,32 von 10 möglichen (28 Stimmen abgegeben) |
Bericht:
Jobless Man´s Special – Die Mittagspause des Arbeitslosen – Yopo/Bufotenin TB
Es war schon kurz vor 12 und meine Katze endlich wieder zuhause, also war alles gegeben.
Leicht wird es nicht, dies festzuhalten, da der Stoff doch etwas an mein Kiffergedächtnis ging.
Ich hatte bis Mittag schon alles vorbereitet. Um halb 10 oder so wachte ich auf, weil meine Blase drückte. Ab da an fragte ich mich die ganze Zeit schon, wie das alles wohl ablaufen sollte. Sanitäre Einrichtung schön und gut aber die ist Downstairs und ich war mir nicht sicher, ob ich es in mein Zimmer schaffen würde. Denn eigentlich wollte ich in diesem Fall mein Bett respektive die Couch genießen. Also holte ich mir eine Schüssel. Ich aß mit Absicht nichts sondern trank nur Wasser. Mein Plan sollte aufgehen, aber dazu gleich. Es handelt sich um EINEN Samen, den ich röstete, aber nicht bis er platzte, dazu war ich irgendwie zu ungeduldig. Ich stampfte den Mist - in Ermangelung von Mörser und Stößel - in einer Müslischale mit dem Plastikgriff eines Steakmessers zu mehr-oder-weniger-Staub. Zigarettenasche wurde im gleichen Verhältnis beigemischt.
Eben um zwei vor Zwölf dachte ich mir "Oh Mist, jetzt ist es gleich soweit, eigentlich gibts kein zurück.", aber ließ mich nicht beeindrucken, denn ich hatte nicht die geringste Angst, auch während des "Trips" nicht, wenn man ihn denn so nennen will. Ich hatte keine Erkenntnisse oder nennenswerten Visuals, auch hatte ich die ganze Zeit über keine Lust, meine Augen zu schließen. Nur so am Rande bemerkt.
Ich zog den Topf in meiner 40cm Alu-Bong an, ein Schwall stieg mir in die Nase und ich dachte nur "Bärgs! Crazy Haz3 hat vollkommen Recht gehabt"... da die Pfeife ziemlich unsauber war, verkeilte sich der Kopf und ich konnte ihn nicht ganz durchrauchen aber das war sowieso egal, weil der widerliche Rauch bereits oben stand. Ich habe schon viel ekligere Sachen geraucht, aber das Yopo-Aroma wird man nie wieder vergessen, sicher nicht. Ich ließ den Rauch etwa 7 Sekunden in der Lunge, es brannte kaum, was mich auch nicht verwundert, da ich immer wieder einfach Jeden davon überzeuge, dass ich absolut jeden Topf rauchen kann. *angeb* ;)
Trotzdem hatte ich alles an Wirkstoff mitgenommen, was ich wollte.
Das merkte ich schon beim Ausatmen.
Der Rauch zog durch das Zimmer und das Aroma hing ebenfalls in meiner Luftröhre und Kehle. Ich stellte die Pfeife schnell weg, weil mich das alles übelst anwiderte. Mein Rachen fühlte sich kratzig an, der Schweiß brach fast unmittelbar aus. Keine zwei Sekunden nach dem Exhalieren zuckte es in meinem rechten Arm, was mich dazu brachte, das Feuerzeug wegzuwerfen und mich im Sofa zurückzulehnen.
Die Schwere in den Gliedern war unbeschreiblich. Beinahe angenehm. Ich hasse das Körpergefühl auf Salvia, dieses Ziehen. Ganz anders HO-DMT. Leichtigkeit, etwas entfernt (realitätsbezogen), ein leichtes Kribbeln; einfach fremdartig, aber doch seltsam vertraut.
Ich merkte, wie die Übelkeit in mir hochstieg. Schweiß stand mir auf der Stirn aber da ich die letzen paar Tage immer wie ein Schwein schwitzte, wenn ich draußen war oder schlief, war mir das egal. Erst belächelte ich das Gefühl in meinem Magen. Es waren höchstens 2 Minuten vergangen als ein Lied von The Who sein Ende fand (welches sich schon ungeheuer TIEF anhörte, wenn ihr wisst was ich meine) und ich mich dazu übergab, ein wenig Galle mit Mineralwasser, was ich ebenfalls müde belächelte.
Es gab Szenen in meinem Leben, nach mehrtägigem Komasuff und Nahrungsentzug, die Sonne geht gerade auf und ich reihere mir die Seele aus dem Leib und kann nichts essen oder trinken. Doch hier war es ja nicht mein Körper, sondern diese Substanz. Ich fand es gar nicht schlimm. Würgte noch ein paarmal aber dann war es vorbei. (Nach 10 Minuten war bis auf wenige Momente der Trip durch und durch angenehm!)
"An sich", dachte ich mir, "hättest du es dir ja auch verkneifen können, weil darin bist ja eh Meister." Kotzen ist nämlich nicht so meine Sache. "Aber jetz isses raus, bah, weg damit, wunderbar."
Es war also beinahe ein freiwilliger Akt.
Und wie ihr jetzt vielleicht versteht, war mein Plan, nichts zu essen, aufgegangen. Nur zu empfehlen falls ihr keinen arg flauen Magen beieinander habt wenn er leer ist. Doch genug von unseren Organen und Unappetitlichem.
Mein visuelles Empfinden war ungeheuer geschärft. Es STACH mir nur so alles ins Auge. Nun verstehe ich die Bedeutung der Phrase "gestochen scharf". Ich fühlte mich noch etwas schwer und unsicher bis zittrig, aber meinen Kreislauf hatte es in keinster Weise beeinträchtigt. Das einzige Manko, was auch fast den ganzen Trip über blieb, war dieser gräßliche Geschmack, der sich anscheinend an meiner Luftröhre festgefressen hatte. Dazu eine feine Note Erbrochenes aber wirklich störend war das beides nicht, nur minimalst nervig.
Ich machte leichtere Musik rein und ging leichten Fußes die Treppe hinunter um gleich die Schüssel sauberzumachen, was mich erstaunte... aber alles war easy. Ein Blick in den Spiegel zeigte mir ein ausgeschlafenes, richtig fittes Gesicht mit ganz normalen Augen und Pupillen was im krassen Gegensatz zu dem stand, was ich fühlte. Hat mich auch sehr beeindruckt. Ich wusch mir die Hände und das Gesicht, weil sich das Wasser so geil anfühlte und ließ die ehemalige Kotzschüssel einfach auf dem Boden stehen.
Der indische Teppich im Wohnzimmer machte mich total fertig, ich tanzte ein wenig darauf herum, den Blick immer auf die Muster gesenkt. Wie gesagt, ich hatte keine Optics, höchstens ein kaum wahrnehmbares Morphen. Ich schloß die Augen um das zu überprüfen und sah nur zweidimensionale, schwache aber doch sehr stetige CEVs. Doch ich wollte wahrnehmen.
Als ich schon wieder auf dem Weg nach oben war, sprang meine Katze (eigentlich Kater) aus dem Korb unter der Treppe, was ich nicht wirklich sah im ersten Moment, es kam mir eher so vor als hätte sich ein Wurmloch geöffnet und der Kleine war einfach da. ^^
Garantiert wusste er, wie so oft, was los war.
Er hockte sich auf den Esstisch und maunzte mich an.
Alles kam mir so langsam vor. Ich hatte mich vorher schon sehr glücklich gefühlt, aber als ich anfing, dieses wunderbare Viech zu streicheln und er seine Augen zukniff und zu Schnurren begann, konnte ich deutlich seine Ausstrahlung, Aura fühlen. Er färbte auf mich ab. Und da er schon 7 Leben verspielt hat, ist er einfach Mr. Cool. Beruhigung durchfloss mich und chillte so hart ab wie nie zuvor. Außerdem war sein Fell sowas von weich und flauschig, es machte einfach Spaß es zu fühlen. Ich meinte zu ihm, ich müsse jetzt wieder hoch und abgehen und genießen, worauf er ein "mrrrau?" hören ließ und wieder wissend die Augen zusammenkniff. :)
Oben angekommen kann ich mich an den weiteren Verlauf eben gar nicht mehr richtig erinnern aber ich wechselte durch alle Musikrichtungen und tanzte wie - halt. Als ich bei Dub angekommen war, schloß ich nochmal kurz die Augen und sah, hm, Bob Marley. Ein wenig seltsam das, aber unsere Tanzstile waren sich in dem Moment sehr ähnlich... total abgedreht einfach. Eine perfekte Symbiose von Mensch und Musik. Auch fiel mir noch auf, dass ich beim Singen/Rappen viel besser jeden Ton traf und immer perfekt im Takt lag. Auch zweite Stimme und ich freute mich darüber, wie sich die Schallwellen aus den Boxen und meinem Mund trotzdem überlappten und manche Stelle in manchem Lied so noch besser rüber kam. Alles live sozusagen.
In Gedanken schrieb ich bereits diesen TB und nach insgesamt 28 Minuten fing ich auch an, ihn zu schreiben. Ich fühlte mich bereits wieder "unten", dem war aber nicht so. Jetzt sind 75 min vergangen und der Afterglow neigt sich dem Ende zu. Aber ne Matschbirne hab ich vom Schreiben und dem Bildschirm. Es machte sich ein Gefühl der Entspannung und des Ausgleichs breit, wie nach dem Meditieren, nur tiefer. Ich habe immer noch großen Respekt davor und finde es gut, dass ich meinen ersten anderen Ausflug in solcher Seichtheit unternommen habe. Allerdings habe ich keine Angst mehr. Eigentlich vor nichts mehr. Pilze waren nie mein Fall, mir persönlich zu unangenehm. Dieses Zeug ist einfach rundum freundlich. Dein Kopf bleibt klar.
Es wird nicht oft vorkommen, soll mir heilig bleiben. Außerdem graust mich vor dem Anfang.
Und zwar nicht vor der Übelkeit und dem Erbrechen sondern dem GESCHMACK. Pfui. ^^
Bitte verzeiht, dass ich nicht auf Gefahren hinweise.
Wer ein heiles Weltbild hat, und daran hängt, sollte sich sowieso von Psychedelika fernhalten.
Bei wem es in der Hinsicht schon zu spät ist, trete bitte ein.
Nein, das ist keine Aufforderung.
Danke fürs Lesen und immer nachfragen bitte... ;)
Grüße